An» licffen.
3 »’ f d» lirbauungeinec E ij c n b a I) n M ii rf e - Ul vt di ft ein- Rixfeld cötl. Bewilligung eines Staats zujchusses ju einer Llittomobilverbindung auf derselben strecke mit «Abzweigung nach Sdjottni batte Stbfl. Meiski fleit Antrag eingebracht. die Kammer wolle Itfrofji). Regierung ersuchen i
„1. die Aufnahme de» Ncbenbahnprojekts Mücke—Uf- richsteiii—Rixfeld in die Finanzgemeinschaft mit Preußen in Anregung zu bringen oder:
2. wenn dieses augenblicklich von der Wrofeb Regierung nicht für angängig oder erfolgversprechend gehalten werden tollte und nur die Erbauung als Privatbahn möglich ift: die Bewilligung eines Staatszuschusses von mindestens öO°/o der Bau losten bei der Mainmcr zu beantragen aber:
3. die Beteiligung des Hessischen -Staates als Aktionär bei dein privaten Bahnbauunternehmen mit llcbernahme von Aktien in der Hohe eines 50prozentigen -Staatszuschusses in alsbaldige Erwägung zu ziehen-und entsprechende Gesetzesvorlage vorzulegen und
-I- falls wegen der ungünstigen allgemeinen finanziellen Verhältnisse die Gewährung eines ötlprozentigen Staatszuschusses zum Bahnbau augenblicklich nicht möglich erscheint, zur sofortigen Abstellung der f cf) 1 i nt in st e n M > ß - tt ä ii b e in dem Personenperlehr, zur Errichtung einer Auto- inobilverbindung von Mücke über Ulrichstein nach Rixfeld und Schotten einen säbrlichen Staatszuschuß von 15 000 Mk. zu bewilligen ."
Zur Begründung seines Antrags wies der Antragsteller ans die überaus traurigen Verlehrsverhäldnisse im nordwestlichen Vogelsberg hin,'die schon wiederholt in Eingaben au die Regierung' und Landstände geschildert worden sind. Die Regierung hat in ihrem Antwortschreiben die Gründe für die Undurchsührbarleit eines der vorstehenden Anträge dargelegt und sich daraus beschränlt, die Unterstützung eines etwa ins Leben tretenden Automobilunternehniens nach Maßgabe des Gesetzes, das demnächst an die Stände gelangen soll, für den Fall der Verabschiedung dieses Gesetzes ins Äuge zu fassen. Ter Ausschußreserent, Abg. M o l t h a n, bemerkt hierzu: Ter Ausschuß kann der Stellungnahme der Regierung nur beipslichben. Nachdem die Preußisch-Hessische Eisenbahnaemeinschast cs ablehnt, den Bau und Betrieb der Bahn zu übernehmen und die Staatsbeihilfe in der von dein Antragsteller gewünschten Höbe von 50 Proz. als ausgeschlossen zu betrachten ist, dürste es sich empsehlen, der Einrichtung einer Äutomobilverbindung näuer zu treten, die ja auch in dem Antrag als letzter Ausweg in Aussicht ge- notnmen ist. Tie dem Landtag zugegangene Gesetzesvoriage über die staatliche Unterstützung bestehender oder neuzugründender Automobilverbindnngen gibt die Unterlage aucki für die von dem Abg. Meiski verlangte neue Linie mit einer Abzweigung nach Schotten. Ta die Verabschiedung der erwähnten Gesenesvorlage demnächst erwartet werden darf, wird der Verwirklichung dieses Wunsches der Bevo.kerung des Vogelskergs nichts ini Lege stehen. In diesem Sinne beantrag der Ausschuß! Ten Antrag des Abg. Meiski für erledigt zu erklären.
Aushebung des Klavier st empelS. Ter Abg Tr. SB * s Gonsenheim hat in der Zweiten Kammer die Aushebung des Klavierstempels beantragt. Ter Antrag ist von den Abg. Heerdt, .Henrich, Korell-Jngelheim, Reh und Urftabt mitunterzeichnel. Seine Begründung lautet!
