Ausgabe 
14.5.1917
 
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ßn»; Strafen später: , ,

Auf dem Amt toeifc man n ichts von BobS Abberufung Tv G . chtchtt von dem Telc^ramm ist nicht wahr. Auch ist er nu® irr der angegebenen Richtung davon gcritt«, sondern .üiSflügler LDLsvr ihn auf dem 2Bc«e zum Gebirge. Er war so in Gedanken ver-rurken. daß er nicht einmal ihren Gruß erwiderte.

Eine stunde später: m

Ich habe die KugH nochmals gefraat. Was sie zeigte, Uetz

8 ir oa^> Blut in den Adern erstarren. Dob ritt euren schmalen ergps^». vockts die steile Berg'.vand. links einen Abgrund Ter Rappe wckl nicht '.xuer, er spornt rhn. er schlägt mit der Peitsche. Ta- Tier bäumt sich verliert den featt, stürzt ab!

Vor schrecken stieß «h an den Tisch, die Kugel fiel -erab and zerschellte.

28. Januar:

Vir haben seine Leick-c geborg«i. Wir fanden ihn genau an der Stell«, die ich nie vorher betreten und dock, schon Baratt, 1 r-ir ritten durch das Tal mir Füchten hängen rmd der weisen Laichstraße, wo ich nie vorher gewesen. We.che dunkle Macht ttieb kh:i hinaus in den Tod? Leit 24 stunden suche tdj nach dem Fakir, der die Kugel braclrre. aber er ist ivie vom Erdboden versckIvundcn.

Als ich mal ermordet würde.

Bon Ranny Lambrecht.

Eine Geschachte zwischen Tag und Dunkel aus den Ardennen.

(Rackdruck verbotet)

Wenn ich in schonen, friedlichst Zetten in die Art-enncn reiste, lehrre rch auf dem LandgutDer segnende Heiland" bei der ur­alten Madame Bichotte ein.

Und dann erzählte sie mir immer dieselbe Geschichte, jedes Jahr einmal, die Geschichte:Als ich mal ermordet wurve."

Damals, als fette grausige Mordtat mft beinahe geschah, trug sie wahrscheinlich noch nicht den wunderschön altmodischer kn-t. aus den man ein Biedermeiergedicht Hüne machcri können, edr seitlich heruntergeUapoter gelber Strobhut. mit blauem Kenn­band Lusa mm enge halten, das runzlige Gesicht mit den brandroten Bäckchen und dem schlohweißen Haar umrahmend.

sie hatte am £>c*t Leopolds II verkehtt zu der Zeit, als der kleine Thronfolger starb, und Leopold auSrief: .Hch werde nun nicht mehr weinen können."

Aber nicht von den Tränen Leopolds sprach sie mit Borliebe, ste sprach mit Borliede von seinem Lächeln. Sie sagte:Er konnte lächeln. daß 'ein Bart liedensivürfeg erschien."

Und wenn sie dos sagte, blinkten ihr Banißmeimiichtaugai wie Leuchtkäjevchm in Mainäclrten. Doch blinkten ihre Bergiß- meinnichtaua-n ebenso, wenn sie davon erzählte, wie sie mal ev- mordet wurde.

Man muß. um nach dem Gut der Madame Bichotte z» M'ae en, an dnn väu-chen mit der blühenden Rosemvand oor- Dder In dem Häuschen niit der blühenden Rofen :and wohnt der garde champetre. der Feldhüter, eui einsamer, aLiondcv- Okfer Mann Er sagt:Die Rosen sind meine Frauen."

Ja und wie gttagt, so seltsame Menschen wohnen in dem Lnnde der Ardermen, wo iene Geschichte zwischen Tag und Dunkel iich zutrug.

Sic wissen sie doch noch, die Geschichte, nicht wahr?" fragte Madam Bichotte.

