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Nr. 32

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r-«rn!prech - Anschlüsle: iir dl« Redaktion 112, Serlaq u. Expedition bl Adrrsie (ür Depeschen: «»zciger «ießen. Auuahme »an Dizeige» >«r d>e Tagesnumnier 3:1 vormittags 9 Uhr.

Erster Blatt

164. Jahrgang

Samstag. 7. Zebruar 1914

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Noianond-nick unö Verlag Ser vrühl'schrn Unio.-Such, und Steinfcruderti R. Lange. Redaktion. Lrpedition und vrnckerei: 5chulftrahe 7. An^,^!e>i: Beck!

Snn U5»r;il:

monatlich 76'E( ot« rtel« jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Ps.; durch diePost Alk. 2.viertel« jährl. auslchl. «Bcslellq. ZellenpreiS: lokal ISA!., auslvärts 20 lifcnniq. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich lür den volit. Teil: Aug. Goetz: für .Feuilleton', .Ver­mischtes' und.lSerichts- saal": Karl Neurath: lür .Stadt und Land":

Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten.

Tagcökalcnvcr au» -cm Jahre 1814.

fi. Februar: Einzug der «Verbündeten IN Brüssel.

Arbeitslosigkeit Landflucht und Innenkolonisation.

Arbeitermangcl auf dem Lande - Nrbcitslosigkeil in den Städten: mit diesem Widerspruch wird das alle Pro­blem der Landflucht und Ttädteüberfüllung von neuem zur Diskussion gestellt. Politische Kurzsichtigkeit will den Zwie ipalt mit einer Beschränkung der Freizügigkeit, der freien Berufswahl und anderer staatsbürgerlicher Freiheiten lösen, während alle praktischen Erfahrungen darauf Hinweisen, paß hier nur eins wirkliche und dauerhafte Hilfe zu bringen vcr mag, nämlich die endliche Durchführung einer gründlichen ehrlichen I n n c n k o l o n i f a t i o n. Die bisherige Boden politil hat den Landarbeiter und Kleinbauern von der hei­matlichen Scholle losgeriffen. Sie sind in Massen land flüchtig gctvorden und verschlechtern zusehends den städtischen Arbeusmarki. Nun gehört die Erörterung über die Land flucht zu den unfruchtbarsten Arbeiten des politischen Lebens. Sic muß ober von neuem angcsacht werden, nachdem der kürzlich erschienene Schlußband des großen Berufs und Be triebszählungswerlcs vom Jahre 1907 in feinen zusammen fassenden Ucbersichten viel neues Material gebracht hat. Es erscheint sehr nottvcndig, das Problem der Jnncnkolonifation auf Grund der neuen statistischen Tatsachen tveitcr zu er örtern.

Zunächst einige allgemeine, das ganze Reich belreffendc Zahlen. Bon der deutschen Bernssbevölkernng inohnlen da mals über 10 Millionen auf dem Lande Geborene in den Städten: sie waren also allesamt landslüchtig geworden, und machen nicht weniger als ein volles Drittel der Landgebür ligen aus. Auf den ländlichen Nachwuchs, den man gewöhn sich als den großen Reservebrunnen für die sortwährcnde Er gänzung der Stadtbevölkernng ansicht, wirkt diese Landitncht recht verhängnisvoll ein, denn von 1895 bis 11(07 hat sich der Kindcrbestand in der Landwirtschaft um fast eine halbe Million vermindert. Die der Landwirtschaft verlorenen Be russmassen betreffen zumeist die jüngeren und leistungs­fähigsten Altersklassen: aber auch die landflüchtigen Per heirateten, an denen eine große Armee von Angehörigen hängt, gehen in die yunderltausende, und hier, wo man sich doch nicht so leicht zur Abwanderung in ein fremdes Lava entschließt, zeigt es sich so recht, daß gewaltige Ursachen im Sviel sein müssen, und daß die Behauptung, es handele sich bei dem Zug in die Stadt nur um Launen: Genußsucht und Arbeitsscheu, nicht zutrcsfen kann. Daß vielmehr rein öko nomische Gründe ausschlaggebend sind, und daß diese vor allem in dem Besitz oder Nichtbcsitz von Grund und Boden tonrzeln, dos soll i» den folgenden Ausführungen, unsere engere üetmat betreffend, nachgewicscn werden.

