Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus.
Dem Abgcordnctenhansc, ba» »ich gestern noch mit dem Gestüt»- Voranschlag beschästigle, ist eine Uebersickit der Entschließungen der
Königlichen Staatsregicrnng aut Beschlüsse de» Abgeordnetenbausc» zugegange» Au» dem Inhalte seien die wichtigsten Entscheidungen wiedergegcde»:
'Aus den Beschluß de» Abgeordnetenhauses die S ander - t a r i s c der Seehasen ans Binnen Häsen au » znded- neu, allgenieine Schiss»volireivervrd»ungen iiir die Binnenschiis- ialirt zu erlassen und vor Erlass neuer Bestimmungen die Vertreter der Binneuschrisahrt zu hören, hat die Staatsrcgiernna geantivortet, baß die Ausdehnung der ermäßigten Seehasen Äusnahmetarise aus den Einnahmeninschlagverkehr mit der von der Staatsriseiibahu Verwaltung von seher vertretenen Tarispolitik unvereinbar sei, Auch liege ein loirtirvattliche» Bedür'nis tue eine llederiraauna der 'Aus- nahmctarisc aus die Binncnumschlagplätzc im nllgciuciueu nicht vor,
Tie Beteiligung der Frauen aui deui Gebiete f'ct Tchulvilege, wo sic sehr ersprießlich wirken tonne», soll dem Wunsche de» Landtags gemäs; nach Möglichkeit gewrdert nvr- dcn, Aach dein Gesetz ist e» uvar nicht angängig, daß Frauen, ab gesehen von einer von der Tchuldepnlation etiva zum Mitglied« den Schulkommission zu ernennenden Lehrerin, als stimmberechtigte Mitglieder der Schulkommissioncn gewählt werde». Die ^chntaiik- >icht»behördcn sind aber angewiesen worden, itberall da, wo schul« kommissioiieii eingerichtet sind, und die Beteiligung von Frauen an der Schulvilege erwünscht erscheint, daran! hinzuwirken, das; Frauen, Uich ztvar auch Lehrerinnen, als Beraterinnen ZU den esit- ziingen der Schulkonuiiiisionen zugezogen und gegchenensall» mit besonderen Aufträgen bktraul wcrdcn,
D i e N o t ft ä n d c de» st ädt > s ch e u Realkrcdit» Iver den demnächst in einem Ausschuß besprochen werden, der vom Rcichsamt de» Innern einberuseu werden ivird uiid in dem namentlich auch die ivirtichastliche» und rechtlichen Grundlage,, de» Realkreditwese»» erörtert Ivcrdeu sollen, ,!» diesen Verhandlungen werden Vertreter der preußischen Jnteressenkreisc tziuzu gezogen werden.
Der Anregung de» Abgcordncienhaujc». die ! i n e in a t o g r a v d i s ch c n Da rbietungcn der »onzejsioiispslichl zu, UN terftclle», ist nachgelou»»en worden, Tie Zensur der zur össeut lichen Darbietung bostiinmte» Film» wird jiiiierhalv de» Rahmens der geschlichen Bollmachte» streng durchgesnhrt, Tie Einiührniig einer Steuer sür die Vorstellungen und für die Filmbändcr ist slaal licherseit» nicht bcabsichtigl.