Rein", sagte ich. denn ich weiß, es macht ihr.Vergnügen, Venn ich sie i?de4 Jahr oerges^

Und also begann sie:

Wir hatten die texten Tomaten emgeerntet und zogen für den Vinter in mein botel nach Brüssel, meine Schwester »rnd ich. wissen Sie. rnein armer Mann war schon tot. mein Lohn noch auf Kriegsschule. Sie haben ihn ja bei den lebten Manövern gesehen, meinen stolzen doU rjd mit den Spiel bah n stdern Aber damals war er rwck auf der KriegS'ckarle und freute sich sehr, wenn keine kleine Mamon nach Brüssel kam. Und die kleine Maman, barrd «ucks fcerj, die freute sich noch mehr

Und dar ansien Sie doch aiuh noch, daß wir, wenn wir den Wr-ter über noch Vrü'stt ziehen die Wertsachen und silln-rnen Lak,l^tschirre mi'- l m- n Sie W n ,a sckon selber mit ei, . rck.-,, chl'-n. nich wahr? Aber Sie waren sehr ungeschickt. Sie holten die fr"* stecke Vergessen, nicht wahr?"

Verzeihung, die Fischbestecke hotte Madame vergessen."

LH la la! min bin ich wieder ein bißchen konttrs" Wahrhaftig. Madame ist ein bißchen konsuS." Ihre tmrchstch. Nge wächserne Band glitt übers Knie

-,'^oymis' meine Schwester reiste also mir den Wettsachen nach Brüssel voraus, ich aber unterbrach die Fahrt und besuchte noch «eme^b.onde Freund,», deren Mann als Kabinettsches den politi- kchen Dienst anittterl hatte. Ich wollte drei Tage bleiben und blieb d«izehn. Ich hätte nicht auf den Dreizehnten aßr-isen dürfen. dann nEre nnr da» nicht passiert. Aber meine Schwester schrieb eine

ba&ni wieder fee Fisch, w^kke Vergessen Also auch Grund genug, auch aus den trd*

ff T m i! ®S |fiÄfT ttug und langt- r ach

halbstündiger Fahrt aus der kleinen Station an Venn ich mich

beeilte. konnte ich iwch den Zug 6.54, der abends nach Lüttich zn- rückfnhr, erreichen.

Ich mochte mich tim der Station aus hurtig auf den Weg. den« die Dämmerung fiel schon, und ich hatte noch gute zwanzig Minuten »u gehen. Ich nahm mir vor, im Vorbeigehen an daS Räuschen des garde champöttt zu klopfen und ihn mit mir zu nehmen, den« der garde champötte hatte von uns den Auftrag, in unserer ?td- wesenheir daS verlassene Gut euvas im Auge ^zu behalten.^

Der garde champetre, dessen Rosen seine Frauen sind?" fragte ich.

, -Ia, ja. dieser närrische Mensch, der seine Rosen wie die Frauen liebt, w^ü sie duften und schtvcigen. Ader als ick) nun an daS RosenhäuSchen klop'te, aab mir niemand Antt ort. und ich sah zu meinem Schrecken, daß der garde chamt<ttre nicht zu Dause war - jawohl, zu meinem Schrecken, denn mit einem Mal und ganz viöp- lich überfiel mich daS: ein Grauen davor, daß ich allein in der Dämmerm^ in das verlassene DauS gehen sollte. Dann aber gab ich mir einen Stoß in den Rücken, schimpsre mich ein bißchen auO, lachte mich aus. sagte mir, daß es ganz verrückt sei. mich zu sürchlen. in mein eigenes Daus zu gehen eh bifrt! und da ging ,ch. wie ein Erzengel mit flammendem Schwert ging ich, das heißt daS flanr- men de Schwert war mein Regenschirm.

Und da stand ich vor der Gartenmauer. DaS Tor lag im Dunkel des riesigen Kostanienbaumes, so daß ich kaum sah. ,vo id> den Schlüssel einzustecken hotte. Ich steckte also den Schtückel ein. drehe ihn mit beiden Dändcn im Lchloß, das Tor knarrt au,', und ich trete in den Park ein. DaS fallende Laub lag haufenweise in den Pfaden Der Wind stob hinein und triäb es wirbelnd auf. W,e große phantastische Schmetterlinge flatterte es um mich Ich wurde wieder schreckhaft, denn die» Flattern und Rauschen und Rascheln fiel in eine namenlose trauttge Stille.