Gegenüber der starken Zunahme der industriell-kommer­ziellen Beschäftigten im Großherzoglum .Hessen sank seit 1882 die landwirtschaftliche Bevölkerung von 386000 aus 342000 zurück, das heißt von 42 auf 28 Prozent. Wenn mau darauf Hinweisen will, daß doch die Zahl der bauptberuflich in der pandwirtschasl Tätigen laut Statistik sich um 6000 vermehrt hob-, so muß cs dahin korrigiert werden, daß cs sich dabei nur um ei» Zahlenspiel handelt, da früher die wcib-

Gietzener Stadtthcater.

Egmont,

Trauerspiel von Goethe.

kl. Gießen, 7. Februar.

Es iii eine ichänc und rühmenswerte Gepflogenheit unserer Bühne, alljährlich in einer ganz besonderen, aufs svrgsäliigste ausgeglichenen Ausführung eines klassischen Werkes ihre Fähig­keiten an großen Ausgaben zn messen und den Theatersrenndrn einen erlesene,, Genuß zu bereite». Es mag gewagt erscheinen, in diesen Zeitläuften sich so ganz der hoben klassischen Kunst zu «vidme», daß eine Mustervorstellung berauskommt, und es ge hört zweisellos ein großes Maß künstlerischer Gewissenhaftigkeit dazu, die einschneidenden materiellen Fragen hinter die ideellen zurückzustellen. Wir baden diesen Zeilen schaudernd erlebt, daß große, bedeutende Bühnen klassische Werke vor leeren Bänke» «vielten, derioeil Puppchen vor brechend vollen Häusern lmns- wursteltc. Um io höher ist cs linserer Thcaterlcitung deshalb anzurechnen, daß sie uns in diese», Winter den äußerst schwie­rigen Egmont beschert bat und gar noch nlitcr Auswand einer stärken Kapelle. UNI einmal etwas ganz Ungewöhnliches zu biete». Ilnb ein schöner Eriotg krönte das mühevoll: Wert.

Herr Tirettor S t c i g o c t t e r , der in der Leitung Ilas- iiidicr Stücke eine besonders glückliche Hand zeigt, hatte alles getan, um dem mit Politik und endlosen Gespräche» vollge- viropiten Drama eine würdige und ehrenvolle Wiedergabe ange- dcihcn zu lassen Mit gutem Geschmack hatte er einen schöne», reizvollen Radmen UN, die einzelnen Bilder grivannt, die nicht nur das Lebe» in Alt-Brüssel sorgsam^ und klugbewegt vorspiegcl- tc», sondern auch in den intimen Szenen Krafl und Klarheit gewonnen. Dazu kam noch, daß die Zuschauer willig mitgingen und der Anregung der Thealerleituna. nicht nach >rdem Bild tu ktatsche». insgesamt und ahne ,ede Ausnahme iolgten, so daß die anaeschtagenen Stimmungen leite und ungestört verklingen konnten

Entivrcchend dem tüesamteindruck waren auch die Einzelleistun- mn: ,'ast zeder der Darsteller bemühte sich mit Ersolg. einen be «anders geprägten Charakter zu zeichNim und als Individualität zu wirken. Fräulein Frenze! gab der Fürstin von Parma könig­liche Halruug und weiblich .zartes Mitgesühl. Als Nachfolger des Herrn «Bruchwitz, der «ich zum Heldentcnor ausbildet, stellte «ich Herr Oskar H ö ck c r in der Rolle des Graien Egmont vor und iand raich den Bciialt der Zuschauer. Eine schöne, gut aus- tekauie Hünengestalt und eine vrachrvollc, kräftige Stimme empfehlen den Künstler, brr ossenbar noch recht jung ist, nach-

