Ui»lversitäts»Nachrict>ten.
P Marburg. 28 Jan. Der Marburgcr Lileralupdistoriker und Direktor des germanischen ZemmarS au der birfigen Um»
UfiRtät. Pro, e,>a> Xr. Ernst Elster, ist heute na» Amerika abgereist. Er wtgt erner Einladung der Eornell llniversitat ui Jtlmca im Staate d,ew Bork, wo er während uveier Monate einen Jullus von Vorlesungen über neuere deutsche Literaturgeschichte halten wird. Au, den dort begründeten Lehrstuhl zur Pslcqe des Teutschtums wird, wie schon srüher mitgktrilt, alliährlich chr ein Iwlbf* Semester em deutsäier «riehrter beruü-n. Ale erster sprach dort im vorigen Jahre Gchcimrat Marcks aus München liber die Errichtung des deutichen Reichs
<Bcrid,t»ianL
Petersburg, 27. Jan Tao striminalgericht verurteilte wegen 5gochvcrrat beu Advolatrn Z ehnitk «si -u sechs Jahren un°^cn^anzlisten^e^ch^s^^^ahren^!w<m^sar^
vermischte».
* Der A»kaujder Ebcrnburg durch den Fran - z i s k a n e r o r d c ». Tie Erwerbung der Ebernburg und ihre Vcrivandlung in ein Klostergut. von der hier bereits berichtet lvurde, hat in der ganzen Rheingegcnd eine sehr starke Cppoiitioii Hervorgerufe» ii»d eine aniitlerckale Strönmng von seltener Heilig kcit erzeugt, die uod> gesteigert wurde, als nian eriubr, das, nach der erstrebten Erwerbung der Burg durch die Franziskaner die olle Feste Nicht mehr dem allgemeinen Besuche zugänglich iverden würde, und das imvojantk Tickingcn-Hutien-Tenlmal, das aus Beiträgen aus ganz Teutschland errichtet wurde, abgebrochen loerde» und in die Rumpelkammer wandcrii soll, Ten evangelische» Vereinen, die bei, Ankau» der Burg durch die Franzislaner unter alle» IlmstänSen verhindern wollen, sind zur Erwerbung der Ebernburg bereits 260 000 Mark jreiwillige Beiträge zugestellt ivorden, alleiii noch iehlen >50000 Mark, da der BcrkaussvreiS der Burg 400IKK) Mark beträgt. Ihr gegenivärtiger Besitzer ist der Ebernvurgec Bürger Günther.
* Aus einer Sii>i > ahrt tödlich v e r u n g l ü rt l. Aus Freiburg OBaden, wird gemeldete Ter Student der Medizin Ehrhardt rannte aus einer Schitour an eine Tanne. Eit, Ast drang ihm i» den Unterleib: die Verletzung war so schwer, das; er bald daraus st a r b.
'Blattern in Belgrad. Jmolqe epidemischen A»i. lrelens der schwärzet, Blattern in Belgrad bat der Mittister des Itiner» die Jmv>»»g der qesamteu Lladtbevöllcruug angcoidnet. Bisher sind »> Personen erkrankt, vvt, denen S0 qenordctt sind.
* EIvlosion einer P u l v c r s a b r i!. Aus G e » » a , 28. Jan., wird gemeldet; Heule nachmittag ist die zwischen M a - >' o » c und M e t e gelegene P u l v e r > a b r i k A re,,, in die Lusl geflogen. Aus Bol tri, >vo die Bevölkerling in groste Unruhe geriet, begaben sich die Behörden und Einwohner au den Unglücksorl, um Julie zu bringen. Tie Meldung,» ivrechen voll fünf Toten nnd mehreren Verletzten Einzelheiten iehlen
* ll n g l ü ck s > a l l b c i c i n c m B e g r ä b II i s Aus L i f s a b o n , 28. Jan., wild gemeldet: In E S I» v o r i z im .itreise Ovar brach IN einem Saale in dem Augenblick, als man eine» Sarg sortschafsen ivollle, der F u st b o d e n ein. Dabei stürzten ettva 5 0 Personen, gröstkcnteils Frauen und üind.'r, i» das darunter bejtndliche Stockwerk. Ter Sarg »nd die Personen wurden mit grober Mühe geborgen. Mehrere Personen lvurde» verletzt.
