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'«!? Zollfrägen, fultuirllc Fragen, tait bic bfr^Sffotm b«S ®«5t. tecbt-S. Da stehen wir ganz aus demselben Standpunkt, wie der Haisia-Bunt, Warum solle» wir da nicht auf eine freundliche Einladung eine ireundlichc Antwort gedenk Mache« Sic cS denn anders? Wie ist cs denn mit dem Kartell der schaffenden Stände?

Herr Haesch hat in dernichtpersönlichen" Weise, die ihn autz- zeichnet. mir vorgeworfen, daß ich für die Reform der Um. fatzftcuer eingetreten sei. Damit setzt er sich in Widerspruch mit seinem Parteiführer Grafen Westarp, der in der ginanzkom- miffion sich iür meinen darauf abziclendcn Antrag ausgesprochen hat. Wir können die Lücken im Zolltarif sehr wohl und wollen sic gern ausfüllcn. De» Weg der extremen Schutz­zollpolitik aber werden wir freilich niemals gehen. Tie Schutzzollpolitik ist iiur aufrechtzuerbalten durch eine V c r st ä n > digung zwischen Industrie und Landwirtschaft,

Abg, Schwcrckhardt (Bp.) spricht gegen den Abg, Vogt-Hall, der ein ganz unzutreffendes Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse in Württemberg gegeben Hobe, Den Ktcinmüllern kann lischt durch eine Mühlenumsatz. steuer, solider» nur durch eine Tarifdifferenzierung zwischen Ge­treide und Mehl geholfen iverden.

Abg, Pi-ns (Soz.):

Tie Backeriiiiningen klagen immer über die Konkurrenz der/ Konsumbäckereien, loariiin nicht über die der kapilalisiisckicn Brot­fabriken, die viel umfangreicher sind? Wir biticn um statistisches Material.

Abg, Hcstcriiigun (Bei k, Partei):

Ich habe nicht behauptet, daß der Bauernbund als solcher m!I kfluterfchlächtern zu tun bat oder dag Dr, Löhme damit zu tun bat. Ich habe nur gesagt, daß in einem Wahlkreise und dem Dr. Böhmes Güicrfchlächtcr an mich heran- ge Ire len sind >id mich gebeten haben, dafür cinzutreten, daß ihnen in Preußen nicht dar Handwerk gelegt wird. Zum Schutzzoll kann ich nur sagen, war ich schon als Redner der nationnllibcralcn Partei gesagt habe, (Heiterkeit.) Dr, Böhme hat sich auch in gewaltigen Gegensatz zur nationallibe- ralen Partei und zum Bauernbund gesetzi, wenii er hier nur aus di- Rechte schlägt und die Linke u ii g c s ch o r e n läßt, (Hciter- ckcit rechts, Lachei! linkt.,) Auch Herr Dr, Böhme muß doch wissen, daß in der nationall, bcralcnFraktion auch Mit- glicdcr des Bundes der Landwirte sitzen. (Hört! Hört!) Ich we'ß Nicht ob diese Herren nächstens auch aus der nationallibcralen Partei hcrauskommcn, (Heitertet!.) Im Bauernbünde fitzt auch Herr Löscher von der Reichsparlei. Er war der Renommler Freikonservatlvc. lHeiterkeit.) Er wurde in den Der- sammlungeii besonders erwähnt, weil die Frcikonfcrvativcn in landwirtschaftlichen Frage» zuverlässig sind, lHeiterkeit rechts.) Und dann sitzen im Bauernbünde auch freisinnige Leute. ES ist doch eigentlich ein Diug der Nnmöglichlcit, daß man mit diesen Herren zusamme rbeitcn kann (Hört! Hört! lind Heiterkeit!), besonders nachdem Dr Wcndorff heute erklärt hat, daß seine Freunde auf ihrem Programm beharre» und für Abbau der Schutzzölle sind, lAbg, Dr, Paasche winkt mit der Hand ab,) Ach, Herr Paasche, regen Sie sich doch nicht auf. (Heiterkeit und Unruhe.)

