Nr. 20 Sechstes
Erschein, ti-llch mit Ausnahme der Tonnt»«».
Die „Giehener 5«mlIicnSISIier" werden dem
.Anzeiaer" viermal wöchentlich beiqelegl. da» „Krefsb’att für den Kreis Hießen" zweunal wöchentlich. Die „kvndwlrljchailUchen Seit, tragen" erscheinen monaUich zweimal.
Blatt
Jahrgang
ramrtag, 2^. Januar I4U
Rotationsdruck und Verlag der BrübNchea UnwersnälS - Buch- und Tteindruekerei.
R. Lange, Dießen.
General-Anzeiger für Gderhessen
Redaktion, Expedition und Dnnkerei: Schul« ftraße 7. Expedition und Verlag: e=®51. Redaktion: «-Eil2.Tel.-AdruAnzeigerDießen>
NeineerhöhtenZuschüsiefür dieLandwirischaftsiammer.
. LandwirtschaftSkamnier für da» Großherroatum Wellen vrttcl uns uni Aufnahme folgender Ausführungen: . Unter dieser Ueberfchrift «st in der letzten Woche in ver- ,ck,«denen Tageszeitungen ein Artikel erschienen, der die ab- lehnende Haltung der Großherzogltchen Regierung zu der erbetenen Erhöhung der Staatszuschüsse für die Landwirt- schastLranlmer, nach der Begründung un hauvtstaatsvoran- ichlag für 1LH4 wicdergibt. Tie Tatsache ist rictptist, so bedauerlich sie ist. In dieser Kegründuug werden zunächst eingangs die vorjährigen Verhandlungen im Landtage über die gleiche Frage wiedergegebcn. es wird aber verschwiegen, dass der Land'ivirtschastskammer datnalS Hoffnung geinacht wurde, daß ihr die erbetenen Mehrfordcrungen m 1011 zur Verfügung gestellt werden Warden. Auch die Verhandlungen, die dann später mit der Landwirtschaflstainmer gepflogen wurden, erweckten die Hoffnung, daß die Regierung bereit sei, die Mehrforderungen für die verschiedenen Zweige der Tierhaltung, des Obst-, Wein- und (Gemüsebaues und der Bodenkultur zur Verfügung zu stellen. In der Ablehnung wird auch nicht die Notwendigkeit der fraglichen Unternehmungen bestritten, sondern nur betont, das; sich die Regie- riing nicht davon habe überzeugen können, daß die vermehrten Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln der Landwirt- schaftskammer ausgcbracht werden könnten.
Die Mehrforderungen der Landwirtschaftskammer sollen hauptsächlich dazu dienen, Maßnahmen der Landwirtscha'tS- kammer-Ausschüssc aus den verschiedenen technischen Gebieten zu vervollständigen und zu erweitern. So hatte der Ausschuß für Rheinhejsen besonders zur Bekämpfung der Rebschädlinge, Oberhessen und Starkenburg für ticrzüchtc- rischc Maßnahmen und für Bodenkultur, die Zentrale jür Pferdezucht usw. erhöhte Zuschüsse erbeten. Daß bei unsere,n vorherrschenden Kleingrundbesitz Forderungen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Technik in erhöhten! Maße in Erscheinung treten, lvie in anderen Gebieten Deutschlands, wo sich die tapitalkrästigercn Landwirte selbst helfen können, ist verständlich. Wenn trotzdem unsere hessische Landwirtschaft große Fortschritte gemacht hat, so ist das neben der Rührigtett unserer Landwirte, der Anregung und Tätigkeit der berufene» öffentlichen Organe zu verdanken. Eine Verringerung in dieser Richtung eintreten zu lassen, würde gleichbedeutend init einer Vernachlässigung unserer heimi- kchen Landwirilchaft sein.
