beu Die „Franftsurter Zettung" stellt den Fakt io dar, als kätte das Unrecht aus der Seite der Offiziere gelegen, die eine unnötige Barschheit und Gewalt angewendct und di> dcidcii Lothringer ans das Bürgcrincistcramt nach Montigni hätten dringe» lassen, wo sic wieder auf freien Fuß gcsetz: wurden. Tic Mililärdehörde rwrosscntlicht dagegen heute b vcite eine Tsrstellung, die unr au anderer Stelle loiedrr heben und die zeigt, dass das Feankfurter Blatl tendenziös irregcführt worden ist. Jedenfalls ist cs bezeichnend, daß. wic^das Bert. Tgbl." meldet, die gegenwärtige Regierung in Slraßburg vor etwa 2 Wochen einen Erlaß an die Behörden gerichtet Kat, wonach diese mit größerer SchärsealsbiSher ihre Befugnisse auSüben sollen. End lich soll auch einem andern viel gerügten Uebclstande ent- gegcngetreten werden. Tic Straßburger Regierung hat »äiu Iich ferner, demselben Blatt zu>olgc, vor einigen Tagen a. sämtliche Ureisdirektore» eine Anweisung gerichtet, fortan gegen die vssentliche Fcilhaltung und Ausstellung von Dro schüren und Ansichtskarten, die in höhnischer Weise die Za- berner Tinge behandeln, mit aller Energie cinzuschreiten. Gleichzeitig soll verfügt lvorden sein, überhauvt gegen die öffentliche Zurschaustelliing von beleidigenden Karikaturen deutscher Militärpersoncn energisch vorzugchen. Ob das schon den Anfang neuer amtlicher Pslichtaussassung bedeutet?
Die Statthalterkrisis.
Berlin, 30. Jan. Tic „Norddeutsche Allgenieine Zeitung" schreibt I Wie Ivir hören, bat sich der Kaiserliche Statthalter Gras von Wedel bereit erklärt, noch einige Monate auj seinen, Posten ii bleiben, um die Nachfolger des Staatssekretärs Frbrn. Zorn v. Bulach und anderer aus ihren Aemtern scheidender Mitglieder der rcichsländischcn Regierung in die Ge- schäste einzuiühren. . .
Tic „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet ferner : Für me an dieser Stelle angekündigte und vom Reichskanzler in seiner letzten Rede im Reichstage erwähnte Nachprüfung der .T i e u ft v o r i ch r i i t von 18 9 9 über den Waiiengebrauch de» Militärs im Friede» sind zunächst beim Kriegtzminifterium die notwendige» Vorarbeiten erledigt lvorden. Gegenwärtig linden unter Zuziehung der preußischen und RetchsressortS der Justiz und des Innern kommissarische Beratungen statt. Auch hat sich der Kriegs minister mit den zuständigen Stellen f ii c bic nicht preußisch en Kontingents in Verbindung gesetzt, U»I eine möglichste Ilcbcrcinltimmiiiig in der Fassung der Vorschris- len herbeizuslihreu.
Der Zwischenfall hei der Feier des 20. Pionierbataillons.