Tcr Klavientkinvel ist eine einseitige ungerechte Belastung der Wirte. Tie Klaviere in den Wirtschaften werden nicht allein sür die Gäste gelralten. sondern auch von den Familien der Wirte teils zum Unterricht, teils zur Erheiterung der Familiengliedcr genau so benutzt wie die .Klaviere in den Privathäusern, Findet in einem Wirtschastslotale musikalische Unterhaltung mit Eintrittsgeld statt, so hat der Wirt außer dem Klavierstemvel auch eine Lustbarkeitssteuer zu bezahlen und wird demnach doppelt belastet, abgesehen davon, daß er mit einem erheblichen Konzessionsstempel betastet ist.
Erteilung von W i r t s ch a f t s k o n z e s s i o n e n tu juristische Personen. Ter Abg. Tr. Wolf- Gonsenheim hat in der Zweiten Kammer folgende Anfrage gestellt! „Ist es der Großh. Regierung bekannt, daß in letzter Zeit an juristische Personen Wirtschastskvnzessionen erteilt worden lind?"
nachgerechnet, und die erste Rate von 20 0110 Fl. doch noch herauSbelvmmen.
K«nts Grabstätte.
Tas Ende der „Stoa Kantiana"
Aus .Königsberg wird uns geschrieben! Fminannel Kants Grablapelle, die „Stoa Kantiana". ist dem Abbruch Versalien! Tie Kvnigsbeeger Stadtverordneien haben beschlossen, die jkant- kapelle abzubrecheii! die Gebeine Kants sollen i» der Gruslkirche des Tomes mit Anbringung eines würdigen Epitaphs eine neue Ruhestätte finden. Der unschöne Ban, der sich über Kants Grab erhebt, ist zugleich die Geschichte von dem Schicksal der Gebeine Kants. Tee große Philowoh wurde 1804 in dem damaligen Proieiiorengewvlbe an der Nordseite des Domes bestattet. Fünf Fahre später brachte inan den Sarg.mit Kants Gebeinen von der ersten Beerdigungsslätle an eine andere, die sich ebenfalls im Professoren gewölbe befand Aus dieser zweiten Grabstätte erhebt sich heute die Kapelle.
Aber 18011 gab es uoch keine Kapelle, es bestand auch das Pro- sesiorengewölbe eigentlich nicht mehr, denn cs war bauiättia geworden und blieb unbenutzt. In demselben Fahre ließ Kants Freund, der Kriegsrat Scheffner, das Gebäude restaurieren und in einen Wandeigang verwandeln, an dessen einem Ende Kants Sarg ausgestellt wurde. Bor der durch ein Hatzgitter von dem Wandetgang abgetrennten Grabstätte stellte man die Büste Kants aus, die Hagedorn noch zu Lebzeiten des Philosophen modellierte uns die angeblich Schadow, tvoht aber auch .Hagedorn, in larra- rischem Marmor meißelte. An, 22. Avril 1810 wurde die neue Grabstätte Kants eingeweiht. Tie Büste ging später in de» Besitz der Universität über. Tie allzu össentlich gelegene Grabstätte ver- i'iel bald zu einem unansehnlichen Winkel, bis man sich in den siebziger Fahren ihrer erinnerte und sie wieder Herstellen ließ. Es entstand die .Kapelle, die nach dem alten Wandetgang Stoa und zwar Stoa Kantiana genannt wurde.