Ans den Beschluß um G e iv ä h r u » g von Ortszulagen an die V o l k» s ch » l I e l, r e r wird geantwortet, daß bisher schon in Fällen, in denen die gesetzlichen Voraussetzungen sür ein zwangsweise» Vorgehen gemäß H25 des LehrcrbesoldiiNgsgcsctzer Vorlage», von Aunicht» wegen aus die Einführung von Ortszulagen hingewirkt worden sei, I»I Rahmen der zur Veriügnng stehenden Mittel sind leistungsschwachen Schiilvcrbäiidcn hierzu Ergänzung»« Zuschüsse bewilligt worden. Demgemäß/wird auch künftig veesahren ivcrden. Von der Bereitstellung iveitcrer Mittel tür diesen Zlvcck bat abgesehen werden müssen, auch im Hinblick aus die zwischen den Ressort» schwebenden Verhandlungen über einen Komniunalsteuei ausgleich. Für die Genehmigung zur Führung des in der Schweiz erworbenen tierärztlichen D o k t o r l > t c l » ist maßgebend, ob im einzelnen Falle der Nachweis geiiihrt ist, baß in Bezug aus >2ckulvorbilduiig und Studiengang die Anforderungen criülil iind, die sür die Erwerbung der Würde in Preußen gestellt werden, Ein weiterer Ausbau der Oftniarkcnzulage z n g u n - st c n der P o l k»i ch u l l c h r e r erichcint auch auf wiederholte Erwägung nicht angängig,
lieber den ietzigen Staiid de» H a us h a l t u n g s u n t c r - richt» in M ä d chcn v ol k» ich»le n jind Erhebungen veranstaltet worden, uni sestzustellen, welche Kosten die allgemeine Einrübrung dixse» Unterrichts verursachen würde, Tie innere Kolonisation wird gemäß den Wünschen de» Landtags iveiter kräftig und planmäßig gefördert ivcrden, insbesondere auch durch iunliäifte Beseitigung rechtlicher Hemmnisse nnd durch staatliche Unterstützung geineinnützigcr Ansiedlungsuiiternebninngen, Bci- ichiedene Mastnobincn zur Förderung der inneren Kolonisation iind ,n Vvrbereining, Die Urbarmachung von Ocdland wird auch durch Bewilligung von Beihilfen gefördert werden. Auf de» Antrag des Abgeordiietenhauie», die in der Nähe des Landtag» befindlichen stskalischeu Grundstücke nicht in Privathäude übergehen zu lassen und dein A b g c o r d n ct cII b au I e c i n Ga r t c n g > n n b- sinck zu verschasien, antwortet die Regierung, daß zurzeit e,ne solche Absicht »ick» bestehe, nochdein frühere Verträge mir einer Berliner Grnndsiücksbank nicht rechtskräftig geworden sind. Dem Wunsche nach einem Gartengrundstück soll später nähergetccten iverdeii,
lieber Maßnahnien zur Erhaltung nnd Stärkung de» deutschen Grundbesitze» in der Ostmark schweben Verhandlungen innerhalb der Ressorts. Die Pflege der Leibesübungen wird die Staatsregiernng durch weitere Bereitstellung von Poranickrlagsmilteln unleistidtzc». Eine D c,i k s ch r i s t über den Bauschwindel wird dem Landtage demnächst zu- gehc», Zugunsten der PensionSverl, ältnisse c!>cmali- ger Beamten verstaatlichter Privatcisenbalincn hat die Staatsregierung Bestimniungcn erlassen, die einen Teil bestehender Härte» beseitigen sollen.
Den bei Beratung de» W a ss e r g e s e tz e s geäußerten Wüu iche», auch in den übrigen Bundesstaaten aut die Reinbaltung von Flüssen ein wachsamere» Auge zu haben, ivird seitens der Staats- rcgieruug nachgekommeii werden.
Au»
Aus Dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer,
rb, D a r m st a d t. 28, Jan, Vom Finanzausschuß der Z w c i t c n Kam »> e r ivurdc heule vorniittag die P o r a n s ch l a g » b e r a I u n g iortgcietzt und zunächst Kap 115, P e „ sionc», beraten. Das Kapitel Iveiü eine Ausgabe von 5 075 650 Mark und eine Einnahme von I 228 :>4H Mk, aui, erfordert also einen Staatszuichuß von 2,846 804 Mk,, d, i, 168 750 Mt, mehr als im Voriahr, Pom Ausschuß wurde u.a die Unübersichtlichkeit der ganzen Position im StaatSooranichlag bemängelt und der Beschluß gefaßt, der Regierung eine bessere übersichtlichere Darstellung anzm-n,»fehle» Eine eingehende Erörterung fanden dann die verschiedenen, in diesem Kapitel verzeichnctcn Fonds der Zivilstaals- diener-Wliwenionds, der eine Höhe von ,1l20 4S0 Mk, answeist, die Schullehrer Wilweiikassc mit einem Bestand von 1987 574 Mt! nnd d>-> Fonds der Oniziers nnd Untcroiiizicrs-Witwcnlaise mit einen, Bestand von 798 782 Mk, Dieter letztere wird nach Wegsaü sämtlicher Bezugsberechiigten zu " , Hesse» und zu -/, dem Reich »gewiesen, Tie erstgenannten Fonds, die durch die Eintrittsgelder der Mitglieder entstände» sind, setzt aber nickst mehr vermehrt werden, toeil die Eintrittsgelder weggetallen sind, sollen mit der Regierung näher besprochen werde», toeil eine weitere Ausrechterhallung ohne besonderen Zweck rrschctitt, Dabei soll auch die Frage erörtert werden, ob e» sich nicht cmvtiehlt, der Regierung eine allgemeine Er »lächligung dahin zu erteilen, daß den Hinterbliebenen von nicht angcstellten, aber längere Zeit verwendete» Staatsdienitantvarlern rin entsprechendes Witwen- und Waisengeld gezahlt werden kann.
