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vermischter.

* D i e Zone des Schweigens Alls »>em Westen ei>

galten wir Mg ende Z>icschrift: JnbenGießener Familieirblättern vom 28. Juni dS Js. finde ich eine Abhandlung mit der Ueber- schrist: Jahreszeit und Kauollendouner. In nachfolgendem erlaube ich mir, Ihnen meine diesbezüglichen Wahrnehmungen nntzuteuen, die einesteils im Widerspruch zu Ihren Ausführunaen s^hen, mrdernteils aber eine Erklärung siird, für den Umstand, daß der Kanonendonner in den Wiriternunmten besser rrnd weiter hörbar ist. als im Sommer. . ..

Ich stand von Ellde Februar bis Ende April ds. Js. tn Fasses, einem kleinen Städtchen, etwa 43 Kilometer südwestlich von Namur F-osses liegt so ziemlich von allen Hauptpunkten dev Westiront gleich iveit errtsernt, nämlich von Bpern etwa 435 Kilometer, von Arras etwa ebensoviel Kilometer, von Soissons etlva 147 Kilometer. Die Entserimngen von Reims uird Verdun kann ich hier nicht festste!len, da mir die dazu nötigen Karten fehlen, sie werden aber nicht viel mehr betragen. Also liegen alle diese Orte in einer Entfernung von Fosses, die in Ihrer Abhandlung als die Zone des Schweigens bezeichnet wird. Gleichwohl habe ich aus den Richtungen all dieser Plätze den Kanonendonner, je nach der Windrichtung, besser oder weniger gut hören kömren. Unter günstigen Verhältnissen konnte man sehr gut die ganz schweren Geschütze vou den leichteren unterscheiden. Als dann am 4. Mai d. I. meine Kompagnie nach Wopron, eurem.kleinen) Ort au der Maas, etwa 5 Kilometer oberhalb Namur, versetzt wurde, fiel mir uach einiger Zeit auf, daß vou Geschützdonner nichts mehr zu hören war. Die um etwa 43 Kilometer weiters Entfernung vou der Westfront kann nicht die Ursache hierfür sein, auch nicht der Umstand, daß Fosses vielleicht um einige Meter höher liegt als Wepion, dagegen halte ich es für nröglich, daß der Grund in der Belaubung der Bäume zu suchen ist, die im März uird April noch kahl waren. Zweifellos liegen zwischen den genannten Orten große Waldungen, so z. B. in der Richtung nach Verdun die bewaldeten Ardeirnen, und ich glaube nicht sehr zu gehen, ivenn ich anuehme, daß belaubte Waldungen! sehr wohl den Schall hemmen und dämpfen können.

Daß es eineZolle des Schlveigens" gibt, möchte ich keines- «vegs bestreiten. Im Gegenteil, im Glauben an eine solche, haben mich Erzählungen von Belgiern ans verschiedenen Orten der Um­gegend von Namur beftärft, ( wonach in dieser Gegend das Bombardement von Lüttich nicht gehört ivurde, obgleich beide Städte nur etwa 55 Kilometer voil einander entfernt sind.

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'T i m e 4" - A n z e i g e n. Verwundeter Soldat iviinscht als Zllschauer in einen Golfklub einzlitreten. Offiziere und Mann­schaften ,verden darauf anfulerksanl gemacht, daß sie durch Gin- fendlmg von photographischen 5XufuaOnten von der Front an die Daily Mail" ihre Einkünfte mit Leichtigkeit verdoppeln können. Die llnterzeichnete Dame rnöchte kosteirlos ein echtes Kriegskind adoptieren. Mer Feine Kriegsarbeit leistet und dennoch feinen Patriotismus tatkräftig beroetjen will, möge bem rnrterzeichnelen erhollmgsbedürftiqen Offizier ein utonxobil für Spazierfahrten leihen. Reichliche Entlohnung, eventuell 50 Prozent des Rein- gewinneS, wird demjenigeil zngesichert, der kleinem Kapitalisten einen Vorschlag zrrr raschen Erlangllllg eines ansehnlichen Ver- mögerls zu unterbreiten vermag. Alle Frauen, die ihr ohnedies letzt schon sorgenschweres Leben erleichtern wollen, mögen sofort da? Buch lesen:Das Leben ohne Dienstboten." Ein Offizier des königlichen Fliegerkorps sucht einen Geldmann, um seine Er­findung auf dem Gebiete des Flugwesens, die dem Kriege eine un­erwartete Richtung geben könnte, praktisch ansführen zu können."

