demzufolge ihm die Verrichtung von städtischen Notstand-? arbriicn nicht znaemutet lverden kann. Die täglich: Unter- stnzunr, l eirügt ,0 Pfg. für Unverlieiratetc und eine Marl für Verheiratete, und kann bei letzteren für jedes von dein Arbeitslosen versorgte Kind unter 16 Jahren um 15 Pfg. bis zum Betrage von 1.60 Mk. ^ ranfgefetzt werden.
Die Besteuerung der Zünd Holzers atz- mittel. Die Gcsanitsitzung der Kasseler Hände lskam- m c r hat es a b g e l e h n l, sür eine Besteuerung der Zündholzersatzmittel einzutreten, namentlich aber für eine Besteuerung der sogenannten Rädchen-Feuerzeuge beim Bundesrat einzutreten. Als Begründung wurde angeführt, daß eine Notlage der Zirndholzindustric nicht mehr vorliege, außerdem könne die handelslammcr aber nicht die Hand bieten, einer jetzt blühenden Industrie durch eine Steuer Schwierigkeiten zu machen, nur um einer anderen Industrie kleine und unbedeutende Vorteile zu verschaffen._
Aurlanv.
D i c Reformen in O st a n a t o l i c n. Aus Ko n st L n - tinopel wird berichtet: Die Besprechungen des russilchcn Botschafters v. Gicrz UND de- deutschen Botschaftsrats v. Mut, ns mit dem Großwesir über die Resormen in Ostanatolien und noch nicht abgeschlossen. Ter russische Bolschaster verschob seine Abreise und unterbreitete einige neue Vorschläge.
Kirche unfc S«l)«le.
Bon der Freien l a n d c s k i r ch l i ch e n Vereinigung sür daS Großherzogium Hessen wird uns geschrieben: Die aus den 2. Januar cinberusene Hauptversammlung tagte diesmal in Tarmstadt und war sebr gut besucht. In den Vorstand wurden neu gewählt: die Kreisschutinspekloren Andres ui Lautcrbach und Professor Tr. Frcnzcl in Tarmitadt sowie Pir. Schmidt- Grünbcrg. Für die Bezirlsversammlungen des nächsten Jahres schlug Pfarrer Freundlieb - Vilbel eine Reihe von Vcr- handlungsgcgcnnänden vor. Da die Verhandlungen über diese Punkte der Tagesordnung reichlich Zeit erfordert hatten und die zu dem Vortrag von Pros. l>. Radc aus Marburg über ,,T h e o - logen und Laien" zahlreich erschienenen Nichtmitglieder Einlaß begehrten, wurde die geschlossene Hauptversammlung ausgesetzt und nach begrüßenden Worten des ne l.citreteiideu Bors tzenden an den nun erweiterten Kreis dem Redner das Wart criefft. An den Vortrag Rades schloß sich eine Aussprache, an der sich Theologen und Laien beteiligten. Es wurdeu verschiedene durch die mit lebhaftem Tank und Beifall ausgcnommcncn Aussübrungen des Redners angeregte Fragen erörtert: die durch die Betonung des Lilnr- aischen veranlatzte Verstärkung des priesterlichcn Charakters der Piarrer, das Ertragen fremder Begriffe in den religiösen Zeugnissen der Vergangenheit, die Notwendigkeit der Beteiligung der Theologen am VoikSbildnngswescu sowie der politischen und der sozialen Bewegung, die mangelnde Kenntnis der Laien in kirchlichen und religiösen Dingen und ihr geringes Verständnis für den Wert der kirchlichen Gemeinschaft, das Versagen gerade der intelligenten Schicht bei der Ersüllung der kirchlichen Pflichten, die Passivität der Laien, die in ihren Anschauungen »nangciochten bleiben, wo der Theologe gemaßregelt wird, der Ausbau der kirchenver- sassungsmäsjigen Organe der Äirckse, die Schulung der Laien zur Mitarbeit in kirchlichen Dingen Ui'w.
