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Nr. 25 Drittes

Erschein! täßUC) »lil -tu-'nütjmc de? Sonntag?.

tieSiJjjtncr §«mIlI«»»lSttek" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da? Lieirdlott shr den Kreis chietzen" zweimal

wöchentlich. Diekandwirttchaslllchen Seil­tragen" ertcheinen monallich zwennal.

Blatt Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

5reitag. ZV. Januar

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universität? - Buch- und Steindnickerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: eag 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Mb. Deutscher Reichstag.

801. Sitzung. Donnerstag, 29. Januar.

Jim Bundcsratstisch: Tr. Delbrück.

Präsident Dr. Kaempj eröffnet die Sitzung 1 Uhr 15 Min.

Der Etat des Aeichsamles des Zauern.

(Siebenter Tag.)

Abg. Hoesch (Kons.):

Die HandclSvertragsstaatcn haben, wie wir annehmen können, nicht die Absicht, die bestehenden Verträge ohne weiteres zu verlängern. Der große Aufschwung unserer Volkswirtschaft, namentlich der Industrie, lvar aber nur möglich, weil die Land- wtrtschaft ihrerseits Fortschritte machen konnte. Sie hat die Er­gebnisse ihrer Erntet und die Viehbestände in den letzten dreißig fahren ganz erheblich gesteigert. Das ist das Verdienst der Schutz­zölle.

Die Aitgrifsc des Abg. Gothein loegen der Vermehrung der Anbauflächen beruhen auf falschen Grundlagen und sind deshalb unrichtig. Ebenso wenig ist richtig, dckß die innere Kolonisation den Anbau von Futterkräutern fördert. Aber Herr Gothein sicht ja Die Dinge ganz anders als wir andern Sterblichen, die in der Landwirtschaft tätig sind. Immerhin, er ist konsequent, und das können wir schätzen. An dem System der Einfuhrschcine halten wir fest, ohne sie wären die Zölle für die Landwirtschaft im Osten ergebnislos geblieben. Herr Dartschat hat sich über den Bund der Handwerker in einer Weise ausgesprochen, die ich nicht als ruhm­voll ansehcn kann. (Unruhe links.) Cr möge seine Angriffe außerhalb des Reichstages wiederholen. (Unruhe links. Rufe: Ist ja längst geschehen I) Ter Vorstoß dcS Abg. Dr. Böhme gegen den Buno der Landwirte soll nur dazu dienen, das Publikum über gewisse Vorgänge irrezuführen. Wenn er und der Abg. Hester- mann alle die Wandlungen bedenken, die in den letzten zwei Jahren vorgegangen sind, werden sie sagen müssen: Alles ist

eitel, selbst der Bauernbund. Diese Reden dienen nur dazu, die NachbarlänDex aufzufordern, mit uns den zollpolitischen Kamps aufzunehme». Rußland führt das Fünfzehnsache des Wertes unserer Ausfuhr nach Rußland bei uns ein. Rußland braucht keine Saisonarbeiter; wir brauchen deshalb keine Bange zu haben, daß uns von dorther der Arbeiterzuzug ausgehen wird.

Die Frage der inneren Kolonisation ist nicht so einfach. Die Lokalvcrbältnissc. die Personen der Ansiedler sind zu berücksich­tigen. Dr. Böhme ist über diese Dinge absolut nicht unterrichtet. Es handelt sich für ihn bauptsächlich um eine Verdächtigung -des Großgrundbesitzes. Hier ist ein Eingriff in die .Kompetenz des Bundesstaates Preußen energisch zurückzuweisen. Um die kolonisatorischen Gesetze Bayerns hat sich der Reichstag auch nicht bekümmert. Dre innere Kolonisation ist von konser­vativer Seite in die Wege geleitet worden; sie hat keinen cntscheideneren Vorkämpfer als v. Wangenheim und den Bund der Landwirte. Di; Linke hat sie zu einem groben Schlagwort ge­macht. (Sehr richtig! rechts.) Ueberhaupt haben die Konser­vativen für die innere Hebung der Landwirtschaft seit jeher die größten Verdienste. Der Dauernbund hätte besser getan, einen Teil der von ihm auf die Agitation und Politik ver­wendeten Summen für die praktische Arbeit der wirklichen innerer« Kolomsalion herzugeben. Heute leiden die Städte unter den massenhaften Zuströmen von Arbeitern und suchen sie möglichst aufs Land zu schaffen. Wenn das nicht mit der richtigen Vorsicht geschieht, werden die wenigen Bauern durch die entstehenden Schuklasten erdrückt. Der Minister hat genug Domänen hcrge- geben. Eine größere Sorge ist es. der Güterschlächterei zu be­gegnen. Das Bauernlegen ist gewiß nicht schön. Aber es kann Verhältnisse geben, in denen nur der benachbarte Großgrundbesitzer als Käufer in Frage kommt Das ha* neulich erst selbst Herr Gothein anerkannt. Man lasse auch Gerechtigkeit gegenüber den Konservativen walten.

