gestellt uni» der sprvnagc Migoklagt morden war, f r e i g c - sprachen.
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Au»Ianv.
Der Dreibund und die Jnielsrage. Wie das Reuter-Burea« ersähen ist die Zustimmung des Dreibundes zu den britischen Vorschlägen bete, die Aegäu'chcn Inseln unter zwei Bedingungen gegeben worden: Erstens: Räuniung ÄlbanienS durch die Griechen bis zum 18. Januar und zweitens: lieber nähme der Vcrvslichtung von seilen Griechenlands, die Aulrechterhaltung der Ordnung in Albanien zu erleichtern. Ein srüherer Entwurf der Note sali vor. dag Griechenland für die Ordnung »eranvrortlich sein soll, doch Ivurdc sie später geändert. Was Mit der zweiten Bedingung, in der ihr in der Note gegebenen Fasiung gemeint ist, wird von einzelnen Stellen als nicht genau vräziftert gehalten, doch wird sie von manchen dahin auSgclegt, da» damit angedeutet werden solle, das; inan nicht aus dem 18 Januar als Zeitpunkt des Beginns der Zurückziehung der griechischen ärup- t>cn bestehen werde. Einiges Gewicht wird dieser Auslegung durch die Tatsache gegeben, dag die den Negierungen zugcgangenen »n sorlnationen zeigen, dast die Lage in Albanien erheblich ver- loickelter ist und Aulost zu Besorgnissen gibt. Die Einbeziehung der Insel Eastclorizo unter die Inseln, die der Türkei ausgelietert loerdcn sollen, loird nicht als überraschend angesehen und Ichttnt auch in griechischen «reisen keinem Unwillen zu begegnen. Tic Antworten des Dreibundes werden von den Regierungen Emg- lands, Frankreichs und Rustlands mit einen! Gefühl der Betncdi- gung betrachtet. Das ermutigendste Moment der Lage ist die Genugtuung, die aus allen Seiten über den augenscheinlichen Wunsch Deutschlands, Italiens und Oesterreich-Ungarns gehegt wird, so wenig wie möglich den Anschein zu erwecke», als ob die eine Gruppe der Mächte eine von der der anderen Gruppe verschiedene Richtungslinie einnehmc, und man erklärt, dast von der inastvollen und versöhnlichen .Haltung des Dreibundes die besten Ergebnisse zu erwarten seien.
Das e» g l i s ch e K r i e g sa m t hat sich entschlossen, zur Anwerbung von Rekruten für die reguläre Armee sich der Zeitungsannonce zu bedienen. Die LondoiicrvZeitungcn enthalten fänitlich eine Anzeige, die eine ganze Seite einnimmt, in der zum Eintritt in das Heer anfgeforocrl wird_
fjccr und Flotte.
— De ni Generalleutnant Liman v o n S a n - Hers Pascha in Konstantinopel wurde vom Kaiser der Eharalter als General der Kavallerie verliehen.
Ar»» Stadt ttttft Cond*
Gissten, 16. Januar 1914.
Elektrische UcbcrlanSanlage der Provinz Oberhessen.
Der Schnecsturm in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember hat in ganz Mitteldeutschland große Störun- gen sowohl in den Telegraphen- u. Telephonleitungen, als auch in den Starkstrom-Leitungen hervorgerusen. Im Gebiet der elektrischen Ucberlandanlagc der Provinz war in der genannten Nacht der Bclrieb in säst allen Gemeinden, mit Ausnahme derer, die an der Kabelstrecke Wölsersheim-Friedbcrg liegen, unterbrochen.
