Ausgabe 
3.4.1918
 
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fein Wmffch mt, Lave-ndler, oft rverd i saKn: eppst rvohl, Herr Kaiser, der Zenzl an Lackl, der lei sau-gvob mit ihr iS wols es will! Tn, du V

Erregt setzte er sich wieder nieder mrd schaute stiller werderrd Md befriedigter üls Berglarck» hinein, in die Somreilleuchtep der Schrveewärche, über Silberglühen, schimmernde Grate und Spitzen, und in seinem Innern MS, als wäre alles Lug nnd Trug.

Und da trat die Zenzl leis« an ihn heran und sagte still und ganz anders als sonst:Schau. Seppeli, schau, is alles nur Gsprel gwesn, a Prob, rmd die Ohrfeign. waßt, dis wo- i dir geb-n Hab, war nur stattn Buffl, aba hiatzl, ja, ja, Seppeli, Hab eh lauA, lang, ans di denkt!"

Ta m langsam ein Lächeln auf sein Gasicht, er spürte, wie er den Innigen, glänzMden Bergen doch unrecht getan, griff über seinen Kops in di« langen Zöpfe der Zenzl, stand ans und küßte sie. küßte sie so fest und glücklich, wie es die lachende Sonne aus den Almen schon lange nicht gsfthen.

Hiatzt, hiatzt!" sagte er,Han i mei schönste Belohmttrg." Und er rrgrrss sie unter den Schultern, hob sie hoch, drehte sich dreimal im Kreise, und jauchzte, daß Wald und Bergwände lachend widerjarrchzten.

Vermischtes»

* Der April im Volksmnndc. Kein Manat^ist_ so liauuenhäfr wie der April; so ist es kein Mmder, daß die Sprich­wörter rmd Reden-endungen, in denen der V-olksmund seiner gedenkt, recht zahlreich .sind. Man muß den April nehme::, wie er kommt das ist wohl die billigste Bolkswsisheit über diesen Monat. Etwas inhaltreicher sind artzdere, so die, die richtige Bauerst^ regetrr sind nnd aus dern Wetter des Aprils allerhand Schlüsse ziehen. Ta heißt es ganz allgemein'. April und Mai sind die Schlüssel »um ganzen Jahr. Eine Beziehung zwischen den drei Frühlingsmouater: stellt ßolg-enh-er Sprich fest: April warm, dNar kühl, Juni naß, füllt dem Bauer Scheuer und Faß. Achrrlichj heißt: Auf nassen April folgt ein trockener Juni. Weiter behaup­tet eine Bauernregel: kalter April bringt unS Boot und Wein viel; eine andere behauptet: nasser April gibt blumigen Wtai, wrsder eine anders: tvockencr April ist nicht der Bauern Will Aprilregen ist ihm gelegen. Weitere Wetterregeln für den Llpril find: Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn. Wnn der April Spektakel macht, gibt's Heu rmd Kvrr: in voller Pracht. April kalt und naß, füllt -Scheuer und Faß. Je früher im April der ScWlKwrn blüht, desto eher vor Jakobi die Ernte glüht. Nasser April verspricht der Früchte viel. Bringt der April viel Regen, so deutet es ans Segen. Gras, das im April rvöchst, steht im Mai fest. Biel Tadel mich sch der Mo:»at April vom BolkÄüunde gefalle:: Lassen. April und Weiberwill, ändern sich sehr bald rmd viel. Der Volksmund warnt: April ist bos, darum geh« 'nicht bloß. Weiter behaupteu die Aargauer: es ist kein April so aut, er macht noch jeden: Amnsteckm einer: Hut. Ganz ähnlich heißt es andere wärts: ch der April ach noch jfe gtit, er schneit dem Bauern auf den Hut. Daß innerhalb dieses Monats der Uebergmrg vom harte:: Winter zum lisblchen Frühling vor sch gehen kann, drückt der Botksmnnd so aus: Mnm der Aprils wie em Löwe kommt, so geht er wie ein Lamm. Garer.der wenigen Sprichst, die eist Wort des Lobes für den April sichen, sei Mießlch rwch angeführt^ Ter April macht die Blumen, mrd der Mai hat ben Tan? dafür.

