«rbMV »o» :> Pfg, b) eme Steigeruttgsigebüür von ü Pfg für je 100 S». ober ®rifc- Aonni Das Reichspostamt fyxt heim Bunt»esrat eine dieSdezüMche Ergänzung der Post- vrdniuig beantocugt Ter Bundcsvat wird sich mit diiesein Anträge demnächst befassen.
9ttt(!dK« 8<id.
Eine Reise des Kronprinzen »ach Afrika? Zar Austlarung der Ivideriprcchenden Gerüchte über die Asrikareise des kronvriiirOchen Paares ist mttzuteilen, dost zwar Erweqnn- gev. Ick'webc», im Lause des Sommers eine Informationsreise um Arrita ,am Betuche aller deutsche» Kolonien auSzusühre», da» jedoch eine endgültige Entscheidung bis jetzt noch nicht gefallen ist.
Tie Ottmarken zulag e. Tie nationalliberale Fraktion des Reichstags hat zum Postvoranschlag die Wiederherstellung der vom Bubgctausichuß abgclehnten Ostmarkcnzulagen beantragt.
T c r s r ü h e r e G o u v e r n c u r v o n T e u t j ch o st a s r i k a, Freiherr von Reche » bcrg, ist aus dem einstweiligen in den dauernden Ruhestand nbergetrcien Mid aus diesem Anlas unter Verleihung des Charakters als Wirkt. Geheimer Rat mit deui Prädikat Exzellenz ausgezeichnet worden.
Unter den Kandidaten sür den Statthaltcr- v o st e II wurden aus elsättischen varlamentarischen Kreisen in den letzten Tagen der srühcrc Kolonialftaatssekretär F ü r st E r n st z u H o l> c n l o h e» L o n g e u b u r g genannt, der Sohn eines der beiden früheren Staiidalter. Wie die „Reue politische Kvrresvon- denz" «nährt, beruht diese Meldung ans Kombinationen, die der Begründung entbehren.
Stellenwechsel in Elsaß-Lothringen. Ter Kaiser har den Tirektor im preußischen Justizministerium, Wirk!. Geh. Oberjuftizrat Tr. strrenken, zum Unterstaatssekretär im Mini- iirrtum für Cllaß Lothringen ernannt. Diesem wird die Abteilung istc Justiz und Kultus übertragen tverden. Ferner ist dem Ministerialdirektor im Ministerium für Elsaß Lothringen v. Traut die »achqeiuchte Tienstentlassung unter Verleihung des Sterns zum Königlichen Kroncnordcn 2. Klasse bewilligt worden. Zum Ministerialdirektor ist an seine Stelle Ministerialrat C r o n a u gekommen.
Eine Vorlage, die 18 Millionen neuer Mittel iür den R he i n-W eicr - K a n al anfordcru wird, wird dem vreußischen Landtage in den nächsten Wochen zugehen. Ticie Nach- iordcrung ist notwendig geworden, da die Grundcrwerbskosteu, die bisher bewilligt sind, nicht ausretcken, weil in manchen Gebieten, die der Kanal durchqueren wird, die Grundstücksvreisc recht doch Und und in zahlreichen Fällen Klageverfahren cingclcitet werden mußten.
Dem Reichstag ist eine kurze Anfrage der Abgeoidueten Bassermann und v. Richthoscn folgenden Inhalts z»! gegangen: „Zeitungsnachrichten zufolge hob die amerikanische R- gierung das bisher bcstehensc Verbot der Waffeneinfuhr nach der Republik Mexiko aus. Cs dürste zu befürchten sei», daß dadurch die Revolution des gegen den auch deutscherseits anerkannten geqenwärtigeu Präsidenten der mexikanischen Republik bedeutend gestärkt und die Wiederherstellung der Ruhe entsvrechcnd erschwert wird. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage. Auskunft darüber zu geben, ob der Regierung mit Rücksicht aus die durch die andauernden Unruhen in Mexiko schwer geschädigten deutschen Interessen Mitteilung«! über diese Maßregel seitens der aincri- kanischcii Regierung gemacht wurden?"
