a n fl c f) i r i fl e »t c r m « n n unter der Anklage der Spio - nage , weil in seinem Besitze verschiedene Pläne dieser Bahnstrecke vorflesunde» morden waren. Tie Bauunternehmer waren als Mitschuldige angetwgt, weil sie Herr- mann diese Pläne zur Berfügunfl gestellt hatten, 'Nach der unter vollständigem Ausschluß der Oesseutlichkeit durchgeführten Verhandlung beschloß der (Gerichtshof, das Urteil in acht Tagen zu verkünden. _
ICirdic und Scl'nle.
Dürer schule Hochwaldhausen. Am 5. d. Mts. fand in Düsseldorf eine erste Tagung der in Rheinland i Westfalen wohnende» Freunde der Türerschule Hochwald- hausen statt, zu der die Eltern der Türerschüler eingeladc» hatten. Nachdem am Bormittog eine Zusammenkunft von Zöglingen und Erziehern der Türerschule gewesen war, folgte in der Städtischen Tonhalle eine Versammlung, die von Professor Tr. Schloß mann geleitet wurde, und in der Herr Direktor N c uen dvrff einen Vortrags hielt über „Die Türerschule Hochwaldhausen — eine neue Schnliorni". Ter Bortragende illustrierte die Einzelheiten seiner Ausführungen durcli eine Schilderung der Bildungs- und Er ziehungspraxis der Türerschule. Zn der Aussprache brachte der Direktor eines rheinischen Gymnasiums das Interesse und die Freude der zahlreichen rcformsrcundlichen Vertreter' der öffentlichen höheren Schule an der Arbeit der privaten Refvrmschule zum Ausdruck und befürwortete vor allem -ine -weckvolle Lenderung von Examensbestimmunfleii, die die Bewegungsfreiheit auch der öffentlichen Schule stark beschränkten. Professor Tr. Schloßmann erläuterte vom Standpunkt der Eltern aus die Bedeutung einer Schule, wie sie die Türerschule darstelle. _
Arbeiterbewegung.
Kapsta dt, 8. Jan. Heute vormittag 11 Uhr war die Lage des Eifenbahnerausstandes folgende: In der Kapkolonie, in Natal und in berCranje Rivcr-iKolvnie tvurde gearbeitet. In Transvaal arbeitete das Zugpersonal. Tie Arbeiter in den Werkstätten sind teilweise in den Ausstand getreten, teilweise bereiten sie ihn vor.
Pretoria, 8. Jan. Die Angestellten der Eisen-, bahnwerk st ättc n haben sich heute früh nicht zur Arbeit begeben. Polizei bewachte den Bahnhof und die Werkstätten und schützte die Angestellten der Züge, von denen keiner fehlte. Ter Eisenbahnverkehr war unverändert. In Johannesburg verhalten sich die Ausständischen ruhig. Tie Angestellten in Braamsontein, die gestern den Ausstand beschlossen, sind zur Arbeit erschienen, erklären aber, die Arbeit nicderlegen zu wollen, sobald sie dazu Anweisung aus Pretoria erhalten.
Au» Stad» und CanO»
Gießen, 9. Januar 1914.
** Tageskalender für Freitag, den 9. Jan.: Stadt- I f) e o t e x : .Eine Frau ohne Bedeutung." Aniaug 8 llhr.
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** I n den Ruhestand versetzt. Der Großherzog Hot <uu 7. Januar den Direktor des Landeszuchthauscs Maricnschloß Alexander Bornemann aus sein Rach- suchcn, mit Wirkung vom l. Februar 1914 und unter Anerkennung seiner lanqsährrgen treuen und ersprießlichen Dienste, in den Ruhestand versetzt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Gesangenausseher an dev Zellenstras- anftalt Butzbach Kaspar St oll auf sein 'Nachsuche,i, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom l Februar 1914 an.
** Verliehen wurde dem Sber-Postkassenrcndanten Wilhelm Bönning in Tarmstadt die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober-Postschaffner Nikolaus Weber in Fürth das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste".
