ffntfduojien, diese ^rta^eii auf dein Wege der Gesetzgebung zu lösen, ohne in dem FriedenSvertrag eine Vcrpfliclstunz der Türlei gegenüber zu übernehmen.
An» liessen.
Bau einer elektrischen Straßenbahn in Oberhessen,
Abg, Jouy Hai in der Zweiten Kammer folgenden Antrag cingebracht:
Die Kammer wolle beschließen, Großh, Regierung zu ersuchen, den Landständen einen Gesetzentwurf borzulege», welcher auf Grund des Gesetzes vom 26, Mai 1884 usw, usw, den üblichen Staakszuichuß Vorsicht für den Bau einer Elektrischen Straßenbahn znnl Transport von P e r s o n c n, E i- s e ii b a h n st ü ck a u t, P o st v a k e t g n t und l a n d w i r t s ch a s t l ich cm M a r k t g u t von und zu den Bahnhöfen der Main 'Deserbahn in Bad-Nauheim und B u^tz b a ch an und über die Ortschaften N i c d r r --M ö r le n, Ober- Mörlen, Luftkurort Zieqenbera, Lange nhain, Zauerbach v , d, ,tz ,, H o ch »W e i s e l, O st e i m und Nie d c r - W c i s e l.
In der Begründung heißt cs:
Bereit» bei Tagung des 33 Landtages Hai der llnterzeichnete und 17 Genoffcn, Mitglieder aller Parteien des Landtages, den Staatszuichikß zuni Bau einer Botlbahn von Butzbach nach dem Luftkurort Ziegenberg beantragt — TrucksMr 142 de» 33 Land trags —, dieser Antrag kam >edoch wegen Schlusses des Landtags nicht zur Verhandlung, ^
Eine Wiederholung des Antrags bei Tagung deä o4. ^.and- tags wurde von hem Unterzeichneten verschoben, weil während- bem die Absicht bei ibm in den Vordergrund trat, den prennilchen Staat, tcn an die hessische Gemarkung Ziegenberg anstoßend nr Nachbarstaat, zu bewegen, einen Anschlußbahnbau in der Richtung nach den Städten lliiiigen und Idstein varzusehcn. Diese Vor- sehung ist nunmehr aber einesteils, weil der vreußischc ruaat die Strecke von Ziegenberg nach Usinocn, an welcher nur ciiiige alte Mühlen vorhanden sind, für den Bahnban zu unrentabel ansehcn dürste, anderieits erklärt haben soll, er habe notwendigere Strecken zu bauen, als gerade diese, und dann auch wohl, ivcrl die all- gemeine Geldlage den Unternehmungen für größere Bahnkanten sür lange Jahre ungünstig ist und an solche kostspielige Bahnbauten niemand herantreten will.
Unter diesen Umständen >iiid in Erwägung, daß die Bevölkerung de» iäesscnlandes zwischen Butzbach und Zicgenbcrg und Bad-'Aavhesm und Ziegenberg seit Jabr-ednien eine ibrc Gegend berührend,- Bahnverbindung mir der 'Main-Weser-Bahn ernrcbt und zur besseren Belörderung ihrer reichlichen und vorzüglichen lontwirrschaltlichen Produkte nach den Slblaßgebieten Butzbach— Gießen and Bad-stiauheim—Frankffirt a M, dringend bedari Il"d unter dici'eni Zwang schon nennenswerte Beträge für gener-llc Babnrorarbeiten vor Jahren an°g-wendet bat, dürfte eine Bahnverbindung mit genannte» Slalione» der Main-Weser-Bahn, wenn auch in Form einer w-niger kostspieligen Elektrischen Straßenbalm, Nicht mehr auffchiebbar sein.
