Nr. v
Ter Sleßener Anzeiger
erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich KießenerLamitieiblätter;
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Erster Blatt
164. Jahrgang
Donnerstag. 8. Januar 1914
BezngSvrel»:
>nonaIIich75M„ viertel' jährlich Mk. 2.29; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich KL Pj.; durch diePost Mk.2.—viertel, jährl. ausschl. Bestellg- Zeilenpreis: lokal ILPs„ answättS 20 Pfennig, Chesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Fenilletoitt, .Vermischtes. und.Gerichts- snal": Karl Neurath; sür .Stadt und Land":
Rotationsdruck und vertag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Schulstrahe 7. Anzeigen!'-,!:' h!" Beck!
ietzenerAnjeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten.
Das hessische landw. Genosienschastswesen zur Jahreswende.
Don gut unterrichteter Seite erhalten ivir folgende Betrachtungen:
gespannter Erivartung und banger Sorge trat das hessische landNnrtschastlichc GenossenschastSwcsen vor Jahresfrist in das ercignisschwere Jahr 1913 ein, das eine Fülle unmigenehnier und trauriger lleberraschuugeu im dunklen Schoße seiner Zukunft barg, Große Ereignisse pflegen ihre Schatten Vorauszuiversen Das Unglück von Nieder-Modau war ein Borbote, mit dein sich schon Ende 1912 die breite Oefsentlichteit beschäftigte. Doch niemand lonnte noch das hereinbrechende Unglück im vollen Umfange ahnen.
Iw Oktober 1912 war die Reichsgenosfenschaflsbank in stille Liquidation getreten, um ihre Engagements in Ruhe und damit unter möglichst geringen Verluste» abwickeln zu können. Unter den cinzelstaatlicheii Genossenschaftsbanken, die ihre Mittel bei der Reichrgenoffenschaftsbant sestgeleqt halten, stand die L a n d >v. G e n o s s e n s ch a f t s b a „ k A. G. in Darinstadt in der vorderen Reihe. Beide Banken befanden sich nicht nur in Personal-Union, sondern leider auch in den innigsten Gcschästsbcziehungen. Das Schicksal der einen war daher eng verknüpft mit dem der anderen. Schon Anfang April sah auch die Landw. Genossenschaftsbank sich zur Ausuchung eines Moratoriums genötigt. Das ivar ein harter Schlag für die hessischen Spar- und Darlehnskassen, besonders aber für diejenigen, die über namhafte Guthaben bei der Baut verfügten.
Schwere Stunden wurden durch dieses Ereignis den draußen im praltischcn Genossenschaftswesen stehenden Männern bereitet. Wo Ruhe und Besonnenheit bewahrt und jeder an seinem Platze seine ganze Persönlichkeit in vollein Bewußtsein des Berantivortlichkeitsgefühls gegenüber der j Gesamtheit einsetzte, ivurde weiteres Unheil vermieden. Aber j auch die g e l d b e du r f ti g eii Kassen tarnen in Bedrängnis, sic wußten nicht, ivohcr sie das Geld nehmen sollten, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Alle Kassen plötzlich ohne Banlverbinduug — was das heißt, wird jeder wissen, der in dieser Situation stand. Dieser ! kritische Moment wurde allerdings von den privaten Banken nicht nnbenützt gelassen, um „geschäftliche Bcrbin- ! düngen" mit den ländlichen Kassen anzuknüpfen. Ter Rot j gehorchend, nicht dem eignen Triebe, machten eine Reihe von Kassen von diesem Licbeswerben ans iurze Zeit Gebrauch,
| bis der erste Sturm vorüber war. Zwischenzeitlich haben sich die größeren Kassen zusammengetan und eine neue genossenschaftliche Gcldausgleichsstelle, die Zcntralkasse der Hess, landw. Genossenschaften E. G. m. b. H. gebildet. Diese neue Zentralkasse ist vollständig rein von alle» Betciligun- i gen und Kreditgewährungen an andere Unternehmungen, und dient als Genossenschaft allein den Interessen und Be- \ dürsnissen der ihr angeschlosserrcn Genossenschaften. Sie i hat sich zur Kreditbeschaffung der staatlichen preußischen Zentralgenossenschaststassc i» Berlin angeschlosscn. Mit - 12 Genosseuschasieu wurde die Zentralkasse gegründet, heilte j gehören ihr bereits über 1300 Genossenschaften an. Diese l Entwickelung ist ein erfreuliches Zeichen einer beginnenden ! Gesundung des Kredit-Genossenschaftswesens. Um die junge i Zentrallasse mit ausreichenden Mitteln auszustatten, da
mit sie den gesteigerten Anforderungen genügen kan,! und um die notleidenden Kassen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, haben beide Kammern der Landstände schon im Juni v. I. beantragt, der Staat möge den Genossenschaften ein Darlehen von 1 Million Mark bewilligen.