Der bei der Erörterung dieser Frage erwähnte Fall, dan ein GerichtSasscisor, der im 41. Lebensiahre nach einer V-rwendungS- -,cit von mehr als 9 Jahren verstarb und daß dessen Witwe und ihr Kind IIN ganzen nur 800 Marl Witwen nnd Waiienpension erhielten, gab den Anlaß zu dieser Anregung, Weiter soll auch : darüber mit der Regierung verhandelt werden, tvie jich die Ber- ■ trage de» Staate» zur AngesteNten-Bersichcrung, etwa 80000 Mk,, iin einzelnen gestalten und ob nicht die Lasten dieser Versicherung, ! besonder» bei gering besoldeten Funktionären de» Staates, in Form« cincr Gehaltszulage bewill-gt werden könnten.
Beim Kapitel 116, Verhältnis zum Reich, Einnahme , 4567605 Mark, Airsgabe 5 796 661 Mark, regle der Bericht- i erstattcr die Frage an, ob die Auiwrndungen Hessens sür die Per- , Ivaltung und Erhebung der Reichsstcuer» und Zölle durch die Ver- I gütungcn des Reickfcs auch voll gedeckt würden In Bade» sei I oaraul hingennescn ivordcn, daß dort über eine Million Mark ( ,n«hr sch, die Verivaltuug der Zölle und Reichsstcuer» gezahlt
würden, als das Reich vergüte und daß dort vom Zentrum ein Antrag eiuqebracht worden sei, dahin zu wirken, daß die Entschädigung der Einzelstaaten für diese Verwaltung höher bemessen werde: auch hierüber soll mit der Regierung verhandelt werde», E» wurde dabei u, a, daraut hingennesen, daß die Behörden^ welche die RcickiSsteuern vereinnahme», zugleich auch hessische -steuern zu verwalte» hätte» Bei Kap, >16», Ausgleichs u » d T »1 * gnnqsiond », Einnahme 2 C03 000 Mart, Ausgaben 4 48» 016 Mark, wurden keine besonderen Einwendungen gemacht.
Bei dem zweiten Teil des Staalsooianichlag»: Für da» Vermögen, wurden die EisenbabnauSgaben inr Gesamtbeträge vvir 6l>78 000 Mark giitgehesßen. Die übrigen Ansorderungen sür das Z e n t r a l b a u w c s c n ballen sich in einem bescheidenen Rahmen und belrenen inr weientlichen »irr die Ausgestaltung reiv, Fertigstellung bereits vorhandener Gebäude, io die Forderung kür das chemische Laboratorium in Gießen mit 57 200 Mark, sür Errichtung von 'Anbauten sür Dauerbäder an der v s u cl> i a t r i i ch e >1 Klinik in Gieße» mit 84 000 Mark, sür Ergänzung nnd Verbesserung der WasservcrsorgungSanlage» I» der Heilanstalt bei Alzey mit 88000 Mark ideren Anlage am 10. Februar voni Finanzausschuß besichtigt werde» sollst icrner eine Forderung von 19 800 Mark sür verschiedene Einrichtungen i» der L a II d e S H eil u kl d P i l c g r a n st a I l bei Gieß e» und von 87 000 Mark für die innere Einrichtung des A »t t s g c richIsg c bäudcs i n G ieße » Diese Posten wurde» vom Ausschuß nicht beanstandet, während der geiorderte StaatSbeilrag von 96 500 Mark für den Ausbau des rechten M a i u u i e r s bei Mainz zunächst mit der Regierung besprochen werde» soll.
Der Ausschuß beschäftigte sich daraus eingehend »ui Kav, 114, A „ »lei h u ii g o ii li ii ö Staat s schuld, welches Kapitel in Verbindung mit dem gleichen Kapitel 142, im Veruiögcnsteil be- ivrochen wurde, Tee AitSschukoorsitzeode, Avg, Dr, Oiann. legte hierzu als Berichterstatter eine eingehende Uehcriicki über den gegcntoartigen Stand der hessischen Ltaaisschuld, sowie deren Verzinsung und Tilgung vor, worüber wir an anderer Stelle in einem besonderen Artikel Näheres mitteile».