T e m S i a n d p u n k t der Zentrums stimme ich durchaus zu. (Schallende Heiterkeit und Zurufe: Sie

wollen wohl ins Zentrum? Die Herren vom Zen­trum winken lebhaft ab, Erneute Heiterkeit,) Ich finde, daß die Zcntrumsparlci viel besser >f! als manche andere Partei, iAllgcnieine grotzc Heiterkeit!) Bei den Wahlen wird viel Schwin­del getrieben, (schallende Heiterkeit und Zurufe: Von Ihnen!) Da wurde das Zentrum immer als die große Gefahr hingeftellt. Ich habe in der nationallibcralc» Fraktion die Erfahrung gemacht, daß man mit der ZcntrumSpartci eine ganz vernünftige Politik machen kann, (Schallende Heiterkeit.) Der nationalliberalen Partei gegenüber will ich aus alter Freund, schüft fcjtsiellcn, (Große Heiterkeit und Zurufe: Kehre zurück!) daß in dieser Partei viele Herren sind, die meinen Standpunkt teilen, (Große Heiterkeit rechts,) Tie Hauptsache für die bürgerlichen Parteien ist die. die Kluft zwischen Großgrundbesitzern und Bauern nicht zu erweitern, son­der» zu beseitigen, (Beifall rechts.)

Damit schließt die allgemeine Aussprache, Einige Titel werden noch erledigt. Die Abstimmungen werden zurückgestellt,

Dienstag 2 Uhr pünktlich: Kurze Anfragen, Weiter,

heratung.

Schluß 5 Uhr._

Au; dem verwaltungsbericht der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr fyj2.

Ter Bcnvattungsbericht der Oberbürgermeisters für das Rech, nungsjahr 1912 ist soeben in der üblichen Aufmachung in einem Umfang von über 200 Seite» erschienen. Wir entnehmen ihm folgende

Ter nicht geändert

st at i st i s ch e Mitteilungen:

r .rlöchciiiiihalt der Gemarkung hat sich im Berichisjahr eändcrt: er betrug 312t Hektar 78 Ar Äst, Quadratmeter Davon sind lobaut 17«! Hektar 20 Ar 22 Quadrati»,. Waldungen 1239 Hektar 9.) Ar 3 Quadratni., Ackerfeld und Grab-,arten 1236 Hektar 58 Ar 41 Quadratni,, Wiesen und GraSgärlen 450 Hektar 90 Ar 82 Quadrarm,^ 'Aut Straßen, Wege, Plätze und Anlagen entfallen 146 Hcklar 57 Ar 5 Quadratni, aut Eisenbahngelände 63 Hektar 14 Ar 63 Quadrati», Tic Bevölkerungsstatistik des Jahres 1912 haben wir bereits zu Anfang des vergangenen Jahres vcrösientlicht, wie wie vor einigen Tagen schon die des Jahres 1913 imigcteilt hil»e» Ii» ganzen wurden eingetragen in das Geburtsregister 103» (1116), in das Heiratsregister 212 <212) und in das Sterberegistcr 723 (6791. - - Tic Militärstamni rolle umiasstc 455 Militärpllichtigc gegen 144 im Jahre 1011. In 21 Sitzungen habe» die Stadivätcr 561 Gegenstände behandelt, gegenüber 714 Gegenständen bei derselben Sitzunaszaht im Jahre vorher, Anträge aut Verleihung der lnssiichcn StaatSangcbörig fett wurden 14 gestellt gegen 15 im Jahre 1911. Qrtsbürger auinahmc» sandc» nicht statt, Selxinkerlaiibnis wurde in 23 Fellen bejaht, in I I Fällen verneint: dabei handelte cs sich in 24 Fäl­len nur um Ucbcrtragung bestehender Wirtschaften, Finonzwcse»,

Sehe interessant sind die Ausschlüsse, die der VerwaltungS- bcricht über das Finanz ergeh n i s des Jahres 1912 gibt Bei der B c t r i e b s r e ch n u n g beträgt die Einnahme 3734361,98 Mart, die Ausgabe 3283412,22 Mark, so das; ein Uebcrichuß von 450 949,76 Mark bleibt. Tiefer Ueberickniß Hestedt aus 438611,27 Marl in barem Vorrat, 21 211,45 Mark in Vorlagcn und 8097,04 Mark in Ausständen, Außerdem l>at dir Bciriebsrechnung im Rechnungsiahre >910 50 000 Mark als Rück läge bei der Verniögensrechnung angelegt,