F», üemniet 1880 grub man Kants Gebeine aus und fand dabei statt eines zwei Gerivvc nebeneinander liegen Man itettie nach einer bei dem eilten Skelett gefundenen Meiallkasel, sowie nach genauer anatomischer llnterinchung des Schädels desielden Sletetts fest, daß diese Gebeine einst den Körper des Philosophen bildeten Fm Herbst desselben Fohres hatte man Kants Ueberreite wieder in die inzwischen ausgemauerte Gruit, mobci eine Aktensanimlung über die Ausgrabung, die aut Psion-,eniaservapier geschrieben >var, mitnersenkt wurde. Tie Kapelle sollte nun würdig ausgeschmückt werden Tie »agedornsche Büste gab die Universität nichi her Teshatb ließ man durch den Bildhauer 2,cmer,ng eine Kopie ansertigen, die in dee Kapelle ausgestellt wurde. Tie Hintenvand der Kapelle wurde mit der Neideschcn Kopie von Rasaels „Schule von Athen" geschmückt. Gegenüber diesem Gemälde liest man die in die Wand gehauenen bekannten Worte aus per Kritik der praktischen Bernunst, die wegen ihrer Bolkstümtichkeit auch sür die Kanttascl am Schloß benutzt wurde»! „Zwei Dinge erfülle» das Otemüt mit immer neuer und zunehmender Beivunderung. je Örter und anhaltender sich das Nachdenken mit ihnen beschäftigt, — der bestirnte Himmel über mir lind dos moralische Gesetz m mit."
3o sieht es seitdem i» der Grabkapette Kants aus. Sie war bis aut zwei Tage im Fahre für bar Publilnm geschtoiien. An
Ans Stadt und Land.
* ©icücn, 2V. Haimar 1914.
** T n r ch Anlegung d e r ll in g e h u n g s b o h n Gießen —Wetzlar mußte die alle Wetzlarcr Kreis- st r a ß e v e r l e g t werden. Dazu sanfte die Bahnverwaltung von der hiesigen Gemeinde Gelände im Betrage von 4217 Mark.
** T i e Benutzung des Volksbades im letzten Vierteljahr 1013 stellt wie folgt! Schwimmbäder 10^31 (gegen 10034), darunter Votksbader zu 10 Pfg. 3174 i32r.>>, Wannenbäder 4067 (46.56-, darunter dah erste Mat^nen eingeführte Wannenbäder 3. Klasse sür Frauen 210 -stück (für Männer erst seit l. Januar 1011 eröffnet), Brausebäder 7051 (6903), Heißluft und Dampfbäder 575 1474), Massage und Tusche 36 >2)- Fm Ganzen Ivlirdc» abgegeben 32 460 Bäder (20 069), so daß hener während des Zeitraums 3308 Bäder mehr abgegeben wurden als im Vorjahr. Tie in Klammern gestellten Zahlen sind die Ergebnisse desselben Zeitraums im kVorjahr.
Ter T r c b e r k r i e g endgültig verhütet. Nachdem das „Frantsurter Brauhaus" erklärt hat, daß es den vereinigten Landwirten Hessens ebenfalls den Preis sür die Treber aus I ,60 Mark für den Zentner vom l. Januar d. I. ab ermäßigt und sich damit dem Verbände der Brauereien anschließi, ist der „Trcberkrieg" verhütet worden.
•• S tob t theat er. Es fei betraut auiiitcifl'im gemacht, da,, feine der Verstell,mgen de« morgigen Togo«, iveder „Tie st> um boldtianer" noch „Krieg in, Frieden" im Abom e »ent iviedcihott Iverten. Auch könne» belondere Sidüternorstettungen der „Hnnibotdiianer" in den Spietptan Nicht eingereiht iverden.
»» I», Wett lauf um den akademischen
Stafetten preis im Schiläufen siegte, wie wir am Samstag schon durch Aushang bekannt gaben, T ärmst a b t mit 44 Min. 31 Vs Sek., an zweiter Stelle kam Gießen mit 47 Min. 17 ! , Sek., an dritter Marburg mit 47 Min. 18', , Sei.
Bobllei,, fnemieit. Be, dem am Sonnteg vom Bobs telg t,-Kt u d .Taunus" anSgetragene» zweiten dies- winterlichen Bobileigb-Pre,stahlen trug auch ein WießenerSpotts- mann eine» Sieg davon. Jäger-Gießen errana als Biemser aut den, Bo > „Sch w a r z e r P clcr" ans Gießen mit Ilm.
den tnnlten Preis.