Präsident Dr. Kaempf:

Sie haben vom Abg. Dr. Böhme gesagt, er habe in einen Fall nicht ganz überzeugungstreu gesprochen. Das entspricht nicht den parlamentarischen Gewohnheiten.

Abg. Heftercnann (Hosp. d. Natl.):

Wir müssen dafür sorgen, daß bei den neuen Han- helsver tragen diejenigen Betriebszweige, die bisher stief­mütterlich behandelt wurden, gescliützt werden. Darum brauchen wir den Hopfenzoll und einen Schutzzoll für Obst und Gemüse. Auch die Milchproduktion muß geschützt werden. Ich habe mich 'iicht gewandelt. (Heiterkeit.) Ich habe früher nie anders ge­sprochen als ich jetzt handle. Jetzt stellt man es so hin. als hätte ich lauter ^Schwindel geredet. (Heiterkeit und Zurufe: Sehr

richtig! bei den Soz.) Ich habe immer dieselbe Stellung bc- bauptet. Die Herren von der Linken sind schlau. Sie schicken ihre Kinder nicht zur Landwirtschaft, weil dort viel Arbeit, aber verhältnismäßig wenig Verdienst ist. Die größte Gefahr für die Bauern ist die Gütcrschlächterei. Ich hätte gewünscht, daß Dr. Böhme als Führer des Deutschen Bauern­bundes sich ernstlich mit dieser Frage hier beschäftigt hatte, (Sehr richtig! rechts.) aber kein Wort hat er davon gesagt. Ich richte mich nicht nach rechts oder links. (Heiterkeit) sondern ich frage nur, wo sind die Interessen des deutschen Bauernstandes am besten vertreten. Darum bedaure ich. daß Dr. Böhme in seiner ganzen Rede auch nicht ein einziges Wo^t gegen die Linke gefunden hat. (Zustimmung rechts. Lachen links.) Er hat sich immer nur gegen die Rechte gerichtet. (Sehr richtig! rechts. Lachen links.) Dabei hat doch die Rechte dieses Hauses die Interessen des deutschen Bauern­standes immer vertreten. (Zustimmung rechts. Großes Ge­lächter links.s

Ich habe ,chon früher diese Interessen betrat, als ich noch Redner des Bundes der Landwirte war. (.Heiterkeit und Unrube.) Wenn die Landwirtschaft ihre Freunde auf der linken Seite suchen sollte, dann würde es bald heißen: Ade! Landwirtschaft! (Sehr richtig! rechts. Unruhe und Ge­lächter links.) Ich habe von ?lnfang an im Bauern­bünde Front gemacht gegen das Paktieren mit dem Freisinn. (Hört! Hört! rechts. Unruhe und Heiterkeit links.) Und als man im Bauernbunde immer weiter nach linke ging, da mußte ich meine Konsequenzen ziehen und austretcn. (Allgemeine Unruhe.) Ich hielt dieses Zu- jammengchen mit der Linken für unvereinbar mit den Inter­essen der deutschen Landwirtschaft. (Sehr richtig? rechts. Zu­rufe links: Sie ließen sich aber von den Fortschrittlern in den Reichstag wählen!)

Vizepräsident Dr. Paasche:

Sie beschäftigen sich fortwährend mit Dr. Böhine nnd mit Ihrer eigenen Stellung zum Deutschen Bauernbund. Das hat doch wirklich nichts mit dem Gehalt des Staatssekretärs zu tun. (Zu­stimmung links.)

Abg. Hkstermaun (Natl.):

Es tut mir in der Seele web. wenn ich den Zwiespalt in bei, Reihen oer bürgerlichen Parteien sehe. (Gelächter und Unruhe.) Wir sollten uns doch alle einig sein, daß cs jetzt darauf an­kommt, den Kampf gegen den inneren Feind zu führen. (Sehr richtig! rechts. Unruhe und Zurufe der Soz : Huhu!) Wir müssen uns zu einer gemeinsamen bürgerlichen Schlachtlrnic zu- jammenfmden. (sehr richtig! rechts. Unruhe und Gelächter links).