Daran anschließend ist zualkich g-plant, B a d°N a II l, c i m int i t einer Ringbahn z u versehen, dnrcki welche die meisten öffentlichen Gebäude: der Perioncn- und Gülcrbahnbof, die Badehäuser, Trinkauellen, das Zanderinftitut, die Post, das Spital, der Stadtniald. die Artotheken die Bürgermeisterei, der Wrchenmartt, das Poliieiamt, das Kurhaus das Amtsgericht, der Johannisberg, das Teichhai,s. daS Konitzkiftfft uiw, in leicht er- äelichbare Verbindung gebracht werden, Abg, Joun fügt hinzu, die Elektriswe Straßenbahn fei in der Lage, durch Abnahme des Stromes von der Elektrische» Zentrale Wölfersheim einen staatlichen Betrieb rentabler zu mache»
Eine sozialdemokratische Anfrage,
Abg Adelung stellte an die Regierung folgende Anfrage:
Ist der Regierung bekannt, daß die Direktion Mainz der Preuß -hessischen Eifenbabnverwaltung den Bezirksvorfidenden des „Verbandes deutscher Eisenbabnbandiverker und -arbeiter (Sitz Berlin " infolge seines Eintretens für die Interessen der Bahn- bediensteten nach 15 jähriger Tätigkeit entlassen hat? Ist die Großh Regieniiig in der Lage und gewillt, bei der Eisenbahn- äwrwaltnng Schritte zu iinternchinen, um die Rechte der Arbeiter zu ioahren?
-ö, Stangenrod, 10. Ja», Gestern abend hielt der Berbandsrediier des Bauernbundes, Gu ßm ann--Gber- stadt, von Weitershain kommend, bei Gastwirt Schäfer einen Bortrio, Er sprach », a. über Wehrsteuer, KandidaGnsrago und Arbeit des Landtags, Da aber der Vortrag schlecht besucht war, kürzte der Poriragende seine Ausführungen ab.
ventscbe» Reich.
Im preußischen Herrenhaus wurde der Antrag Tr. Graf Porck v. Warten bürg mit 185 Stimmen angenommen, der die Regierung ersucht, im Reiche dahin zu wirke», daß der Stellung Preußens, ans die cs seiner Geschichte wie seinem Schwergewichte nach Anspruch hat, nicht dadurch 'Abbruch geschieht, daß eine Verschiebung der staatsrechtlichen Verhältnisse zuungunsten der Einzel- staat-n Platz greist, Herr v, Bethmani,-Hollweg hatte selbst das Wort ergriffen.
Aurlanv.
lieber das Befinden des Königs von Rn- manien wird berichtet: Der König leidet seit einigen Tagen an Grippe, Nasen-, Kehlkopf- und Luströhrenkatarrh, Vorsichtshalber hütet der König das Bett.
Arbeiterbewegung.
Degen eines großen Eise „ bahuarbeiter - Ausstandes in Südafrika ist die Bürgenvehr in Kapstadt mobil gemacht ioorden. Auch die wassenfähigen Bürger in Natal und Oranje sind zu der Zahne berufen worden Ter Ausstand, der schon einige Tage dauert, ist noch nicht allgemein.
An» StaM und Land.
Gießen, 12. Januar 1914.
** TageSkalender für Montag, 12. Jan. Verein f n r 2 u > ts ch i k 1 ah r t, Vortrag de» Direktors Otto Neu », nun: 1. .Tie Wertlosigkeit des 100 m langen SchlevpleilS'. 2. .lieber BaNoniührung", Im Hörsaal des physikalischen Jnstitnls, Abends 814 Ube.
T r i n k e r i n r I o r g e st e I l e sür Stadt und Landkreis Gießen, Gießen, Asterweg S, Sprechstunde: Jede» Dienstag abend von 6'/,—8 Uhr.