Run behauptec aber die Großherzogliche Regierung in dem fraglichen Schriftsatz, daß sie sich nicht davon habe überzeugen können, daß die Landwirtschafistaminer die vermehrten Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln ausbringcn könne. Dem muß ciitschicden widersprochen werden Die Landwirt- schaftstämmcr hat allerdings feit ihrem Bestehen einen größeren, aber bei wetteni noch nicht ausreichenden Pen- sionSfonds angcjammelt und außerdem steht ihr ein Betriebskapital von rund 172 000 Mark zur Verfügung. Will nun aber die Großherzogliche Regierung behaupten, daß diese Fonds nicht nötig find? Der Pensionsfonds, der mit Zustimmung der Großherzoglichen Regierung errichtet wurde, war unbedingt notwendig, zumal man auch die jetzige Zeit, wo fall noch leine Pensionen an Beamte zu zahlen sind, zu den Kosten der später nvtwendig werdenden Lasten heran- ziehen wollte. Das geschieht bet fast allen deutschen Land- wirtschastSianimern und tommunalen Eiiirichiungei,. osr in recht erheblich höherem Maße, Und das Betriebskapital von 172000 Mark betreffend ist die Großherzogliche Regierung der Ansicht, daß dieses in dieser Höhe nicht nötig sei ? Tic LandwirtschastStammer muß in jedem Jahre die Erfahrung machen, daß dasselbe, da die Kammerbeiträge erst im Winterhalbjahr eingehcn, noch nicht auSreicht. UcbrigenS hat auch zur Einstellung dieses Fonds die Großhcrrog.iche Regierung ihre Zustimmung erteilt. Sic scheint außerdem der Ansicht zu sein, daß, wenn die Landwirtschaflskammer so
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große Beträge habe zurücklegen können, der Beweis erbracht jei, daß weitere Staalszuschüsse nicht nötig seien. Da muß doch mit aller Entschiedenheit darauf hingewiesen werden, daß die Ansammlung des Betriebskapitals der Lauptsaci>r nach in den ersten fahren nach Errichtung der Landwirt- schaftSlämmcr erfolgte, wo sie noch in der Organisation bc- grisscn war, wo auf den verschiedenen Arbeitsgebieten noch nicht alle Mittel vollständig in Anspruch genonimcn wurden.
Für jetzt muß aber die Tatsache festgestcllt werden, daß neben den Staatszuschüssen auch die eigenen Mittel der Landwirt- schaftslammer bis auf den letzten Psennig verbraucht werden und daß schon setzt eine Anzahl Ausgaben aus dem Arbeitsgebiet der Landwirtschaftskammer wegen Mangel an Mitteln zurückgestellt werden mußte. Besonders die Ausschüsse werden die Zurückstellung einer Anzahl in Aus icht genommener neuer Aufgaben recht schmerzlich cmpsinden. Wie aber die LandwirtschastStammer den ihr gestellten Ausgaben und den
von allen Seiten an sie hcrantretenden Mehrforderungen, wenn die Regierung versagt, gerecht werden soll, ist eine für sie unlösbare Frage.
Die Ablehnung der Mcbrforderung seitens der Groß- hcrzoglichc» Regierung für die Landwirtsclgast, demjenigen Gewerbe, das auch heute in der Güiererzeugung in heilen noch an erster Stelle steht, ist daher recht bedauerlich. Insbesondere erweckt sie in de» Kreisen der Landwirtschaft noch um deswegen recht große Mißstimmung, weil zurzeit nicht etwa die finanzielle l^age des Staates, die es doch ermöglicht, daß für andere Zwecke Millionenforderungen vcrwtlligt werden können, der Grund für die Ablehnung ist
Z n n a b IN e (!) bcjro.
31 b 11 a 6 1» e (—) seit 1912
um tetiicf + 21978
+ 391 24
- 29'044
+ 2 538 599 67 130
0. H.
+ 0,72
+ 3,30
— 7,10
+ 16,40 3,19
Ergebnisse fer v ebzä^!unq in prcnßen.