Es wird interessieren, die Slörungsursachen im einzelnen kennen zu lernen. Au den Fernleitungen, die gegcn> ivärtig 350 Kilometer lang sind, sind Störungen an ll Punkten ausgetreten. Davon sind 8 durch Bäume entstanden, und zwar entweder dadurch, daß Bäume umbrachen und aus die Leitungen sielen, oder daß sich Banmästc auf die Leitungen senkten, oder daß die Leitungen insolgh der Schneelast sich soweit durchbingen, daß sie Berührung mit darunter befindlichen Baumästen erhielten. Diese Erfahrung lehrt auss neue, wie wichtig cs ist, daß die Bäume in der Nähe der.Hochspannungsleitungen entkernt oder mindestens soweit ausgeästct lvcrden, daß die Gefahr der Berührung praktisch nicht niehr vorhanden ist. Auch bei Sturm biegen sich die Bäume, — besonders Erlen und Pappeln - viel weiter, als man allgemein annimmt. Auch hierauf muß besonders geachtet werde».
Eine weitere Störungsursache war, daß im südlichen Teil des SlromveriorgungSgebietes eine Reihe von H o l z- masten, die längs eines Wassergrabens ausgestellt loaren, u m f i e l. Der Leitungsweg war auf besonderen Wunsch der Gemeinde dem Wassergraben entlang angelegt. Die Standfestigkeit der Masten ist jedoch, wie sich gezeigt hat, (in dem sumpfigen Untergrund zu gering. Man wird also in Zukunft darauf bestehen müssen, daß die Leitungsweg»' beibchaltcn werden, die sich nach Ansicht der Sachvcrstündi ,gen hierfür eigne» und zloar auch dann, wenn Privat- Grundstücke zur Ausstellung der Masten benützt werden müssen.
Bon den 3 übrigen Störungsursachen in den Fernleitungen liegt eine im Reißen eines Nietverbinders infolge der Schneelast.
In den beiden anderen Fällen hat das über den Leitun -
lest glaubt, aber die Vererbung erworbener Eigcuschastcn verwirft. Ter in Freiburg außerordentlich volkstümliche Lehrer der Zoolog,- ist. wie sich denken läßt., auch Gegenstand zahlreicher Anekdoten, von denen hier einige folgen mögen: im Sommcrsemester 1874 'var die Freiburger Universität lange nicht so besucht, wie beute, und die Anzahl der Hörer WeiSmanns war lächerlich gering. Gegen Ende des «cmesters nahm sie immer mehr ab, und eines Tages ;a»d sich gar nur ein einziger Zuhörer ei». Weismami bestieg das Katheder, verbeugte sich und sprach: „Meine Herren, Sie sind beute so zahlreich versammelt, dast ich meine Stimme etwas lauter als gewöhnlich erheben must. Ich schliehc die Vorlesung " Eine weitere Geschichte stammt aus dem iolgcnden Jabre, wo WeiSmann IM Sommer etwa ein Dutzend Zuhörer hatte. Tie Präparate aus die er sich beim Vortrage bezog, pflegte er nach dessen Beendigung hcrumzuzcigen, »Idem er von Bank zu Bank ging. Eines Tages Ivar. es sehr Heist, und er kam mit seinem Prävarate zu cinein Studenten, der, offenbar unter der Wirkung der Hitze, einge- schlafcn war. Als WeiSmann mit seinem Glase herankam in dem ei» Tintenfisch steckte, wachte er aus, sah das Untier '»»8 mittelbar vor seine» Augen und rief entsetzt aus: „Um Gottes. Ivillen!" 2o tiefen Eindruck hat WeiSmann nie wieder mit einem seiner Präparate gemacht! Eine anekdotisch klingende, dabei aber > wliscnschattlick-ernsthasle und durchaus verbürgte Geschichte ist ! die von den „schwanzlosen Kotzen in Waldshut". In Freiburg erzählte man nämlich einmal, in diesem badischen Orte kämen lauter schwanzlose Katzen zur Welt, deren Pater ein Kater sein sollte, der durch einen tückischen Schicksalsschlag seinen Schioanz verloren hatte. Mit anderen Worten: hier sollte Vererbung er. nwrbencr Eigenschasien vvrliegcn, und daher stellte WeiSmann Nachsurschungen an. Tie Sache beruhte vollständig aus Wahrheu die sungcn Katzen waren schwanzlos, und ihr Vater war ein schwang loser Kater, nur hatte er seinen Schwanz nicht durch eine» Unsall verloren, sondern er hatte von Natur keinen Es nmr nämlich ein Angehöriger der aui der Insel Man verbreiteten Rasse der stummel. schwänzigen Katze, den die Elattin des proles,antischen Geistlichen von WaldShut, eine gebürtige Engländerin, mitgebracht hattet Zun, Schluß mag eine Anekdote erzählt werden, die WäiSmanns Gutmütigkeit gegenüber den Medizinern im Physikum zum Gegenstände hat. Man erzählt sich, einige Mediziner, die von WeiSmann in Zoologie gcvrüst wurden, hätte» vom Amphioxus ldem Lanzettfischchen, nacheinander mir anzugcben gewußt, es habe kein Gehirn, kein Herz usw, kurz alle Angaben untren negativ Daraus soll WeiSmann gesagt haben: „Ja, was er nicht hat, wissen wir min WaS aber hat er denn eigentlich?"
