n«m ba# SeuBctn >mrö weiterhin von iRabosSlaiuom geleitet, der mit der gegenwärtigen Svbranic arbeiten zu können hofft, vor ausqesetzt, dag der verschiedenen Parteien in patriotischer Weise hierzu geneigt sind.
Ueber den wehrbei'rag.
G i e ß e n , 5. Ja»
Der non dem hiesigen B ü r g c r v e I c i n im Saale des Hotels „ßm&orn" scraulafttf zeilgemäßc Port rag bei Finanzanilmgn ns M cner „Ueber den Wehibeiirag" war irotz der nngünstigen Witterung ausserordentlich zahlreich besucht, In seiner Begrüßung stresste der Vorsitzende, Lehrer Valentin Müller, kurz die Notwendigkeit und Bedeutung der Wehrsteuer und erteilte dann dem Vor tragenden das Wort, Seiner aussührlichcn Darstellung sei solgcndcs entnommen:
Die am 3, Juli 1313 beschlossene Wehrsteuer beruht ans dem Prinzip der Lciilungssähigkcit Ihr Rückgrat ist die Ein ko m m r n st e ue r, zu der noch nach Miguelschrn Grundsätzen,eine Ergänzunassteuer, Vermögenssteuer genannt, hinzulritt, ganz ähnlich also, wie wir dies in Hessen schon halten. Eine bündige Erklärung der Begrisse Einkommen und Vermögen bietet das Gesetz aus Zweckmäßigkeitsgrnnden nicht. Voll den bisherigen Reichs gesehen weicht es insoscrn ab, als diese in ihrer Mehrheit seit 1870 indirekte Steuern betrasen und betreffen muhten, um den einzelnen Bundesstaaten, die auf direkte Steuern angewiesen sind, ihre Lebensmöglichkeit nicht zu rauben. Die üblichen, an das Reich von den Einzelslaaten abgesührten, auf die Kopszahl ausgerechneten, sogenannten M a t r i k u l a r b e i t r ä g e können einen Anspruch ans ideale, gerechte Besteuerung nicht erheben.
Der Wehr beitrag ist indessen nur eine einmalige, außerordentliche B e sh e u e r u n g , die in drei Raten in den Jahren >314, 1313 und 1318 entrichtet werden mutz. Massgebend für die Heranziehung zur Wehrsteuer ist das Einkommen und Vermögen, wie es sich am 31,Tezenlber 1313 Vorland, Bon der Besteuerung verschont sind Einkommen bis 2000 Mk, bei einem Vermögen bis ,30 000 Mk, Einkommen von 2000 bis 4000 MI, bei einem Vermögen bis 30000 Mk, und endlich Einkommen über 1000 Mark bei einem Vermögen bis 10000 Mk, Wer also weniger als 2000 Mk, Einkommen und weniger als 10000 MI Vermögen bc sitzt, ist von deni Wehrbeitrag befreit. 'Aktiengesellschaften, deren Reserven geweinnützigen Zwecken zuaewandt werden, sind eben solls freiqelassen, Vergünstigungen bestehen ferner für Familien Väter, die mehr als drei minderjährige Kinder besitzen oder drei und mehr Söhne im Heere »der in der Marine haben, Steuer- vilichtig sind alle Reichsdelltichen, auch wenn sie innerhalb zweier Jahre verzogen sind, sowie die Angehörigen auiserdentscher Staaten, die sich im Deutschen Reiche gewerbsmäßig anskalten Das Per mögen von Mann und Iran, in Hessen auch das der Kinder, wird zusammenqcrechnct. Die Veranlaanng stützt sich auf Grundver mögeli, Betriebsvermögen und Kapitalvermögen.