Retz. 30. Jan. Zu dem i» der „Franliurter .i.-iUmi" au» Metz gemeldeten Vorfall bei der KaiierSgeburlrtageieier de,- AI. Pio nierbataillon» gibt das Generalkommando des I >v A r nieekorps iotgendc Richtigstellunge Die vier Lothringer erregten im Vorderzimmer de» Lokals den Unmut oer dort an wesenden Osfizierc, Unterosiizicrc und Mannschaiten. weil sic ibre „sronzösisch geiorniten" Mützen aus dem Kopie behielten und sich laut in sranzönscher Sprache unterhielten. Dieses Benehmen mußte gerade am Geburtstage S. Majestät als eine HcranSforde rung angesehen wcroen. Ter böslichen Aussorderung eine» Ossi ziere-, da» Lokal zu vcrlasseu. weil es in allen Teilen von dem Bataillon s ü r den Abend g e in i r t c t sei, wurde nicht uachgekomnieu. Ter sodann berbeigeeilte Bataillonskonimandeud bat Nicht, wie angegeben, dem einen dieser Leute die Mütze vom Kopie geschtagen. sondern sie ihm abgcnominen, weil er der Aus iorderung, die Mütze abzunebmen. nicht nachkan,. Auch von einer Ohrfeige durch den Bataillonskommandeur ist keine Rede. Darauf sind die Leute in durchaus ruhiger Form au» dem Lokal herausgebracht und der Polizei pugeiührt worden. Tie Ilnvichtig- kett der Schilderung des Porsalle» durch die „Frankiuvtei Zeitung" beweist ferner der Umstand, daß schon beute eine schriftliche Cr- Ilärungdcrvicr beteiligte »Lothri ii ge rvorlicgi, in der sic bedauern, die Feiert ich teil gestört zu haben, und ausdrücklich erklären, daß ihnen Beleidigungen iern- gclegcn haben. Die vier Leute haben sich außerdem bereit erklärt, mündlich bei dem Baiaiilonskominandenr u ui E u t s chu ldi - gung zu bitten.
Paul Deroulebe f.
In Nizza ist der Sänger des »raniöliichc» Rebauchegcdmikeu», Paul Tsroulede, >>n Älter von 67 Jahren gestorben
Beim Ausbruch des deutsch-sranzöiische» Krieges trat der damals Vicrundzwanzigiäbiige als Freiwilliger in ,iu Zuavenregi- ment ein und Ipurdc mit diesen, bei Sedan gesungen geuouimen und »ach Breslau geschasst. Als polnischer Jude verkleidet, gelang cs ihm, von hier zu cntsticbe» und unter Cbankti und Bourbaki wieder gegen die „Barbare»" zn kämpien Auch diesmak mit »»-- rühmlichem Ende, Bourbolis Armee trat nach der Schweiz über 'und Törouläde wurde mit seine» Kameraden.zusammen utwassnet.
Uni so kriegerischer loaren leine i» den solgeiide» Jahren ver- üssentlichtcn Soldatenlieder, die mit ihren zahllosen Auilaaen einen gelrcueu Gradmesser für die Revanchcstiminung de» Volke» bilden
Al» Politiker lat er sich zunächst als Begründer und Leiter der Patrioten liga bervor, die durch ihr lärmendes Vorgehen gcacn den dcutscheu Turnverein i» Paris 1882 „,,d ihre Tamtamreklame für ei» sranzösisch-russische» Bündnis des dcittschieindlichen Publizisten Katkow iu Petersburg ' 1887) unliebsame» Aussehen erregte. Seine Begeisterung erreichte iheiNi Höhepunkt iu der Verhimmelung des Generals Bonlanaer. für den nie Patriotenliga io oisenkund'.a warb, daß iich die Regierung 1689 genötigt sab. sie außzulösen. Beiui Begräbnis de» Präsidenten Faure am 23. Februar 1898 widerte er den General Roget aus offener Straße zum Stur, der Republik aus Er Ivurde wegen Hochverrats verhaftet und nach der Freisprechung durch die Geschworenen zu zehnjähriger Verbannung venirt-ilt. Grollend zog er iich nach Ton Sebastian zurück und hielt sich auch nach der Amnestie vou 190.7. die ihm die Rückkehr nach Paris gestattete, von der Politik fern.
Au» Stad» und tan».
Gießen, '31. Januar 1914.
Strußenvah» Gießen—Wieseck.
Am Frr»ag fand aui den Bürgermeistereien in Gießen und Wieseck die l a n d c » p o l i z c i l i di c Prüfung d e s Projekts einer elektrischen Straßenbahn Gießen, Mar- burgcrstraße Wicscck statt. Al» Berireter de» Ministeriums war Geh. Obcrbanrat Kilian -Darmstadt erschienen.
