Einzelbild herunterladen

Radium.

Es ist leider eine weit verbreitete Sitte geworben. dis, ueue »BehundlungemeitzoLen »VN Kranlh.iten, die allgemeines In

terelsk erwecken, vorzeitig. h. kt. ehe iie in der Hand der ärztlichen Fvlicher bestimmte Gestatt angenommen haben und in ihre» Heil­erfolgs, und Oieinhren Ui'sreschend bekannt sind, in der Tager- »reise bcwrvcknm werden Das ist iebr bedauerlich und ricknet oieliack, Schaden an' Gin bekanntes Beiioiel dafür ist die Er­regung. die seinerzeit infolge der asscnliichcn »Besprechung der Entdeckung des Dubcrtulins durch Robert »och sich weiter Streife bemächtigte. Tie erste Ankündigung des Tuberkulid erweckte über­triebene Hofinungen und als sich nachher bei klinischer Prüfung des Mittel-, herausstellte, das mit der Behandlung auch gewisse Geiabren vcrlnupii waren, wurde das Lind mit dem Bade aus- geschüttet dar Tuberkulin allgemein als ein schädliches Mittel beurtt-ilt. Erst seit kurzer Zeit ist e: möglich gewcien, das auster- ordentlich wertvolle Geschenk, das stoch der Menschheit mit dem Tuberkulin gcmachi hat. nach seinem »allen Wert zu erkennen und in ausgedehnter Weise anzuwendcn. Ten Schaden haben daher die Kranken zu traten gehab. von denen viele zu Grunde gegangen iind, die hei richtiger Anwendung des Mittels wahr­scheinlich bätten gertite. werden können.

Etwas ganz ähnlickws ist es mit dem Salvarion von Ehrlich gewesen und ebenso srrl.t es Iiril dem Radium und »Mesotdirium. das nenerrngs iür die Bcbandlnng lösartigcr Geschwülste aus­gedehnte Anwendung gesunde» Hai. Es wäre deshalb iebr wün­schenswert, nenn die öff-nl,licke» Erörterungen über das Radium rmd Mefoiborrun? so lange aus in-r Tagespreise verschwänden, bis von geiicher,en Ergebnissen dieser P.wandlungswei c gcivro- chen werden kann.

Wenn nun trotzdem im Folgenden von diesen beiden Mitteln gesprochen werden soll, io geschielt! das mit Rücksicht aut eine kleine Notiz in einer srüheren Nummer der Zeitung und insbe­sondere Mit Rücksicht au» die Erörterung in der Stadtverordneten Versammlung vom 22 Januar d .0 Is, in der durchaus nicht zuticsscndc Mitteilungen über. die Wirkung dieser Mittel gemacht worden sind. Ich möchte den Veriuch machen, eine objekttve Tar- stellung der Sachlage zu geben, die cs manchem ermöglichen wird, irrige, durch die crwähnle Tebalte hervorgerufcnc Meinungen richlig zu stelle».