Aber da sah ich zwischen.den Stammen die weiße Statut des segnenden Heilands ragen, weit au-gebrevet sein Mantel und die Arme breit auSgeftreckt. segnend, gnadenfpendead, als steh« er ver­klärt im Abendschein auf dem Berge Tabior. Geradeaus zum seg- tvndeu Hnla:rd ging ich und frfcir mrch dorr auf di- r*ank und ruhte ein wenig in der schauervollen Harfhämmcrung aus

Wie wunderbar ttaurig daS ,var! Eine heilige, stille Trauer, die wir Frauen von gestern so gern baden. Aber als mrrne ver­hätschelte Trauer aniina. mich zu graulen, sprang ich aus und lies rnS HauS. Durch die Küche uei. ich. die »ebm der Kellertreppe in» Haris führte. Dann durch die vorrat^kämmer Merken ^-ie sich wohl. durch die Vorratskammer. Sie haben einmal gesagt, unsere Borratekammer sei wie ein Mamettianifcher ÄVÜrr. Eh men also, durch di? Küche, dann dtr Vorratskammer eilte ich ins Hau» und ein schmales Treppchen hinaus an die sestverschtonenc Körridortür und in die Zimmer hinein.

Ab man dien, mon die», sind Sie aui einen Abend schon einmal ^lein durch den Wald gegangen? Und haben Si-' nicht mrt jedem Schrüt um sich geschaut, ob ettm, nich: einer Zinder diesem oder »enem Bougnstamm hervottrtte, ein Unheimlicher. Schtveigender. t jährlicher? So ist das. wenn man in leere, »^rla^ene Ai«, »er kommt, vw es mu-ng riecht und die Vorhänge dick: herab lastech wck Ich schrak »ummmen. wenn mein Rmk raschelte, oder an Schrank im Leim knackte. Ich »Sgette. eine Tür zu öffne«, als säb' ich dann im Zioielicht des enrschivu»denen Tages jemand mitten im verlassenen Zunmer sitzen. Cba eine ganze Gesellschaft, stumm und wanend. £ ich dumme Frau!

Al^-r. mein Gott, nun war'» mir wirklich, als wehe ein Schalten, irgendein Schatten, hinter mir brr Ich getkaute ?:Nch nick:, mich umzudrchm. ,ck, eilt? vorwärts, immer vorwärts, geradeaus in drn Lpmesaal, « den Kredenz, und im Kredenz mußte ick d.^ Bestecke nndem Ich haue eine K^rze am Bronzcleuchta angezürchet. nahm

-S'selbund aus meiner Tasche, suchte, prol^erte einen ^-lus> l aus den andern und da fällt mir cm: das war«, ja d»e T ü r sck>!üsstl, die Schrankschlüs el batte ich im Pompat-our uiu> bru Pompadour? Ab dH? den Pompadour hatte ich wabr- batttg aui der Bank im Port tieaen gelassen Allo nur schnell wreder m den Park hinaus. Ich nehme die Kbrze vom Leu tu er und zunig den Weg durch die Zimmer zurück. An der Kvrttdottür stttke ub die Kerze m den Kübel des dorr stehenden Lorbeerbäume,, damit sie mir nicht verlösche, und schlüpfe in die Winkerttthle der Borrottkammer und durch dr< Küche, die jetzr stockdunktt lag. und ösine und will htmms allmächtiger ltzot, . . tza saßt mich Jemand - eine brutale Band HKtten am t^enick. wrst mich grg«r dre »Sand, daß ich betäubt taumle - und da fühle ich'» anf krallende fcanb in meinem tzoar. in meiium schönen, rvllen v«ar - ich fühle mich geschleift wob,«, weiß ich nicht. ,vahr- Lxmlrch ** die Küche zurück - nckr sausen di. «tzedanken wie ein Wirbel, wre man wirr und im Alpdrücken träumt, halb bctiubt rtüd}. mtb doch mit ächzender Gnvvlt seine Gedanken »urückrufend. «n heißer Männeraiem spett mir ins Gestch». Tabolbunst zischende Worte, ich höre nur ein knirfchendes Fluchen da plütz- sich erlaßt auch eine ve-zwttfrlte Mit w,e ein böse«, tolles Tier, ich ichiiappe noch der üpnd. die mich schleift - - ««!> Mt zu. be,ße in schraender Raser« baße, beiße, und da fühle Ich Blut um meinen Mund n,inen und da fühle ich ,wch ev'ms Furchtbareres ich kühl--, daß ich.chm die Band p-rsleischt trade, und schrch- und juble . da läßt er von nKv ab. da schlandett er mich hd'. da höre ich Sein,men hrch tzz, 0 \^ tne Ztzgch<tgi.k und da höre ich, wie ba