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Anse res Adels ein Preislied, Herr von Velten; Sie sind cSso ein Verteidiger der Fideikommisse, der ungerechten Verteilung des Erbes unserer Väter. Wo bleibt da der historische Mick? Er hätte Sie belehren müssen, daß die Bindung des Besitzes nur eine Förderung des adligen Proletariats bedeutet."
(Fortsetzung folgt.)
Alfred Rethel.
(8u feinem 100. Geburtstage, 15. Mai. r» ^ roetyr als die übliche Huldigung, tvenn das deutsche V 5 er r e r V 1 bte,er Zeit des 100. Geburtstages Mfred Rethels aedentt.' besteht doch heut unter Forschern und Kennern völlige Elusttmungkert darüber, daß Deutschland in ihm den größten Ge- schiichtsmaler besitzt, den seine Kunst im 19. Jahrhundert hervorge- orackt^hat. doppelt ergreifend gestaltet sich die Betrachtung seines ^eben^, wen es w hell und glänzend begonnen und so tragisch geendet har. Rethel, bekanntlich ein Sohn der alten Kaiserstadt Aachen, war ein Wunderkind, dessen Begabung sich früh unwidcr- wrechlrch bekundete, der noch als ein halber Knabe in der Düsscl- oorfer Akademle Ausnahme faud und dort durch Talent, Geist und persönliche Anmut alles bezauberte. Er war erst 16 Jahre alt, als er m. lentent ersten Oelgemälde, einem heiligen Bonifacius, einen: unzwerdeutigeu Beweis seiner künstlerischen Originalität gab. Wie gunze ai ui rcLbccfet Krmst, so war auch dieser Sohn der Rhein- .^/Erelse der Romantik ausgewachsen, allein sehr bald wuroe ey benthef), daß er von der herrschenden Richtung der Düssel- Lorler Schule imrucr schärfer abzuweichen begann. Tie Schadow- ^a)ule frei gerade damals immer mehr der Süßlichkeit anbeim und erl.Lrrte tn einem sich immer wiederholenden Mechanismus ro-
'“?« luAge Rethel mar aber eine SS*Hwmltdje Natur die das Kraftvolle, ja selbst das Herbe Uia u. und bevorzugte, und lebendige Beobachtung und Uebung £m W £2 er umigen Fühlung mit der Natur, die ihn vor
Schema bewahrte. So war es ganz natürlich, daß der , Sezestion" gehörte, die im Jahre 1836 der /Kunststadt Valet tagten. Er wandte sich damals nach N^anksurt a. M., wo er »ich an Philipp Veit anschloß. In Frankfurt hat eine Reige^seiner bedeutendsten Werke ihren Urjprung ge- rwmmen. Hier malte er den Kaisersaal mit den charaktervollen Mgurcn der deutschen Kaiser aus; hier entwarf er den großartigen ^ er er ^endlich im Jahre 1840 beu heiß-
ersehuten Auftrag zur 2!usma1ung des 2lachener Rathaussaales, n<l 5 ) - lccr f JAreu zur AusführmM kommen konnte.
Nwren ^ahre peinlicher Erwartung, aufreibender Kämpfe, vielte ^ ft** Nervensystem des fcinbesai- -
L .Weisels lies erschüttert haben; und als er dann
Willis — nnt welcher Begeisterung und Hingabe! — die Aachener Fve-keii fertigstellte, da erneuerten sich die Kämpfe, da stieß sein - "Yd Leisten überall aus den Mißverstand und Un- 'LPlegburgerer und des Banausentums. Rethels Aacke- O coli eben und von kleiner Hand fortgesetzt wori...l' der: Meister aber ereilte schon nach wenigen Jahren, wäh- Nitt der geliebten, endlich errungenen Frau Italien be- lSa t 3 J u \ dtbai ' e Geschick geistiger Umnachtung, der er dann legen ^ memQen Jahren hoffnungslosen Siechtums, er-
IS^Rethel als monumentalen Geschichtsmaler so hoch über die vor ihm und nach ihm ähnliche Motive “ nb l>or aUem die Kraft, mit der
Zwei Krieger.