Abg. Bruhn (Rfp.) bespricht Mittelstandsfragcn und wendet sich gegen die Waren- Häuser. Der Abg. Dr. Werner hat auf seine Anfrage über das Wolffschc Telegraphenburcau keine Antwort erhalten. DaS Bureau hat dann erklärt, daß alle Mitteilungen über feine Abhängigkeit oon dem Bankhaus Bleichrocder aus der Luft gegriffen find. Tat- iächlich aber hat der Direktor des Wolffschcn Bureaus. Dr. Mant. er. im Jahre 1900 in einem Prozeß als Zeuge zugegeben, daß 'inzclnc Depeschen vor ihrer Veröffentlichung 5 c m Bankhaus Blcichroeder vorgelegt wurden. Das Wolffschc Bureau verfährt also nicht mit der erforderlichen Un­parteilichkeit. Der Nachrichtendienst müßte deshalb verstaatlicht werden.

Abg. Dr. Erdmann (Soz.):

Ich begreife es, daß die Arbeitgeber sich der Streikbrecher be­dienen, aber ich verstehe nicht, warum man sie noch besonders ver­teidigt. Leute, die ihren eigenen Standesgenossen in den Rücken fallen, pflegt man doch sonst nicht besonders zu achten. Die Kla gen des Zentrums über die sozialpolitische Müdigkeit sind schon reckt alt. Es geht daraus hervor, daß sic nicht den Mut und btc Kraft haben, ihre angeblichen sozialpolitischen Wunsche durchzu­cken. Warum ist das Zentrum nickt so cnergisck für die Sozial­politik wie für das Jcsuitengesetz? Herr Gisberts hat wohl über den Terrorismus der Unternehmer gesprochen. Warum hat er aber kein Wort über den Terrorismus der Kirche gegen das Koalitionsrecht der katholischen Arbeiter gesagt? Die christlichen Gewerkschaften haben den Aufstieg der sozialdemokratischen Bewegung nicht zu hindern vermocht. Schon seit einiger Zeit erwägen die christlichen Gewerkschaften die Acndcrung ihres Firmenschildes. Stattchristlich" will mannational" sagen, das Firmenschild will man statt gelb auf schwarzem, jetzt gelb auf blauem Grund schreiben. Man will sich aus den Fängen Roms unter die Fittiche der preußisch-deutschen Regierung retten.

Ob damit für die christlichen Gewerkschaften viel gewonnen wäre, bleibt zweifelhaft, weil die Regierung nach außenhin sicher jei den Arbeitern nicht inehr Vertrauen genießt als Rom. Es aahr das f-nfundzwanzigjährigc Jubiläum der Nichterfüllung der kaiserlichen Botschaft von 1891, der Versprechungen auf sozial­politischem Gebiet. Meine Partei wird dieses Jubiläum gewiß nicht unbemerkt vorübergchen lassen. Wir haben kein Vertrauen ;um Staatssekretär und seiner Amtsführung. _ Auf der Berner Konferenz hat die deutsche Regierung völlig versagt. Die Sozial- politik soll nicht Millionäre zu Milliardären, sondern die Arbeiter ;u lebensfrohen Menschen machen.

Abg. Giesberts (Zentr.):

Von einem Terrorismus der Bischöfe gegen die katho». lischen Arbeiter kann keine Rede sein. (Beifall im Zentrum Widerspruch bei den Soz.) Die katholischen Arbeiter haben volle Freiheit, sich derjenigen gewerkschaftlichen Organisation anzu­schließen, die sie für die beste halten, die ihre wirtschaftlichen Interessen vertritt und dabei ihre religiösen und sittlichen Auf­fassungen respektiert. Die christlichen Gewerkschaften sollen die Einigkeit der Arbeiterschaft gestört und eine Spaltung in ihre Bewegung hineingebracht haben! (Lärmendes Sehr richtig! bei den Soz. Unruhe im Zentrum.) Gerade das Gegenteil ist der Fall, die sozialdemokratische Partei, die die Gewerkschaften in ihre besondere Parteischablone hineinpressen wollte, hat zer­setzend gewirkt und trägt die Verantwortung dafür. (Unruhe bei den Soz.) Es gäbe keine Zersplitterung, wenn sic nickt die Gewerkschaften von jeher für ihre eigenen Zwecke mißbraucht hätte. (Unruhe und Widerspruch bei den Soz.) Das Urteil darüber inüsien Sie uns überlassen, weil wir es persönlich empfunden haben, weshalb wir von ihnen gegangen und zu den christlichen Gewerkschaften übergetreten sind.