* Vorsicht beim Verbrauch n e u e r K a r 1 v f f e l n. Die ungeduldige Erwartung, mit der jedermauu bei der allgemeinen Kartoffel knappheil dem Erscheinen der neuen Kartoffel auf dem Markte entgegenblickt, kann leicht zu nicht wieder gut zu machenden Schäden führen. Die Kartoffel ist nun einmal eigentlich keine Sommer- soirdern eine Herbstsrucht und die sogenannten Früh­kartoffeln sind ein künstliches Züchtnngsprodukt von allerdings gerade in der heutigen Zeit hervorragender Bedeutung. Die Früh­kartoffel kann mrd wird weder im Ertrage, noch vor allen Dingen im Nährlvertgehalt und damit in der Haltbarkeit jemals die Spätkartosfel erreichen, daher vermeidet der erfahrene Landlvirt, sie in größerem Umfange anzubauen, als ihn die BerhälNüssc, dazu zwingen. Auch beim Genuß der Frühkartoffeln ist eine gewisse Vorsicht geboten, da sich in "den nur selten vollständig ausgereiften Knollen ein unter gewissen Umständen für den Menschen schädlicher Stofs befindet, dessen Wirkung man am besten aushebt, wenn man beim Kochen der Kartoffeln einigs Körner Kümmel hinznfügt. Beim und unmittelbar nach dem Genuß frischer Kartoffeln empfiehlt es sich dringend, alle Ge­tränke, besonders Wasser, zu vermeiden, da andernfalls sehr erheb­liche Erkrankungen eintreteu können. Beim Beuchten dieser kleinen Merkmale ist der Genuß frischer Kartoffeln vollständig unbedenk­lich Wenn gesagt ivurde, daß die Frühkartoffeln ein allerdings unentbehrlicher Notbehelf sind, so muß es als durchaus im zweckmäßig bezeichnet werden, wenn etiva in den Knollen schon

gut entwickelte Svätkartoffeln vor ihrer völligen Ausreise zu Nahrungszwecken. sei es für Mensch oder Tier, ohne allerdrin^ gendste Notivendigkeit herangezoaen tverden. Ausgereist ist die Kartoffel nur dann, wenn das Kraut vollständig welk geworden ist. und nur dann hat sie ihren vollen Nährwert. Der an und für sich schon hohe Wassergehalt der Kartoffel beträgt bei unreifen Knollen bis zu 90 v. §>., man kann sich leicht ausrechnen, was da noch für Nährwerte übrig bleiben. Eine gut ausgereifbü Kartoffel l>at 24 bis 26 Stärkewerte pro Doppelzentner, dagegen vermindern sich diese be-i zu früh geernteten Knollen auf 45 bis 17 Stärketverte. Die schon bei den: Genuß von Frühkartoffeln leicht anftretenden Krankheitserscheinungen treten beim Verbrauch von zu früh geernteten Spätkartoffeln viel leichter und stärker aus, denn die unreifen Knollen enthalten das für den menschlichen und tierischen Körper gleich schädliche Solanin. Der unerfahrerre Kartoffelbauer lasse sich also durch die herrschende Knappheit nicht verleiten, Spätkartoffeln vor ihrer völligen Reife, zum Gebrauch heranzuziehen, er würde seine und anderer Leute Gesund­heit gefährden und viele für uns so überaus wichtige Nährwert« vernichten. Die Frühkartoffel kann und tvird uns über die Zeit bis zur Reise der Spätkartoffeln hinweghelfen.

Sprarhrcke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

Das gute Beispiel.

