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GS gibt efitt alte Sage.
Sei* Schöpfer der Welt hielt die Wage, DarMf ivog er die Lust und die Klage Der Menschen rmd ihrer Tage Mit banger Erivai-tung ab.
s stünden die beiden Schalen, leich ivogen die Freuden und Qualen, Mit denen zu. zahllosen Malen Die Menschen ihr Dasein besagtet;
Und Glück und Unglück lvar halb.
tixif die Schale der Wonnen, in Hauch nur, dem Schöpfer entronnen. Sie sank. Und es formten sich Sonnen Und Menschen, denr Dunkel entspannen, Die Liebe besiegte das Leid.
Drum klingt nach den bittersten ScküachteU, Wenn aUe Vernichtung rmr trachten.
Und rings sich die Wege nmnachten.
Ein Schrei vor dem lebten. Verschmachten: Frieden ist stärker als Sieg.
Die Roggemmchme.
ä Mein Kind, Hab Du des Kornes acht, ertritt es nicht ob einer Blume —
Clt ihren großen Ajugen wacht IM Md die strenge Roggennüchure", st W. Stamni warnend in einem Gedicht, in denr er ven goldenen 'gen der Getreideernte freist. Der Glaube an die Roggen muhme, den inan in vieler ländlichen Gegenden unseres Vaterlandes noch hei Kindern wach erhält, hat also einen sehr praktischen und nütz- uchen .Hintergirnnd. Das Brotkorn soll dadurch gegen das Zertrete^ durch die Kinder geschützt wer-den. An Oldenkurrg sucht nnm die Kinder dadurch von den Roggenfeldern fernzu^lteN, daß nran chnen sagt, der Werrvolf sitze im Felde. Ter Glaube an die Wertvolle war in früheren Zeiten allgemein auch unter den Erwachsenen verbreitet. Man stell Ic sich unter ihnen Menschen von unersättlicher Gefräßigkeit vor, die nach Afnlegirng eines Zauber- äürtets sich in WMe vertpandelten alles fräßen, ivas ihnen U^deii Weg kam. Menschen und Tiere. Die Kvrnnmhme war eins Rvfin von schrecklichen Geberden. Sie hat feurige Finger gnd eine mit glühenden Eisenspitzen versehene Bimst. 9hn diesen läßt sie die Kinder saugen, weicn sie sich ins Kornfeld verirrt haben. MÄg- licheiioeise verbirgt sich in dieser Vorstellung von der Kvrnnuchme auch die Warnung, Getreideäyren in den AtUnd zu nehmen., was sehr leichl die gefäLrliche und verderbliche Strahlenpilzerkrankung Hervorrufen ka:m. jedenfalls verfehlt die Drohung mit der $&ran Muhme und dem Merlrolf ihren Eindruck auf die Landender nicht; den Stadtftnden: aber sind solche Sagen unbekannt. Ihnen solltq man, so schreibt uns ein Mitarbeiter, es recht nahe ans Herz legen, die Getreidefelder besonders zu scharren. Gerade aber kn der näheren ttmgebu : der Großstädte wird ja besonders viel übers Mrrschäden geklagi, die durch Knider von Ajusflüglern oder Sommerfrischlern verursacht tverden. Manche Eltern meinen, sie dürften auf dem Lande den Kindern altes erlauben, damit sie sich dmch
^ recht nach Herzenslust anstoben köruren. Sie müssen gerade te besonders streng daraus achten, daß die Kinder nicht die N'en als Spielplatz betrachten, die Getreidefelder nwflnt einiger Blumen zertreten oder das unreife Obst von den Bäumen schicken. Die .Kinder können sich auf dem Lande ganz vortrefflich erholen, auch wenn sie immer hübsch auf dem Wege bleiben und teüteni Flurschaden «mrichten. Bor einigen Jahren brachte in der Nähe eine? bekannten Badeortes ein Bauersmann, dem die Badegäste, sowolst die großen als auch die kleinen, auf der Suche nach „blauett Zhauen" die Wecker zertrampelten, Marnimgstafeln mit folgender Jvschrist an:
„Das ist Kon:.
Du Ochsenhvrn!
Die Menschen wollen es genießan,
Drum tritt es nicht mit Füßenft Die dcrb-kimische Warnung halte vollen Erfolg. Heute aber^ wo jedes Körnlein Brotgetreide für uns t»n größter Wichtigkeit und Bedeutung ist, ist es mehr denn je angebracht^ dafür zu sorgen, daß unsere GetreidefÄder auf das sor^ancste geschont werden. _
vermischte».
— Gummiringe und ihr Ersatz. Tie jetzt schtoerer alS früher zu befckxlffenden Gummiringe zum Abdichten der Em- mack'gläscr beim Sterilisieren von Obst, Gemüse und Fleisch können, wie mügetcill rvird, auch durch Gelatinestreifen ersetzt werden. Diese Streifen werden etwas breiter als der Glasrand geschnir- ten und fünfzehn Minuten in kaltem Wasser eingeroeicht. Für ein 'kleines Glas verwendet man zwei, für ein großes drei Streifen, [ die an den Berührungsstellen übereüuurdcrgelegt werden. Das
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Glas ist wie ^üvöhnlich mir Deckel Und Klammer zu verschtseß«. Beim Sterilisieren verfährt man wie beim Steril csver«^ mit Gummiring, nur darf das Wasser im Strerilisterbopf nicht HS au die Gelatine reichen. Auch dürfen mit Gelatine verschlossen« Gläser nur einmal sterilisiert werden: das Nachsterilisieren muß also unterbleiben.
