Nr. 14
Zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.
Die „Sietzener ^amiliendlätter" werden dem
»Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirlschaslitchen Seit- fragen" crfcljciucn monatlich zweunal.
lb4. Jahrgang
General-Anzeiger für Gberhefsen
5am8tag. \l. Januar W4
Rolalionsdruck »nd Verlag der Brühl'schen Universliäis - Buch- »nd Sreiudriickerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul- strnße 7. Expedition und Verlag: Redaklion:sEI12. Tel.-Aür.:AnzeigerGi-ven.
Keine erhöhten Zuschüsse für die Lanöw rtschastslammcr.
rb. Tarmftadt, 16. Jan.
Gelegentlich der vorjährigen Haushast-r'beratiingen war be lanntltch bei der Feststellung des Staatszuschusses sür die L a n d - w t r t s ch a f t s k a m m e r ein Antrag der Abgg. Brauer und Gelösten gestellt worden, diesen aus 144 190 Mk. berechneten Staats- ^uvhufz um 45 000 Mark zu erhöhen —, da diese mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den gesteigerten Anforderungen an ihre Tätigkeit nicht mehr Nachkommen könne. Ter Antrag konnte jedoch wegen Mangel an Zeit zu getiüqender Prüfung damals nicht mehr zur Erledigung kommen und die Zweite Kammer beschloß daher aus Antrag des Finanzausschusses, die Regierung zu ersuchen, im Linnc dieses Antrags im Hauptvoranschlag für 1914 einen nach Prüfung der Sachlage angezeigt erscheinenden höheren Betrag der ""tdwirtschaitskammer znr Verfügung zu stellen. Tie Erste Kammer Ira je' ol, di s?m Bcsch'us'e des andern Hu-ife; niht bei Ti? Regierung trat inzwischen mit der Landwirtschaftskammer, die bei etwas anderer Berechnung die in dem Antrag angeforderte Summe von 45 000 Mark auf 53 100 Mark erhöht hatte, in nähere Verhandlungen ein. Die Mehrforderungen sollten für Zwecke aus dem Gebiet der Pferdezucht, der Rindvieh-, Schweine- und Ziegenzucht, wr neue Aufwendungen in der Schaf- und Kaninchenzucht, auf dem Gebiet der Bodenkultur für Sortenanbauversuche mit Futter- gewächsen und endlich auf dem (Gebiet des Lbst und Weinbaus für Bekämpsungsvcrsuchc wecken Gelbsucht der Reben und Erforschung sonstiger Rcbschädlinge verwendet werden.
Die Landwirtschaftskammer begründete ihre Mehrforderung damit, dass sie bereits seit ihrem Bestehen den zulässigen Höchstsatz der Umlagen erhebe und eigene erweiterte Mittel nicht zur Beringung habe und daß sür die Bcsserstelluna ihrer Beamten nach dem Vorbild der Staatsbeamten nicht unerhebliche Mittel hätten verwendet werden müssen, die andern Zwecken entzogen wurden.