Mit der Erledigung dieser Kapitel ist die erste Lesung des Fi nanzauss ch ii sse s über den Staatsvoranschlag mit Ausnahme des Kavftels über die Landlvirtschaft. das morgen beraten werden toll, zum Abschluß gelangt In den nächsten Sitzungen werden »ur nockk die im Ausschuß beanstandete» Gegenstände in gemeinsamen Sitzungen mit der Regiernng behandelt werden,
Tie B c s o l d u n g » v o r l a g c nnd die Erste K a m in e v.
rb, Darmstadt, 28. Ja», Ter Fiiia n za »»schn ß der Ersten Kammer hat heute vormittag und nachmittag sehr eingelzendc Bcratnngen über die Besoldungsvorlage abgehalten, Nach dem Bericht des Fürsten zu I s c n bu rg - B > r - st e i II und des Gegenberichterstatters Geh Koni 'Rat Tr.T l r e ck c r fand eine längere allgemeine 'Aussprache über die Hauptpunkte der RegicrnngS-Vvrlage und die Abänderungsbeschlüssc der Zweiten Kammer statt. Es wurden dem Vernehmen nach noch keine festen Beschlüsse gcsaßt: diese lollen vielmehr erst nach der morgen stattsinbendeii gemeinsamen Beratung mit der Regierung erfolgen,
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rb. Dar m st a d t, 28, Jan, Tic FrakliondcSBaucrn- b IIII d e » hielt heute nachmittag eine längere Sitzung ab, in der die .landwirtschaftlichen Kapitel de» neuen Staalsvoranichlags nnd verschiedene Punkte der Besolduiigsvorlagc erörtert wurden. Es svlleu zu diesen Fragen eine Anzahl besondere Anträge eingebracht werden.
Aus Siiah-Lotdringen.
Ans Saarbrücken erhält die „Kreustjeitiurg" nachstehende Zuschrift: „Nur ein paar Kilometer
von Saarbrücken liegen die lothringischen Kohlen- seldcr der Firma de Wendel, derselben Firma, die au der Westgrenze Lothringen» die größte Eisenverhüttung betreibt iHayingen), Hier bei Saarbrücken, in Kleinroiseln, unmittelbar neben der preußischen türenze, hat diese Firma vom 1, Januar 101-1 die französische Geschäft» spräche in ihrem Betriebe e ingc führt, Tie Kohlengrubensirma de Wendel beschäftigt hier über 10000 Bergleute, alle in der Ilmgebnng (Lothringen, Preuße», Pfalz) wohnhaft. Verschiedene Beamte sind noch Preußen, die sich seht der französischen Sprache in ihrem Dienst zu bedienen haben. Das ist auch symptomatisch Wie lässig die deutsche Verwaltung mit deutschen Interessen u,»gegangen, ist schon daran» zu ersehen, daß sie schon früher die Erlaubnis gegeben hat, verschiedene Ortsteile in dem genannten Kleinrosseln französisch zu bezeichnen, z, B, Eile Wendel, Eite Gargau, lind da» fast 40 Kilometer von der französischen Sprachgrenze entfernt! Die deutsche Eisenbahn- verwaltung aber wird der Firma de Wendel weiter wie bisher ihre Fabrikate abkaufen," — Die „Post" bemerkt dazu: Man tvird diese Milteilungen zunächst mit einem Fragezeichen versehen müssen und der Annahme Raum geben, daß hier ein Irrtum vorliegt,
Rücktritt der clsatz-tothr, Regierung,
S t r a ß b u r g i, E,, 28, Jan. In der heutigen Ausschußsitzung des Landtags gab auf eine 'Anfrage des 'Abgeordneten Haust Staatssekretär Zorn von Bulach die Erklärung ab, die G e s a in t r cg i e r u » g von Elsaß- Lothringen habe ihre K o n s e q u e n z e n a u s d e n Za b e r- net Vorfällen gezogen, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen,
Grrys Antwort aus die vreidund-Note.
Wie aus Wiener diplomatischen Kreisen niitgeteilt wird, wurde die Antwort Eir Edward GrcyL den Londoner Botschaftern Deutschlandk, Oesterreichs und Italiens aus die Note der Drerbllndmächte am 14. Januar überreicht.