* T-er Birken wel n. Im Hinblick auf den'Mangel an er- ftischenverr, gesunden und dabei billiger: Getränken, lenkt Dr. Prax- ler im Prometheus Hie Aufmerksamer auf de-: Birkeirsast, der im Winter ein allsn gcrmrrnter: An^ovdcrmrgen vorzüglich echsprechu:-, des Getränk zu bieten vermag. Bon jedem kräftigen Bir umbau ist kam: man innerhalb wenige Tage durch BHrrmg eines 46 Zen­timeter schief aufwärts in bm Stamm gehenden, ungefähr bleft stiflslarken Loches 28--35 Liter Birkensaft erhalten. Am .prak­tischsten ist es, in das Loch ein pafsendes Gchilfvohr zu stecken und den Saft durch dieses in eist Gefäg abkruZer: z-u lasten. Am saft­reichsten sind die Bäume natürlich vor dem neuen Austreiben! während der Win terra st, aber auch sonst läßt sich das Verfahren mit Nutzen mrwenden. Den Birkerüosm stellt man aus oresein Saft mit Zusatz von Hefe, Weinsäure urck einer gerürgen Zucker­menge h«r. Auch gesundheitlich ist der Geruch dieses Weines von Vorteil, da der Birkensaft erwiesenernrasien dcä Blut peinigt. Nicht von der $<ntb zu weiser: ich der Hinweis, daß die Herstellung des Birenweitrs in größeren Mengen schon ioe^en her Weinteuerung, des Bier-, Kaffee« und Milchmangels auch beit mit Schwierig­keiten kämpfenden Kaffeehäusern .uiitzlich sein könnte.

Vstchertisch.

Di f Schönheit. MÄderrre illustrierte Monatsschrift mit BeiblattLicht, Lust, Leben". 14. Jahrgang. Heft 11. 1 Mark. (Verlag der Schönheit, Dresden-A. 24. Dem Maler entzückender Mnderbilder, Ludwig von Zumbusch, 'widmet Egbert Telph eine

eingehende Würdigung mit ziah-lreichrr: Pvolmr seiner Kunst'. Spannende Novellen und sormvolleridete Gedichte bilden der: imta> haltenden Teil des Heftes, während Skizze:: wieDie Wmcherer" von de Paula Rost,Morgeugedanoer:" war: H. Grimm-Retter rmchdeukendeu Gemütern tvillkoumvenen Stoff bieten. R. Eorwegh bietet mit seiner ArbettDer Khythnu^ und der menschliche Körper", mit Künstler skizZen von Hans Liebmamr einen wertvollen Berttag zur Körperkultur, dhuch die BerlageLicht, Luft, Leben" enthält tmoder reichen Stoff.

-Die Schaubühne, Wochuftchrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, herausgLgeben von Siegfried Jawbsohn, errthcklt in der Nunmwr 13 ihres vierzehnten Jahrgangs: Lichnowsky, vost Germanicus; Minna Cauer, von Jvhcarnss Fischart; Der Gin-, deutscher, von Lucy v. Jdc-obi; Morrs Thsatevereignisse, von Alfred Polgar: Jngendgedichte, von Joses Kainz: Techniker und Kauft mann, von Lororius: Antworten.

Stürme grnd Luftsieg-e, vom Kgl. bayr. Haupt- mann. Ritter von Dutsche? (Verlag von Gustav Bvannbeck, Ber-> Int W 35). Ties kleine Buch des tapferen gefallenen Flieger- offiziers wird zweifellos feine, große Leserschttr finden.

B ienenbuch für Anfänger. Von Pfarrer Johannes Aisch. Mit 67 AbbildnngM im Text. Zweite Auflage. Frankfurt (Ooer). Verlag Twwrtzsch & Sohr:. .Gebunden 3 Mark.