In der sodann wieder auigenommcnen Versammlung wurde zunächst der „F a l l F u ch £>" besprockten und folgende Entschließung gefaßt :
„Tie Freie landeskirchliche Vereinigung sür das Großhcrzog- tum Hessen bedauert im Interesse der coangclischcn Kirche und Frömmigkeit l. daß das Konsistorium in Münster eine deutsche evangelische Gemeinde nach langjähriger KampseSzcit nicht z» ruhigem Gemeindeleben kommen läßt: 2. daß es Pfarrer Fuchs von dem Amt, zu dem er einstimmig gewählt war, serngehalten hat tuegeu eines Protestes gegen ein Kirchengesetz, den er a»S Gcwisscnsgründeu und auS Liebe zur evangelischen Kirche erhoben hatte ; 3, daß es einem evangelischen Pfarrer die ZnmuMng gestellt I,at, einen ans religiösen Gründen erhobenen Protest zu widerrufen, um sich den Zugang zu dem Dortmunder Pfarramt zu rröfsnen. — Die Freie landeskirchliche Bereinigung spricht Pfarrer Fuchs, dessen religiöse Krall und segensreiche Arbeit in der hessischen Kirche fite sie außer Zlveifel steht, ihr herzliches Vertrauen aus."
Den Schluß der Verhandlungen bildeie die Erörterung der Leitsätze, die der Vorstand zu der bevorstehenden Revision des hessischen Volksschulgesetzes misgesiellt hatte und mit denen er sich noch weiter bcsck»stigcn Ivird Sie fanden die Billigung der Versammlung und werden demnächst veröffentlicht werden.
— Deutsche Handwerker beim Papst. Aus Rom, vom 6. Jan., wird berichtet: Ter Papst empfing heute 150 junge Leute des Vereins katholischer Handwerker in Deutschland, die vvn Piarrer hurth gerührt wurden. Nachdem der Papst den Saal, in dem die jungen Leute sich vcrsammeli liattcn, betreten hatte, bot er ihnen die Hand zum Kusse, während sic eine religiöse Hymne längen. Darauf setzte sich der Papst unter sic. Pfarrer Hcnzler versicherte ihm im Namen der jungen Leute ihre Ergebenheit und bat ihn um den aposwliichen Segen sür den Verein und für die Fahne des Verbandes der katholischen Handwerker, der die Feier seines öOjälrrigen Bestehens beging. Der Papst dankte in seiner Antwort zind wünschte dem Verein alles Gute Er dankte vor allem den jungen Leuten, daß sie nach Rom .gekommen waren, um ihren Glauben dar,„tun und ihre Anhänglichkeit dem heiligen Stuhl gegenüber zu bezeugen. Der Papst iegnete die Anwe'enden, ihre Familien, den gesamten Verband und schließlich auch die Fahne. Ter Ausschuß des Verbandes und daS römische Komiicc statteten daraus Merry Hel Val einen Besuch ab.
Au» Stadt und fand»
(Siieften, 7. Januar 1914.
Die städtische Ueberlandzentrakc Kiesten.
_®it erhalten folgende Zuschrift, deren Ansragen an die Stadtverwaltung hoffentlich beantwort:! werden können;
Unter Bezug,lahme aus Ihren Artikel in stkr. 3 vom 5. 1. 14 wäre es zur Klärung der Sache sür die Oessentlichkcit und die Steuerzahler interessant, Ausschluß über folgendes zu erhalten:
1. Auf Grund welcher Voranschläge wurden die Fernleitungen und die Ortsleitungen vergeben? Ist es wahr, daß keine öffentliche Ausschreibung statifand, sondern die Aufträge freihändig, o hn c Kv n kn r r e n z p r e i sc einzufordern, den Siemens-Schuckert Werken vergeben wurden? Fand diese Vergebung durch die Stadtverordneten oder durch die Tircktivn des Elektrizitätswerkes statt? Wo- durch überzeugte man sich davon, daß die Preise, die man bezahlte, nicht zu hoch seien?