Es bat einer gewisse» Zeit bedurft, ehe man a»t die Einwir­kung der »oin Radium und sväicr vom Mciotborium ausgeiandten Strahlen aili lebendes Gewebe auimerkiam wurde. Gewi sc §chä. digungen an der .haut, die iich Becauerel. unabsichtlich und andere später absichtlich durch Einwirkung des Radiums zuzogen, gaben die erste Veranlassung zur Verfolgung dieser Frage. und cs sind vor allem oic Iran,ölen gewesen, die dann sehr bald darauf kamen, dost man doch wohl den Perinch machen könne, geckiwulstartige Zcllwnchernngen durch die vom Radium au-gcsaud:en Strahlen günstig zu beeinflussen. Allmählich kam man dahinter, das, »ich! alle vom Radium ausgesandlen Strahlen in die'« Hinsicht brauch­bar sind und daß man. um genügende Wirkung zu erreichen, nicht mit allzu geringen Mengen arbeiten dürie. Andererseits zeigte sich, daß bei der Anwendung größerer Mengen auch bei Aus­schaltung gewisser Teile der anSgeiandten S'rahlen doch auch leichte Schädigungen benachbarten gesunden Gewebes und nicht bloß des Grichwulstgewebes criolaen könne». Wie man diese «eiahren zu umgehen hat, ist im Prinzip wohl iestgcstcllt, icdoch ist noch lange keine Einigung darüber erzielt, in welcher Weise man die genügende Wirkung aui die z» b-handelnde Geschwulst erreichen kann, ohne doch gleichzeitig gesundes Gewebe zu schii digcn. Tie Berhältnisic liegen außerordentlich schmierig, weil sich gezeigt bat. daß ein objektives Mast daiür nicht vorhanden ist, sondern daß die stranken und die Geschwülste sich durchaus nicht in iedcni Falle gleichartig »erhalte-,. Diese Scknvicrigkriten sind cS vor allem, die lishcr das lcbhait: Iür und Wider in der wissenichaitkichen Welt veruriacht haben. Es kommt noch hinzu, daß die Rcichwe,te der Strahlen um ao zu lvrechen begrenzt ist. Nur in der nächsten Nachbarschaft des die Strahlen ausscnden- dcn Metalles ist die Wirkung sehr stark. In größerer Enticrnung läßt sie schnell nach, ganz in gleicher Weise wie wir das non der Ausbreitung des Lichtes wissen, und so kommt es, daß Geschwülste, die schon eine größere Ausdehnung im Körper ersghren haben, wobl an ihrer Äusganasstclie günstig beeinslustt werden können, während cnt'crnlcre Geschmulstteile, sogenannte Metastasen, häusig nicht oder nur wenig beeinslustt werden. Um auch au» diese cn! »eruieren Geichwiilsiieile eine Wirkung zu erreichen, muß man die Radrimrstratzlrn durch die Wirkung chemischer Stvise und an­dere Maßnahmen ergänzen. Auch hier läßt sich noch längst nicht sagen, wieweit die in dieser Richtung angcstelltcn Versuche Er­folge crwar cn lasse».

Tootz aller dieser Schwierigkeiten sind doch Ersahrnngen schon in so großem Umsang gesammelt worden, daß man schon letzt von einem großen Iortschritt sprechen kann. Es ist in manchen Fällen erreicht ttsorbcii, daß bösartige Geschwülste von einer Aus­dehnung. daß sie sür irgendwelche Opera ronrmeh d'N unan-»reis- bar waren, sich ganz zurückgebildet haben und hast die Kranken in einen Zustand versetzt worden sind, der sür die Kranken einer Heilung gteichzusctzen ist. Sb sich diese Heilwirkung als dauernd erweisen wird, »ehr noo> dahin, immerbin iind in dieser Be-- ziebnug große hossnungen Nicki! ungcrechtserligt. In vereinzelici, Fällen, wo die Kranlen längere Zen nach der Radiumlwhandlung

Die F> aucnarvcit in Deutschland

Uns wird geichriebe»t Tie Betätigung der Frauen im össent- lichen, wirtichasltichen und wisseiischgitliche» Leben wird immer noch unterschätzt. Und doch findet man überall: in Handel und Jirdustiie, in de, Landwiriichgii Mid in: Handwerk, in sozialen Beritten, sa in amtlichen Stellungen die Iran! Um ein Bild von der Frauenalbeit zu gewinnen, nerlobnt es sich, statistisches Ma­terial zu geben.

Trotzben, das Iraucnstudium eine ^roßc Erweiterung cr- sahrcn ha, und die Zahl der weiblichen Studierenden iich in we­nigen Jahien iaii verzchnsachi lyn, gibt es heute in Deutschland nur 195 »Aerztinnen Es ist jedvd? anznnchmen. daß be­reits rn den nädistrn Jahren sich die Zahl der praktizierenden Aerztinnen beträchtlich verwehr». Schon die Steigerung, die in den letzten drei Jahren cri.otgkc, läßt dieie Annahme zu. Bevor­zugt ist der Lehrerinnen her n i. Im Jahre l st! st waren an den deutschen Boiksichulen nicht Nieniger als 22 500, an den höhere» Madaienichulen 36~0, au den hölieren cvangclr chen Mäd­chenschule» 855, an den katholische» Schulen 7770 Lehrerinnen tätig. Als Lberlchrcrinnen und Lehrerinnen an Seminaren waren 392, als Handarbeitslehrerinnen 4310 Iraue» «»gestellt. Im äl- sentlichen Dienst, alio in B e a m I e II st c l l n n q e n , b.'i den Be­hörden. »nie der Post, der Efienbahn usw. bekleideten im Jahre 1907 32 720 Frauen Aemter. Als M u si k l e hr e ri n n c n ma- <ben die Frauen den Männern eine starke Konkurrenz, da iie die Männer an Zahl um das Tovvclte überrrefien Mau wird nicht m wenrg rechnen, wenn man den 0000 Musiklehrern 12 000 Mu fiklebrcrinnen gcgenübcrstellt.

