einem vorläufigen Abfchlrlß gelangt. Die letzte der während deA Krieges und selbst zu Beginn deS Jahres 1916 noch im Bau befind­lichen Teilstrecken, nämlich die Strecke Jslahie-Mamure, wurde bereits Anfang Februar dieses Jahres dem Verkehr übergeben. Da von der gefaulten Länge der Linie Haidar-Pascha bis Bagdad, die 2435 Km. nutzt, nunmehr 1802 Km. in Betrieb stehen, ist der ge­samte Bau bis auf das genannte, nach dem Kriege zu vollendende Fehlstück von 633 Km. Länge endgültig durchgeführt Der Grund für das Ausschieben der restlichen, verhältnismäßig kleinen Arbeit besteht in den gegenwärtig naturgemäß gesteigerten Schwierigkeiten in der Beschaffung des erforderlichen Materials, auch ist die Ueber- windung des Geländes mit mancherlei Hindernissen verknüpft, die vor altern in der Durchquerung einer ganzen Anzahl beträchtlicher Bodenerhebungen bestehen. Das Fehlstück verteilt sich auf zwei Linien, nämlich auf die Linie Haidar-PaschaAleppo, von der iiocf) die 42 Km. durchmessende Strecke von Dorak nach Karabuna zu bauen ist, sowie auf die Linie AleppoBagdad, von der »roch daS Teilstück Ras-el-tin nach Samara technisch fertiggestellt werden nnrß. Aber auch diese geringen Fehlstücke bieten heute dem Ver- kehr im ganzen keine ernsthaften Schwierigkeiten, da sie vorläufig durch außerordentlich gut angelegte und gesicherte Straßen ersetzt werden.

* Eine niederländische K o r n nui cf) e r | a q e. In verschiedenen alten niederländischen Schriften wird eine Sage er­zählt , die jetzt nicht ohne zeitgemäßen Beigeschmack ist: In

Gorinchem lebte um das Jahr 1316 ein Mann namens GeroncuS, ein sehr reicher Kornhändler, der, da eine Hungersnot in Holland ausbrach, seine Speicher, die voll mit Feldsrüchten aller Art lagen, verschloß, denn er wollte warten, bis die Teuerung aufs höchste gestiegeu, um alsdann seine Waren zu recht hohen Preisen ab- setzen zu können. Arme, die au seine Tür klopften, um ein Stückchen Brot zu erhalten, schrie er an und jagte sie fort. In derselben Stadt aber lebte auch eine gottessürchtige Witwe Elisabeth Henriks, die ungernein milde gegen Arme war und stets mit fröhlichem Herzen das Korn von ihrem Söller gab, ohne zu bedenken, was eines Tages aus ihr selbst werden sollte. Als sie nun einst mit ihrem Gesinde bei der Mahlzeit saß, kam ein armes Weib mit vieleir Kindern und bat um Brot. Die Witwe nahm voller Mit­leid die Armen auf, sättigte sie und befahl dem Dienstmädchen, vom Speicher einen Scheffel Korn zu holen für diese Armen. Das Mädchen aber murrte, esfeien nur uoch drei Scheffel Korn da; wenn die verzehrt seien, was sollte dann werden." Doch die Witwe sagte:Gehe im Namen des Herrn und tue, mie ich dir geheißen l" Das Mädchen ging und schimpfte auf der Stiege noch über die armen Leute, -bie die Gutmütigkeit der Witwe ausbeuteten. Als sie aber an den Speicher kan, und die Tür öffnen wollte, ver­mochte sie dies nicht, bis sie erkannte, woran dies lag : der Speicher war ganz voll mit Korn. Als sie ein Spättchen von der Tür end­lich aufhatte, strömte ihr das Korn entgegen. Laut schreiend vor Freirde lief sie zur Herrin, und die ganze Bewohnerschaft des Ortes strömte zusammen, um das Wunder, das Gott an seiner aus­erkorenen Freundin getan, zu schauen. Und die sronnne Wohl­täterin teilte mit vollen Händen von ihrem Reichtum auS, so daß plötzlich alle Not ein Ende hatte und der reiche Geroneus mit seinen gefüllten Speichern nichts allzufangen wußte, da er gar keinen Absatz fand. Als er aber endlich nun seine Speicher öffnete, um das Korn billig loszuschlagen, vernrochte er selbst das nicht: es war dumpfig geworden in den ängstlich verschloffenen Speichern und gab einen so üblen Geruch von sich, daß weder Menschen noch Tiere davon genießen mochten.

'Das katzenfreundliche London. Wer sich bisher versucht fühlte, den Bürgern Albions Herz itnir Gemüt abzu­sprechen, wird durch die Kunde, die gegenwärtig durch die englische Presse über die Katzenfreundlichkeit in London verbreitet wird, eines Besseren belehrt. Wie der .Daily Ehronicle" berichtet,

. zeichnet sich die letzte in England abgehaltene Versaminlung der Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten gegen Tiere durch die flaminende Rede des Parlamentsmitgliedes G. Greenwood aiis, der sich zinn Verfechter für das Geschlecht der Katzen aufwarf. Da Herr Greenwood darüber trostlos ist, daß inan ost in England Katzen findet, die sich in einem jämrnerlichen Zustand befinden oder gar mit dem Hungertode ringen, schlägt er nichts Geringeres als einen Parlameiitsbeschluß vor, dahingehend, daß alle Katzen in London und in größeren Städten Großbritanniens durch gesetz­liche Verfügung mit eineni Halsband versehe,! werden sollen, auf dein der Name und die genaue Adresse des Besitzers verzeichnet sind. Aus diese Weise sollten die Besitzer von Katzen, die die Tiere verkommen laffen, zur Rechenschaft gezogen werden können, während dem Dasein einer Unzahl herrenloser Katzen und Kater ein Elide b-reitet werden soll. So rührend und von Herzen kommend dieser Vorschlag des englischen Parlamentsmitgliedes er­scheint, so hat er doch nach echt englischem Prinzip einen durchaus praktischen Hintergrund, der auch einen argen Mißftand im öffent­lichen Gesundheitswesen Englands verbirgt. Schon öfter drangen während der testen Kriegsmonate beunruhigende Nachrichten in o\c Oeffentlichkeit, die besagten, daß unter den Katzen Englands in­folge Berwahrlofimst verschiedene ansteckende Krankheiten grassieren, die de,anders die ärmere Bevölkerung und vor allen, die Kinder bedrohen. Ta trotz der verschiedensten Maßnahmen darunter

Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck iiub Vertan der Brr

auch dem wahllosen und wenig tierfreundlichen Zusammenschiiß-N der Katzen - diese Mißstäude nicht beseitigt werden konnten und der immer zunehmende Aerztemangel in England die Lage noch kritischer gestaltet, erklärt sich die Tierfreundltchkett deS englischen Paria,nentarierS auf weniger ideale und für das englische Sanitäts­wesen nicht gerade schmeichelhafte Weise.

' Der Munitionsverbrauch im gegenwärtigen Kriege. In einer Ansprache gelegentlich der Ausstellung von Gegenständen der Kriegsmetallsammlung in Wien bemerkte der österreichische Kriegsminister Feldzeugmeister Krobatin, nach einem Berichte desPrometheus", es sei unmöglich, die Masse der ver­feuerten Munition festzustellen. Von dem österreichisch-ungarischen Heere seien in siebzehn Monaten harten Ringens rund 15 Milliarden Infanterie-Patronen und 12 Millionen Schliffe aus Geschützen der verschiedenen Kaliber verfeuert worden. Der Verbrauch an In­fanterie-Patronen ist 500mal so groß, wie der der deutschen In­fanterie im Kriege 1870/71, während die aus Geschützen abgegebene Schußzahl nur 14mal so groß ist wie die von der deiitschen Artillerie in jenem Kriege abgegebene. Es hat also, wie Streffleurs Militärblatt ausführt, die österreichisch-ungarische Infanterie ebenso viel täglich verfeuert wie die deutsche in dem ganzen Kriege 1370/71, näinlich 30 Milliorlsn. Das Geschoß der österreichischen Gewehre ist 10 Gramrn schwer; für die Herstellung der verfeuerten Patroiien sind 150 000 Tonnen Hartblei, also etwa 130 000 Tonnen Blei verbraucht; für die verfeuerten Schrapnells finb noch etwa 50 000 Tonnen zu veranschlagen. Der gesamte Verbrauch an Blei ist in einem Friedensjahre für Oesterreich - Ungarn auf etwa 170 000 Tonnen zu schätze«.

vüchertlfch.

Neuerscheinungen ausHesseS Volksbücherei. Jede Nummer 20 Pfennig. Hesse & Decker Verlag, Leipzig. Nr. 1062: Das graue Leid und andere Erzählungeil von Ilse Frapan. Nr. 1063: Und draußeil war Krieg, KriegSnovellen von Grete Maffö. Nr. 1064: Die Liebesgabe uno andere Erzählungen von Robert Heymann. Nr. 1065: Die Versorgungsansprüche der Kriegsteilnehmer und ihrer Angehörigen. Ein Merkbuch von Dr. Hans Berthold. Nr. 1066: Vüil der Saale zur Aisne. Kriegs- Tagebuchblätter von Alfred Wirth, Hallptiuanu d. L. Nr. 1067 : An der Aisue. Bilder aus dem Stellungskamps von Alfred Wirth. Nr. 1068: (sin Barbarenstückchen und andere Erzählungen aus dem Weltkrieg von Gustav Schröer. Nr. 1069: Das Nubiu- halsband llild andere Erzählliilgen voll Grete Masj'6. Nr. 1070: Heimat und andere Erzählungen voil Ilse Frapan. Nr. 1078: Nachdenkliche Geschichten von Alfred Friednlanil. Nr. 1079: Kasernen-Allotria. Lustige Soldateilgeschtchtell von Joh. Terch. Nr. 1080: Graf Zeppelin, der Eroberer der Lust, von Haus E. Schlüter. Die Bändchen eignen sich in ihrer handliche«! Aus­gabe ganz besonders zum Verschicken iirs Feld.

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Das literarische E ch o. Halbmonntsschrist für Lite- ratuifreunöe._ Verlag: Egon Fleischet & Co., Berlin W. 9. Das

1. Machest lst soeben mit folgendem Inhalt erschienen: A. vor, Gleichen-Rußwurm; Marie v. Ebner-Eschenbach; Anselma Heine: Zwei neue Bücher von Theodor Däubler; Her,na,ln Wunderlich: Friedrich Dusels Verdeutschungen; S. Rudniansly: Aus un- bekannten Briefen Turgenjews; Julius Bab: Die Kriegslyrik von heute V; Artur Brausewetter: Die Rätsel der Unsterblichkeit. Echo der Bühnen. - Echo der Zeitlmgen. Echo der Zeit­schriften. Echo des Auslandes. Kurze Anzeigell.

SübenratfeL

ar, bei, da, ei, el, en, es, eben, gri, laub, me, ne, ni, ni, ra,

in, to.

Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs­buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines Polarsorschers und das Fahrzeua desselben bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Hochland in Vorderasien.

2. Einwohner der Philippinen.

3. Männlichen Vornamen.

4. Ausländische Münze.

5. Schnstgelehrten des alten Testanlents.

6. Teil eines Baunles.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gleichktangrätsels in voriger Nummert Strauß.

'schon Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Gießen»