** Ter Deutsche Frone »verein vom Rote» Kreuz sür die Kolonien hat sich, wie man uns schreibt, die Auigabe gestellt, durch Professor Tr. E o I m e r S , Direktor des Landkrankenhauses in Coburg, weitere Kreise aus die Be- deuiung des Roten Kreuzes im Kriege aufmerksam zu machen, und zwar gestützt aus die Erfahrungen ans dem russisch- j a p a n i s ch e n K r i e g e 1004 05 und dem Balkankriege 1013. Tie freiwillige Hilfe zur Linderung der Kriegs vunden ist, allgemein gesprochen, wohl schon so alt wie der Krieg selbst. Als organisierte Hilfsbereitschaft eines Volkes ist die Bewegung aber zum ersten Mate vor hundert Jahren hei den Befreiungskriegen in die Erschein,mg getreten. Es ist also gewissermaßen auch eine Art Gedenkfeier, die der hiesige Deutsche Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien für die veranstaltet, die damals die Idee, die freiwillige Hilfeleistung in eine b e ft i m m t c Organisation zu bringen, zum ersten Male in die Tai nmsetzten. Damals machte sich aber, da geeignete Verkehrsmittel tehttkn, der Mangel der Ein- heitlichteit, der Mangel einer geeigneten Friedensvorbereitung und die iehlende Eintügung in den Heeres-Sanitätsdienst geltend. Erst im Jahre 1864, also genau vor ,50 Fahren, wurde das „Zeniral- lomitee des preußischen Vereins zur Pflege im Felde verivundeter und erkrankter Krieger" gebildet und bannt der erste Versuch gemacht, dieie Art der Hilsstätigkeit in feste Bahnen zu lenken. Bekanntlich siüd sowohl im russisch-japanischen Kriege, als auch im Baitankriege von deutscher Seite Abteilungen des Roten Kreuzes tätig gewesen, und sie haben nach dem übereinstimmenden Urteil alter ganz Außerordentliches geleistet. Es dürste deshalb interessant und lehrreich sein, aus dem Munde eines Teilnehmers über die Tätigkeit unterrichtet zu werden. Tie Lehren, die hieraus gezogen werden können, sind von größter Bedeutung auch sür die Ausgestaltung unserer eigenen Einrichtungen.
** Feuer. Am Sonntag morgen gegen 3 /<7 Uhr ertönte in Gießen Feuerlärm. Die Trommel- und Horn- figitalc weckten die schlafenden Bürger, und dabei ertönte die Sturmglocke vom Stadtturm. Kaum 25 Minuten später fuhr auch schon die Feuerwehr über den Seltersweg nach der B l ei ch st r a ß e hin, wo im Hause Nr. 32, das dem Herrn Salomon Oppenheimer gehört, ein gewaltiger
diesen beiden Tagen, dem Geburis- und dem Todestage Kants, war sie mit Blnnren und Bäumchen geschmückt. Aber es waren immer wenige, die das Bedürsnis hatten, an diesem Tage Kants Ruhestätte auszusuchen. Vielleicht wird man sich Kants sterblicher Ueberreste int Tom mehr rriitnern. Karl O z e ch.