Ter Kunst wendet iim die Frau m»t lnnan derer Borlicbc zu Es gibt bei >ins last ein Drittel melw Schauspielerin­nen als Schauspieler. mehr Sängerinnen als Sänger und mehr Schriftstellerinnen als SchriftsteNcr. Genaue Zahlen liegen leider hierüber noch nick»! vor Nur die Bildhauer haben wenige weibtickre Kollegen.

Konkurrenzlos iind die rn, Jahre 1913 auf 32000 geschätzt:» Hebammen, dagegen haben e» die Frauen bisher kaum versucht, mehr als Amateurphiotogravhen zu »»erden. In den Gemeinden fanden namentlich im letzten Jahre eine grobe Anzahl »on Frauen Anstellung als W a i > e n p i l c g e rin n en .als Mitglieder in Armendirektivnen und ähnlichen Aemtern.

Groß ist der Trieb der Krauen zur Selbständigkeit. Wohl in jeder Branche finden wir Frauen als G e s chä s l si nb a bc r i n- biltla zVtreten. Sie führen sowohl Manufaktur-- wie Wurst- Ptanoierreii wie Milch- und Gemüsehandlungen, selbst Wilb. Arnvgkmi Apotheken ist mehreren Frauen die Gcneh- »Aschaffr

der Geschwülste an irgendeinem andern Leiden gestorben und, hat die genaueste »nikroikopische Unieriuchung ergeben, daß weder an dem Titz der lsteichwulst noch im übrigen Körper irgendwelche Spuren davon zurückgeblieben waren. Diese sreilich an Zahl noch sehr geringen Fälle könne» alio auch obiefti» als wirklich durch die Strahlenbehandlung geheilt bezeichnet werden. Es Ist allo erreicht worden, daß mit der Radiumbehandlung nach früheren Erfahrungen volllcnimen hoistinngsloic Fille zum mindelten eine irüher mit keinem Mittel crr.tchbarc Beiieiung. ln manchen Fällen itcher eine .Heilung hcrbeigesilhrt worden ist. Diese Tatsache allein bedeutet schon einen so großen Fortschritt, daß cs durchaus vcr sehlt wäre, wenn man nun wegen gcioisser Un.zuträgfichkeiten. die mit der Behandlung verbunden sind, die Büchst ins Koni Wersen und die Versuche ausgeben wollte. Solcher Schädigungen iind aber eine ganze Reibe betannt geworden. Zu Pfingsten vorigen Jahres wurden aui dem Gnnälologischcn Kongreß m Halle zahl reiche günstige Wirkungen des stiadiums und vor allen Dingen des Mesothoriums, die an den deutschen Kliniken crztcll worden waren, bekannt gegeben Au» der Natursorschcrvcr'ammlung, in Wien im herbst herrschte die »Meinung vor. daß die große?» Schädigungen, die man in rnanchen Fällen beobachtet hat und das Versagen der Strahlenwirkungen in andern Fällen, den Nutz'» '-er Nadiumanwendung illusorisch zu machen geeignet seien. Es ist ganz zwei'cllos rich ig. daß in einer Reihe von Fällen nach primärem Rückgang der «eichnmlst sich große Zerstörungen an andern Stellen gezeigt haben, die schließlich schwere Schädigungen, m in manchen Fällen sogar den Tod der Kranken verursacht haben. Auch find Fälle lekanntiegcbcn worden, in denen »on vornherein das Radium kerne Wirkuni zu entfallen schien. »Rückblickend dar» man heute sagen, laß derartiges von vornherein zu erwarten nwr. »stoch nie und nirgends hat es ein Heilmittel gegeben, das in allen Fällen gleichmäßig wirkt und nicht auch nebenher -Schädigun­gen zu ictzen imstande war. Die Ausgabe der ärztlichen Kunst ist es eben, crl'tens die Fälle auszuwäbleii, die sich für die Be- ban-lung eignen und zweitens durch rnwicr verfeinerte »Methoden nach Menschcnmöglichkeit die Gciahren, die mit einer Behandlung verbunden sirid. zu vermindei-n oder ausznschalten. Nach vicliachen Ber-schten. die inzwischen erschienen sind, ist man an» dem besten Wege, sür das Radium und Mcsotborinm derartiges zu erreichen. Wer beute mit der Behandlung beginnt, kann sich schon am zahl reiche, in der Literatur voi-liegendc Erfahrungen stützen, die eine Verringerung der Schädlichkeit und der Gefahren gewährleisten und iiimicr bessere Einolge erhoffen lassen.

