Ausgabe 
17.2.1914
 
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Kommerzienrat Heinrich M anz, früher ^^^istagsabgeordnetrr des WLhlkrerfeS Erlangen-Fürth, ist nach längeren Leiden int '.Titer von 62 fahren in Bamberg gestorben

Aus Elsaß Lothringen. Tic Straskainnier des Landgerichts Strahlung sprach am Montag den Redakteur Mink vomJournal e'Alsacr-Lorraine" von der Anklage der Beleidigung der preußischen Militärver­waltung frei. Ta? Bericht konnte nicht die Ilcberzeu- gung gewinnen, daß Mink der Verfasser des in Frage kom­menden beleidigenden Artikels gewesen sei. Ter seinerzeit Mitangeklagte verantwortliche Redaklcur Jung war zu drei Wochen Hast verurteilt ivorden.

Ausland.

Engere Fühlungnahme derT r i v l e - E iv- t e n l e". Rach einer aus London datierten, sichtlich offiziösen Meldung, hat der russische Minister des Acußcrii Saich n o w der englischen Regierung den Borschlag gemacht, daß alle die Triple-Entente interessierenden Fragen^in London zum Gegenstand vorheriger Prüinng zwischen Sir Edward Grci), dem russischen Botschafter Benckendorii und dem fran­zösischen Bokschaiter Paul Eambon gemacht werden. Ter Zweck dieses Vorschlages sei, der Diplomatie der Triple En tente-Machte eine engere Fiiblungnahme und eine raschere Aktion als bisher zu ermöglichen.

Ter Prinz zu Died wird, wie das Reuter-Bureau erfährt, nach London kommen, um dem König seine Ehrerbietung zu bezeigen und sich init Sir Edward Greh zu besprechen Ter Prinz folgt einer Einladung zum Früh­stück im Puckinghampalais.

Tic französische Hceresrej.or in. Rriegsmini- ster N o n l e n s hat in der Kammer einen Gesetzentwurf be­treffend die Errichtung der C a d r e S und der M a n n - schaslsbestäiide der verschiedenen Waffengattungen vor- gelcgt. Demnach ivcrden zwei neue Regimenter der beritte­nen Chasseurs d'Afrigne und andere errichtet und in allen Kavallerie-Regimentern deS Mutterlandes die Zahl der Mannschaften auf je 740 Reiter und die Zahl der Pferde aus 770 erhöht werden Tiefe Maßnahmen, so fuhrt der Motivcnbciicht ans, werden es gestatte», die Kavallerie in einigen Stunden und ausschließlich aut Grund ihrer eigenen Hilfsmittel zu niobilifieren. Ferner soll die Artillerie der zehn Kaoallcrtediviffonen auf sc drei Batterien erhöht wer den, was die Errichtung von l4 berittenen Batterien zur Folge haben werde. Weiter sollen fünf Regimenter schwerer Artillerie errichtel werden. Ten Artillerie-Regimentern werde überdies eine gewisse Anzahl von Antoniobilen zn- gcteilt werden, welche zur Beschießung der Lnstschiffe und der Flugzeuge ausgerüstet werden sollen. WaS die Infan­terie anlangt, so sollen u. a. zwei neue Zuaven-Regimcnter errichtet werden.

Ans Stadt «tiö Cand»

Diesten, 17. Februar 1911.

** Tageskalcndcr iür Dienstag, 17. Febr. Stadl­theater: ,Jtr Jl a m m e t (ä n a e i",'Sic Säue rin, »Paul »» d Paula" <S,c G« chwister). dlniairg 8 Uhr.

* Ter Großherzog hat ivegen des Ableben? der Prinzessin Wilhelm von Baden eine Hoftrauer vom 16. bi? einschließlich 23. Februar angeordnel.

Ernennnngen und Beisetzungen. Dem Pjarrer Ludwig R au mann za SieserSkeim wlirde die evangelische Pfarrstelle zu Pohl-GönS übertragen. In den Ruhe­stand versetzt iviirde die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz-Kastel Elisabetb Bitlong ans ihr Nochsnchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste , vom l. Plärz l9l4 an.