2. Aus Grund welcher technischen Erfahrungen wurden Fernleitungen und Transsormatorcn- stationen gebaut? Wäre» da nicht Ersparnisse möglich gewesen? Tic Leitungen der Provinz und der Bnderasw.-cke scheinen billiger gebaut zu sein? Bor allem sind bei d:r Leitung vom Werk nach Wieseck sehr tm,re schwere Maste auf kurze Entfernungen ausgestellt! hatte die Stadt Gießen einen sachverständigen für die Ueberlandzentrale ähnlich wie die Provinz und die Budernswerie ihn haben (Herrn Geheimerat .Kittlrr von der Tech». Hochschule in Darmstadt und Herrn Banrat Schöberl?)
3. Aus Grund welcher Rentabilitätsberechnung hasst die Stadl Gießen U e b er sch ü s s c zu mad)en'> Die Provinz rechnet bekanntlich sür die ccsten Betriebs- fahre mit keinen Ucberschüjsen aus dem Kraftwerk Walsers- heim, sondern mit erheblicizen Zuschüssen, lrotzdcm die Pro
vinz große Gemeiirden und Städte angeschlossen hat, ivas bei Gießen nicht der Fall ist. ^
** Tageskalender sür Mittwoch, den 7. Jan.: Stadt- thcatcr: »Die Zarin.' Ansang 7 Uhr.
' Der Großhcrzog hat folgcndcn Beamten der Hessisch-Preußischen Eisenbahngeineinschast, auS Anlaß ihrer am I. Januar 1914 erfolgten Versetzung in den Rnhestand, folgende Auszeichnungen ocrlichcn: den, Schaffner Johannes Walter zu Tarmstadt, den, Weichensteller Philipp ^rrgcr zu Alsheim dos Allgcnieinc Ehrenzeichen mit der Jnschriit .Für treue Simile*.
"lieber die Steuerfreiheit der Veschäf ts-
automobile hat soeben das O b c r la n d es ge r r ch t eine wichtige endgültige Entscheidung getroffen. r.cr Inhaber eines Fahrrad- und Nähmaschinengeschästs hielt ein Geschäftsautomobil zur Beförderung seiner Waren nach entfernteren Orten der Umgegend, das als solches ste uersrer war. Der Geschäftsinhaber wurde aber eines Tages dabei bctrossen, als er ohne Waren in Begleitung seiner Frau eine Ausfahrt niachte. Ta somit scstgcstrllt war, daß der Geschäftsinhaber sein Automobil auch zu Per- sonensahrten benutzte, erfolgte Anzeige bei der «teuer- behörde und Strafbescheid. Aus den dagegen erhobene,, Ern- spruch erkannte die Strafkammer auf Freisprechung mit der Begründung, daß sür die Beurteilung d,e hauptzwcckbestim- mung des Automobils maßgebend sei. Ta seststehe, daß der Hauptzweck der Geschäftstransport von Waren sei, so könne eine nur ausnahmsweise Benutzung des Kraftwagens zum Personenlranspvrt auch die hauptsächliche Zweckbestimmung nicht ändern. Das Oberlandesacricht ltzit jetzt dieses Urteil ausgehoben und entschieden, daß jeder zum Personentransport benutzte Kraftwagen, auch weirn dieser nur vereinzelt erfolg:, der Besteuerung unterliege. Der Geschäftsinhaber wurde deshalb der Steucrhi'ul erzieh uug sür schuldig beftindeu und zu einer Geldstrafe verurteilt; er hat auch die Kosten aller drei Instanzen zu tragen.