Immer noch Rach klänge aus Za der». Wie die „Straßburger Neuesten Rachrichten" aus Zaber» melden, weilten dort höhere Ojjiziche, che sich u. ch mit der Aiigelegeuhcit der im Panburenkeller Inhaftierten befaßten, *• deren Schadenersatzklagen demnächst vor dem Zivilgericht zur Verhandlung ftmtmcrt sollen. Den Inhaftierten wurde ein Ver- glcichsvor schlag gemacht, je 50 Mark angeboten und außerdem iotleu die bisher entstandenen Kosten von militärischer Seite gedlkt werden. Cs ist noch nicht besttmiiit, ob die'Kläger den Bor- ichlag aniiehnicn, da manche daraus beharren, die Vorfälle vor dem Iivilqcricht dargesteltt zu sehen.
Zur S ch a s s u n g von Nein und mittelbäucr- lichcu Betrieben beantragt die irationalliberale Fraktion des ?lbgeordnelenhauses ein besonderes Gesetz. In diesem Gesetze soll der Staatsrcgierung ein Fonds von 100 Millionen Mark zur Ver- iügung gestellt werden. lim Staatsdarlehen zuni Erwerbe und zur Einrichtung von klein- und nrittclbäuerlichen Betrieben in Landkreisen zu gewähren. Das Siaatsdarleben beträgt bei einem Stellen- tvert bis zu 10 000 Mark >/,, dieses Stellenwertes. Ucbersteigt der Stellenwert 10000 Mk., so betrögt das Staatsdartehen c /, n des überichießenden Betrages. Ter Antragsteller muß zur selbständigen Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes geeignet und tut Besitze eines ausreichenden Barvermögens sein. Tic Stelle muß so beschatten sein, daß sie die Grundlage einer selbständigen wirtschaftlichen Existenz bildet, auch muß ein dauernder landwirtschaitlichcr Betrieb gesichert sein. Tie Anträge sind an einen zu bildenden Kreisauslchuß zu richten, dem der Landrot u»d 4 Mitglieder, darunter drei Bauern, angebören. Das Staatsdarlchen wird aus die Stelle emgelragen und sür die ersten 10 000 Mk. des Stellenwerts mit 3 Proz., darüber hinaus mit J'/z Proz. verzinst. Nach Ablauf von drei Jahren ist jährlich I Proz. des Tarlcbens abzutragen. Im atiaemeiucn ist das Darlehen, von einzelndu Fällen abgesehen, unkündbar.
Die Reichstagsabgeordneten Brüh» und Werner, H e r sfcl d, haben sich, wie man uns mitteilt, gestern der W ü r t t b. B c r e i n i g u u g d e s R e i ch S t a g s angeschloften. Eine Verschmelzung der Reformer und Deutsch- sozialen steht demnächst zu erwarten.
Im Befinden des Reichstagsabgeordneten Hebet ist eine leichte Besscrung ciiigetrcte». An, Ort des Ilngliicks» >alls sand eine Lotolbesichtigun» statt. ?lls neues Moment ergab sich, daß die Verunglückten ebenfalls teilweise schulüig waren, indem iie im letzten Moment, anstatt ruhig stehen zu bleiben, rurüctiveaiigen und dadurch unter die Räder des Autos gerieten.
Ausland.
Ern endgültiges Einvernehmen über die ost- auatolischcii Reformen ist, wie aus Konstantinovel gemeldet wird, dadurch zustande gekommen, daß der russische Geschält« träger der Pforte mitteilte, die russische Regierung stimme in den Giundsätzen mit der Pforte vollständig überein. Tie Pnntch benachrichtstttc die Botschaster, daß sie sich au die Mächte mit dckn Ersuchen loendcu iverde, ihr eine Kandidatenliste sür die Posten der beiden Generalinspektoren vorzulcqen. Tie Kandidaten seien aus neutralen Staaten zu nehmen, üiach Emvsang der Lifte, aus welcher die Pforte die Auswahl treffen iverde, werde die Pforte den GroßmäctNen offiziell das ganze Resormprogramm miticilcn und wahrichetnticki glcichzcittg die Entcnnung der Gcne- ralinivcktorcn zur Kenntnis bvingen.
