liegt, bafc Man von den Masten gröberer Schifte darüber hmweg'- sehen kann. Da es nun aber 51t umständlich u»tb vostspiettg Ware, alle Leuchttünne mit senkrechtem Feuer zü versehen, so hat man andere Versuche mit Lenchtsignalen gemacht, die anscheinend guten Erfolg versprechen. Wie der bei Otto Spamler in Le»pz»g crsche:- nende „Prometheus" berichtet, ist an der schottischen Küste bei Gourock eine von der Marconigesellschaft hergestelltc Azetylenkanone erprobt worden, die mit Hilfe eines drahtloser: Empfangsapparates geleitet »vird und 400 Stunden lang in firder Minute drei Knallschüsse »md drei LeuchtsigMe abgeben kann. Tie damit vorgenommenen Versuche ergaben eine sehr große Trag- und Sichtweite der Signale und eine wesentliche Verbesserung gegenüber den bisher üblichen Leuchtfeuern und Schallsignalen. Allerdings entstanden zunächst Schwierigkeitei: dadurch, daß die Kanone durch zufällige drahtlose Signale vorüberfahrender Schiffe in Betrieb gesetzt wurde; diesem Uebelstand ist aber nach weiteren Versuchen abgeholfen worden, und gegenwärtig läßt sich die Einrichtung nur durch ganz bestimmte drahtlose Signale in Betrieb setzen oder abstellen. Voraussichtlich wird sich der Apparat derartig Vervollkommnen lassen, daß Schiffe durch bestimmte drahtlose Signale bei Entwickelung von Nebelschichten die mit Azetylenkanone versehenen Stationen selbst einschalten, so daß ein etwaiges Versehen der zuständigen drahtlosen Landstation automatisch beseitigt werden kann. Falls die Anlage nicht zu teuer ist, dürfte sie einen entschiedenen Fortschritt des Signalwesens beeilten; eignet sie sich doch namentlich für abgelegene, gefährliche Stellen, wie einsame Inseln und Klipper:, wo die Einrichtung eures Leuchtturmes schwer möglich ist.
* Die „grüne Gräfi n". Wie in der englischen Presse berichtet wurde, nahm an der: Aufständei: in Dickstin auch eine angeblich polnische Gräfin Markievitz führenden Anteil. Wenn auch bisher Einzelheiten über die Persönlichkeit und die Geschichte dieser Frau, die unter den revolutionären Iren durch ihre Energie und Tapferkeit hertwrragte, ausstehen, so hat doch schon die Tatsache ihres Auftretens in den Straßenkämpfen sie zu einer ebenso geheimnisvollen wie romantischen Erscheinung gestempelt, über deren Wesen das englische Publikum sich den Kopf zerbricht. Der einzige genaue Bericht über die Gefangennahme der Gräfin Mar- kievitz stammt von dem nach Irland entsandten Sondermitarbeiter der „Daily Mail", der folgende Schilderung des Vorganges gibt: „Die Einzelheiten der Gefangennahme der Gräfin Markievitz, die sich mit einer Gefolgschaft von 120 Rebelleu ergab, nachdem sie an deren Spitze das königlich ärztliche Institut besetzt hatte, wurden mir von einem Bürger Dublins, der Augenzeuge war, genau beschrieben. Die Gräfin verteidigte das von ihren Leuten besetzte Gebäude mit beispiellosem Vtut. Es war eine der letzten im Besitz der Rebellen befindlichen Oertlichkeiten, die zur Uebergabe gezwungen wurden. Endlich, als der Kanlpf völlig aussichtslos geworden war, lieh die Gräfin die Flagge der Rebellen von den: Gebäude herunterholen wtb eine weiße Flagge hissen. Dies geschah um 8 Uhr morgens. Hierauf wurde eine Abordnung zu dem das angreifende Militäraufgebot befehligeirden Offizier gesandt, die ihm mitteilte, daß die „Garnison" sich um 11 Uhr vormittags übergeben würde. Genau zur festgesetzten Zeit verlieh die Gräfin das Gebäude, gefolgt von ihren Leuten, die zu zwei und zwei in Reih und Glied hinter ihr marschierten. Die Gräfin trug ein kurzes grünes Kleid, einen grünen Hut mit einer grünen Feder, alles an ihr war grün, selbst das Leder der Schübe. Es war der seltsamste Anblick, den man sich überhaupt vorstellen kann. Sie führte ihre Mannschaften zu den britischen Triippen, salutierte vor dem rommcmdierendeN Offizier und küßte ihren Revolver, bevor sie ihn abgab. Daun sagte sie schlicht und kurz: „Ich bin bereit." Seit diese Schilde- oeruna in dem Londoner Blatt erschien, wird die geheimnisvolle Rebellenanführerin, deren Persönlichkeit und Schicksal noch der Aufklärung harren, in England allgemein die „grüne Gräfin" genannt.