** hessische Landwirtschastskammer. Ter ge- stcin vormittag 1» Uhr von dem Vorsitzenden der LandwiltschastS- lämmer, Oekonomierat Walter, erössncte Vortragskursus war sehr zahlreich von Landwirten auS dem ganzen Groß- herzvgtum besucht. — Als erster Redner behandelte Gcheimerat Prosessor Tr. Edlcr-Jena das Thema: lieber einige wichtige bctricbSwirtschastlichcFragcn. Redner behandelte ins- besondere die Frage über Zweck und Ziele im Gutsbetrrcbe, das Verhältnis und die Athängigkeit des Reinerirags vom Rohertrag und die Faktoren, die aui beide Einfluß haben. Ferner sprach er über den Einsluß der Arbeitskosten und des Preises der Produkte aui den Ertrag. Bezüglich der Ausdehnung der Nutzviehhaltung kam er zu dem Ergebnis, daß sie im allgemeinen den landwirtsch. Betrieb rentabler mache, daß aber die Ausdehnung von Fall zu Fall zu entscheiden sei. Das gleiche gelte für die Frage, ob intcnjio oder extensiv zu wirtschaften sei. —- Ten Meilen Borirag hielt Prosessyr Tr. Kr a c me:- Hohenheim über das Thema: Uebcr die Ziele in der R i irdv ic h z u chtz. Ter Redner stellte fest, daß das Zuchtziel iich ausbaucn müsse ans der Grundlage, die im Laute von Jahrzehnten geschaffen sei: ob die Wahl dieser Grundlage bezüglich der Raffe damals richtig gewesen sei, könnte heute nur geschichtlich betrachtet werden. Das Zuchtziel müsse bestimmt werden durch die gegebenen wirt- schaitlrchcn, Absatz- und betriebsicchnffchen Verhältnisse des betreffenden Landes. Tic Rinüvichzncht Hessens müsse auS der Zucht des Simmentaler Rindes oder des LandschlagcS das Tier heronszüchten, das den Ansorüerungen der kleinbäuerlichen Betriebe entspreche. Tie Zucht des schwarzbunten Nic- derungsrindcs sei unbedingt ein Fehler.
■** © t a b 1 11, e o t e t. Man schreibt uns: Zur Erstaufführung von Ost. Wildes Schauspiel „E i n c F r a u o h n e B e d e u t n n g" am kommenden Freitag dürste einiges aus der Besprechung der „Frankfurter Zeitung" bei der Erstausführung am dortigen Schauspielhaus interessieren. Es heißt da: „Als charmantesten Causeur empiand man zweifellos Herrn Oskar Wilde, ob er nun die Gäste auf Lady hunstantons Landhaus mit seinen ebenso paradoxen wie unmoralischen Maximen erschreckte oder mit der interessanten Mrs. Allonby flirtete und ein graziöses Florettgesecht spitziger Frivolität führte oder ob er dem guten Järngen. -Gerald Arbuthnot bet einem Glas Champagner die seine Kunst epikuräischcr Lebensführung dozierte. Wenn er so in seiner skeptisch überlegenen 2?rt über Liebe und Ehe, über Vernunit und Lcidcnschast, über Häßlichkeit und Schönheit der Frauen, über das wahre Wesen der Männer und den Grundzug der Gesellschaft philosophierte und medisierte, dann hörte man ihm mit dem größten Vergnügen z», freute oder gruselte sich über das schöne wilde Tier, däs sich da so erstaunlich produzierte.
** Diebstahl. Gestern abend wurde die in einer Gartenhütke der oberen Bahnßofstraßc zum Trocknen ausgehängte Wäsche gestohlen. Der Diebstahl ist gegen 8V» Uhr ausgesührt worden, denn als der Eigentümer, der zwei Stunden später seinen Berlust bemerkte, in der Nachbarschaft Umfrage hielt, konnte die Täterin fest gestellt werden. Einige Personen hatten nämlich zwischen 8 und 0 Uhr eine sehr verdächtig aussehendc Frau gesehen, die ein Bündel mit Wäsche aus dem Rücken trug. Der Name der Frau konnte festgestellt lverden. Die sosort herbeigerusene Polizei nahm noch in der Nacht eine Haussuchung bei der Verdächtigen vor und fand die Wäsche vor, deren Wert sich ungesähr aus 40 Mk. beläuft. Tie Täterin wurde in Haft genommen, da die Möglichkeit besteht, daß sic an den anderen Einbrüchen beteiligt ist.
