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rtfcsen; 5. zur ^-örberuug her Viehzucht der Biehverwer^ kung für das Iahr 1914 eine Million Mark, für das Jahr 1815 zwei SWillioiwn Mark und für die Jahre 19161920 ic drei Millionen Mark zur Verfügung zu stellen und aus diesen Summen einen des anderen F-onds zn bilden, Bon dc.'- se» Summen sind 30 Proz, für Förderung der Schweine­zucht, der Ziegenzucht und der Kaninchcnzitcht »nd der Ver­wertung ihrer Produkte bestimmt. Der Rest ist für Förde­rung der Rindviehzucht und der Rindviehvcrtvcrtung zu verwenden.

Im preußischen Abgeordneten Hause wurde auf Vorschlag de« 4lbg, Frciherrn v. Zedlitz das bis­herige Präsidium : Tr, Graf v. Schtoerin-Löwitz Präsident, Tr, Porsch erster und Tr, v, Krause zweiter Dizepräsidrnt, durch Zuruf wieder gewählt,

Eine Erklärung zur Welfen frage. Im Ver­lauf der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses ain Tienstag erklärte der R e ichs kauzler v, Betbmann Holl- weg zur Welfentragc: Ich bin von Seiner Königlichen Hoheit dem regierenden Herzog ausdrücklich ermächtigt, vor diese:» Hause und vor dem ganzen Lande festzustellen, daß jede Be­rufung auf den Herzog zur Betätigung der Bestrebungen der deutschchannoverschen Partei nicht nur dem Willen irr, Königl, Hoheit nicht entspricht, sondern diesem Willen dircit widerspricht. Tiefe Willensmeinung des regierenden Her­zogs ist so bündig und so unmißverständlich, daß, wenn Mit­glieder der deutsch-hannöverschen Parici sortsahren sollten, den Herzog für sich in Anspruch zu nehmen, jedermann wislen wird, was davon zu halten ist. Für den Herzog find der­artige Versuche, wenn sie noch fortgesetzt werden sollten, mit seiner ätrkläruilg ein für alle Mal abgetan,_

Anslanv.

Ter französische Gc sctzcntwnrs über die Ka p i talst c u e r führt eine jährliche Abgabe ein, die be­rechnet werden soll nach dem Nettobeträge der 30 000 Frs, übersteigenden Vermögen, Für jedes Kind werden von dem steuerpflichtigen Vermögen 3000 Franks abgezogen, Tie Ab­gabe steigt in gcriiugen Abstufungen bis zn einen, Steuer sapc von 2,30 pro Mille, Tic Steuererklärung und die Sleuereinschäpung wird nur alle fünf Jahre neu bcvrfmrt, Äußer,'wenn eine Steigerung des Vermögens über 10 Pro zcnt vorliegt, Die Geheimhaltung der Vermögen wird in dem (Gesetzentwurf aufrechterhalten, Tie Kapitalsteuer soll mindestens 190 Millionen ergeben.

Heer unS Flotte.

Bremen, 13, Jan, Aus Anlaß des inorgen auf b:t Werft von Tecklenburg a, &. in Geestemünde statifindendon Stapellaufes des dritten Schulschiffes des Deut­schen Schnlschifsverein«, das den Namen des Pro­tektors, des Großhei^ogs Friedrich August von Oldenburg, führen soll, hielt be, eineni Festessen des Bremer Senats der Großherzog von Oldenburg, eine Ansprache,

Aus Stadt und Land«

Gieße», 14. Januar 19l l.

Zur Wahl des «usschnjfed der Allgemeinen Oris- trankcnkassc des Saudkreifc» Gießen.