ltchen ?lrbeiiskräfte, die 1907 alshauptberuflich" ange­lten wurden, nicht als solche ausgesaßt, sondern nur als Familienangehörige" gezählt worden sind . In der Tat cni- tällt auch diese ganz scheinbare Steigerung auf die weiblichen Kräfte, die sich allein in den zwö.s Jahren seil 1895 um 6000 üövte vermehrten. An männlichen -trbeitcrn hnl also die hessische Landwirtschaft unleugbar einen großen Verlust er litten, der in der Not zum Teil mit ausländischen Arbeitern zu decken gesucht wurde. Schon >907 bildeten diese im Groß Herzogtum ein ganzes Regiment von fast 2000 Mann, und seitdem sind es noch viel mehr geworden. Mit Rücksicht aus den Kulturzufland und die landwirtschaftliche Qualifikation dieses russischen, rutdenischen und galizischen Ersatzes wird man kaum sagen können, daß nnscre Landwirkschatt dadurch bczdnders gewonnen habe. Tie Sorgfalt und Intelligenz des deutschen Landarbeiters ist durch'keinen ausländischen Zuzug zu ersetzen.

So steht unsere Landwirtschaft gerade tvegcn der Ar- bcitersrage vor einer sehr schweren Krisis, die jeden ölugcn- bl«ck, wenn Rußland mit seine» Drohungen, seine Grenzen zu sperren. Ernst macht, zu einem Verhängnis für die meinen größeren Grundbesitzer werden lann. Um einen Einblick in die Ursachen und die Aussichten dieser unseligen Entwicklung zu bekommen, müssen wir ans die landnürt- scbaskltche Betriebsstatistik, die heute ebenfalls voll ständig vorliegt, zurückgreisen.

Hier erscheint als das erste auffällige Merkmal der Rückgang der Selbständige»' in der hessischen Lond- wirischaii um 774. Ist dieser Verlust auch nicht so schwer wie z.V. ii« Schlesien oder Brnndenb«trg, so ist er gewiß ein trauriges Zeichen der Zeit. Besonders hat die Entwicklung unseres .Kleinbauer,linms nachgelassen. Die Kleinbauern werden immer weniger. 1882 waren es im Großherzogtum Hessen noch 28678, lüge,och 28 511 und 1907 nur iiiufl 27 920. Und wenn sich die Zahl der Zwergwirtsckmstcn (unter zwei Hektar) in der kehlen Periode angeblich auch um-14000 vermehrt haben soll was aber in dieser Höhe bezweifelt werden muß, weil hier wohl ebenfalls formale Zählnngsursachen in Frage kommen so ist dock« deren Bodenskächc nicht mehr, sondern noch um 1700 Hektar we­niger geworden. Aus die einzelne Ztvcrgwirtschast koninii also noch weniger Land wie früher.

Auf der einen Seite also eit, ganz offenbarer Land­hunger in weitesten Kreisen, ans der anderen eine Abnahme des verfügbaren Bodens. Roch mein- aber wist es Hc.kagen, wenn ein schwerer Landverlust auch bei denen zu verzeichnen ist, denen das Stückchen eigen bewirtschafteten Ackers die einzige feste Brücke zur Heimat ist, bei den landwirtschafi lichen Lohnarbeitern. I» Hessen gab cs noch 1895 über 12000 Landarbeiter Mit eigenem oder gepachtetem Land, 11(07 nur noch 8086. Auch die Arbeiter mit sog. Teputai- land beliefen sich nur ans 107. Die übergroße Mehrzahl der männlichen Landarbeiter ist ohne jedes Fleckchen Acker in eigener Bewirtschaftung. Alle agrarischen Autoritäten be zeugen aber, daß im Volke ein großer Hunger nafÄy Land bestellt. Eine eleiiientarc günstige Anlage, die am ehesten geeignet erscheint, der Landflucht entgegenzuarbeiten, Hai man demnrzö verkümmern lasse». Gewiß ist bekannt, daß man z. B. in Ostpreußen Experimente gemacht hat, die gründlich fehkschlugen. Das darf aber nicht maßgebend sein. Solche Versuche werden immer scheitern müssen, wenn sie auf einer Basis gemacht werden, die den Landarbeiter von vornherein mit Mißtrauen erfüllt. Mit unsozialen Hinter