' D ie Flucht der a n: e r i k a n i s ch e n P r i e st e r auf d i e V a r i öt 6 b ü h n e. Daß auch in dem goldstrohenden Amerika das Geld »licht auf der Straße liegt und sogar manche Berufsgattung, die schon ans ethischen Gründen vor materiellen Sorgen geschützt sein sollte, den: Kamps um daT tägliche Brot unter alles weniger als günstigen Bedingungen ausgesetzt ist, können ain besten die amerikanischen Geistlichen bezeugen. Ein ausführlicher Artikel in der New Porter „Times" le»»ft von neuem die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses sehr große Kreise treffende Hebel. Ten Anlaß hierzu bot die viel besprochene Tatsache, daß wieder einmal ein amerikanischer Prediger aus der Kirche austrat, um durch Siirgen aus Varistebühnen ein besseres 2Xu§fommen zu erlangen. Alts die diesem Geistlichen gemachten Vorhaltungen ent- gegnete er, daß er es für moralischer halte, durch ehrliche Arbeit auf der Varisttbühne Geld *it verdienen und so seine Schlildeil zu bezahlen, statt Psalmen zu singen und die Schar feiner hoffnungslosen Gläubiger andauernd zu vermehren. Tatsächlich ist feine Berufsgattung in den Vereirngten Staaten schlechter bezahlt als der Predigerstand. Weniger als 2 Prozent der amerckanischen Kirchcngeilleinden zahlen ihren Geistliche»» 3000 Dollar iin Jahre, die Halite der Gemeinden zahlt bloß 1090 Dollar, ein Viertel sogar nur 500 jährlich. Hieraus ergibt sich für den amerikanlschen Prediger ein Durchschnittsgehalt vo,» nicht mehr als 600 Dollar in:
Jahre. Dies sind, wie die New Porker „Times" betonen, keine genügeichen Gehälter für Geilte, die ernste Studien und den Besuch der geistlichen Schule hinter sich haben müssen, um überhaupt erst ihren Berus ausüben zu können. Hier sei dringende Aendernng nötig, damit es nicht zu einer regelrechten Flucht der Geistliche»» aus der amerikanischen Kirche komme.
* N a h r n n g s m i t t e l t e u e ru n a i»» Paris. Nach Mit- teil»»,»g des Pariser Berichterstatters der Londoner „Sunday Times® vo»n 30. 4. kostet in Paris ei»» Kilo Z»»cker jetzt 1,30 Francs, ei»: halbes Kilo Butter hingegei» schon 4 Frcs. Kohle — das heißt, ein merkwürdiges Gemengsel von etwas sch,varzer Materie »nit viel Steine»» — ist selbst zu 140 Frcs. pro Tonne schwer zu erlange»». Alles andere scheint den»entspreche»»d teurer z»» fein. Sowie aber jemand einen sausten Protest dagege»» zu erhebe»» »vagt, »vird er sofort a»» den Krieg vo,» 1870 erinnert, »vo man froh war, für 1 Frcs. ein Ei zu beFommei» und sich an Ratten gütlich tat. Das genügt gewöhnlich, dem Murre»»den die Lippen zu schließen und sie ihre»»» Schicksal danken z»l lasse»», daß die »»»elfte»» zu»n Leben notwendige»» Dinge überhaupt noch erhältlich sind. Und de»»»»och — der Hafen von Havre ist so vollgepfropft »nit Eßivaren jeder Art, daß, »vein» es nur »nöglich »väre, sie »»ach Paris zu schaffen, sofort ei,» Ueberfluß an Nahrungsmitteln vorhanden sein n»üßte. Jnzrvischei» »vird es täglich schwerer, sich durchznschlagei».
