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W>cnb üuii'i-K .lüpcuimc <vt'itc iir Aussicht genoinmen. Die Bevölke­rung brr \%i 1 :i)t Lerntet dl ländlichen (Säften den berzlickster omyianu >>v fuiitnfltr* bic sozialdemokratisch,

i' q r i c! urj> < Anzahl rabiater Bereinigungen t^egcuversamm luuAen ur S-ocklxtm und anderen Städten an, um gegen die P e r nir d r u u <1 d c r R u ü n n g s a u s q a b c n. die sie als eben sa^nnnÜÄ^oezeici'v"" wie die Verlängerung des Heeresdienstes. Pro leü cm-inlcgen ^ni königlichen Schlosse findet abends ein ^estnraki statt, wozu - »I U ivrn Gmviangsiomitee ausgewählte Teilnehmer des großen .luges goladim sind.

Der Banernzng machte einen großartigen. unvergeßlichen Eiu- drucf. Die Rede des .»t'änigG ivurde vom Kronprinzen und dem Her von Westgotland Jact« außerhalb des Schlosses den Bauern vor Ulkten, die im inner.i Hoi keinn Plap gesunden hatten "Alle in Stockholm und der Uml/iebung stehenden Regimentern gewähren der Bauer:: in den .'kasrrr-.n Quartiere. ?>in ganzen beteiligten nd 1 300 Bauern an dem. Buge. Ücker 40000 Bauerif, die nicht davor t^rln .hm ni konnten, gab^'r ihre Zustimmung lund. Als wichtigste Ltetle her iu den ait den at'övig mtb den M iniüerpräsidenten ge­richteten Red ei: wird die- G.klä.'ung betrachtet, das; die Bauern bereit und. die crforderlicher! Ql^er zu bringen, aber auch forderten, daß vre ganze wichtige Dertridigungsfrage schon in diesem Bahre gelb *'t werde.

DcuNcKe» rreicv.

"ur i n c i t c it i.' et« >i 4 des P 0 r a » s cli l a g t & c -3 Mcich -damts De- I pn c r n bcaiitrnat öir Äirksckiastlichc Berniti^ung bei Ri ickistugs Kum Vapitollßcsundheitsamt" beit Reiü»'ka»zlcr ;n erfnd)f:i, eine Untersuchung vrrüber aitjuiiUlUu, ob und 111 Molche, u llnttauge eine ge su >l d he i l f t d> e 3 ib ei b i g u it 9 Der im 3 S c i u b a u beschüstig t e n P . : i 0 u e u , insbcwuderl' Der Jugendlichen. Durch Das Reivrip, u und Sfhiueielu Der Weinberge mit Mupfcrtalf» brübe. Schlacket und anderen 3 <dädling»dckämpiungsmitt«ln stattriuDel. und Maünabmeu zu lreiwu. uni gesundheitlichen Schädigungen Der 1 iu Weinbau beschüstigteu Personen vor- znheugen. Ferner i.Kl im Reich-tag ein Gesetzentwurf vor- gelegi werbe». Durch welchen in § 18 l Der ReickSpersickie runac-orDnung folgenbe Bestimmung eingeiügt ivirD: Wer als Facharbeiter gilt, hat Die Satzung nach Den Bestimmun­gen Des S 923 Abi. 3 iestzuseNen. Dierbci iinD Die Bestim- mungeii D e Satzungen Der für Den Bereich Der Kasse zu- ftänbiinn landwirlschaftlichen Beruisgeiioi'enschafl und Die Au-sührnngsbestimmungen nach § 1033 Abs. 3 zu bcrück- - sichtigen.