"DieTheaterbejucher (Fußgänger) werden, wie uns von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, ersucht, nur die neben der Auffahrt zum Theater gelegenen Fußsteige oder die anderen durch die Anlagen führenden Wege zu benutzen umd das Theater nur durch die seitlichen Türen unter den Balkonbauten zu betreten und zu verlassen. Jedes Betreten der Fahrbahn ist nicht nur störend sür den Wagenverkehr, sondern auch gefährlich für die betreffenden Personen.
** Eintritt Freiwilliger im hiesigen Rest i nr e n t. Das Regiment bittet um Aufnahme nachstehender Notiz: Jungen Leuten, die beabsichtigen. bei dem Infanterie- Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr. 116, sowie bei der Ma- schinen-Gewchr-Konrpagnie in Gießen in diesem Herbst als Freiwillige einzutreten, ivird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen später Schwierigkeiten entstehen/Die Meldung aus dem Regimentszimmer kann an jeden, Dienstag vormittag erfolgen. Besonders erwünscht sind: Schuhmacher, Schnei'- der, Sattler, Sck,miede, Stellmackzer, Schreiner, Schlosser, Köche, Maler, Weißbinder. Mechaniker usw.
Landkreis Gießen.
« t a u f e n b e r g, 6. Jan. Am Montag wurde der Cmtvohner Z. von dem Wachtmeister Brück-Lvllar verhaftet Wie man Hort, soll er dem Gericht vorgefllhrt werden da er sich mehrmals der Verhandlung entzogen hat Es sollen ihm viele Falle von Zechprellereien und Schwindeleien zur Last gelegt werden.
Kreis Schotten.
M Babenhausen. 6. Jan, Bei der Gemeinde. ratSwahl im September wurden Konrad Hosmann IV., August Wenzel und Wilhelm Jung gewählt. Auf ein ano-
ngineS Schreibe» hin wurden voui streisauit Schotten, wegen Unrcgcliiiäßigkeiten vor der Wahl, Erhebungen angestellt. Daraushi» ist die Wakl von dein llreiSauSschuß Schotten für ungültig erklärt worden.
■i. Sichenhausen, 6. Jan, Am 5. Januar wurde Sic Inestge Lehrerstelle durch Lehrer!<arl Bernhard, der bisher in Tarmnadl tätig ivar, endgültig belegt. Seit 1. November, den, Weggaiige bes beliebten Lehrers E , g l e r, ist die Schule durch einen noch junge» Herrn uaniens T ö p i c r verwaliet Ivorden.
Arcis Fricdberg,
Friedberg, 6.Jan. Eine vollkommene Umwandlung hat mit dem l. Januar die Organisation der Krankenkassen im Kreise Friedbevg ersahrcn. Tic gemeinsamen Ortslrankcnkasscii Assenhcim, Butzbach, Nieder-Wöll stadt, Reichelsheim und Vilbel sind vom Großh. Ober versicherungsamt Tarmstadt geschloffen ivorden. Im Kreise bcstehcii von jetzt ab nur noch z iv-ci Ortskrankenkassen, di: dcn Stadtbezirk Bad-Nauheim umsasseude Allgemeine O r t s i r a n ke n k a s s e Bad-N-auheiw und die Allgemein e O r t s i r a n k e n k a s s c F r i e d b e r g, dir den übrigen Teil des Kreises umfaßt. Die versicherungspffich- ligen Milglicder der.Ortskrankenkassen AsscnhriP, Buhbach, Nreder-Wöllstadt, Reichelsheim und Vilbel werden Mitglieder der Allgemeinen Ortskranlenkasse Friedberg.