Tie Antwort lei'teht aus zwei Teilen, von denen üch der erste mit der Inseliraqe befaßt. Der zweue Teil enthält einen Vorschlag für die isafinna der von den Großmächten der Türkei und «Kriechen» land zu überreichenden Note. Im ersten Teil schliebt sich Grey im yrogen nnd aanzen bem Standpunkte des Dreibundes an. indein er qleichialls dakür eintritt, dab s e i t e ll s l») r i e 6) e u l a t» d s B ii r a s ch a i t e n verlangen jeieu für deu S ch u 1; der Minderheit auf beit ägäischen Inseln, sowie sür die Neu» t r a l i s i e r u n g d e r n o r d ä a ä i s ch e u Inseln. Auch schlaft er vor. man möqe von Griechenland das feste Versprechen verlangen, sich der Durchführnnq der von beit Mächten nctroffeucii Beltiminnngen nicht zn widersetzen nnd einen Widerstand dagegen auch nicht m unterstützen.
der von Venizelos geiorderten G r e u z b e r i ch t i - gnng im E v i r n s erwähnt der englische Minister desAnswärti- gen nlchts^ I»n Anschluß daran ketinzeichnet Grey noch einmal klar den ^lcindv>mkl Englands iit der «^rage der von Italien h e j e tz teil tz g äi sch e n Insel n. Er sacit, dast, fotanqe auch l! l ' r e,, * e ^'"zige Insel im Besitze einer europäischen (Srovmacht nch befinde, man den Zustand nicht als normal bezeichnen könne. England will damit jedoch keinen Druck aus Italien ausnbcn, sondern ledlgltch eine Feststellung vornehmen. Der zweite Teil der Antwort "renS enthalt einen Vorschlag für die Fassung der Note, m der die Machte m Athen nnd in Konstantmopel ihre Ent- 'chetdung über die aaaischen Inseln mittei'.en tollen. Es steht jeder Macht stet, etwaige Aenderungen an der Tertiernnq vorzuschlaqen.
Man hofft, die Verhandlungen über diese Note bald beenden zu können, so dasi bereits in der allernächsten Zeit ihre Uebcrreichung erfolgen dürfte.
(davon in Europa)
1 32 2 OCO Mann
1017 000 „
1 3 . t? 000 .
1 032 000 r
1 «58 000 w
1047 000 .
Zeit die Aus'bil-
Aeder die russische heeresstärke.
Durch die Verlängerung der Dienstzeit der Kaiserlich russischen Armee bei den Fusztrnppcn von 3 aus 8»/, und bei den berittenen Truppen von i aus !>/, Jahr ist die Kopsstärke de» russischen Heere» bedeutend gesttcgen. Unter Bcrücksichtigimg der Berstürlniig, die durch anderweitige Maßnahmen erreicht wird, ist der Stand der russischen Armee wie folgt:
1913/1814, Winter . . . 1840080 Mann
1914, S Ommer .... 1415000 .
1914/1915, SBiiilcc . . . 1860000 .
1915, Sommer .... 143500) .
1915/1816, Will,er . , , 1 900 000 ,
1919, Evimner .... 1 455 (MX) ,
Mit welcher Tatkraft in letzter d ui, g der Reserven vorgenommen wird, da» beweisen die Zahlen, die wir dem „Reichsbudget der russischen Regierung" sür das Jphr 1913 entnehmen. Im Jahre 1907 waren zur Verfügung für tlebungseinbcrusnngen 290000 Rubel, Im Jahre 1909 stieg diese Ziffer bereits ans 2Nt000 Rubel, Für 1913 aber waren angefvrdert 11 165000 Rubel, die nnrti Bewilligung durch die Dnnia am 30. Juni durch Unterschrift durch den Zaren genehmigt worden sind.
Während der Voranschlag de» russischen Kriegsminisie- rinm» im Jahre 1908 mit den ordentlichen Ausgaben (die anßerordetittickien Ausgaben sind hier nickit berücksichtigt) in Höhe von 462,5 Mttiionen Rubel abschlost, schließt er für 1918 mit 545,6 Millionen ab, und es geht aus den amtlichen Nachweisen klar hervor, daß die ftarle Steigerung um 100 Millionen Rubel, das heißt über 200 Mill. Mark, in erster Linie durch die Verstärkung bzw, Vcrdessc- ruiig des Artillerie-Materials verursacht wurde. Bemerkt sei hierbei, daß die Verstärkung der Armee durch Mannschastef, erst iin Voranschlag 1914 unter den Ausgaben erscheinen wird.