Be, der V c r m ö g e n s r e ch n u n g beträgt die Einnahm.. 3 891 805,15 Mark, die Ausgabe 2 713826,73 Mark, Es bleibt also ein Ueberfchuß von I 177 978,42 Mark, wovon 1 120 368,52 Mark in barem Vorrat, 57 609,90 Mark in Ausständcn be­steht, 1

> Ta im Rcchnungsialir 1912 eine ganze Anzahl von Ar­beiten teils gar nicht, teils nickt vollständig auSgesührt wurden sind die tu früheren Jahren schon bewilligten Kredite in Höhe von 937 082,46 Mark o»t das Rechiiungslahr 1913 zu übertragen Ter Gciamtvcrmögens» und Schuldrnstand der Stadt stellt sich am Schlüsse des BerwalkungstabreS folgendermaßen dar:

Tie Summe des Vermögens beträgt 30092687,0-' Mark, die Summe der Schulden beträgt 21 187 099 03 Mark, so daß ein Bermögcnsübcr schuß von 8 905 588,0t Mark zu verzeichnen ist. Tabei lind das Elcktrizitäts werk mit einem Wert von 3 Millionen, das Ga »wer r tni 1 einem von 1 lOOOOOMark, das Wasserwerk mit einem sol eben von 1300 000, die Straßenbahn mit 650000 einge fefet Für dieselben Werke sinden sich unter Schulden folgende Dosten' Elektrizitätswerk 2237 469,09 Mark, Gas- ivcrk 578 638,21 Mark, Wasserwerk 1 280 238,93 Mark,

Straßenbahn 675 598,42 Marl, Die Kavsialschulden setzen sich zusammen aus 361 266,92 Mark iür Sritiungskaoitalien, 430 232,11 iür Schuldverschreibungen auf Namen und 20 395 600 Mark iür Anlehcn, so daß die G e s a in t s u m m e d c r K a p i t a 1« schulden, wie schon gesagt, 21187099,03 Mark beträgt,

G c m c i n d e st e u e r n.

Für die Veranlagung der Gemeindeumlagc» waren noch die Bestimmungen des Gesetzes vom 30, März 1901 maßgebend, ES wurden 120 Vroz. Zuschlag zu den Grundzahlen der Reallteuern und 120 Prozent von den doppelten Grundzablcn (30 Proz, der Reinerträge) erhoben. Veranlagt tvaren zur Grundsteuer 3036 Personen, zur Gewerbesteuer 1694 Personen, zur Kaviialrcirren- stcucr 1295 Personen, zur Einkommensteuer 9130 Personen, .liis die 1. Ableitung der Einkommensteuer entfallen 1918 Perionen, aut 'die 2. Abteilung 7212 Personen. In der 1. Abteilung ver­steuern ein Einkommen von 10 00020 000 Mark 141 Steuer- pslicknge, von 2000030000 Mark 41, von 3000040000 Mark 14, von 40 00060 000 Mark 13, von 60 00080 000 Mark 5, von 80 000 95 000 Mark 3, und über 100 000 Mark 4. In der 2. Abteilung versteuern 859 Personen weniger als 600 Mark, 819 weniger als 750 Mark, 903 weniger als 900 Mark, >276 weniger als 1100 Mark, 942 weniger als 1300

587 weniger als 1590 Mark, 547 weniger als 1700 Mari,

553 weniger als 2000 Mark. 327 weniger als 2300 Mark,

399 weniger als 2600 Marl, .

Ter Gesamtausschlag a n Gemein de st euer» be­trug 1 6699,1 52 Marl. Turch Zugänge na räglihe Hcran- zicbung infolge Verfehlungen gegen das Steuergcletz wurden weiter noch 60 222,60 Mark crhben, Tie Erlässe rnfölgc von Ein­

sprüchen be'rugcn 35 907,78 Mark: un i b inglich warcn4335,12 Mark: durch Wegzug von Gießen rrach nichiheisischen Qrten srnd 8821,41 Mark ausgeiallen. An cvanac ischcn Kirchensteuern wur­den 63 296.14 Mark, an ko'hol, 5Z78,3 l Mark erheben.