gen hinführende B l i v i e i l Berührung mit beit Hochspannungsleitungen erhalle».
Die Störungen in den Ortsnetzen entstanden in der Hauptsache durch das Herabsallcn »nzählicher Telephon d r ü h t e. Außerdem wurden au manchen Stellen auch die Ortsiictzlcitungen und ihre Gestänge durch den Schneedruck direkt beschädigt.
Deni raschen Eingreifen der Betriebsleitung und der tüchtigen Mitarbeit der beteiligten elektrotechnischen Firmen ist es zu danken, daß die Störungen in verhältnismäßig kurzer Zeit behoben werden konnten.
Ta g es ka l ende r für Freitag, lb. Jan. Stadtthea t c r: Festvorstclliing. ,Dic Hnniboldtianer. Ansang 8 Uhr.
" Das Grobherzogliche Ministerium dcS Innern erläßt eine Bekanntmachung, ivonach das Ministc- rium mit Ermächtigung des GrostherzogS den Oberbürgermeister Heinrich Köhler zu Worms a. Rh., Ersten Präsidenten der Zweiten Kammer der Landslände, und den Geh, Justizrat Otto v. Brentano di Tremezza, Rechts- anivalt und Notar z» Ossenbach a. M„ Mitglied der Zweiten Kammer der Landstände, zu Mitgliedern des Denkmal - rates für das Grosthcrzoglum Hessen bestellt hat.
" Der Krostherzog hat dem Polizeimachtmcister Karl Schar mann zu Darnistadt die Krone z»,n Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Grostmnligen verliehen.
•• Verliehen hat der Grobherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Jnschriit „Für Verdienste" dem Vizc- svldwebel der Landwehr 2. Aufgebots Klos im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm (2. Grosth. Hess.) Nr. 116.
•* Aus dem Schuldienste. In den Ruhestand zersetzt wurde der Oberlehrer an der Volksschule z» Mainz Rektor Philipp Keil aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom I. Januar 1914 an: ans diesem Anlab ivncdc ihn, die Krone eum Ritterkreuz 2. Klasse de? Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ebensalls in den Ruhestand versetzt ivurde der Haupllehrcr an der Volksschule zu Mainz Peter NemigiuS Stamm auf sein Nachsuchen, unter An- erkennnng seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom I. Januar 1914 an: ihm wurde die Krone zm» Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
” Ernannt wurde am 14.Januar d.J. der Trompeter- Sergeant i>» Feld-Artillerie-Regiment Nr. 84 Christian Karl Götte zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Lampertheim.