Geraume Zeit war cs in der Oesfcntlichkeit stille gc- ivorden von der dem Genossenschaftswesen zu bringenden Staatshilse. Ta erscheint Ende Oktober ein Antrag Hehl und Genossen in der Ersten Kammer, der viel weitergehende Staatshilfe, verbunden mit Verstaatlichung der genossenschaftlichen Zentralgeldausgleichsskell? forderte.
Bald hieraus taui die Regierungsvorlage, die düs im Sommer geforderte Darlehen von l Million Mark den Genossenschasten gewähren wollte.
Rach langwierigen Verhandlungen wurde im Dezember verflossenen Jahres die Regierungsvorlage in erweiterter Form zum Gesetz erhoben. Tie Zenlralkasse erhielt darnach zu Weihnachten eine Million Mark D a r l e h e n und einen weiteren, entsprechend dem Geldmarkt zu verzinsenden Kredit von zwei Million Mark und wird unter Staatsaufsicht gestellt.
Diese Staatshilfe und Staatsaussicht wurden naturgemäß iu_ der Oessentlichkcit und besonders in Genosscn- schastskrciscn des Reiches lebhaft erörtert. Die Meinungen darüber sind sehr geteilte. Unstreitig wurzelt eine gesunde und lebenskräftige Entwicklung des Genossenschaftswesens in den Grundsätzen der Selbsthilfe. Selbstverwaltung und Selbstveranlwortung. An diesem Fundamente werden auch unsere hessischen Genossenschasten nicht rütteln lassen. Damit ist aber nicht gesagt, daß die Selbsthilfe eine fördernde und wohlwollende Mithilfe des Slnates ansschließt. Vereint können beide in kritischer Lage sicher mehr leisten, als eine schwache Selbsthilfe. Mit Recht wies ans diese Sachlage der Präsident des Verbandes der hessischen Genossenschaften, Oekonomierat Walter (Lengseld), in der Ersten Kämmer hin und betonte auch die planmäßige amtliche Förderung des landwirtschnsttichen Genossenschaftswesens in anderen Bundesstaaten, die geradezu eine glänzende und durchaus gesunde Entwicklung der genossenschaftlichen Organisalionen zur Folge hatte. Soll dann bei uns der Staat in ei»ei> so schweren Zeit untätig zuschauen, ivenn ein großer Teil der Bevölkerung in Notlage gerät? Gewiß nicht, er erfüllt mit seiner finanziellen Hilfe in diesem Fall eine Valcrpslicht, bis das Kind Genossenschaftswesen wieder völlig genesen und erstarkt ist. Auch die Staatsaufsicht hält sich in Grenzen, die sich mit den Grundsätzen eines selbständigen Genossenschaftswesens durchaus vereinbaren lasses,, .iuvercisrits lann nicht bestritten werden, daß die Staatshilfe von der Bevölkerung als loeitcrc Sicherhcitsmaßregel durchaus begrüßt wurde.