Es tauchte bei den Versammlungen wieder das Projett aui, die Liiiiensübruug die Marburgerstraße entlang, beim Etablissement Tvrield nach Wieseck einbiegend, vorzunehincn, doch iand der Gedanke keine Gegenliebe. Auch inüßtc hierzu erst ein neue» Projekt hergestcllt und ausgearbeite! werden. Vom Kreisanit wurde verlangt, daß iich die Stadt Gießen vcrpilichtcn sollte, für den Fall, daß die Straße nach Wieseck mit Klcinpslaster neu befestigt werde, da» Pilaster der Schic uenbahn aus ihre Kosten herzuftclleu, weiter die Straße >väh rcnd de» Bahnbetriebe» zu belcuchtc» und außerdem, fall» es lick, als nötig erweise, uud wenn der Krei» es verlange, rechtsseitig ^ - die Bahn geht linksseitig - nn 2,5 Meter breite» Bankett außerhalb der Baumreihe der Straße anzulegen, zu dem daun der Kreis ciuen gewissen Zuschuß leisten würde. Oberbürgermeister M c cu in crllärle, daß die Stadt diese Bcrpslichtnngcn nicht übernehmen könne, da die Durch führung einen Betrag vou 60000 bi» 70000 Mk. erfordern würde Tie Strecke Wieseck werde sich aber ohnehin nicht rentabel erweisen. Kreisbauinsvcklvr Daurat Hechler er klärte, daß noch Jahre vergehen würden, che die Straße mit
Kleinpslaster belegt werde, und baß »uch die Herstellung des Banketts nicht unbcdingi sofort erfolgen müsse. Der Obcr- ürgermcistcr bemerkte, daß es ein zweischneidiges Schwert sei, solche Verpflichtungen ein zu gehen, denn die Zusagen des Vertreters der Krcisbau ehörde böten keine Garantie dafür, daß der Kreis von der Stadt nicht alsbald die Ausführung der eingcgaugencn Ber vflichlungen verlangen würde. Die Entscheidung in der Sache hängt nun von der höheren Instanz ab.
"Tageskalcnder iür kamstaq, den 31. Januar, und Sonntna. I. Februar: Ftadtthcater: „Krieg ia> Frieden.
Abends 7'/, klbr. ^
K o » z e e 1 v e r c i » : Toniita' »ackmtillcia 4'1 Ilbr ii» Sladt- Ibeater: Astetiiln,er Idokorchester. (Probe I I Ilbr.l Samstag 7 Uhr in der Sladtkirckie: Probe zur Mnlthäuß-Pa'iion.
O b e r b e l s i l cki e r K » n st v e r c i n. & omttag: Volkslag. Eintritt 10 Pi». Po» II bi» 3 Uhr aeössnc!.
Kar » ev » l « efeIllck> a11: Maskenball im (Sole Ebel.
9 i rt, 11 p i 1 1 (i a ii {•: Täglich Porstellung.
U» l p » »T b e a I e r: Täglich Vorstellung. lTienStagS u»b SaniStaas neues Proaramm.1
O b c r b- i l, l cb er M »i t u m ii n b ffl o il • i cfi e 6 n in m • luiioeii üteöstnet Sonntag vorinitlagS II—I Ubr unentgeltlich
Museum für Völkerkunde. Geöfluc! an Sonntage» iwrmtliags von II —I Ubr unentgeltlich.
Tie A » l a g e m >i l ik findet Sonntag vormlllag II Udr bei aüustiger Witterung statt. Spiclplan: I. Frau Luna! Ouvertüre
von Linke: st. Wir iiäeleii SoOat. Eharatlertlück von Eilen erg: 3 Mgritnna, Walzer vou Tellinger; 4 . st'leiti Regiment! Marlch von Blankenburg. ,
" Von der Landes Universität. Der bisherige Privaldozent für Ch-inie Dr. Erich Befchke in Gießen ist in gleirbei Eigenschaft in der phsiviopiiischen Fakultät der Universttüt Halle a. S. aiisqrnoininen worden.
" Ans deni Schuldienst. Uebertragen wurde dem Schulam'.Saspiranten Johannes Nikolaus Diehl ans Langstadt, klr. Dieburg, eine Lebrerstelle an der Volksschule zu Brandau, in demselben Kreise: dem SchiilamtSaspiranten Georg Wehr a»S Weisenau, Kreis Mainz, eine LehrerileUe an der evang. Volksschule zu Hosheim, Kreis BenShriin. — Erledigt tind zwei mit cvangel. Lehrern zu besetzende Lchrerstelle» an der BolkSschnle zu Ar heil gen.