Wir lesen schon viele Monate die Verordnungen der Be­hörden, die in das Wirtschaftsleben jedes Haushalts tief eiuareiseu und baburcf) den Sprachgebrauch unseres Volkes stark beeinflussen. Namentlich hat das reine Deutsch dieser Verordnungen manchem heimischen Worte im Kampfe gegen die Fremdwörter zuin Siege verholseu. Wer spricht heute noch von Maximalpreisen statt Höchst­preisen ? Die Konsumenten und Produzenten, der Konsum und die Produktion weichen vor den Verbrauchern und Erzeugern, dein Verbrauch und der Erzeugung oder Herstellung. Der Rohstoff treibt das Rohiuaterial oder Rohprodukt siegreich zurück. Sehr viele hielten es bis zum Kriegsausbruch für geziert, anstatt von Delikatessen und Delikatessenhandlung von Feinkost und Feinkost­handlung zu reden, aber die Verordnungen haben auch diese Wörter anuehmoar gemacht. Vor Jahrein waren viele Kanflente darüber empört, daß man von einem Kleinhandel sprach, weil sie die deutsche Bezeichnung als eine Erniedrigung ihres Stande? ansaheu, jetzt haben die Erlasse das Wort zu Ehren gebracht. Die «reuen Wörter haberr sogar schon frische Triebe erholten rvie Feinkost- wäre, Feinkostwnrst, Kleinhandelszuschlag, Ueberverbrauch, roh- stofsarru ein trefflicher Beweis ihrer Leberrskraft.

_ 9t a u (Zwickau)

vüchertisch.

- MeyerZ Taschenbuch der Kriegsflotten. Jahrgang 1913. Wie rvir hören, fommt im Laufe dieser Woche der sehulichst crivartete neue Jahrgang von Meyers Taschenbuch der Kriegsflotten zur Ausgabe. Infolge deS Krieges rvar es rricht nröglich gewesen, das Brich rvie sorrst üblich im Dezember er­scheinen zu lassen. Dafür bringt der neue Jahrgang alle Ver nnderungen bis rurd mit der Schlacht vor dem Skagerrak. Als höchst rvertvolle Beigabe eruhält das Buch eine kurze, aber völlig erschöpserrde See-Kriegsgeschichte mit Angabe aller Verluste und ein Verzeichnis aller feindlichen Kriegs- rurd Handelsschiffsverlnste.

W re wir u rr s e r Eisern K r e rr z e r rv a r b e n". Selbsterlebuiffe. Nach persönlichen Berichten der Inhaber des Eisernen Krerizes 1914. Bearbeitet von Friedrich Frhr. v. Dmcklage- Eanrpe, Gerrerallerrtnant z. D. 8. bis 10. Lieferung. Deutsches Verlagshans Boirg & Co., Berlin W 57, Potsdamer Str. 88.

Das literarische Echo. Hcrlbnronatsschrrst für Lite- ratrrrsrerrnde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W. 9. Das 2. Julihest rst soeben mit folgendem Inhalt erschieirerr: Conrad Schmidt: Vorn Neuklassizismrrs; Karl von Felner: Das Kinder- nrärchen aus der Bühne; Heinz Keim: Tie jüngere Rorrrantik und die Germanistik; Juliris Bab: Die Kriegslnrik von heute VI.

Sitatenrätsei.

AnS jedern der folgenden Zitate ist ein Wort zrr nehnren, so daß sich ein neues Zitat ergibt:

1. Wohltätig ist des Ferrers Macht,

Wenn sie der Merrsch bezähnrt, beroacht.

2. Derr Rlerrschen adelt, den tiesgesrrnkeneir, das letzte Schicksal.

8. Der Wille lockt die Taterr nicht herbei.

4. Das hat die Frerrde rrrit dein Schmerz gemein, daß sie die Menschen der Vernrnrft beraubt.

6. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ervig neu.

6. Nie kommt ein Unglück ohne sein Gefolge.

7. Das Glück ist eine leichte Dirire.

Auflösung in nächster Nummer. 1 1 V

Auslösung des Scherzrätsels in voriger Nummert ,W rr r st".

Schristlettmrg: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- mrd Steindruckerei, R. Lange, Gießen.