Morgen, den 13, l, R4S, findet in de» Landgen,einden des Kreises Gießen die Wahl der Perfili>erten zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse statt. Zu dieser Wahl sind, so wird uns geschrieben, zwei W c, h > v o r s ch l a g e ein­gegangen, Ter erste Wahlvorschlag, ausgestellt von dem Ler- sicherunngsamt für den Kreis Gießen-Land, verteilt die zu wählende» Ansschußmitglieder mit ziemlicher Regelmäßig­keit auf die einzelne» (Gemeinden, des Kreises und berück­sichtigt auch alle in Frage kommende» Arbeiterklassen und Stände der Versicherten, lSchreiner, Zimmcrleute, Maurer, Bäcker, Schlosser, Handlungsgehilfen, Steinhauer, Polizei-, diener, Rechner usw) Nun aber der ztvcite Wahlvorschlag, der von seilen der sozialdemokratischen Partei einqercicht wurde: An Einseitigkeit hätte man keine bessere Liste zu­sammensuchen können. Tieguten" Ortschaften um Gießen herum find besonders stark berücksichtigt worden i Wieseck stellt nach dieser Liste allein IO Vertreter >, Sonst sind noch einige ^rtc in der Rabenau bedacht. Für de» ganzen süd­lichen Teil des Kreises sind nur 34 Vertreter ausgcnom - men. Einen interessanten Einblick erhält ,a» bei Durchsicht der in der sozialdemokratischen Liste ausgenommeiicn Ver­treter, In großer Anzahl sind Leute im Älter von 22 bis 23 Jahren aufgeführt So konnte es kommen, daß auf dieser Liste ein Vertreter gestrichen werden mußte, da er noch nicht volljährig war. Nun wird in den Landgemeinden des Kreises ei» von dem Vorstand des Geweriichastskartelles Gießen und Umgegendnterzeichnetes Flugblatt verteilt, mit schwungvollen Phrasen ohne Fnlgilt von Anfang bis zu Ende! Behauvtungei, werden aufgestellt, für die sich nicht der Schatten eines Beweises finden läßt. In den Landge­meinden kursieren Gerüchte, wonach ein in, Kreise Gieße., bekannter sozialdemokratischer Wortführer als (Geschäfts- sührer und Rechner der neugegründeien Kasse angestellt wer­den soll, damit die Vcrivaltung in dierichtige n" Hände komme. Darum alle national denkenden Arbeiter und Ange­stellte! Aus zur Wahl! Tie vielen Fälle sozialdemokratischer Mißwirtschaft braucht inan wohl nicht alte auszuzählen. Um zum Ziel zu gelangen, haben die Sozialdemokraten säst » u r Leute genommen, von denen mau weiß, daß sic iiaü, der Pseise eines Wortführers tanzen. Es ivärc Ironie, dann noch von einer richtigen Wahrung der Interessen der ar­beitenden Klassen zu sprechen, Wer also will:

1, daß die zu wählenden Vertreter regelmäßig aus die Gemeinden des Kreises verteilt sind:

2, daß alle Klassen und Stände ihre Vertretung finden:

3, ,daß Gewähr dafür vorhanden ist, daß bei Vernuft- tung der Kasse und Führung der Gescküistc des Ausschusses ruhige und nüchterne Beurteilung statlsindet und

4, daß die Kasse als solche nicht zu einen, volitischen Zankapsel wird, der muß uud kann seinen Stimmzettel nur für den Wahl Vorschlag Nr, l obgebe»,

*

"Tagcskolcnder litt Minwoch, 14. Jan. Stadl- lhcater: .Des Meeres und der Liebe Welten'. Anlang 8 Uhr,

A t a d e »I, j ch e r Dürerbund: Dantes Göttliche Koniödie Stielenbalee, Tcfellschaüsverein, 8 Uhr

** Von der neuen Reichsbankstelle. An, Mon­tag, 19. Jan,, scheidet die Reichsbanlnebenstellc Wetzlar ans dem Bezirte der Reichsbankstelle Koblenz aus und ivird der Gießener neugegründeien Reichsbanlstcllc zugetcili. Sie wird außer der Nebenstelle Wetzlar noch die Neben­stellen Marburg a, d, Lahn und Friedberg i, Hessen umfassen,