Nach den iiencstcn Nachrichten ist ferner zu erwarten, daß iin Lause dieses Jahres die russische Kavallerie um 19 Regimenter vermehrt wird.
Arr» SraSt »nrS lkanv.
Gießen. 28. Januar 1914.
** A » sde m M i l i l ä r >o »ch c » b l a t t. X VIII. A t m c e k 0 rPS, Iin Beurlaub.enstand z» Obcrleuinanis befördert: die Leutnants der Reserve: Linke d, Greu.-Rqt». König Friedrich Wilhelm II, >l. Schief,' Nr 10 ,Hanau), Schreiber d, Ins,- Rzts. Kaiser Wilhelm >2, Grvßtz, Hess,' Nr. 116 l Darniftadi, Herbst Hanau, Sauer /Worin»« d, Jns.-Rgt», Prinz Earl I. Grvßli, Hess, Nr, 118, Mcrto »I fc. H»i-Rg>s, Landgraf Friedrich II. von Hessrn-Hoinbin i >2, Kurhess,' Nr. 1s ZI Frank s»lt a, M.i, Kölling d, 2, Wests. Feldart-Rgt», Nr, 22 lMc- schede«, Liertz d, l. Rhein. Train-Bat». Nr, 8 «I Tarniftadti: dir Leutnants: Witte kt »d d, Landm.-Jns, >, Ansgeb, /I Tann stadt'. Schult ii d. Landw, Felda, t, 1, Ausgeb, Hanau), Zn Leutnants der Reserve lesördert: die Vizeieldwebel beziv, Vize Wachtmeister: Raßbach, Schttii Wiesbaden, Hasner
iHöchst, d, Fns.-Rgt«. vvn Gersdorss (Kurhess,) Nr. 80, Reif senstein, Jmgardt(I Frankfurt a, M. , K ausckat /Mainz), Henrich |Hana»', d, 2, Nassau, Ins, Rgbs, Nr, 88, Bast «Friedberg), b. Ins -Leib-Rgts, Graßherzogin «3, Großh, Hess,) 'Nr, >17, Reichardt (I Darmstadt), d, Garde-Drag.-Rgl»,
' 1, Großh, Hess,) Nr. 23, v o n P a s > a v a n t ll Frankfurt a, M, , d. Hul-RgtS, von Ziele» Brandenbl Nr, 3, vom Rath fII Frankfurt a. M,t, d, Huß-Rgis, König Wilhelm I, (1, Rhein,) Nr, 7, Zeiß ckl Frankturt a, M?, ,d, Braunschiv, Hui,-Rgts, Nr 17, Grobe (I Darmstadt), Gotte»leben Mainz,, d, 1, Lberelsäls. Feldart,-RgtS. 2ir, 15. Jcenlckc (WieSbadcu', Bamberg er (Mainz , d. 1. Nassau, Feldart Rgi», Nr, 27 Oianicu, K remcr (I Frankturt a, M, . d, Straßburger Frldart. Rgt». Nr, 84, Srcbcl Wiesbaden, d Kurhess, Train-BatS. Nr, ll Zum Lt, d, Laiidlo. Kav, I, Ausgeb, befördert: Romig, Bizeivachtin, (Wiesbaden',
** Ta» Großh crzoglich Hessische Regierungsblatt Nr, 3 enthält: Bekanntmachung, Aenderung der Deutscheii Wchrorvuung betressend,
** U c b e r die c v a n g c l i s ch - ch r i st l t ch c Liebes- tätigsteit in, G r o ß h c r z o g t u m Hessen IUI Jahre 1912, soweit sie vsarraintlich sestgeftelli werden konnte, wurden W sondere Eet>ebu»gcn veranlaßt, die svlgendc» ergaben: \ Milde Gaben aus de» öfeineinden an Vereine und Anstalien kvan gclisch christlicher LicbeStätigkeit: Acußcre Mission einkchl. Juden missio» (anSschl, Epivhauiaskollekte 74 032 Mark, Innere Mission «aiisschs, Augustkollcktc, «50549 Mark, Gustav Adals-Berciu lausscht. ResormalionSsestkollekte 45 388 Mark. Evangelischer Bund und evangelisch,- Bewegung tu Oesterreich 27 962 Mark. Elisa bethenstist 14 2,54 Mark, Diakonie Verein 13829 Marl, Kranken pilegestation 98 953 Mark, Anstalten de» Tekanais Kranken- vilege, Eiziehungsverein) 5449 Mark, besondere mildtätige An statten und Vereine der Pfarrei 96 481 Mark, sonstige christlickie Vereine und llntccnehniniigcli 16 543 