drücklick, wenn er auch die hohen Anforderungen, die man an eine» Egmont stellt, noch »ich, völlig eriüllte. Das Lcichtlebige, Spielcriickie, das Sonnenfrolie und Sieghafte gelang iftm irfjr gut, nur in der Leidenschaft geric, er manchmal zu-sehr ins Schreie» und vergaß dann die weise Gliederung und Abstuiung der Sprache. Ader da-, ist rin Fehler, der sich wobt lcickit ablcgcn läßt, «o da«: man sicher annehmen kann. Herr Höcker werde ein tüchtiges Mitglied unserer Bühne. Den Oranieil gab Herr «chubert mit qcmessciicr. kühler Tivlomatie: ein eriadrener Hoiniann.

der «sch zu zügein «reiß. Ein üahlharter. großzügiger Alba «imi Lrrr T woüko wski, in je'« Bewegung derüch,er«,e EK n-alimensch und kaltblütige Egoist. Es «vor eine Musterlelstnng schlichter Menschendarstellung. Seinen natiirliMn saohn (Dielte Herr Grosser Braun mit jugendlich schwarniernchcr «ege, steruna Eine bedeutende, ausgcreistc Leistung bot Fräulein Alice Dagnv als Klärchen. Sie war Io voll inniglüncr Liebe io voll verzückter, icelenzitterndcr .vingabe, und so voll keuscher Mädchendastigkeit. daß selbst der alte, viklcriabrcne Herr von Goethe seine reinste Freude gehabt hätte. a.er Kranz, der der jungen, strebsamen Künstlerin zum Lchluve gereicht wurde, mag ihr- ein Zeichen dafür sein, daß mane in, nächsten Wiiiter ungeru vermissen «oirt. Als ihre Mutter cnlialtcte Fraulem R a t h u > i s viel behaglich-wrqlicken Euer. Herr Stein- hoser spielte den armen Brackenbnrg Mit be,eel!er ^nncrlickt- kcit lieb und treu, und mit Freude» folgt inan den Fortschriltcn, die der junge .Künstler seit «cinrn, «stcn Alistrcteil ge««racht hat. Ein rortre,fl,cher Kramer zpocjt war Herr Bolck, ein solider, brsifistolzer Bürgersmann. Köstlich und in icb.r Beziehung aufs feinste ergründet spielte Herr Grosser feinen Schneider Zettrr. per Soldat des Herrn R olteck imirde durch seine Unpäßlichkeit Nicht unwesentlich bk- cinträchtigt, da hier die sprachliche Leistung ausschlaggebend ist. Als Sehr,über Bansen bewies Herr Galt aufs neue seine hohe Künstlerschast im Charakterisieren.

Zu erwähnen sind außerdeni noch die Herren Ulrich «Mackiiavelll. Köhler «Richard:, Stichel (Zimmermann«, Bochum (Seifensieder) und Conradi (Ruhsumü «Run noch ein Bort über den musikalischen Teil:

DieEgmont"-stRusik von Beethoven trägt die Lvuszahl 84, ist im' Jahre 1810 geschrieben und fällt also in di- Kompo- iitlonszcit .zwischen derPastoralen" und der 7. Symphonie. Beethoven bekam von der Theatcrdircktion den «luirrog, eine vasiendc Musik zumEgmonU' zu komponieren und an, 2k. August 1810 schreibt er an Breitkovt und Härtel:ich habe ihn kEgmont- bloß aus Liebe zum Dichter geschrieben und auch, um dieses zu zeigen, nichts dafür von der Thcaterdirektwn ge­nommen" . . .

izedanlen oder schlecht verhüllten politischen Endzwecken wird inan diesen Teil der Agrarfrage eben niemals.cn können.