Sv ist der Stand der Angelegenheit und man vergegenwär­tige sich nur, was das beiß». ?venn man durch ein »Mittel in die Lage versetzt wird, unter früheren Bedingungen mit absoluter Sickrcrheit dem Tode versallcncn »Menschen mit einem hohen Grade von »Wabischcinlichkeit Besserung und einem geringeren iogar hcilung von einem so iurch baren Leiden in Aussicht stellen zu können, wie cs der Krebs ist. Das ist ein gewaltiger Fortschritt, daß man vor »venigen Ialiren »och nicht gennigt hätte, daran überhaupt zu denken.

Tic von manchen Seiten in der Stadlvcrordneten-Veriamm- lung geSu.szer.en Bedenken gegen die Ausnahme der Radium- belianllung bestehen also kcincstvegs zu Recht. »Wohl ist es zur­zeit noch wünschenswert, daß nicht an allzu zahlreichen Stellen ms: nnzureickien». en Mitteln die Behandlung ausgenommen »vird: den» dann lönn cn eben leicht die Schädigungen den Nutzen überwiegen. Nur genaue Beobachtungeil der Kranken, Anwendung genügender Mengen der strahlend n Substanz und Beobachtung aller nötigen Vorsichtsnraßregeln können weitere Fortschritte brin­gen. Eine derartige Beobachtung lvird natürlich nur au Stellen möglich sein, die mit reichlichen »Mitteln und den nötigen Ein lichtungcn ausgestattet sind. B illlommen unbegründet ist cs aber, wenn man von einem hereiniall der Städte Osfenbach und »Worms redet, die in dankenswerter Weise größere »Mittel zur Beschassung von »Radium und Mesothorium bereitgcstellt. im übrigen die Be Handlung aber noch nicht einnml ausgenommen haben. »Man könnte doch höchstens von einem Reinsall sprechen, »venn sich durch die Er­fahrungen ergeben hätte, daß die ausgcwendctcn Summen nutzlos verschwendet wären. Davon kann natürlich keine Red« sein» denn die Behandlung hat ia nicht einmal begonnen.

Tie in Gießen errichtete Zentrale zur Behandlung von Krebs­kranken ist aber inzwischen in den Besitz sreilich vorerst nur kleiner Mengen von Radium gelangt u»rd hat die Behandlung am 22. Januar, also gerade am Tage der Stadtvcrordneten- Versamrulnug, ausgenommen. Selbstverständlich kann von Er- »olgcn zunächst nichts berichtet werden, da die Zeit der »Anivcn- düng viel zu Inr; ist. Es ist aber unter diesen Berhältnisscn sehr bedauerlich, daß in der Stadtverordneten Beriammlung zum großen Teil Wohl auf Eirund der abfälligen und tn der Tat nicht begründeten Einwendungen gegen die »Radiumbehandlung die er­betene Summe abgelehnt worden ist.

Ter größre Uebelstand in der Behandlung mit Radium und Mesothorium ist der außcrordenttrch hohe »Preis der gcanntcn Stosse. von denen das ersterc aetzt etwa l00 »Marl vro mgr. v a3 letztere 'die Hülste kostet. »?luck> der »Preis von 200 »Mart sür das mgr ist ia säst unverständlich hock»! Ein ganzes ttzramin kostet alio »200 000 Mark, ein (stramm Gold dagegen etwa 0 Mark. Man steht also, daß die Kostbarkeit des Goldes im »Vergleich zu diesen S»ossen sehr gering ist. Das Mesothorium ha! nun die Eigcnschast, in verhältnismäßig kurzer Zeit an strahlender

intgung erteilt worden. Die eigentliche Domäne der F-rauen ist se^och der Putz. Fast alle P u tz g c > ch ä s t e in Deutschland ge­hören Frauen. Im Jahre 1913 wurden 13530 solch-,- Geschäfte gezählt. Tausende von Frauen finden außerdem bei diesen ihren Geschlechtsgenossinnen Beschäftigung.