?1iiS dem Schuldienste. Erledigt sind: Eine mit einem «vaugel. Lehrer zu besetzende Lchrerstclle an der Bollsschiile z» stettenhcim ; eine mit einem evang. Lehrer zu besitzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Bechenheim; zwei mit katbol. Lehrer» zu beictzendc Lchrerstclle» an der Volksschule z» 2>ie d er - R o d e» ; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Learerslelle z» Leiselheim. M,t alle» Stellen, ist Organistendienst verbunden.

** Aerztlichcr Fortbildungskurs. Bei dem am Mittwoch, den 18 . Februar, abends von 57 Uhr, in der Uiiiv Augenklinik stattsindcnden 0. Vortragsabend spricht Geheimrai BosUns über die moderne Behand­lung t»s Schielens und Privatdozent Tr. Fest über Kops schmerz und dinge.

'* Tas Aroßherzoglich Hessische Regier urigs b la l t Nr 5 vom 14. Februar hat '»lgenden Fnhalt: Bekannt machung, die Zentralkasie der desnschen landivirtichaiilichen Ge- nosicnschasten. e. G. »i b H, z» Tarmstadt betreffend

** Vom Stadttbeatcr wirb uns gestbricbrn i Tie morgige Egnioni < Auffübrmig iinbei in derselbe» Besetzung, auch im Orchester, statt, wie die beiden ersten i auch die übrige Einrichtung, wie Beidenklllnq des Zusckiauerranms in bin Zwi»chenak,en mtt Llv-Znahme der großen Paule noch dein iünsten Bilde »ii bleibt die gleiche. 1a Bratest-. nj arze 1 1 Salzer am 26. d. Mts. nnedrr leinen beliebten alnäbriiche» Vortragsabend gibt, bürste eine neuere Besprechung de? Bwtiner Tageblattes über den Nünstier in­teressieren. e» beißt da:Marzoll Falzer iiihrtc un? am Sonntag ein neue- Programm vor. las Pndlitum bat iich teil langem iür ihn entschieden, und der ausverkauitc Bcetboveniaal bewies es auis neue. Natürlich ging cs auch diesmal wieder ungemein lustig zu, und die Zuhörer rasten iörmlich vor Vergnügen und Beiiall, am meisten übrigens nach den ptückcn. in üon.-n Salzer als Tialekt- künftler glänzte. Im einzelnen brachte das Programm Börse und Proia von Litiencron. Nestrov, Hartleben. Rosegger, Busch, Han? o Gumvoenberg, Salten, Moszkomskn, Greinz, Otlo Neige! und Fritz Müller-Zürich.

** Oberhessische Gesellschaft Mir Natur- nd Heilkunde. Naturw Abteil ung Am Miliwoch abend .. Uhr iinbei im großen .Höriaalc der Universität eine wissen schaiiliche Sitznug statt Piioatdozcnt Tr Meder iorichl über ..Menschliche Werkzeuge der älteren Steinzeit und ihre geologstche Bkdeumni". Es bandelt sich um die Porjsthrung einer Samm­lung, tie bei Universität geschenkt worden ist lind den Hanscriche» Gialungen ,n Südirankreich entstamm!. Ta liniere Hochicknile übcr ein größeres derartige» Material »och nicht verfügt dal, ist der Bortrag für einen weiteren Hörerkrci» berechnet.

** Zum Schutze des Deutschtums im A » ? l a n d e. Mau schreib! uns zu dem im Inseratenteil der heutigen Nummer veröffentlichten Ausruf: Das Fest des beuischen Abend» ist vorbei; soll damit alles verklungen sein? Allzuost fühlen wir Deutschen. Ivo andere -emsig lieben; allznhäuiiq bedecken ioir kleinlich und furchtsam. wo andere bedingungslos ergeben sind: ängstlich halten viele von uns b!e Haich ans die oolle Börse, wo andere hungern und darben, um spenden zu kömien- sür ihr Volk. Schauen wir hinüber zu den Tschechen, zu ben Dolen > Ta gibt der Schüler, der einfachste Beainte, der Arbeiter iawobl, der Arbeiter, da geben bic Großindustriellen, die Großgrundbesitzer, die Banken jawohl, die Banken, nicht nur zu verdeibigen, nein, um zu erobern, und »scht nur kleine Schenkungen. iondern große, nach vielen Tausenden und Hunteritansenben zählende Berinöge» stießen in die Kassen der Matice" jfrr Förderung des slawischen Volkstunis. Eisrigc Frauen

