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bedeckung. Der englische Kommandeur lies; auf 5l) Schritt von den Franzosen das Regiment halten uub forderte den französischen Kommandeur aus, das Feuer zu eröffnen. »Bitte, nach Ihnen/ war die höfliche Antwort, „die französische Garde schicsit nie zuerst!" Aber auch die Engländer wollten ihren Gegnern an Höflichkeit nicht uachsiehen, und so verging eine kostbare Viertelstunde, ehe sich der englische Kommandeur dazu entschließen konnte, fcmi'Cf) Eröffnung des Feuers den blutige,; Reigen zu eröffnen. Man möchte diese Geschichte nicht für möglich halten, wenn sie nicht von glaubhafte,; Schriftstellern versichert würde.
* Wie die Frauen von Washington Kriegsübungen a b h i e l t e n. Jüngst kamen die Frauen der vornehmen Gesellschaft Washingtons zu der Ansicht, früher oder später könne ihr Land einmal in einen Krieg verwickelt werden, und so beschlossen sie, sich auf den Kriegsdienst vorzubereilen. Wie sie das taten, schildert in ergötzlicher Weise ein Brief an das „Morgen- blndet" : 200 junge Mädchen und Frauen aus den reichsten Kreisen bezogen ein „KriegsübungslagexA in den; die Kriegsübungen abgehalten wurden. Das Lager,'"ans Zelten bestehend, die jedoch außerordentlich groß und gut ausgestattet waren, wurde auf einer Wiese aufgeschlagen, die einen; der vornehmsten Sportklubs Washingtons gehörte. Es versieht sich von selbst, das; die Frauen sich tleidsanre Uniforinen angeschafft hatten: kurze, fußsreie Khakiröcke, dunkelblaue Blusen und breitkrempige Hüte. Gleich nach den; Beziehen des Kriegslagers stellten sich die ersten Schwierigkeiten heraus: wer sollte kochen? Keine der Frauen wollte das, und so blieb nichts übrig, als aus Washington ein paar Koche koinincn zu lassen. Dazu kam von außen eine unerbetene Hilfe: das vornehmste Wirtshaus Washingtons eröffnete nämlich für die Zeit der Kriegsübungen ein Zweiggeschäft uninittelbar neben den; Zeltlager und machte, wie sich denken läßt, gläinende Geschäfte, denn es bezogen von ihm nicht nur die kriegSübenden Dainen allerlei Eß- und Trinkbares, sondern an; Abend kainen auch Väter, Brüder und Fretinde der amerikanischen Ainazonen, die natürlich auch nicht htingern und dursten wollten. Und dennoch führte die Magensrage zu etwas Fürchterlichen;: während der Kriegsiibungen herrschte große Hitze; in den Kücheuräumen des Kriegslägers war die Hitze begreiflicherweise noch größer, und so zogen sich die Köche ihre Röcke aus ; daran nahinen die vornehinen Taiuen von Washington Anstoß; sie fanden es zuerst unanständig im. höchsten Grade, fanden sich aber schließlich damit ab, daß die Frau in; Kriegsdienste auch den Anblick nackter Männerarme ertragen inüßle. Ter demokratische Grundsatz der Gleichheit ließ sich unschwer durchführen, da es sich nur utn Angehörige der besten Kreise handelte, und da im übrigen die körperliche Größe für die Reihenfolge maßgebend war, konnte sich keine der Damen beschweren. Unangenehm empfanden sie es aber, daß nur aus je fünf Dainen des Kriegslägers ein Spiegel kau;, und noch schlimmer war es, daß zwischen den; Weckzetchen an; Morgen und den; Frühstück nur wenige Minuten ur Benutzung des Spiegels vorhanden waren. Allein inan wußte ich zu Helsen, inden; man Kleiderbürsten mit blankpoliertem Silberbeschlag einführte. Die eigentlichen Kriegtzübungen konnnen in den; norwegischen Briefe sehr kurz weg, was wohl daran liegt, daß sich die Damen nicht allzu viel damit abgegeben haben; es wurden ein paar Vorträge über Ernährung und ähnliche Dir,ge gehalten, es wurde Unterricht in der Behandlung Leichtverwundeter erteilt — das war alles. Im ganzen aber waren die Damen Washingtons nach Ablauf der Kriegsubungei; sehr damit zufrieden, daß sie 14 Tage lang Uniforinen getragen hatten und in Reih und Glied zu der; Mahlzeiten inarschiert waren.
Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.
— Wegwarte (Z i ch o r i e). Nun leuchtet sie wieder mit 'yren lichtblaue,; Augen den; Wanderer draußen entgegen, die schlanke Wegwart — in Wahrheit eine Warte des Weges. Wie hätte die sagenbildende Sinnigleit des „Volkes der Dichter" nicht auch ttn; sie ihr Geflecht winden sollen! Natürlich geht sie dabei von den; Worte warten aus. Ter Volksglaube des 16. Jahrhunderts läßt die Pflanze urspriiuglich eine Jungfrau sein, deren Liebster in die Ferne gezogen ist. Cie hat nun Tag für Tag an; Wege gestanden und mit ihren große,; blauen Augen sehnsüchtig hinausgeschaut, um den Heimkehrenden zu erspähen. Allein nimmer hat er sich zeigen wollen, und zuletzt hat inan — wahrscheinlich der unvermeidliche harte Vater — in sie gedrungen, doch endlich den; Weinen, Härinei; und Warten ein Ende zu niachei; und ihr Herz einer neuen Minne zu öffnen. Da aber soll sie in Tränen zerfließend ausgerufen haben:
Eh' als ich laß das Weinen stehn,
Will ich lieber ans die Wegscheid gehn,
Ein' Feldblun;' dort zu werden.