P a > ch i t s ch „ n d PcniscloS in Bukarest. Tas rumänische ainiliche Blatt „Vietorul" schreibt: Ter serbische Ministerpräsident P a s ch i t s ch und der griechische Ministerpräsident V c - n i s e l o S kommen, um unseren rubmgekrünte» Herrscher, unter dessen Autvizien der Balkanfriede geschlossen Ivurde, zu begrüßen. Rumänien wurde durch die militärische Aktion des letzten Sommers ein entschcideicher Faktor und Bukarest ein politisches Zentrum von großer Bedeutung. Tie Rcgierungschcis der durch edle Mitarbeit mit Rumänien verknüpften Länder kommcii auch, MN Fühlung zu nehmeil mit der neuen Regierung des Landes, weiches die Fest.gung des Krättegleichgennchks auf dem Balkan leitete.
Aus Albanien. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Addis Abeba: Ter Regent Lids ch Jeass n empfing an seinem 18. Geburtslage die fremden Tiplomateu und Notabeln seines Reiches und gab ein großes Festmahl. Die Pro kla- m a t i o n z u m Kaiser ist noch nicht erfolgt. Ter deutsche Gesandte von Syburg erhielt hei der Geburtstagsfeier eine hohe Ordensauszeichnung.
A»«r und La«».
Eießeu, 10. Februar 1914.
** Tageskale »der sür Tieustag, Ist. Febr, Stadttheater: .Eg,i> an t". Anianq 714 Uhr.
Kriegerverein: Wonalsversannnlimg im VcreinSlokal „Znni Löwen", Neuenweg. Ansang 9 Uhr.
** P ri n z He in r i ch der Niederlande stattete gestern nachmittag 0 Uhr am Großperzoglichen Hose einen «such ab und folgte einer Einladung mehrerer Herren zui» Diner ini Hotel zur Traube. Er reiste abends uni II Uhr ab.
“ Die hessische LandeSversicheruiigSanstalt hat »ach amtlicher Meldung bis Ende Januar 1914 an 193 Personen die He ilv c rsa h ru u g sko sten übernommen. Bon den Heilbedürftigen sind etwa 30 in verschiedenen Kliniken und Krankenhäusern, 50 in der Heilstätte in Winterkasten, 67 in Sandbach, 29 i» der Göitmannschen Anstalt in Reichelsheim i. O„ 10 in Burgmald bei Riedcr-Ramstadt, 6 in Bad- Nauhcini und I in Bad Orb untergebracht. Im ganzen waren im Januar 345 Anträge cingegangcn, von denen 249 bewilligt ivurden.
" Preisabschlag im Schiveincsleisch. Die Gießener Schwcinemetzger haben von Miitivoch ab folgenden Preisabschlag vereinbart: Schioeinestcisch (Bratenstückc mit Zugabe) 90 Pfg. da? Psiuid (bisher 96 Pfg.), Bauchlappen mit Zugabe 75 Pfg. zbiShcr 80 Pfg.), Solpersteisch 96 Pfg. <1 Mk,), Dürrfleisch und Speck 1 Mk. (1.20 und 1,10 Mk.). irische Leber- und Blutwurst 70 Psg. (80 Psg.), geräucherte Leber- und Blutwtirst 80 Psg. (90 Psg.).
" Ter ehemalige Stadtverordnete Rentner H. E. Jughardt, der vor einigen Monaten sein Mandat zur Ctadtverordneten-Vcrsaninilimg niederlegte, hat jetzt nach 30jährigrr Tätigkeit als Mitglied des SteuerveranlagungS- LiuSschiisseS dieses Ehrenamt ebenfalls niedergelcgt. Man niiiß anertcnncn, daß Jughardt allezeit die ihin übertragenen Ehrenämter streng geivtstenhaft und uneigennützig vcr- ivaltet hat.