*• Aus dem Schuldienste. Der Großherzog hat am 7. Januar den Oberlehrer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt Professor Richard Hölscher mit Wirkung vom l. April 1914 an aus fein Nachsuche,i aus dem Staats dicnstc entlassen. — U el>e r l r a g c u wurde ani 5. Januar d. I. den, Schulamtsaspirauteu Wilhelm Wald mann aus Ljsenbach eine Lehrerstellc an der Volksschule zu Haiu- stadt, Kreis Ojsenbach.
** 3! eichsgründ nngsscier. Wie in den vergangenen Jahren, hat auch diese.. Jahr die OriSgcuvve des A l l d e u t) ch e >1 Verbandes die Veranstaltung einer allgemeinen Rcichsgrün dungsseicr in die Hand genommen. Als Festredner wurde Freiherr von V se t i n g h o ss-S ch ee l , Wiesbaden gewonnen, guherdem hoben Frl. I. Stammle r. Herr I. H a h n und der Vancrsche Gesangverein irre Miiioirkung zuaesagt Tie Feier wird, wie stets, am Geburtstag des Reiches selbst, an, 18, Januar, diesmal einem Sonntag, in Steins Garlcn staitiinden.
** X'tt ftonjtiUitttin teilt uns mit: Ter zweite K a m - Ni e I m u i i k a b c II d an, Sonnlag, an welchem sich das M ü n ch e n er S I rci chau a rtc t t hier einsühri, ist dem Slreiäignartett ausschließlich gewidmet. Aus dem Programm stehen die Namen Handn, Beethoven, Brahms. Ter- „Vater" des Streich- ouarietts, Handn, ist mit dem bekannten D-Tui-Quartett vertreten, Vecthove» mit der zweiten Nummer <E-Mo», des Opus 59. Gerade dieses mittlere der dem Fürste» Raiümottsky gewidmeten drei Quartette, die etwa um 1806 entstanden, gehört zu den bedeutendsten Schöpinngen des großen Meisters, Ter Kenner der Bceihovcu- ichen Sireiäwuartette iveiß. wie sehr die Trios des Qvus 59 stüre cisten sechs Quartette <OpuS 18) inhaltlich und formell üdertresfen, Lein Wunder, Man muß berücksichtigen, was Beethoven seit der Vollendung der ersten Quartette kn -er z,veilen, glücklichste» Schaiscnsperiode geleistet hat: Dir Eroica, Leonarr III, Fidelio und eine Reihe andcicr gleich niachtvvller Werke, Derselben Zeit einer gänzlich verschiedenen Wcllanschaunng und eines unendlich gcstei gelten Könnens entstammen auch dir Rasumonskli-Quartette. Br- zeichnrnd ist, daß, wir ans cinrm, an seinen Freund Wegelcr gerichteten Bries hrrvorgeht, um 1800 das unheilbare Gehörleiden Beethovens cinietzte. Er ,'childert in Hirsen Quartetten nicht nur eigenes Leid und Freude, wildern das der ganzen Menschheit zugleich Tas herrliche Adagro des E-Mail Quartetts ist rin religiöser Hymnus, nie er in, ganzen Bereich der Musik einzig dastchl. Tie Berweichung russischer Thenicn in den Rasumofsskhschen Quartette,, ist ohne weitere» verständlich, JedeniollS gilt das E-Moll-Quartett. das wir hier vor vielen Jahren von den, Halir-Quariett in idealer Aufsührung hörlcn, zu Heu liest!-innigen und volleichetsten Werten der ganzen Kunstgattung, — Das Brahms sch e, mit Opus 5l bezeichnetc A -M o l l - Q u a rt e t t entstammt in der „endlichen" Ferttgstellnng vermutlich der Tutzinger Zeit (um 1873,, die anck, an anderen herrlichen Schövinngen reich ist. Ein Briet Joachims beweist allerdings, daß Brahms das Quartett schon lange Zeit vorher entworien hatte. Wir haben es, ebenso wie das E-Moll-Quartett, vor einigen Jahren in einer Matinee des Böhmischen Streich- guarretteS hier gehört. Es ist von tun beiden als das inhaltlich und so, mell vollendetste an,»sprechen und verfehlt niemals seine Wirkung,
** Die Schl wettlause aus dem Doherods- kopf finden, mit Rücksicht aus die Wettläufc in der Rhön, bereits am 24. und 25. Januar d I, statt. Am 24, Januar kommt außer einem Dauerlaus der 2tafeltcnlauf um den von der Universität Gießen gestisteten Lochschulpreis!