"Tie Regierung stellte dagegen fest, daß bisher schon die Ausgaben zur Förderung der von der Landwirtschastskammer angegebenen Zwecke durchschnittk. jäbrl. 217 827 Mk. betrugen, z» denen der Staat 144 190 Mk. Zuschuß geleistet habe, also etwa 67 Proz., während nach Ansicht der Regierung das ungefähre Verhältnis 2:1 sein sollte. Selbst wenn aber der erhöhte Zuschuß nach Maßgabe des jetzigen Verhältnisses von ettva Zwetdrittel zur Anwendung käme, so würde der Staat von der angcsorderten Summe von 53 100 Mk. nur 35 400 Mark zu leisten haben. Die Regierung bat sich nun aber njicht davon überzeugen können, daß die vermehrten Ausgaben, ihre Berechti gung vorausgesetzt, nicht aus eigenen Mitteln der Landwirlschastskam- m c r ausgebracht werden könnten. Denn einmal steht liest, daß die aus Grund der neuen Veranlagung für die Gemeindesteuern der Landwirtschaftskammer zusallenden Umlagebeträge ein schon jetzt als sehr günstig zu bezeichnendes Ergebnis haben werden. ^Bimt andern hat die Kammer in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon einen Pensionsfonds von etwa 83 000 Mk. angesammclt, der schon Ende 1913 auf 97 000 Mk. gestiegen sein wird, und ferner hat sic ein Betriebskapital von etwa 174 000 Mk. angesammclt, nwbei es sich zu einem beträchtlichen Teil um Ersparnisse handelt, sei es zu Lasten der Steuerzahler im allgemeinen, sei es zu Lasten der speziell umlagepflichtigcn Landwirte — beides Zwecke, die das Landwirtichastskammergesctz nicht kennt. Hiernach kann, wie die Rcgieruna im Staatsvoranschlag bemerkt, von einem „Mangel eigener Mittel zur Ersüllnng erweiterter Ausgaben" nicht gesprochen werden. Dann scheint es aber auch nicht veranlaßt und nicht angängig, Staatsmittel hierfür zur Bersügung zu stellen. Schon bei den Bndgetverhandlungen für 1910 sei die Frage erörtert worden, ob nicht die Staatszuschüsse sür mit dem Recht der Selltstbesteuerung ausgcstatteten Körperichastcn, wie die Landwirt- schastskammer, gekürzt werden könnten. Die Regierung habe damals iiachzuweisen gebucht, daß dies nicht ohne Beeinträchtigung der Sache geschehe» könne nnd die beiden Kammern haben sich dann mit der vorläufigen Weiterbewilligung der Mittel in der jetzigen sHöhe einverstanden erklärt. Von keiner Seite, auch von der Landwirtschaftskammer nicht, war damals die Rede von einer Erhöhung der Staatszuschüsse und sie will daher der Regierung auch aus diesem Grunde nach der kurzen Zeit von zwei Jahren nicht als gerechtsertigt erscheinen. Sie hat daher von der Einstellung höherer Zuschüsse im Budget sür 1914 Abstand genommen.
lkunftvcrein.
Die Ausstellung von Werken der „Freien Bereinigung hessischer Künstler" übt in den lichtvollen freundlichen Räumen im Turmhaus mit Recht eine größere Anzicbungskraft aus die kiinstästhctisch-gcbildelc Welt Gießens aus, die sich in einem häufigeren Bciuch als bisher äußert. Bietet doch die Be> einignng von Gemälden einer Künstlergruvvc, welche alle bic aeaenwärtig herrschenden Gesichtspunkte und technischen Ausdruckweisen vertritt, dem Publikum Gelegenheit, durch vergleichendes Studium sich eine eigene Meiming zur Beurteilung von Kunstwerken zu bilden. ... , . ,,
Schon im Treppe n haute begegnen wir e,»er Anzahl von Oclbildern größeren Formats, worrtnter Küstners- München „Sommer", eine statt und lebendig gemalte Flußlandschaft mit Pappeln, hcrvorgehobcn zu werden verdient: auch Zernin und Althcim» Darmstadt, sowie Weinhcimer, Dresden, sandten großangelcgte dekorative Landschaften. .