** Aus sechzchn Mekcr Höhe a bg c st ü r z t. Der 25 Jahre alte Karl Georg Richter aus G a b l c n z i, S„ seit zwei Jahren in Grünbcrg als Dachdecker in Stellung, war seil Llnsang Januar ds. Js. mit deni Ausastcu von älteren Eichbäumen im Grünbcrger Stadtwalde beichäfligt. Bei dieser Tätigkeit die er nnch am Montag vormittag ausübtc. brach ein Ast, an welchen sich Richter angeseilt hakte, sodaß er aus 16 Meter Höhe abstürzte. Dabei brachRickterbeide Beine und verletzte sich schwer am Kopse. Der Verletzte, der sonderbarerweise seine gefährliche Bcschäs- tigung ganz allein ausübtc, batte noch die Kraft, einige lausend Meter weit auf de» Hände» aus dem Walde und übers Feld zu kriechen, bis er von Leuten bemerkt wurde, die eine» Wagen holten und ihn znin Arzte nach Grünberg brachten. Dort wurde seine sofortige Ilebersührung in die Klinik nach Gieße n angeordnet. Hätte noch die strenge Kälte geherrscht, wie vor zlvei Wochen, so wäre der Verunglückte sicher erfroren, da dann kaum jemand aus dem Felde gewesen wäre, der seine Hilferufe vernehmen konnte. Der durch Blutver-- lust und große Schmerzen erschöpste Mann hatte etwa 4 Stunden gebraucht, um aus seinen Llrinen von der Uusallstelle durch den Wald und über schneebedecktes Feld zu kriechen, bis seine Hilferiisc gehört wurden. Dies sollte eine Warnung sein, eine derartig gefährliche Bcschästigung niemals allein auszuüben.
r * Ter Streit um öie Geliebte. Ei» junger G ä r t n c r aus Gießen besuchte am Sonntag in F r a n f- surt seine Geliebte: er fand jedoetz seinen Platz bereits durch einen anderen Liebhaber besetzt. Es kam zum Streit, in dessen Dcrlanf dem Gärtner durch einen Revolver s ch n ß eine schwere A r m v c r l e tz n n g zuge- fügt wurde.
** Zu de», Anschlag auf den Zug Gießen-- Ge l ii ha ii s e u ivird uns noch gemeldet: Gestern tveilte Gendarmerietvachtmeister Rees mit seinem Polizeihund in Trais Horloff, doch hatten die angestelltcn Ermittelungen keinen Erfolg. Heute leitete die Grvßh. Staatsanwaltschaft Gießen die näheren Ilutcrsiichungcn au Ort und Stelle ein. Lluch „ahm das Amtsgericht Hungen einen Tatbestand auf. Von dem Täter fehlt bis jetzt noch jede Spur. Ebenso ist noch nicht festgcstcllt, ob cs sich um die Tat eines Betrunkenen oder um einen Racheakt handelt.
** Glücklich verhüteter Unfall. Wie man »ns berichtet, lief dieser Tage an der Ecke der Blockstraße und des Seltersweges das 3jährige T ö ch t e r ch e n des Gastwirtes Hermann Löber iin Seltcrswcg über die Schienen der elektrischen Straßenbahn. Im selben Augenblick kam ein Wagen der Straßenbahn herangcsanst und das Kind wäre sicher überiahrcn worden, wenn nicht der hiesige .Hausiercp M. W a l l d o r s mit eigener Lebensgefahr das Kind vor dem sicheren Tode rettete.
S t a d t t h c a t c r. Da sich für die beiden Vorsteltuii- gcn des nächsten Sonntags, uachmitiags letzte Ausführung von „Filmzauber", abends „Alt-Heidelberg", außerordentlich lebhaftes Interesse zeigt, tverden Interessenten gut tu», sich Plätze durch Vorbestellung z» sichern.