** Ter akademische Dürcrbund, Gießen, der uns schon manche gehaltvolle und genußreiche Veranstaltung geboten hat, veranstaltete im großen Saale bca GesellschastsvereinS einen Tante Abend, zu dem sich ein erlesener Zuhörerlreis eingesnnden hatte. Als Vortragender Ivar Herr Dramaturg, Theo- dor S t i e f c n ho i c r vom Stadttheatcr in Aschaiienburg gewonnen worden, der hier noch in bester Erinnerung steht und sich vor allem durch seine Darstellung des Orest! aus der Naturbühne eine Gemeinde geschaffen hat. Herr Stiefenhvser brachte! die einzelnen Stücke ans Stefan Georges Uebcrtragungcn mit tiefster Erlassung ihres geistigen Gehaltes zu Gehör und fand ganz ausgezeichnet den für die religiöse und moralische Absichten des Werkes erforderlichen Ton ernster Sammlung und gläichigcr Hingabe. Tie iliestenden Terzinen, in die Stefan George das Italienische Tanies gegossen hat, bestechen durch ihrcnl Wohllaut und diuch ihre Glätte, u»h scheinen die mittelalterliche Svrache aus-, glücklichste wiederzugcben. Die von Herrn Stiescnhoser mit cileieneni Geschmack ansgewählten und durch erklärende Worte verbundenen Stellen brachten .Höhepunkte aus der göttlichen Komödie und fanden einen dankboien Zuhörerkrers. Einleitend brachte der Vortragende Eulcnbergs Tante aus den Schattenrissen zu Gehör.
'"Ein erfolgreicher Gicßener Drainatiker. .Die Sonnensehnsncht", ein Kiinstlerhraina in vier Akten von dem Giestcncr Referendar Robert Rosentbal, erlebte, so ivird uns gedrahlet, im Naumburger Stadltheater mit Beifall seine llraufsührnng. Das Stück, das sich um die Feindschaft und Freundschaft zweier Künstler dreht, die zu- lammen an einer Oper arbeiten, ist nicht ohne literarischen Belang: eS verrät auch einen ausgeprägten Sinn für
Bühnenwirkungen.
- t i «mc'ou/iiiucicin, aui. i f i)uu jiueumi
Ivöchcnllich von 7 bis 9 Uhr Abendkurse tri weiblichen Handarbeitei ab. lRäherco Inserat.)
, ** D i e Feuer melde-Anlage, die schon 1 äugst beschlossene Sache war, ist zur .Herstellung der Firma Sie- —ens u. Halske übertragen, die voraussichtlich mit deren lu Mitte Februar beginnen ivird. Außer 40 öffentlichen Meldestellen, die in Abständen von etwa se 300 Metern über die ganze Stadt verteilt ihren Platz erhalten, sind bisher vier private Meldestellen und zwar von Gehcimrat Gail für die Wollspinnerei und die Tonwerle, für .Heistigeustaedt u. Comp, und für das Stadttheatcr zur Ausführung angc meldet. An den vier Toren und am Marktplatz werden die Melder mit stationären Telephonstellen verbunden, um bei Unglückssällen von der Feuerwache Hilfe herbeirufen zu können. Weiter soll mit -der elektrischen Feuermeldeeinrichtung für eine genügende Anzahl Mannschaften der Feuerwehr eine W e ck e i n r i cht u nlg verbunden werden. Nach dem Vorhandensein der Anlage wird beim Ausbruch eines Brandes die Alarmierung unserer Feuerloehr ohne viel Lärm vor sich gehen.