iaiiinieln ohne Unterlaß und der eriindecischk Geist, jenes glühende Wollen, schalst zahllose Gelegenheiten, allüberall des Vaterlandes zu gedenken jede Einladung, jede Eintrittskarte, jeder Brie! lrägi einen völkischen Stempel, dessen Erlös den nationalen Zwecken zu­gute kommt. Und so stehen tatsächlich Unninimen zur Verfügung, um deutsches Gebiet zu cntdcutschcn, um den deutschen Bürger zu knechten, u»; deutsche Sprache und S^te auszuroiten und sogar »m Staminessreunde innerhalb unserer »rndesgrenzcn in LeuNchland selbst einzubürgern und lestzusetzen. Und der Turchichnittsdentiche m Teutlchkand? Ter spricht. Er häli tönende Reden von deutichcr Größe, von dciiischcr Kuitur, von deutscher Leistungsfähigkeit in an- dustrie, Verkehr und Handel, von Deutschlands Zukunst. Er spricht: aber ivenn er jährlich drei Mark iür ein;» völkischen Verein auf- bringen soll, dann ist der eine ichon i» viel zu viel anderen Vereinen, der andere hat einmal in einer auslanbssrcundlichen Zciiuilg ge­lesen, der und der Verein wirke schädlich durch sei» Eintreten iür dos Deuncktum. der Sritie ha! in einer von hunderten Angelegen­heiten abweichende Meinung, der vierte steht der - aste durchaus ireundlich gegenüber, hält aber seine naiionalen Pflichten für reich­lich eriiUlk, weil er in seiiicc Fugend einmal einer naiionalen Per bindung anqehöri hat und der noch manchmal zahlt usw. usw. Alke sprechen, und die Tschechen. Polen. Romaueu usw. handeln. Im Bericht der sozialdemokratischen Kewerk'chast von lstll findet iich ein Posten von 69007 Mk. Kosten für Pflegeinternationaler Be­ziehungen" und ein weiierer Posten von 547 504 Mk. iürStreiks in anderen Berufen und im Ausland". TaS bringen deutsche Ar­beiter aus - für Ausländische, leider nicht sür Deutsche. Und das ganze übrige Teutichland stellt den Ausländsdeutschen, wie Frhr. v. Bietinahoss-Scheck in der diesjährige» alldeutschen Reichs- gründungsieier mitteilte, alljährlich alles in allem 750 000 Mk. zur Bcrstjgung. Soll das so bleiben? Müssen wirklich erst noch r e i ch sdeursche Grenzmarken verloren geben, bi? sich die weiter wegwohnendcu Deutschen aus ihr Volkstum besinnen? Möge der Ruf der vier völkischen Vereine Gießens (siche Anzeigenteil) nicht ^iikhehört oerhailen!

l\**_Ji( istroßh Zentrale für Mutterschutz und Säuglingsfür sorge schreibt uns: Je heißer der Sommer, desto stärker ist in der Regel die Sommer- sterblichkeit der Säuglinge. In dem heißen Jahr 1911, das uns den guten Wein gebracht hat, starben im Tcntichcn Reich Tausende von Sciitglingen mehr als z. B ,m Fahre 1900. N u r Hessen machte von denjenigen Landschaften, die eine ähnliche Sänglingssterblichkeit hatten, eine Ausnahme. Tie Ursache ist leicht zu sinden lieber 50 Aerztc haben an den Keratungs stellen in rastloser Arbeit die Frauen beraten. Die braunen Schwestern der Zentrale haben zirka IM 000 Hausbesuche gemacht. Wanderkurse, Bor- träge und Drucksachen haben Taufende von Müttern belehrt. In der Provinz Rheinland, in der Pfalz und in Mecklen­burg-Schwerin starben im Jahr 1909 von 10000 Säuglingen zirka 1500, ebenso in der Provinz Starkendurg. Fm heißen Fahr 1911 starben in Starkendurg von 1000(1 Säuglingen aber nur zirka 1450 jalfo 14,5 Prozent), in den anderen genannten Landesteilen dagegen 1870, 1710, 1980 Säug­linge auf 10000 (steborene. Jur ganzen Großherzogtum ist die Säuglingssterblichkeit im Jahr 1911 auf 12,5, im Jahr 1912 auf 10 Prozent, in der Stadt Darmstadt sogar auf 7,8 Prozent zuriickgegangen.