** Vom Stadtthcatcr wird uns geschrieben Tie am Freitag stattsindendc Feswuitührung des Streckcrichen Säwuipiels Die hu m bol d t i a n e t" zur Er inner»,>q au Gießens Erleb­nisse vor 100 Jahren bietet, da ganz auf hiesigen, Boden fviclend

starkes lokales Interesse, Ter erste Akt spielt in einem Saal des

HotelsEinbvrn", der zweite Mt bei. der Heuchelheimer Für den dritten Akt, d^r mtt dem M^ktpla^ vor lief)* geht, ist r'on Delioration^maler Vollmann eine besondere Dokoratron tzerge-- stellt worden. Der vierte Akt jpidt in der Privatrvolmunfl des Professor Hegar und der fünfte effektvolle 3drtuü«ft i>or der nicht mehr existierenden Aurgfircke Tie Proben, die unter x.n= tun# von Oberreflissenr Dworkorvski stehen, lassen eme wirrungs- rvlle Aufführung erivarten. Die bekannte Xinjcnn fecnt Mahesa, die am Montag ein einmaliges Galt)prel qiot, orctet in ihren exotischen Tänzen äußerst eigenartige und hochintcrelwnte Tüldcc Tic Tänzerin feiert zur Zeit in Berlin Triumphe »nd ihr Bild ist gegenwärtig in den meisten illustrierten Zeitschriften zu stnden, To - Ggst,viel, das erst nach I ingeren Berhaiidlungen ermöglicht lourde, kann, da es eine wirklicktz: Sehenswnrdcgkctt

bringt, warm cmpsohlc» werden. , .,

" Tee Theaker-Veret» sck'-reibl imS: Nach en, dt» Aussührnng der .Walküre' in, leinen Winter in so vortresslichee, auch neulich hoch besriedigender Weile verlaicken »«. beabfichtfqt der Theaterverein, auch in diesen, Winter wieder eine oea-w Over von Richard Wäger zn geben und hat dazu den »Lohengrin gewählt. Die Vorstellung soll an, Freitag, de» 2 8. d s. Alts, durch das Personal des Tarmllädter hvktbeaters staitkliideii, Es kau», nötig, zu bemerken, das; die Koüen einer .Loheng,in" Aussührnng ganz gußerordentlich doch sind, so dgß die E nnalnnen unmöglich die Ausgaben decken können. Es gelten deshalb, NN', dgs zu erwartende Defizit wenigstens etwas zn mildern, erhöhte

Preise,

" Einen Beinbruch zog sich am Dienstag in einer

hiesige» Maschinenfabrik der 17 Jahre alte Arbeiter Otto Dorniehl ans Klein-Linden z». Er war an seiner Arbeits­stelle durch einen Sturz z» Fall gekommen.

"Von, Z » g e ü b e r s a h r e n. Beim vorzeitigen Ab­springen von einem Eisenbahnzug geriet der jugendliche Babne.rbeitor Albert Kemvser ans Rodenbach unter vic Räder, Er ivurde überfahren und starb bereits auf den, Wege nach der Gießener Klinii.

** Kleine Mitteilungen, Ein B i l d c r s ch w i u d l e r hat in der Butzluicher Gegend sein Wesen getrieben, Biele, Leute sind aui den Leim gegangen und baden Anzahlungen geleistet, Tos Töchterchen des Bihnbcamten PH, Reinschild zu Mör­felden stürzte in einen Kessel kackender Seisenlaugc und verbrühte darin zn Tode, Ter neunjährige Sohn des Maurers Sebastian Koovcl ro» Alzenau fiel in die zurzeit hoch angcschwollene Kadi und eiirank. - In der EisenerzgrubeRolland" zu H er­born büßte der 18j,Ihrige Bergarbeiter ThciS durch einen un­glücklichen Sturz von einem hohen Gerüst sein Leben ein,