Die am 1. Dezember 1913 im Deutschen Reich vorgenommene Biehzäll mg hat für den vreußtichcn Staat nach einer vom Könige lichen Statistischen Landesamt in der ,.2iat. Korr." oeröjsenllich ten vorläuligen tabeliariichcn Ueberstcht ein günstiges Ergebnis geliefert. Ter Viehbestand Preußens und seine Entwicklung seit der Viehzählung 00m 2. Dezember 1912 stellt sich danach wie folgt:
Bestand 1913
(lief
Vierde ...... 3216257
Rindoieh.....12 2 »7 403
Schale...... 3 819 8(5
Schweine..... 18 014 338
Jieaeu . . . . 2 169 -81
Ter Rindorehbestand, der während der letzten Jahre infolge von Futternot und Viehieucheu sich stark vermindert hatte, nahm 1913 in den Städten um 24 536 Stück oder 4,26 Pro;., in den .Landgemeinden um 342 786 Stück oder 3,65 Pro;., in den GutSbezirken um 24 002 Stück oder nur 1.26 Proz. zu. Ter seit Jahrzehnten andauernde Rückgang der Schaszuchl setzte sich im Jahre 1913 kort. ES wurien am 1. Dezember in den Städten 1832 Schafe oder 1,06 Proz., in den Landgemeinden 79 492 Stück oder 4,08 Proz., in den Gutsbezirken 210 720 Stück oder 9,57 Proz. weniger als am 2. Dezcmbm 1912 gezählt. Tie sür die VollSernährung besonders wichtigen Schweincbestände, die im Vorjahre einen außergewöhnlichen Tiefstand aufwiesen, wur den wieder ergänzt, so daß sich bei der legten Zählung eine bedeutende Zunahme ergeben hat. Diese beträgt in den Städten 250 812 Stück oder 19,80 Proz., in den Landgemeinden 2 130 011 Stück oder 17,06 Proz., in den Gutöbczirken 157 776 Slück oder nur 9,15 Proz. 'Auch die Ziegen zeigen wieder ein Anwachsen ihres Bestandes. Dieser nahm in den Städten um 6714 Stück oder 2,06 Proz., in den Landgemeinden um 58 580 Stück oder 3,50 Proz., in den Gutsbezirien um 1856 Stück oder 1,76 Proz. zu.
An vrehhaltenben Haushaltungen wurden am 1. Dezember 1913 im ganzen preußischen Staate 3 475 514 gezählt, das sind 351911 Haushaltungen oder 9,19 Prozent weniger als am 2. Dezember 1912. Tie Verminderung beruht daraus, daß im Vorjahre 1912 vier ViehgaUungen mehr erhoben woroen sind. In den Städten wurden 592 80t Haushaltungen gezählt, in denen min- oestens ein Tier der bei der ketztcn Zählung berücksichtigten Vieh, gattungen vorhanden war (gegen die am 2. Dezember 1912 erv mittelte Zabl von vichhaltendcn Haushaltungen 166 508 oder
21,93 Prozent raeniget), in den Landgemeinden '2 602 653 (16t 737 oder 5.85 Prozent weniger), rn den GuISbezirken 280 060 (23 666
oder 7,79 Prozent weniger).
prinz-heinnch-Zlug 1914 .
Am 17. Mai d. I. werden unsere ersten Oltizier- und Zivilflieger wieder piiammentretcn, um zum vierten Male eine Probe
aus ihr persönliches Können und ans die Zuverlässigkeit ihrer Maschinen abzulegen. Keine Veranstaltung rührt UNS die großartige Entwicklung »es Flugwesens IN den letzten Jahren so deutlich vor Augen wie der Prinz-Heinrich-Flug. Während ün Jahre 1912 dir zu durchfliegende Strecke etwa 600 Kilometer betrug, stieg diese Zisser im Jabre 1913 schon aus etwa 800 Kilometer, um in dieicm Jahre aut etivo 2200 Kilometer hrnaufzuschuclle». Es ist dies eine Forderung, die noch vor zwei oder drei Jahren als ganz unerfüllbar schien heule kan» sie dank der Entwicklung unserer Flugzeugindustrie und dank der zielbewußten und he» wnnderungSwürdigen Ausbildung unserer Flieger erfüllt werden. Während die drei irühcren Veranstaltungen allein von der Süd-- westgrnvo: des deutschen Luttsahrerverbanded, der auch der hiesige Verein sür Luitiahrl angehört, veranstaltet wurden, wirken diesmal die Nordweslgruvpe de? deutschen LnstsahrerverbaiidcS und der Kölner Klub für Lustiahri mit. Ter Flua erstreckt sich, wie äiiS der beksoigendcn Skizze ersichtlich ist, über folgende Gebiete:
Prinz Heinrich Flug 1914
Hamburg
Pforzheim.