In der ersten Abteilung des Ansstellnngssaales itt Landtchatt nnd Figürliches in hervorragenden Werken vertreten, welche von Künstlern mit wohlbekannten Namen hcrrühren: Den, Eingang gegenüber verdienen drei Landschaiten in schwarzer Umrahnning von Melchior Kern als Stimmungsbilder ersten Ranges bczeich- nci zn werden, l. In der interessanten Odenwaldstudie links der Tür senken sich tiefe Wolkenschatten auf die grüubranuen Bert rücken und im Borgrund hernieder, und nur als schmalen Streifen sendet die Sonne ihr magisches Licht ans die blaßgrünen Wiesen und Weiden. „Ein Elegie aut den wasserreichen Sommer 19l3!" 2. Eine fahlgelbe Wolkenstimmung über den stillen Berghügeln des Odcnwaldcs nnd 3. Abend st n d i e in Rcgcnstiniinung eines oberbancriichen Dörfchens am Weiher, welcher eine weiße Giebclwand wiedersvicgelt. Diese Bilder bergen intimere Reize, getragen vom Geiste des unsterblichen Lehrmeisters Ludivig von Loiitz^ des Schöpfers des poetischen Landschastsbildes. Gegenüber befinden sich .zwc, große repräsentative Landschaften in sonniger Beleuchtung und bcitercr Luft: In der Bodcnseelandschgit von Adolph Bever „Im September" ist es die sichere Behandlung des differenzierten Grün der Baumgattungcn und Wiesen bei rosig-violetter Lust, welche Beachtung verdient und in H. v Ottos großgeschcner „Hessischer Lands ch a s t" bewundern wir die breite Pinielsührung des wogenden Kornield's mit dem Daldhintcrgrnnd und blauen Fernen, die uns sommerlichen Zauber verherrlichen. Bon demselben Künstler liegen noch zwei tzcichnerisch tüchtige Landschgftsradicningen vor, sowie in der nächsten Abteilung das Oelbild „Wiese im Vorfrühling", in laelcber das lästige Wielengnin in seltener Farbcnsrische erscheint In cinent lebensgroß figürlichen Genrebild „Der Dragoner" zeigt Adolph Bever sich als Meister UI der Beherrschung größerer
Aus den Reichstligsansschüssin.
Berlin, 16, Jan, Die Budgctkommission setzte heute die gestern besprochene K a l ib c sp r c ch » n g fort. DaS Zentrum beantragte die Bewilligung von einer Million Mark zur Erstattung der Fehlbeträge der Auslandspropaganda, mit der Maßgabe, daß für die Zukunft der Etat innegebaltcn wird. Allseitig wurde anerkannt, daß es die dringendste Ausgabe unserer Kaliindustrie sei, den Auslandsabsatz zu steigern. Ein Antrag der Bolkspartei empfahl, L0 —100 000 Mark für andere Interessen anszuscheidcn und dem Syndikat nur 827 Ö00 Mark wiedcrzucrsiatten; ein weiterer Antrag derselben Partei forderte, daß die Zinsen des Reservefonds diesem wieder zuwachwn. Dem wurde auch von na- tionallibcralcr Seite zugestimmt. In Ergänzung des Zen- irumsontragS beantragten die Nationallibcralen wei er, aus dem Reservefonds 500 000 Mark sür die Auslandspropaganda, und zwar für die Ausstellung in San Franziska zu bewilligen. Tic Sozialdemokraten zvandtcn sich gegen die Forderungen des Syndikats und gegen die Anträge. Für den Antrag der Nationallibcralen erklärte sich auch ei» Zentrumsmitglied.
Der Reichsschatzsekretär trat dem Antrag der anderweitigen Zinsenverwendung entgegen. Dazu bedürfte es eines besonderen Gesetzes. Ein Volksparteiler bestritt das.-Ein Konservativer wandte sich gegen die Vorschläge, die Verurteilung der Propagandagelder wieder dem Syndikat zuzuweisen. Ein Volts« parteiler begründet einen weiteren Antrag, zwar für die Vergangenheit die Summen nicht zu erstatten, aber in dcni neuen Voranschlag die Summen für die Auslandsprotnuanda um 900 000 Mar! zu erhöhen: diesem Anträge stimmten auch die Sozialdcmo- lralen zu. Ter Bolksvarteiler bcmcrltc, in den 900 000 Mark sollen die 500 000 Mark für San Franziska eingeschlossen sein. Das Zentrum zog seinen Antrag zugunsten des volksparteilichen zurück.