Ter neue W ed e ki n d. Aus Berlin, 85. Jan., wird uns geschrieben! Unter den Geschichten des Alien Testamentes hat naive Dramatiker das Schicksal Simsons besonders ungezogen Tie Dichter des 16. und 17. Jahrhunderts, wie Hans Sachs und Christian Weise, ianden hier einen Stoff, reich »n Gegensätzen und Spannungen, feststehende wirksame Ebarakterc, wie den gutmütige» Riesen Simion. die oernihrerische Schlange Delila. Feiner denkende und tiefer suhlende Poeten aber haben den Simsois-Stofs, tvenn sie wie Grabbe und Otto Ludwig die Möglichkeit einer Gestaltung erwogen, wieder beiseite geschoben, loohl weil sie die Schwierigkeit der Motivierung, die realistische Glaubharmachnng dieser Märchenerzählung stlrchieten. An dieser Klippe, bic die alt- jüdische Sage sür den modernen Dichter darlnetet, ist denn o»ch Frank W^e d e t i n b in seinem neuesten Werke, der dreiakiigen Tragödie „Tims an", die am Lessing-Theaier ihre Erst- aussührung erlebte, gescheiten. Ihn, den unübertrefflichen Dar- vetler perverser Verführerinnen, inockite cs reizen, das ewige Symbol der Männerkrast überwinbenden Frauenschlauheit mit neuem Leben zu erfüllen, unb zugleich hat er in bee (Gestalt des Simion, die einst Rembrandt in izzoßartigen Bildern zu einem Bekenntnis seines innersten Fülilens verwendet hatte, viel eigenes Erleben geboten. Wedekinds Simson ist das Genie, das zunächst im dumvten Siiinentaumel dahintebt, seiner Größe unbewußt, bis ihm der Verrat des geliebten Weibes die Augen über die Schtechiigteii der Welt öffnet und er nun geblendet erst lebend ivirp. Die Simsongeschichte wird zu einer „Tragödie der Scham." Simion ist schwach, weil er sich schämt, und ebenso gewinnt König Og erst seine Kraft, da er die Scham überwindet Tie Mächtigste aber ist Delila, die Dirne, die Sckiamlose. Ti-s Motiv spielt auch >n die Eharakteristik de« Philistersürsten hinein ,n denen in grotesker Farn, modernste Begriffe dnrgestellt sind. Tie .luirfmuct waren wohl dank der mten Darstellung, an d--' Friedrich K a » ß l e r als Simson und Tilta T u r i e II r als Te lila hauvtsächlich beteilig! waren, über die Verirrung des Dichters mit ln'ik'enem «ttttichw-igen hinweggegange». wenn nicht die llngeschicktichten der Direktion einen ilein,-n Theaterisandat ent° ieiielt batte. Als ein Herr für den großen Beifall und dir überaus irenndtiche Aumobme dankte, regte sich heftiger Wider ivruch, dem ivgar dir Pieübegleitung Mit denr Hansschlüsicl nick« iehtte. Tr P. L.
-j. “ v » c 91° <br iebteti au s K unft und Wissen- kGoJst ttv München starb am Samsiaa im Alter non 71 lohrcn der Genremaler Ado'i Eberl e iniolge einer Per- schtimmrrung ,eines Leber- und Eiollensteinteidens. — In L o n - don ist der Astronom Sir David Gill gestorben — Die nächste ahresversam ml ung des deutschen 8tt- eny i st r Psychiatrie wird am 24 und 25. April 1914 im Ltraßbnrg statlsinden.