Kreis Alsfeld,

L. Alsfeld, 13. Jan, Ter Kriegcrverei n hielt unter Leitung des Vorsitzenden Schade seine Hauptver­sammlung ab. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein 300 Mitglieder (gegen 29! in, Vorjahre). Tas Gesamtvrr- mögen beträgt ll>00 Mk,, der TenkmalsfondS weist 2247 Mk. auf, Tie Versammlung beschloß, dem Jnngdeutsch- landbnnd mit einem Jahresbeitrag von 10 Mk, beizii- trcten, Ter Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt,

. Romrod, 13. Ja», I» die Häckselmaschine geriet der Schüler K, hvlzer in Rnhltirchen, die Hand wurde schwer verletzt. Es trat Starrkrampf ein und der Knabe st a r b.

Kreis Schotten,

sl. Schotten, 14. Jan. In der Nacht zu», Mittwoch brannte in Schotten das Rheinische Kaufhaus von George Reißen weder vollständig nieder. Die Ur­sache ist noch nicht bestimmt scstgcstellt worden, doch ist das Entstehen aller Wahrscheinlichkeitach ans einen über­heizten Ofen zurückzusnhre». Ta niemand im Hanse war, ist kein Ptenschenlcben zu beklagen, Das Feuer wurde erst um 2 Uhr entdeckt, nachdem es augenscheinlich schon um 8 Uhr abends begonnen hatte. Da die Wasserleitung in gutem Zustande war, konnte der Brand von der Schottener Feuerwehr nach kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt werden, wodurch die anliegenden Häuser, die in sehr großer Gefahr schwebten, gerettet wurden. Rur ein naheliegender Stall ist angebrannt.

Kreis Frieöberg.

^ Vilbel, 13. Jan. Wie verlautet, hat eine Frankfurter Dame -einem hiesigen Mädchen, das bei ihr lange in treuen Diensten stand, ein Kapital von 25 000 Mark trftamen» tarisch <vcr m a ch t.

Starkenburg und Rheinhesseu. m, Os send ach a, M,, !4. Jan. Eiestern nachmittag fand enie nichtöffentliche Stadtverordneten- s i tz u » g statt, die sich mit der Frage der Geldbeschaf­fung für die Ausführung der kommunalen Arbeiten be­faßte, Rach längerer Beratung wurde einsttmmig beschlossen, von der bereits beivilligten I4-Millimreii-Mark.Anleihe sieben Millionen zum Kurse von 92.85 Mk. zu einem och festzulegenden Zinsfuß zu begeben, Tie Aufnahme dieser sieben Millionen erfolgt bei einem aus sielnn Bank instttuten bestehenden Banlkonsorriuni, an dem a, die Bant für Handel und Industrie in Darmstadt, sowie die Nativnaibaiik in Berlin mit je 27V» Prozent, sowie fürs hiesige Banthaus I, Mcrzbach n, Eo, mir 5 Prozent an den 7 Millionen beteiligt sind,

>n Osfenbach, 14, Jan, Schrecklich verbrannt wurde heute morgen der 43jährige, verheiratete Heizer Joteph Scheindörfer, der bei der Firma Becker u. Co, im Stadtteil Bürgel beschäftigt ist, Bein, Anheizen des Dainpslesselö flog auf bisher unaufgeklärte Weise ein Ventil heraus und durch den ausstrvinenden Dampf wurde der Bedauernswerte am ganzen Körper verbrüht. Lebens­gefährlich verletzt wurde er ins Krankenhaus ge­bracht.

Hessen-Nassau,

li. Stand net a, M 18. Ja». Der trübere 2, Bürger­meister Franklurl-5, Geb, Regicrungsrai Tr. Adoli V a r r e t r a pv feiert om 18. Januar seinen 70. Geburtstag. Er hat sich »IN die Finanz. »ad Bodenvolitik der Stadt besondere Verdienste erworben Am 1. Januar 1807 trat er In den Ruhestand.

Gedenket der hungernden Vögel!

verelnrnachrichtn».