Damit werden aber bereits die n n i c l b ft ä n d i g e n Berufe gestresst, von denen svälcr geredet werden sott. Hier verdient vor allem noch erioähnt zu tvcrdc», daß auch in den gewerb­lichen Bernsen die Selbständigkeit der Frauen erheblich im Steigen bcgrissen ist. Es ist bekannt, daß Frauen es in Deutsch­land in den verschiedensten »kKrufin schon zum »Meister gebracht haben, daß sic aber auch obnc Mcil'tertitel iowobl im »Metzger- »vic im Bäcker-, Schlviicr-, Schmiede-, Tischler- und Schuhmacher handlverk sich selbständige Eristcnzen gpichassen haben. Vornehm­lich find es hier ficilich »Witwen, die die Betriebe ihrer verstorbenen Ehemänner ausrechl erhalten.

Als »Angestellte findet man das weibliche Oicschlccht »äberall dort, »vo »Männer Ivirkcn. Sic kommen an Zahl den Männern säst gleich in der Landwirtschaft, denn neben 5»/, Millionen Männern wurden im Jahre 1907 nicht weniger als >600 000 Frauen ans den» Lande beschästtgt. Neben diesen ständigen »Ar- bei.crinne» war >»och eine cbensalls nach, Millionen rechnende »Anzahl von Frauen nebenberuflich in deg Landnnrlickzait tälig. In den Fabriken teilten »ich im Jahre 1907 2100 000 tveibliche mit 9 150 000 männlichen Arbeiter» die »)lrbeit. Im Handel waren 1907 931370 F-rauen angeftellt, tvährcnd die Zahl der dort ränge» Männ« durch die Konkurrenz der Frauen nur 307 000 betrug. »Bei den Frauen machte sich eine »Bewegung nach den bei»« beroldetc» und fiesen Berufen geltend. Das zeigt iich. wenn man das Adnebmen der Dienstboten gewahrt. Tie ..»Mädckwn für alles", die ..Periekn-n" u»w o e r m > n de r t en sich von 1313 900 im Jahre 1895 an» 1249300 im Jahre 1907. lohne männliche Konkurrenz blieben die »Manicuren und die Au» warlefiaucn. die sich, da iie unentbehrlich sind und immer besser bezahlt werden, an Zahl bedcukend vernrrhrt haben. Das schrvere »Amt der Pilcgcriiinen und Krankcnichivestern ist den Franc»! von den Männern neidlos überlassen worden, obwohl es begreif­lich wäre, »venn die durch das Eindringen der Frauen i» Männcr- bcrusc erwerbslos getvin-denen sich diesen Fraucnbcr»>sen zunoen den würden. -stz.

*

Im lausenden Winter Halbjahr sind an der »Berliner u n r v e r s r l ä t 880 Frauen emgelchrieben, »näh rend im vorigen Wrnter 859 gezählt wurden. Als Hörerinnen find außerdem noch 209 eingeschrieben. An der Techni»ck»en Hock»- schulr find 13 eingeschrieben, 4 an der Landwirtschastlichcn, 1 an

Kraft erheblich einzubüßen, so daß d« Preis dieses Stofics trotz der geringeren 2ln»chassugskostcn doch verhältnismäßig noch höher ist als der des »Radiums. Dabei handelt es sich aber um Zweck

mäßrgkeitssragen. »Weiiu cs uns gelingen soll wie wir cs hosseii möchten vielen unglücklichen Menschen Hrlsc zu bringen, wiid cs nötig sei», größere »Mengen von Radium zu beichasscn. al» das mit den bisherigen, beschränkten Mitteln möglich ist. Ge­rade sür Gießen, das zuerst in Heficn eine »Bclwndlungsstelle er - hält, wäre bei'oiidcrc »Veranlassung gewesen, nach dein Vorbild »o vieler anderer Städte im Deutsch,?» Reiche hier l»elscnd ein zuspringen. Gießen hat dock, großen Nutzen, »ns telbar und un- mittelbai. vv>? einer rn ihren Mauern befindlickien Anstalt, die Fremde anzieht. Einstweilen ist ja nun diese »Angelegenheit er ledi. 1 t. Da aber zum Ka»nv» gegen den Krebs ebenso wie zuni Krieg gegen einen äußeren Feind 1. Geld, 2. Geld und 3. Geld l?ehörr, »o ergeht an alle, die ein warnn^ Herz fiir die unglück­lichen Kranken haben, die am meisten von allen lörverlich Lei- »enden geguäit Ivcrdcn, die dringende Bitte, nach dem Perbält- nis ihrer »Mittel hier cinzuspringcn und durch Beitrittserklärungen zum Vcrciu für Krebsionchung oder durch Gcwälrrung ci?>maligce Gaben das große »Weck zu unterstützen, das der Lcrein begonnen hat!

