Ausgabe 
11.11.1916
 
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Der Radium-Vulkan.

Nom an von St. E. White und S. H. Adams, Autorisierte Nebersetzung. Nachdruck verboten^ (Fortsetzung.)

Hierauf wandte sich sein Interesse den Naturkräften «u. In einem offenen Stahlnetz-Laboratorium studierte er den Blitz: doch mit wenig greifbaren Resultaten, außer rheu­matischen Anfällen und einem verbesserten elektrischen Stromunterbrecher, den eine der großen Telegraphengesell- schafteu eiuführte. Sein Rheuma zwang ihn bald, die Experi­mente einznstcllen. Wahrscheinlich veranlaßte ihn das große Problem der Krafterforschung zu den Versuchen, die elek­trischen Wellen an den Butzen zu studieren. Jedenfalls war er bald so in das Studium der Elektrizität vertieft, wie sein Laichs um nn Hertz. Wie er oft zu sagen pflegte, wunderte er sich selbst, daß er dieses Studium nicht schon früher aus­genommen hatte das Gebiet der Kräfte, das er jetzt er­forschen wollte, erstreckte sich über die ganze unermeßliche Welt der Aetherwellen, von denen, die wir mit dem Gehör, bis zu denen, die wir mit dem Gesicht wahrnehmen. Auf diesem Wege kam er ganz natürlich zu den bedeutendsten ra­dioaktiven Elementen, dem Uraniurn, Thorium und Radium.

Schließlich verfiel er auf die Idee, die ihm zum Erfolg verhelfen und das Leben kosten sollte. In den Cingelveiden der Erde mußte das Geheimnis verborgen fern! Er machte sich an die Vulkane Erscheint Ihnen das närrisch? Hätten Eie den Mann gekannt, dann würden Sie es nicht mehr läck>erlich finden. Er war ein Mühender Enthusiast, der eborene Märtyrer, nicht so fischblütig wie wir, in seinen ldern rollte Feuer--

Wir gingen auf die Jagd nach Vulkanen, denn Professor Schermerhorns Theorie zufolge wurden vulkanische Ans­brüche von einer unbekannten Kraft verursacht, deren Wir- knMrr weder den Explosionen noch der Wärme allein zuzu­schreiben wären, sondern einer crnoevem Kraftquelle Ra­dium meinetwegen, nur nannte er es nicht so. Das Radium, das unsere modernen Gelehrten kennen, betrachtete er als harmlosen Zeitvertreib für Leute, die nichts Besseres zu tun haben. Kraft in so minimalen Mengen sck)ätzte er nichts

Kurzum, wir bewegten unS andauernd zwischen Vul­kanen. Allmählich «geivöhnte.ich mich, denn auch derartig an baS Kampieren in: Umkreis sämtlick)er Höllenpfuhl-Arten, daß mir der Qualm eines Schwesclhölzcl-ens wie reinste Himmelsluft vorkam. Wo immer ein Pickel der alten Erde zu einer Beule znsammensck^vären wollte, »vciren wir dabei, bis der Doktor sich schließlich so durch und durch vergiftet hatte, daß er die Sache aufgeben und nach Philadelphia zurückkehven mußte. Dort erbettelte ein bejahrter, zurzeit auf dem Trockenen sitzender Seemann einen Dollar von dem Professor was übrigens kein Kunststück lrmr und ei> toälmte beim Herbeten seiner Leiden sMschiclste auch jenen

kleinen Hexenkessel höllischer Bosheiten eine vulkanische Insel, die nicht ans der Karte stand und ihm allein bekannt war.

Da ist ja endlich, wonach wir so lange vergeblich ge­sucht haben, Percy!" sagte er in seiner seltsamen, tar^ gedehnten Sprechweise.Ein kleines Privat-Vulkanlabora- torium ganz für uns allein. Total unbekannt, auf keiner Karte zu finden. Morgen fahren wir ab!"

Ob ich mitwollte oder nicht, hat der Doktor mich nie gefragt. Das nahm er als ganz selbstverständlich an. Ich sagte ihm auch nicht, daß die drei LebensversiclsermM- gesellschasten, die, auf meine gute Konstitution bauend, mich in törichter Vertrauensseligkeit ausgenommen batten, die wahnsinnigsten Anstrengungen gemacht hatten, sich mit mir über die Policen zu vergleichen. Sie fühlten sich über- vortcilt. Was nützt einem schließlich die beste Konstttution, wenn inan ans Vulkanen wandelt? Es hatte auch gar keinen Zweck, die Sache dem Doktor mitzuteilen, er hätte sich nur darüber geärgert. Außerdem glaubte ich nicht an das Vor­handensein jener Insel, die ich für ein Phantasiegebilda des gestrandeten Seemanns hielt. Ms sie eines Tage- wirklich an dem bezeichnten Fleck auftauchte, war niemand so erstaunt, wie das riskante Versicherungsobjekt, das jetzt vor Ihnen sitzt.

WaS die Beschaffenheit der Insel crnbetrifft. so muß ich zngeb-cn, daß sie den Angaben des alten Seebären auf das genaueste entsprach Dort unten am Strande. wo Sie sich aufhielten, Stade, hatten Sie freilich keinen rechten Einblick in die Sache, aber weiter oben, wo wir hausen, ko nn te n Sie alles für Ihr (Mo haben. Eieyser, heiße Quellen, rauchende Spalten, versckMitzte Miniaturkrater voll locken­der Lava, die fofort in halben Portionen heiß serviert iver- den konnte, mehr Gase, als Sie in sämtlichen chemifckwn Laboratorien der Welt hervorzubringen imstande ind: kurzum, der Ort war wie geschliffen zu einem paradiesi chm Gefilde für Satanas in höchsteigener Person und Doktor Schennerhorn!

In den ersten sieben Monaten betätigte er sich fast ans- schließlich in der Nähe der kleinen Ranchlöck)er, nur ge­legentlich machte er einen Ausflug nach dem Hauptkrater. Meine Pflicht bestand darin, hinter ihm zu m'bcit und ihn wegzuschleppcn, wenn er bewußtlos wurde. Manchmal ver­suchte ich, ihn fortznziehen, ehe er so weit war Dann «geriet er in Äut nnb schlug mn sich Vielleicht büßte ich dadurch sein Vertrauen ein: denn er zog sich mehr und inehr in sich selbst zurück. Tagelang sprach er überhaupt kein Wort mit mir. Wissen Sie, iveshalb ich Sie damals so oft am Strande besuchte, SUrdc? Sie glaubten, daß ich Sie üdcrivack>en wollte. O nein, ich tat es nur, ich mich vereinsamt fühlte. Auch girrg öS mir wirklich nahs; deirn den alten Mann mußte man gern leiben, und zuzeiten schien er gar nicht derselbe zu sein Darf ich Sie um Hg Z ündhölzer bitten? Danke ta m