** Evangelischer Bund und Akademischer W a r tb iirgb n nb. Letzten Sonntag veranstalteten die Ortsgruppen ttzicßen des Evangcl. Bundes und des Akadenii- schen Wartburgbnndes gemeinsam einen Vortragsabend, bei dem Privatdozent Liz. Mnlert-Berlin über das Thema sprach: „Wie sich das Urteil über Luther im Lause der Zeiten gewandelt hat." Der Vortragende zeikhiiele in verständlirher Weise den Gang der Lutherjorschung. Tie Luthersorschunq war lange Zeit reckt ciuscttig betrieben worden, erst der Neuzeit tvar eS Vorbehalten, objektiver zu urteilen. Tie Zeitgenossen sah«t Lnthcn: im bibliscken Lichte Den Katholiken war er der Antichrist, der durch sein Zerbrechen der einen Kirche das Ende der Welt heraufführc. Tie lutherische Orthodoxie sah in ichn den groftrii Propheten und Lehrer, d«l Gott semcr Chrtsteuheii geschcntl hatte. Luälier stand turmhoch über seinen einseitig und eng dogmatisch gerichteten Nachkommen, die ihn nur allzu gerne im Munde iiihrtcn, wo es galt, Zwinglianer oder Lutheraner zu widerlegen. Ein wesentlicher Fortschritt zu einer besseren Erkenntnis der Persönlichkeit Luthers bietet der Ptc tismn« Tie Gnade Gottes und das llnver- invg«i des Menschen, Gutes zu lvirken, unterstrich er als Luthers Reforinationsprogramm. Der Rationalismus betonte in Luther den Wegbereiter neuerer Kultur. Und doch sollte erst der Einfluß der modern en Philosophie und Geschichtsschreibung lehren, wahrheitsaelreii zu urteilen. Zwar hat es bis in die neueste Zeit hinein bei i der Beurteilung der Persönlichkeit Luthers nicht an Engig-I feit des Standpunktes gefehlt So erschien dem Organiscllor I des Mecklenburger Krrchcnwefcns Kkiefoth der ftmye Luther'
doch ctivas zu radikal und der Göttinger Lrietchalift (Paul de Lagardc mußte den Reformator aufgebcn auf Grunik» feines Ideals einer e!nlteilllche„ Kirche. Friedrich NicHschc kannte die Arbeit der Bibelübersetzung wohl, abec er schätzte das Herrenleben italienischer Päpste und Prälatci, Höher Die Sozialdemokraten sehen in Luther gerne den, „Fürsteuknecht". Kein Münder, daß auch koiyolische Dorstel, luiigeii Luthers nicht ganz einwandSft« find, so bei Hmrs«,. vor allem bei Deni de und neuerdiirgs bei G-riser. Eme Ge« stall ivie Luther ivird nie ganz gefaßt werde» kännen, keine Partei, auch keine kirchlichi', kann ihn ganz für sich bc- anspriichen. Wir ntüssen Luther mrschauen wie er war und nicht, ivie er uns gefällt.
** ,H e r m a n ii B a k o f - A b c n d. Hermaim Bakof, der frühere Oberregisscur unseres Stadttheaters, der auch deir Tatterich mit so großem Erfolg einstndierl hatte, veranstaltet morgen in Steins Garten einen Unterhaltungs- abend, zu dem eine sehr reichhaltige Vortragssolae ausgestellt ist. Neben den großen Monologen aus Richard III , Hamlet, Walleustein und Teil bringt der beliebte Künstler noch eine ganze Reihe ernsterer und heiterer Stücke, u. a. von Fontane, Arno Holz, W. Busch, Borries v. Münchtzau feu, Moskowski, Reuter, Holm, Lilicncrrm. In Alsfeld und Nidda hat .Herr Bakof kürzlich init großem Erfolg ähnliche Slbendc gegeben.