Im großen und ganzen empsieblt der Redner, den gemeine» Wort oder Verkausswert cinzuietzen, da der andernfalls eintrelende augenblicklichr Vorteil durch die in 1317 zu erwartende Bcsitz- steuer Vermöaenszuwachsstenerl niebr als ausgewogen wird. Dauernd landwirtschaitlichen oder gättnerischc» Zwecken dienende Grundstücke werden mit dem Machen des Ertrags cinacichätzt. Der Pachterlös bietet bierbei einen einigermaßen sicheren Andaitsvnnkt, B-i Gebäuden ermitteli sich der lfrtraaswert aus dem 2,ftiachcn der Miete, wie sie sich ans drei auicinanderiolgenden Jabren ergibt, wobei noch in Betracht zu ziebrn ist, datz für Instandhaltung ein Tvfinitcl in Abzug gebracht lverden bars. Vor einer Ucbersvannunq der Jnstandbaltungskostcn, die übrigens auch nicht mit Instand setzuttgsaufwendungen verwechselt werden dürfen, must auch liier ans oben angegebenem Eirunde dringend gewarnt werden.
Bei Angabe des Betriebsvermögens ist eine abschriftliche Einreicknina der letzten Vermögensbilanz lam besteil der vom 31, Dezember 1313) zu empfehlen. Wenn auch im allgemeinen der Fakturenwert einzusetzen ist, so m»s; doch auch die Konjunktur berück- sichtigt werden, so dost dementsprechend etile Höher- oder Minder Wertung einzntreten hat. Was die Wertpapiere anbetrifft, ist die Einreichung der von den Banken anznsertigende» Derreichnisse der Kurs oder Verkausswerie anzuraten. Statt des Rückkaufswertes der Lebet,sversicherungen, der oft schwer zu ermitteln ist, können »uei Drilteile der cingezahlten Prämien anaeacben loerdeii. Ter Abzug der Schulden ist natürlich gestattet, kleine Hanshaltnngs schnlden sind nicht abzugsräbig, Da die Durchstaisefting des Tarifs ziemllch schlvierig ist, erscheint es zweckmäßig. die im Buchhandel erschienenen Bcrechnniigen dieser Art zu Krilnbe zu legen, Tie zur Abgabe von Wehrbciträgen verpflichteten Personen erhalten nächster Tage tarn Finanzamt die für die Steucrerklärnnaen be stimmten Farmnlare zugestellt, die in der Zeit von, 1.1. bis 28. Januar auSgesüllt jmh unterschrieben zurückzuschicken lind. Den Tatsachen -uwiderlanfende, also wissentlich unrichtige Angaben werbe» Mit lwhen Strafen belegt, Talkei ist der Prranlagvngs- ausichnß geictzlich bereckiligt, Zeugen zu vernehmen, uud tu, Falle eines SirawersabrenS sind die Banken und Sparkassen bervilichtct, Anskunst zu geben Wichtig ist der Paragraph 88 des Gesetzes, der besaat, dast bisher nicht anaegebene, alt» der Destenernng ent '.oacne Beträge nicht strafsällig sind. Mit der Inschrift eines Sckwar,Wälder BauermhauseS schlost der Vortragende seine Aus- siihrungcl,: „ES reckst zu »lachen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann",
Tic am Schluß gesteMcn Anklagen wurden von den, Redner sachlich erffiut ert.
Aus Stadt und Land,
Gießen, 6. Januar 1314. Nvtsiandsarbcite»,
Der Winter ist ein barbarischer Gesell, Die kühlen >„id kalten Tage, die er mitbringt, sind für die Minherbemifteiten leine rosigen. Er verlangt vermehrte Ausgaben, Tic dünnen fad>-nscheinigen Armenllerdcheii ichützen nicht genügend gegen den Frost, Rene Kleider kosten Geld, Die Wohnungen müssen geheizt werden imo Kohlen und Holz sind teuer. Dazu komnit, bas- die Kälte ganze Nernisschick ten, so bas Manrergcwerbe, au» lange Zeit lahm legt und damit so manchem Familienvater jeglichen Verdienst nimmt So ist der Winter die Zeit der Armut geworden, Besonders üie Zeit der verschämten Armut, die cs nicht übers Herz bringt, die städtischen Armrlwerwaltnngc» oder Private Wohltätigleitseinrich- tunaen in Anivrnch zu nehmen. Diese von der Roi Versvigten vntden aber jede Gelegenheit gerne anigretsen, die es ihnen er möglicht, durch ihrer Hände Arbeit — wenn auch notdürftig — ihr tägliches Brot zu verdicnen.