8 Bad-Nauheim, 6. Jan. Ter VortragSvcrcin veranstaltete heute einen Vortragsabend. Pros. D. Tr. Dicht vom Fried- bergcr Prcdigerseminar sprach im Sprudel-Hotel über „Au-.- dcr Geschichte der Kirche auf dem Johannisberg". Aus Grund eingehender ?lk cns.u ica lonnie der Redner mit mmr-chen sagcnhasten Ucbcrlieierungcn autr-üumcn uich mit ganz neuen Forschungsergebnissen hervortrelcn. Besonders ffrlercssant ist dü- Geschichte der Kirche mährend der Resormationszeit. Nicht, weniger als drei Resormationen sind über sie wegg^ogcn und haben sie lim ihre Bedeutung und zuletzt um ihre Existenz gebracht. Mit dem Einsetzen der katholischen Gegenrejormation in Niedcr-Mörlen hört sie 1606 aus, ein Gotteshaus zu sein, und im Dreißigjährigen Krieg ist sie eine Ruine geworden, aus deren Resten der lteutige Aussichtschrm aus dem Jol>a»nisberg steht. Der Redner glaubt mit Bestimmtheit, daß Ausgrabungen in der llmgebwig des Turmes zu bedeutsamen Funden und Ergebnissen sührcn werden.
t. Vilbel, 7. Jan. Ein dieser Tage von Frankfurt kommendes Fuhrwerk kam in der Frankfurter Straße ani Schöllbcrg ins Rutschen und riß mehrere dort angcpslanztc Bäumchen um. Ten Fuhrmann trifft keine Schuld. Der llnsall ist daraus zurück- zusühren, daß die Straße sehr glatt war. — Aui nächsten Sams tag veranstaltet der Ausschuß sür Volksvoilcsungen im Saale zuitt Piau einen Theaterabend. ES kommen zur Aui- sührnng „Tic lustigen Weiber von Windsor", von Shakespeare. — De, Deutsche Flottcnvercin — -Ortsgruppe Vilbel — veranstaltet nächsten Sonntag im Saale zum Kühlen Grunde zwei Lichtbilder- Vorführungen, bei denen -Oberbürgermeister a. D. Schäfer aus Tarnistadt über die Notwc»i»gkeit einer starken demschen Flotte spricht.
Starkcnbury und Mhciiihcssen.
m. Offcnbach, 7. Jan. Nach den bei dem städffschen
Steneramt gemachten statistische» Auszeichnungen betrug die E i n - w-v h n e rz a h I der Stadt Ojsenbach einsch-l. des Stadtteils Bürgel am I. Jannai 1914 81380. Am l. Januar 1910 zählte Oitcn- bach 16 806 Familien und 75 593 lftnnwhner.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 6. Jan. In der heute abgchal- tcncn Vollversainmluna der Ha n d e l s kam m e r wurde Geh. Kommerzienrat A. Haurand, der seines hohen Alters tvegen auf eine Wiederwahl zur Handelskammer, der er 39 Jahre lang als Mitglied angehörte, verzichtete zuin Ehrenmitglied der Handelskammer ernannt. Haurand stand an der Spitze derer, die das Tabakmonopol im Jahre 1878 und später mit dem Erfolg bekänipften, daß diese Bestrebungen aufgegcben wurden Im Ansang dci 80er Jahre fungierte er als Handelsrichter; er gehörte serner dem Bezirkseisenbahnrat von 1886—1897, dem Groß- herzoglich hessischen Eisenbahnrat und 15 Jahre lang, von 1863—1897, dem preußischen Landeseisenbahnrat an, in dessen engerem Ausschüsse er lange Zeit tätig war. Auch als Mitglied des Ehrengerichts der Frankfurter Börse, eine zeitlang als dessen stellvertretender Borschender, war er tätig. Geheimrat Andreac stattete dem neuen Ehrenmitglied den Dank der Kammer für seine Tätigkeit in ihrem Dienste ab. In seiner Erwiderung hob Herr hanrand her vor, daß das hohe Verständnis, das die .handelskamnrer ftir die Förderung des gewerblichen Lebens stets bewiesen habe, ihm immer ein leuchtendes Vorbild gewesen sei, und daß er die kollegiale und freundschaftliche Mitarbeit der handels- kammermitglieder stets in dankbarer Erinnerung bewahren werde. — Bei her Wahl deck Präsidiums wurde das bisherig« Präsidium, Geheimrat Andreac als Präsident, Gehmmrat R. v. P a s s a v a n t als erster, Kommerzienrat E. Ladenburg als zweiter Vizepräsident, einstimmig wiedergewählt.