Vüchertisch.
— Heber die Nation alliberalePartekliteratur 3906 —1Q16 hat die Schriftenvertriebstelle der natl. Partei (Berlin IV 35, Lützowstr. 89 90) einen gedruckten Verlagsbericht beraus- gegeben, der gegen Einse»»d»u»g des Portos von 10 Psg. bezogen »verde»» kan»».
— „Hebe r Land und M e e v.® Das Bestreben der Schrist- leitnng der illustrierte»» Zeitschrift „Heber Land »»»»d Meer" (De»»tsche Verlags-Anstalt, Stuttgart), nicht die gleiche»» Bilder und A»»ssätze zu bringe»», »vie »vir sie in anderen ähnlichen Blätter»» finden, zeigt sich wister in de»» neueften vier Nummern 29 bis 32. Hm dieses Ziel zu erreiche»», hat der Verlag seine Eigenen Zeichner und Maler, die an? bei» Kriegsschauplätzen für ihn schaffen, hat er feine Mitarbeiter, die ihn» die Texte liefern, die andere Hnternehiner »licht haben. Blätter»» »vir flüchtig in den neuen Nummern, so fallt »ms ein Aufsatz über Portugal und die Portugiese»» aus, ein Artikel, der überaus reich illustriert ist. Das Gedicht voi» Rudolf Herzog: Verwundeteu-Transport, zählt zu den »vertvollste»» Beiträgen. Der Artikel: Der Krieg und die Mode unserer Feinde, »vird »vohl an» »»»eiste»» die Frauen fesseln, die es nicht mehr lieben, das nach- zuäffen in ihre»» Kleidern, was von» Ausland koinint. Ein neues Kapitel z»» den große»» Schlachte»» des Weltkrieges finden »vir ans der Feder des Majors v. Schreibershofen. Nach Bagdab-Basra führt uns Dr. I. Wiese. Beinerkensivert sind ferner gute Gedenkartikel vo,» Shakespeare u»»d Cerva,»tes.
— Griebens Reiseführer. Band 61: Bad E»ns und daS Lahntal. 15. Auflage. Mit z»vei Kartei». Mk. 1,20. — Band 71: Bad Kissingen und Umgebung. 17. Auflage. Mit z,vei Karten. Mk. 1,20. Verlag vo»» Albert Goldschmidt, Verli»» W 35.
- Die Weltliteratur (München 2, Färbergrabe»» 24) erscheint jeden Samstag zun» Preise von 10 Psg. und bringt die beste»» Ron»ane und Novellen aller Zeiten »,nd Völker in vornehmer Aufmachung. Nr. 20 bringt E. T. A. Hoffma»»»»: Doge u»»d Dogureffe.
— S t a»»»»n b a u m der Insekten. Vo»» Wilhelm Bölsche. Mit Abbildungen »»ach Zeich»»m»gen voi» Prof. Hei»»r. Harder u»»d Rud. Oeffinaer. Preis geh. Mk. 1,—, gebd. Mk. 1,80. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Geschäftsstelle Franckh'jche Verlagshandlung.
Causchrätsel.
Magd — Enkel — Mund - Elba — Vase — Tiger — Alster —-Band — Gunst - Sichel — Saul —
Raub — Asche - Gabe.
Die A»»fa,»gsbuchstaben vorstehender Wörter ftnb mit anderen Buchstaben derart 311 vertauschen, daß man ebenso viele >»eue Wörter erhält, deren Anfangsbuchstaben den Namen eines Astronon»en ergeben.
(Auslösung in nächster Nummer.) n
Klufiösung des KreuzrätsÄZ in voriger Nummer 1 E A S
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Schriftleitung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühllschen UniverfttätS-Buch- und Stetndruckeret, R. Lange, Dicken-