An Verbrauchssteuern (Oktrri gingen ern im ganzen 90577,02 Mark gegen 88935,66 Mark im Jahre 1911, Davon entfallen auf Bier 30 985,41 Mark (3181157 Mark t. I. 1011', für Getränke insgesamt wurden an Steuern eingenommen 44 448,56 Mark <44 735,59 Mark i. I, 1911. Aul Brennstosfc entfallen 46128/6 Mark gegen 44181,47 Mark im Vorfahr, Tie B c l i tzw e chs e 1 a b g a b c erbackßc 25 619,57 Mark gegen 31618,75 Mark i. I, 1911. An W c r t z uw a ch s st e u e r gingen 10 637,42 Mark ein und an Hundesteuer 9950 Mark gegen 9670 Mark: sür tmeinbrrugliche Hundesteuern gehen ab 1458,32 Mark gegen 1328 ., V,

TasGcivcrbegcricht eie ig'e di" Klage» an 86 rsitzungs- tagcn in 260 Teiniineii, darun er 46 SitzungSiagc mit 172 Ter­minen unter Zuziehung der Beisitzer,

TaS KauimannSgcrichi erledigte an 32 Sitzuugs- tagcu 51 Termine, darun er 18 SitzungSiagc mit 25 Termiiien unter Zuziehung der Beisitzer,

Arbeitsnachweis, Die Gesamtzahl der Gesuche betrug im Berich S ahre 7890 , 9 8 , 2288 Arbn gcbcr- und 5602 Ar- bci nehmcrgesuche. Ti- Jnan'vruchna'me ist somit um 982 Ge­suche gestiegen, Be'etzt wurden 1571 (1181' Stellen gleich 68,79 P.,oz, (62,78 Pro', des Arbeitsangeb iS und ^28,09 Proz, '32,5.5 P'vz.) der Arb itsnach rage. Aut 1 0 oi'eue Stellen kamen 244,84 'Arbeitsuchen'e- gegenüber 192,83 im Borjahre, Die Zahl der Arbeitgebergesuche ist um 71 znrückgeaangen, während die dcc Arb i nchrncrgcsuche um 1053 und der b'etztcn Stellen um 93 zugenonnnen hat. ES crbiel'cn 1387 1287' männliche und 187 (194) weibliche Personen Arbeit zugciviesen,

W vhnungsnachwciS: Einem Angebot von 106 Woh­nungen standen 171 Rach'raqcn gegenüber, von denen 18 durch den WvhnungSnachwciS erledigt wurden.

In der Armenpflege betrug der Zuschuß der Stadt zur Armenkasse 50 837,03 Mark gegen 52 166,08 Mark im Vor­jahre,

Arbeiterversicherung,

Zur Erfüllung der Ausgaben der untere» Verwaltungsbehörde aus der Reichsversicherung wurde am 1. Oktober 1912 das städtische VersichcrungSamt eingerichtet, ES erledigt sür die Stadtverwal­tung auch die Geschäfte der unteren Verwaltungsbehörde in der Ausführung des Gesetzes über die Angestelltcn-Versicherung vom 20, Dezember 1911 und andere sozialpolitische Angelegenheiten, Ter Aussicht des Oberbürgermeisters unterstanden im Be­richtsjahr die gemeinsame Ortskrankenlasse Gießen, 13 Bctricbs- und 1 JnnungSkranlciikasse,

An Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Versicherten einerseits und den Krankenkassen andererseits haben int Berickts- sahr zusammen 33 Fälle Vorgelegen, Hiervon waren 26 Be­schwerden gegen die Ortskrankenkasse, 3 gegen BetriebSkranken- kai'cn sind 2 gegen eine Jnnungskrankenkasse gerichtet: in 2 Fällen erhob die Ortskrankenlasse Beschwerde, 13 Beschwerden bezogen bezogen sich nn f die Gewährung von Kassenleistungen, 7 Ver­sicherte widersprachen der auferlegten Ordnungsstrafe wegen lieber- Iretung der Krankenvorschristcn. je 3 Fälle betrafen die An­meldepflicht deS Arbeitgebers, die Bei'ragszahsirng und die Der sicklerunge-vilicht. 2 Fälle die Unterstützung gemäß ? 28 K?B.-G,, je 1 Fall Ersatzforderung der Kasse aus § 50 K.-V.-G, und die Gewährung von Familienunterstützung,