zum Austrag, Äin 25, sindcu dann statt: Damentaus, Vin- dcrnislauf, Älte-Herreu Lauf, Iugendlauf und Sprunzlaus.
** K alender-An sftellung. Am Sonntag, den 11. Jan. veranstaltet der „B e z i r k s - M a s ch i n e n m c r st e r - Klub, Gießen" im Saale Schanzcnstraßc 18 eine ökienlllwc Katen- d c r - A u s st e I l » n g Kunst- und Präqeanstalten, s-stme »um- und Sleindruckereien haben ganz vorzügliches Material zur Verfügung gestellt. Neben ttinstlkiischällustrativen Dek-ratwncn als Wandschmuck oder Rohmen kämpfen rein moderne LatzleUttmgcn um augenfällige Wirkung. Angesichts der hohen technnchcn und künstlerischen Entwicklung in der Kalenderausltellung und der ungeheuren Vcrbrcituna, die gerade dieies Erzeugnis der gravhtichen Branchen gesunden, ist es emvsehlenswert, die -lusstelluug zu besuchen. Die Ausstellung kann unentgeltlich von morgens I«) Uhr bis abends 6 Uhr besichtigt werden.
**9 0. Geburtstag. Am Samstag feiert Pfarrer Gustav B a i st, setzt in W e st b e i m bei Günzenhausen, bis 1877 zu Ulfa bei Nidda, seinen 90. Geburtstag. Batst ist 1824 i» Grün b c r g, wo lein Vater Landwirt war, geboren und ein Bruder des vor zwei Jahren verstorbenen Seniors der hessischen Änwaltichatt, Geh. Justizral Bo ist in Gieße». Aus der älteren Generation werden sich ivohl manche an seine kräftige Persönlichkeit erinnern, auch an seine schriftstellerische Tätigkeit aus kirchlichem und Wirt- ick attischem Gebiet. In Bauern hat er sich besonders UM das Tarlekenstaiienweien verdient gemacht, in einer Anzahl uitter dem Namen Friedrich Traugoit bon ihm veröffentlichten VolkS- crzäklungcn sinder man anschauliche Schilderungen von Menichen und Zuständen altheiiischcr Zeü, Noch bis vor wenigen Monaten konnte er einen Tcll der Amtsgcschästc versehen.
" Die G r o ß li. Z e n t r a l st e l l e i ü r d i e ö) e >v c r b e beabsichtigt i»> Einvernelime» mit der Großb E!ch»»gs-J»- i v e k t i o n einen Knrsns abztihalten, bei dem S eb l o i i e r - meifter tind M e ch a n i k e rtiieister in der Reparatur und Justierung von Wagen tind Gewickneit nnterrtchtet und ausqebckdet iverden lallen. Der Kursus soll gm Dienstag, den 3, Februar, vormittags 9 Uhr, bei der ölrostb. Eichnngs-Jnivektioii zu Tarn, sta dt, Paradevlatz 3, beginnen. Er wird voeansiichtlich in Dgrmstgdt eine Woche dauern, ivobei vorincklggs theoretische Vorträge tind Erläuterungen, »nclimitiaas praktische lieblingeil stattfinden werde». An diese Wockie sckiließt sich eine iveitere praktische Tätiakeit an bei einem der ttzroßh. vanpteickiäniter Tarmstadt, Qfseiibach, Gießen oder Mainz voi, mindesteiis einivöchiger Tauer. ?ln- ineldiiitgen stud bis ZINN 18. Januar ou die Großb. Zentralstelle iür die Gewerbe zu Tarinsladt, Neckarstraße 8, zu richten, "Kleine Mitte Itiii, ,e n. «3» t;en ktiid iit Friedberg eine gnt besuchte Bersannnluna des Obst-, und ölnrlenbanvereins Friedberg- Fanelbach statt, — Die Störungen mir der Bahnstrecke Fried- berg-vonibnra und soweit gehoben, daß sie heute Ivieder ziveigleisig befahren iverden kann. — Ein Briefträger in Bad Soden ivurd« durch einen Schn ec ball ins Ange so unglücklich getrosse», daß die Schkrait verloren isi. — Beltershain blieb geiler» abend bis aeaen 9 llhr dunkel, ioeil ei» Monteur, der vornnttaas an der Leitung gearbeitet, vergessen hatte, das Ortsitey wieder cinzuscbalten. — Ain Eriveiterungsbau an der E i I e n b a h n b r ü ck e Bingen — Bingerbrück stürzte der dort beichäiltgle 22 Jahre alte Arbeiter Karl Götze ans Bingerbrück ans einer Höhe von 8 Metern ab und erlitt schwere Verletzungen ani Kopie.