** V o in städtischen G a s >v e r k Ter töosverbrauch ist im Rechnungsjahr 1912/13 aus 2 180880 Kubikmeter gestiegen : er verteilt sich wike folgt: Leucht-, Koch- und Heizgas 1 543 451 Kubikmeter, Motoren- und Jndustrieheizgas 118163 Kubikmeter, Gas zur Füllung von Luftballons 3430 Kubikmeter. Straßeribeleuchtung 286 40l Kubikmeter, Selbst, verbrauch. Derdichtung und Verlust 232 435 Kubikmeter, Tie stärkste Abgabe war an, 14. Dezember 1912 mit 9750 Kubik- meber, die geringste am 26, Mai 1912 mit 3360 Kubikmeter, ■Vcr durchschnittliche Tagesbedarf betrug 5975 Kübikmeter gegen 5912 Kubikmeter im Vorsohr, Am 1 April 1913
ivareu 4689 Gasmesser mit 20 461 Alammeu vorhanden,
16 Maschinen mit 79 Pferdestärken wurden mit Gas an- getrieben. Die Straßenlaternen wurden im Betriebsjahre um 28 vermehrt, Ihre Zahl betragt 919 m,it ,971 Flammen, davon sind 113 Laternen mit 133 Flammen seit Ein jührung der Bogenlichtbeleuchtung ganz außer Betrieb, 16 Laternen stehen in Straßen, die noch lischt ausgebaut sind. Sämtliche Gaslaternen sind mit Fernzündern versehen, Zn den Eichgärten kwird »och eine Petroleumlaterne unterhalten, — Zu der Herstellung des Gases wurden .5580 Tonnen Ruhrkohlen und 1464 Tonnen Saarkohlen verbraucht. Am Schlüsse des Rechnungsjahres waren aus dem Gaswerk noch 1207 Tonne» Kvhlen vorrätig. Aus 1 Tonne Kohle wurden gewönne»: |309,0 Kübikmeter Gas (im Boriahre 299,7 Kubikm) 709,2 Kilogramm (709,0) Koks, 61,1 Kilogr, (55,7, Teer und 89,2 Kilogr, (67,7) Ammoniakwasser, Tie Länge des Hauptnetzes betrug am 1, April 1913 42 263 Meter, die der Haus- nnd Laternenzuleitungen 21524 Meter, zusammen 63 787 Meter, Trr obere, unreduzierte Heizwert des Gases betrug im Jahresdurchjchiiitt 5607 Kal, Kubikmeter, das spezifische Gewicht war 0,415, Die Straßenbe» leuchiung erjoroerie 42 494,35 Mk, sür Gasbeleuchtung und 193,45 Mt, für Petroleumbeleuchtung, Der Verbrauch des Gase- zur Straßenbeleuchtung ist um 22149 bezw, 2847,51 Mark infolge der elektrischen Straßenbeleuchtung zuruckge- gangen: die Unterhaltungskosten der Gaslaternen gingen um 3008,84 Mk, zurück, letztere Ersparnis ist hauptsächlich der Fernzündanlage zuzuschreiben. Eine Nachtlaterne brannte 3923 Stunden im Jahr und kostete einschließlich Glühlorperersatz usw, 70,80 Mk,, eine Abcndlaterne brannte nur 1880 Stunden und kostete mit allem 41,91 Mk, — Das wirtschaftliche Ergebnis ist recht zufriedenstellend. Nachdem an Zinsen 26 163,65 Mk, gezahlt und an der Schuld 30 000 Marl (das sind 5,37 Prozent vom Schuldlapital) abgetragen wurden, verblieb ein Reinüberschuß van 112 048,48 Mk Derselbe übertrisst den vorjährigen um 9600,23 Mk, und den Voranschlag um 15822,48 Mk', Die aus dem Werk lastende Schuld betrug 578 638,24 Mt,
" Die Z ohlenfördcrnng des Großherzogtums für da§ Jahr 1913 belief sich auf 428 655 Tonnen. Hiervon wurden 30 422 Tonnen im Rohzustände (zum größten Teil an eigene Werke) vcrkanst, während der Rest zu Briketts, Naßpreßsteincn und Schwelereiprodukten verarbeitet wurde. Erzeugt ivnrde» insgesamt 24 281 Tonnen Braunkohlenbriketts und 23 506 Tonnen Naßpreßstcine Dcr Gesamtwert aller in Jahre 1913 geförderten Braunkohlen einschließlich der daraus crzcnaten Briketts und Raßpreßsteine beziffert sich auf rund 860 000 Mark.
— L o h n a ii s b cs sernn g von Ba sin unter Haltung 8- arbeitern. Aiij Wiinich von Balinunterbaltuiigearbeitcrii der Bahnmeisterei 5 (Gießen) gab der ReichrtcigScibg Dr. Werner vor einiger Zeit unter entsprechender Besü» ivortnng ein Gesuch um Lohnaufbesserung an den Minister der öffentlichen Arbeite». Daraufhin sind, wie die Königl. Eiscnbabndircktio» iinlcri» 8, Januar inittcilt, die Löhne der genannten Arbeiter, soweit hierzu ein Bedürfnis anerkannt iverden konnte, mit Wirkung vom 1. Januar aus- gebessert worden.