Gebt dem Landmann Land zur S et b st b cw irt- schastnng! Darin steckt eins der großen iKehcimnissc, den Landgebürtigcn landtreu zu machen. Woher das Land nehmen? Bon Oed- und Unland muß hier ganz abgesehen werden: das ist ein Kapitel für sich, das hier nicht hcr- gchört. Der Boden lann gar nicht anderwärts bergenom men werden, als vom größeren Grundbesitz, dem staatlichen wie privaten. Man soll sich dock, nicht länger darüber täuschen, daß wegen der Arbeiterfrage der gegenwärtige Großgrundbesitz aus tönernen Füßen ruht. Ihm kann man gar nicht besser enlgegenkommen, als indem man in Ver­bindung mit ihm das Werk einer energischen Jnnenloloni- sation in «Angriff nimmt. «Rur so wird das Land wieder bevölkert, seine «Produktioiiäi gesteigert und die «tädtischc «Arbeitslosigkeit gemildert iverden. Solange aber ein Land- wirtschaftsminister v. Schorlemer-Lieser für «Preußen aus seinem merkwürdigen Standpunkt beharrt, daß nicht zu denlen sei an eineJnncnkolonisaiion, die den Groß­grundbesitz in «Anspruch nimmt", solange werden wir weiter an dem «Problem Arbeitslosigkeit-Landflucht Herumkurieren, ohne zu einem Ersolg zu kommen.

ver schwedis iP vauernzug.

Stockholm, 6. Febr. Ungesähr 30000 schwedische Bauern vom höchsten Norden bis zur «Provinz Scheuen iind in der «Art einer vatriotrschcn Wallfahrt eingctroflcn, um dem König uud dem Mi- nistcrvräsidcntcn ihre Geneigtheit zur Ucbcrnahmc der Lasten der Rüstungsvermchrung auszusprechen und die sofortige Einleiiun-r der entsprechenden Maßnahmen ZU erbitten. In einem gewaltigen Zuge, dem die «Banner der 24 «Provinzen Schwedens voransgetra- ge» wurden, begaben sich die «Bauern, nachdem sic den in ocrschic- dciicn Kirchen veranstalteten Gottesdiensten beigewohut halten, nach dem töniglichen Schloß. Hier hielt der Führer des Zuges eine An- ivrnche an den, König, in der er der «Bedeutung dieser einzigartigen .Kundgebung der «Vaterlandsliebe und Lonalität gegen den König «Worte verlieh. «Nachdem der König den 30000 «Bauern vor dem Schlosse gedankt hatte, dafür, daß «ie «ick« bei ihm eingcfundcn hätten, und nachdem er einen historischen Rückblick aus die «Bezie­hungen znüi'chen den «ckivedischm Königen und ihren llntcriancn ge«vorl'en hatte, fuhr er fort:

Es fehlt «»ahrlich Nicht an Männern in unserem Lande, die der «Meinung sind, daß die Frage über die llcbungszcii der Znian- terie nicht jetzt gelöst werden dürfte. Ich teile kcinesivcgs diese Aui- sasjung und bin im Gegcmeil der Metlmnitz, die Ihr soeben när gegenüber ausgcsprochc» habt, daß die «Berleidigungstragc als ein Ganzes bibandelr und jevt entschieden werden müsse, ohne Ver­zögerung und im Zusammenhänge von den Forderungen für die Schhagseriigkeit und der Kricgsbcreitschasi der Feldarmee, die un­erschütterlich i«'t und von den Sachverständigen innerhalb mriner Armee aulgestetkt «vordcn sind, und gehe nicht davon ab. Ihr «vißt alle, das; dies eine erweiterte Dienstzeit für die Wchr- vslichtigen bedeutet, auch in «Bezug nur die Notwendigkeit der «Win- teransbildnng. Um ihre großen «Ausgaben lösen zu können, muß ich sernei meine Marine nicht allein stark erhalten, sondcnr sic muß auch in bedeutendem Maße verstärkt werden. Laßt Nils in (üemein- fdjaft für die «Wehrmacht des Reiches arbeiten, dann wird cs auch gelingen, die für das Reich so wichtigen entscheidenden «Fragen zu einem qtücklichen Ende zu sührcn.