** Zweiter Hessischer Fuaendtag. Am Mittwoch, den 4. März, veranstaltet der Hessische LoiidrsveivMnb Fungdeicksch- land in Friedbcrg im Saale des Hotel Travv in Bcrbinüeing mit der Jahresversammlung seinen zweiten Hessischen Jugendtpo. Bon wichtigen Fragen sollen dchavbelt werden: Dir Fuge«»». Wanderungen Reierent Professor Kisjinqer), Die Bedeu­tung des Turnunterrichts in der Fortbildungs­schule (Lehrer Saum: und die Rechtsberat nng der jugendlichen Mitglieder der Fungdeut schlau d- »e r e i n c (Bürgermeister R » el l e r>. Die Berhandkungen sangen um 10 Uhr an.

** T i e Loge dassia des Internationalen G»t- templerordens (I. O.G. T.) hielt am Samstag abend i» der Herberge zur Heimat einen gut besuchten Tceabend ab. Im Mrckek- vunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag über Gustav von Bunge, den hochverdienten Vorkämpfer der Abstinenj.-Bewogilng, der vor kurzem seinen 70. tzleburistag sciertc. Unter musikalischen und rezitaiorsschen Darbietungen verlies der Abend in anregender Weise.

** Mit telrhcini scher Fabrikanten-Berein. In der unter deni Bon'itzc des Professors Dr. Beck-Biebrich abgc- haltenen Mitgliederversammlung berichtete der Bereinssekretär, Syndikus M c e m n u n, über verichiedenc Vorgänge der letzten Zeit. In einer Ausschiißsitzung des .Handelstagrs am I I. d. M der der Berichterstatter als Vertreter des Vereins beitvohnte. wurde die Frage derP i S » o u n g des Lohnes" dahingehend er­ledigt. daß die Höhe des nnpiändbaren Einkommens von dem Familienstande abhängig gemacht und daß ein bestimnitcr Teil de? Mehr einkommens auf ieden Fall dein Zugriffe entzogen wird, dagegen aber auch Vei-träge, die weitergebend die Rechie der Gläu­biger beschränket-, gl? univirklam erklärt werden. Die unterste Grenze des nnmändbarcn Einkommens soll ans 1200 Mark iest» aeictzt ivcrd.'n ,n »0 bei Borhandensciii einer Unterstützungsvilicht iür jeden Familienangehörigen um 100 Mark bis zum Höchft- betrag von >800 Mark steigen. Ter Mehrbetrag toll nur zu gepfändet werden können. Ferner berichtete der Pereinsfekretär über die beabsichtigte Gründung .einerGesellschaft für Weltwirtschaft", die eine Zentrale und einheitliche Stelle sür alle Erroriintercsscn der dent-chen Industrie bildeu soll. Sodann hielt Professor Franz- Eßarlottenbnrg einen Vortrag überJnüuftriebautc n".