* Internationaler Dieb. Mit der Verhaltung eines in Bologna lestgenommenen Hoteldicbes hat die dortige Polizei einen guten Fang getan. Durch den Iiiternalivnalen polizei
lichen Erkennungsdienst ivurde fejigestetlt, da» der Verhajlete der 28 Jahre alte in Frankfurt a. M. geborene «etlner August Fried,. Sittig ist, der in de» letzten Jahren nur von HotcUuebstählen lebte und oft groste Beule machte Er loird von de» Polizei behördc» von Berlin, Münche», Baden-Baden, Homburz, Strast bürg und Mannheim gesucht Bei eine», Holeldietutahl iu Bad Hombui, im August v. I- erbeutete er Brillanten und Schmuck jachen ist, 30000 Mark, die er einer amerikanischen Tome entwendet Hane, die in dem gleich«» Hotel wie er wohnte.
* Ter vcrmistlc amerikanische Perioneuzug ist wieder ausgetunde» worden. Er besauft sich im Distrikt vor Santa Barbara im Ile» rickuoenttnungsgebiet tiei im Waste, Tie Passagiere lounten mit Boote» gerettet werden.
' Bau derb itts Jacht gestrandet- Ans st! e lv Cr« l-c ans, 27. Ja» , wird gemeldet; Aach einer suukentclegrasthijchen Meldung ist die Tampsjachi S. W VondcrbiltS „Warrior" bei Kap Agualrn an der Küste von Eolumdie» gestrandet. Unter den Gästen an Bord befinde» sich der Herzog und die Herzogin von Manchester und Lord Falcvner. Ter Tampser „Fruiera" eilte zur Hilse leislnilg herbei und brachte die Reisenden a» Bord des TamvierS „A l in i r a n t c", der nast Rew Bork geht. „Warrior" setzt lest; seine Lage ist »ngesährltch. Tie Mannschail ist an Bord geblieben.
Wetteransiichten in Hessen mit Freitae, de» ckö. Jan. tilll. Vorwiegend wolkig, vereinzelt stliederschlägc, etwas warmer, rocst- liciie Winde.
Lrtztc Nach richten.
Ter >f a i s c r un d d as R c ichs t ag sP r ä s id i u m.
Bcrli », 29. Jan. Tic Meldung, daß der Baiser bei der Desilierronrvoiid e m R eichstagspräsid e n len k" i n e N o t i j g r n o nt in e n habe, ist, nach dem „Berliner Tagcb'a:!", unrichtig. Der Kaiser nahm die Glückwünsche des uteichslagsprüsidenteu, der in Begleitung des Vizepräsidenten erschienen war, mit dem üblichen freund l i ch c n K o v s n c i g e u entgegen. Es ist eine etwas schran -enhaste Beurteilung, in der Unterlassung der Begrünung Demonstration gegen de» Reichstag zu erblicken. Der „Brr lincr Lokalanzeiger" erklärt dazu: Wenn man berücksichtigt, daß Herr von Wedel Hausmeister des Kaisers war nnd dasz Gras von Schwerin-Löwitz als Vorsitzender des Deutschen Landwirtschastsrates dem Kaiser intim bekannt in, >väh rend er solche veriöulicue Beziehungen zu dem Prüsidenleiz Kämvl nicht Kar, so lvird man diesen Vorgang natürlich sin de» und ihm keine volitische Bedeulung beilege» oder ihn gar als eine kaiserliche Kundgebung gegen de» Reichstag be.ziv. dessen Präsidenten hinstellc» können, - - Ter „Borwärls" behauptet, das Reichstagspräsidium habe nach der Desilicr- cour die Einladung , uin T inc r z u rückgezogcn Regier u ngswechselin den Reichslande n.