Ich weise den Vorwurf, wir litten freventlich an der Ar. bcitcrsckaft gehandelt, mit aller Entschiedenheit zurück. Die Ar­beiter sollen sich allen Organisationen auschließeu können, nicht bloß den Ihrigen. In England und Amerika halten sich die Trade Unions unabhängig und neutral. Würden sich Par­teibestrebungen dort in gleicher Weise bemerkbar machen, dann würde naturgemäß eine Spaltung der Organisationen erfolgen. Auch Sie müssen die ftttlidjcn und religiösen Auffassungen anderer schonen, wenn Sie Ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten »vollen. Die christlichen Gewerkschaften Iverden ihr Firmenschild nicht ändern. Sie denken nicht daran. Es ist rein und glänzend. (Großer Lärm bei den Soz.) Nach Ihrem Reiufall im Kölner Prozeß sollten Sie endlich das Einsehen haben, daß Ihre Angriftc auf die christlichen Gewerkschaftsführer total^gesckeitert sind. (Leb­hafte Zustimmung in der Mitte. Lärm bei den Soz.) Sie haben von allen Vorwürfen gegen die Bewegung und ihre Führer auch nicht das Schwarze unter dein Nagel beweisen können. (Sehr rich­tig! im Zentrum. Unruhe bei den Soz.) Es ist bezeichnend daß diese Angriffe auf die christlichen Gclverkschaften erhoben werden zu einem Zeitpunkte, da die Arbeiter alle Uneinigkeit vermeiden sollten mit Rücksicht auf die Gefahren, die dem Koalitions­recht drohen. (Lebhafte Zuftiminung im Zentrum.)

Abg. Schwabach (Natl.): bringt Wünsche der S t a a t s a r b e i t e r vor. Eine allgemeine Regelung der Rechts- und Arbeitsvcrhältnisse des in Staatsbe­trieben beschäftigten Personals ist notwendig. Im übrigen haben )ic Staatsarbeiter keinen besonderen Grund zur Klage. In einer Resolution bitten wir um eine Denkschrift über das Arbeits- und Rechtsverhältnis der außerhalb des Beamtcnverhält- nisses in Reichs- und Staatsbetrieben beschäftigten Personen. Die preußische Eisenbahnvcrwaltuug plant eine einheitliche Regelung ber Einkommensverhältnissc aller Arbeitcrkategorien. Selbstver­ständlich werden dann die Reichscisenbahnen diesem Beispiel folgen müssen. Das Koalitionsrecht ist den Eiscnbahnarbeitern gewährt, soweit cs nicht mit Interesse des Staates in Widerspruch kommt. Ein Streikrecht aber kann ihnen unter keinen Umständen ein­geräumt werden.

Staatssekretär Dr. Delbrück:

Die Wünsche der in den Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter- Haben sich zu dem Verlangen nach einem Staatsarbciter- c c ch t verdichtet. Die bereits im Vorjahr gestellte Forderung eines Gesetzentwurfs hat vom Bundesrat eine mehr oder minder motivierte Ablehnung erfahren.

Ich bin bereit, die vom Vorredner verlangte Denkschrift in Aussicht zu stellen. (Beifall.) Wenn das einschlägige Material dann gesammelt vorliegt, »oird die Aussprache viel leich­ter und fruchtbarer sein. (Beifall.)

Abg. Bogt-Hall (Kons.)

Die Steigerung der Löhne in der Landwirtschaft hat gleichen Schritt gehalten mit der Steigerung der Jndustriearbeiterlohnc. Wenn aber die Industrie in weiter steigendem Maße die Arbeits­kräfte an sich zieht, dann ist die Zeit nicht fern, wo die Arbeit des LanDwirts sich nicht mehr verlohnen wird. Die Fortschritts­partei und gerade der Abg. Gothein sucht stets eine stärkere Be­steuerung der Großindustrie zu verhindern. (Lebhafter Wider­spruch des Abg. Gothein.)