Ernennung Tein G>'o,neterg«hilsen Ernst Stephan au» Stausfenberg wurde da» Patent eine» Großherzogl. tKeometer» 2. Klasse snr den Kreis Gießen erteilt.
Städtische ll e b c r l a » dz e n t r a l e. Die Schamotte sabrik der Firma Scheidhauer u. Girßiug- Mainttar hat sich vertraglich verpslichtct, aus dem städti- fchcn Werk jährlich ein.' Mitlion Kilowattstunden elektrischer Energie abznnehinrii. Ein tveiterer derartiger V»r- <rageal'''t'iuß zwi'chen der Stadt Gießen und cinein großen industrielle,i Werke soll in Au-siht stehen.
* Y Großherzogliche Z c n i r g l s! c l l c für die Gewerbe. Ei» dreiwöchiger vraklischer Meistcrkurs für Dameiischnciderinnen wird von Großh. Zentralstelle kür die Gewerbe in Darmstadt unter Leitung der Frau M. Wunderlich aus Gieße». Wetzlarer Weg 17. in der Gewerbeschule zu F r i edb e r g bei ausreichender Beteiligung iv! Monat Februar abgehallen. Ter Unterricht wird am Montag, den 9. Februar beginnen und an allen Wochentagen vor- und nachinittägs gbgchaltcn. Die Beteiligung an diesem Kurse ist insbesondere den Gehilfinnen und den Meisterinnen zu empsehicn, weiche ihren Schnitt verändern wollen. Ter Unterricht erstreckt sickz ans folgende Gegenstände: Geometrie, Erläuterungen über den Ban und die Oberflächengostcrltiing des menschlichen Körpers, Ausmessen und Austragen der Obcrsläche des
„ii»schlichen Körpers nebst den crfordcrkichen Berechmungen, Maßnehmen, Grundmodell-Zeichnen und Ziiichnriden nach einem auf wissenschasllicher »ud vrallischer Grundlage beruhendem Snstem, Umänderung des Gr und modells jn Modelte der i higen Akvde entsprechend, Stofieintstitung und Be- reilnii», de; Stlbstkostenpreise» eines fertigen Kleidungsstück», Abänderung schlechtsttzendi'r Kieidungs-stiicke. Besprechung der Rohmaterialien und deren Verarbeitung. Zu dem Kurie können 12 Teiliiihmerinnen zugelassen werden. An Meldungen sind an die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu richten. Das Unterrichtsgeld beträgt 20 Mk. und ist zu Beginn des Kurses zu entrichten.
** Der älteste Rechtsanwalt Hessen». Zu unserer lgrstrigeii Mitteilung, die mir einer Korrespondenz entuommr-! hatte,,, wird uns geichricbeu, daß nicht der Kttjäbrige Justizrat Tr. töriclc in Mainz der älteste hessische Recht»,:n>i>«lt sei, sondern der noch tätige Anwalt der im Jahre l8:»> j„ Schotten geborene Justizrat Oltmar Weidig ist, U'klcher in wenigen Wochen sein 82. Lebensjabr twllendit. Er wurde am 8. April I86l unter die Zahl der Advokaten und Prokuratorcii bei dem Ier geeicht der Provinz Oberbelien ausgenommen und war vorher van (854 bi» 1864 als Geriilitsalzcssist bei verschiedenen Gerichten Overdeiten» beschästlgt, so daß er nunmehr seit beinahe 60 Jahren im Justizdicnst tälig ist Er ist »och vollkommen rüstig und übt zurzeit als Rechtsanwalt bei dem Amtsgericht Homberg a. O„ wohin er vor wenigen Jahren von Gießen perzogen ist, die Praxis au». Sgecr Weidig ist vielen älteren Gießenern noch als langjähriger Öanptmann der Gicßener Freiwilligen Feuerwehr jn Erinnerung.