Ein Nationalliberaler beantragte weiter: „Ter Reservefonds ist vom Reich zn verzinsen, damit der Fonds nicht in Wert- Vaviercn angelegt werden kann und eventuelle Kursverluste vermieden werden." In der Abstimmung wurde der Antrag ans Erhöhung des I n l a n d's o n d s sür den Gemüsebau um 200 000 Mk. einstimmig angenommen. Ter Antrag der Konservativen, eine Million dem Reservefonds zn entnehmen, Wirde abgelehnt, der volks- varteiliche Antrag, dem Reservefonds 900 000 Mark sür Zwecke der Auslandspropaganda zu entnehmen, einstimmig angenommen. Der nationalliberale Antrag, 500 090 Mark für Ausstellungszwecke in San Franziska zu entnehmen, wurde gegen die Bolksvarteiler ebenfalls angenommen. Trotz nochmaligen Widerspruchs der Regierung wurde auch der Antrag betreffeirb den Zufluß der Zinsen z»m Reservefonds gegen die Konservativen angenommen.
Der Ausschuß zur R gclung des Submisfions- »nd L efervngswesens setzte heute seine Beratungen fort bei dem Abschnitt Zuschlags- erteil ung. Es wurde beschlossen: „Die niedrigste Geldsordcrnng als solche darf für die Entscheidung über den Zuschlag keineswegs den Ausschlag geben. Ter Zuschlag darf nur aus ein Gebot erteilt werden, das in allen Beziehungen annehmbar ist und die tüchtige und rechtzeitige Ausführung der betreffenden Leistung oder Lieferung gewährleistet." Ferner wurde ein Antrag angenommen, der von der Berücksichtigung hei der Zuschlagserteilung solche Bewerber ausschließt, die bezüglich ihrer Beitraasvflichtcn zur Arbeiter- und Angestelltenversicherung nicht die nötige Gewähr bieten. Endlich wurde der Begriff des „angemessenen Preises" sestgcstcllt. Als solcher soll gelten ein Preis, bei dem auf die Selbstkosten mit Einschluß der Geschäftsunkosten der Handels- oder gewerbcübliche Nutzen ausgc- schlagen ist. Dann erfolgte Vertagung.
Ans Stadt nn- Land.
Gießen, 17. Januar 1914.
Aufnahme von Schüler» höherer Lehranstalten i» die Lehrerseminare.
Nack einem Ansschreiben der obersten Schulbehörde waren Schüler höherer Lehranstalten, die die Ober-Sekunda mit Erfolg besucht hatten, bisher in der Regel für die damalige III. Klasse des Seminars zn prüfen. Nachdem nunmehr den Seminaren eine weitere Klasse aufgesetzt worden ist, werden die aus 0 II einer höheren Lehranstalt kommenden Schüler in der Regel für die neue Klasse IV und^tie aus
Ausgaben, die außer einer brillanten Technik auch sprechenden Ausdruck der beiden Figuren zu geben weiß: auch in drei rei-.enden Pastcllbildchen hat derselbe zierliche Mädchcngcstallcn in genreliaiter Umgebung gemalt. Von seiner vianin, Frau Anna Beyer-Becker, rühren mehrere Bliinicnstillcben her, worunter die weißen Rosen sowie auch die lachsfarbigcn Rosen in Hellen Vasen sehr ansprechende Leistungen bedeuten. Ein zweites Figurenbild _ von hervorragend künstlerischen Eigenschaften bringt Rich. Hölscher, Tarmßadt, in seinen zwei jugendlichen Torsschönen in hessischem SonntagSgcwand, „W andern» g", welche frühmorgens singend und sinnend die blaugrüncn Wiesen durchschreiten. Noch weitere figürliche Trachtenbildcr von