Landkreis Gieße».
ck. Wies eck, 8. Jan. Heute, Freilag, abends 8 Uhr, siitdel G e in e i n d e r a t s s i tz u n g mil folgender Tagesordnung slalt: l. Einführung der ncugewählten Gcmeinderatsa Mitglieder. 2. Schreiben der Hessischen Landes-iHhpotheken- bank: hier Zeichnung von Aktien. 8. Reparatur des alten Ratlpinses. 4. Beitrilt zum Hessischen Landesverein voni Roten Kreuz.
. Lollar, 9. Jan. Itn Jahre 1913 fanden in Lollar statt: Geburten 71 <i,n Vorfahre <>8), Stcrbc-
fälle 2tz (i. V. 30), Heiraten 17 (i. V. 16).
! Nonnenroth, 7. Jan. Gestern verunglückte der Arbeiter Heinrich Paul von hier, ivelcher beit» Planiere» a» den Gruben in Wölfersheim beschäftigt war. Er geriet ztvischcn zwei Schienen des Feldgleise-, welche er verbinden ivollte. Dadurch, daß ein anderer Arbeiter eine Schiene »achschob, zerglietschte sich Paul derart den Mittelfinger der linken Hand, daß das erste Glied von denr zugezogencn Arzte abgenommen werden ninßtc.
Kreis Lanterbuch.
Ba. Badenv ad, 8. Jan. Ein junger Mensch, der neben einer Gruppe heimkehrender Arbeiter ruhig seines Weges ging, wurde von einem seiner Begleiter, der anscheinend betrunien >var, mit einem Stock mehreremal über den Kopf geschlagen, so daß er Strienien und Hautabschürfungen davontrug.
Kreis Fneovcrg.
s. Butzbach, 8. Jan Ter Deserteur, von dein luii meldeten, das; er feine Uniformstücke an seinen Truppenteil znrückgesandt hat, hat sich inzwischen frei willig bei der Polizei in Frantfnrt a. M. qestell I. Er ist bereits setnett Truppenteil wieder zugrführt worden. — Vor einiger Zeit bereiste ein hier gewählter Ausschuß von S a ch v e r ^ ständigen, unter Führung des 1. Beigeordneten Ha^ d ermann, die neuprojekkierte Autolinie, um mit der Behörden der zu berührenden Orte Rücksprache zu nehmen Tie Linie ist folgendermaßen gedacht: Butzbach, Hausen Cjpa, Wippersselden, Brandoberndors, Griedelbach, Ober wetz, Oberkleen, .Niederkleen, Ebersgöns, Pohlgüns und Butz^ bnch. — Vorgestern wurden z w c i Soldaten des 87 Jnf.-Regts. (zurzeit bei der Arbeiterabteilung: in Mainz wegen Brandstiftung zur Verbüßung einer Zucht Haus st rase durcki Transporteure in das Landeszuchthau- Rockenbcrg eingeliefert.
Ttarkenburg und Rheinhessen.