** Stadttheatcr. Wie sehr die lrebeiieioürdigeri alten Lustwikle noch gcsalicn, hol der Erfolg von „Krieg im Frieden" bei der Ausführung zu Kaisers Geburtstag bewiese». Es sei deshalb aui die morgige Wiederholung der Ausführung bei kleine» Preiir» nachdrücklich hiugewiese». — Tic Ausführung der „H » m - boIdti a n e r" am nächsten Montag zu V a l k s v r c i s e u ist die unbedingt letzte de» WKeke», da später verschiedene der -’-'t l: wirkende,, verhindert sind. Es ist zu hohen, daß diese letzte Gelegenheit^ intereiiante und iehenswcrtc Szenen aus Gießens Ver- gangeuheit aui der Bühne zu iehen, von recht vielen benutzt wird,
*• Waiseri chäden machen sich anläßlich der zeitigen Witterung in großer Zahl bemerkbar. Es kan» demgemäß den Hausbesitzern nur dringend empiohlcn ivcrden, sich gegen Wasterlkitungsichäden z„ versichern, zumal diele Schäden nicht sKien recht umsangreich »nd empfindlich sind.
" Eine gefährliche Ein brecherb an de, die seit einiger Zeit .Hessen unsicher machte, wurde von der Os,enbacher ,rri,n,nalpolizei unschädlich gemackst. Es sind die» der lOjührige Arbeiter Ferdinand Zimmer aus Egelsbach, der 18,ähriae August Neubauer, der 21jähr,gc Ludwig E l c m c n I und der 23jährige Heinrich »e i m , sänit- lich aus L a i, g e >i. Das würdige Kleeblatt hatte iiachgelmese- ^'erwciie in Darmstadl und Sprendlingen eine große Au- mhl Einbruchsdiebilable verübt Bei einem Einbruch in einer Darmstädter Wassenhandlung sielen den Dieben für über UI00 Mark Wasien, in Schultgeschäflen größere Partien Stiesel, m Konfektionsgeschäften die feinsten Binsen und dgl incbr, ferner beim Erbrechen eine» »assenschrankes in Sprendlingen <400 Mk Bargeld in die Hände. Bei einer Tnrchsuchung der Wohnungen der Berhaftcten wurde eine Iiimenge der gestohlenen Sache» zutage gesördert. Ma: glaubt, den Verhafteten noch mehr als die bis jetzt erwiese
ne» Diebstähle zur Last legen zu könne». Tic Tiebe haben besonders Geldschränke ihres Inhalt» beraubt. Sie waren mit einem modernen Sauerstvisapparal mit vollständigen! Zubehör ausgestattet.
** Werber der Fremdenlegion Kurz vor Weihnachten hat ein junger Mensch au» Bad-Nauhetm, der in Gießen in einem Kiiwlheater als Portier iu Stellung loar, vor der Polizei in Bad-Nauheim persönlich die Angaben gewacht, er sei in Gießen von Werbern der Fremdciilegiun iu betrunkeucn Zustand gesetzt und dann im Auto nacl> Liiremburg cntsührt worden: dort sei er zu sich gekinnnien und bade sich in einem unbeobachtete:, Augenblick unter Aneignung der Barmittel seiner Begleiter aus den. Staube gemocht. Tie acnaue Ilntcriuchung der Angelegenheit hat nun — uste uns aus Bad- Nauheim mitgeteilt wird — Jkgcbeu, d a ß an den Angabe» nichts Wahres ist, daß sic der junge Mann viel mehr gänzlich aus der Lust gcariiien hat. Man iveiß nicht, wie der Mensch aus den Gedanken kam, eine Entführung durch Werber zu finaiereu; jedenfalls dürste sein Verhalten aber »och die verdiente Bestrafung im Geiolge haben.
** Schutzgchölze für Singvögel. Ein „achahmens- werte» Beiimel bat die Gemeinde Lcihiestern gegeben, indem sie einen größeren Geläudekomplex >» ^:r Nähe der Obstbaumanlagc» zur Anpilanzung von Schutzachölzcn für die Singvögel erworben hat. Tie,'es Vorgehen der Gemeinde ist um io mehr zu begrüßen, al» in Leihgestern, wie fast überall, in- iolge der Feldbcrcinigung, fast säintliche Hecken vom Erdboden verschwuiideii sind.