Tic ireilouicrvative Fraktion Des prcu= Nischen A b g e 0 r D u cl c » h a.u s e s hat den Antrag gc- stekll, Die Ltaaisregierung zu ersuchen, im Bundcsrate Dahin zu wirken, Daß Dem Reichstage balDigst eine Gesetz?s- vorlage ge,nackt werbe. Durch welckze in Ergänzung Des Ar­tikels 167 des Einführungsgefetzes zun. Bürgerlichen <Keieß- bnchc Der Landesgesetzgebung Die Mögltckteit eröffnet wird, für TilgungsHypotheken von K r ed i t i 11 st t t u - tfii vorzusch reiben. Daß Die Durch Die Tilgung für Den Eigentümer Des beliehenen Grundsrücks entstandenen ding licken Rechte an Grundstücken tEigentüincr Hypothek) beim Uehergang des Eigentums an dem beliehenen Grundstück ohne weiteres aus den neuen Eigentümer übergehen lollcn, insofern nicht der bisherige Eigentümer im Grundbnchc aus- Drücttick als Gläubiger eingetragen ivird.

T c »I 0 reust. A dg e 0 r d n e t e n t> a n i c ist ioigenser An­ti ag von Tr. Kiauie Käniqsberq und Genossen zugegongeni Tos Ab-ieordiieteuhou 1 molte deilhliesten: Erstens über die von dem Minister des Inner» IN der Sitzung vom 14 . Januar ermähnte Amveiiu», an de» Sberpräiidenten wegen des Erlöstes von Toliseuietorciiuiweit ;um Schutze der östentlichon Sicherheit, lo- inic Ruhe und Lrdliung, der Personen MW des Eigentums io wie um üustmnr darüber eriuetien. in welcher Art mW in ivelcheni »mianu der Anweisung entsprochen worden ist: zweitens die Scaaisregicruna zu ersuchen, die örtlichen Polizeibehörden und Erekutivbeanneu anzuhaiten. sobald bej_ Ausbruch einer ArbeiiS- üieiligteii Storung der ötsentlicken Sickterheit. der Ruhe .und Lrftnun.. insbeioe.drrc durch Belästigung Arbeitswilliger iestge» stellt wird Oder zu bewrgen ist, in Anwendung und Gemäßheil des lest,-enteil Rechts und der aui Grund dieses Rechts erlassenen Polrnioeiordmm »e» unter sorgfältiger Wahrung der Koalitions- i'.eideil einem Mistbrauck dieser Freiheit in der Richtung ins rboatitionstwanres unverzüglich unb nachdrücklich entgegen,«treten, dairrcne, die Staaisregrerung zu ersuchen, auch ihrerseits im Buntcccaie aut heichieuniice Porlrguna die inr Reichstag geior» teilen, von dem Rerchstauzter in Aussicht gestellten Tenlschrist zur Vorbereiruni der reichsgeietztichen Regelung des Schutzes der veriönlicheu Freiheit lünzuwirken.

Tas drei, v. L a n ^ es ö k 0 n 0 m r,e-Kol l e gi u 11, »'gstie ach längerer E ürtcrung -olgendeir Bcschlust: Ter LandwirtschgstS- minister Ivird »l grundiätzlicher llehereinstiinmung mit den gärt- nerijchen Fachoerbäuden gebeten, für einen ausreichenden Zoll- iärutz der Gärtnerei Sorge tragen zu wollen.

Tie aus der Wehrsteuer eingehenden Mehr­betrag e. Rach der oberitachlichen Berechnung der bisher r die Wehrsteuer ein gegangene» Einschätzungen stellten die Derer» neilte» der Berliner Steuerveranlagungstommistioii fest, dast min­destens 4 Millionen Mark Steuern mehr Eingehen werden, als nach der vvriährigcN Beranlagung zur Ttaatseinkomiuensteuer ru erwar'en war. Tie Eegänzungssteuer ergibk vermutlich einen noch erheblich höberen Betrag.

To» Be linden des verunglückten Reichstags- a b t e 0 r n e t e n Sj c b e 1 lässt sehe zu wünsche» übrig. Er hat nicht gut geichlaien und ivird ickstver »0» Hustenreiz gequält. Ta- gegeu bostndet >>ch der Abg. Puetz andauernd bester, io dast keine Aesahr mehr besteht.