Darmstadls wirlschastliche Lage, rb. T a r »> st a d t, 8. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadt vcrordneten eriolgtc zunächst die Einiührnng und Vervilichtung de im November v. I. ncugewählten Stadtverordneten durch Herr: Oberbürgermeister Dr. Glässing. Ten öauvtpnnkt der Tagesord nnng bildete der von Oberbürgermeister Tr. Glässing erstattet Jahresbericht über den Stand der Gcnicjndcangelegcnhciten vo rarnistndt am Schluß des Jahres 1913 'Neben der Wirkung de neuen Eemeindesteuergesetze:- war der Abschluß des Vertrages mit de Hess.Eisenbahn Aktie,i-Gesellsch., die Warenhaus- und Filialsteucr die Bille,tstcuer und die Erhöhung der Äanalnutzungsqcb,ihren wei tcr die Erhöhung der Beamten-, Lehrer und der Arbcitergeholte der «labt in Betracht zu ziehen, was eine Erhöhung des Zuschlag zur -laalsemkdmmensteucr aus 128,4 zur Folge Halle Der Aus Ichlag für das Jahr 1913 ergab für Grundsteuer 894 940 Mk iü Gewerbesteuer 391 274 Mk., für Kapilalsteucr 369 914 Mk und iü Einkmnmcnsteucr 2 247 .307 Mk.. im ganzem an Steuern 3 903 43 Mark. Der Oberbürgermeister folgert aus diesem Ergebnis der Be, anlagung, dal; das neue Genieindeumlagengesed für Darmstadt ir allgemeinen eine stärkere Belastung des Grundvermögens und liebe einer geringen Befferstellitna des Käpitalvcrinügcns eine Entlastun des mittleren und kleinen Gewerbebetriebs gebracht hat. Trotzde, le, die Berechtigiing einzelner Klagen aus den Kreisen der Grund he,,tzcr iwd der Gewerbetreibenden nicht voil drw Hand zu weise, und die -ladtvcrwallung habe sich bereit erklärt, mit den andere Städten aut einem demnächst einzuberusenden Städtetaq in betre der Wirkung und etwaigen Gesctzcsänderungcn Stellung In nehme, Tee erstmalige Veranlagung zur neuen Filial- und Warenhau- '"uer ergab bc, drei Warenhäusern und etwa 30 Filialen die Tumn von 38 500 Mk Be, ander» günstig war das Ergebnis der ebensall am l April 1913 cingcsührten BActtsleucr. Sic war aus 2t) 00 M"k veranschlagt, hatte aber schon bis Ende des Jahres 24 00 bis 25 000 Mark erbracht und wird angesichts der bevorstehende
zahlreicknin Karneoalsveranstaltungen noch eine beirächtliche Tteigs- ning erfahren. Von der Ermächtigung, in bestimmte Deputationen Frauen als st imn, berechtigte Mitglieder zu wählen, wurde durch Wahl zweier Frauen in die Deputation für das Armen und Fürsorgewcsc» Gebrauch gemacht, und die Einrichtung hat sich bisher bestens bewährt. Für die neuen Kasernenbautcn hat die Stadt hohe Opser gebracht, doch steht auch seit, daß dadurch eine wirtschastliche Förp.ruug herbeigesülirt werden wird. Die allgemeine Bautätigkeit ist zurzeit sehr groß, besonders iür die ans Rechnung des Reiches und anderer Korporatiouen zu errichtenden Bauten Keine andere Stadt von der Größe Tarmstadts bat ein« derart große össentliche Bautätigkeit auszuwciscn: iür die Militärbauten kommt allein für 1913 eine Bausummc von 1568 900 Mk. in Betracht. An Privatbanken wurden 1913 38 Vorder- und 17 Hintergebäude, sowie sechs Fabrikbautcu und 45 Umbauten errichtet, was insgesamt einen Aufwand von 3 Millionen Mark iür Privaibauten ergeben dürfte. Der Gesamtautwand für das Armcn- und Fürforgcwefen betrug 1912 423129 Mk. oder 4,79 Mk. pro Köoi der Bcvölferung (1905: 3,41 pro Kopf). Tic Klärung der noch üchwebendcil Projekte in betreff der Normalip urigen Bahn nach O i i e n b n ch fei im Laute dieses Jahres zu erwarten. Ter Gesellschait für Patmbau und -Betrieb in Franksurt sei in Gcmein- schait mit der H. E. A. G. am Schluß des Jahres von der Re gierung die Bor konzessiv» für b i c Prosektaus st ekln n g der Bahn D a r IN st a d t — Ossenbach erteilt worden. Auch die Vorarbeiten für den weitere» Ausbau des u e b e r l a n d - Netzes sind im Gang. Der Bericht des Oberbürgermeisters stellt scsi, daß seit 1910 die finanzielle Entwicklung günstig sei: das städtische Budget habe seit 1910 nahezu 6 Millionen weitere Ausgaben zu tragen, davon 2,7 Millionen für Geländecrwcrb am neuen Bahnhof.