** T i e bisherige schwarze Verbindung Ehat- t i a hat sich am vorigen Samstag in eine Landsmannschaft umgewandclt und ist in den K o b u r a c r L -E. ausgenommen wor­den. Die Ebaiiia ist 1882 als Berbinhnng^Blümchen gegründet und meldete sich im Fohr 1508 offiziell beim Senat als Verbin­dung an. 1902 nahm tie den Rainen Ehatlia an Seit ihrer Grün­dung vertrat die Ehatria da» Prinziv derubedingten Saiissaktion und ihre Mitglikder lochten ai.-! d-e Waffen der biengen .(korvs. Burschenschasten und der Landsmannichaik Titrmstadtia Mit dieicr verbanden sic schon non ihren ersten Ansängen an enge Beziehungen. Im Sommer-Seniester 1910 wurden eigne Waffen angelegt und ein PaukverhältnlS mit der DarnNtadtia abgeschlossen. Dadurch machte» >>ch allmählich Bestrebungen geltend, in nähere Bezieh­ungen mm 9»bi!nur L E. >» iretkn, die am Samstag zum Ein tritt in den L.-E. iührten. Tas Burichenband der Landsnianm'chail Ebaltia reich dem iands.nanniäiaffllchen Ebarakter der Ehatlia el- iprechend die ichon bisher geiübrien henischen Farben Rol Weiß Rot, das Fuchsenband Weiß-Rot Weiß. Die vom Senat der Lu- donieiana bereits genehmigte hellrote Mütze ist in dem bis jetzt hier noch nicht vertretenen alten studentöchen Format gehalten.

" Tic Erhöhung der K arte ffcfp reife hängt, wie uns ans landwirtschaftlichen Kreisen niitgeteilt ivird, 'nit große» Auskäufen zufamnlrn, die seit kurzem vom Aus land, besonders Frankreich, vvrgcnvninicn werden. Auch dcr mochcnlange Frost bet in ziemlichem Matze preissteigernd ge wirkt. Im übrigen veriügen viele Landiolrte noch über be­deutende Vorräte, die sie im letzte» Herbst nicht abzusetzen i» der Lage waren

" Tas Eis der Lahn ist jetzt völlig verschwun­den und in stillem Eisgang abgetrieben. Der Wasserstanü ist dabei nur gering gestiegen.

** ^8 ber Eisbahn hatte sich, am Sonntag nachmittag eine große Menschenmenge cingestinden, um den scheoierigen Hebun­gen eines einsamen Kunstläufers brizunwhncn. Trotzdem ein Teil der Bahn bereits unter Wasser stet», war der nach der Wiescck zu gelegene Teil der Eisbahn nocki zum Lausen geeignet. Der kühne Läuser scheute auch ein ieiiweiies Versinken im seuchtklcbcigcn Wicscngrund nicht, i

** Ein vorzeitiger Frühlingsbote. Am ^Montag nachmittag sing ein zschnter in der Gärtnerei Weber am Lchlsirn- berge ei» portreist ich entwickeltes Exemplar eines Tagpfauen­auges.

** D i e erste Fahrt durch den T i st c l r a s c n t u n n c I. Deutschlands zweilläiigftcr Eisenvahntunnel, der Tistclmsentunnel, ist nach nahezu sechsiähriger Bauzeit soweit vollendet, daß er am Montag mittag zum ersten,nal in seiner ganzen Länge dnrchsahren werden konnte. Zu dem bedentuiigspollen Akte, der einen Mark­stein in der Entivicklung des Verkehrs zwischen Berlin und Süd- deutschland darstcllt, hatten sich auf Einladung der Franksurter Eiicnbahndirektwn die Vertreter der zuständigen Behörden, die Landräte der angrenzenden Kreise und etwa 60 Elienbahnbcamir au? dem Tirektionsbczirk cingeiunden. Die Herren begaben sich vom Schlüchtern er Bahnhof »» einem Sonderzug au den tüdlichcn Tiiiinelausgang. Hier bestiegen sie die von der aus führenden Firma Grün nnd Bilziiigcr (Mnnnbeim, bercitgeftcllten Arbcuewogen und fuhren aui diesen durch den Tunnel bis an deck Nordausgang und wieder zurück. Ein Fetiuiahl. an den, etwa 90 Personen tcllnahmcn, schloß inrDeutsche» Kaiser" zu Schlüchtern den Tunnel durchstich Tie weitere» Arbeiten wcr» dcu derart beschleuuigt. daß die Eröffnung des Tunnels sür den allgemeinen Verkehr mit de», Beginn des Sommcrsahr- plan? am l. Mai 1914 erfolgen kann.