Die ziveile große Gruppe von Genossenschaften — die landwirtschaftlichen Konsumvereine und die Zentralgenosscn- schaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine '— wurden durch die Krisis weniger berührt und haben mit wenigen Ausnahmen ihre volle finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten.
' Einschneidende Aendcruugen dagegen haben sich in dem Verbände der hessischen l a n d io i r l s ch a j t l i ch e n G e n o s s e n s ch a s t e n vollzogen, dem als Rcvisionsbehörde sämtliche Genossenschasten angeglicdcrt sind. Ter stürmische Verbandstag im Juli v. I. brachte ein neues Statut, eine neue Geschäftsführung und einen neuen B c r - b a n d s p r ä s i d c » t e n in der Person des Oekonomierats Walter (Lengfcld). Es galt in diesem Institut, wo seither
alles auf eine Persönlichkeit zugeschnitten war, tatkräftige und ganze Arbeit zu leisten. Durch zahlreiche Besprechungen, durch Auskünfte und Belehrungen aller Art wurden die Interessen der Genossenschaften durch den geschäftsführenden Direktor Dr. Fitting in entschiedener Weise gewahrt.^ Besonderen Wert legte der neue Verbandspräsident ans den Ausbau und die Vervollkommnung des Revisions- we sens. Scharfe Maßregeln sind dahin getroffen, daß bei den einzelnen Genossenschaften die Revisionsberichte nach Eingang in gemeinsamer Sitzung mit dem Aufsichtsrate besprochen werden und innerhalb einer bestimmten Frist dem Verband Mitteilung über die getroffenen Maßregeln erstattet wird. Auch das Buchsührungs- und Kassenwesen des Verbandes wurde neu geregelt. Eine gesunde Reinigung bar sich auch im Mitglicdcrstand der Vcrbandsgcnosscnschasten vollzogen. Faule Genossenschasten und solche, die sich den Anordnungen des Verbandes beharrlich widersetzen, wurden ausgeschlossen. Die Zahl der durch Ausschluß, Auflösung und Aufkündigung zum Jahresschluß ausscheidendcn Genossenschaften beträgt 63, so daß dem Verband noch 614 Genossenschasten angehörcn.
Der Zusammenhalt der Genossenschaften im Verband ist der beste Beweis für dessen Unentbehrlichkeit. Ganz richtig kennzeichnet ein Vertreter auf dcni letzten Verbandstag die Wichtigkeit des Verbandes in folgenden Worten: „Ohne Genossenschaften können wir Landwirte heute nicht mehr leben, und ohne Verband können die Genossenschaften aus die Dauer nicht bestehen."
Am Schluß des Jahres kann man sagen: Es war ein schweres Unglücksjahr, ein Jahr harter Prüfung und Heimsuchung. Manche Genossenschaft blieb aus dem Wege: aber leistungsfähiger, gesund und reich an Erfahrungen geht die weitaus größte Zahl der Genossenschasten ans der Krisis hervor. Vertrauen zur eigenen Kraft, Vertrauen zum Verband, zur Zentralgenossens chaft und zur neuen Zentralkasse sind jetzt erste Lebensbedingung sür ivciteres Wachsen und Gedeihen. Mißtrauen wäre am falschen Platze. ES ziemt sich jetzt den Genossenschaften, nicht zurück, sondern vorwärts zu schauen. Alle Sorge und Besonnenheit müssen sie darauf lenken, daß es mit neuerKraft und vollem Vertrauen ans dem neuen Wege vorwärts geht. Es wäre ein Frevel, wollten die Mitglieder, was im einzelnen gesündigt worden ist, dem Genossenschaftswesen als solchem zur Last legen, und ivollte man mit einem Male all den Segen vergessen, den ihnen gerade bei uns in Hessen das Genossenschaftswesen jahrzehntelang gebracht hat. Darum vorwärts immer, rückwärts nimmer! Heil und Segen im neuen Jahre!
Deutsche» Reich.