Jniiges Grün und weiße Blüten Ki'cüiscln sfch ums Törfchen wieder,
Lluf bau Farbeumeer der Frühe Spnideln Helle Frühlingslieder.
Herrlich wie der junge Morgen Geht ein Mädchen durch die Saaten, Uiif der Schulter wiegt im Schritte .Glitzernd sie den blanken Spaten.
Und in ihrem Herzen wogen Tie Gedanken um den einen.
Dem dieselben Sonnenstrahlen Hell ans blanke Waffen scheinen.
Dorn im drahtbewehrten Graben Wird er nach dem Feinde spähen,
Doch sein Herz wird Schleich Patrouille Her zur lieben Heimat gehen.
Für dein Volk nimmst du die Waffen, Kriegerpaar, beim Morgengraiien — Mögest dii im' Schutz des Reiches Glücklich einst dein Hüttchen bauen!
roßen-Linden.
F. Bach.
Vermachtes.
IN crn großen Ereignis» en drin, die er schildert, durchlebt sie' selbst
hiY= w-f Cr r l ?' tC mi t‘ /Ja Ottos III. Besuche int Grabe Karls ist hoher Genialität gesteigert. Zugleich aber ver- Rethel das einmalige gescyichtliche Geschel/en in den Kreis Theben, das Besondere zum allgemein Meilsch- lwl.en auszugestalten und dadurch im weitesten Maße darstelluugs- So erklärst sich leicht die Fülle natürlicher und wirkungsvoller Motiveund Tarstellirugsmittel, über die ^ 1 :^? 75 ,^
aLt nh H - er Behandlung geschichtlicher Szenen gebot. Als den Gipßlpunkt seiner Leistungen auf diesem Gebiete §? r T t ^eut zum künstlerischen Haus schätze des deutschen
Volkes gehörigen „Totentanz" ausehcn. der jedenfalls unter f^rrl Ä^ 11 r . .^clhre 1848/49 entstanden ist, obwohl es zweifelhaft b.eibt, ob die Revolution selbst oder später ihr kläglicher Phantasie entscheidend angeregt hat. Das uralt- Totentanzmotrv :)t hier mit dem sichern Instinkte des S'Lw'Jr ^.unmittelbare Gegenwart übertragen. Zeitgenössi- Geschehen ist gleichsam spielend in große geschichUiwe Persvek- s-^-O^uckt: die Eremnrpe sind uns erschreckend nah und doch stehen
Kein Wirkung künstlerischer Objektivierung ist.
bckeii. blecbt Uns erspart, aber eine ernste Weib" löst ,\na
Zeitliche ins Zeitlvs-Eivige ein Daß !xr Schöpfer dieses Werkes wenige Jahre später zum bili- ^sen Kinde werden mußte, das müssen wir noch heut als einen' tteffm Umu, ^ Zeichnen, bn die _ntob«w Kunst hat
" T er verbotene Bart in der englischen Armee. Tie verheirateten Männer in England sind wirklich zu bedauern. Ziierst wurde ihnen von Asquith versprochen, daß sie überhaupt nicht ßii dienert brauchten, was riicht wenig Jiinggesetlen zur Airs- gäbe ihrer bisherigeli freien Leberislveise veraiilaßte. Dann schwor der Rekriltierrlrrgslord Derby hoch und heilig, daß die Verheirateten wohl auch herangezogeu rverden fönufen, doch nicht vor der Einziehung säintlicher ledigen rnilitärpflichtigen Leute. Schließlich aber ging ailch dieser schöiie Traum dahiri, und die Verheiratetet: rnüssen stch nun bcquenicti, das von ihlien nicht gerade angeschwärmte Khaki anziiziehen. Doch dauiit sind die Schrecken r:och nicht beendet, uiid wer glaubte, daß die Skala der trübseligen lieber- raichungen erschöpft sei, v.inßte bald seinen Jrrtrim erkennen. Die neueste Verordnung besagt nämlich, daß es nicht genügt, in