* 4 Meisterkursus. Da in diesem Frühjahr sür die Provinz Oberhessen noch eine außcrtcrniinlichc Meister- Prüfung stattsindct, hat der hiesige Ortsgcwerbevercin einen Dorbcreitungskursus eingerichtet, der gestern von dem Vorsitzenden in der Gewerbeschule eröffnet wurde. Die Leitung hat Reallehrer Haggenmüller übernommen, den Architkt Garnon und Reallehrer Appel unterstützen,
** Der OrlSgcwerbeverein hielt am Samstag abend eine anßerardeniliche Mitgliederversammlung in dem GewerbehnuS ab. Der Vorsitzende widmete einleitend dem verstorbenen Handtvcrkr- kammcr-Tyndikus Enge Ibach einen Nachrui, Tann wies er mit einen am 3. Februar slansindende» Varicap über das Emzielie» von Ansslände» hin, den Teiaillilien-, Kanimcinnischer und OrtS- gewerbeverein gemeuischaillich veranslallelen und machte Mitteilung über den Stand der Vorbereitungen lnr die Krankenkasse n- wahl. Bei der Wahl für den Bezirksverband wurden die bisherigen Vertreter L. Petri II„ E, Berg feit-, M. Dörr nnd Tr, tkrausinüller wiederaewähkt, ebenso für den LaiideSaiiSschnß de? LandeSqewerbevereiiis Tr. KranSmüller als Milqlied und H. Winn als Stegvertreter, Es wurde sodann nach einem Hinweis ans die Lauierbacher Tagung des LandeSgewerbevereinS be- >ck,lassen, a» den Stadtvorstand eine Eingabe ivege» Aushebung des städtische» GnternnisaystempelS und der Z Nivachsste » er zu richten,
** Stadttheater, Die Bolksvorstellung von „Des Meeres und der Liebe Wellen" am nächsten Mittwoch ist die überhaupt letzte Aufführung dieses Grillparzerichen Werkes, — Zwei interessante Gastspiele bringt noch dieser Monat: am Montag den 19. Januar gastiert die berühmte Tanzkünstlerin Teilt M'ahesa in ihren exotischen Tänzen und am Sonntag den 25, Januar der Kgl, Bayerische Hoffchauspieier K o n r a d Dreher in der Bauernvasse „Jägerblnt": Für diese beiden Gastspiele gelten die ErmäßigungSkuponS,
** DaS Oberhessische Muse u m und die G a i l - schon Sammlungen haben sich im vergangenen Jahre vor- trefflich entwickelt. Die Abteilung „B ö l k e r m II s e u m" hat durch die Expedition nach Pamir hervorragende ethnographische Er- irerbungen z» verzeichnen, bic bereits dem Pubiikiini durch den Forscher Dr, v, Schulz selbst im Verein sür Erd- nnd Völkerkunde und durch Pros, Tr, TieverS im Museum erläutert wurden. Die Schenkung deö Pros, Dr, Koch-Grünberg bedeutet sür die jüdameriianischc Sammlung einen sehr eisreulichen Zuwachs, Aus dem Nachlaß des in Kamerun verstorbenen Dr, b o u n weiden^ebcnialls interessante Ethnographie« erwartet. Eine Sendung auS Samoa, sowie kleinere Ank:iuse und Zuwendungen sinden dcinnächst Ausstellung, - Das Museum n m Brand- v l a tz hat sich gleichialls beträchtlich vermehrt. Besonders zu erwähne» sind die Maschinen der auSsterbenden Hansindustrie in Oberhessen, bei deren Ankauf UNS das SachverstündiiiS des