Von diesen 33 Fällen kamen 4 zur förmlichen Entscheidung, die übrigen erledigten sich durch Zurückualmre der Beschwerde, vurck Aucrkcunung der Unlcrstützuugsvslicht sciicus der Orts- kiankcnkasic oder auf andere Art,

Tic Flugtechnik in Frankreich, Im sranzöiischcn Senat kündigte Kriegsmini st er N o u l e n s eine techiiische Sek ion sür das Flugwesen au. Er werde die vrivateu Konsiruk- roiicu überwachen und die Vervollkemmung der Apparale slu- icrc», Ter Minister gab zu, daß jetzt weniger Andrang zum Flugwesen ist als früher, aber im ganzen habe sich die lScichassen- deir vcrbeiserl, der Nachwuchs sei ebensalls besser, Tic privaten Fliegerschulen müssten durch nri itärischc Schulen ergänzt werden, i» welchen mit Strenge und TiSziplin gearbeitet wird, Ter Mi­nister erN rte, wie die Erbauer von Flugzeugen durch Prämien ermutigt wcr'c» sollen, Frankreich besitze gegenwärtig 600 Flug­zeuge, die Teuischcn nur 450 bis 500, Man wisse nicht, ob die Tculscheu gepanzerte Flugzeuge beigen, Frankreich be­stellte von dem ersten bereits auSgesührten Apparat, der vollkommen zuiricdcnslellcnd cn'cheine, mehrere unter Vorbehalt, Frankreich besitze den ThvuS eines ZcrstörcrärovlanS, das heißt eines Flug. Zeuges, das gepanzert und mit Waffen versehen ist, Die kürzlich von dcnr Senator Repmond veröffentlichte herbe

ik des französischen MilitärslugwesciiS hat zur Folge, daß die Oegeistlrchkcit letzt zum erstenmal erfährt, wie viel die trau» zösrfche Flugliga zu der Entwicklung des Militärflugwesens in Frankreich beigetragen hat. Bisher ivurden die Angaben dar über geheim gchal-en. Tie nationale Sammlung iür die Hebung ilNd Förderung der Fliigkunst erreichte, wie bereits bekannt ist, eine Höhe von 7 Millionen Franks, Das Nationalkomitec hat an» den Beickiluß geraßt, den größten Teil dieser Summe der Armeeverrvattiing zur sofortigen Anschaffung neuer Flugzeuge zur Verfügung zu stellen und zwar in der Weise, daß das Komitee ür jede neucinzcstell:e Militäillugmal'chinc einen Äostenbei'rag von 15 000 Franks bewilligte. Tiefer Entschluß wurde auch durck- geiübrt, Trc Heeresverwaltung ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen, Ta ein Flugzeug rund 23000 Franks kostet, hatte die Niiiiärverwaliung bei jedem neuen Flugzeug nur 8000 Franks dcizustcuern, Tie Folge davon war, das, bis zum Schluß des Jahres 1913 dag llkaiionalkomrlee der französischen Fliigliga nicht eiliger als 108 Flugzeuge gekauft und der Armee übcr- oiclen bat, _

Onl»eriitäts<nacbrid)tcft.

Ter Privatdozent für Hhgienc und Bakteriologie an der B o n- rer Univerlirat Tr, »red, 'Artbnr Seil, hat eine Llssistcnicn- 'telle am hygienischen Institut dcc Universität Leipzig übcr- rommen,

Ter Privatdozcnt sür Hygiene rnd Bakteriologie an der Universität Straßburgi, E, Tr, med, Hermann Dold ist mit der Einrichtung deS Instituts für Hygiene und Bakteriologie'

an der Teutschen Medizi» nnd Ingenieurschule für Ehinefen in Shanghai beauftragt worden: zugleich erhielt er einen Lehraustrag für Hygiene und Bakteriologie an der genannten Anstalt,

Zur Beobachtung der völligen Sonnenfin­sternis am 21, August 1914, deren Totalitätszone aut einer oon Riga nach der Krinr verlausendeil Linie liegt, wird icitcns der preustilchen Regierung (Astrophysikalilches Obfeevarorium rn Potsdam) eine Exvediiio» nach <rüdrustland beabsichtigt. Der neue Etat sicht hierfür Mittel in Höbe von 16 MO ?Nk, vor, vovo» 12 000 Mk, aus Anscha ffung eines Coelostaten fallen,

vus Grube,lunglück öer Zeche Achenbach.