.Berlin, 29. Ja». Tas „Berliner Tageblatt" meldcl ans Stra ßbur g: Ter Statthalter hat schon vor der Jabcrnassaire die Rcichsregierung bitte» lassen, dast er infolge seines Alters und der Kränklichkeit seiner Gattin .zurücktreten wolle. Sein Rücktritt war schlieszlich ans den Spätherbst des Jahres 1913 festgesetzt worden. Jnsolge der Zaberner Sache tonnte dieser Termin nicht innegeholten werden, (straf Wedel hat in Straf,bürg, und Berlin gegen
über Kaiser und Reichskanzler kein Hehl gemacht, das, die Erledigung der Jaberner Affäre nicht seinen Ansichten entspräche. Bei der letzten Konferenz in Berlin wurde die Form des Rücktritts festgelegt. Staatssekretär o. Bulach glaubte sedoch des Vertrauens des Kaisers sicher zu sein und ist daher durch den Rücktritt ziemlich überrascht wor- dcn. Er wird Anfangs Februar nach Schloß Osthausen im Unterelsas; nberjiedeln, wahrend Gras Wedel ein Hans iu Berlin gelaust hat und seincu Wohnsitz in Berlin und ans seinen Güter» in Schweden nehmen wird. Außer dem Staatssekretär nnd dem Unterstantssekretär sollen auch der Präsident des Odeejchulratcs Tr. Aldrecht, sowie der Präsident der Wasserdanvrrwallnng Traust ans ihren Aemtern scheiden. Als Rachsolacr sur den Posten des Oderschulrates gilt a. auch Professor Martin Spahn. — Aller Voraussicht in,di wird der Unterstaatssekretir Mandel nack, sciuem Rmttrstki Kurator der Universität wcrdrn. Wcih- dischof von Bulach, ein Bruder des Staatssekretärs, beabsichtigt, über die Jcibcrner Angelegcuheit eine Bro» sch n r e heranszugeben.
Raubmord.
Piede rach, 20. Jan. Der Altertumsbändier K. Baur wurde 1 ei einem Rauba nsall durch einen .Holzbildhauer gctötrt. Dieser hat sich daraus selbst erschossen.
Beendeter A u »stand i» L o n d o »
London, 29. Ja» In dkl» Aus stände im Bange w erbe wird gemeldet, dast viele Arbeiter, sowohl organisierte wie nid» organisierte, d i e Bedingungen der Arbeitgeber a n g e n v m m c n baten.
Tie neue Regierung ist l b a u i e » r.
Salon«, 29. Ja». Ter Kvinrollaiisschuh nahm beule die Ol gauvierung der von ihr a » S t e l l e d e r p r v o i s o r > s ch e n R e g i c r u n g er» a unten ,! e » t r a l r e g i c IIIII g vor. Von den irühercn Ministerien iverden zwei, die jetzigen Tircktioncn des Acker baucs und der önentlicken Arbäiic», gänzlich aujqchubeu, während die Ministerien iür Justiz, Fiuau zeu. des »ulerrichts, sowie der Post »nd der Telegravheu amredn erhalte» bleiben. Tem Ebei der Jeu- tralregicrung, Fchzi Beb, iverden zwei Sekretäre, einer sür die lür- kischc »nd ein anderer iür europäische Sprachen, sowie ein Archiv beamter, und den liretloren ie ei» Selrelär beigegeben Aui biest Weise wirb die ganze trübere vroviioriidie Regierung nur 12 Be amle beschränkt. Tie gesamten übrigen tzeamtcustclle» der irühereu vrovisoriscdc» Regierung werde» auigehoben. Für die entlassene» Beamte» werden je nach ihrer Tüchtigkeit und Benvendmigsmöglich leit Anstclluiige» iu de» verschiedene» Gebieten des Landes gesunde» werden.
Erde r s ck> ü l l e r u » g e » in § ii d a m c r i k a.
B II e » o s Aires, 29, Ja». Eine Tcveicbe aus M e II bo t a lciirbtet: Hier wurden zwei Erdstöße verspürt, die von
» n t e r > rd i i d> r m Tonn e r begleitet waren; die Bevölkerung wurde von schrecken rrgriisen, _
Bestbewährte gesunde und inagen- darmkränke
Nahrung für: schwächliche,
in der Entwicklung
zurückgebliebene
Kinder.
G iessen, 28 Januar li)H
Für die überaus berzlicbe Anteilnahme beim Hinsoheiden meines geliebten Mannes, unseres guten Bruders, Sohwagers, Pflegevaters und Onkels
Herrn Johannes Bender
Privatier
sagen wir allen unseren tiefgefühlten innigsten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Louise Bender geb. Steinmeyer.
Giessen, den 29. Januar 1914. >">
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