Oberlehrers Tr, Molz hervorragend unicrstütztc, Bon größieni wliienickastlicheii Wert sind die mit Ersolg gekrönten Ausgrabungen im Kreis Gießen, Im Holzheim er Ge- m r > n d e w a l d wurde ein Hügelgrab aus nrolithi scher Zeit geöffnet, welches eine Urne und eincir prachtvoll gearbeiteten durchbohrten Stcinhammer B.iialttckieser, enthielt. In der G e in a r l u n g Eber st,r d r förderte die Auidrckung b r v n z e - zeitlicher Gräber eine große Anzahl von Gesäßen und Bronzebeigaben zu Tage. Am alten itzambacher Weg stellte inan bei Verschleisungsarbeiten eine ausgedehnte S i e d e l n n g a u S b e m l, vorchrinlichc» Jahrhundert mit zahlreichen Wvhngruben, deren Oberbau ehemals zeliartiq war, icsi. Eigen- ®rtigc. fc1trrte_ itzefäße mit Verzierungen, die z. T. aus Fingermägel- emdrückeu bene hon, lonnien dem Boden entnonrmcn liierben. Von Meiailgegenitänden sanü sich leine Zmir Südwestlich von Eberstadt wurde schließlich «ine r ön> i s ch r B i l i o a u s d e n, d r i t t e n n a ch ch r i si l i che » Jahrhundert ireigelegt, die aus einer älteren Anlage -u,gebaut lpar Terra tigillata-Gesäße, gröberes Gcichirr, Euenterle (darunter die Spitze eines PilumS>, Briirnadeln und vieles andere konnte geborgen werden. Die im Juli 1913 erneut auigemndencn Zeichrnste,ne aus einem keltischen Grab -u, dem Trieb wurden auch vom Ausland eingehend besprochen Lehr crireulich ist der andauernde lebhaiie Anteil, den die Bewohner Gießens den beiden Aluier,'. die als ganz herporrageiidr DlliningSanstaltcn zu bezeichnen sind, eiNgegenbringen,
" L a S g e st r i q e Konzert u » i e r o r Regiments» k a v 1 11 e mit der LlebigShühe unter Leitung des Lbermuuk- ineisterS W. L ö b e r iand uor einem vollbejetzien Hanse statt. Ober - inusiknieiller Löber hatte ein vo>zügl,cheS Progroinn, zusaminen- geslellt. II. n. .1812 Ouvertüre Soimuelle' von P, TschaikoivSkn, grosic Tonbilder-Fantasie ans dem Musikdrama „Das Rheinoold' von R. Wagner, sowie desselben Meistere bericknnte Taniihäuser- Ouverinre, affeS Werke, die an den Alnsiler als auch den Tirigenlen grobe künstlerische Anlorderungen stellen, ES ivnrde alles ganz vorzüglich zur Anssührnng^ gebrach«, tzllich sämtliche Werke unserer G > e ii e » e r K o i» p o » i st e ii wurden schön wiedergegeben.
" Silberne ffachzelt leiern heule der Kutscher Wilhelm Bellen nnd Gemahlin, Soniiennraße 12,
"Ein Freiballon übeiflog an> Sonntag Oberheilen, Er Ivnrde in verschiedenen Orischgiic» gesichtet. In Reichel:, heim landete er um ',9 Uhr an der Straße nach Torn-Aisen- beini. Er war von 4 Offizieren beseht, Tic Insassen wallten, da ihnen die Gegend ganz lremd ivn , Erknndignngcn einziehen. Nachdem dies geschehen, stieg der Ballon ivleder ans und flog >„ der Richtung nach Bad-Nanheit» zu. Er war am Samstag ni» 4 Uhr »achniiltaqs in Berlin ausgestiegen.