** Kiefernzapfen als Heizmaterial. Die schwe- dischen Tageszeitungen l>erichten., daß auf schwedische!: Privat- bahnen seit einiger Zeit Versuche gemacht würden, Kiefernzapfen als Brennmaterial zu benutzen Die Versuche sollen ganz vorzüglich ausgefallen sein, so daß jetzt Kiefernzapfen in erheblichem Umfange verwendet werden. Mm hat berechnet, daß 2 Tonnen Zapfen den- sell>en Heizwert haben, wie 1 Tonne deutsche Steinkohle. Die Zapfen »oerben, um eine zu schnelle Verbremyrng zu verhindern, mit etwas KdUe und Kvks vermisckiL. Mjm bezakLt in Schveden für ^ichten- und Kiefern'^rpfen gegenwärtig 2V» bis 3 Oere für das .logramm. Bei dem durch Arbeiter« und Transportschwierig keiten gestiegenen Mangel an Heizmaterial erscheint es uns nützlich, auf diese schwedischen Erfahrmrgen hinzuweisen. ES gibt in Deutschland sehr leicht Gelegenheit, Tannenzapfen zu smrmeln und mindestens für den winterlichen Heübedars aufzusparen. J!m besonderen können die Schulkinder und die städtischen AusMgler auf das Sanv- mieln von Fichten- und Kieferzapfen verrviesen roerden. Biele kleine Hilfe schafft auch Großes.
* Der Borläufer des Schießpulvers, lieber den
rvahrscheinlichen Vorlaufei' des eigeiEichen Schießpulvers, das bereits oft erörterte sogenannte „griechische Feuer", wurden in der Pariser Akademie Lmrch Professor C. Zenghelis neue Angaben ge- nmclft. Das griechische Feuer »vurHe in der alten modernen Literatur häufig erwähnt, wahrscheinlich handelt eS ftch nach dem Wademis- bericht um eine Mtschmra brennbarer Substanzen, wie Harze., Holz- wUe, Oele Mrd Schwefel, w.rt Salpeter. Zum ersten Male erwähnte imJül-ve h? v. Ehr. Theophanos das griechische Feuer, mit dessen Hilfe der Kaiser Konstantin IV. PogonatuS die Araber von Kon- stmttirwpel vertrieb. Die BjehauPturrg. daß das sogenannte griechi- '>che Feuer aus dem Wege über China nach Europa gekommen sei, kmmte bis jetzt nicht beroießen rverden. Uieher das Feuer selbst erfährt rnün, daß CaMnicus von Heliocholis eine brennende Masse unter Wasser gegen die feindlichen Schiffe schleuderte, >md daß diese Masse durch das Waffer nicht gelöscht würbe. Da die Masse ms einem am Schkffbug ausgestellten und :wn einem Manne bedienten Robr geschleudert wurde, käme Eallinicus als Ersftrder der Vorläufer nich» nur deS Schießpülvers, sondern auch der Kanone in Betracht. Das vvn den Griechen gehütete Geheintnis des griechischen Feuers wurde später dann auch den IarazeTwn beka nn t und dann Ne i der v er b rei te t. /
* Ein FtlmvrozeßFlauberts „Salammbo". Eü^
ncerkwÜrdise und nicht unwichtige Rechtsfrage kam jüngst in einem Prvzeß zur Grörtermig, den die Nichte und Erbin Flaubertsi gegen eine franzöftsche Klmgestllfcbaft cmstrengte. Die Erbin, Frau Taroline Franklm^rout, yatte der FckmgesÄIfchaft bas Rech^ verkauft. AaubrrS Roman „Salamrnbo" zu verriliwen. Bei der ersten Vorführung stülre sich aber heraus, daß wesentliche Stellen des Werßs völlig verändert worden waren. So hatte man ans dem Griechen S«ndttrs M^er gemacht, andererseits trat der
Lybier Macho alS Weißer auf, uich statt zu sterben, wie in dem Roman, wurde er zum Gatten SalamMbos gemacht. DaS Gericht gab der Klage statt, indem eS sich auf den Standpirnkt stc^lve, daß bei der Berfilmustg eines Romans die wesentlichen Züge des Werkes nicht ohne beßoicheve Erlaubnis verändert werden dürften, und daS Urteil beftHnntte die Beschlagnahme des gesamten Filmmaterials.
vüchertisch.
— Unsere Südsee. Ein unentbehrlicher Beihmdteil der d»ttfch«n Volkswirtschaft. Von Horst Weyhmann, Wissenschaft^ licher Hilfsarbeiter an der Zentralstelle des Hamburgischen Kolonialinstituts. Mit einem Geleitwort von Pwf. Dr. G. Thilcnins. Direktor des Museums für Bölkerkunde in Hamburg, und 20 Abbildungen auf 16 Tafeln. Breis bwsch. 75 Pfg. SSen> lag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) Berlin.
Reihenrätsel.
DH NC HRII TTGR DOBT EEUU SEAK AIN OBRE U8LE LEE Vorstehende elf Buchstabenreihen sind so untereinander zu stellen, daß die senkrechten Reihen vier im jetzigen Welckrteg zusammengehörige Namen ergeben.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des GleichklangS in voriger Nummer: Cylinder.
Bchrijilectimg: Fr. R. Zenz. — ZwillingSrcmddruck und Verlag der Brühlfchen UniversttätS-Buch- und Itetndruckerei. R. Lange, Gtetzen.