Durch unsere moderne Komniunalpolitik geht nun der erfreuliche Zug, durch praktische Mittel dieseni Heer der meist ohne Verschulden Arbeitslosen Arbeitsgelegenheit zu sckmiien, Gerade das vielsältigk Arbeitsgebiet unserer modernen Ttädtever- inaltung bietet hierfür so manche Gelegenheit, Tie Arien der Ral- standsarbeiten lind so monnigsach. daß jede Stadtgenleinde irgend eine beschlossene 'Arbeit, die sonst im Frühjahr zur Anssührnng kommen soll, schon in den Äintrrmonaien bcginiien und von ihren Kollegien die, Mittel dazu bcrcitftelfeit läßt Die Pflicht der Er möglichung und Schäftung von Rotstaildsarbeiteu darf aber nickst allein gilt den Staat und die Gemeinden abgeivälzt werden. Auch P r i v a t e können hier viel Gutes tun. Es gibt so manckie Arbeit, die man schon im Winter gut vorberefteil »der aussühreu lassen kan», ohne daß Mehrkosten entstehen Es dark sicher sein, daß, loeiiii Staat, Gcnieinbe und Private sich srühieilig »ach Rotstands- arbeiten umsehen, dann die winterliche Arbeitslosigkeit fast völlig 'xrickinnnden wird, und daß damit von vielen Familien Kummer und Sorgen serngchaltcn ivürden, die sonst einem ticstraurigen JahreSoniang entgegengehen,
»
'^Tageskalender für Dienstag, 6. Ja». Etadt- «hcater: .Die ivanische Fliege', Ansang 8 Uhr.
** Der Gro ß Herzog hat den Kroßh, Hess, Konsul tn Hamburg, Olenerallonsul Friedrich Wilhelm Kempfs, aus sein Nachsuchcai von diesem Amt >enthoben, am .3, Oianuar den Hochbailaiissehcr Wilhelm W etz in Worms mit Wirkung
voin 1, Januar 1914 zum Dammeister bei den, Wasserbau- amt Mainz ernannt,
** Offene Lehrerstelle, Erledigt ist eine mit einem tatholischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Gorxheim, Kreis Heppenheim,
** Herr Dr, Spohr legt, wie er uns in einem Schreiben vom 3. Januar mitteilt, Gewicht ans die Feststellung, daß er »nS drn bekaniiten „Ossencn Brief an Herr» Oberbürgermeister Mccum" nicht als „oisenen Pries" bezeichnet und übersandt, sonderii daß er uns bloß einrn privat an Herrn Oberbürgermeister MtciiNi gerichtete» Briet zur Beringung gestellt habe. Wenn einer Zeitung in solchen össentiichen Angelegenheiten derartige Tatsachen Und Einsendungen zngeschickt werden, so pflegt man anzunchmen, daß sie für die Ocsscntlichkcit bestimmt sind, falls nicht eine besondere Bitte beigefügt wird. Die Angelegenheit verdient übrigens noch eine nähere Beleuchtung, Wir möchten mit unserer Einsicht nicht zurückhalten, daß Herr Dr, Spobr mit seinen scharten Wendlingen gegen Herrn Oberbürgermeister Mccum sich im Unrechte befindet. Wir hatten von vornherein üsienllich sestgestellt, daß wir von bei! uns zur Verfügung gestellten Aussührungen des Oberbürgermeisters tn der Stadtverordnetenversammlung das Wesentliche Mitteilen wollten z drei oder vier Sätze des Oberbürgermeisters, die nicht streng zur Sache gehörten, haben wir weggelassen, hauptsächlich auch ans dem Grunde, mit überflüssige Auseinandersetzungen zu vermeiden. Herr Svobr hat die Sache viel zu sehr aus das persönliche Gebiet übertragen. Es ivar sachlich und berccknigt gewesen, daß Herr M e c n ni sich gegen die ans ungenügender