seiner Hand iindcn wir im nächsten Kabinett: Eine Frau im schwarzblumigen Mieder undrolci'Schüize, „Am Guckfenster", sowie ein „Bursche am Fenster": alles ehrlich strebsame Arbeiten nach Nattirwahrheit, die, mit Verzicht ans koloristische Kraftwirkung, zu stiller Betrachtung an- regcn. Auch die Baumlandichast im Ackerland, wahrscheinlich vom Odenwald, genannt ,,S o m m er t a g", zeigt die gleichen schönen Qualitäten in der Behandlung. Als dritter im Bunde der figürlichen Darsteller kommt E. B c i t h a n - B u ch s ch l a g mit seinen Schwälmer Trachtenbildern hinzu, welcher sein „Schwalme r M äd chen im Fcst sta a t“, ein rotbäckiges Kind in rotem Kleid und rotgoldenem Kopfputz aus saftgrünem Grund, wie eine Farbensimphonic in Rot mit virtuoser Maltechnik in Naturgröße zur Leinwand gebracht hat, Al: Pendant in feierlichem Ernst hängt das Ncinc Bild eines „S ch w ä l m c r Bauern" daneben, welcher im Kirchenrock mit dem typischen Kremphut das Gesangbuch haltend andächtig im Lehnstuhl sitzt, A»f der rückwärtigen Wand lomnit Bi Han noch wei-er mit zwei Bildern in den kleidsamen Hestentrachten kräitig zn Wort: zuerst das Brustbild einer gesunden „H i n t c rl ä n d c ri n" in schwarzweiß vor dem Frühstückstisch und sodann ein Interieur INI Lamvcn- lichl, Mutter und Tochter beim „Abendessen", welch letzteres in der wohlgelungcnen Beleuchtung geradezu an niederländische Meisterwerke erinnert Schmoll v. E i > e n -n c rt, Stuttgart, der hochbegabte und Modul ioe Künttl r, ist hier mit nur einem mittelgroßen Fignrcnbild vertreten, eine „A l! c Italiener! n" in Britstformat, die in, Schatte» der Lagunenstadt kraninbeiangen daherkomnit und in der seine» charakteristischen Tonstiinmnng des Meisters gehalten ist. J,n Hintere» Lokal beiinden iicli iio.1t zwei mittelgroße Oellandscltätten, tvornmer das alte Kloster, alter a"d, hochinteressante .Hrlztclp it e und , ine Li'lwciravhie „F cl senkst st c", die den Ausdruck eines großen Könnens an tickt tragen W. Wäntia, H o It e ti t tl) ii r t ( n r ti, zeigt ebendaselbst itt seinem heitern Frültlingsbila „Blick an, Meißen", daß er über eine tarbenleuchlendc Palette verfügt, und das lebensgroße Bild seiner Frau in kardinalrotem Kostüm leider in nnaütiNiger Beleuchtung) dokunicnlicrt ihn als rcspcklablen nach Wahrheit
bl II kommenden sür Klasse V zn prüfen sein. Jcdensallsl sollen junge Leute, die ans einer höheren Lehranstalt in ein Seminar übertreten, dadurch einen Gewinn an Zeit nickt haben denen gegenüber, die den normalen Bildungsgang durch Volksschule und Seminar oder eine Vollanstalt und den Pädagogischen Kursus zurücklegen.
Ostern 1918 werden die ersten Seminarabituraenten nach sechsjährigem Seminarbesuch entlassen, von 1916 ab wird also auch der Pädagogische Kursus zweijährig eingerichtet, Junge Lenke, die Ostern 1914 die Primareise erlangen, werden dann, wenn sie r» Klasse IV eines Seminars eintreten, ebenso früh fertig werden, wie wenn sie öic Bollanstalt und den Pädagogischen Kursus oder die Voltsschule nnd das Seminar durchlaufen hätten.