* Kleine Mitteilungen. Fn Worms brach gestern abend in der Kaserne des Filsantcric-Regiments Nr. 118 Feuer aus. Der Tachßuht, i» den, die 4 Kompagnie unter gcbrachr ist, ivurdc cingeäschert. Nach Unterschlagung von 2000 Mark ging in Qberursei der Reisende einer Maschineniabrik ins Weite. Am Sonntag stellte er sich der Polizei, nachdem er das Geld verausgabt hatte, ireiwillig. Der vor einiger Zeit ani Traisbrunneu in Bingen vvrgekomrnene rätielbaite Raub überfall einer jungen Dame bat nunmehr seine Erklärimq ge iunden. Der sofort nach der Tat dringend verdächtigte >md vcr hastete Gelegenheitsarbeiter Matthias Frei aus Büdesbeim hal nach ansäuglichem Leugnen bei icinem letzten Verhör die Tat ein gestanden. Für den Erweiterungsbau der Lehrerbeimr am Alte burgskdvt in Schotten sind jetzt nahezu 2000 Mark gesammelt worden. In M n m l > Ii g - Gr u m b a ch ist die Schneidmühle des Müllers Lutz aui Samstag aus unkekenntcr Uriachc nieder gebrannt. Tie Ermittelungen jiiid noch im Gange. Fn einem Restaurant i» Mark» u r g wurde gestern eingebrochen. Ten Tieden iielen Goldmünzen, darunter solche mit dem Bildnis Kaiser Friedrich» im Werte von 300 Mk. in die Hände

Landkreis Gießen.

<;) 2e i lipestc rn, 16. Jebr. In dcr Llächi ans Montag wurde in der Wohnung des Landwirts Wilhelm Jung ein Einbruch versucht. Die Diebe, die ihren Weg durch Gärten geiiomineii und dabei eine zur Hosreite führende Mauer überfliegen hatten, legte» von einem unter der Durch­fahrt stehenden Wagen eine Diele noch dem zur Wohnstube führende» Fenster. Diese kam jedoch best» 'Betreten in? Nutschen und weckte die Hausbewohner durch den lanten Auf­schlag an? dem Schlaf. Als die Einbrecher sich bemerkt sahen, verschwanden sie. Einige ihnen nachgesandte Schüsse verfehlten ihr Ziel.

Lich, 16. Febr. Bei der heutigen Walst eines Mit­gliedes zum Kreistage für den Wahldezirt Lickt wurde Bürgrrineistcr Törin er-Lick, mit sämtlichen Stinrmen außer zwei unbeschriebenen Wablzetteln zun, Kreistagsinit- glicd gewählt.

(i)S t e i n h e i ni bei Hungen, 16. Febr. Wie wir gestern berichteten, hat der 60jährige P s e i f f e r ani Sonntag einen 2el d st m o r d vc rs n ch geniacht, indcin er sich mit einen, Rasirrmesser die Kehle dnrchschnitt. Bor einigen Wochen batte er sich ausgehängi, wurde aber von seiner Frau recht­zeitig abgcschiiitten und dadurch dem Tode entrissen. Dies inal mürbe er ober ebenfalls wieder an dem Selbstniocd ge hindert. Der herbeigerusene Arzt konnte die Wunden >oie- ber zunähen, und der Greis tchrd auch diesmal loieder mit dem Leben davonkommen. Bemerkenswert ist, daß der Be­dauernswerte, der ojfenbar im Anfall von Geistesstörnng handelte, vor einigen Jahren mit einer Art am Kopf schwer­verletzt wurde.