Hessen-Nassau.
X Hanau, 8. Jan. ^Tic Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung die Einiührung cine>- A r - tzciislvie n u nterstützung. Nach dem zum Beichluß erhobenen MagistratSanirage soll den Arbeitslosen eine Unterstützung nach den Sätzen der Armenordnung gewährt werden, ohne daß jedoch diese Unterstützung im Sinne einer Armcnnnierstützunc auszusasscn ist.
CanC>n>ir»fd)aftr
Landwirtschaftlicher Portragskursus. »
Der zweite Tag des Vortratzskursns der Landwirtschasts- lämmer war wiederum außerordentlich zahlreich besucht. Als erster Redner behandelte Professor Tr. Gisevius- Gießen „die Fortschritte des Pflanzenbaues im letzten Jahrzehnt" unter Borführung von Lichtbildern. Der Vortragende ivies aus die außerordentlichen Steigerungen der Erträge unserer lnndwirtschasklichen Kulturpflanzen in den letzten 10 Jahren hin. Die Ursachen dieser Steigerung sind in den Fortschritten der landwirtschaftlichen Technik, des Maschinenwesens und der Nutzbarmachung ivissenschastlicher Forslbungcn zu suchen. Tie Bodenbearbeitung wird heute vom Landwirt unter Benützung verschiedenster Geräte besser gehandhabt als früher. Tie Verwendung der künstlichen Düngemittel nach Menge und Art hat sich erheblich gesteigert. Trotzdem muß noch eine weitere Steigerung des .Kunstdüngemittelverbrauchs eintreten. Außerordentliche Umwälzungen hat die Ausbildung des landwirtschaftlichen Maschinenwesens gebracht. Tie Heranzucht neuer Sorten, ihre Prüfung auf ihre Anbauwürdigkeit und die Vermehrung, um das Saatgut der großen Masse der Landwirte in Saathaustellen zur Verfügung stellen zu können, hat wesentlich zur Ertragsstergcrung bcigeiragen und wird aucki in Zuluust als ivichtiges Mittel zur Förderung des Pslanzenbaues in Frage kommen. — An zweiter Stelle sprach Professor Tr. L e h in a n n - Göttingen über „Die Ernöhrring der Zucht- und Mastschweine". Die Ausführungen brachten den Landwirten vieles Neue über die zweckmäßigste Art der Fütterung und der zur Berlvendung Iö,u- menden Futternüttel. Aber auch die Schwierigteiien, welche sich einer rationellen Schweinemast entgegenstellten, sind nicht geringe. Trotzdem dürste es sich siir daS Großherzog tu in Hessen empfehlen, der Schweinezucht und der Mast größere Aufmerksamkeit zu schenken. Nachmittags 3 Uhr fand über diese beiden Vorträge eine sehr rege und, ausgedehnte Aussprache statt, wobei auch die praktischen Erfahrungen der Landwirte zum Ausdruck gebracht wurden.