die Armee enizutreteii, sondert: daß niar: riebst so vielern änderet: den etivaigen Bart, den, man besitzt, zu opfern hat. Dieser letzte Schlag hat ein wildes Aitsflarnmet: des Zorires in den Reihen der Verheirateten hervorgerilfen. Denn wie, so fragt der auf seinen Bart j stolze ^oudoner Ehemann, iverden die Gefühle meiner Frau :nir gegenüber sich gestalten, wen,: sie tnich, den sie seit der Verlobnngs- «nmer mst Bart gekannt hat, plötzlich durch das Rasierinesser so völlig verändert erblickt ? Wer garaiitiert mir dafür, daß sie mir unter solch netten Bedingungen ihre Liebe bewahrt? Auch auf dieje Fragen, wie auf so viele andere, weiß die Regierung keine Antwort zu gebet:, und so werdei: die Verheirateten sich ungetröstet :n ihr bartloses Dasein fügen rnüssen. >
• Die Schmerzen der englischen Automobil- besitz er. lieber die finatizielle Krise, die der Krieg in gewissen Bevolkerilugsschichteli Eiiglands hervorgerufen hat, unterrichtet eine sehr bemerkenswerte Tatsache: man kann jetzt in Englarrd für Spottpreise Autoinobile haben. Co und so viele Leute, die sich früher selbstverstäudlich den Luxus leisten konntet:, sind heute nicht niehr in der Lage dazu, um so mehr, da die ungeheure Verteuerung der notwendigen Betriebsstoffe und des Bedienungs- perwnals sehr stark ins Gewicht fällt. Diejenigen, die an: Kriege sehr viel Geld verdient haben, sind zun: größten Teile Leute, die schon vor dem Kriege ein schönes Teilchen Geld im Trockenen und daher ihr Autoirwbtl hatten. Aus englischei: Fachzeitschriften er- fahrt inan die rnedrigen CuttMien, die heute gelegentlich für Automobile bester und leisttlngsfühigsler Marken gezahlt werde::, selbst wenn die Llutonwbile nur ga,:z kurze Zeit in: Gebrauch waren, tfin: 1000—2000 Mk. kann man schon sehr hübsche und gilte Wagen erhallen. In englische,: Sport- ui:d Jndustrickreisen hat n:an schon vor tangerer Zeit Beratungen darüber gepfloge::, wie man Maßnahmen treffen könnte, um diese Verschleuderung teuerer Automobile aufzuhalten. Llber sie scheint wirklich unaufhaltbar zu sein.
"Die B l u :n e n k o h l - P f! a n z n: a s ch i n e. Nur Leute denken beun Verzehren deS bestebten Bl::n:enkohls an d.. muhevolle Arbeit, die zur Zucht dieser nützlichen Pflanze erwrdcr- l:ch :st. tatsächlich weiß jeder Landinann, daß der Bluinenkobl zwar einerseits sehr widerstandsfähig und zäh ist, andererseits aber auch ziemlich viel Ansprüche stellt und große Sorgfalt verlangt. Da d:e Blumeickoblvsianzen in möglichst genauen Abständen und groper Austnerksainkeit eingesetzt werden rnüssen, gehört diese Arbeit zu der man sich meist des Setzholzes bedient, zu den wichtigsten::: der ganzen Blurnenkohlkultur. Darum wird man in den interessierte,: Kreisen mit Recht die Aufmerksamkeit einen: Apparat zu wen den, der das A,:pflanzen deS Blunreiikohls wesentlich erleichtert und veschle. m t. Es handelt sich urn eine sog. Blinneiikoblpstain maschme, deren man sich in A>netnka, ganz besonders auf Lang Irland und in Buffalo bedient. Die von zivci ^st'^de^: gezogne
wenige die