Erläuterung
/ Teil d Zu '/er!ässig keilt flug 93 17.5,
1 Etappe' Darmahtd; - ütrassbury „
Pr an klart .
2 Etappe- Frankfurt . Cö'/c -
Frankfurt*
9. Teil d Zu uer/dx,igk'urfezt jötj ^Etappe. Frankfurt. Harr.burg.
4 Etappe Hamburg _ Müh ater.
Hamburg.
SlrgiufLscht f iS
Hamburg. Cjoln
Tckh&tht jQufklöritpaaijban ffißL,
A. Giftet Teil deS Zuverlässigkeitstluges (etwa 800 Kilometer), zu erledigen vom 17, Mai. morgens bis spätestens 19. Mai 8-30 Uhr abends.
Erste Etappe: Abilug in T a r m ft a d t, Flug über die Komrollstationeii in Mannheim, Pforzheim, Straßburg, Sp,'der, Mannheim, WvrmS. Landen iu Frankfurt a. M. (400 Kilo- uicrerl Tie Tauer des Aufenthaltes in Frankfurt ist sreigestcllt.
Zweite Etavpc: Abflug in Frankfurt a. M., Flug über die Konkrollstationen in Wiesbaden, Koblenz, Köln, Landen in Frankfurt a. M. (375 Kilometer).
Das FraucnstttditiNt i» Tentschland im Winter 1813 14.
Tie Zabl der wciklichen Studierenden ist auch diesen Winter weiter in die Höbe gegangen, nämli» von 3213 im Vorjahr und 3436 im letzten Sommer ans 3686. Die Jahres,teigerung von 473 iit Ctroui höncr als die vorjährige von 418 und die,eilige vor zwei Jahren von 477. aber geringer als die von 1918—19>,9 von 74" Im Gegensatz zu der Tendenz bei den männliche» Köm militoncn geh: bei den Frauen demnach die Kurve der Jahros- zunahn»' seit zwei Jahren wieder aufwärts. Auch relalw in im letzten Jahr die Auswäi-tLentwicklung beim studierenden weiblichen Geschleißt unrergleichlilb stärker aln önm männlichen. Letzteres vermehrte leine Zisier binnen Jahrerinst nur von e>8 92> aut 59 601 also vcrhällniSmäßi» taum nennenswert, wahrend bei den Frauen die h-buug 11.7 v. 6. beträgt. Der relative Anteil der Studentinnen am deutschen UnwersitälSiinterricht «leg denn auch in den tetzu» drei Jahren von 2,7 au, 6,181, >). In Franlreicb beläuft i'ick, die Zahl in ggtudeiilinnen derzeit nur etwa 11 TO gleich 10 Prozent it* Studentenichai:, wobei aber zu berücksichtigen ist, daß dort rtjeit mehr Ausländerrnneii studieren als in Dr-urfchlaud.