Information beruhenden Vorwürfe des Herrn Dr. Tvohr wehrte und dieser ist im Irrtum, wenn er meint, der Oberbürgermeister habe sich kn öffentlicher cotadt- ratssitzung nicht ebenso »ssenhcrzig mit ihm, Dr, Spobr, beschäftige» dürfen, als cs umgekehrt Herr Spohr als. Angreiscr Mit Herrn Mccum getan halte,
Herr Dr, Svobr hat unsere bricslichc „Bestätigung" in seinein geharnischten Brief an den Oberbürgermcisler wieder einmal falsch gedeutet. Wir hatten Herrn Spohr ans seine Anfrage wörtlich erwideri:
„Sic meinen, wir hätten uns diplomatisch nusgedrückt, indem wir Sir nicht hätten wissen lassen, ob der Oberbürgermeister Sie, den Abwesenden, angegrsssen habe oder nicht. Der Oberbürgermeister Hai, wie wir von vornherein berichtet haben, in der Tat sich auch gegen Sie gewandt, indem er erklärte, er hätte erwartet, daß ein öffentlicher Anwalt sorgfältiger zu Werke geht, wenn er öffentlich gegen eine Behörde so scharfe Angri'se erTjebt. Weiter tat er bemerkt, dass. Sie mit dem Borwuri, die Stadt spettiliere ans dep Schaden Einzelner, leick.iiertig die Sladtver- wallimg brrabgrsetzt hätten. Weitere persönliche Angrissc, wenn Sie das io nennen wollen, sind in der Stadtvcrordnetenjitziing nicht erfolgt,"
Tiefe Sätze des Oberbürgermeisters hatten w i r in dem Expose gestrichen, weil wir uns nicht als Jnformationsburcau des Herrn Spohr betrachte» und wie schon gesagt, überfTüffige Auseinandersetzungen vermeiden wollten, Run sind uns diese doch nicht erspart geblieben, aber wir dürfen jetzt doch wohl annehmen, daß Herr Tr, Lpohr seine KricgSzüge nun cichlich cin- stellt und friedlich in sein Wigwam zurückkehrt,
** Das neue Gebäude der O b e r r e a l s ch n l e. Am Montag morgen fand die Uebersisdelung sämtlicher Klassen der O b errca l s chU l e und der Vorschule in das neue Gebäude in der Bism ar ckstrafee statt. Die feierliche Einweihung soll bei Wiederbeginn des Unterrichts »ach Ostern stattsindcii,
** Freiwillige Sa nitä t scko l o n n e, Dem Mitglied Adolf Müller wurde am gestrige» Uebungsabend ein Diplom mit lobender Anerfennung des Kaiserlichen Kommissars der frciw, Kranlenp|leqe und die Auszeichnungs- borte für neunjälirige vorwurfsfreie Dienstzeit verliehen,
'• Der städtischc S c cf ifcf) m a ett, der in der Weihnachtswochc und zwischen den Jahren eingestellt ivorden war, wird von Donnerstag ab wieder allwöchentlich regelmäßig abgchaitcii.
" Widerstand bei derVerhastiing. Ein Menschen- aiiflauf entstand am Montag morgen in der Schloßgasse. Ei» Mann, der zur Ablegung des Osscnbar» ngS- ei des vcthastet werden sollte, setzte dein mit der Verhaftung bcanstragte» Bcaniten einen solche» Widerstand entgegen, daß dieser von der Polizei Hilfe holen inußte. 9tnf den Schutzmann drang der Unhold mit Messer und Schürhaken ein, und es entstand ein regelrechter Kamps, bei dem es aber glürklichcrioeise mit einigen Kratzivnnden und Kleidcrdcsektcn abging. Erst als zivei weitere Fchntzleutc zugezogen ivurdcn, gelang den vereinten Kräften de? Widerspenstigen Zähmung, und er wurde, begleitet von einer neugierige» Menschenmenge, zum Gcrichisgebäudc abgesührt.
"" Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Rr, 28> voni 30, Dezember, hat folgenden Inhalt:
I Bekanntmachung, Aendrrung der Postordnung vom 20, März 1300 brtiessend, 2, Bckannttnachung, die Anssührnng des Gesetzes vom 18, Februar ldll zur Abänderung des Gesetzes über die Fürsorgckassc für die Beamten und Bediensteten der Landgemeinden und K'ommnnalvcrbände betresscnd, 3, 'Bekanntmachung, die Gründung eines Wasscrversvrgungsverbandes gcil- haid-lßeorgenlmuien beiressend, 4, Bekanntmachung, die Art und Jorni der Rcchniingssührung der Orts-, Land-, Betriebs- und Jnnungskrankenkasien betrcssend, - 5, Bekanntmachung, die Einteilung der Stadlgemcindc Tarmstadt in zwe, OrlsgerichtS- bezitke und Standesamtöbczirke bctressend - 6, Bekanntmachung, die Befugnisse des Steueramts Bensheiln brlreffend, — Das Regierungsblatt Rr, 23 vom 31, Dezember 1913 betrisil: 4, Beiordnung/ die Ergänzung des §32 der Fleischbcschauord- nung vom 9, April 1903 betressend, 2. Bekanntmachung, die Deutsche Arzneitaxe 1914 betressend 3, Bekanntmachung, die Anssührnng des Gesetzes vom 8, August 1902 über die öffentlichen Sparkassen bctrcfscnd.
Landkreis Gietzen,
Burkhards sei den , 4, Jan. Heute tagte ui, taafe der Hossmannschen Wirtschaft der Turnverein Gut Heil" sstach zufriedenstellender Erledigung der Vereinsgeschäste sür 1313 schritt man zur Reuwahl der Vvr- staiidsmitglteder; es wurden mit ctnrr 'Ausnahme die bisherigen Vorstände wiedcrgewählt. Der Porsitzendc H, M ö- lus teilte mit, daß der Verein in Gemeinschaft mit dem Kriegerverein die Kaisers-Gedurtstagsseter auf den 2,3, Ja nuar festgesetzt hat,
k, Geilshausen, ,3. Jan 'An, Sonnwg nachmittag hielt ^ekonmniclat Weitzel Lich im Bcckrrschen Lokal einen land wntschalttichcn Portrag. Tie Versammlung war gut besucht und die Anslübinnaen des Vortragenden über richttge und genügende rüNgnng der Bäben wurden in Hinsicht ans die im vergangenen Her!» abgeschlosiene Feldbereinigung mit großem Interesse aus- gcmnnmcn. Im Anschluß an den Vortrag gab Ockonomierat Weitzel aui Bciragcn wertvolle Winke über Anlage und Bestellung neuer Wicscnslächen.
e-, Langsdorf, der elektrischen Leitung.
4, Jg», Heule abend versagte ein Teil
Kreis Lautcrbach,
Laurerbach, 4, Jan, In den Waldungen bei Eisen- vach und Blitzenrob und Männer aus Tbüringcn mit dem Pflücken der Fichtcnzavicn bcschästigt. Die Zavsen gehen in Eiienbalm- wagen nach Ihüringcn, Fitr den Zentner Fickftcnsamen werden .dort 300 Mark bezahlt,
s, Frischborn, ,3, Jan, In Hanau im Hause seiner Tochter starb nach längerer Krantlzeit im Alber von 74 Jahren Fabrikant Jakob Müller von hier, langjähriger fachmännischer Leiter der hiesigen, von seinem Schwiegervater Weiß begründeten Leinenfnbrik, Als Belerrrn
vom Jahre 1806 und tangsährigcr Präsident des hiesigen Kriegerveretns war er weit bekannt, Biele Jahre nnib er Mitglied des Gemeinderats und bis zu seinem Tode Kärchen- vorsieher und stellvertretender Abgeordneter zur Dekanals- sßiiode, Lluch ivar er vcrschiedenemal als Geschworrner in Gießen tätig. Die Leiche wird hier av> Mitiwvch nachmittag beerdigt,
Kreis Friedbrrg,
t. Vilbel, 6. Jan. In der Nacht aus Montag gegen 3 Uhr wurden Bewohner der Frankfurter Straße durch Hilfe- rufe erschreckt. Eine Frau, die ein kleines Häuschen allein bewohnte, stand im Nachtgewandc am Fenster und ries um Hilfe. Der zufällig vorübergehende Nachtwächter stieg, da die HanStüre vcrschlostcn war, aus einer Leiter zum Fenster hinein Die Gendarmerie, die auch allarnliert wurde, nahm eine Hans- snchnng vor. fand aber keine Spuren, die auf eine» etwaigen Einbruch schließen ließen. Die Türen, die am Abend von der Frau verschlossen worden waren, ivaren noch sämtlich zu. Die Frau sagte mit Bestimmtheit an?, einen Mann in ihrem Schlafzimmer gesehen zu haben, ES ist anznneiWien, daß cs sich uni ein Traimigebilde handelt.