L Köppern, 6. Ja», Im Jahre 1912 wie auch 1913 wurden hier je 37 Knaben und 27 Mädchen gebaren.
Gerich»»»aal.
w. Frankfurt a. M., 6. Jan. Der Prozeß gegen Karl hvpt wegen vierfachen Mordes und dreifachen Mordversuchs, der Montag, den 12. Januar beginnt, wird voraussichtlich sün. Tage dauern; doch ist vorsichtshalber zur Durchführung der Bcr Handlung eine Woche der Schtrur^erichtsperiode freigehaltcn worden. Zur Verhandlung sind l8 Sachverständige und 49 Zcugcn geladen worden. Für die Zuhörer, die nur gegen Einlaßkarten Zutritt zur Verhandlung erhalten, sind nur ctzva 25 Plätze frei, während die Zähl der Anmeldungen sür die Karten schon über 300 beträgt.
W. B e r l i n, 5. Jan. Der praktische Arzt Dr. G o l d st e i n und der verantwortliche Redakteur des „KleinenJournals" Noack hatten sich heute vor der 3. Strafkammer ÄeS Landgerichts Berlin I wegen Beleidigung der katholischen Mffsionare des Rhcinlandes zu verantworten. Die Stvastammer erkannte nach längerer Erörterung aui die Einstellung des Verfahrens, da der Kölner Erzbischof laut eines Gutachtens des Geheimen Justizrats Professor Stutz- Bon» nicht strafantragsbcrcchtigt ivar und die späteren Strasan- träge des Vorgesetzten der Missionare und die Strafanträge der Bclcidigien selbst nicht rechtzeitig gestellt wurden.
w. Kiel, 6. Jan. Vor dem M nrine kriegsgckicht verantworteten sich wegen militärischen Aufruhrs die Matroscnartilleristen Kocpke, Webcr^, Langenbeck und L e ck c s e l d. Sic verweigerten am Fort Stosch im Kieler Haien Niit anderen nicht ermittelten Kameraden einem Vizcikucrwerkcr. der Offizierdienst tat, den Gehorsam und skandalierten. Koepke wurde zu drei Jahren vier Monaten, Weber zu zwei Jahren neun Aionaten und die beiden anderen zu zwei Jahreik acht Monaten Gcsängnis verurteilt.
!tiiittctii(äts<nacftrid)Kn.
Hk. Stiftung. Sie in Karlsruhe verstorbene Witwe des praktischen Arztes Dr. Friedrich Netz, Iba geb. Eiscnlohr, hat durch letztwrllige Beffügung zugunsten der Heidelberger theologischen Fakultät die Summe von 30 000 Mark vermacht. Mit diesem Kapital nmrde bei der llnivcffität eine Stipcndienstif- tung für Studierende der evangelischen Theologie badischer Herkunft errichtet.
— Der Assistentin an der Biologischen Versuchsstation für Fischerei in M ü n ch e n Dr. Marianne P l c h n ist der „Prosessor- titel" verliehen worden.


