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k,Wer Dante, ,« bitte dich. . ."

Dw lachst mich nicht aus?"

Dante, du bringst mich wirllich in Verlegenheit."

Nein, Fritz, -es ist ia such nichts für einen Krieger, aber Lch habe nichts, das mir lieber wäre."

Da ist sie auch schon an der Servante, nimmt mit spitzen Fingern vorsichtig die Rückecttasse heraus und stellt sie auf den Tisch.

Fritz Rainer ist erschrocken,Dante, um Gotteswill-en, das ist doch die Rückerttasse! Bor der haben wir schon als Kinder in Andacht gestanden. Taute!"

Ich habe nichts Besseres. Sie gehörte einein großen Manne.

Tante, du beschämst nnch, wie komme ich dazu?"

Es ist nur ein kleines für einen Helden, aber, iiiinni's, Fritz. Es täte mir weh, wenn du mein Gosch-enk ansschlügst."

Fritz Rainer hat sich erhoben. Seine Augen sind ernst und feucht.Tante, dein Bestes mir! Ich will's draußen ver­dienen.'"

Da Umschlingt ihn Darrte Angelika, reckt sich und küßt ihn duf beu Murch.

Freut's dich, Fritz?"

Za, wie rnein Eisern Kreuz."

Ms der junge Offizier zur Bahn geht, schneitet Tante ?lngelika stolz neben ihm. Fritz Rainer aber trägt in zarter Sorgfalt das Kästchen mit der Reliquie. Er hütet -es auf der Fahrt und daheim. Es ist sein Schatz geworden. .Tie .Tasse bedeutet ihm ein liebes, gutes, altes Herz.

Tante Angelika aber steht daheim Vor der Servante, in der ihr Liebstes fehlt.

Sie lächelt. Wer ihr gesagt hätte, daß sie sich einnial unv s-o gerne von der Tasse trennen würde!

Vermifchjes.

"Ein französisches Charakterbild des Präsi- d e n t e n Wilson. Da die Ereignisse der letzten Wochen die Gestalt Woodroio W>lsons wieder eine Zeitlang in den Vorder­grund des internationalen Interesses stellten, bemüht sich die ,Re­naissance", ihren Pariser Lesern in knappen Umrissen ein Bild der Persönlichkeit Wilsons zu entwerten. Wenn auch diese Charakte­ristik sranzöftfch und darum fraglos einseitig ist, so sei sie doch wiedcrgegeben, well sie in konzentriertester Weise, in einer Art Telegrammstil sozusagen Einzelheiten ans dein Lebensgang Wilsons wiedergibt:Sein Blut: irländisch-schottisch. Seine Mütter: eine vornehine, künstlerisch veranlagte Frau. Sein Vater: ein 9tiese mit edlem Löweukopf, Prosesjor der Theologie, Presbyterianer. Seine erste Kraut eine Schouh.it ans denl Staate Georgia, von rassiger Abstammrmg, die ihnr drei Töchter schenkte. Seine zweite Frau: der letzte Abkömmling eines indianischen Häuptlings- geschlechtes. Sein Verstand: scharf und schlagfertig. Sein

Charakter: hartnäckig lmd trotzig. Sein eigentlicher Berns: ein tüchtiger Gelehrter der historischen Wissenschaften und Forscher der modernen politischen Gesetzgebnng. Sein wesentlichster Entwick­lungsgang : Professor der Politik, Präsident der Universität von Pnncetou, Gouverneur des Staates New Jersey, Präsident der Vereinigten Staaten von Nordanrerika.

* Türkische Kasernen. Kein Land der Welt kann sich, was die Kasernen anbetrtfft, mit der Türkei messen. In Konstan- ttnopel sieht man die geräumigsten und schönsten Kasernen der Welt. Es sind wahre Paläste, die allen Forderungen der Hygiene in beivunderungswürdigem Maße Rechnung tragen und mit allem Komfort ansgestattet sind. Wenn die türkische Militärbehörde eine Kaserne erbauen will, so wählt sie stets einen hochgelegenen luftigen Banplatz aus. Und so kommt es, daß man schon »aus der Ferne, bevor inan die Tore von-Konstanlinopel betritt, die Ka­sernen von Haidar-Pascha, von Pera und andere erblickt, die die Aufmerksamkeit eines jeden Fremden erregen, der zum erstenmal die türkische Hauptstadt besucht. Diese stolzen Bunten sind von großen Gärten umgeben, und jeder besitzt eine herrliche Moschee, wecke Hole und Terrassen.

* Wie Höchstpreise vor 700 Jahren wirkten. So unerhört in der ganzen Weltgeschichte die gewaltige Ausgabe der Organisation der Ernährung eines ganzen Volkes ist, an deren Löstmg Deutschland jetzt seit mehr als anderthalb Jahreir arbeitet, so behält doch der gute alte Rabbi Akiba mit seinemAlles schon dagewesen" auch hier überraschend oft recht. Man erinnert sich des merkwürdiges Vorganges, daß. sobald ein Höchstpreis für irgend ein Lebensmittel emgeführt wird, die betreffenden Waren plötzlich aus dein Verkehr verschwinden, um alsbald wieder zu erscheinen, wenn die -Preise entsprechend erhöht werden. Der Vorgang ist durchaus nichts Neues. Eine englische Chronik auS dem Jahre 1199 berichtet ganz Aehnliches aus der Negierung des Königs Johann von England. Dieser setzte nämlich damals Höchstpreise für Weine fest, wonach kein Faß Wein ans Poitou teurer verkauft werden durfte als für 20 Schilling für die Gallone, während für die Weine aus Anjou als Höchstpreise 24 und 20 2 / s Schilling festgesetzt wurden. König Johann bestimmte außerdem zugleich auch Höchstpreise für den Emzelausschank: der Schoppen Poitomveiu bitrfte nicht teurer

Schrrftleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Berlaa der Brüh-

verkauft werden als für 4 Pence und Weißwein für 6 Pence. Die Folge war genau dieselbe, wie wir sie jetzt so oft beobachten konnten: die Kaufleute erklärten die Preisbemessung für unzureichend, streikten und der Wein aus Poitou, wie der aus Anjou verschwand aus d,m Handel und den Kneipen. Da mußte König Johann nachgeben r er erteilte die »Lizenz". den Schoppen Rotwein mit 6 Pence und den Schoppen Weißwein mit 8 Pence zu berechnen - und alsbald war der Rote wie der Weiße wieder zur Stelle, und, wie dir Ehromk schalkhaft hur§ufügt, sogleich war das Land erfüllt von ^.rmkstoff und von Trinkern*.

Gießener Hausfraue«-Verein. ^

Wochen-Küchen Zettel. v

Sonn 1 ag: Dowakensuppe, Omeletten, Spinat, Kartoffeln'. . Montag: Ger st cn flocken suppe, Rotkraut (Törrgenrüse), Kar­toffelbrei.

^A,i.Enstag: Erbsensuppe von grünen getrockneten Erbsen mit Klößchen, Buttermilch speise (Rezept von Frau Laih), Vanille­tunke.

r dRittwoch: Gebrannte Mehlsuppe, Grünkvrnbratlinge, Hop- sengemüse *), Kartoffeln.

Donnerstag: Spargelsuppe, Kopfsalat, Leineweber**).

. Kerbelsuppe, gekochten Fisch, Kaperntunke, Kar­toffeln. ^

ö , m ^ la g: Bohnensuppe, wenn möglich mit effvas Dörr­fleisch oder Wurst.

*) Man sammelt an den Hecken die jungen qkiinm Spitzen des Hopfens, zerbrecht diese in singcrgliedlangc Stücke, kocht sie in d^^lvaster wenige Minuten ab und gibt eine Spargeltunke darüber.

> Bei diesem Gericht finden übriagebliebene Kartoffeln gute Jeriverwung, welche in kleine Würfel geschnitten mit stwas Fett in emer Pfanne angeröstet und mit einenr Pfannknchenteig über- gossen, zu emein recht sättigenden Pfannkuchen gebacken werden.

*

Eirilnacheu ohne Zucker.

Es ist, wie der,Nachrichtendienst für Ernährnngsfragen" unter Hrmvels ans dre Onotisiernng der Zuckerbezüge hervorhebt, ern Irrtum, zu glauben, daß Znckerznsatz für die Erhaltung der fruchte unbedingt notwendig sei. In konzentrierten Lösungen wirkt Zucker konservierend (z. B. bei kandierten Früchten). Ver- düniite Zuckerlosimgen sind «Her eine Gefahr für die Haltbarkeit vei fruchte, denn fi>te ungenügende Sterilisiermig führt leicht zum Sauerwerden. Auf die Sterilisierung kommt es au, sie ist die Voraussetzung der Haltbarkeit der Früchte. Tie Marmeladen- sabriken wissen das längst; sie stellen zur Zeit der Obsternte ihre Dauer.oare zunächst ohne Zucker alsHalbware" her und erst beim- Abfnllen in Glaser zum Versand wird Zucker zugesetzt. Diese Er­kenntnis sollte auch im Haushalt verloertet werden. Auch der ein- Pache Haushalt- kann seine Früchte und seine sonst üblicherweise mit ^uckcrznfatz genossenen Gemüse (Rhabarber) konservieren ohne Zucker ^n heißen Ländern ist das das übliche Verfahren. Tie Sterilisierung und Aufbetvahrung ohne Znckerzusatz erfolgt am besten nach feem Appertschen Verfahren, sei es in der Form von Weckapparaten oder irgend eines der anderen, teillveise älteren: Systeme Es genügen auch aut verschließbare Glasaefäße wie Wein- Bcerflasck^r und ähnliches. So ist es niöglich, wde schnell verderbliche oder für den Danerverbrauch bestimurte Frucht ge­fahrlos zn konservieren ohne jeden Zuckerzusatz. Die Befürchtung, datz m eingemachten Früchte später den Zuckerzusatz nickst mehr annehmcn, ist irrig; es muß nur die Zuckerung 3 bis 4 Stunden vor dem Genuß, vielleickst unter neuem tzlufkochen, erfolgen Aus Mangel an genügenc^em Einmachzucker darf also in DeutschlauÄ reine Frucht und kein Gemüse verderben. Sollte später Zucker zur Süßung Nn-rklich iricht in ausreichender Menge vorhanden sein, io würde es doch wohl sicher nicht an der Freigabe genügender Vien­gen künstlichen Süßstoffs fehlen.

Rätsel.

Ich gleiche des Aufruhrs durchlöcherter Fahne, 4

Du liehest mich nagen mit gierigeni Zahne,

Das Haupt mit öcm düsteren Schleier gekrönt;

Und doch Hab' ich oft dir das Dasein verschönt.

An's Liedchen, an's traute, gemahne ich dich,

Du nennst sie mit selbigem Namen wie inich.

Wenn aber mein Haupt unb mein Fuß mir entweichen.

So bleibt dir der Unschnld und Schüchternheit Zeichen. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer:

^agd <-nkel kilund - Nafe öliger ÜAster« "

Wand Ltunst Lichel L*anl k.anb Lsche Labe Johannes Kepler.

'schen Universität8-Buch- und Steindruckerei, N. Lanae. Gießen.