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u83wc lauter Fiveude bin ich heute vottnittag durch den 'chenleeren Hydepark gelausten und habe mich <m seiner . lichen Schönheit entzückt."

Der Bisoount schüttelte abermals mißbilligend das

Haupt.

Uebrigetrs," fichr Longford fort, und er bediente sich wie unabsichtlich wieder der errglrfchen Sprache,weil wir gerade vom Dienst sprechen . . . Zwei Dinge, Herr Oberst, hätte ich Ihnen gerne mitgeteilt. Ich hoffe," wandte er sich an Marianne,daß Sie mir diese kleine Mschweifung nicht übel nehmen. Ihr Herr Schwager hatte vorhin selbst di« Freundlichkeit, zN bemerken, dienstliche Gespräche lenkten ihn vor: seiner Trauer ab . . . Die Ansgabe, mit der uns Seine Exzellenz alserfahrene Frontoffiziere", wie er sich auszudrückerr beliebte, betraut, soll nicht weniger und nicht Mehr fein, als den Nachschub, der jtit den.eineinjvjiertel Jahren, die wir bis jetzt Krieg sührerr, wie wir ja zu unserm Leidwesen an der Front oft genug erfahren mußten, niemals richtig klappte, ins rechte Gleis zu lenken. Wir würden Woche für Woche so verstand ich wenigstens seine Exzellenz mitgeteilt erhalten, welche Menge an Schieß­bedarf mrd wieviel Mannschaften zur Auffüllung der Lücken bereit ständen und sollten danach unsere 'Anordnungen treffen, damit alle Teile der Front gleichmäßig versorgt würden. Wie denken Herr Oberst darüber, rvenn die Frage mcht mrbescheiden ist?"

Der .Viscount bewegte schlaff die Linke.

(tzortsetzung folgt.)

G du ftöhliche!

f Eine Oftererzahlung von K. v. d. Eider.

Nachdruck verboten^

Der Staatshosbauer Frerk Nisten war hintersinnig gelvorden, seitdem sein einziger Sohn in Flandern ftel.

Er hatte dazumal einen Pakt mit dem Hergvtt geschlosseir nicht der Herrgott mit ihm das konnte sich der große Staats-' hofbauer wohl leisten.

Cr hatte dem Herrgott gesagt:Ich, der Staatshofbauer, will den schönsten Plan meines Lebens, den ich jahrelang im Herzen ge­tragen habe, aufgeben, nämlich, daß mein Sohn Friech die Haus­tochter vonl Wischhof nebenan freit, und es somit ein Hof wird, wie es in ganz Holste in keinen zweiten gibt ich will davon absehenj und mein Jawort dazu geben all wie sauer es mir wird, daß Friech die kleine Wietjen Maaß freit, worin er sich nun mal ver­narrt hat, obschon ihre Mutter bloß die kleine wackliche Käthe von Haus hat und zwei Fennen, die auch nicht vom besten Land sind. Aber dafür muß mir der Friech gesund und mit Heiken Knochen) aus dem Krieg znrückkehren. Weiter verlang ich nichts. Aber er ist mein Einzigster. Was soll aus dem Staatshof werden, wenn er siele?" ,

Der Staatshosbauer kam seinem Pakt gewissenhaft nach. Friech- wurde mit der kleinen Wietjen Maas; getraut. Der Alte sagtemein, Tochter" zn ihr, und ein paar Tage lebten die jungen Leute glückselig auf den: Staatshof. Dann zog Friech ins Feld, und der Mte ließ ihn beruhigt ziehen.

Mer nun kam es plötzlich anders, als es in dem Pakt aus-i gemacht war. Friech fiel. Der Erbe des Staatshofes war tot, und die kleine blonde Frau war Witwe.

Das ging dem Bauern über den Verstands Er begriff seinen Herrgott nicht mehr. Womit hatte er das verdient? Hatte er nicht genug geopfert! Hatte er seinen Pakt nicht redlich eingehalten!

Von der Stunde an haßte er Gott und die Menschen. Wietjen durste ihm nicht mehr vor die Augen komme». Immer mehr zog er sich in sich selbst zurück. Meist hockte er auf der Bank hinter dem Ofen wie ein alter bissiger Hmrd, der jeden anknurrt, der sich ihm nähert.

Wietjen wohnte längst wieder bei ihrer Mutter. Der Bauer zahlte das Kostgeld, und zwar ein reichliches. Er ließ sich nicht lumpen. Nur sehen wollte er sie nicht. Sie kam selten genug auf den Hof, nur alle Festtage mal auf ein Stündchen zum Kaffee und dann nur, wenn Frau Nissen sie extra dazu aufsorderte.

Eines Tages bekam die junge Frau ein Kind. Es wäre vielleicht noch alles gut geworden, wenn es ein Junge gewesen märe, wie die Mte im Stillen gehofft hatte. Dann war wenigstens ein Stammt- Halter da. Aber es tvar ein Mädchen. Der Bauer lachte nur bittev- höhnisch auf, als er es erfuhr.

Seitdem lastete ein unsichtbarer Druck auf dem Staatshof. Kein Besuch kam mehr über die Schwelle. Der Bauer war nicht mehr aus seiner Ofenecke heransznkriegen.

Wenn er nur mal ins Freie ginge," sagte der Doktor, an den bk Iran sich heimlich wandte.,Frische Luft, eine andere Umgebung, das ist, was ihm fehlt."

Batter," Hub die Frau an,Du solltest doch mal den Vetter fei Mestorp besuchen, Wir waren so lanae nicht dort."

Was gehl mich der Vetter an."