Was die Aufnahmeprüfung selbst betrifft, so haben Prüflinge, die nach dem Zeugnis ihrer Schule ohne. Cinschränlung in Einzeljächern die Noten I, II und III aufwcisen, nur eine Ergänzuwgsprüfung in Religion, deutscher Sprachlehre, bürgerlichem Rechnen, Naturgeschichte und Musik abzulegen. Sollte bei dieser Prüfung bei sonst im ganzen guten Leistungen sich nur in einem Zach noch ein Mangel Herausstellen, so kann, wenn erwartet werden darf, daß der betreffende Schüler sich beiarbeitet, probeweise Aufnahme erfolgen.
Schüler, die wegen ungenügender Leistungen die höhere Schule verlassen und sich etwa 3 -4 Monate privatim vorbereiten lassen, werden ani besten ganz abgewiesen.
'* !Üas Kranke nversicb er ungsaesetz, das mit dem 1. Januar d. gs. in Krnlt aet eten i t, verlavat, daß die weib- Urtini Bernlsklasien der Dienstmädchen, Laut- und Waschtrauen, Schnei, eriiinen, Büglerinnen nsw. znr Perstchernnq bei der Orts- krankenkaste b>ravaczogcii tverdet. Damit tvertzen nach den Hans- hmu'it neue Bervsti Istungen ametlest über deren Wert nnd Höbe noch große IlnkiiintniS in bcn bei iligten Kreilen berrlcbl Die vt i e ß c n e r F r a ii e n u c r e i n e ballen sich, wie man uns schreil't, ltir veri» ituet, loivvbl Arbeitgeberinnen als auch Berncheite aber die otakkncbc lllnsiübrima des neuen Gesetzes zu unterrichten. Herr Aegietungsrat L a n g e r in a n >t bat es tibernommen. amTienslag, 2tJan., abends H‘i, llln, in der nruui Aula einen Bortraa zu bnlien über »Tie R c i ch s v e r s i ch e r » „ g v o r d n i, n a nnd i b r e B e d e n t» n g tür die Hauslran^ Er wendet ßch, ,vje aus dem Tbetna hervorgebt, erster Linie a» die größte turuppe der Ivcibl.chcn Arbenaever, die Hgnklrauen. Es ist zu basten, daß diese die Gelegenbeit benutze» werden, sich von sach- verstätidlger Leite nnterrlchte» zn lassen.
Kreis Schotte».
st. Schotten, 15. Ja». In der G c m c i n d e ra ts-> sitzung wird vor Eintritt in die Tagesordnung beschlossen, die Ersatzwahl sür das verstorbene Gemeinderatsmitglied M c i s ki, dessen Dienstzeit mit dem 31. Dezember 1916 geendet hätte, zu veranlasten. — Mit dem Präiniicrungsmarkt soll, wie früher, eine Verlosung von Vieh, landwirttchattlickzen Maschinen und Haushältungsgegenständrn verbunden werken. Tic Bürgermeisterei wird beauftragt, das weitere zu veranlästen und den Vertrieb der Lose vor Beantragung der Genehmigung wie früher zu vergeben. — Wegen der in diesen Tagen tviederholt eingetretenen Wesieischäden durch Ucberlaufen der Stadtbach, dadurch daß in ungehöriger Weise allerhand Unrat hineingewonen wird, wird beschlossen, den noch offenen Teil der Stadtbach in Robrc^zu legen, damit der Uel.elstand ein- sür allenial beseitigt ist. Es soll zunächst ein Voranschlag ausgestellt und mit den Anliegern tocgen Bcitragslcistuiig verhandelt werden. — Das für Schotten vorgesehene K o n z c r t der Großh. Hofmusik, wozu die Stadt 100 Mail Beitrag bewilligt hat, soll für anfangs Herbst gewünscht werden, iveil bei den in diesen Wochen zu zahlreich stattsindendcn Veranstaltungen der hiesigen Vereine ein genngcr Besuch erhosst tvird — Die verschiedenen Ausschüsse des Stadt- vorstandcs werden sür die nächsten drcpJihrc neu g b ldet.
