Ausgabe 
22.5.1918
 
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feit Land-Meile nicht yerottsgeben tvvllte, begann Kassel dm Krim.

verbündet mit Schweden mo Frankreich, während Tarinstadt VE Kaiser mit Soldaten und Geld unterstützt ward.

Ter Kasselsch? General Geiße m 1646 mit 4000 Mann vom Rhein, jvohin er eine französische Armee begleitet hatte durch die Wetterau, die darunter sehr zu leiben hatte nach Kassel zu­rück und brandschatzte dann mit einem ander«: General die Törser um"Gießen errtsetzlich. Butzbach siel, guch Marburg, daS von Tarmstädtischen Truppen besetzt war. 1646 schlüge?? die Darm- städter den General Geiße bei T r e y s a und nahmen K i r ch h a r n und das Marburger Gebiet bis auf die Stadt selbst. Im Herbst 1646 aber erschien Geiße vor Alsfeld, während Tarmrstädtische Truppen untätig bei Grünberg lagen. Am 2. Oktober begann der Kasselsche General eine heftige Beschießung der belagerten Sradt. In Alsfeld lag das Tarmsiädtische Leibregiment, 400 Mann unter Oberstleutnant Paul Seidtler, der die Stadt gemeinsam mit den wackeren Bürgern auss tapferste verteidigte. Während des setn-dlichen Angriffs ging den Verteidigern die Munition ans: da stieg der Bürgermeister Korrrad Haas und der geistliche In­spektor Georg Eberhard Happet ans das Kirchendach, hieben die bleiernen Tachrinnen herunter, unt daraus Kugeln zu gießen, wäh­renddem brannte dem braven Bürgermeister Hans und Hof ab. Trotz' der tapfersteu Mwehr mußte Alsfeld kapiftftieren, die Tarmstädtischen Soldaten wurden in Kasselsche Regimenter ge­steckt, der Oberstlentnant Seidtler als Gefangener vor die Land- gräfin Amalie geführt, die seine Tapferkeit aber zu würdigen­wußte.

Am >20. November wurden die Tarmstädtischen auch bei F r a n k e n b e r g geschlagen. Tann gelang es ihnen «zwar, nrit kaiserlicher Hilfe wieder das ganze Land bis Marburg zu ge­winnen, aber zu.gleicher Zeit waren Franzos«: und Schweden in die Obergrasschast eingefallen, die sie fürchterlich verheerten und brandschatzten. Tarmstadt fiel in französische Hände, auch der Otz­berg ward von TnreNne geitjontmeit:, und in der dtiedergrafschast die Festung Rheinfels. Das Kriegsmrglück nötigte Georg II., nrit Amalie Frieden zn schließen. Durch Vertrag vvm 14. Aprft 1648 Unter Vermittlung des Herzogs Errrst von Gotha wurde der Mar- bnrger Erbschaftsstreit geschlichtet. Tarmstadt verlor Marburg und die Hälfte des Landes, die Herrschaft Schmalkalden, den Kassel- scheu Anteil an Gr.-Umstadt, gewann gber das sog. Hinterland, das 1866 an Preußen abgetreten werden nrußte. Die Universität Marburg sollte für beide Länder genreinsam bleibe::, jedoch wurde di« Universität für Hesfett-Darmstadt 1650 nach Gießen zuanich- verlegt. So endete der Hessen-Krieg im gleijchrn Jahre wie der große Krieg, der ganz Deutschland verheerte.

Die vorstehende SchiGeruug, die sich aus ein räumlich eng begrenztes Gebiet, Oberhessen, beschränkt, konnte natürlich die kriegerischen Ereignisse des großen Krieges nicht in Ihrem Zu- dssminenhang schildern. Sie wollte zeigen, wie schwer unser Hei­matland leiden mußte, als noch die frenrden Völker ans deutschen: Baden kämpften. Das ist uns im Weltkrieg, dank unserer tapferen. Truppen,,erspart geblieben!

Wanderlied.

Die Wiesen sind grtin,

Die Blumen erblühn,

Ich wandre durch Wälder und Auen,

Ein Ranzel zur Seit, -

Ein Lied zum Geleft

Sing ich für die schönste der Frauen.

Die Käfer sind stumm Mit ihrem Gebrumm,

Die Vögel schweigen und schauen

Mir zu, wie ich schwing

Mein Stockt ein und sing

Mein Lied für die schönste der Frauen.

Das Wäldbächlein hell

Fließt noch mal so schnell

Mit dem Lied, das ich ihm vertraue.

Es murmelt's mir nach,

So dringt's zum Gemach,

Wv harret die lieblichste Fraue.

Und hört sie dies Lied,

Mit mir dann sie zieht,

Tann wird sie sich in ft doch vertrauen!

Dann Hab ich Geleit,

Wir singen zu zweit:

Ich selbst und die schönste der Frauen!

Walter Jensen..

