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Stolze tief gekränkt nahm Kvsernszko seinen Abschied und iv«Me sich nach Amerika, wohch gerade die neu begründeten Vereinigten' Staaten die ideal-gesinnte Ingrid von ganz Europa zur Teilnahme mn Kampfe gegen Heu britischen Unterdrücker rief. Dort hat ev etiva acht Jahre tapier und erfolgreich an beu Kämpfen Leilgenom^ nt eil, hat die Freundschaft Lafayettes und das. Vertrauen Washing­tons geioonnen, der ihn zu seinem 2lfdjutanten gemacht hat, und yt dann als Bkrigadeg-eueral, niit Ehren reich beladen, nach der Dcunat zuichckgekehrt. Er fand Polen bereits mitten in seinen letzten Krisen. Die Verfassung von 1701 deutete einen lebten Versuch der Patrioten, .Posten von der drückenden Umklammermig des russi­schenFreunde " zu befreien. Wsziuszko schloß sich den Patrioten an, ivurde nzit der Mhcung des Heeres betraut und schlug die munen bei Dubienka. s 2H>er Polens Schicksal ivar nicht mehr zu beschwören. Polen, bestock>ene Edelleute und Magnaten, waren es, die das Spiel der russischen Katharina spielteil, und im Jahre 1793 erioigte die ziveite Teilung des Landes. Da begann der Aufruhr in der ganzen Republik fiij im Mi!?-: vorMberoiten und die Hoff-- nnngen aller Patrioten richteten sich aus den Sieger von Dubienka Koseiuszko r-atte inzwischen sein Vaterland verlassen, lebte in Leipzig,

° 5£; T -- beobachteud, gab sogar ans, daß er eine

meiie nach Italien antivte, und martere den rechten Zeitpunkt ab. Dttt einem Acale, ganz unerwartet es war am 23. März 1794 erschien er in zMackau,'übernahm die oberste Regierung und DeereKeitung, orgnii.,iecte, erlieg Ausrufe, bewaffnete die Bauern uttd schlug, mit seine« Sensenmännern die herbeigeeilteu Russen bei Railaviee. Eine echt nationale Gestalt war er, wie er in der Volkstracht, den Säbel schwingend, das Kranz hoch eniporhaltend, allen voran zum Kampfe [türmte, und eine unwiderstehlich an- seuernde Begeisterung ging von ihm ans.

y Nur zu bald sollte er erfahren, daß sein Volk zur Freiheit nicht mehr reis war. -schon damals, wie heut loieder, war seine Uneinig-- teit jeul schlimmster Feind. In Warschau eingezogen, sah sich Kofeulszro von beide^^xtrenien Flügeln, den Demokraten wie den ^lristorraten, bemjßeWWe und befeindet,' der Mob feierte seine Or- Men, die Zügel der Regierung entsanken Kosciuskos Händen. Als Militär tat er, w.is in seiner Macht iltcctb^. aber bei Szczekvcimi von den Prangen geh<-age.i, mußte er sich nach Warschau zurückzietten. Dm V^teidigung Warjchaus bildete seinen letzten Erfolg: da? treu Wlchr BelagernngSheer sah sich durch diplomatische ivie militärische Rüchtchtcn zum Abzüge veranlaßt. Aber nun nahte Snwvrolo mit seinen von allen Seiten her an drängenden Russenmassen; bei Macie- lowice erlag die polnische Heerschaar ihrer Uebermacht und Kosciuszko geriet verwundet in Gefangenschaft.

Als Paul I. die Regierung antrat, gab er ihm, gegen die Ver- Michtiulg, mcht gegen Rußland zu fechten, seine Freiheit wieder. Koicichzw ließ ftch nach einem erneuten Besuche Amerikas in Paris nieder, wo er alo Privatmann, jedoch zugleich imnier als der ideale Mittelpunkt des polnischen Volkes, als der große polnische Volks- beiD terte Sem Wort genügte, uni die polnische Legion zu bilden,