" Kleine Mitteilungen. Jn den Dönern des Kreises Marburg wurden iür den durch Sjaftpftidtt in Not geratenen Landwirt Homburg in HarteShauicn 1836,95 Mark qeiain- uielt. — Ter am 2. August von Haina cntwickn'nc 'Arbeiter I u n k au» Nicdenveimär, der früher dort Brandstiitung beging, lour-e in Wehrs« icstgenommen und nach Haina zurü-ckgebrackt.
- Jn Aubstodl cxplodieNc beim autogenen Sätwäßoeriahrötztz ber Apparat. S>icrbet wurden die Sckmiiedc W a g c n b r c n » e r und Fuchs aus der Stelle getötet. — Am 13. Dezember nachmittags, in der Zeit von i—ß Uhr. wurde aut dem Frank- furttr Postamt 5 ein Palet unter der ?ldrcise Heinrich Cra- iner, Berlin, bahnrwstlageriid, auigegeixui. Als unbestellbar gelangte das.Pake: wieder an das Frankiurtcr Postamt zurück, wo <1 nun »ach der üblichen Lirgesrist tun Oberpostdireklion zur Oest- uung übergehen wiir c, UNI den Absender iestzustellen. Ter Name teS Absenders aui der Pokctadrcssc: Karl Beck, Elkenbachstraß,' Nr. 6, konnie aber in Frankfurt ebenfalls nicht ermittelt werden Als das Paket NU» geöffnet wurde, iand man '.um größten Er staune» eine Kindcslciche, die bereits so stark in Vcriveiuna übergcgangeii >»ar, daß nickü einmal das Geschlecht iestzustelleu war. Tie Leiche war in ein Hemd und Zeitungsvapier cingc wickelt und in einer grauen Prppichachtc! verwahrt. Diese war nochmals i» graues starte» Papier verpackt.
Landkreis Gießen.
L. Leihgcstern, 30, Jan, Mznitag. de» 2. Februar, abends 7% llhe, findet eine öffentliche GemeinderatS- litznng mit folgender Tages ordnnng statt: 1. Ec- cichlnng eines erköbten FnßllrigS noch der Bahn. 2. Ge- nehinignng der Jggdverpachtung. 3. Festseßnng des Termins für die Bürgermeisterivahl. — Die Bersteigecuna Sec iniolge der Fcldbereinignng gebildeten Massen- g rund stücke erbrachte die Sinn,ne von 18 t 992 Mk. Mil dikseni Betrag können nicht allein säintliche BrreinignngS kosten gedeckt iverden, es verbleibt vielmehr noch ein Ueber- schnß, der zur bcsieren Hcrrichtung der Feldwege nsw. Verwendung sinden soll.
l. Mainzlar, 30. Jan. Bei der heute aui dem hie- iigen Gemeindehausc stattgestinhenen I a g d v c r oa chtu n g blieb Fabrikant Julius N a t t m a u n au» Gießen init 905 Mark Höchsi >>ielc»de,. Tie Genebmigung ist erteilt. — Metzgernieiftcr Heinrich Zecher I. von hier rnvai'b in der Nähe des Bavnhois ein Grundstück und beabsichtigt, daraus einen Neubau z» ,-rrichtc». Ivo rin ee Metzgerei betreiben will. Auch bat er um Wirtichast»- konxeiiio» uachgeiucht.
Kreis Friedberg,
I', Butzbacki, 30. Fan. Tie Dominialwaldiagd der stska. liich,'» Waldgemarkuna O st h e i m e r Wald brachte bisher einei- JabreSerlös von 650 Mark. Bei ihrer jetzt eriolalci, Neuverpach- tung blieb Herr von G u st c I t - Halle, LandlchoitSdirrktor der Provinz Sachse», mit 1010 Marl Höchstbiktendcr. Seither lvar die Jagd a» eix, Koniorrnim verpachtet. — Eine große Verpachtung von Grunditücken de» hiesigen K » g e l h o u s i o n d » findet am 5. Februar statt. E» sind zusammen 28 Nummern, die in 96 Telle zerlegt werden. Tie größte Nummer zählt 45 586, die kleinste 460 Ouadratmeter.