Am dritten Tage sprach Geh. Hosrat Professor Dr. P. Wagner (Tarmstadt) über das Thema: „D i c K a t i d ü n » g u n g der l a n d iv i r t s ch a f t l i ch c » K u l t u r p s l a n - z e n". Tcr Redner begründete zunächst die Düngung unserer Kulturboden mit leicht aufiichmbaren Kalisalzen und stellt hierbei den Unterschied zwischen diesen und den schwer auf- uehmbaren Kaliverbindungen des Bodens fest. Hieran anschließend besprach er die Wirkung aus die (frnte. Tic Auswendungen der deutschen Landwirtschaft für Kiiiistdünger sind seit 25 Jahre» von 100 auf 500 Millionen Mk. gestiegen, womit aber bei gleichzeitiger Anwendung der Verbesserung der anderen Melivraltons,naßnahmen eine Steigerung im Werte der Ernteprodukte um 2,7 Milliarden Mark erzielt worden ist. — Professor Tr. Pohle (Frankfurt) sprach über „Tie neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb in der Landwirtschaft".
T i c T r c b e r f r a g e n n d d i c V c r e i ,i i g t e n L a n d w i r t e.
Frankfurt a. M., 8. Jan.
Tie „Vereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgegend" hielten heute in der „Harmonie" in Frau! jurt a. M.-Sild unter Vorsitz des Landgräslick, Hessischen tzosguts- pächters V i e h m a n n-Rumpenheim ihre 10. ordentlickic Haupt- versammiung ab, die stark von über 600 Landwirten u. a. aus den Kreisen Hanau, Friedberg und Gießen besucht war. Ihr wolmtcn ReichStagsabgeordneter St rack-Gießen und der Bv> sitzende des Bundes der Landwitte, Abteilung Nassau, Landwirt H a tz ni a n n - Niederneisen, bei.
Ehe in die Tagesordnung einqctreteii war, wurde die Trcberfrage erörtert. Am 20. Dezember v. I. hatte eine außerordentliche Versammlung beschlosien, siir den Zentner Treber nur noch 1.50 M k. den Brauereien während der Sommcr- nnd Wintcrmonate zu zahlen, da der im Mißjahr 1911 sest- gesctzle Preis von 1.65 Mk im Sommer und 1.80 Mk. im Winter bei den jetzigen Futtermiltelpreiieu sich nicht mehr -wirccht erhalten lasse. Tie Versammlung wählte einen I3gliedttgcn Aus schuß mit dem Auitragk, mit den Brauereien ans der Basis von l.50 Mk. für den Zentner zu verhandeln. Sollten die Brauereien darani nicht cingchcn, so würde kein Treber mehr abgenommeii werden. Ter Ausschuß glaulste nach eingehenden Beratungen aus 150 Mk nicht stehen zu bleiben, sondern dcn Preis auf 1.60 Mk. für Sommer und Winter festznietzen und zwar für eine dreijährige Dauer. Er unterbreitete das Ergebnis den Brauereien. Diese erllärten nur aus 1.65 MI. für den Zentner ab Brauerei für eine dreijährige Tauer sich sesttcgen zu können mit der Maß gäbe, wenn der^Ovpvclzentner Gerste nicht über 19 Mk. zu stehen komme, i-ie bemerkten weiter, ein Krastsutiernn-rk habe bereits für de» Zentner Treber 1.75 Mk. geböte», das die ganzen grcberprodukte den hiesigen Brauereien abnehmen würde.
In der sich anschließenden regen Aussprache traten Hcnsel Oortclwcil, Hirichel-Friedberg, Jacobi-Rodheim v. d. H., Kühn Oieckbach, Direktor Tbhimann-Hanau für den Vorschlag des Aus schusses ein, Ivoraui die Vesiammlung mit überwältigimder Mebi heit gegen sieben Stimmen folgende Entschließung guthieß: Die Versammlung beschließt, dem Vorschlag ihres Ausschusses gemätzchen Brauereien ein Gebot von l ,60 Mark für den Zentner Treber zu machen. Dieser Preis soll ohne jegliche Klausel > auf drei Jahre scstgcsctzt werden. Tcr Ausschuß wirb be- "ii ausnagt, nochmals aus dieser Grundlage mit dein Verbände der