Aurlanv.

D-S belgische Schulgesetz. Tie belgische Kam­mer har die erste l.'esnng des neuen Schulgesetzes beendet -und die Abstimmung aus nächste Woche vertagt. Ter Sieg Der Regierung ist gcwitz. Tas Snste», der Simultai,-- ichulc wird durch Das Gesetz zugunsten der geistliche» Schule bcieiligt.

Zur i 1 n 11 i ö i i i di e u Steuerreform. Aus Paris, li. szehr. wird gemeldet 1 JJci der Beratung des Eutwiiries über die äarnalsteuer Hai der Steuecgiwichutz bei- Kammer deichloste». Patz es dem Steuerträger.freiqefteNt werde» soll, dieTel'aratwn" abzugebe» und das: die Steuer durch die Stenivelsteuerbchörde ab- geroben leerte» soll. Außerdem sagte der Ausicoutz den grund. sätzlichev B:^^^^tn. das, dis Vermögen von Eheleuten des Ab­zuges de, neuerireien Miudeitiumme teillmiiig werden soll. Rach rem Vorschlag der Regierung beträgt diele Mindestiumme :>0 0 vg Feank».

II eber griffe gegen einen T e u t s ch c n 1» ü 0 u - stantinvvel. Ter Korreivondent der ..Reue» Freien Presse" >1 re na 1t. iourde gestern au> der Ttranc verhastel und »ut ünem franzästscheii Pakeidovt erngeichstst. das nachmittags nach Smiiina. Marseille und dem Piräus geht. Fniolge der Schritte es ölerreichifch-un.iari chen Bvt'cha'ie s ver'v ach der Grostwckir, den stvrresvvndentel, im ersten Hajen aussteigen und nach jk-nr» stamiiwvel zurückkedren zu lasten.

Fürstenzusammenlunfk in den finnischen Schären Ter König und die Königin von England werden in Begleitung des Prinzen von Wales zu einen, dreitägigen Besuch am ü Fuli auf ihrer Facht in den sinnischen ^ckiären bei Biorke eintresfen, wo sic der Zar mit seiner Faniilir an Bord seiner Jocht erioarten wird. Ein großer Teil der Baltischen Flotte wird ebenfalls dort sein.

Mexikanische Bundestrnvven schlugen die . Aebcllcn am Kadrnasluß »ahe Torrsons in die Flucht. Gc-

nernl Biilar wird Die Bundestrupven mit allen modernen liriegsmitreli! bekänivsen. Er sucht u. a. Militärslugzenge zu .amen. Merikanische Banditen beniächtiglcii sich eines inrai den Eiinibre- Tuüne! fahrenden Zuges, sprengten den Ansgang des Tunnetichachtes und nahmen sieben amerika- nsche Fahrgäste gefangen. _

v«r Prozess der Lan-iagrabgeordnefen Sriknewiilö-winfler.

Gießen, st. Fehl.

Tie Pr,votllage de» Abg. Rechtsanwalt Fnstizrat G r Ü n e » wotd Gießen gegen den Abg. Rechtsanwalt Tr. ^Winkler- Tvoenheim und gegen vier Redakteure verschiedener Tarmstädter, MainzerIw Tvvi'nbeünec Zeitungen fand heute vor dem hie- iaev. Silwstezgerichl ihren Aus,rag. Dem Privatkläqer stand Redetson»>«it Schneioer zur Seite: zwei Redakteure wurden dvlch Rechtsanwalt Tr. Spobr vertreten. Wir können die Bor» gällge, die zn dem Prozeß geführt haben, als allgemein bekannt voraussetzen.

oBr Beginn oer Verhandlung versuchte der Vorsitzende Amts» geriausra, Müller Geh Rat Gebhardt und AmtsgerichtSrat Wachtel I,alten iicl, betau,itlich für befangen erklärt, bezw. waren von Tr. Winkler abgelehnl worden) eine Einigung zwilchen den Streitieileu berbeizuiühren, jedoch oer-n'blich.