Den Staatssekretär bitten wir dringend, dock einmal d i c Mühlenumsatzsteuer in Erwägung zu ziehen und die ruinöse Wirkung der Gcohmühlen gegenüber den kleinen Bauern zu bekämpfen. Wenn ein so hervorragender Mann wie Gothein hier unsere Wirtschaftspolitik heruntersetzt, was soll man da von

seinen FftaknonSsreunden sagen, die die draußen im Lands ganz anders sprechen? Meine BerufSgenoffen sind darin einig, daß niemals eine Arbeitslosenversicherung die Krönung der Sozialpolitik sein kann. Dankbar sind wir für die Beibehaltung der Einfuhrscheinc. Die Bauern wissen, daß ihre wahren Frcrwdc nicht auf dec linken Seite sitzen.

Das HauS vertagt sich.

Es folgen persönliche Bemerkungen.

Abg. Gothein (Vp.)7

Man konnte heute beinahe annel>mcn. daß nicht das Gehakt des Staatssekretärs zur Debatte steht, sondern meins. (Heiterkeit.> Herr Hoesch hat mich wegen Aeußcrungcn angegriffen, die ich nie getan l>abc. Ich soll mich schützend vor daL Großkapital ge stellt haben? Gegen diese unerhörte Unterstellung verwahre ich mick entschieden! Das Mitglied der Fraktion H c st c r m a n n (große Heiterkeit) hat sich inzwischen zwischen alle Stühle des Reichstags gesetzt. Er hat mir die Nennung falscher Milchprcise vorgeworfcn. Bei ihm hat sich die Milch der frommen Denkungsart in gärend Drachcngift verwandelt. ^Heiterkeit.) . ,

Abg. Bartschat (Vp.):

Ich habe alle Anklagen gegen den Vorsitzenden des Bundes der Handwerker auch öffentlich vorgcbracht. Der Herr har nie ge­wagt, dagegen aufzutreten. Ich beziehe vom Hansabund kein Ge­halt. Ich würde aber nichts Verwerfliches dabei finden, wenn je­mand vom Hansabund Gehalt bezieht. (Heiterkeit).

Abg. Koch (Dp.) verwahrt sich gegen den Vorwurf des Bauernlegens.

Abg. Basscrmann (Natl.):

Auf Wunsch meiner Fraktion möchte ich feststelleu. daß Herr H e st e r m a n n seine heutigen Ausführungen weder im Namen, noch im Aufträge meiner Fraktion gemacht hat. (Beifall links.) Die Fraktion hat die erforderlichen Konsequenzen aus der Rede des Herrn Hestcrmann alsbald gezogen und durck ; i n st i m m i g e n Beschluß das H o s p i t a n t e u v e r - v ä l t n i s mit Herrn H e st e r m a n n aufgehoben. (Lcbh. Beifall links. Lachen rechts.)

Freitag 1 Uhr püirktlich: Kurze Anfragen, Wciterberaiuvg.

Schluß Uhr.

wandern nnd Keifen.

Schneeschlchwaiwerungen.*)

Freicnsec nö ohcrodskopf.

Freicnjcen, Scenbachtal, Ludwigsbrunnc», Poppenstrnth, hoherodSkopi

a) A u f der r c di t c u (nördlichen) Tal jette (Ma» kierung: blaues Dreiecks Pom Bahnhof durch da? Dorf, dann sich immer in der Nähe des Fahrwegs haltend, auiwärts an drei Mühlen vorbei nach dem Oberseener Hoi, wo eine Chaussee das Tal von Norden nach Süden gncrt. Weiter aufwärts teilweise durch Wald bis zur großen Lichtung, in der der Petershainer Hof liegt, .hier viele ju Abfahrten geeignete Flächen. Man iolgt der Landstraße, die am Petershainer .Hof vorbei »ach rechts in den Wald und hindurch führt. Am jenseitigen Rand befindet man sich nicht locit von der großen Landstraße SchottenUlrichstcin und hock über Rudingshain, .hier schöne Aussicht auf den Obcrwatd und die Häuser des hohcrodskopss. An dieser Stelle trifft auch der Weg auf der linken Talscitc mit dem beschriebenen zusammen.

b) Ans der linken (südlichen) Talscitc «Marki» rnng: gelber Strich).

