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Frau feilte auf die Tür.
„T-a is der Weg für dich," sagte sie. >,Wenn ein M-ensch mir was Böses angetan hat, dann bist du's gewesen. Mer es \fr schlmr lange her. Ich denk' manchmal, s' is gar nich mehr wahr. Es tut nick mal mehr weh. Ich Hab' geglaubt, du bist weg und vielleicht schon lange tot?" —
Der 'Landstreicher, in dem noch der Aberglaube seiner Heintat leben mochte, zuckte zusammen, als ab er widersprechen wollte. Llber die ruhige Stimme zwang ihn zum Schweigen.
„Stille biste' Hier is mein Laden, Int' chiier red' ich. Mer nich' mit dir." —
Sie griff in die SchMade hinter dem Tisch und lachte kitrauf:
„Tie Schieblade Vennste noch — was? Die hafte damals leer gemacht nnd Mein Herze auch. Mer es is nischt leer ge-i blieben. Hier aus der Kasse — da tu ich dir jetzt einen Taler geben, das is alles, was ich noch für dich übrig Hab'. Mer <em$ Bedingung — das de gl ei' gehst — uff der Stelle! Sunfte geb'' ich dir den Taler auch nich'!" —
Der alte Ereole sah in diesem Augenblick erbärmckich zu- fammengefallen aus. Er senkte den Kopf, blickte verlegen um sich und nahm das Geldstück vont Tisch. Und im flimmernden Licht des Sommerabends schlich er über die Steinstufen zur Tür hinaus Und. verschwarü) ohne Wort und Gruß drallsten auf dem Marktplatz.
Frau Emma vergast, daß sie hatte abschliesten wollen, setzte fick auf einen umgestülpten Obftkorb Und legte die Hände vor das. Gesicht.
Da schrak sie an']. Draußen stampfte ein nägelklirrender Schritt aus den Steinen, und ein breitschultriger derber Infanterist kam in den Laden.
„N'Mend ok, Mutter," rief er fröhlich der aufstehenden Frau zu, „weißte joas? Die Leute sprechen, mit Italien gibts auch noch Krieg!"
Frau Emma umfaßt die kräftige Gestalt mit ihren Armen.
„Ich Hab mir'sch glei' gedacht, August," sagte sie langsam, „Und du — August — wenn's halt so is Und du kannst dich melden — daß du dahin fommft — ich meine als Freiwilliger oder so — mir is' es recht, August!"
vermischtes.
* Berliner W i tz i m Kriege. Es war 1870 vor Le Bourget. Das Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment hatte nette, blutige Lorbeeren errungen. Die 12. Kompagnie unter Premierleutnant v. Brodowski hatte die Barrikade der Wachstuchfabrik erstürmt, jedes Haus, jedes Gehöft mußte einzeln genommen werden. Gegen Mittag war man unter schweren Verlusten mit allen bis auf ein Gehöft fertig. Endlich ergab sich auch dieses. Um weiteres unnötiges Blutvergießen zu veriueiden, ließ der Divisionskommandeur „Gewehr in Ruh* blasen. Alles nahm Gewehr bei Fuß; dem Siegesjubel hatten Abspannung und Wehmut um die gefallenen und verwundeten Kameraden Platz gemacht. Da ries Grenadier Pengel, eilt echter Berliner: „Paßt uff; jetzt kommt gleich: „Das Ganze sammeln" unb dann: „Die Herren Offiziere zur Kritik!" Natürlich verscheuchte ein heiteres Lachen sofort die wehmütige Stimmung.
* Der Juwelenschatz im A e r m e l k a n a l. Mit den zahlreichen Schiffen, die seit Kriegsallsbruch im Aermelkanal zugrunde gingen und nun auf dem Boden des Meeres liegen, verschwanden auch hohe Werte an Materialien, barem Gelbe und Juwelen, die diese Schiffe bargen. Und mehr als ein hoffnungs- sroher Phantast mag sich schon mit dem Gedartken getragen haben, wie schön eS doch wäre, wenn man in der Nordsee ttngestört nach Kostbarkeitert hertllnfischelt könnte. Ein wahrer schwimmender Schatz fiel nach den Meldungen französischer Blätter zwei Schiffern tn die Hände, die in der Nähe der englischen Küste ein schwiin- mendes Kästchen aus dem Meere zogen, das nicht weitiger als 66 lvertvolle Diamanten enthielt. Doch die Freude der glücklichen Finder war ebenso groß wie kurz: das Kästchen mitsamt seinem Inhalt wurde ihlten nämlich sofort au Land von dem Hasen- kommiffär abgenommen, der es unternehmen will, nach den rechtmäßigen Eigentümern ztt forschen.
VMerttsch.