.. /Schlachten für Frankreich geblutet und seinen Undank gründlich kennen gelernt hat. 1806 wollte sich Napoleon Koftinsz- kos Namen im Kampfe gegen Rußland bedie'nen. Kosciuszte, seinem Worte treu, lohnte ab. Napoleon kümmerte sich näht darum und Mißbrauchte Kosciufzkos Namen, um die Polen ans seine Seite zu locken. Erst nach Mipoteons Tode konnte Koscinszko diesen Betrug-, chp'ntlich aufdeckeii. Itt Lllexander I. hoffte er den Retter seines Vaterlandes gefunden zu haben. Dieser romantische Poseur ver­fehlte nicht, mit dem Helden des polnischen Volkes eine sentimentale .Rührszene aufzuführen, in der er von Versprechungen überströmte Es ist Koscinszko erspart geblieben, die Verlogenlxeil Löcfer Ver- lprechungen zu erkennen und die russische Qual seines Vaterlandes mitzuerleben. IM Solothurn, wo er bei der Familie seines alten Fi-eundes Zeltiier, des früheren eidgenössischen Geschäftsträgers in Paris, lebte, ereilte ihn der Tod. Er würde viel betrauert die Dichtung besang und beklagte ihn, und makellos, strahlend und ge­liebt ist sein Andenken bei den Polen lebendig und auch anderen Völkern wert geblieben. Als Holtet in seinem Liederspiele , Der alte Feldherr" Kvsciuszko aus die deutsche Bühne brachte, wurde das Stück mit Begeisterung ausgenommen.

^ uud Le s sing. (Zur 200. Wiederkehr von Gözes

Gelmrtr?tag. 16. Oktober.) Am 16. Oktober- 1717 ist' Johann Melchior Götze ein tüchtiger Bibliograph und gelehrter lutheri- scher Theobog der orthodoxen Richtung, in Halberstadt geboren. Seme tycologiickie Lauchahn ftihrte ihn nach einem in Jena und Dalle absolvierten Studium zunächst als Prediger nach Asckxrs- leben dann nach Magdeburg und 1755 als Hanpttiaswr an die St Katharinenkirche in Hamburg. Bei seiner äußerst volemisch ver­anlagten Natur geriet er bald in zahlreiche literarische Streitig- vnten mrt den Anhängern der Aufklärung und Psenvoaufklärung, wie ledere beispielsweise durch Karl Friedrich Bahndt vertreten^ ward, der nacheinander UniversitätsplVsessor der Tl)eologie, Gene­rals nperintendent und Kneipwirt war. Auch Goetl>e bat wegen Leiden" seine Kampflust enrpftmden. Anl berühmtesten ^rrst Me durch fernen langimerigen Streit mit Lessing ge- vwiden. Dieser hatte xn den Jahren 1774, 1777 und 1778 die

veröffentlicht, wie er die Schrift «, Apologie oder schchschnst für da? vernünftigen Verehrer Gottes

und,über dic ?weich>naWlctzre durch kirchmgeschickLliche Keimt- Nipe des damals noch unbekannten Hermann Samiel ReimaruS mannte, und war so aus deii Bodeii theologischer Kämpfe gekommen Kaum Ivaren di?Fragmente" erschienen, als auch schon Göze mit lomem ersteii Auf>atz in denFrel-wiliigen Beiträgen zu dar Damburgischen Nachrichten aus dein Reiche der Gelehrsamkeit" sog. Lchlvarzeu Zeitung, gegen die Person des Herausgebers iii scharf,ter Wei,e zu Felde zog, während er den Fragmcn listen sE mit Worten der Verachtung abfertigte. Tie Angrisse Gözes mis Las,mg vermehrten sich in schneller Folge, und durch alle zog Nch wte ein roter Faden das Bemühen, Lessing denselben Stand- mit dem Fragmentisten anzuweiseu, ihn zu einem Leugner des Christentums, zu einem Beniner bloß der natürlichen Religion, ia zu noch iveniger zu stempeln. Lessirig verteidigte sich gegen Göze durch seinen berühmten geistvollenAnti-Göze", von deni ein angesehener Zeitgenosse des Verfassers sagt, daß er ebenso viel Scharfsinn ime Ostenherzigkeit und Klugheit verrate, während nach ^desselben Gelehrten Auffasftmg Göze nichts vorgebracht habe, waö die ttefeii thaologlichen, historischen und philosophinben blenw, deren Lösung Lesftng ansträote, .auch nur berühre". Bald r, ^ ex "Nnti-Göze" erschienen war, halte man dem Biblio- tyevar Lespng, dem unermüdlichen Vorkämpfer der Toleranz, lwhe- ren Orts tede weitere Einmischung in tirchlick>e Tinge nnte'rsagt, woran, der Dichter im Jahre 1779 in seinem berühmten VerS- 7 -^?Nathan der Weise" seinem Gedanken einer reinen Mensch- lichteit irvch, einmal niederlegte. . . . Johaim Melchior Göze lonr in der Verfechtung semer Ueherzeuginngon, die ihn in einen so ,chrofseil Gegen,atz zu Lessing stellten, unermüdlich tätig. Außer ungezählten Ltrütichrpten hat er überdies namentlich viele Predig, teil verfaßt, die zu seiner Zeit sehr beachtet wurden, jetzt aber zum grössten -veil vergessen ,ind. Seine bibliographischen Arbeiten, l'^oeiondere derVer,uch einer Historie der gedruckten nieder- huschen Bibeln vom Jahre 1470 bis 1H21", welch letzteres Vuch 1 c io in Halle erschienen ist, haben auch heute noch ihren Wert. Am 19. Mai 1786 ist Göze iu Hamburg gestorben.