Be>> Auiruf der Zeugen und Sachverständigen ergab sich, dan der Beklagte eine ganze Reihe von Penonen als -achver- ständige besonders aucl, über frühere Ehrenangelegenheitei, bei Privatklägers geladen hatte. Ter Privatkläger widersprach der Bernelniuillg der geladenen Sachverständige», nicht etwa des- ,regen, weil er de>e» Urteil über die früheren Borfiille scheue, - im Gegenteil, ein iiitenrtirfir Klarstellung könne ihm nur anaeilehn, sein . sonder» deswegen, weil seines Erachtens diele Fälle nichls mit der Verhandlung zu tun hätten. Heute handle es iici, nur darum, ob er eilte ihm von Wickler gestellte Forde­rung abgelehnt habe oder nicht, lieber die Frage, ob jemand salis- saktionsiädig sei tzder mcb,. l,ü weder eine Beweisauinahme nötig, noeh sei sie einer lotchen iah»,. Sollte das Gericht trotzdem di» Per- nehvlUllg der Sachverständigen zulasten, so werde er jedensalls um Vertagung bitten müssen, um seinerseits ebenfalls Sachverständige zu laden

Rach kurzer Beratung lehnte das Gericht die B e r- » e I) IN 111, g der vom Angeklagten Winkler be,umrten 2 a ch - verständige» ah.

Hieraus verlas der Beklagte seine W i d e r k l a g e , die er wegen einiger Ausdrücke in Perötieicklichungen des Privatklägers im Gieß. Anzeiger und in einer Eingabe an die Anwaltskammer erhoben habe. Ter Privatkläger erklärte, daß er nickt die geringste Absicht ge­bäht bare, Tr Winkler dabei zu beleihigen. im üdriaen werde ja wcstl das Gericht schon von Amts wegen die Erönnung der Verhand­lung hierüber ablehnen müssen, da die Angelegenheiten verjährt seien. TaS tüericht liest dementsvrechend auch nur die Widerklage wegen der angeblichen Beleidtgungeii in der Eingabe an die An­waltskammer zu.

Ter Beklagte, Tr. Wintler, schstderte sodann die Bor gange in der Kammerverbandlung vom 12. Dezember 1912 und gab zu, da,»als auch davon gesprocklen zu haben, dast der Freistil» der Sozialdemokratie Borlvanndieuste leiste. Taraujhin habe ihm bei Privatkläger scharf erwidert und u. a. erklärt, dast er ja nicht ernst zu nehmen sei und feiner, dast er, Grünewald. zwar als Anwalt und Politiker ausgebildet sei. aber nicht als Kabarelttüustler. Er. Wink­ler. habe darauf erklärt, dast er eine» solchen Airgrilt unter dem schütze der Immunität für einen Alt der Feigheit halte. Er hätte damals schon erwarlet. dast stui Grünewald deswegen zur Rechen scha't ziehe, sei aber ehr er'amit ge e en. n'o er 3 In t irrste in der Zeimng gelejen habe, daß ihm Grünewald »chon in der Sitzung mit Tätlichkeiten gedroht hade, wenn er diesen Vorwurf der Feigheit ailßerbalb des Hauses nstzSerhole. Er habe dann Amtsrichter Tr. Schncider-Bad-Rauheim gebeten, als Kartellträger zu Grünewald zu gehen: Schneider sei zwar dort gewesen, habe aber mit Rücklicht aus seine Stellung es abgelehnt, eine Forderung zu überbringen. Ta l>abe er schließlich Herrn eand. vhil. Fanden hierum gebeten. Grünewald hätte eS aber abgelehnt, dieicir Herrn zn emptangen: das bedeute in seinen Augen auch eine Ablehnung der Forderung. Er hätte daher seine Zusluckt zur Cefieiitlidlfeit durch Die Presse genommen und dort den Vorwurf der Feigheit wiederholt, deshalb lei er verklagt worden Grünewald habe ihn dann noch in der An- waltskammer in einer ihn beleidigenden Form angezeiqt.