Uwb siehe, die Gottheit erbarmt sich ihrer und verwandelt sie in unsere Wegwartblunw. <
Vergessen hat sie der wilde Knab,
Und ivo sie gewartet, da fand sie ihr Grab,
% Ein Blümlein sprießet an; Wege,
Wegwart, Wegwart!
Auch als Blume schaut sie mit ihren blauen Augen sehnsüchtig die Straße entlang in die Ferne, als ob sie noch immer de? Geliebten warte. Dein;, sobald er heiinkehrt, wird sie entzaubert werden und zu neuen; Menschenleben erwachen. Vergebens!.
Der Sonnner kommt und der Sonnner geht,
Der Herbstwind über die Heide weht,
Das Blümlein wartet am Wege —
Wegwart, Wegwart! (Scheffel.)
__ Sohns (Hannover).
vüchertisch.
. ~~ Major E. Moraht: „Tage des Krieges". Militärische und politische Betrachtungen, 1914-1916. Band II. Mit fünf großen farbigen Karten und 30 Kartenskizzen im Tert (Hutten- Verlag. Berlin SW 11). Preis geh. Mk. 5,—, gebd. Akk. 6,—. Den; ersten Bande feiner „Tage des Krieges" hat Major Moraht sehr schnell den zweiten folge,; lassen. Der zweite Band setzt n;it den; großen Mardnrchbruch in Westgalizien ein und schließt ab mit Januar 1916, mnfatzt also wiederum einen Zeitraun; von nahezu neun Monaten. Der Eindruck des ersten Bandes verstärkt sich noch liber der Lektüre des zweiten: Hier haben wir ein Kriegswerk vor uns, das bleibenden Wert beanspruchen darf.
— Vogesen macht. Erlebnisse und Schilderungen ans dem Kriege 1914 — 16 des Schweizers Herinann Kurz. Mit 16 Bildern von; Kriegsschauplätze. Preis 2 Mk. (Deutsches Verlagshaus Bong L Co., Berlin W 57.) Erinnerungen und Schilderungen eines Schweizers sind in ihn; vereinigt, eines Schweizers, der hellen AugeS und marinen Herzens den Kämpfen an der Vogesen- front beiwohnte, eines Dichters, der zugleich Militär ist. Der Raine Hermann Kurz ist uns Deutsche,; laugst als der einer starken dichterischen Persönlichkeit bekannt.
- Unartige Musen linder. Ein buntes Sträußchen lustiger Pflanzen, ans Treibhausbeeten alter und neuer Zeit gepflückt und gewunden von Richard Zoozinann. Rene, durch- gesehene und verbesserte Auflage. Elftes bis zwanzigstes Tausend. Leipzig, Hesse L Becker Verlag. 563 Seiten. 2,50 Mk., gebd. 3 Mk. (Feld-Ausgabe in zivei Teiler; leicht kartoniert 3 Mk.) — Diese unartigen Musenkinder sind lebenskräftig — daran ist gar kein Ziveisel: schon nach wenigen Monaten war die erste Auflage von 10 000 Exemplaren vergriffen. Die neue Ausgabe ist kein bloßer Netidrnck, sondern iveist gegenüber der alten erhebliche Verbesserungen auf: so manches schwächere Gedicht ist vcrschwunden und durch ein wirkungsvolleres ersetzt, so manches, wem; auch geringfügige, Versehen beseitigt. Der große Beifall, den das reichhaltige Werk — es enthält etiva 1000 Gedichte! — bei den Kriegern gesunden hat, bestimmte die Verlagshandlung, neben der einbändigen eine zweiteilige Feld-Ausgabe herzustellen, die bequem in? Feld gesandt werden kann
Gietzener Hausfrauen-Vereitt.
4 W o ch c n - K ü ch e n z e L t e l.
Sonntag: Haferflocken sich pe, Schweinebraten mit Erbsen und Karotten, Kartoffeln, R-otegrütze.
Montag: Gemüsesuppe, Nudeln mit Obst.
Dienstag: Grünkernsuppe, Mischgemüfe oder Spinat nA gebackenen Eiern.
Mittwoch: Bohnensuppe, Wirsingkotteletts mit Kartoffeln und Salat.
Donners ta g: Kartoffelsuppe, Schellfisch mit Kartoffeln und Senftunke.
Freitag: Grüne-Erbsensuppe, Reisbrei mit Zucker und Zinck.
- Samstag: Fleischbrühe, Suppenfleisch mit Wirsinggemüse und Kartoffeln.
Magisches Guadrar.
In die Felder nebenstehenden Quadrats sind
_die Buchstaben AAA 000 PPPPSSS8
Y Y derart einzutragen, daß die wagerechten u.
-senkrecht.Reiheil gleichlautend folgendes bedenten:
I. Ein Mineral.
-2. Eine Arzneipflanze.
_3 Figur ans einem Schitler'schen Drama.
4. Stadt in Ungarn.
Auslösung in nächster Nummer,
Auflösung der Skat-Ausgabe in voriger Nummerf Abkürzungen : tr —Treff, p -. Pigue, c — Coeur, car = (Sarnau trB = Treff-Bube, pA = Pique-Aß, cD — Coeur-Dame usw. Vorhand drückt trZ und carZ. Mittelhand besitzt trK, tr9, tr8 rt7, pA, pZ, cZ, c8, carA, car9, Hinterhand den Rest. Gang de»
Spieles: 1. V. trB M. pZ H. p7 = 12.
2. V. pB M. pA H. frf) = 16.
3. V. trA M. tr7 H. trD = 14.
Vorhand erhält nichts weiter, hat aber zusainmen init den gedrückten 20 Augen das Spiel mit 62 gelvonile»;.
Lchristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stemdrückerei, R/Lange, Gießen.