,In der Wahl des SilldiumS vollzieht iich bei der studicrenöcn ^ '' Wand-
mmm' 0 1744 im Vorjahr. Mathematik und Raturwissenschasten 853 (gegen 593 . Medizin 859 (702 , Zahuaentunde 32 '177, Kameralm und La»d«irlsckx,st l'24 GM Rechrshn.i-mckiasr 50 47 . evanaclisckie Theologie 11 dl’ und Pzarmazie 8 (8r Der vcr- bättniSmäßige Anteil der in der vhi!oior>hiichen Fakultät ver- kimatM Swdicit'Scher. der von 68,8 v. h. nn Winter 1908 09 zwei Jahren NU, 78,1 stieg, ging au' ,5,04 zurück, wogegen Mediziner bic von 29,06 auf 20,3 gciunlen waren, letzt er mit 23,30 u. h. beteiligt sind. Der Prozentsatz der tudentinuen der übrigen Fächer ist von 2.08 v. h. aui 1,66 -urückgcqangcii. An den oreußnchen Uniocr ilaien beträgt der Än'eil der in ö>- vhiloiophiiche'i Fakultäten au leuommeneu ä'ii- bentuinen 81 76 v. H, au den übrigen hock" Halen nur 33,85 „ ' S, ivocauS klar ersichtlich ist. daß der Zu.luß zum Lehramt tahem Maße von der Bdtbildnng der Preußinneu becimlutzt ss> Aut die Medizin,-Annen eulfalteu in Preußen 16,68 o. h., im übrmen Dem.chland 34,34 und au, die übrigen Stuben- tinnen 1H6 gegen 1,80 v, h. Die Gründe dieser fortschreitenden
vor die
wieder
Vorherrschaft der philosophischen Falnliät liegen bekanntlich wesentlich in der ?lrt der Vorbildung eines großen Teils der preußischen Studmtinnen, die die Frauen in der Mehrzahl au> die Oberlctzrcrinnenlauibahn verweist. Ob die jüngste Schaffnirg des „vierten Wegs" (die Zulassung der Lborlözeistinnen zum. Studium aut daS Lehramt unmittelbar nach der abgelegten Lehreciunen- vrüfung, und zu andern Fächern nach Ablegung einer Rachprü- tung, den starken Zufluß zur Ob:rlchrc.i'tncnlauibahu rin- dämmt, ist sehr fraglich da Zweifel. o; der Wegfall einer Nachprüfung sür das Studium in der philosophischen Fakultät wieder einen großen Teil der studierenden Damen zum höheren Lehramt führt.
Hinsichtlich dos TtudienvrtS zeigt sich bei den Frauen seit drei Jahren ein beständig tortschrcitcnder Absluß von Preußen, im wesentlichen herrührcnd von dem relativen Rückgang de» Besuch-', der ReickShauvtstadt durch die Frauen, einem stärkoten Zuge nach Leipzig und Pcünchcn und der Bevorzugung der lleineren und minieren Hochschulen, insbesondere zum Vwieit von Jena, Frei- bürg und Würzburg. So saut seit Winter 1910 11 der Antell der preußischen llniver'itäten von 69,2 v. h. aui 62,48, während der baheril'che Prozentsatz von 9,8 a i! 13 81, der badische von' 11,2 aus 12,45 und derjenige der übrigen Hochschulen von 9,8 aui 11.26 stieg. Tie Besuchszichnn sind derzeit im einzelnen: B r- tin 880, München 441, Bonn 8-!8, Freiburg 2 '9, Göllingcu 227, Heidelberg 216, Münster 191 Leipzig 175. Breslau 163, Mckr- luig 158. König.borg 125, Jena 81, Hüte 87, Ereiiswald 72, Siiaßbnrg 58, Kiel 52, Tübingen 50, Würzburg 36, Erlangen 32, fließen 3 t und Rostock 16.
Bon den heutigen Studentinnen sind etwa 3500 reicksangr'- höria, der Res! kommt vom Auslgnd und zwir üb-twieg.-nd -überein Trit.el aus Rußland: aus Amerika stammt etwa ein Lisktrl meist PHUologinnen) die übrigen verteilen sich au> die anderen größeren europäischen Länder, während aus den übrigen Ländern bis "jetzt nur ganz pcreinzelic Studentinnen nach Deutschland tommen. ^
Außer den rmmatrllullerten r:ludenl»rncn hören dreien Winter noch 1455 Frauen als sogenannte Hörerinnen IlniocrsitäiSoorle- ion icn, so daß diesen Winter insgesamt 5111 Frauen am deutschen llniversitätsunterrichi tcilnehnien.