Tochstuhlbrand ausffebrochcu tvär. Die Feuerwehr richtete vor dem bremicildeu Hause ihre drei Steigleitern itt die Höhe, cbeitso ging man vom Nachbarhausc aus dem Brand sachtsentäß zu Leibe. Mit vier Schlauchlcitungeu ivurde der Brandherd unter Wasser gesetzt, und es bc durste uur einer knappen Stunde allerdings harter Arbeit, und das Feuer war in der Hauplsnche gedämpft, und die ivcitere Tätigkeit unserer beiden Feuerwehren bc schränkte sich aus ein vollständiges Ablöschen der Brand trümmer. Ter Dachstuhl und eitz Teil des oberen Treppen Hauses ist vom Feuer zerstört toorben. Eilte Familie, die in der Mansarde wohnte, ist obdachlos geworden. Den drei T i c n st m a d ch e tt, die in den Bodenkammern unlergebracht waren, ist ihre ganze .Habe vernrch t c t, sie konnten nur mit genauer Not das nackte Leben retten, da ihnen beinahe durch das in Brand geratene Treppenhaus die Rettung unmöglich gemacht wurde. Ein Glück war es, daß das Oppenheimersche Anwesen nach allen Seiten frei, durch Zwischenräume von den Nachbar Hausern getrennt, steht, sonst wäre zweifellos durch den Brand die Nachbarschaft in Milleidcnschafl gezogen ivorden. Wie man hört, soll das Feuer dadurch entstanden sein, daß einer der Dienstboten, der auf dem Boden sein Schlafgemach hatte, mit dem Licht zum Trock ncn hinge hangter Wäsche zu nahe gekommen ist. Weitere Feststellungen werden darüber angestellt. Der Eigentümer des Anwesens, das vom Brande heimgesucht ist, Herr Oppenheimer, war zufällig in der Brandnachi abwesend, er wurde telegraphisch von seiner Frau »er ständigt und ist sofort die Heimat zurückgekehrt. Er wies der obdachlos gewordenen Familie, deren Habe teilweise durch das Feuer und Wasser vernichtet und beschädigt ist, 2 Räume als provisorische Wohnung an.
" T r i n k e r > ü r s o r g e lt e 11 e. Tie nächste Sprechstunde finbrt lueiien Kaisers Geburtstag nicht am Dienstag, sondern Donnerst g 6 bis 7Uhr nbends, Astermeq 0, unterer Elocf, flott Auch schriftliche Aiiftggen werden beantwortet, Ivoraui hiermit niitmertsam gemacht wird.
** Ein Zusammenstoß zwischen einem Wagen der Straßenbahn und einem Kutschivagen fand am Sonntag mittag aus der Frankfurter Straße statt. Der Kutscher des Wagnis war dem entgegeiikommendeu Straßeiibahnwrgeii salsäi ausgcwichcn. Glücklicherweise war der entstandene Schaden nur gering.
** W.aitderphotographen haben in verschiedenen Orten der Umgebung, besonders in Schotten, zahlreickn' Eltern von Schiitkindern betrogen. Sie machten mit Erlaub nid der Lehrer die bekannten Schulanfnahnien, ließen sick> von den Kindern, die Bilder bestellten, im voraus die Konter sets bezahlen und verschwanden dann auf Nimmerwieder sehen. Da in manchen Dörfern seit Jahren kein Schulphoto graph gewesen irar, ivar das Interesse an den Bildern bc sonders groß. Infolgedessen heimste» die Schwindler ans diesen Ortschaften hohe Summen ein.
** Horridoh! D i e Jagd ist aus. Ende des Mongts heißt es ftir den Nimrod! Hahn in Ruh! Tie Jagd auf Haien hat für die Saison ihr Ende erreicht. Die zu Aniniig der Saiion- behauplele schlechte Hiasenjogd hat sich nicht bewahrheitet, denn die Jagd aut Meister Lampe hat überall ein duechichnittlich milt- lerer- Ergebnis gezeitigt. Bei den letzten Treibjagden in unserer Gegend waren die erlegten Hasen recht feiste Gesellen. Der Tisch scheint für sie trotz der- großen Kälte noch gut gedeckt geivesen zu sein. Ter Monat Februar bietet dem Jäger Gelegenheit, schon hinter dem Raubzeug her zu sei», da brr Fuchs und seine ganze verwandte Sippe schon jetzt in der Liebeszeft steht. Ebenso sind jetzt die Wildenten zärtlich zu ihren Damen und vergessen die Vorsicht vor dem Jäger.