A Ober-Seibertenrod, 16. Inn. Der Unterrichtskursus der W a n d e r b a u s b a 1 t II n g s s ch u l c im Kreise Schotten fand gestern hier seinen Llbschluß im Beisein d-r Vertreter des. Kreisamtes Schotten, des Gcmeinderates und der Eltern der Mädchen. Ban den Teilnehmerinnen sind 16 von hier, die übrigen von
strebenden Porträtmaler. Von G. A l l h e i m - Tarmstadt sehen wir noch drei Landschaiten, welche ein großes Schauen der Land- schaitsebenc erlennen latsen. was namentlich in seiner sonnigen „F r ü b l i n g s l a n d s ch a f t mit M a n l b c e r b a » m" sowie in seinem „T p ä t b e r b st" mit der blautonigen Abendslimmung ztini Ausdruck kommt. Von W. Kästner, München, ist noch ein Tors m ot 1 v a m D ä s ie r, aber auch eilt W i II t e r t a a imdiniVnt. in welchem dunkle Verden im ticsblauen Bach sviegeln nnd die Schneet tnung zur grauen Luft meisterbatt geglückt ist. Auch Prectorius, München, bat zwei ilotte Farbskizze» von Architekt!,rmotiven ans dem alten Rom gesandt. Das „Forum R o NI a n I, IN" und Blick aus das Kolloscum auch das Landichgits- niotii- bei Innsbruck ist von sympathisch-tauiger Wirkung. A. Bertrant. Tüiseldors, hat zwei Genrebilder „In Betrachtung" nnd „Ans der Diele" gebracku. welch letzteres eine tiefe Empfindung iür das dämmerige Halbdunkel durch Stu- ei'tin der guten allen Holländer verrät und H. Sutter, Neustadt, ein gediegenes Genrebildnis. Von O. Ubbekode, Goß- seld, lernen tvir mehrere bedenkende Landschgitsbilder in großem Foimot kennen, worunter iltrt Schneclatidschatten, welche hohe malc-jiche Begabtina nnd Gcichicklichidit io der Beliandtunq des Sto'fs, s-wi-e von Licht» und Luttb.'Handlung an's neue bekunden: da: Tnlpcnstilleben „Beim Lampenlicht" dari als eine recht gclniiaeite Lösung eines schwierigen Problems gelten. Einen wncki-en Absch!"ß der Ausstellung bilden noch die Bi'dcr zweier bepischcr Altmeister, L. von Hofmann, Weimar, und E. Pracht, Dresden. Der crsterc sand'e ei'ie A'tzaltl von große,! vekor-tiven Figuren. Bilder in landscktatt'ichcr Iltngebung. welche Einblick in das große Gebiet des berühmten Malers getvöbren. welches derselbe mit sonneräner Beherrschung des mentcktlittzen Körpers in Form und Farbe meistert. Als lieblich bildliche Er- schcinnng sind wob! die „T r a u b e n l e s e" sowie „D e r d u n kl c T e i ch", in Pastellfarben, im antiken Geiste komvoniert, ;n erwähnen. Besonders hcrvorragnid darf jedoch das aröstere Bild ..Die ftiirlanden" genannt werden ein koloristisches Werk, in welchem das leuchtende Jnkgrnat im Sonnenlicht mit Vn Klanen Luittönen lind dem reflektierenden Grün eminent iarbiae Beile »nd Wablllang bieten. Von dem großen Landschgiter E. Biacht ist diesmal leider nur ein wandgraßes Bild „Eichen im Park bei D a r m st a d t" zur Aosncllimg gekommen dockt die knorrigen Ba-mtiesen itt der geslittßeu Ab-ndsti»iniii"g wi'se" d-m ,m, öchligen ?>,ichguer viel Scktöltes zt, erzählen: „Odins Kraft liegt darin." A. soochstälter.
A n i» e r s i! » g der R ed a k! i» :t: 'vi: reilguict, sollen lüs zum Sonntag noch m-itere Werke sowie Radierungen und Stiche die Ausstellung bereichern.