— Handbuch der Kunstwissenschaft. Herausgegeben von Universitätsprosessor Dr. Fritz Bttrger, München. Mit zirka 6000 Abbildungen. In Lieferungen im Abonneinent L Mk. 1,50, außer Abonnement Mk. 2 ,—. (Akademische Verlagsgesellschast, Neu- Babelsberg). Lieferung 24. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst. Heft 10. Wer die Lieferungen dieser neuen Kunstgeschichte gesehen hat, wird stets überrascht gewesen sein von ihrer hohen Vollendung. Sie verschaffen jedem Verehrer der Kunst viele schölle Stunden stillen Genießens, da Text und Abbildungen sich ztt einer harmonischen Einheit ausbauen. 'Das Werk hat den Ruhm, die erste moderne Kunstgeschichte ztt seilt, bearbeitet von ben ersten Vertretern der Wissenschaft, fußend an? den neuesten Ergebnissen der ktmstgeschichtlichen Forschung. Mit Liebe und einem selteiteit Vermögen der Einfühlung behandelt jeder Rersasser sein Gebiet in
gemeinverständlicher und geistvoller Weise, so daß der Leser auf jeder Seite nette Anregungen erhält. DaS wichtigste aber an einer Kunstgeschichte, dtß Abbildungen, sind in verschwenderischer Fülle auf allen Seiten zu finden. Ihre feinsinnige Auswahl, wobei vielfach neue, bisher unbekannte Objekte berücksichtigt find, ist schon an sich eine künstlerische Tat zu nennen. Diese Tausende von Bildern sind gut gedrtlckt, ihre vollendete Reproduktion ist ein Triumph deutscher graphischer Technik; ein Teil der wichtigsten Originale ist in großen Vierfarbenbildern wiedergegeben. In der vorliegenden Lieferung führt Professor Wulff seine Geschichte der prunkvollen byzantinischen Kunst ein gutes Stück weiter.
— Gegen Frankreich und Albion. 2. Halbband: Von der Marneschlacht bis zum Fall Antwerpens. Von Anton Fendrich. Preis geheftet Mk. 1.—. Aus der Sammlung ,Stuttgarter KriegSbücher*. Stuttgart, Jranckh'fche Verlagshandlung. — Von der Schlackt an der Marne in denSep- tembertagen 1914 und detn Rückzug oer deutschen Armee von dort hat es biß heute noch keine auf authentische Berichte und netteste Quellen gestützte Schilderung gegebett. Anton Fendrich hat es jetzt unternommen, darüber einen ausführlichen Aufsatz in dem soeben erschieitenen 2. Halbbändchen der Sammlung „Gegen Frankreich und Albion* ztt veröffentlichen. Von Wichtigkeit und geschichtlicher Bedeutung sind die Gründe, die damals die Armeen Kluck, Bülow, v. Hausen usw. zum Rückzug zwangen. Fendrich schreibt darüber: „Erst als der deutsche Rückzttg vollendet war, zeigte es sich, warum dieser nötig gewesen war. Es ertvies sich, daß das russische Heer auch durch die Rieseuschlacht bei Tannenberg nur an einer leichten Stelle getroffen war. £>tene Kolonnen wälzten sich sofort nach der Flucht Rennenkampfs vor Hittdettburg gegen Schlesien und brachen in Galizien immer tiefer eilt. Es sah dort nicht aus, als ob die Oesterreicher allein des Feindes Herr tverden köitntett. Von der italienisch-französischen Grenze fam die Nachricht, daß die Franzosen ihre Truppen dort Wegnahmen. Italien ging schon auf den Wegen des Verrats. Was aber auch sonst noch erst ttach Friedensschlttb bekannt werden mag über die Gründe zum Rückzugsbefehl, das kann nichts ändern an der Tatsache, daß der Rückzug aus der Schlacht an der Marne ein gettiales, strategisches Manöver größten Stils und der Sieg der Franzoseit ein erst in allerletzter Stunde staunend entdeckter lvar. Deut „großen Sieg an der Marne* fehlt vor allein das Wesetttliche eines wirklich großen Sieges, die überwältigende Zahl unverwunderer Gefangener. Der Jubel der Feinde konttte nur angeseheit werden als die Frettde über das nicht mehr erwartete Aufatlltenköttlten. Und tvetn votn anderen durch diesen Rückzug das Gesetz des Handelns vorgeschrieben wttrde, das beweist der mm bald zweijährige folgende Stellungskrieg aus einer fast unverältderten Front."
— Jean Paul: Leben des vergltügten Schllltneisterlein Maria Wttz in Attenthal, mit Bildern ttach Steinzeichnungen von Walo von May. Nr. 21 der „Weltliteratur", die jedett Satnstag zum Preise von 10 Pfg. einen der besten Romane oder Novellett der Weltliteratur herausgibt.
— Baitd Nr. 1063 vott Kürschners Bücherschatz: Schmetterlinge auf See. Roman von Luise Westkirch. 110 Seiten Umfang. — Preis 20 Pfennig. — Hermann Hillger Verlag, Berlin W-9, Potsdamer Straße 124 125.
Kreuz- und Quer-Nätsel.
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Die Erstes tmd Zweiten, ein weiter Rauin, Enthalten die Ersten unb Drittelt in Massen; Zwar wohnlich ist solch' ein Gebäude wohl kaum, Doch nützlich, um nichts verderben zu lassett.
Die Ztveitett nebst Vierter bezeichnen dir (Sitten deutschen Dichter im Persergewande,
Und unschwer kauft du aus zwei und vier Eilt Städtchen im schönen Harzerlande.
(Auflösung in nächster Nummer.)
.Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Dtt finbeft in dir Ruhe nicht,
Den milden Hauch von Gottes Gnaden,
So lang voit deiner Schttld Gewicht Dtt willst ein Teil auf andre laden,
Nicht, wenn du das, was dich gelenkt,
Von dem, tvas du getan hast, trennst.
Dir ist die Schttld ttur ganz geschenkt,
Wenn btt zur ganzen dich bekennst. Lettau.
Auflösung des Telegrapheit-Rätsels in voriger Nummer: Freut euch des Lebers,
Weit noch das Lämpchen glüht:
Pflücket die Rose,
Eh' sie verblüht l Usteri.
Schristleitung: Aug. Goetz. - RotatioitSdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiltdruckerei, R. Lange, Gießen.


