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föutottier öeminelitwmn mt indes svivell ausgeblldet, daß fctu Atusrücken ins Feld sozusagen vor der Tür stand. Ta betvilugte ,nan ihm einen kurzen Heimaturlaub. Das Telegramm, das seine Ankunft meldete, traf Elfriede in verzweifelter Verfassung.^ JSox einem kümmerlichen Pflanzenstru.uk, dem kläglichen Ueberbleibsel der herrlichen Friedenspalme, säst sie zusammen ge, unken, rn ^ranen aufgelöst und hielt ein Papier in der Hand, das sie doch hatte rn einen Freudentaumel versehen sollen. . , ....
In solchern Zustand fand sie auch, Onkel Ka,rinrr, als er sich ein- stellte, um die pünktlich versprochene Zigarrenasche abzi,liefern.
Aber Kind, aber Elfriedchen," erschrak der gute Onkel, ,,lvas ist £ir?" und er streichelte der Verzagten väterlich tröstend dra Hand. Tann schielte er auf das Telegramm, „Wie, Dein Mann ist doch nicht-?"
Sie nickte. „Ja, er ist schon unterwegs.
Onkel Kasimir rist die Augen auf.
„Wohlbelmlten!?"
Elf riebe nickte in Tränen. .
„Absr Kindchen, das ist ja Sünde, zu weinen, wenn Dem Mann , 00 hl behalten aps Urlaub kommt," sagte er.
Ta wies Elsriede auf den Palmenftnmpf.
„Ta sieh doch. Onkel, die Palme? Wie kann ich mich denw freuen, wenn er das sieht?" . ^.. x ... ,,
Und nun begann Onkel Kasmnr zu stauneu und kopfschnttelu und sich hinter den Ohren zu krauen, um endlich rn em befreiendes Gclä^r anszilbrechen, das so ansteckend wirkte. dast auch Elsriede jetzt lückwln mußte. ^ _..
„Und da tust Du, als ob Du vom Begräbnis kamst, na höre n:al. Kindchen, mit D^nen Nerven scheint es nicht aufs beste
„Ach, wenn Du wüßtest, Onkelchen, „seufzte Elfriede," lvre er mir die Sorge der Palme aus Herz gelegt hat!" .
„Nun, hast Du ettva nicht für sie gesorgt? Was kannst Du schließlich dafür, wenn sie es Dir nicht dankt. diese undankbare. Pflanze?" „
Er vif» den Strunk aus denk Topf und be,ah ihn gering,ckwtzig, ..Aber deshalb nicht den Kopf hängen lassen, Friedchen^Noch ehe Dein Kanonier kommt, steht eine neue Palme an dieser stelle. Darauf kannst Du Dich bei Onkel Kasimir verlassen."
Dankbar drückte Elfriede dem guten Onkel die Hand, der ver- sprach, sogleich das nötige veranlassen zu wolleit. Jetzt erst konnte sich die innge Frau der Freude ganz hiugeben. ihren Mann ruiederznsehen. , .. ..
Und diese Freude leuchtete ihr aus de»l Augen, als ne Emil am Bah 'Hof empfing. Was war ans dem bleichen Buchhalter Emu Senmielmann geworden! Ein braungebrannter Kiieger >var er ge- worden, der von Gesundheit und Kraft strahle, so hatte ihn das Soldateuleben verwandelt. Wenn sie dagegen an ihre Palme dachte' ... Es rvar doch ein lieber Mensch, der Onkel Kasimir. Sie wäre von selbst nicht aus den glücklichen Gedanken gekommen, Ersatz zu schassen, um ihr Mißgeschick zu verbergen.
Glücklich, wie ain Tage ihrer Hochzeit betraten beide Die Wohnung, in der alles sinnig für de,i Empfang des feldgrauen .Hausherrn hergerichtet war. ...
„Ter tausend!" machte Emil Semm-elmann, als er mit seinem Frauchen das Erkerzimmer betrat, „alles noch so wie damals, selbst die 'Palme —" lächelte er, „sieh an — nee, Herrgott, das ist doch eine Zi m merli n de, wie?" Er trat näher zu der Pflanze, die da in frischem Grün leuchtend prangte, sah das Gewächs an
und sah seine Frau an. . .