Mark, sür besondere Not stände 9t89 Maick, zusammen 452 629 Mark, B. Allgemein erhobene Kirchenkollekten ausschließlich Neujahrskollckle: Evivba
iiiaSkollektc Aeußeie Mission 7027 Marl. PaimarnmSkollekte ibednrstigc Tiasvora-Grmrinde» des Inlandes >758 Mark, ausländische Diaspora 4183 Mark, Pfingsten 'Lutherstisinng, 4100 Mark, Augustkollcktc (Innere Mission' 4080 Mark, Hessische» Krüvvclhciiu 4951 Mark, ResormatiotiSiestkollelte (Gustao-'Adols Verein' 4668 Mark, sür bedüriliie hessische Gemeinden: 1, Fra mershcim 3351 Mark, 2, Frei Weinheini 3691 Mark, Kaiser« Bilhrlm Sliitung «Sedanscstkoltek»-' 1207 Mark, für die cvan qelischen Gemeinden IN Oesterreich 4722 Mark, sür verschieden, Zwecke 1266 Mark, zusammen 48 004 Mark, ( Cpicc und Gallen sür die Ortsannen: Neujahrskollekte: 3641 Mark, Büchlcn- geldee 22 688 Mark, sonstige kirchliche Kollcllen ''Adventskollekte, Ahendmahlspsennige uiw > 3325 Mark, sreunllige Gaben 43 184 Mark, Kircheitopicr. imveil sie für die 'Armen bestimmt sind,
33 887 tzNark, I), Toyftige ireiwillige Leistungen für kirchliche Zwecke: Kiiihenovser, soweit sie nicht sür die Arme» besiimml sinh,
34 937 Mark, Gaben und Stiftung«» sür die Kirche und die Psarrei 116 788 Mark, kirchliche Vereine zur Hebung des ötient lichen Gottesdienste» 39 122 Mail, tirchliche Vereine zur Förderung des Gemeindetebrns 8 18,56 Mark, außergewöhnliche Posten 21 62-5 Mark, zusammen 239 287 Mark. G e s a ,» t j n ni m c aller Liebesgaben: ',100 936 Mark,
** W a s muß ein Hand w c r k e r über seine Re ch t e und Pflichten als Mitglied einer G e n o i j c II i ck, a i t mit ii n b c i ch r ä n k t c r oder beschränkter H a s t v i l > ch t wissen? Ans diese jetzt besonders ivichtige Frage gab Reckst», anwall Kaut mann Gießen die Antwort in einem Vorträge, den er vor Vertreter» der Gewerbcvercine de» Kreise» Friedberg in Bad-Nauhci in hielt. Wir haben über drn Verlaut der Versammlung schon berichtet, bringen aber über die Aussührungen des Redner», da sie weitgehende» Interesse beanspruchen, »och den folgenden Auszug aus de», Portrag, der »ns vvn Bad-Rauhcinl übermiltelt worden ist: Der Redner, der da» gleiche Thema INI Aufträge der ttzroßh, Zentralstelle sür Gewerbe aus der letzten igaiivlveriamnilting des Landesgeivcrbevereins i» Lauterbach mit Erfolg behandelt hatte, gab zunächst ein Bild über die e,eschichtliche Entwickelung der deutschen Geiivsienschasten nnd der einschlägigen ReichSgesetzgclmng und wie» dabei wiederholt daraut hin, daß der Z w c ck aller G e n o s s e n s ch a i t c n der der Selbsthilfe der wirtschaftlich schwachen B e r » i» ft ä n d e d e r Handwerker und Arbeiter sei. Dann erklärte der Vortragende an Hand der gesetzlichen Bestimmungen die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten der Genösset,schaitcn mit uiibe«' s ch r ä n k t c r Haftpflicht, unbeschränkter N a ch s ch u ß - v i l i ch t und beschränkter H a s t II n g, ebenso die Bestimmungen über Erwerb nnd Verlust der Mitgliedschaft, dabei bv-