L, Asfenh eim, ,3, Jan, Bei der in der hiesigen Ge marliliig abgehaliencii Treibjagd wurden 273 Hasen zur Strecke gebracht,
t. Har heii», 5. Jan. Der vor etwa vier Wochen einstimmig zum zweiten Male zuni Bürgermeister gewählte Friedrich Jakob Schniidt-Harhcini wurde heute vom Großh. Kreisamt Friedberg bestätigt.
Slarkeilburg und Nheinhessen,
rin, D a r in sta d t, 3, Jan, lieber das Bkrmögen deck seil dein Weihnachtsabend von hier verschwundenen Kolonial Warenhändlers G, ,h e b c r m c li 1, der in der Stadt mehrere gutgehende Filialen unterhielt, ist nunmehr der Konkurs eröffnet worden. Wie inan hört, ist die Unterbilanz ziemlich beträchtlich, doch sollen hauptsächlich auswärtige Firmen in Kaffee, Wein u. dgl, geschädigt ivorden sein,
Kreis Wetzlar,
— Hörnsheim, 4. Jan. «euer» abend übernahm Alber Engel die Gastwirtschaft »Zur Traube', die tortan de» Namen ,Z»e goldenen Krone" trägt, Engel ist ein Enkel des früheren Wirtes Johann Volk,
Hessen-Nassau,
f| Marburg, 5. Jan, In der heuligen S t a d t v e r - ordneten-Styung tvurde der bisherige Stadtverord > rieten -Borsteher Justizrat Rehde wiedergewählt. Ferner be willigte» die Stadtverordneten eine Beihilfe von 1000 Mk, an die Gesellschaft für die Erziehung der deutsck>en Auslandsjugend im Deutschen Reiche, als deren sssntrale be- lanntlich Marburg bestimmt worden ist,
- Hanau, ft. Jan, Buchdruckcreibesitzer Lorenz L o sz - beiger, einer der Führer der sortsckirittlichen Bolks- partei in Hanau, und früher auch Verleger der liberalen „Hanauer Zeitung", ist im Alter von 47 Jahren Plötzlicki gestorben,
h. Obernrsel, ö. Jan. Prinz Heinrich der Niederlande trifft, wie stvir bereits kurz mittcilten, am Donnerstag abend im Saiiaiorinm Hohemark ein, um sich hier, wie im Vorjahr, einer a»f mehrere Monate berechneten Kur z» unterziehen. Das Gefolge lind die Dienerschaft nimmt im „Hotel Bauscr' s.Hoheinark) Wohnung, Wie verlautet, beabsichtigt auch die Königin Wilhclmina im Frühling wieder zu einem längeren Besuche ihre? Gemahls auf der Hohenmark einzutrcffcii.
verelnsnachrichlen.