EineAnfrageüberdieEinsuhrvonGerste.. Tvr Zentrumsabgevrdnete Dr. Trendel hat im Reichstag folgende Anfrage gestellt:
Ich erlaube mir, an den Herrn Reichskanzler solgendc Anfrage zu sicllen: Ist cs richlig, daß die Einfuhr von Gerste unk besonders von F u t t c r g e r st e lctztjährigcr Ernte aus dem Zollausland, speziell aus Rußland, eine sehr große und größere wie in anderen Jahren ist? Ist es richtig, daß große Mengen Gerste als Fuliergcrste zu dem Gcrstcnzollsatz ohne Tenaturicinng resp. Kennzeichnung als Malzgersle von den äußeren Zollbehörden im Herbst 1813 abgefertigt iourdcn, die ans Grund ihrer besonderen. Beschaffenheit als Malz- und Braugerste vollständig geeignet und als solche zu verzollen waren, weil die russische Gerste letzter Ernte trocken geerntet wurde und vorzügliche Keimfähigkeit hat? Ist es richtig, daß Gerste mit starkem Beisatz von Flughafer zur Einfuhr
Mario piecenza; Forschungen im ttarakoruin.
Tie italienischen Karakornnisorschcr unter der Leitung Maria Piacenzas, die ani l. Avril vorigen Jahres ihre Arbeit begonnen haben, sind jetzt zurückgckchrt, und der Leiter hat den ersten Bericht über die ivcrtvollcn Ergebnisse seiner Reise der „Ttampa" überlassen. Tank der oortrcsslichcn Ausrüstung und Vorbereitung überhaupt hat Piaccnza ein nmiangreichcs Gebiet, den 7200 Meter hoben Nun-Kun und das südlich davon liegende Gletschelgebict iast vollkommen erforschen können.
Als Ausgangspunkt war Tirinagar in Kaschmir gewählt: hier nmßtcn die italiensichcn Forscher eine nnsreiwillige Rast machen, denn erstens niachtcn ihnen die Behörden Schwierigkeiten:, zweitens aber hatten sie die Nachricht bekommen, der Zoji-la-Paß sei noch verschneit. Mit einer Verspätung von einigen Wochen wurde dieser Paß dann bewältigt, dann ging die Wanderung nach Kargil, inr Anfänge des Junis war man in Sura, wo die Täler noch Schneehöhe von 2 Metern hatten und schließlich wurde 2 Klm. von dem Gletscher Z 2 entfernt die Basis der Forschungsreise angelegt. Zwei Teilnehmer, der Arzt Tr. Borelli und tstras Ealciati, versuchten diesen Gletscher zu ersteige», mußten aber wegen heiliger Schneestürme nach 2 Tagen umkehren. Tie Bergspitzc Z 2 tauchte an einem der nächsten Tage zwischen den Wolken klar aut und konnte in einer vorzüglichen Photographie scstgehalten irerdcn; durch das Fernrohr betrachtet sah inan gewaltige, steil abjallende Granffwände, und die italienischen Forscher schlossen aus eine gewaltige, zusammenhängende Berg- gruppc. Nähere Untersuchungen zeigten, daß die besten Karten dieses Gebietes, die englischen, vollständig ialsch seien und so halte Piacenza die Gewißheit, jetzt in unbekanntem Gebiete zu arbeiten. Er beschloß nun, besonders zwei Fragen im Auge zu behalten: cs sollte die Wasserscheide zwischen den« Indus und den Flüssen, die die Hochebene von Kaschmir bewässern, sestgesteilt werden, und zweitens sollte der Zuiammenhang zwischen den Gipseln Z 2 und Z 3 mit der großen Gruppe des Nun-Kun im Westen zwischen der Zanskar-Gruppe im Südostcn erweicht loecden. Ticscr Plan ist durch,cstihrt wocden, soweit es irgend möglich ivar. Ani 29. Juni war die lschneeschmttzc ziemlich weit vorgeschritten, und Piacenza unternahm mit r.r. Borelii zusammen zunächst eine Besteigung des Glctse^r-^ Z 3, den er für den größten und interessantesten hielt. o.er Fntz des Glcttchers wurde in 3700 Meter Höhe ausgenommen, dann wurde die Bester- gung aus der linken Moräne begonnen, nach zwei Tagen zwang ein heiliger «chnecfturm die Forscher, eine zweitägige Pause zu machen, und so mußten sic in einer Höhe von o000 Metern der 12 Grad unter Null zwei Tage und Nächte verbringen. Als der Schneesturin vorüber ivar, konnte der Aufstieg iorrgesetzt i verden , es wurde zunächst ein seitlicher Berg bis zur -spitze genom