DerTü rmer (Kri-egsausglabe) HerauÄgiebcr: I. E. Frhr. v. Gwtthilß. Vierteljährig (6 Hefte) 5 Mark, Einzelheft 90 Pf. Pwbehcft portofrei (Stuttgart, Goemer u. Pfeiffer). Ans dem Inhalt des ersten Aprilhestes: .Passion. Von Alice Weiß v. R::ckle^ schell. Weihnacht rmd Osberrr. Von Pwf. Tr. Emil Hadinq (Wien.) Birrbus zmitis. Bon Max Memrn. Ter Grübler und der Krieg. Vor: Karl Meiftuger. KriegsverläNkgerrmg. Von Tr. Otto Seidl. Märznwirchen. Vom Krisgsfteiwilliger: Alfred

t eilt.. Tie.Balten. , Bstrz-eppa in der Weltliteratnr. Bvnt mhtro Tonzolv. Frenst-MrS' Krrsgsroman. Vor: Karl Stosck.' Türmers Dagcbuch: Ter Ktieg-. Mff de« Mrrte. Kunstbettagü. Notenbeilage.

Gie^ener Hausfrauen-Verein. Kochanweisungen.

Kartoffelküchlein. 2Pfund rohe Kartofftlir, ans dem Reibeisen gerieben, werden mit 30 Gramn: geriebener: Zwrebeln^ ettvaS Salz und etwa 50 Gramm Kriegsnwhl schnell zusammen ge­rührt, Ein Küchmblech wird auf den Gasherd gelegt, gut mit Speckschwarte oder Fett eingeschmiert, mit dem Eßlöffel je eüi Häuslein Kartoffelmasse aufgesetzt, rmch Belieben dicker oder' dünnev arrseinandergeslriHerr und auf jeder Seile gebacken.

Ka ffegeb äck aus Graupen. 250Gcanrm Graupen über- gießt uwm mit ÄxhMdLn Wasser und läßt sie 24 Sttrnden stehen, und gibt dann die Graupei: 4 mal durch die Fleischmaschine. Zu der trockenen Vdasse gibt ME so viel Wjasser, die Hälfte oder die gleiche Meirge Mehl, 2Vs Backp'.llver, brs ein gefthrneidiger Teig erttstehl, was bei der Verfchiel-errheit des Mehl-es auch verschiedst ist, und läßt der: Teig *& Stunde ungefähr bei nicht zu großem Feuer irr an.sgefchmierter Mstsnforrrr backerr. Gs gibt ein loohs-, schmeckendes Brot: derselbe Teig mit 400 Gramm Kriegsmus ver­mischt, einer: Küchen zum Kaffee.

DaZ Schließen von angebrochenen Weck- Gläsern. Auf den Inhalt des (Aases legt mar: ein Stück Pergamentpapier und auf dieses einen kleimm Mtttesto-psen mit Spiritus getränkt. Der Gimttrnring wird aufgelegt. Man entzünd^ den WattestiapftN und legt so schnell wie nröglich den Teckel auf. Tas Glas ist durch die flüchtig ausströmende, errvärmte Luft ivieder fest verschlösse,: ruck» läßt sich unbegrenzt ausbewahrer:. Das dtb-, brennen der Wätte gibt abchlut keirm: Geschmack! ab, denn die Watte gelangt nicht zum Abbrennw:, nrur der Spiritus.

Aepfelschalen oder Birnenschalen werden mit Wasser m:d 12 Eßlöffel Essig übergossen '-urd ivarm gestellt, nach 810 Tagen erhält man darau-s einen Essig, der in Flaschest filtriert wird.

Uriegrrätsel.

Z»N! Fest!

Die Waffen nrhrr, es schweig: der Streit !

Das Ncitselwort bringt herrliche Zeit.

In ihm, wenn's eriren Teil verloren,

Ward uns ein holdes Kind geboren.

Ein 5ttrrd, das grüne Paln:en bringt,

Und bald die ganze Welt bezwiirgt.

(Arrflösung in nächster Nummer.)

Arislösung der Charade in voriger Numnrer.

Kupferstich.

SchristleUung: W. Meyer. Zwillingsruuddruck der Brühl'schön Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.