Der Kaifc rließ dem HandelSministcr auf die Meldung von dem Grubenunglück der ZecheAchenbach" folgendes Telegramm zugehcn:

Sc, M, der Kaiser und König nehnicir an dem neuen Gruben­unglück der Zeche Achenbach im Brambaucr Bergrevier sckimerz- sichen Anteil und lgsscir Eure Exzellenz ersuche», den bei der Schlagwetterexplosion verwundeten braven Bergleuten und der, Liiiterblicbencn der in ihrem Berufe gefallenen Knappen aller­höchst ihr Beileid auszusprechcn, ?luf allerhöchsten Beiehl:

v. Valentini,

Die Anfrage deS Abg, Brust und Genossen, die am Dienstag auf der Tagesordnung des preuß, Abgeordneten­hauses steht, hat folgenden Wortlaut:

Tie Uirlerzeichnetcn richten an die sbünigliche Staatsrrgiernng die Anfrage: Ist die Königliche Staatsrcgicrung irr dcc Lage, über die Ursachen des Grubenunglücks auf der Zeche Minister Achenbach" im Landkreis Torrmund am 30, Januar 1914 Mitteilung zu machen? Welche Maßnahnren gedenkt dir Königliche Staatsrcgicrung zur Verhütung der häufigen Unglücks- fälle zukünftig zu treffen? ,

Dortmund, .31, Jan, Bis Machnrittag waren vor, den Veruilglücktcir der Zeche Achenbach 16 Tote rekognosziert. Davon waren sieben verheiratet, neun ledig. Von den 17 Verletzten begaben sich acht »ach Anlegung von Notverbän­den in die Wohnungen, Von den übrigen neun starben drei. Bei den andern liegt leine unmittelbare Lebensgefahr vor. Die Beerdigungen finden voraussichtlich am Montag nach­mittag statt,

Dortmund, 1, Febr, Im Laufe der letzten 24 Stun­den wurden von der ZecheMinister Achenbach" zwei tvei- tere Tote geborgen, Im Kranlenhause sind rnsqejamt vier Bergleute gestorben, so daß fick die Za h l d e r T o te n bis fetzt aus 2 4 beläuft. Es sollen sich noch ein oder zwei Berg­leute unter den Trümmern befinden.

rermifduc».

* 40 Jahre Reichspostinilserim, Staatssekretär Tr. v, Stevhan begründete in dem 1874 ncucrbauten Zentralpost- gcbäude, Leipziger Straße 15, einePlan- und Modellkammer", eine Sammlung von Modellen technischer HUssmittel der Post, Zeichnungen und Briefmarken, Zwei Jahre später kamen die geschichtlichen Telegravhenapparate hinzu, und so entstand ein Post- und Telegraphcnmuscum", das das "Werden und die Fort­entwickelung des Verkehrswesens aller Völker bis auf die neueste Zeit kulturgeschichtlich veranschaulicht. Im Februar 1898 mußten dem Museum größere Räume zur Verfügung gestellt werden: cs geschah dies im Erweiterungsbau des ReichspostamteS, in dem sich das Postmuscum noch befindet. Heute weist der Katalog schon weil über 4000 Nummern aus, ungerechnet die Ausstel­lungsgegenstände der Lush'chisiahrt. Ter Jahrcsbesuch stellt sich auf rund tOOMO Personen, darunter viele ausländische Post- bcanltc und sonstige Fremde, Schüler und Rekruten, Das Post­museum hat in den 40 Jahren feines Bestehens schon zahlreiche Ausstellungen beschickt, in diesem Jahre wird cs einen geschicht­lichen Uebcrblick über die Entwickelung des Nachrichtenwesens auf der Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig zur Tarstcllung bringen,