** Karneval 1314, Es werden etwa 400 Rarrhallesen gewesen sein, die am Sonntag abend in Steins Garten dem karnevalistischen 8onzcrt der Großen Gicßener Karneval gescllschast 1911 beiwohnten Tie Regimcntskapelle unter Lcilnng des Obcimnsikmcisters Loebcr brachlc das dem Abend angepaßte Programm in hnmoroollec Weise zur Turchsührung, Die angelündigir lauwarme Ansprache, besser wohl Büttenvor trag genannt, hielt der Poriitzendcr der Karnevalgcsellschaft, Wil heim H o m b c r g e r. Sehr gut war der Vorschlag, das neue R a t b a ii S out Rädern zu errichten, um es von Zeit zu Zeit in einem anderen Stadtteil verankern zu lassen, hierdurch würden nicht nur alle Wünsche der Bürgerschaft berücksichtigt, sondern Gießens Hausbesitzer würden hicrvurch einen solchen Zu wachs eihallen, daß sic daun den Mietern dir Wohnung gratt, nbcrlasscn löpnie». Die angeblichen 22 Millionen ^chul d c n 1-edcntcn doch wohl sür die Großstadt Gießen eine B g g g , c l 1 e, und daß Gießen eine Großstadt ist, zeigt ja 'die demnach» von nn- zu zahlende Pension. Ein guter Rai ist eben teuer. Stürmisch begrüßt wurde der beliebte Karnevalist Bei l i n - Großen-Bnseck, Tic zündenden Ehorlicdec von H om- bcrge r und Hasenkrug, sowie ein Tänzchen, das die irobe Scknii bis noch 1 Uhr zusammcnbiclt, vcrvoUständigicn das Pro arawm, „
m Langd, 4. Jan Gestern abend sand im saalc von Otto Ronthaler ein ilntcrhaltunasabcnd ftatt, der sich eine- zahlreichen Besuches crireute. Der Ortsgeistlichc, Pfarrer Dr, Koch, begrüßte die Erschienenen und wies aus den Zweck und dir Bedeutung des Unterbaltungsabends bin, Wandervögel aus Frank- furt brachten hieraus Volkslieder mit Musikbraleftnng zum Vortrag, Pfarrer Dr, Koch dankte zum Schluß den Vortragenden und ermahnte die Jugend, von den Gassenhauern ab,,»lassen und das alte deutsche Volkslied zu pflegen. Heute vormittag wohnten die Wandervögel dem Gottesdienste in der Kirche hei »nd brachten einige schöne Wcihnachtslieder zum Bortrag,
O Nidda, ö. Ja», Der Kriegerverein hielt gestern nachmittag tm GambrinnS seine Hanpiversanimlnnq ab. Nach Erledigung der Tagesordnung begann »I» 4 Uhr esn össentlicher Vortrag des Vorsitzenden Oberst z, D. v, W e i m«c über die Bürgerwehr sBürgergarde) im Jahre 184849, insbesondere über die von Nidda. Nachdem der Sohn des Vortragenden, Kammer- dircktor Tr. W e i m e r ans Büdingen, als Einteitimg z» den, eigentliche» Boeiegg die volilischen Verhältniße jener Zeit kurz ge schildert hatte, die zur Bürgcrwehr iührten, erläuterte dessen Vater sehr eingehend die Verhältnisse der Niddaer Bürgcrg'rde, Zuver- lässiges Piaierial ans seiner Vaterügdt hatte dem Vortragenden ,,, Gedote gestände». 'Abends sand ein Familienadend des k a I h o - l i j di c n Männervereins Nidda „nd Umgegend statt, der cheninllS gni besucht war. Zwei FranziSkanerpater aus Salmünster hielte» einen sehr gelnnaene» Lichibildervortrng über „Rom »nd seine llmgcbnng". WeNere Ansprachen wnrdcii von Prokessor Tr, M ü 11 c r ans Büdingen und Psarrer S ch ö » e ck von dorlen geholte», — Eine dritte Untcrhallniig des gestrigen Abends, die die Konzerlsäiigerin Hanna OldigS-Orte» ans Amsterdam unter Mitwirkung einiger Künstler ans Tarmstadt und Mainz in KraktS Saalban veranstaltete, war nur schwach besucht.
<ßcyid)t»faal>
Straßbnrg, 5. Jan, Die BernstmgSvirhLndluiig in dem Prozeß gegen den Lenlnant v. F o r ft n e r wurde auf de» 10. Januar anberaumt,
4. Barmen, 3. Jan, Das Herz aus dem richtigen Fleck hat osscnbar der Barmer Oberbürgermeister, von dem ein nachahmenswerter Bescheid in einer Sitzung der hicsigcn Strai kammer bekannt wurde. Unter der Anklage des Diebstahls sollte sich eine Ehefrau verantworten, die mit ihrem Mann in den denkbar dürstigsten Verhältnissen lebt. Als die Not auss höchste gestiegen