MitteldeutscherSänzervcrband, Ter Mittel­deutsche Sängcrvcrband hält seine diesjährige Bcrbandsvenamm- lung -am nächsten Sonntag, den 18, Januar, nachmittags 3V Uhr im Hotel Viktoria hier ab. Die Tagesordnung umfaßt hauptsäch­lich gcschastliche Angelegenheiten, Der Verdandsvrnämmlung geht um ,3 Uhr eine kurze Vv rst an ds si tz u n g ,m glcichn, Lokal voraus.

LanSwirtschaft.

L a a t a n e r k e » n u n g, Tie ungünstigen Witte- rungsverhältnissc des letzten Jahres hatten zur 'Folge, daß die Ernte der Gctreidearten nicht immer in vollkom­men einwandfreier Weife geschehen konnte. Es wird daher in größerem Maße als sonst der Landwirt gezwungen sein, sich einwandfreies Saatgut zu beschaffen. Die größte Ga-

rantee in dieser Beziehung hat der Landwirt, wenn er nur anerkanntes Saatgut sich beschafft. Aber nicht nur bei @e- treibe, sondern besonders auch der den Kar tvfseln ist dir Auswahl der Bezugsquelle von großer Wichtigkeit, Gerade heute, wo die Frage der Svrtenechtheit und Sortenreinbeit sowie das Auftreten der verschiedcnstei, Kranthetten bet den Saatkartosseln außerordentlich wichtig ist und oft zu nnlieb- samen Nacküeilen für den Landwirt führt, ist die Verwendung von anerkanntem Saatgut in erster Linie in Betracht zu zechen. Durch dieses wird ihn, die höchste Garantie gegeben, welch«' heute aus diesem Gebiete geleistet iverden kann, da die Fcldbestände einer Bestchttgung unlerworsen werden und so sestzustellen ist, ob die Bestände gesund und sortenrcin sind

Gericht»?««».

Der Gistmordprozei; Hovf.

^lFranksurta, M,, 13, Jan,

Die Verhandlung gegen den Gistmörder Hopf Ivird zmrächit

nnlcr Ausschluß der Oeiscntlichkeit weiter geführt, Es werden zwei Zeuginnen vernommen, zu denen der Angeklagte in sadistüchen und masochistischen Beziehungen gestanden hat.