^ ** L a u d wi rt s ch a s t l i ch er Lokalvereln Gieße n
.»ii einer sehr stark besuchten Sitzung des L a nd w i r t sch a stl Lo? a l o e r e > n s Gi e st c n berichtete gestern Sekretär Tr. Berg Tarmstadt über die Veranlagung zun, W e h rbei t r a gc Nach eingehender Darlegung der gesetzlichen Bestimmungen übe, den Wehrbcilrag und die Reichszuwachssteuer erläuterte er zunächs die (Grundlagen der Veranlagung der landwirtschaftlichen Bettlet» zu diesen sieuertormen. Er betonte, daß hiev zum ersten Male in der deutschen Steuergesetzgebung ei» wirklich gerechter Steucrsus tur landwirtschaftlich benutzte Grundstücke gesunden sei, da dies, nullt nach dem gemeinen Wiert, sondern, dem Ertragswcrt zu der aniagcn Itten. Zugleich seien die ,Grenzen für die'Heranziehunc zum Weh» beitrage w gegriffen, dast die zan, Teil schwer ringende, kleinen Erutenzen geschont würden, während die stärkeren Schul »roheren Betriebe auch eine «nähere Belastung erführen Mit vieler Einrichtung der «teuer stuf die Erttagswerte seien auch recht graste Schwierigkeiten ge »chatten. Wahrend der städtuche Hausbesitzer, wie der Vartrageudl .^läuterte, nur hie Slchiwe seines Mietzinse« nach .lbzug der qe»etzl,ch icstgelegtrn Unterhaltungskosten zu lav, Erlraqswcrt feines ltu-bauten Grundstücke« c ,Li!r r ^ a i! öroirt "N recht schwer, den bei »»-ch selndem Boden wechselnden ErtragSweri fcstzustellen. besonders *«*fuf>runci (die nur in den seltensten Fällen mög- 2 arf Schätzungen ang«viesen nnt
£ u kteruckstchtmen, daß der Gesamtertrag der Wirtschast ^bzng der Arbeitslosten des Besitzers, seiner Frau, Kinde, usw. als Reinertrag anzulehen sei, wobei Kapitalzins usw. nicht ab- gezogen werden dürfe. Ein Zuschlag für Gebäudewcrt, Vieh, Vor
räte sc, aber dann auch nicht zu machen, vielmehr Welle der oben crmittelle Ertragswe>-t den Reinertrag der ganzen Wirtsäurit dar. Wird dieser mit 25 multipliziert, so stellt er den Ertragswert des landwirtschaftlich genntzlen Bodens intlustvc Gebäude „nd allen BelricbSlapiialren dar. Tie hier skizzierte Ermitllnng sei die ein sachste, am ucherstcn und leichlesten durchslihrbare und daher die für den kleinen Landwirt embsehlensivkrl--ste. Alle anderen Ermitl lungsiormen bedürften schon buchsührungsmästiger Grundlagen und seien daher meist schwieriger. Nach «childernng einer Durch suhitung der Welirbeitragserkläruug an Hauö eines Formulars machte Tr. B nL g »och aus die gesetzlich zulässigen Abzüge aui merksam „nd betonte, dast cs sehr erwünscht sei, dast jeder Land Wirt mit möglichst großer Gewissenhastigkeit zu Werke gehen möge. Tie Laichwirte haben nichts zu verheimlichen .aber sie haben auch das Recht, dast man bei ihrer Besteuerung, die technisch größere Schwierigkeit bietet wie jede andere, mit möglichst großer VorNchi vcrsährl, — An der außerordentlich angeregten A „ s s p r a ch e beteiligten sich die Herren Löber, Euler, Weil, Gilbert,
K e st l e r. Tic bedeutsamste Frage ivar hierbei die Ermiltlung eines zuverlässigen, schätzuugsweiscii Reinertrages für Fläche nein heit. ES Ivurdc wiederholt betont, daß von seiten der Steuerbehörden Schätzungen von 40 Mk. für den Morgen als zu niedrig beanstandet ivorden seien, während der Vortragende und auch die meisten Anwesenden eine solche Schätzung schon als lehr hoch, ganz besonders für ben Norden und Osten des /Kreises Gicsten, bczeichnc- tcii. Ter Voriiyendc Tr. bllccberger machte schlrcstlich den Vorschlag, den Reinertrag ohne Abzug von Zinsen, aber mit Einschluß einer Miete und Untcrhaltungsgcbühr sür die Gebäude pro Flächen cinheil liir jede gebaute Pflanze getrennt zu ermitteln. Er sei diesen Weg bei GutSübernahmcn schon verschiedentlich mit gutem Erfolge gegangen. Ein von ihm hier rechnerisch wiedergegebcircs Beilpiel liest einen Reinertrag ohne Zinsabzug von 33 TOT. für den Morgen senstcllen. — Ta die schon sehr vorgerückte Zeit drängte,
>o wurde beschlossen, in der nächsten Sitzung, Tonnerstag, den 22. ^anuar, diesen Punkt sowie auch die Höhe des Arbeilslobne-: für ldie Familienmitglieder noch weiter zu besprechen. — Mit den, Ausdruck dcS Tankes an den Vortragenden und an die Landwirt ichastskainmer, die auch die Auslagen sür den Vortrag übernommen habe^sowic an die Teilnehmer schloß der Vorsitzende um ?>/., Uhr die Sitzung.