" Eine ansregende Szene sviclle sich gestern um 12 Uhr gm Babnübergang in der Lieblgstraße ab. 9lach der Eia. inbrt des Fnldaer Zuge? öffitclo der Schrankenwärter no hmalc, nin enie Anzahl Leute dnrchznlassen, da der Zeitraum zwischen beiden Zügen eilahrnngsgemäsi sie!« inlndesteiiS 5 Dünnte» beträgt. Ob mm der Meldekontcilt versag! balle oder der Scbranleii- wärier die Zeit, innerhalb welcher der üielnhänser Zug eintreffe» mußte, »nterschähte sei dal,ing-lleilt. Plötzlich tan, der Zug herange- branst, bevor der Schrmckenivärer wieder schließen komne, Berzweilell riet er .tzlchliniq — Ack t»ng l* - aber drei ältere Tainen und ein Kind ivaren so in ihre Unterhalt,mg verlielt, daß sic hnchslählicl, nichlS höiten >»>> sahen, - Gegendainpl. Notügnal — ein Brnch- tcil einer Sekunde entschied über vier Menschenleben,
** Kleine Mitteilungen, Tic Kirche Stangen tob soll im vorderen Schiss durch elektrisches Licht wegen der Herrschende,, Dunkelheit während des Gottesdienstes erleuchtet werden, — Bei der Treibjagd in Gettenau wurden an, Sams tag von wenigen Schützen 101 Hasen zur Strecke gebracht, — In Neuastenberg ist ein aus einigen Offizieren, Unteroffi zieren und Mannick,asten bestehendes Militärkommando aus Köln eingetroffcn, um das Schneeschuhlausen zu üben, — Der 39jährige Arbeiter August R y b n i ck auS K örn gs- hütte war am Samstag nachmitiag aus dem Lffenbachcr stadi- krciiikcnhaus entlassen hotte, Nachdcni er wenige Stunden danach seine Barschaft in Alkohol umgesctzt hatte, belästigte er aus dem Hauptbahiihoi die Fremden, Bei seiner Fcstiiahmc leistete ec sr energischen Widerstand, daß er mit Hitsc znieicr Passanten, denen er in, Handgemenge die Kleider zerriß, gebändigt und in einem reauiriertcii Wagen ins Hastlvkal gebracht werden konnte, — Am Samstag wurde in der Osscnbachcr Zeinentsabril der Arbeiter Karl Ebeling durch einen 50 Zentner icktweren Kessel erdrückt,
Landkreis stsicßen, ck Lüieseck, 9. Jan, In der hemigen Gemeinde- r a l s s i tz u n g lvurden die 6 neu gcwcihlien Gemcinderats- mitglieder in ihr Amt eingeführt. Es ist dies die erste Sitzung, lvornn anstatt 9—12 Gemeinderatsmitglieder teil» nahmen, welches durch das Steigen der Eimvohnerzahl auf über 3000 bedingt ist. Es ivurde von, Vorsitzenden ein Schreiben der Hess, Landeshhpothekenbank verlese», worin sie zur Ausnahme von Aktien auregt, und beschlossen, .500 Mk. seitens der Genleinde zu zeichnen. Ferner wurde beschlossen, das alte Rathaus im Fachwerk weißen zu lassen, alles übrige Reparaturbedürftige soll instand gesetzt iverden. Zu dem Gesuche des Vereins vom Roten Kreuz um Beitritt der Gemeinde als Mitglied beschloß der Ge- incinberat, alsbald den Beitritt der Gemeinde als körperschaftliches Mitglied zum Hessischen Landcsverein vom Roicil Kreuze mit einem Jahresbeitrag von 15 Mk, zu veranlassen.
(! Leihgestern , 19. Januar, I» der G e nt c i u b e ra t § - sitz» ii g eriolqte zunächst die Einsührnng der neugewählten Mit glieder Wilhelm Jung IV,, Kail Luh nnd Wilhelm Schäler. Dem Voranschlag über die Errichlnng eines erhöhten Fnßsieige-: nach dem Bahnhoi wird zuqestimiiil. Die Kosten sind mit 3300 'Kt. veranschlagt, woran die Gemciiide zu einem Drittel beteiligt ist Ferner ivnrde» sechs Verlreler zur Kreist agsivahl bestiiinni Ter Noranlchlag sand Eleiiehmigiiiig.
m Münster, 10. Jan. Heute starb der Altbürger- mcister Gvntruni I. im 88. Lebensjahre. 27 Jahre war er als Bürgermeister tätig.