Die Zimmerlinde machte sich ihrerseits nicht das mindeste daraus. daß ein ihr unbekannter Kanonier sie wie das montenegrinische Rätsel anstarrte. Aber Frau Elfriedes Wangen begannen sich mit einem purpurnen Rot zu färben, während ihre Lippen etwas von Onkel Kasimir, einem Versehen und dergleichen ftamme(ten.
Da — stand mit einem Male, wie der Teufel aus der Versenkung, Onkel Kasimir vor dem Paar. Er hatte richtig hinter der Gardine gesteckt und ,var nun im rechten Augenblick hervorgetreten, zum maßlosen Erstaunen der beiden.
Alis seinen! Gesicht stand ein halb schalkhaftes, halb verlegenes Lächeln, während er in der Linsen einen Pflanzenstrunk lnelt.
Nachdem man sich vom Staunen erholl. gestand Onkel Kasimir ein, daß das zeitige Kommen des Paares ihn bei den „Vorbereitungen" überrascht habe.
„Vorbereitungen — Du?" fragte der feldgraue Ehemann- erstaunt.
„Ja doch, freilich, die Palme — das heißt seht Ihr, das
ist es 1 a eben, es ist wirklich eine Zimmerlinde — Kinder, Palm-ew waren nicht mehc zu habet! die Einfuhr aüs dem Auslande — na, Ihr versteh! schon, Kriegszeiten!"
„Nämlich", so fuhr er dann fort und hielt dein verblüfstsn, Kanonier Semmelmann den Palmenstvunk unter die Nase, „das ist die „Friedensvalmc" der Tante Lina, wenn Du nichts dagegen hast. Und ich sag? Dir, lieber Nesse, wenn eine Palme gepflegt worden ist, so ist es diese, aber nicht einmal die Zigarrenasche meiner .Havanna ist ihr bekommen, noch haben die Tränen Deiner Frau etwas genützt dieses Gemüse da ist die Frucht unseres! Fleißes!"
Lachend schloß Einil Seiumelinann seine Frau in die Mute „Kinder", sagte er, „macht nichts, macht gar inchts, wacht! absolut nichts. Ich bring Euch eine aus Ägypten mit nnd dtjl Friedenspalme soll dann haltbarer fern, als Tante Lmas H-ochzeitsgeschenk!" __
Bauern.
Bon Bruno Goetz.*)
Mit ruhigen! Trotze im harten Gesicht Mühn sich Bauer,! im ersten Frühsonnenliichjt Und lassen in schwerem sorgenden Sinnen Gelbe Saaten zur Erde rinnen.
In ihres Ganges wuchtigen Tritten Lebt alles Leid, das sie duinpf durchritten«
Sie schauen forschend und uuvenvandt Weit über das schweigende ruhende Land,
Hub horchen nicht auf. wenn in der Luft Hoch oben ein ferner Vogel ruft.
Und fühlen nichts als der dampfenden Erde Ernteträumendes mächtiges: Werde!
Stuium schreiten sie im braunen Meer Der Schollen saateustreueud umher.
Und des zeuchenden Lichtes klares Glübn Strahlt ewig gleich ans das gleiche Mühn.
*) Aus dein Baltenbu ch. Herausgegeben von Paul Rohr bach. Mit vielen Bildern, 1.90 Mk. Der gelbe Verlag Dachau b. München.
vüchertisch.
— Das literarische Echo Halbmonatsschrift für Lite- raturfreunde. Verlag: Egon Fleischet L Eo.. Berlin ZV. 9. Das 1. Augnsthest ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Otto Kiefer: Der Knabe in der Literatur; Edgar Steiger: Alt- München im Spiegel Josef Rnederers; Ferdinand Gregori: Philipp Hafner; Paul Feldkeller: Militärisches und künstlerisches Sehen; Alexander v. Weilen: „Volk in Not". Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes.
Kurze Anzeigen.
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Furt h. Verlegt bei Englert L Schlosser, Frankfurt a. M.
Logogriph
Du mutzt es rein und ganz erhalten, Willst du dich zeigen in der Welt;
Sonst zählt man dich zu den Gestalten, Die mau für problematisch hält.
Und wärst du auch geschickt, behende, Kurz: wärst dn's «selbst mit t" zuletzt, Wenn's ohne „t* nicht Beifall fände. Du würdest arg znrückgesetzt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Kantine, K a n t i l e n e.
Schristleitung: Aug. Goetz. - RotaliouSdruck und Verlaa der
Brübl'schen UniversitätS-Bnch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