Tie a n g eklagten Redakteure erklärten, dast sie lveder das Bewußtsein, noch die Absicht der Beleidiaung des Privatklägers gehabt hätten. Sie hätten lediglich die Zuschrift Tr. Winklers aus­genommen. Ter Privaltläger G r ü ll e wa l d erwiderte daraus, daß die Klage gegen die Redakteure aus formellen Gründen ihren Gang gehen Müsse. Was Herr» Tr. Winkler anbelailge, so sei s e i II e Rede zur Abwehr Winklers gehalien worden. Bezeichnend sei, daß Wink­ler selbst am selben^ Tage außerhalb des Parlaments stehend,' Per­sonen unter dem Schutze der Immunität beleidigt habe, wie aus oem rechtskrästigen Urteil des Landgerichts Mainz hervorgehe. Tr. Schneider habe ihm eine Forderung nicht überbracht, sondern sei lediglich als Vermittler tätig gewesen, habe ihm jedoch ans wieder­holte 'Anträge erklären müssen, daß er noch ohne Wei­sung von Winkler wegen einer Einigung sei. Ta habe sich aut einmal ein eand. vhrl. Fandr» schriftlich als Kartell- träger Winklers angemeldet. Er habe später dem .Herrn geschrieben, er könne ihn nicht emptangen und zwar habe er dies ans zwei Gründen abkebnen müssen: l. sei ihm Fandrn wegen seiner Jugend bei einer derartigen Streitfrage nicht als geeigneter Vermittler erscknene» und 2. habe er doch auch immer noch Tr. Schneider als Vertreter Tr Winklers angesehen: mit diesem habe er fortgesetzt iwch verhandelt und sein Bl,rndat sei ihm aegenüber nicht als erloschen bezeichm-k worden. Er habe dann seinerseits Gebeimeii Regierungs-Rat Tr. Wallau niit seiner Vertretung, insbesondere zu einer eventuellen Annahme einer Forderung bes auitragt. Alle seine Schritte seien sowohl von Geh. Reg.-Rat Wallau wie auch von Iustrzrat Reh und ReckKsaiuvalt Tr. Bopp als durchaus korrelt »>id anständig bezeichnet worden. Als dann die Beröfsentlichungen Tr. Winklers erschienen seien, da habe man sich gesaat, mit einem iolchen Mann, der eine Ehrenangelegenhest vor die Oeiientlichkeit ziehe, ntüsle man sich am Gericht sprechen, nur dort könne Aujllärimg erfolgen. Er habe deshalb Tr. Winkler verklagt. Wenn bieser seinen Vvrwuri der Feigheit darauf stütze, dast er. Grünewald. eine Foriviung abgelehni habe io müsse er sagen. Ulan könne doch nur ablehneu, Mas einem überschickt sei und davon könne doch hier keine Rede sein, dast er eine Forderung erhalten hätte. Rach kurzer Entgegnung Tr. Wink­lers begann nach einstündiger Panse

die Be Meisaus »ahm e.