8 O b c r R o s b a ch , 30. Jan. Natbdcm die hiesige cvange- lischk Piarrstclle über ein Vierteliahr verwaist war, wurde sie setzt durch Piarrverwaltrr Schäfer neu besetzt.
i'r Beienheim. 30 Jan. Tie Gemeind« hat das Gut de» Rentners N k II h a r d t, bas 00 Morgen umfaßt, käuflich einwrbcn. Scho» zweimal sind hier größere Liegenschiaiten in letzter Zeit verkauft lvorden und der Geutrinde verloren gegangen. Teshalb findet da» setzt criolgtc Vorgehen de» Ortsvor- standes ällgcmeine Billigung.
Starkcnburg und Rheinhefscn.
rb. Tarmstadt, 30. Jan. Fl » a n z min i ftc r Dr. Braun gab gestern abend in den Geiellickiaftsräumen der Ber- einig'en Geiellichait ein Ateiidcilcn und Ball, an welchem etwa 100 Persoiicli, meist jüngere Damen und Herren, teilnahmen.
Hessen-Nassau.
Frauliurl. 30. Jan. Tic in Süddeutschland gern beaihtelk» P i c r d e m ä >' k t e unierer Stadt wurden auch in diesem Jahre aui jeweils de» ersten Mittwoch im Monat festgesetzt: der erste findet am 4. Februar statt. An diesem Markttage uerdeii in der lgn»w»tichaillichcu Halle einig 700 bi» 800 Pferde »um Verkam gestellt, io daß iür die Landwirte und Industriellen, ivelche Arbcitspierde iür ibren Betrieb benötigen, sich gute Gelegenheit ,»m Kaut und Taiiick, bieten lvird. Angcsagt ivurde,i meist belgische »nd srauiöslickic Lastpferde: mit norddeiitsckien Pferden loerdcn nur einige Züchter vertrete» sein.
Verttnsnachrkchten.
— Tie Gieener Ruder G e^e l! s ch a f t 1 877 'Gr. SB. beging am vergangenen Sonntag in „Steins Garten" die Feier ihres 37jLhrigen S t i s t u n g s s e st e s. Fn bem prächtig geschmückten Saale hatten sich ctiva 200 Mitglieder mit ihren Tt^tien cingesunden, zu denen sich noch eine stattliche Anzahl gclodener toaste gesellte. Zu Beginn des Festessens begrüßte der l. Vorsitzende, i'ipoi heker S ch m i e d e r , die Erschienenen. Ihm dankte im Namen der 0)ästc der Rektor der Universität. Pros. Tr. «orte, indem er daraus hinmies, daft »eit einer längeren Reihe von Fahren die Universität es sich zur Aufgabe geuiacht habe, idie lotademischc Fugend nach englischem Muster zur .Ausübung Sportes zu erziehen. Er g??achtc dartkbar der Gieheurr Ruder-GeseUschast. die im vergangenen ?5ahre dein: Akademischen Sportfest zu Giehen die Universität mit Rat und Tat unterstützt habe, so das; die beiden aikSgesahreueu Rennen von der Gie^ener Akadinnlschcn Mannschaft siegreich bestritten lverden tonnteil und versicherte schließlich, daß die Gießcner Ruder-Gesellschaft auch fernerhin des unbedingten Wohlmollens der Universität aewitz ikln könne. Zum Schlus; der Tafel brachten 2 Damen der Gesell- ichait em reizendes GesangS-Tanz-Tuctt „Stelldichein" zu Gehör, r^m sich ein zmeiaktiges Lustspiel „veimlichkeiten" von Felix Rcuker anschlotz. . Dieses wurde von Mitgliedern des hiesigen -LitadttheaterS, den. Damen Martini, Frenzel, Raabe. sowie den zerren (voll, Rotteck und Votck unter -verrn Golls Regie gespielt, ^.urch emen Ball wurde das würdevoll verlaufene Fest beschlojseir.