"TieFraudcSStaatsanwaltcsalsGcschäfts- führerrn. Aus Kotibus wird gemeldet: Im Zusammenhang mit der Untersuchung gegen den in Moabit inhajtiertcn Berliner GrundstückSspekulanlen Leo Schiifmann ist die Gattin des Staatsanwalts am Kottbuser Landgericht, Frau Hedwig AhrenS, verhallet worden und zivar unter dem Verdachte des Betrugs, der Urkundeiiiälschung und des Meineids. Sie wurde nach dem Unlcrsiichnngsge ängnis Moabit übergefühn. Zugleich sind in Berlin bei mehreren Rechtsanwälten, A et i t c n und Banken große Haussuchungen abgehal­ten worden. Auch in der lWohnung deS St a a tS a n io a l t 4 Ahrens und später auch iii seinem Dienstzimmer sind Durch­suchungen vorgenommen worden, bei denen man große Paket! von Briesschasten beschlagnahmte. Wie es heißt, hat Frau AhrenS iahrclang ein Topvellebcn gelührt, in­dem sie gleichzeitig mit dem Staatsanwalt verheiratet war, und außerdem unter dem Namen eine- Fräuleins Frankel als P okurrstin in der Finna Leo Schissman» fungierte. Nach der Flucht Schisfmanns verschwand auch die Prokuristin und es ge­lang erst fetzt, ihre Persönlichkeit zu ermitteln,

* Auch ein Zeichen der Zeit, Im Halbeistädter Stadt­theater mnstie diejec Tage eine Abendvorstellung ausfalleil. da nur vier Eintrittskarten verkauft waren! ES waren mehr Leute aut der Bühne, als drunten im Zuschauercaum,

Meine Lagerchronlk.

Ein Charlottenburger Bürger, der nicht genannt sein will, hat der Stadtgemeinde eine Million Mark iür arme und skrofulöse oder schwächliche Kinder gesckienkweise übcr- lasiem

Im Zirkus Busch in Berlin stürzte gestern abend eine Säuleiikulisse herab und riß drei Tänzerinnen mit. Während zwcr von ihnen mit dem bloßen Schrecken davon kamen, erlitt die dritte leichte Quetschungen und Hantabschürfungen,

Ter Hamburger Senat ersuch.c die Bürgerschaft um die Mitaenebmigung eines lebcnsläng ich?,, Ehrcngeh alte- von jährlich 4 00 Mark lür die Schwester des verstorbenen Pro> fesjors Lichlwark, Fräulein Ma.ranne Licht mark.

6and«I.

Die Gewerk ich ait Gießen er Braunstcrirberg- werke versendet an ihre Gewerken den Bericht über das 4, Quar- tos 1913, in dem der Erlös für Erze, Braunstein und Schlämme mit 466 576,75 Mk. (458 650,85 Mk. im 3 Quartal) angegeben wird. Bcrausgabl wurden davon sür Löhne und Gehälter 225 786,06 Mk, (242 372,45 Mk,), sür Materialien, Reparaturen usw, 61 186,03 Mk, (83 530,39), sür Steuern, Abgaben und La"en 36 561,61 Mk. (32 934,24), im ganze» 323 533 70 Mk. 3 8 837,08 Mk.). hiervon sind sür Zunabmc der Erzvorrätc 28 500 Mk. (46 071,5? Mk.) gekürzt worden, so daß sich die NetloauSgabcn auf 295 033,70 Mk, (312 765,58 Mk.) belaufen und der Uebcrschust 171543,05 Mk, (145 885 27 Mk) beträgt, Ta für Zinsen und Amortisation der Anleihen I und tl 77 351,25 Mk, (74 941,25 Mark) zurückgestellt worden sind, verbleiben Netto 94 191,80 Mk,, die mit dem Uebcrschust der ersten 3 Quartale von 224 998 93 Mk, einen JahrcSüberschuß von 319 19Y.73 Mk, ergeben, Ter Grubcnvorstaird der Gcwerkschali Gicßcner Braun- stcinbergwerke v, Fernie in Gießen hat beschlossen, sür das 4, Qilartal 1913 eine Ausbeute von 50 Mk, pro Kux zur Aus­schüttung zu bringen, Ter Quartalübcrschuß ioürdc zwar die Verteilung der seitherigen Ausbeute gestatten, der Beschluß trägt indessen der noch ungeklärten Marltlagc Rechnung.

Für empfindliehe Kinder

*ur Hautpflege unentbehrlich ist tägliche Waschung mit

Myrrhodnxelfe

weil sie durch ihren Gehalt an edlem Myrrholin mit seinen antt- sevtlschenc heilenden und neubildenden Eigenschaften seit sast Ä)^<»h' reu als einzigartige Toilettc-Gesnudheitsseife bewährte. 2BK