**LandeSpserdezuchtperein für dasGrost- h c r z o z t u in .h e f s e n. Der langjährige Schriftführer des Landespscrdezuchkvererns im Großherzogtum Hessen. Ritt- incister a. T. Fe» »er, ein eifriger Förderer der Pferdezucht, ist in Darmstadt gestorben. Ter Verstorbene lvar ciu Jahrzehnt lang auch Vorsitzender der Abteilung Pserdcmarkl Tarmstadt des Landespferdezuchtvereins.
** Kleine Mitteilungen. Der Jagdaufseher Karl Siede in Blofeld sing dieser Tage vor einem Fuchsbau ln einer Schlagsalle einen kapitalen Tachs. — Auf dem Offenbachcr Gliterbahnhof wurden dem lstjährigen Hilssweichensteller Karl Koch beim Rangieren beide Beine abgefahren. An seinem Anskommcn wird gezweifelt. — In St. Johann bei Sprendlingen war der 40 Jahre alte Landwirt Jean Paul mit Jauchesahren beschäftigt und befand sich gerade ans dem Heiin- wcgc, wobei er ans dem Fasse stand. Plötzlich machte das Pferd einen Sprung. Ter Landwirt stürzte vom Fasse und ihm wurde durch Tritte des Pscrdes eine Backe und die Kinnlade vollständig zertrümmert. — In Geisenheim geriet beim Spielen ein vierjähriges Kind in Gefahr, au« der Wiege zu stürzen, die Mutter wollte es aussangcn, achtete dabei aber nicht daran», das; sie ein K ü ch e n m c s s e r in der Hand hielt, wodurch das Kind am Leibe gefährlich verletzt wurde.
Kreis Alsfeld,
io. Homberg, 14. Januar. Ter Turnbercin hielt heute abend seine Hauptversammlung ab. Als wickitigster Punkt der Tagesordnung kmn dann der T n r II h a l lc nba u in Frage. Ter Vorsitzende trug vor, dast er nach dem Beschluß der vor jährigen Haupioersammlung von einem hiesigen Bautechnikcr cincu Plan über eine Turnlzalle hat ausarbeiten lassen, wozu leider der «ostciivoranschlag noch nicht scrtiggestcllt sei. Ferner teilt er mit, das; mit der Surdtvertretung verhandelt worden sei betrelstr Abtretung eines Bauplatzes, Verschiedene Plätze seien vorgcschlagcn. Ter eine Platz liegt gegenüber dem AmtSgcrichl, wo die Stadt vor mehreren Jahren ein Anwesen känslich erwarben Imt: ein zweiter Platz schlägt der Vorsitzende vor in den, noch bestehenden Steinbruch, der unterhalb der Post liegt. Nach diesen Erörterungen sand lebhafte Ausivrache besonders übet bio Platzsrage statt. Es wurde von der Mehrheit Her Mitglieder aus- geiprochcn, dast der Platz, unterhalb der Post vollständig unge eignet lei, wozu als Hauptgrund angegeben wurde, dast an dieser' Stelle ein solcher Ban als.Zierde der Stadt nicht zur Gcltting komine, und dast das Gelände an dieser iStellung zu abschüssig sei, ivas höheres Fuirdamcnr und damit auch niehr Mittel erfordere. Tagcgcn ivurdc der Platz am Amtsgericht mit groster Mehrheit befürwortet. — Es wurde hieraus beschlossen, irochirialsi mit dem G c m c i n d e r a t zu verhandclu, ob er nicht auch den Platz an, Amtsgericht dein Turnverein zur Verfügung stellt und von leiden Plötzen einen Lageplan Herstellen läßt,
Kreis Schotte».