Nach Wicdcrzulaniing der Ocssentlichkeit wird Kriminalinspck tor v, Salumoi, als Zeuge aufgerufen, der bekundet: Ich erhiell von der Siaatsailwaltichait den Auftrag, den unter dem Verdacht des Gifttiwrdoerlückis stehenden hooi zu heobachtcn. Er wurde zu­nächst daraufhin beobachtet, ob er bei leinen Betuchen im Kranke» hauic seiner Frau Eist in die Speisen tat. Doch führte dieser Weg zu keinem Ergebnis, Als die Frau als gelzeilt entlassen toerden solile. nahm ich im Einverständnis nnt der SraatSanwaltichai« den Angeklagten fest, da die Fra» entlaisen werden mußte und wir sic nicht einem erncirten Vcrgiftungsversuch durch de» Angc- llagten aussetzen ivollten. Die Berhastmig mußte sehr vorsichtig rrsalgen, damit hops keine Möglichkeit zu einem Zelbstmordverluch hatte. Ans der Polizei ronrde er genau durchsucht, und man saud ein Fläschchen Zyankali, Er sagte zu mir: ich würde das Zyankali genommen bade», >»en» Sic nicht 10 schnell zugegrisscn hätten! Das ha ln ich natürlich als ein Eingeständnis keiner Schuld aui gesoßt, .Sogleich nach der Verhaltung des Angeklagten habe ick in seiner Wohnung ein- Haussuchung vorgenomnieu. Es wurde eine Reibe von verschiedenen Giften und Bakicricnkulturen bcschlag nahmt, ferner Stcaigcsetzbiichcr, sadistische Literaturnd Gcgcn stände, die zum masochistischen Gebrauch bestimmt waren. Bei de» Feststellungen ergab >ich, daß sich der Angeklagte zurzeit in nickt gerade glänzenden Vermögensvcrhältniiien bcsaud. Ich hielt idm vor, es iei dock auiiällig, wenn er bei sonsickieren Einkünfte» eine so hohe Versicherung auf seine F:au eingegaiigen sei. Der Verbrecher hielte. Ich envwcrte ihn,, daß ich tatsächlich Verdacht Angeklagte wurde unruhig und ftagtc, ob ich ihn etwa sür einen hätte, er lmbc die Hohe Versickerung seiner Frau nur zu den, Zweck cingegangeu, um seine Frau zu vergiften und sich dann in de». Besitz der Versicherungssumme zu setzen. Der Angellagte schwieg einte Weile,ud fragte dann nach der Höhe der Strafe, die ihn trcssen könne, wenn cr das nfirllick, getan hätte. Ich ließ ihm keinen Zweitel darüber, daß er schwer bestraft werden würde. Nun gab der Angellagte nicht ohne weiteres zu, seiner Frau Giit bcigcbrackit zu lmben, sondern nur stück.veise. Zunächst erllärte ei, er habe seiner Frau ds>s Gift aus Vcnöehcn cingcgcben. Tann gab cr zu, daß er das Gift absichtlich gegeben habe, Tann behauptete er wieder, er habe nicht mehr gewußt, une er es getan habe, er sei durch alle möglichen Vorkommnisse deprimiert gewesen. Weiter gab er -zu, daß cr lnc Absicht hatte, die. Frau zu töten und daß er diesen Entschluß schon vor der Hochzeit gefaßt lmbe. Er wollte sic hei raten, hoch vcrsickwrn und dann ermorden. Bors,: Gab de: Angeklagte zu, seiner Frau bestimmte Gifte gegeben zu haben?

Zeuge: Jawohl, er ivrach von Digitalis und davoii, daß er ihr 4 Wochen vorher Arsen gegeben habe, Bors.: Sprach der Angeklagte auch von Bollericn? Zeuge: Nein, damals noch nichi.

Borj,: Angeklagter hopf, ist i>,s alles richtig? Ang,: Mir ist in der Aufregung alles entfahren, Bors,: Sic babcn zuge geben, Jluer Frau Arsen gegeben zu lmben? lfingekl,: Jawohl, aber nicht in der Absicht, mich in den Besitz der Vcrsichermrc,. fuinnie zu setzen, Bars,: Welcher «ürand lag dem, vor? An gell,: Tas kann ich ohne weiteres nicht sagen, es lagen da nngllick lichc Verhältnisse vor, Vors, izum Zeugen v, Salomon): Kanu der Angeklagte hops i» einer momentanen Auiregung sei» Ge ftändnis abgelegt haben? Zeuge: Nein, im Gegenteil, Als ick ihm das Schlußprotokoll vorla:, hatte sich ein kleiner Jrttum ein aejchlichen, ,Es stand darin, cr hätte »ach der Hochzeit den Eni schluß gefaßt, seine Frau zu löten. Ich verbesserte das Protokoll dann, - Vors,: Was sagen Sie dazu? Angell,: Ich muß mein Geständnis von damals berichtige». Ich hatte nicht die Absicht, 'meine -Frau zu töte», Ivenigftcns nicht vor der Hochzeit,

Nächster -Zeuge ist Untersuchungsrichter Landrichter Dr. Ru hl. Der Zeuge bekundet, daß der ?l»geklagle ihm gegenüber das G>' ftändnis, das er dem Kriminalinspektsr von Salomon abgelegt hatte, aufrecht erhielt.

Auch dem Zeugen LandgcrichtSrat Düring gegenüber hat der.Angellagte ein Geständnis abgelegt.

Darnach wurde wieder dir Oessintlichkeit anSgesckßossen, wovr»: die Mittagspause cintrat.