Eine Hausarbeitsmärtcrin, die in Arbeitcr- samilien die Witgschail in Ordnung hält, ist in Frankiurl a. M. angcstellt. Der Magistrat ging dabei von der Erwägung auS, baß der Rückgang der bürgerliche» Ordnung in manchen Fami- milicn vit auf die Unfähigkeit der Hausiraucn, die .Habe zuiaiumen- zuhalten, zu schieben ist. Deshalb soll die SauSarbezlswärterin die Frau zu gediegener WirtschastSführung anloiten. T:e Er- sahrunoen, die man bisher gemacht hat, find durchaus gute. Weder
üSeigroßer Eilet noch die Ansprüche mancher Eheiraui'N Izibest Re Bcamtinueu veranlaßt, die Arbeit allein zu verrichten, anstatt eine Anleitung zu geben. Tic HauSarbeitSwärterin lwt übtlvenS nicht das Recht, Unterstützungen oder Putzmittel zu gewähren oder ine Stellung einer Waschkran anzuordnen. Findet sie hrlie notwendig, so hat sie diesbezügliche Anträge an bja Abteilung für ollene Übrinenpilege zu stellen, die über sie enisHeibct. Fruchtet die Anleitung der Wärterin nickt?, so besteht sür die Fa- mllie die Gefahr, ihre Tchutzbedürstigen durch die Fürsorgeerziehung zu verlieren.
- Ein Sreinr zür stellenlose Dicnstbyten. Um stellenlosen Dienstboten vorübergehend ein Ilvtcrlowmc« zu gswähie», hat die Ortsgruppe Krekc'd teS Rhcinilck Westiolischiut FiaucnvcrbaildcS mehrere Zimmer in einem hauie gingerickstet. Diele h.'tberge ist der Stellenvermitiluna für Ivetbliche Haus- an-csteUt: organisch angeglv :-rt. und ist dckdurch aanz l.-sonbi'rs besuch'.. Die Dackstragc nach Zimmern ist stei-s so groß, don ihr nubt genügt werden kann. Die Ortsgruppe Kreirld hat ihr. dreien und an crc Zwecke ein ganze? Haus gemietet, in dem lief» außer der StellenrerniiUbung eine Zentralstelle für weirstcke Bühnen a»ge>- '.ötige und caS Durenu dcS lausmäunischcn Vereins zur wjibkiche AngenAlte bc in'::. So dient das ganze Haus nur den Zweck:» von Frauenverrineu.
— Eine Aerztin als norwegisch crRcgt. er uns!»«
Beamter. Fräulein Dr. Trude Johnson ist das Amt des BezirlSarztes in Alten übertragen worden. ES ist dies ct» ickhr ausgedehnter Bezirk im hohen 'Icordrn Norwegens. Dr. -Johnson wird im offenen Boot Fahrteii über das Meer und Wanderungen durch einsame, wilde GcbirhSgegi'aöen zu macken haben. Seit Jahren sind in Norwegen weiblich.: Aerzre in Bezirten tätig, in eenen lange Seereisen nötig sind, aber die: ist di: erste Fsgst, welche zum Dezirksarzt ernannt worden ist, .
— GeficktSgemälde — eine neue Mvdenarr » heit. Tie ruiischc Malerin Natalie Gurtickalos' hat eine 'Asts- lehen erregende Modencuh.->r ins Lehen gerufen. Damen aus bat vorirebnrsten Peter: b rwc O'e'.'ll cha'rek mit la 'en sichneuerdiltg» :rn .Itünstlcrhand völlig ausge'übrtc, kleine Bilder aui die zarte russisch-bleiche haut zaubern. Die in retganaenen Tagen die koketten Schönheits'lecke das Gesicht de- Rotoiodämäck-is. >o zteren heute Eleianien, Bäume uno allerlei geometrische Figuren den schimmernden Nacken und daS marmorblasse Antlitz der PewrS- b.irgcr Modedame. Ob die neue Mode auch die übrigen Teile dos Kötöers ergreifen wird — w.-.s eine unmutige Rückkehr zu indianischen Gebräuchen darstcllen würde — bleibt abzutvarte». Und ob die Genrälde au: deni Fraueuautlitz auck gegen Küste wz eittandstähig sind oder mchl, diese tür die Mätlnerwekt io imchtrgc Frage ist erst durch dre künstige Praxis zu cirtscheide».