Schotten, >6. Jan. Bei der letzte» Sitzung des Kreis - a II s s ch u s s e s ividmcte der Vorsitzende vor Eintritt in die Tages ordniulg dein ocistorbencn Mitglied des KreiSausschusscs, Ober aintsrichtcr Rispel, einen ehrenvollen Nachruf. Die Anwesenden erhoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Zur Der Handlung lanien iolgcndc Gegenstände: Gesuch des Heinrich Ludiv.
G o t t w a l s von Ulfa um Erlaubnis zur Ausstellung eines sest- stehenden TampskessclS zum Betrieb einer Holzschneiderri. Gegen die Anlage erhoben wäbrend der Offenlegung des Projekts einige Nachbarn Einwendungen, die damii begründet ivurden, dast durä, die Holzschneidcrci de» ganzen Tag über ein starkes Geräusch und eine Erschütterung der umliegenden ttiebändc entstehe, wodurch die Nachbarschaft empfindlich gestört werde. Auch sei der Betrieb wegen der Lagerung des vielen Holzes in der Nähe des. Tamvfkcfsels und wegen der Feuerung mit Sägespäncit scucrgefährlich und daher seine Lage mitte» im Orr ungeeignet. Tie Sache beschäftigte daher heute den Krcisausschnst. Aus dem Ergebnis der Verhandlung, bei welcher die Gr. Gewerbeinfpektion Gießen als Sachverständiger zugezogc» war. war zu entnehmen, daß der Betrieb zloar eine gewisse Störung für die Nachbarschaft hervorrusc, daß diese aber bei AuSsübrung der von der Gr. Gewerbeinspektion vorgcschlagcncn Mastnahmcn erheb lich heiabgemiiidert »»erde imd hiernach, eine eiheblicke Störung der Nachbarschaft nicht mehr z» bcsürchlcir sei. Ta der Gcsuchstcllei sich austerdem bereit erklärte, alle sich sväler nach Ansicht des Kreis - ausschusses im össentlichen Interesse als notioendig erweisenden Maßnahmen sederzeit auf seine Kosten anszusührcn, so erteilte i der KrcisauSschust b i c n a ch gesuchte Erlaubnis. Tie Koste» des VersabrenS, ausschließlich der von den Reklainantcn allein zu tragenden Kosten ihrer anwaltlicheii Vertretung wurden dem Gcsuchstellcr und den Reklamanten, den letzteren m der Ge samthastbarkeit, übertragen. — Beanstandung der ©o mcindcrats w a h l zu B o b e n h a » s e n I. Rach Ansicht des KrciSamtS sind bei der Gemeinderatswahl am 30. August 1918, wo bei gewählt wurden Konrad Hosmann, Wilhelm Jung »nd August Wenzel durch kostenlose Verabreichung von Getränken crhcbliche Gesetzwidrigkcften vorgckvmmen. Das Krcisamt hat deshalb hie Wahl beanstandet. Tie heutige Beweisausnahme ergab, dast Freibier im Interesse der Wahl gegeben ivurde und dast dadurch der Ausgang der Wahl beeinflußt ivorden ist oder doch in untaotercr Weise beeinflußt iverden konnte. Ter Kreisausschust gab daher der Beanstandung statt und c r k l ä r t e d i e W a h l f >i r u n g ü l t i g. Tic Kosten des Verfahrens wurden der Gemeinde auserlcgt.
z. Ober-Seeinen, 14. Jan. Als gestern abend der Streckenarbeiter Hofmann von hier am Geleise entlang ging, um die Signallaterne anzubrrngen, kam plötzlich dcr Schneepflug angebraust, dem Hosmann durch den zu beiden Seiten ausgeschichteten Schnee nicht ausweichcn könnte. Rur dem wachsamen Auge des Maschinenfiihrers ist es zu verdanken, daß Hosmann dem sicheren Tode entging.
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