In Er«vidcru»g der «Worte des Königs wurde die «Rational- hvmne gesungen und stürniische Hurraruic ausaedrackn. Dann zogen alle «Bauern ins Schloß ein, wo sie i» den Prunkgemächern vor dem Königspaar, die von den Prinzen und Prinzessinnen des König­lichen Hauses umgeben waren, vorüberzogen. Ter Zug dauerte stundenlang. Eine «Abordnung der «Bauern bcgab sich dann zum Ainistervräsidenirn, um >b» von dem «Besuch bei dem König und den dabei ausgeiprochenen Wünsche» Kenntnis zu geben. Für den

Es gebührt unserer .Theaterdireltion ei» besonderer Tank dafür, daß sie ihren Abonnenten die Möglichkeit gab, diese herr­liche «Musik in einer ganz vorzüglichen Ausführung zu hören.

Es freut uns, hervorhebcn zu können, daß unsere «Militäv- kapctle trotz der unausbörlichen «Arbeit der letzten Tage, den ganzen «Abend, von dem Borivicl dis zur Sieges Snmvbonie, gau» herr­lich musizierte. «Wie sein klang das «Lianissinw der Streicher in der Zwischenaktmusik und wie präzis und sauber waren die Ein­sätze der «Blech- und .Holzinstrumente in den fs-Stellen.

Ter Theatcr-Tirigrnt Fr. «Adam, (der die ganze Musik answendig dirigierte:, scheute keine Müde, um die Jntentioium des genialen Komvonisten in Tat umzusetzen, und er tänn auf die gestrige^ Aufführung stolz sein.

Er mußte nackig Schluß der Vorstellung neben den Dirckwr und den Hanvtdnrstcllern aus der Bühne erscheinen. Ivo ihm eine Beethoven-Maske mir Kranz und Schleifen überreicht wurde.

Di c bakicrientütciidc Wirkung des Li»o- k e u m s ist ieit Tr. «Bitters Nntersuchungr» im hngieniichen Zn- stitut zu Kiel bekannt, doch werden die außerordentlichen Vorteile, die diese Eigenschaii bei der Verwenduna des Linoleums als Fuß­boden für Kraiikenbäuser, Schulräumc. Kirchen, Wohnräume, Eisen­bahnwagen, Schisse usw. bietet, noch nicht genügend ansgenüpt. Hieraus weis, Tivlom-Jngenieur F. Fritz .'Triest) in der Zeit­schriftKunststosse" hin. Tie Ursachen der keimiötenden «Wirtnng des Linoleums suchte Tr. «Bitter in dem Leinöl. Fritz crweiterlh diese «Ansicht dahin, daß es das oxydierte Leinöl, das Linoxnn is>. das sich reichlich mit Sauerstoff brladcn lann und hierdurch drn Bakterien die «Weiterbildung unmöglich macht. Lehr wahrscheinlich können nur trocknende Oele die bakteriziden Wirkungen auslösen.

Das größte Fernrohr der Welt. Das größte Fernrohr, das bisher gebaut worden ist, geht setz! in Kanada ieiner Bollendung entgegen. Es wird 360 000 Mark kosten, und sein Svieacl. drr aus dem vollkommensten Glas besteht, da- menschlichr Geschicklichkeit anfcrtigen kann, lmt 6 Fuß Durchmesser. «Bisher durfte de» Ruhm, der unerreichte Riese unter den Teleikoven zu sein, das große Fernrohr in Anspruch Iiehmc», das zuerst aus dev «Pariser Ausstellung von 1899 gezeigt wurde. Es hat Linsen, die einen .Durchmesser von, 49 Zoll aufweisen, und das «Rohr ist 197 Fuß lang. Doch ist dieses Fernrohr nicht in eine» >t uppel­le au eingebaut und steht überhaupt an Vollkommenheit weit gegen das Aerkes-Teleskop zurück, das bisher als das ausgezeichnetste Fernrohr gcktcn konnte: es ist 74 Fuß lang und wieg! über. 7 Tonnen. Das neue Fernrohr in Kanada wird jedoch seine Ri­valen an Größe und Vollendung der «Ansführung weit in den Schatten stellen.