men, Nebel hiiidertc die Forscher jedoch, sich einen lieberblick zu vcrjchasicn, in den folgenden Tagen wüteten gewaltige Schnec- stürmc, die Temperatur sank aus 20 Grad unter Null: die Italiener arbcileicn sich mühsam bis äus 6000 Mtr. empor und — fanden dann den Weg durch Eis vollkommen versperrt, so daß nichts übrig blieb, als umzutchrcn. Nun wendeten sic sich dem Niin-Knn selbst zu, wozu sic zunächst wieder ins Suru-Tal »icdersteigen müßten: dann gelangten sie durch das Schasatnalla- Tai zu dem Fuße des Tovpelbcrgcs. Bis zur Höhe von 4500 Mir. bot die Bezwingung des Nnn-Kiin nichts besonderes, aber als die Forscher darüber hinaus gelangten, zeigten sich die crsteii Anzeichen der Bergkrankheit, inner denen namentlich die Träger schn>er zu leiden hatten. In 5600 Mtr. Höhe brachen die Träger vollständig zusammen, io daß eine Panse gemacht werden mußte, und dann wurde der Weiteimarsch so schwierig, daß die Träger zunächst überhaupt zurückgclasse» werden mußten: es war ein ziemlich steiler, ganz glatter Eishaiig zu bewältigen, m den Stufen gehauen werden mußte»; dann wurden geländerartig Seile gejvannt, und mir so konnten die Träger mit ihren Lasten das Eis überschreiten. Als sic das Eis dinier sich Hallen, fielen sic denn auch ani die Kniee und dankteil in einem Gesänge Allah für seine öiirc bei der Bezwingung des Eises.
Höher und höher ging die Bergbesteigung. In 6300 Attr. Höhe fanden sich die Forscher auf einer grioaltigen, beinahe ebenen Flää-c mis drei Seiten zwischen hohen Bergspitzen einge- schlosscii, unter denen die beiden höchsten Spitzen des Nun-Kun deutlich zu erkennen waren. Aus der vierten Seite, nach Tüd- westcn, endete die Hochsläch.'. in rincit steilen Abfall von 3000 Mtr. Bon 6300 Mtr. an verlangsamte sich die Geschwindigkeit der Bergbesteigung immer mehr. Tic Träger ioarcil schlavv und ab- gemagert, hielten sich aber trotz der Bergkrankheit lavier, und so kroch die Karawane ichneckengleich iocrterv An 6600 Mtr. Höhe wurde das letzte Lager auigcschlagen und von hier aus sollte die Spitze des Berges gewaltsam bezwungen werden. Das Wetter zwang die Bcrgwanderer, vier Tage in dieser Höhe zu Watten. Ein erster Persuch, die Spitze ZN erklimmen, scheiterte, weil in 6800 Mtt. Höhe eine unüderstttglrche 1 -epaltc die Forscher zm lkmkehr. zwang; am folgenden Tage fanden sie aus crner anderen Seite einen gangbaren Weg, und ani diesem acbeitctcw sie sich, ctira 80 Mtr. Hohe in der Stunde bewältigend, in einem eiskalten Sturm empor. Ueber acht Stunden brauchten sie zur Bewältigung des letzten Stückes der Bcrgbestergnng, bis sie mis der 7200 Mtr. bähen Spitze standen, von wo aus die ganze Karakvrmnkette als nnendtrches, wundervolles Panorama zu Wer- blicken war. Daß die italienische Nagge aus der Spitze des Berges auigevslanzt ivurde und zivar so, daß sic vom Snrw- Talc aus zu sehen ist, veutzcht sich swohl vow selbst.