Güchertischi

Archiv für hessische Geschichte und Alter­tumskunde. Herausgegeben von Archivrat Tr. Fritz H e r r - mann im Selbstverlag des histpr. Vereins für das Großherzogrum Hessen, Darmstadt. Tas 3. Heft des XI. Bandes ist erschienen iotb enthält ii. a.: Kritisches zur Frage: , Wie entstand das Mainzer Tiözesanpwprium?"; Reformation und Gegenrefvrnrativn in Heusenstamnt; Die Pfarrkirche von Jngerheim; Beiträge zur ki rchmgeschichtlichn i GMgraPhie von Hessen; Auszeichnungen des Bruders Göbel Schickeberg im Kloster? Böddeken; Ter Kirchenrat in Mainz; Tie hessische Jesitagsordnung vom 19. Januar 1771; Ter Marsch der hessischen freiwilligen Jäger nach Lyon im Früh­jahr 1814; Ludwig Tiecks Beziehungen zit Tarmstadt'; Der Beftritt Hessen-Tarmstadts zu dem Wiener Geheimvertrag vom 3. Januar 1815; Tas Aschaffenburger Kopialbuch des Klosters Hirzenhain.

S a chsen-China. Roman von Peter Keller. Preis broschiert 6 Mk., gebunden 8 Mk. Vita Deutsches Verlagshaus Berlin-Charlottenbürg. Der Roman vereinigt eine ungemein spannende Handlung mit historischer Wahrheit; er ist gebaut auf dem Hnttergrund der hin und herwogenden Käinpfe Sachsens und Rußlands gegen Karl XII. von Schweden um die Herrschaft über Polen und die Ostseeprovinzen, auf der machtvollen irnd doch schwankenden Persönlichkeit August des. Starken, des Herrschers, der seinem Reiche für lange Perioden ein besonderes Gepräge gab, nnd seinen: Streben nach gleichzeitiger politischer Ädacht und industrieller Kraft. 'Des Werkes Mittelpunkt: die eigenartige Figur Johann Friedrich Boettgers, des Mchftnisten und Porzellan-Er­finders. Das prächtig ausgestattete Wer? ist u. a. geschmückt mit eiuem Frontispiz in Mersarbendruck der berühntten und einzig­artigen Sammlung Gunrprecht sogenannter Eallot-Fig-uren (plastische Schöpfungen aus der .Frühzett der Manufaktur), die einen Weltruf genießt.

Das Attentat und aridere Novellen von Martin! Rvehl, erschienen im Landhausverlag, Jena. Preis geh. 4.50 Mk., sein kart. 6 Mk. Vorzugsausgabe 10 DP. Der vorliegende Band gibt manches psychologische Rätsel aus und verlangt nach sehr seinen Lesern. Martin Roehl erzählt ft: einer gefaßten, von Geistigkeit erfüllten Sprache allerlei Geheimnisse und Gedanken­gänge, die über Höhen und durch Abgründe seelischer Ereignisse sichre::. Neben der Titelnovelle ist wohlOphelia", die auch im literarischen Wettbewerb der MonatsschriftDas Landhaus" mit dem Preis ausgezeichnet wurde, die reifste und bedeutei:dste des Buches. Sie wirkt gleich einem tief durchlebten künstlerischen Bo- keirntnis. Ob man nun Martin Roehls Werk mit oder ohne Sympathie aufnehmen will, eins ist sicher: Wir haben ein außer­halb alles Gewühl ft i chen stehende Persührftichkeit in ihn: vor uns, und man wird sich seinen Rainen werken müssen.

Kunst und Künstler. Verlag Bruno Eassfter, Berlin. Preis 7 Mk. vierteljährlich, Einzelheft 3 Mk. Das 8. Heft des XVI. Jahrgangs ist erschienen und enthält u. a.: Kennerschaft? Kimsthistorie nnd Äesthetik von Max Friedländer; Elternbildnisse von Karl Schesffer; Das Kunstwerk im Museum und an seinem geschichtlichen Standort von Grete Ring ; Matthias Grünewald (Formales und Psychologisches H) von Werner Weisbach; Kunst­ausstellungen; Chronik; Auktionsnachrichtei:. Auch dieses Heft ist ft: seiner Vielgestaltigkeit und bei der trefflichen BildausstattnNg änßerit ftfteressarrt ustd von künstlerischem Wert.

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Rundschau:Kriegsbeftachtung".Katholische Politik in Eug- larä/bDie neue Frauenschule in Preußen".Hausjako s letztes Buch".Anton Dürrwächter". R. GoringS TragödieSeeschlacht". Noch eft: Wort über Stückgolds Malerei".Claude Debussy".

Unsere Kunstbeilagen.

Silbenversteckrätsel.

Dienerschaft, Nachteil, Klopfgeist, Heiterkeit, Nesthäkchen, Namenstag, Taschendieb, Frenndsehaft.

Es ist ein Sknnsprnch zu suchen, bcfTeit einzelne Silben der Reihe nach versteckt find in vorstehenden Wörtern ohne Rücksicht auf deren Silbentrennung.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Pfingsträtsels in voriger Nmnmer Ausflug. (Haus Pflug):

Schriftleitung: W. Meyer. Zwilkingsrnnddruck der Brüh l'ichen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lauge. Gießen.