Batter, willst, du nicht Ural raussehen in den Stall? Ich iveiß nicht, ob auf den Großknecht Verlaß ist."

Da ist Verlaß draus."

Nein, er war nicht von der Stelle zu bewegen. Zuletzt schrie er: Laß mich in Ruh! Hol dich der Deubel !" Seitdem er mit dem! Herrgott -die böse Erfahrung gemacht hatte, führte er den Teufel rm Munde. >

Er war diesmal selbst am Karfreitag nicht zn belvegerr, mit in me Kirche zu gehen. Für ihn gab es kein,Fest mehr.

Am Ostersamstag wurde feine Laune vollends schlecht. Da kamen nach alter Sitte die alten Dorfweiber mit ihren Kindern, und sangen in der Diele ihren Bettelreim. Es waren dieselben» Verse wie früher, mir daß sie sie diesmal statt im lustigein Tone ganz lämmcrlich herunterleierten. Das machte die Sache aber nicht besser sondern schlechter.

Der Alte hinter dem Ofen hörte es ganz deutlich:

Gun Dag, gnn Tag, gnn Dideldnmdei,

Nun kam ick um min Osterei'

Tat een is tritt, das anner swait,

Datt drütte stek ick in mien Sack. *

Fru, lat mi nich so lang stahn,

Ick mutt noch'n paar Hits wieder gähn."

Ich toill Euch, bei Eiern," brummte der Bauer und tvar doch ün ( Innern _ überzeugt, daß seine Frau zn den Groschens dem Weibe heimlich ein paar Eier zusteckte.

Als nun gar die Scheuergret^ sonst, ein ganz? vernünftige Person, anhub zu singen:Es ist ein Ros' entsprungen", bi riß dem Bauer die Geduld. Er sprang auf.

Kann Sie denn nicht mehr Osterrr und Weihnachten unter- scheiden?" herrschte er die Frau, an, der vor Schreck der Ton in der Kehle stecken blieb.

Er fuhr in seine Holzpantoffeln, drückte sich die Mütze ins Ge­sicht und ging zur Hintertür hinaus. Er hörte gerade noch, wie in der Küche die Außendeern sang:

Moder sitt mien Dook vk gut.

Morgen kümmt de Freier.

Kümmt he nich, so hal ick ent Mit en Pott voll Eier."

Er warf die Tür hinter sich zn, daß es durchs ganze Haus! hallte. *

Ter Bauer stapfte durchs den Garten über die Fennen quer­feldein, irnmer weiter, den Feldweg entlang.

Die Sonne war im Untergehen. .Tie Luft war mild rmd frisch. Ein würziger Erdgeruch stieg aus den: Boden auf.

Mit einem tiefen Atemzug blieb er stehen und blickte um' sich. Ihm war es, als sänke ein dunkler Schleier vor; seinen Augen und er könnte freier sehen. Das hatte er gar nicht gedacht, daß es hier draußen so schön war. Sein Hof war doch ein richtiger Staatshof. War er denn wirklich schon so alt, daß er sich nach dem Abnahme- stübchen sehnte?

, Er kam nicht weiter mit seinen Gedanken. Bor ihm' her gingen drei lleine Mädchen, vielleicht fünf bis acht Jahre alt. Die hielten: sich an den Händen gefaßt und sangen aus voller Kehle in den schönen Vorfrühlingsabend hinein.

Er wollte die Kinder ansahren. Wer hat euch singen geheißen? Mer er besann sich. Die Kinder kannten ihn ja gar nicht. Sie sangen wie die Vögel im Baum, weil sie singen mußten. Es klang sehr schön, viel schöner als in der Kirche:

O du fröhliches, v du selige, gnadenbringendc Osterzeit!

Welt lag in Banden,

Christ ist erstanden,

Freue, freue dichj, o Christel »heit!"

Der Mann am Wege blieb stehen mrd faltete seine Hände.. Wieder sank ein dunkler Schleier von seinen Augen. Es wurde immer lichter in seinem Herzen. Zum ersten Male seit langer Zeit redete er wieder mit seinem Herrgott.

Ja, du hast recht. Ich war ein alter Hansnarr. Du hast es immer g ut im Sinn gehabt mit dem Staats Hof und hast uns ge­segnet. Du wirst wohl wissen, warum du uns den Friech genommen hast. Du Haft uns zwei dafür wiedergegeben: Die Wietjen und ihr Kind. Da wollen nur zufrieden sein und dir alles überlassen, wie dll es weiter machst; demr du hast doch nun mal die Oberhand."

So redete der Staatshosbauer mit -seinem Herrgott, und ge­tröstet und gehoben trat er den Heimweg an. Vom Dorfe her läutete die lleine Kirchenglocke das Osterfest ein.

Seine Frau war nicht wenig erstaunt, als er sich am dlbend mit denr Gesinde zu Tisch setzte mld mit gutem Appetit seine Kartof-

g ht und Eier. Noch mehr aber verwunderte sie sich, als er am stermorgen nach Wietjen fragte. Die Binnerdeern mlißte gleich gehen und sie holen. Das Kind- sollte sie mitbringen.

,Ich habe mir's überlegt," sagte er.Das Kind ist ja aus dein Aergsven, da könnt Ihr ausl den Hof ziehen. Dann hat man doch auch was davon. Ihr gehört nun doch mal hierher."

Die junge Frau wurde abwechselnd rot mrd blaß. Also sie sollte ans dem schönen Hof wohnen? Ihr Kind sollte hier auf- wachsen? Sie sollte als Friechs Frau geachtet werdm?