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Das amtliche Gutachten über i>ie Echtiseit der Gioconda'
Tos amtliche Gutachten über die Echtheit der Gioconda ioird im neuesten Hefte der „Klinstchronik" mitgetcUt. Es lauttt: „Ge- niälde auf Holz, 77 Zentimeter hoch, 53 Zentimeter breit, darstellend das Bildnis der Mona Lisa dkl Gioconda, genannt „La Gioconda", Werk des Leonardo d>! Vinci, ans dem Beil» des Louvre-Mnseums in Paris. Tas Gemälde ist als dasjenige erkannt worden, das im August 9911 aus dem Lmtvre gestohlen iourve und zwar an sol- gcnden Merkmalen (ganz abgesehen von dein Totaleindruck): Die Bildtafel ist über dcni Kopse gerissen und der Riß, der sich auch auf der äußeren Malobersläche deutlich zeigt, ist durch die Einfügung zweier ichmettcrlingsförmiger Klammem ausgebcssert worden, derm obere herausgefallen ist. Ter Riß ioird in der ganzen Länge des Bildes sichtbar. Ans die Rückseite des Bildes sind oben zwei Zettel ausaelcimt. Ter eine trägt de» Ausdruck: Du Ranicau Garde des Tableaur a Versailles, der andere zeigt den handschttstlichcn Bcr- mcrt: Piece du Tirettcnr, Weiter unten rechts (vom Beschauer aus) bcsindet sich der Stempel der königlichen Museen, der in roter Tinte die Kronen, die Lilie, die Jnittalen M. R. und die NuM» mer 316 gibt. Zur Feststellung der Echtheit dient ein genauer, eingehender Vergleich des Gemäldes mit den Photographien, die von verschiedenen Firmen lAlinari, Braun usw.) vor dem Diebstahl angcfettigt wmrdcn. Tiefer Vergleich wurde durch das Vorhanden, sein eines dichten illetzes von Haarrissen «leichte«, das sich über die ganze Oberfläche des Gemäldes ausbreitet und aus allen Photo, graphicn vollkommen übcreinstimmt.
Andere äußere Zufallsmerkmalc des Gemäldes, ivic z. B. einige Flecken auf dein rechten L>a>wrücken, einige Abschürfungen der Farbe am Munde, eine deutliche Korrektur am Kontur des sicchtm Zeigefingers, eine kreisrunde, mit Kitt verputzte Stelle dicht am rechten Ellbogen, einige von oben nach unten gehmde Rillen im 5golz rechts vom Antlitz, das teilweise Fehlen der Farbe an den Fingern der^linken Land — sowie unbestreitbare äußere Ktttcrieir haben die Sachverständigen von der völligm Uebereinstimmnng des beschlagnahmten Mldes mit dem früher ffn Lmwre misge» stellten überzeugt.
Zusamniensasscndes Urteil: die vielfachen, oben beschriebenen Kennzrichcn, die in .ihrer Gesamtheit dos Alter des Gemäldes beweisen »nd unmöglich in vollkommener Weste nachgeahmt sein können, überzeugen unL von der Jdenittät des untersuchten Bildes mst dem Originale Leonardos.
Der Wett des Gemäldes, dessen außerordentliche Bedeutung notottsch seststeht, ist aus einige Millionm zu schätzeir
Prof. Giovanni Poggi, Dr. Netto Tarchiani, Cav' Giukio C-mpili, Bav. Oscar Muzs. — Schttststrhrer: Enttco D. Carlo "
— Eine Ausstellung für Gartenbau und Fried- Hofskgrnst wird, so schreckt unser Hamburger Korrespondent,