Nachdem Chefredakteur W o etj als Zeuge bestätigt hat, dast dieIller Anklage stehende Beröfscntlickuiig Winklers, in der be­kanntlich der Borivurf der Feigheit auirechl erhalten wird, auch dem Giestener Anzeiger zugegangen lei, der »ur eine iuhalt- licbe Wiedergabe unter Vermeidung der Beleidigung vorgeuom- meu balle, wurde ats erster Haupt zeug, Amtsrichter Schneider vernommen lfr bekundet, dast Tr. Winkler ihm zuerst augeiouneil habe, Ginnewald eine Forüerimg zu überbringe», daß er. Schneider, tedvch mit Rücklicht auf seine Skellung sich nur dazu bereit er­klärt haste, eine vermittelnde Tätiakeit nir Winkler anjzunehmeu. Er babk aber, seiner Zulage Tr. Winkler gegenüber entsorechend, oultizrat Grünewald daran, hkngeuüeieu, daß ibm znezfl ein an­derer Auftrag erteilt worden >ef, womit er .Herrn Grünewald über die erne^Abiicht Tr. Winklers habe unterrichten wollen. Amts­richter Schneider hat Tr. Wintler dann von der Erktärung Grünewalds m Kenn:»,. gesetzt, daß dieser zu gleich- zeitiger Rücknahme aller beleidigenden Aeußerungen »ch bereit erklärt habe. Tr. Winkler hat das abgelehnl. und er berichtet als Zeuge, daß er sodan» Herrn Tr. Winkler brietlich von neuen Voricklageu berichtet habe, in denen Grüneniatd die An- riiiung eines Lchiedsgerichts angeregl habe Aus Bemerkungen des Angeklagten ir. Winkler ergibt sich, dast er einen Kartenbries Schnewersl nicht erhalten habe und eine weitere briefliche Be nachrichtigung seines Vertreters etlvas veriväkek erhalten liabe, da er über Weihnachten ^ivei Tag,' zu feiner Familie verreist fei. Be­kanntlich hat danach xr. Winkler Schritte getan, um feinem Geg­

ner durch eine» anderen Kartellträger eine Helauskvrdernng zum Zweikampf zu überbringen, wobei wir gleich hinzusügen wollen, caß Tie Winkler erklärt, >ich bemüht zu haben, ältere Herren zu

vielem Dienst >11 Anspruch zu nehmen, l»as ihm aber zu seinem eigenen großen Bedanern nicht geglücki sei Amtsrichter Schnei der beanlworiei eine Anfrage Winklers über de» Eindruck, den seine Verhandlungen mit Grünewald aut ihn, Scklnelfter. gemacht habe», dahin, daß er nur gefühlsmäßig in dieser' Beziehung jagen könne, er habe den Eindruck gehabt, dast ltzrünewald gern über einen ernsten Austrag bu»iusgelommen wäre. Aui Betrage.i durck, den Kläger erklärt der Zeuge, mit keinen bestimmten Aeußerungen lürüneuwlds dieie,> nur gefühlsmäßigen Eindruck stützen zu können.

Rechtsanwalt Tr. Vopv sagt als Zeuge ane, aast er Herrn Grünewald in der enlscheidenden Zeit aui desten Anfrage und nach Ein.ziebiing anderer Angaben erklärt bade, sein Vorgehen enl Mreckie allen kvmmentmäßigen Regeln und er habe lick Nichts vor zuiveifen, wenn er .kandry abgelehni liabe. Er habe die Ueberzeu gung gewonnen, daß Grünewald korrekt gebandelt habe und nidir von langreilbaren Motiven geleitet worben jet. Ter Zeuge gtbi ichließlich zu. daß, tveun er Weiler als sachverständiger Zeuge ver nvmmen werden würde, er zugeben müsse. Tr. Winkler qegenübe, besangen zu sei», weil er aui gelvailnteui Fuß mil ihm lebe.

Pros. Tr. Povpert sagt aus, sein Freund Grünewald hob ihm in den ersten Famiartagen von seiner Angelegenheit Mittet lung gemacht und erklärt, er werde eine Forderung arinehmen, wenn sie gestellt werde und ihn gebeten, ihm dann eine ärztliche Hilfe zu stellen. Er sei der Ansicht, dast Grünewalds Angabe durchaus vertrauenswürdig UNO glaubhait gewesen sei. Prof Povpert erklärt serncr, dast Grünewald nach seiner Ersahrung nicht der Mann sei. der etwas ans sich sitzen lasse. Tas veranlaßt den Angeklagten zu eine», lebhaften Widerspruch: er habe zahlreiche Zeugen, Die das Gegenteil ausiagen könnten.