Beitrittserklärungen und Gaben nehmen entgegen Der Schrill fübrer Direktor Med.-Rat Tr. Reben lisch. Lnenback»: der Schatzmeister Tr. »Lilly Merck, »Tarmstadt, »Annastr. Id; der 2. »Vorsitzende Gchcimrat Tr. »Tietz. Darmstindt; der I. Bor fitzende »Professor Tr. Opitz, Gießen. _

Ans Staöt ntii fand«

Gießen, 7. Februar 1914.

** A n derBahnstreckeGießen »Wetzlar wird feit langem von einer großen Anzahl in Gießen kausendcr Jnteressenten der Wetziarer Gegend die Errichtung einer Haltestelle amBlock" gewünscht. zu,nal der »Leg über Adendstern oder Wetzlar nach Gießen init großen Umständen verknüpft ist. »Wiewohl die bisherigen »Bemühun­gen in dieser Hinsicht erfolglos geblieben sind, soll eine er­neute Eingabe an die Gießener Handelskammer ge­richtet werden.

** Vom Leben des »Volksliedes sprach Universi - tätsproscssor Tr. I. M e ier-Freiburg am Freitag abend im großen Hörsaal der Universität vor der Hessischen Ber einigilng für »Volkskunde. Ter Besuch war dermaßen stark, daß die Sitzplätze bei weitem nicht ausreichtcn. Hatte das interessante Thema so viele herbeigelockt, so lviirden die Erwartungen noch übertrosfen durch die reizvolle »Art der Behandlung, die der Vociragcnde dem Stoffe zuteil werden ließ, und druch die er ihn äußerst interessant und fesselnd sür den Laien zn gestalten wußte. Leichter wäre »hm dies geworden, hätte er von den Schönheiten des Volksliedes ge­sprochen, er schilderte nur einen Teil aus der Lebens- geschichte des deutschen »Volksliedes, und doch gelang es ihm, »Begeisterung in feinen Hörern zu erwecken. Das Kunst­lied zog'er als Parallele heran und schilderte, wie aus dem von einc»n einzelnen vcrserügten und von anderen gelesenen Künstliede allmählich das Volkslied mit seiner gesungenen Poesie entstanden sei. Weiter sprach er vo»i der stlusbreitung, die das einzelne Bvlksticd gesunden hat, und von den man iiigfachen Veränderungen, die es durck,»i,achen »nustte, um sich den verschiedenartigsten Sitten und Gebräuchen, Mund­arten und Zeiten auzupassen. Die Lieder selbst dienten dem Vortragenden zum Beweise. Teils trug er sie selber i» Eie- dichtsorm vor, teils sairg sie F-rl. Grctcl Leist mit ihrer reinen, a»lgenchmen Sopranstimme zur La»E. Der Bcisall, dar dei»l Vorträge folgte, wollte kern Ende nehmen.

" I IN O b e r I» e s I i s ck> e n !t u n st o e r e i» ist die De I, tI che W a » d e r a » s st e l l » » a iür .Städtebau" ansaestellt. Tiese Aussletllma. welch« vor?ges Jahr aui der Gcntcr »WettanSstelluiig z»»i eriien »Riale gezeiat und der die golde»?e ecdaille znerkau», wurde, war, »v»c inan nnS schreibt, dann nur »och l» »Bre>??erbaven aicSaeitellt. Sie hat de»» hiestaen Kunstoerei» erhebliche Kosten verursacht. Die -Aiissleltunq wird im Son>??»er emc» »Bci'taiidleil der Kölner Werkb»»udai»S»'»ell>lng bilden. In »Anbetracht der grostc» -blühe, die sich der »Vori'taud des Kunilverew» gibt, und in, Hin­blick aal das »virllick, doch iuuner recht Achtbare u»»d SeheuS- reite, das au? di sc Weise Kiesten zuqeiührt »vird. sollte auch das -Publikum die Bervstichtrmg fühlen durch zahlreichen und hänstge» Besilck Eutaeoeukoinme»» zu zeiae»». Die AuSileUung .Städtebau" verbleibt nur bis zu»» 20. dz. »Pits, hier >»nd ist täglich, mit »2iuS- nahnie LamstaqS, geöffnet