was ich an der Zomms träumte.

Von VizefeldweLel Walter Jensen. ^

Nach drei bMrbösm Tagen im zerschossenen ^mdengraben eiidlich abgelolt, schleppe ich m,ich itottuüde ins Oluartier An einer ansehnlick,en Ferme verläßt mich die Kraft' - ich kann nicht tenter. Erschöpft smke ich am Rand des Wäldchens, an das die Ferme angelehnt ist, ins hohe Gras, gerade an einer vvn einem Graiiatvolltrmer zu Boden geschnietteisten Tanne. Ich wundere mich, daß die beiden Blicken, die dicht rechts und links der Tanne stehen, ganz unverletzt geblieben sind, und dann schweifen, die Gedanken ab, weit weg.

Matt imd wej zuckt das letzte Erleben im Kampfgrabcn noch­mals durch den Linn. Meine Augen brennen. Da fährt mir ein ^>'verhangendes Buckenzweiglein ganz sacht darüber: ich spüre: rel.n Weh mehr. Non! einmal fühle ich das Streicheln und nun d mir wohl mH leicht: ich schlafe, ich ttäume.

schlafe bewußt; wissend, daß ich schlafe. Und ich träume auch a.enn war nenueu das jaträumen", was uns ein hoher Wundergeftt in einer zweiten, weiten Welt erleben läßt, wemr ,rch der müde Körper von den Wunden dieser einen, engen Welt im schlaf erholen will.

ii c ich aus dieser wüsten Welt in iene zweite.

Und ich höre telttame Geräusche: Ein Weben und Wispern, ein Rauncu und Rauschen da werde ich ans den Träumen wieder wach und sanmege den müden Leib dickst an die Erde, geduckt das Bcrsteii der Granate abzuwarten, deren .Zischen ich soeben hörte Ich warte. Zbein Krachen und Zisclwn erfolgt-

Nun sveiß ich nicht, war das ein Blindgänger oder träume ich bloß, ich sei wach (und einer heransausenüen Granate ans- gewichm'?

Ta höre^ich deutlich zwei Stimmen, die sich ini Flüsterton.' ^erl^teit. ^.übrige ohmmen wie von Kindern, bloß viel hauchi-

^ ist wieder einer von dem dummen Mensct-en-. geschlecht!"- ^

"Za, einer von den Würmenl, die sich selbst für das Wich­tigste in diesem kreitenden All halten!"-Schscht! Pssst'

Laß uns seine Gedanken belauscken' ... Er spricht ja ini schlaf-Hihihi! Hahal)a! So ein Dummer! ® c ,. ton Grmiaten, die hie arme Tanne zerschmctterÄ

hatten. Hihiln! Hwlxiha! "Und n*eiß nicht, daß es der Vntz ivar, der sich luiserer erbarmte und die garstige Tanuen- £ e * c ^ftuistug!" . . . Nun Härte ich einen ganzen Kanon auf das Wont Tannenhexe -fingen;! jTannenlipre! Tannenbers' Tannenhexe!!! Hihihi! <- Hahaha! Pschscht!!! Nicht anflvecken!!!" .

. ^nd nun beugte sich die cifiie Birke über mich und sang mir ms Ohr:Höre zu, Menschlein! Jetzt will ich dir mal eiivas von der töfen Tannenhexe erzählen. - Zuerst will ich dir aber hier mein Weiblem vorstellen!"

. Tabei näherten die beiden Birten ihre Ztveige einander und roiten sich.

Ich selbst," ftihr die Birke fort,heiße Birkowski und