*" Gicßencr Lehrerverein. Am Samstag abend fand im Elite Melropol die H anvt » er jo ni m lung des Gießen er Lehrervereins statt, welche sehr gut besucht war. Ülochdem her Rcchcnichattsbericht und die IahreSrechnung verlescii waren, schritt niän zur Wahl des ersten Borsitzendeu. Als solcher wurde ein» stimmig — nur zwei Zettel waren unbeschrieben — Lehrer Al - bach gewählt. Herrn Albach, der als lüchtiger Lehrer bekannt ist, wird volles Vertrauen cntqegcngebracht. Danach steht zu erivarten, daß sich der Gicßener Lchrervercin unter seiner Leitung auch sür die Folgc^ii als Glied des yestischrn Landes-Lchrerori eins ebenbürtig an die Seite seiner Briidervereine stellen kan».
** fiifii ,schcr Landcsvcrc in vom Roten Kreuz. Man schreibt uns: Die Verstärkung der Wehrinacht ch den letzten Jahren macht es den Organisation«, der freiwllligen Krankcnpftege zur ernstesten Pflicht, auch ihrerseits Vorsorge z» treffen, daß sic uugciäiinit ihre versouelleii und materiellen Mittel cchiprechend ausgestalte Tie freiwillige Kraiikenoflege muß jeder zeit bereit sein, ihre wichtigen Ausgabe» im Kriege erfüllen zu können: zn der notwendigen Verstärkung bcdcrri sie aber aus reichender ?)! i t t e i. Um diese jit ertcnigen, ist von den Landes vereinen von. Roten Kreuz beichlossm, >m Jahre 1914 in Bei bindung mit den Landcsfrauen-Verecheu vom Roten Kreuz cinc S a m in l u ii g zu veranstalteii. um die nickt auszuschiebenden Maßnahmen iür die Verstärkung und Sicherstellung der frei Ivilligcii Kiankenvt'legc bewirkeil zu können. Die Sammlung soll im Mai ds. Js. beginnen und je »ach den örtlichen AerhÄttnssen im Lause des Jahres durchgeführt werde».
** Sie Hessische Eisenbahn-Aktiengesell- schaft, welche bekanntlich außer den, Betrieb der Darmstädter Straßen- und Vorortbahnen, die Elektrizitätswerke der Stadt Tarinstadt übernommen hat und den Ausbau des elektrischen StraßeubahnnetzcS fiir eigene Rechnung oder in lpcmeinjchast mit anderen Gescllschafteu beabsichtigt, Hai eine von der Stadt Tarmstadt garantierte neue Anleihe von fünf Million en Mark ausgeschrieben, die frühestens am 31. März 1922 getilgt werden üniii. Sie tvird zu 4 Proz. verzinst und ivurde durch die Darmstädter Bmik und die Diskoiibogesellschaft übernomnien.
** H unde i u der Schafhürde. Nachdem erst in der Mitlwochnacht mehrere Hunde ;» einer Schafhürde bei D o rn a s sc ii he i m zahlreiche Smase getötet hatten, sind in der Nacht zum Sonntag abermals unter einer Schafherde schwere Verheerungen angcrichtet »oorden. Diesmal drangen die Hunde in einen Pferch bei B a n c r n h e i m ein und zerrissen nicht weniger als 14 Tiere. Viele andere sind schivcr verletzt. Trotz aller Ausnierkiamkeit gelang es bit-lang nicht, der verwilderten Tiere habhaft zn werden.