Kreis Fricdberg^

ke. Fried berg, 16. Febr. Eine große, liier »ntce dein Porliß des Lekonomen B e > t h - Nieber-Wöllstndt obaehaliene P«>» lavimlmig von Landwirten nahm Stellung zur Ortskraukeu- kasseuwabl und besctstoß, mit alle» Nröiie» i» die dlgstnrio»

sür die Wahl ;»,» Ausschuß der Ortskruukeakafse Friedberg eiu- znk'eieu, um zu erreichen, daß die mit den andere» Berinsliäudeu aemeittjaui auigeslklüe Liste zinn Lieg geläbrt werde. Landwirt Hen k el-Dortelineil gab seine,» Bedauern darüber ;>i, ,Struck, daß eS nicht zur Errichlung einer Landkrauleutasse r den Kreis Fried- berq gekoiumen iei, sondern zu einer Oitstrmckentnße, und machte dem KretSamt Friedberg den Porivnrt der vclliicu "eriaa>,ng in dieser Frage. Tie Verjainnilnua schloß üch dwi« , Aiislübrnuge» an. Wecker wurde in einer ae-aßleu E u t s ch l > e ß n » g sich dahi» ausaesorochcu, daß die laud,viril basstiche» r:rb»,ie> ihren gesehlicheu dlnteil au den Kaheubestrüge» jclbst zu zahlen hauen.

Starkendurg nnd Rhein Hessen.

IN. Essend ach a. M 17. Febr. ?luf einer Wiese am tzAainuser oberhalb des Stadtteils Bürgel ivurde eine Frauenleiche entdeckt, die bei dem»ftarten Eisgang vor einigen Wochen offenbar an das lifer getrieben iviirde. Die Leiche, deren rechter Arm durch das Eis ab gedrückt war, hat allem Anschein nach schon mehrere Wochen im Wasser ge­legen. Es handelt sich um eine dem Arbeiterskand angehö- rende Frau

Hessen-Nassau.

sl Marburg, 16. Febr. Zu dem L e i ch e n s >, d c städtischen Klärbecken ivird niitgeteilt, daß alle Teile der zerfchnillene» Kindesleiche gesunden sind. Das- lind, weib­lichen Geschlechts, hat zweifellos gelebt. Tie Leiche ist in sieben Teile zerschnitten. Tie Srnitlieliinge» nach der Mutter des Kindes haben biS jetzt noch zu keinem Ergebnis gesührt.

X H an a u, 16. Febr. Gegen den 27 Jahre allen RegicrungS- supeinumcrar Karl Schneider aus Wetter bei Marburg hat die Staatsanwaltjchait in Hanau eilte« Steckbrief erlassen ivegen Verbrechens gegen die Paragraphen 350, 351 und 73 des St. G. B. lln!erichla,rung austlicher Gelder, Fälschung - von Eintragungen usw.), das er in Hanau begangen haben soll.

Serichtrsaal.

n». Darmstadt. 16. Fe: r. Eine e i g e n t ü m I l a> e G o ll e sl ä ste r » n g soll der Ll»,, nudler Jakob Nlreß II. aus Leligenilebt am ersten Weihnachtsseiertage voriaeu Jahres be­gangen baden. Bla,, jaß beim Aepselwei,, und fritifierte die ver- lchiebeue» Getränke. Greß bemerkte dabei, El,,-,'ins wäre sicher auck, bcstrast worden, ioemi damals schon tie jetzige» Gesetze be- (iandeu bäiten. Tas hatte der i» der Nähe sitzende Schlosser- meiller Haas gebärt und veranlaßte die Anzeige. Ter An- getlaaie steht deSbalb lieute vor der Liralka,inner und be- liaur'lel, daß rr ernstlich »ich, a» e,ne Bcschimpimia

und Gotteslästerung gedacht bade. Tie döorlc icie» ihm in leiuer Erregung olue besonde>c>i Gedanken heraus-

-.e abre». Ter Staaisamvest sieht eine grobe Gotteslästerung i» der Aenßernng und beantr igt z»vei Alonate GeianquiS, während der ölerichtsho» die Sache nlckit ganz l« scharf anssaßt und Ihn j» einem Monat Gelänanis vernrieilt.

Berlin, 16. Febr Heute fand vor dem Landgericht dir Ver­handlung NI der Klageiache dr'r G e w e r k s cha ! t l I ch - g e n o s» , e n i chai tl, ch e n Versicherung A.-G iür Volksfür- sorge in Hamburg, gegen die Deutsche V o l k» v e r si che - r n n g A.-G. in B e r l i n statt. Als Vertreter der- Klägerin ist der

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