Königsträume.
. Roman von Karl Busse.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
sich und ging, kaum beachtet, aus der Tür. Fm Nebenzimmer öffnete er das Fenster. Nun gab es nur eins unaufhaltsam auf den Weg getrieben, den Mch' Rybsczynskr gehen wollte. Nur an der Spitze der Auf- stLndrschen konnte er an Beilen Rache nehmen. Nur mit Gewalt sich Hannas bemächtigen. Das Schloß stürmen, Feuer tn bxe Scheunen werfen, Hanna mit sich reißen uns im Galopp dann über die Grenze, jubelnd empfangen als Füh- rer von Hunderten, die ihn erwarteten,- nur diese Möglichkeit blieb noch! J r
. Lief. Da legte sich eine Hand auf seine Schul-
ihm/ ^ dunklen Fanatikeraugen staiw Rybsczynski hinter
„Nur ein Wort, Napoleon Rutkowski! Ich habe Mw- chocrn me betreten. Ich bin älter als du. Soll ich morgen bei dir sern^ ^
Starr sah er ihn an.
„Ja oder nein?"
„Ja. Komm'!"
ßll wiffen!"^^^" s^ Dank! Die andern brauchen nichts „Nichts!"
Nasch entfernte er sich. Der Graf blieb allein. Lange duckte er hinaus. Dann faßte er sich an die heiße Stirn. Wer va banque spielt, soll nicht denken!
r m ^--?^der im Kreise der andern saß, stürzte er mehrere Elaser Wein hinunter. Degorski jammerte noch tmmcr, ob iHn denn niemand sagen könne, wann es losginge. r früher, um so besser," rief Napoleon dazwischen, "^ute ist Freitag! In acht Tagen wieder. Nun gut, ihr wolltet in acht Tagen fertig sein!"
K „ r -Also Freitag !" jubelte Degorski. „Ich sag's meinen Sabeln noch heute!"
„Ein schlechter Tag, Freunde!" sprach Rybsczynski. ^Montag ist besser! Zehn Tage haben wir Zeit. Gott segne euch, so viel braucht ihr immer. Was meinst du, Napoleon? bestimme den Montag!"
Die andern, außer Degorski, tvaren's zufrieden.
„So verkünde ich hiermit als beschlossen, daß heute in * Tagen, Montag, sei es am Tage oder in der Nacht, der
lebergang über die Grenze zu bewerkstelligen ist. Es wird LwUg sein, in allerkleinsten Trupps zu marschieren. Um so leichter ist das Durchschleichen durch den Grenzkordon."
„Urid der Treffpunkt?" fragte Kozlowski.
sein! Es wird ihn niemand verfehlen. viS Dienstag früh seid ihr alle mit euren Leuten dort ver- lcnnmelt."
* bls zum Sonntag vorher keine Gegenordve
kommt! sagte Kasimir Rzonka. „Wir dürfen nicht vergesse^ Herrschaften, daß in zehn Tagen viel geschehen kann. Batronski" ^^ernimmt Napoleon die Benachrichtigung," rief
Notichuch^ nCtC übri0en und Ort in sein
^clMi-igeiid ritten Napoleon Rutkowski und Kasimir Rzonka durch die Winternacht zurück. Kasimir Rzonka brach das Schweigen zuerst.
^„Bisher aina alles glatt, und unser erstes Ziel ist er- weiter " ^ ^ ^ Führer anerkannt'. Ich baffe, es g-ht auch
Der Graf nickte nur.
von ^Ryb^y^nsk??" ^ ^ ^ rac ^ n draußen mit Herrn
Verwundert hob Napoleon Rutkowski den Kopf. Es war aljo bemerkt worden. „Allerdüigs," erwiderte er zögernd treffen!" @tC töerben ^ §u einer Unterredung in Kürze
„Wer sagt das?" fuhr der Graf auf.
^ kalkuliere nur. Herr von Rvbsczynski sagte fein
„Auf Wiedersehen!" so merkwürdig, daß es mehr bedeuten mußte als eine leere Form.
Pause. „Sie beobachten gut, Herr."
,,Jch hoffe es. Und wenn der Herr Graf mir eine beiwohnen^b^ * üc ^ cn ' ^ möchte dieser Unterredung gern
Wiehernd stieg das Pferd Napoleons, von den Sporen getroffen, in die Höhe. „Sie haben seltsame Wünsche,^ sagte der Graf kalt.
„Die doch wohl leicht erklärlich find, Euer Gnaden. Ein Kind kann es sich an den Fingern abzählea, daß diese Unterredung Dinge berühren wird, die uns alle angehen, das ae- samte Polentum. Die Regierung hat einen Geheim vertrag mit Ihnen abgeschlossen, der beide Teile bindet. Ohne vol^ stes gegenseitiges Vertrauen muß der Karren schief gehen. Das wäre ein Unglück für uns alle."
Beruhigend klopfte Napoleon dem Braunen auf den Haw. „Es scheint mir immer mehr, Pan Rzonka, als wären Sie nnr gleichsam als — hm — sagen wir als Mentor, als Wächter beigegeben."
r "Nur als Mithelfer und Mitberater, Herr Graf. Zu bestimmen haben jedenfalls Sie!" —
Als am nächsten Tage Herr von Rybsczynski gemeldet wurde, entwarf Kasimir Rzonka mit dem Grafen gerade die Proklamation, die am Tage der Grenzüberschrcitung in Hunderttausenden von Exemplaren in den preußisch-polnischen Provinzen verteilt werden sollte. Er erhob sich Aber Napoleon Rutkowski sagte leichthin, ohne ihn anzusehenr „Falls Sie bleiben wollen, ich habe nichts dagegen, und Herr von Rybsczynski wohl auch nicht."
Kasimir Rzonka verbeugte sich stumm. Rach kurzer Begrüßung stützte sich Wladimir Rybsczynski auf einen Sejfel