In di'r Nachmittaqssitzuilg wurde ;IInächst die Stiesmntter der ersten Fra» des Angcllagren Frau Lauen heuet vernommen, Bors,: Ihre Tochter ist schon vor 1902 krank gewesen? Zeugin: Ja,

Bors.: Sie baden Ihre Tochter vo» Franks»rt aus besucht?

Zeugin: Jawohl, das Ehepaar lebte in Nicderhöch-

stadi, Twriitzende,: Wie sab Ihre Tochter aus?

Zeug.: Tie sah garuichl krank auS, sondern im Gegenteil blühend. Sie hatte glänzende Augen, ich dachte daher, häkle hohes Fieber, dock, war das nicht der Fall, Vors,: hat der Angeklagte Ihre Tochter gepflegt? -- Zeug,: Jcmwhl, er bat die Nächte hindurch gewacht bei ihr. Meine Tochter hat ihren Mann außrrordeni lick, wegen seiner grnen Pftege gelobt. Vors,: Ist davon die Rede gewesen, daß Ihre Tochter in ei» Krankenhaus soljte? Zeug,: Jawohl, Hovf wollte das aber nicht, er sagte, er sei nicht so herzlos, um seine Frau ins Krankenhaus zu geben. Vors : hat Ihre Tochter Arzneien bekoinüN'N? tleug,: Jawohl, ihr Mann gab ihr welche.

Vors,: Waren Die auch bei dem Tode Ihrer Tacklir zugegen-

Zeugin: Jawohl, als ich aber ankam, war sic bereits bovußt los, Bors,: Haben Sic eine Verfärbung der Haut benrcrkt? Zeug,: Nein! Bors,: Auch nicht an der Leiche? Zeug,: Nein,

Vors,: .Hat Ihre Tochter Arsen als Schönhcitsnnttel eilige nommen? Zeug.: Das ist ganz aiisgeschlossen. Meine Tochter war, was ihr Aenßercs anlangte, sehr- gleickmülttg, von Eitelkeit war nichts an ihr, Angckl,: Ich bleibe dabei, daß meine Frau Schönheftspillen genommen har, Zeug,: Das glaube ich nicht, das ist gelogen,

Frau Grill aus Niederhöchstad, war eine Nachbarin des Hopf »nd kannte die erste Frau des Angellagte», Tie Frau habe ihr erzählt, sic habe sich bei der Hochzeit den Magen verdorben und kränlle seit der Zeit, Hopf habe viel selbst gelockt, so namcni lich abends einen Griesbrci, den cr selbst seiner Frau gab, Ka­tharine Feld bekundet, daß die Verhältnisse des ?lngcllogt,ai sehr ärmlich zu sein schienen, Frau Haber hat die F-nau während ihre,' Krankheit beobackfiet, Tie Itzitte gleich den Der dacht, daß es bei der Krankheit nicht mit rechten Dingen zugehe, Tic Zeugin hat auch die zweite Fra» gekannt und zwar schon als Mädchen, Sie war rin junges blühendes Ding, Sic habe dem Mädchen mich abgeredet, daß es den ölugrttaqten heiraten wollte. Das habe sic auch der Mutter des Mädchens gesagt. Die Muftm habe aber erwidert, das föerode über Hopf fei llniinn, es sorkcke voraus nur der Neid, weil ihre Tochter eine gute Partie mackie, ... Praktischer Arzt Mehlcr wird als Zeuge und Sachve, nandiger vernommen. Im Septemdm 1902 hat der Zeuge al- Verttaucnsarzt der Vcfticktz'ruugsgesellsckmftAtlas" das Elwpaa, genau unicnuchtnd ist zu den, (fiutachteu gekommen, daß beide völlig gemnd Men, Er war daher völlig verblüff,, als er hörte, daß die ,trau zwei AAonalc später tot war, Tas Tekiionsvrotvkvll ergab, daß ne an einem dleschivür gestorben war,

Sachverständiger Tr, FortIa II n -Kl, Schwa! bach) hat die erste Frau des ?lgcllagM, behandelt, Tic Frau