— m Hungen, I I. Januar. Auf Beranlassung des Hcff. Bolksschriitenvercins, eines Bereins zur Bekämpfiinct der Schundliteratur, findet von heute bis einschl. Dienstag abend ini oberen Saale der alten Lolksschulc eine Ausstellung von Bildern verschiedenen Genres statt. Die Bilder sind von gediegener künstlerischer Aussührung. Ein- Tambolaverlosung findet im Saale statt, wodurch es jedcin Besucher möglich ist, ei^ solch schönes Bild zu gewinnen
Kreis Fricdberg. s Butzbach, II. Januar. Heute vor 25 Jahren bat der evangelischer Pfarrer Herr Loos ztini ersten Riale die Butz, bacher Kirchenlanzel bestiegen. Der Jubilar hat sich während seiner Anitstätigkeit, die Syinpatbie seiner Gemeinde envorbcn, Rach Sc», heutigen FrühgoiteSdienlt, sprachen die Kirchen- vorslandSmilqlieder, dem Jubilar ihre Glückivsinsche aus.
k. Butzbach. 10. Jan, In der GemeinderatS« ii bung ltaitb« zunächst daS neu gewählte Mitglied Metzger veipslichtel. Infolge Versetzung des Arztes Tr, Küchel von hier noch Worms war die Hospital- ^und Armenarztstelle am Kranke,»» Hanse fiel geworden, lim die Stelle hatren sich Dr, med, Han» Kail Obnacker von Butzbach und Dr, med, Heinrich Luit von hier b.-worben. Bei der i'lbstnnmutzg hielt Tr, Lust die Stimmenmehrheit, Nach Erledigung einiger Armensaehen wurde zur Beratung des Voranschlags der Stadt Butzbach für 1914 geschritten. Er schlteßi mii einer Einnahme und Ausgabe von 228 650 Mark ab, Ter vorgcsebenc Betrag iür Eisen bahnangelcgenheiten von 300 Mark wurde aus 500 Mark erhöht, Bei der Ausgabe für Vogelschutz wurden aus Amrag der GemeindcratSmitglieds Oopenheiincr anstatt der vorgesehenen 50 Mark IM Mark bewilligt, Oppenheimer itetlle solgenden Antrag: Einwohner mit einem Einkommen ovn9M Mk, und einem schulpslichtiicn Kinde, und Einwolmer mit einem Einkommen bis zu 13» Mark bei mehr als einem Kinde haben volle L e 1) t m i 11 c 11 r e i ft o i t. Dasür sind 250 Mark in den Voranschlag einztistellen, Naä> längerer itzuSsprache beantragle Tr, Vogt, einen Betrag von 250 Mark im Voranschlag »or ztiskhcn und den Einwohnern, die bei der Bürgermeisterei Butz dach einen Antrag aus Bewilligung der Lehrmittel stellen, dies» zu gewahren und zwar „ach dem Vorschläge des (Kemeindc-ralS Obvenbcimcr Ter 'Antrag lvurde angenommen. Weiter stellte Ovoenheiiner einen 'Antrag: Tie Erhcbunq des Wasscr- geldcs in der bisherigen Weise wird abgcschaist. Jede HanS Haltung erhält ,50 Kubikmeter Wasser frei, der Mehrverbrauch wird noch den bisherigen Sätzen erhoben. Jedes Haus erhält einen Wasseimesser, der Mehrverbrauch wird von den Hausbesitzern erhoben. Ter Anssall von 13 M0 Mark wird durch eine Etcuererhöhung von 12 Prot, hereingebracktl. Begründung: Tie B'zahlung des Wosscrgelder „ach den bisherigen Sätzen entspiicht incht dem Prinziv von Leisttotgen und Gegenleistungen, Wenn teilweise sür den Kubikmeter I Mark und mehr bezahlt werden, so kann man die» als Wucher bezeichnen, da der Stadl der Kubikmeter höchstens 20 Psg, kostet, Bürgermeister Flach bemerkt hierzu, daß es sich um einen Gcbührenbezug bandle Tie Wasser- und Kanalgebühren würden aut 'Grund eines vom Gemeiuderat. vom Großh, Kreisamt und Gr Ministerium ge- nelnnrgten Statnts erhoben. Dieses SioNll bezw, die Gebühren, lätzr seien von den erwählte» Atisschiisnnitglicderti herritS ahz».