** T i e Kurzsichtigkeit in der Schule ist eine io weit verbreitete Erscheinung, daß ihr allenthalben von Schul­ärzten und Lehrpersonen die größte Ausmerk amkeit gewidmet wird. Pros. Dr. Lcwrngl'ohii-Be.llN, der sich in einem Aussatz in derHygiene»' mit dieser Frage beschäfiigt, hält die Rumvi und Kopsbcugimg sür eine der ersten Ursachen der Kurzsichtigkeit. Er vlädicrt daiür. daß der Schüler während dm? Naharbeit eine gerade Haltung ei?mimmt, daß hieraut besonders geachtet werde.

der »Bergakademie, 1 an der Ti«äcztlrckcn und 5 an der »Akademie der Künste. »Philologie studieren 52, Na ionalölonoinie 61, Ge­schichte 62, Kunstgeschichte 31, alte Philologie 31, allgemeine Li.eraiur 12, Geogravhie 5. Musik und Muirknnfienickiast 4, Sanslrit l, »Pshchologie 3, »Archäologie 2, Mathematik 81, »Ra- turwriienschast 36, Ehemie 13, Physik 5, »Botanik 4, »Pharma zeutit 1, Zahnheilkundc 6. Im Lehrkörper der llniveriitöt find ausgemttmncn; Frl. I. Meyer als Ivifieirschaitliche Hillsarbei tenn von Geh.-Rat Penk. Frl. »Pros. Dr. Rahcl Hirsch an der Me izinischen Ebaritsklinik von Gch.-Rat Kraus. Frau Tr. Lichtcnstei» als Leiterin der geologische?, und mikrobiologischen »Abteilung des »Psychologisckien Instinits be? Geh.-Rat Rllbner. »Tr. List Meiner! als einzige Assistentin des llieilors Geh.-:Rot »Plant im Institut ,ur theoretische Physit. In dev UniomfirätSbiblivlhek and im orientalischen Seminar sind Frauen bibliothekarisch an gestellt.

Im »Monat Dezember vollendete die berühnitcstc »rlavier spiclcrin der Gegenwart, Teresa Carcnno gelwren in Ear racas (Venezuela?, ihr 60. Lebensjahr. Ihre künstlerische Aus­bildung brachte sie schon in jungen Jahren nach »Paris Im Jahre 1889 lam die Künstlerin nach Deutschland, NW sie »ich von da ab am liebsten aufhiclt. Zurzeit ha, sie sich »Berlin zum Lohniltz erkoren.

,vT~ Lch. Wöchnerin n cnheim ist der Stadt Franksurt a. »M. eine stiuiing von 350000 Mark zuqegangen. Tie Stiskcr smd die beiden Eheleute Kanngießcr aus »Braunicts.

Vielleicht de» größten Zusa m m e nschl u >», v o n grauen besitzt -reiitschland zurzeit in dem Katholischen Frauen­bünde. der letzt bereits 60000 Mitglieder zählt und in, steten »Wachte» b c g r i i s e n i st.

La? das Deutschtum in den kolonialen Grcnzbczirkr» zn lo? der,,. Hai der F r a u c n hu » d d e r D e t, ck? e n K o l o », a k 1 c l e 11 i d? a s t auch im vergangenen Jahr Bibliotheken in die Kolonie gelandt. Die »Bücher gingen nach Keetmannsboov, Li! de>rtzoucht. Bethanien, Moscht, »Wilhckm»Sbad und nacki Warmbad.

--^ r - Bcniamin »Bachrach, ein Anwalt, stellte kürzlich sin Ehrgagoer ttzenchtshos fest, daß tährlich vo» den »Mädchenhänvlern etwa -000 grauen nach Anierika verschlcvvt würden.

Lebten Sommer wurden zehn weibliche »Polizinoicner in Ehs- eago angestellt: dies bat sich so bewährt, daß »Major Funkhaus«, der Polizeiprairdent, die Stadt tun »Anstellung von 15 neuen ge s-eken hat. Des wurde genehmigt, jo daß die Stadt nun 25 weib- Zche,.,-m>ttieidrcner hrrben wird. Sie werden meist in Tanz-- und - ietiiiixiilt ?i zum ckicittt verwendet, wo sie iui - der »Polizei­präsident erklärteaußerordentlich viel Guter ivirkcn".