** Eigenartige „SB itzliotd c". Aus Grüningen hatte einer unserer ständigen Mitarbeiter uns die Nachricht von dem Selbstmord eines dortigen Einwohners zngeiragcn, gleiäi l.interhee aber, und glücklicherweise rcchizcirig, die Nachricht wider mfen Sie war ihm von zwei Bürgern aus Grüningen über miitclt worden! der angebliche Selbstmörder sollte die Tat aut dem Rückwege von einem Nachbarort nach Grüningen ausgesührt l-aben. Die Verbreiter des unwahren Gerüchtes batten sich wohl eingebilder, damit einen guten „Witz" sich geleistet zu hoben. Tie würde» ater erstaunte Gesichter machen, wenn wir nun ihre uns belannicn Namen der Oeffcntlichkeit übergeben würden, io daß ihnen der Loh» tür ihre Leistungen zuteil würde, der nickt nur in allgemeiner scharfer Beurteilung ihres Handelns bestehe», sondern ihnen auch noch eine genchiliche Klage aus den Hals bringen würde. Wir wollen diesmal davon abiehen, sie zur Rechenschaft zu ziehen, hoffen aber, daß die Herren sich dieses zur Warnung dienen lassen.
** Kleine Mitteilungen. Ter o b e r b c i j i f d) e Bauernverein plant in Friedderg die Errichtung eines Lagerhauses. - Die Tochter eines Mühlenbrsitzers zu Gricd et zog tick beim Eisläufen in Butzbach eine» Beinbruch zu Am Sonntag sang in S ch w i cka r ts hg n s c n die Einwrihmig einer V e t e r an e n t a s e l in der Kirchc- statt. Die Tafel ent hält die Namen non 48 Teilnehmern aus 4 Kirchspielen.
Kreis Lantcrbitch.
F6. Irischbor», 25. Ja». Einer der Thüringer Fichl en za vsen brechcr, die in unseren Wäldern ihrem gefährliche» Geivcrbe »gchgehen, siel am Samstag atcnd von eineni Baiiinc und wurde tot in dos hiesige Leichen- hans gebracht. Ter Biann ist verheiratet und hinterläßt Kinder.
1- ii^riedberg, 25. Jan. Gestern abend iond im Feitiagle des Holet Traoo der A b f c6 1 1 b 6 t o in in e r ä mit daraus iolgendem Ralle der -Abiturienten des Lehrerseminars statt. Der ae- somte Lehrkörper, viele aeladene Gä'ie, die -Aiigeböriieir der Ab» aebenden loaren erickienen. Noch einem Festmaricki der Gießener ReaimeiitSiniisik t'egriißie Seminarist Born die Ersebieneiien. Tie nestred«i hielt Abiimient RI nller, der iiir das LchrgehänSe ein graues Bild. .Fvhigenie", iibmeiehtr. Seminar-RInstttehrer Höcker bnnrtc in bewegt „ Woiten.
8 B a d - N a u h e i m , 2.5. Jan. Ter Berzirksverbmid bcr Ge werbevereine des Kreises Friedbcrg hatte heute nachmittag ins Restaurant Burk zu einem Boiftrag ein» geladen, der leider iiur schtvach besucht tvar. Reckilsanwalr K a >i s m a nn-Gießen sprach über „Was muß ein Handwerker über seine Pflichten und Rechte als Mit- ß '-V' ■■ c ,' n C r l Genossenschaft mit unbeschrankter oder • < Haftung wissen?" Ter auskläre nbc, durch
viele Beispiele aus der Praxis trefflich erläuterte. Vortrag befaßte sich eingehend mit der Geschichte der für» nossenschasken, mit dem Genosseuschastsgeseti »nd mit dim Genossenschaften. Die rieseren Oiründc der Krisis un he,suchen Genossenschaftswesen fanden eine anscktanliche Erklärung Austnhriich behandelte der Redner auch bir Piiichten des Vorstandes und des Lluisichtsrats, sowi-e,di - ^ ^ Genossenschaften mit unbeschränkter
. °'we mit beschrankter Haftung. Aus beachtenswerten runden warnt Rechtsanwalt Kausmann vor diesen Umwandlungen und auch vor Austritten gerade in der Zeit der Krisis, die uberitaiiden werde» müsse. Die Handwerker soltten gerade jetzt nicht skeptisch sein und die Genossen-


