Die Rächer.
Roman von H e r m a n « W a g n er.
(Fortsetzung.) t
„Wieviel war es?" fragte Behrens sachlich, als ob er nur deshalb hergekomineu sei, um über diesen Punkt zu r, d m.
Und Lautenbach war dermaßen angefüllt.Mit fronte rung, daß ihm diese sachliche Frage nrcht ausfiel. „AZw- viel?" schrie er. „Mehr als .hunderttausend.Marl l» es, um die er mich übervorteilt hat, als er fern Verhältnis
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„Sie waren recht unvorsichtig?" sagte Behrens.
„Nein, aber er ist ein Räuber!"
„Wieso?" fragte Behrens harmlos. „Er war doch sru-
Lautenbcrch durchmaß erregt das Zimmer und empfand es als eine Wohltat, daß er der Erbitterung, bte er lahr - lang stumm hatte mit sich herumtragen müssen, Lust mache konnte. Er redete, ohne daß es der andere nötig Hane, zu fragen.
Behrens hörte ausnierksam zu.
Reisner war nicht nur grausam und hart, sondern auch raffiniert. In einer schwächet! Stunde hatte er ihn, Lauten- back), übertölpelt, indem er ihn, der sich zu semem Gesellschafter hergegeben hatte, einen Vertrag unterschreiben ließ, der sonderbare Klauseln enthielt. Klauseln, die aus htn ersten Blick unverfänglich schienen, die aber doch dafür w rechnet waren, dem Unterzeichner des Vertrages nli gegebenen Augenblick die Gurgel zuzuziehen. Und da. hatte Reisner besorgt, vor vier Jahren, zu einer Zeit, da da» Geschäft sich eben auschickte, einen unerwarteten Aufschwung
„Was habe ich gearbeitet," klagte Lautenbach, „^ag und Nacht, unermüdlich, bis ich pnt ureruer Gesundheit^ säst auf den .Hund herunter war! Und ich habe c.' gern gt.tan. Ick) habe, klein angefangen und wollte hochkommen. Da.- war mein einziger Wunsch, das war meme eniZrge Freuds U v es war auch schon so weit. Ich ^rtte alles vermgbarcGck in eine große Sache gesteckt, die todsicher war und die nur ein halbes Jahr Zeit brauchte, uni auszureifen. \ v b da-"
„Und da?" fragte Behrens.
Lautenbach ballte die Fäuste. undda kau,
der Lunte gerochen hatte, und kündigte sein Geld, da. nn gerade jetzt'unentbehrlich war und das ich wir von anderer Seite so schnell nicht beschaffen konnte, — kündigte e^,, aU^v, bis aus den letzten Pfennig, nur weck er wugte, daß er mich damit ruinieren mußte!" ,
„So, und hat er Sie ruiniert? .
„Nein, dazu ließ er es nicht kommen, das lag mcht tn seinem Plan. Er ist eilt Fuchs. Er legte nur neue^Daum- schrauben an. Er wollte mir das Geld noch em >zahr belassen, weil» ich einen neuen Vertrag unterschriebe, emen,
der ihm fünfundsiebzig Prozent des GewmneS an jener eme» großen Sache sicherte, — und ich unterschrieb auch, nur m» von diesem Menschen loszukommen, dem ich me etwas zu Leide getan hatte und der sich doch ein Vergnügen daraus machte, mich zu schinden!"
Und so sind Sie jetzt von chm frer?" . . . .
"Ja, Gott sei Dank... Und deshalb bleibt mrr letzt auch nichts arideres übrig, als aufs neue ^arbeiten, und ich kann an nichts anderes mehr denken, als wie ich das Geld wieder zusammenbringe, das mir der Räuber av- genommen hat... Unberuserr, es geht gutv -
„Und dabei nrerDen Sie langsam an, sagte Behrens sehr weich, „immer älter und älter..
„Ich bin noch nicht fünfzig..."
„Und doch haben Sie schon werße Haare. Haben Sie
das noch nicht bemerkt?"
Lantenbach fuhr sich über fren Kopf hin und murmelte:
„So ist das Leben..." .„ C1 . .,. . ,
„Falsch," rief Behrens aus, „ich finde nicht, daß das
Leben so sein muß!" , ^ ar
„Wie sonst anders?" fragte Lantenbach spöttisch, da er sich «nun endlich.erinnerte, daß er einen halb närrischen, halv komischen Sonderling vor sich hatte,, emen entlassenen Sträfling, vor dem er sich dummerweise zu unvorsichtigen Bekenntnissen hatte hinreißen lassen.
„Wie anders? So, daß Sie, anstatt alle Ihre Kraft daraus zu verwenden, vorwärts zu kommen, endlich einmal daran denken, dort zu bleiben, wo Sie zufrieoeu uno glücklich sein können... Oder glauben Sre, daß Sie ewig hrer leben werden?" „
' venerl Sie es beibringen, es ebenso zu mackien, wie Sie es gemacht haben, und die ihre Kinder danii wieder
dasselbe lehren werden..." ^ ^ - .
Mer sind Sie überhaupt?" fragte Lautenbach gereizt, da er'sich besann, daß er einem Menschen zuhörte, der aus
Cm Behrens chand aus und streckte Laudenbach die Hand hm. „Ein Mensch, dern Sie leid tun, weil Sie sich unnützerwecke oviel plage,i . . . Wollen Sie nicht meme Hand?
Lautenbach sah zur Seite, um den Augen dieses »u-
dringlichen Meuscheii zu entgehen. , .
Da zog Behrens ferne Hand wieder bescherden zurück und sagte, schon an der Tür: „Behüt Sw Gott! ^
Er fuhr mit der Hochbahn bis zur Lübecker Straße. Niemand hätte es ihm angesehen, daß er ur Hawestcame rine eigene kornfortable Villa beuch, wahrend er sich letzt m Hohenfelde die drei Treppen zu den zwei möblierten tckm- merri hiuausbemühte, die er bei einer Witwe namen» Brr-
#it "SÄS t erst kau« achlTagr bei ihr wohnte hatte diese Frau ihn dach scholl sehr schätzen kielerntz Seine Verhältnisse schienen,i°m« «t.tz. aber es gab °oÄ keinen, der heiterer war. Und dre Art, wre \.x tun ryrem
Somstafl, de» 26. 'anuar