Bei guten Schneeverhältnisjcn kann inan vom Bahnhof Freien, feen, das Tori links lassend, nnmittelbar nach rechts auf die süd­liche Talscitc hinüber in den Wald bis zu dein mit gelbem Strich liiarkierten Weg. Auch von Laubach lind der Station Laubacher Wald ist dieser Weg auf der südlicheil Talseite leicht zu erreichen lMartierung: gelber Strich . Liegt der Schnee nickt bis »ach Freiensecn binunter, so kann man auch bei dem Oberseener Hof aus die linke Talscitc hinüber und auf den markierten Weg. hier liegt der Schnee oft noch geschlossen bis in den Obcrwald, iocnn unten im Tal keine Spur inehr oavon vorhanden ist.

Der gelb markierte Weg steigt stets mäßig an Niid hält sich in der Nähe des Waldrandes nach den, Tale hin, tritt z,z- wcilen an den Rand heraus und gctoährt dann schöne Blicke ins Tal. lieber dem Oberseener hoi kann man an einer Stelle das ganze Tal hinab sehen, hier erblickt man aiich am Horizont die Wölbung des Dünsbergs. Bon hier ab gucr durch den Wald und hinüber zum oben bezcichnctcn Waldrand über der Lank»-' straße SchottenUlrichftcin

t) Landstraße Schotte n u l r i ch st c.i n z It IN hohe« rodskopf. Bei guten Sckmeevcrhältnissen kan» inan geradeaus gegen Rudingshain zu absahrcn, läßt cs aber rechts liegen und strebt dann den Wäldern an der oberen Nidda zu. Man über­schreitet die Nidda und arbeitet sich entweder an den Wiesen bei den Forcllenteichen oder ans derlangen" Schnelle in die höhe Man halte sich rechts und suche den jenseitigen Waldrand zu er- reichen, von dem man den hoherodskoös vor sich sicht. Be- auemcr, weil man dabei nicht aus und ab muß. sondern allmählich cmporkommt, ist cS, aus der Landstraße Schotten -Lanlcrbach an dem Ludwigsbrnnnen vorbei bis zum Waldstück Povpenstrulli zu lausen, wo die Landstraße eine kräftige Biegungach links macht und rechts ein Fahrweg in dieses Waldstück führt. Man solgt diesem Weg, der geradeaus auswärts am steinernen Schub-, Haus Charlotten höhe vorbei bis zur Oberwatdstraßc ilihrt, auf' dic sic scnkrcckt Irisft. Dort rechts lMartirrung: gelbe Kreuze, und, der Lbenvaldstraßc stets tolgcnd, bis zun, Fuß des Taus- steins, um den sie in einem Bogen hcrnmsührt. .hier geradeaus auf breiter Fahrstraße bis zum Klubhaus hohcrodskovi. Dies der Weg von Popvenstrukd durch den Osterwald, der im Winter am leichlcstcn zu finden ist. Die anderen find aus der Markie- rungskartc zu ersehen. Aber man beachte. Saß im Winter die Mar kierungcn ini Obcrwald meist nicht zu sehen sind, und der Wald im Winter ganz anders ausilcht als im. Sommer, jo daß selbst der Kenner der tsicgend sich irr lauten kann! Also Borsicht i Insbesondere hüte man sich bei Nebel und vermeide, in die. Dunkelheit zu kommen. Dauer: 5H Stunden.

Mückc6 ohcrodskovf Mücke, Ulrichstein, Wiesenhof, Obcrwaldstraßc, hohcrodskvvs.

Bon Mücke nach Ulrichstcin kann man, den Chausseen folgend, entweder über Jlsdori, (öroß-Cickwn, Bobcnhanscn oder über Ruppertenrod, Ober- und Unter-Seibertenrod fahren. Bon Ulrichstein (Wegmarkicrung: gelbes Kreuzt abwärts bis zun, Sel- - genhof, dann fast eben zum Wicsonhos. hier über die Landstraße: SchottenUlrichstein und aus dte Oberwaldstraße Aus ihr kann man, wie oben beschrieben, zum hoherodskopf gelangen Bei gün­stigem Wetter ivird man aber auch schwerlich die alte Ulrich- fteincr Straße »crichlen, die von der Obrrwaldstraße her der. Breungeshainer .Heide, einer mitten im Oberwald gelegenen bäum-, losen Trist, rechts abführt. Folgt man ihr (Markiernngen: rotes,.

*) (Aus: Wanderungen und Schifahrten rund' um Gic ß e^n, Druck und Verlag der Brühlschen llniversitäts--- Bnch^ und Stein-Druckerei . R. Lange .Gießen. Preis ' geheftet l Mark.)

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