Geh. Regierungsrat Tr. W a l l a u bestätigt als Zeuge alle An gaben, die Grünewald über seine Verhandlungen mit ihm gemacht habe. Er habe Grünewald beraten und ihm schließlich auch gesckirie den, er könne ganz beruhigt sei», denn er. Wallai,, trage alle Ver antwortung für die eingeschlagenen Schritte, und Tr. Wallau lügt hinzu, daß es für ihn eine weitere Beruhigung gewi'ien sei. von dem als etwas jüngeren Mann mit den i» Frage stehenden Regeln noib cnras besser vertraute» Tr. Bovp damals die Bestätigung erteilen zu sehen, daß mit der «eite Grünewalds korrekt oorgegangen war den sei.

Rechtsauwalt Tr. Hill bestätigt, daß Tr. Winkler dev Versuch genigcht habe, vor der Entsendung .lanürps ältere Herren als Kartellträger zu entsenden. Er habe die Urberzengung gehabi. daß »ach Fandrvs Ablehnung durckl Herr» Grünewald auch dl Fordenmg abgelehnt worden sei. denn das Alter dos auSzuer sehenden Kartellträgers sei wohl zu berücksichtigen, aber nick: eiltscheideild gewesen Fanden sei. da Tr. Winkler im Auge» blick keinen andern Kartellträger habe tiliden können, als solcher fraglos annehmbar geivesen.

Iuftizrat Reh erklärt, er sei von Grünewald ebenfalls in den kritischen Tagen in Kenntnis gesetzt worden und habe alle dessen Schritte nur durchaus gutheißen können. Aus eine Zwi schenirage Tr. Winklers crllärl Reh sich ähnlich, wie schon Tr Wallan es geian hatte, Tr. Winkler liabe die Möglichleit gehabt, brieflich das fugendliche Alter Fandrys als Kärtellträger zu entschuldigen.

Tie Vernehmung Xandrys ergibt nichts als die bekannten Tatsachen. Es wird dazu noch jeftgestellt. daß Fändrp Herrn Grünewald später ebenfalls einen Kartellträger gesandt habe, da er sich durch die Bezeichnungjunger Tludeut" getroffen gefühlt habe. Iustizrat Grünewald. habe diesen Herrn, der auch erst >m zehnten Semester stand, III kurzer Unterredung aufgeklärt, dast ihm jede Beleidigung fern gelegen habe.

Tie weitere» Zeugen Tr. T i e r g a r i und Beramerksdirrkior Wen» er liabe» Iiicklts Wesentliches von vsjentticklem Fntereste br kündet. Iuftizrat Mktz-Ridda. von Tr. Winkler als Zeuge ge­laden, will anfangs wegen Bejaiigenhett dem Äugellagten gegen über nichts auSfagcn, tut eS aber aut Bestätigung des Vorsitzende», daß die Zwischensrage Tr. Winklers zulässig sei, und erklärt, er liabe sich über die Begründung GrünelvaldS in hohem gewnuderl.

Fandr» als zu jungen Kartellträger' abgelelntt zu gaben. Teuu Grünewald habe ihm Nor acht Jahren cbenjallS einen sehr junge,, Herrn als Kartellträger geschickt. Es wird i», Anschluß daran aus geklärt, dast auch Herr Grüneivald damals sich aniangs dagegen gesträubt hatte, diesen jungen Herrn zu entsenden, dast er eS dann aber in seiner damaligen Verlegenheit gutgeheißen habe.

Tie Auslagen der Rechtsanwälte Beck und Thurn als Zeugen lind »o» keiner wesentlichen Bedeutung.