** Kleine Mitteilungen. In Bischofsheim bei Pcoin.i wird seit Samstag der 9 Jahre alte Sohn des Lokomotiv lührers Herold verinißt, der nachmittags aut das M a i n c i s ging und ieitdcin nicht mehr gesehen wurde. — In Fricdbevg hielt am Atoll tag abend der Altertumsforscher, Pros. H e l e n k e, im Lehrerseminar einen Vortrag: Geschichte der .Wettcrau. — In So» a. B. ging beim Allsschachten von Löchern für die Leitungsmastcu der Ueberlandzenirale ein Sprengschnß vor zeitig los. Hierbei wurden die Uittcrnchmcr der »Arbeiten, Karl lind Heinrich L ü ck c l, schtver verletzt. Karl Lückcl wurde das Gesicht zerrissen: Heinrich Lückcl erlitt schwere innere Vertctzunge»
— Aus der Nahe unterhalb des Schicßgrabcns zu Kreuznach eiugebrochcn und ertrunkc» ist der 13jähr. Schüler Hermann Hourlc. — Durch die Eisdecke des Weibers zu Idar lNahr) brach ein junges Mädchen ein. Ein llcincs Kind, das von ihr an der Hand geführt Ivurde, zog sie auch ins Wasser Beide konnten gerettet werden. — In Weilbu cg verschied der >m 63. Lebensjahre stehende katbolische Psarrer G o m b er t tnsolge eines Gehirnschlags. Der Verstorbene war nenn Jahve Hausgeistlicher bei den birmherztgen Brüdern in Frankfurt a. M. und ivährcnd dieser Zeit eifriger Mitarbeiter an dem Frankfurter Botksblatt (letzt Volkszettungi und an der Zeitschrift „Katholisch!- Bewegung" — In Groß-Steinlieim Ivurde bei lebhafter Wahlbeteiligung Philipp Franz Volk mit 888 Stimmen j»m Beigeordneten gewählt. — Der Haushaltsvlau von Schwanheim sür 1914 schließt mit einen! Fehlbeträge von 105 724 Mark ab, gegen 86110 Mark im Jahre 1913.
Landkreis Gießen. ' ^
r. Leihgestern, 9. Febr. Die Verpachtung der hiestaen Feld- und W a l d i a g d hatte gegenüber der bisherigen Nn- nahme von 1095 Mk. einen ?1!indercrlös von 215 Mk. gebracht, weshalb der Esemcrnderai den Zuschlag nicht erteilte. Sn der heutigen Versteigerung wurden 1100 Mark er»eli
— Am 10. März findet hier Bürg c rm eiistertva ht statt. Der jetzige Bürgern«istcr Heß, dessen erste Amts- peiiodc damit abgelaufen ist, dürfte diesesmul einstimmig ivicdcrgewählt toerden, zumal er sich in jeder Beziehung seinem Amte gewachsen gezeigt hat. Sind doch währeich seiner Amtszeit in der Gemeinde verschiedene größere Objekte zur Ausführung gelangt, wie z. B. itc Errichtung einer neuen Kirche und eines Schul bauses, die Erbauung einer Wasserleitung in Berbindima mit der Känolilierung. Ferner wurde in dieser Zeit während einer 7jährigcn Deiner die Fcldbereinigung in hiesiger Gemarkung durchgestthrt.
kl. Lollar, 10. Febr. In dem nahen Staufenberg fand die Verpachtung der Dominialjagd des BczirE Nr. 1, in der Gemarkung Trais an der Lumda gelegen, statt. Höchftbie» tender blieb Fabrikant Julius Na ttmann aus Gießen mit einer jährliche» Parbtsumme von 600 Mk. — Am Sonntag abend sprach im Gasthaus zur Traube RcchtSanwali K a u f m a n u aus Greste n über: Eheliche Gütertreummg. Der Dortvag woi von der Eimoohnersckiast gut besucht.
kl. Lollar, 10. Febr. Hier fand die Versteife rung der Mobilien der in Konkurs geratenen Gewerbebau k statt. Eine stattliche Anzahl von Kauslieb habern von hier und auswärts hatten sich eingcsundcn. Füv alle Gegenstände wurden hohe Preise erzielt.
Kreis Frievberg.
Ewe Lösung der Bilbeler Bürgermeistersrage.
t. Vilbel, 10. Febr. Laut Verfügung Großhcrzogl. RünilleriumS der Justiz ivurde der frühere Blirgermeister Mühlschwein, dem die Acmter als OrtSgcrichtSvorsteher und Standesbeamter belassen waren, auf sein Nachsuchen mit Wirkung voni 1 . März 1914 von genannten Acmtern cnt-