Tie P t ä d 0 g e r s. begänne» um etwa H> Uhr abends, nach einer Papse von mir sünt Minuten. Auch mittags um 2 Uhr war nur eine Unterbrechung von ; 4 Stunde aiigeordnet worden. T ie Plädogers baue, ton b i s heute früh gegen 4 Uhr! Tie. Geister gerieten öfters hart aueruander. Ter Boriitzeude bewahrte beiden Parteien gegenüber große Duldung und Rübe und lies' ibren AuSsührungeil breite» Svielrmim. Zuerst plädierte Reckilsonwalt Schneider für den Kläger: er iat es in rubiger. uurstvoller Form, abgleick er nur eine Gefängnisstraie als ausreichend,' Sühne erachtete. Justiz rat Grünewald ,-rgänzte diese Aussührunge» in sehr nussühi ltchcr Rede, woraus Tr. Winkler ebenso nussührlich. trotz der sehr vorgerückten Zeit, höchst temperamentvoll erwiderte. Während Grüneivald sließend sprach »nd llielsach UN das Verständnis d>'s Gerichts für feine Handlungen apvcltierte, liebte Tr. Winkler die Kontraste und lwb, oftmals lehr schart, hervor, dast im vorliegen den Falle cS fick, um die Prüfutig der Taten von Akademikeiiz handele, die auf deni Slandounkte onbedingter SatiSiaktion stehe» wollen. Es folgte eine Replik des Klägers und des Angeklagten, wobei eS fick vielfach auch um die militärische Vorgeschichte im Leben des Iusttzrats iKrünewalü handelte, und endlich, gegen 4 »br früh, vertündele der Porfitzende nach kurzer Beratung, daß das Urteil

Freitag, Den 13. d. M., vormittags 9 Uhr ver­kündet werde. Bis zum Schlüsse hatte das Publikum ausge harrt. Tie angeklaate» Redakteure, lür die Tr. Tpohr als Bei tetdiger gesmocde» hatte, hatten nur nrit kurzen Bemerkungen ihr Vorgehen entt'ckiuiotgl. Tabei müsse» wir es nachdrücklich zu rückweiien, daß Redakteur Behrc aus Tarmstadt erNrrte, de. Gieß. An«, habe Partei für Iustizrat Grünewald ergriffen. Herr Beer hat unser Blatt sicherlich nur stüchtig gelesen, ioust wäre er zu dem Ergebnis qctomine». daß sein Eindruck ganz unhalt bar ist. Tie beiden Schössen waren den Vorgängen bis zum Schlüsse mit lickilbare», Interesse gefolgt. Ter eine Ivar der frü­here Photograph Privatmann Christian Zimmer, der andere Schuhmachermcifter Binz aus Leihgestern.

Au» Stadt und Land.

Gießen. 7. Februar 1914.

** Tageskalendcr nir Samstaq, den 7. nebruar. und Sonntag, 8 . Februar: C r a d t t li e a t e i: Nachnrittoas lU)i: I ä a e r b l u t # ; abends 7 1 /., Uhr: as Mnsikanteu -

müde l".

Lichtspielhaus: Täqlich Borstellnnq.

Union-Theater: Täglich Vorstellung. (Dienstags und Samstags neues Programm.)

O b e r b e s s i s ch e s Museum und G a i l ' s ch e S a m m kunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr nnefitgeltlicl,

Museum für Völkerkunde. Geüsinet an Sonntagen vormittags von 11l Uhr unentgeltlich.

O b er h e s s i sch er K n n ft v e r ein. Die Gemalde-Ansstellung ist täglich von 1!I Uhr. Dlitlivochs von 3 bis 5 Uhr, tttiö a« Sonntagen von 113 Uhr geöffnet.

Deutscher und O e st e r r e i ch i s ch e r A l p e n v e r e i n Vortrag im Gesellichaitsoerein. Samslag 85S Uhr.

Eva u ge 1 ische r B und: Sonntag abend Familrenabend in Lteins Garten:Wie sich das Urteil über Luther im Lause der Zeiten gewandelt hat."

Eis verein: Sonntag nachmittag ans der Eisbahn bei günstiger Witterung Konzert

Tie Anlagemusik findet am Sonntag, 8 . Februar, vor« mittag um ll}4 Uhr (nur bei gutem Wetter ttx der Süd-Anlage