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* Nach den f r a n z ö s i s ch e n H 1 1 m c n der franzö­sische Schild. Allen beschönigenden Berichten der Pariser Presse zum Trotz scheint die bei Verdun entwickelte Angrissskrast der Deutschen, namentlich der schweren deutschen Geschütze, das Sicherheitsgeiühl der französischen Soldaten in hohem Grade er- schütte:t zu haben. Durum macht Maurice Barras imEcho de Paris" den Vorschlag, die französischen Infanteristen nach Art der Kämpfer zur Ritterzeit zu bewaffnen. Wie rnan weiß, tragen die Franzosen schon lange den mittelalterlichen Hel,::.Wann," ruft Barres aus,werden wir dem Helm auch das übrige, dazu ge­hörige Rüstzeug hinzufügen? Soldaten, die Helme tragen, dürfen logischerweise auch auf Brustpanzer und Schilde Anspruch er­heben. Kampfer aus der Front haben selbst den Wunsch nach Schilden nur gegenüber atlsgesprochen. Fürchtet man etwa, daß eine solche Rüstung den Angriffsgeist der Soldaten eindämmen konnte? Heute, da die wtlnderbarsten militärischen Eigenschaften vor der niederschmetternden Wucht der Artillerie wertlos sind, gibt es nichts, was wichtiger wäre als die ausgedehntesten Schutz- maßregeln." Dieser Ruf nach der Rüstung gleicht nur allzu sehr euer Bestätigung der Erfolge der deutschen Angriffskraft, die schon weit stärkere Hinderniffe überwunden hat, als Helme und mittel­alterliche Schilde.

* Gießkannen als Kriegsgerät. Unter der von - derttschen Truppen im Deutsch-Französischen Kriege 1870 eroberten

Bagage der Franzosen fanden sich auch zahlreiche Gießkannen. Mair wußte erst nicht recht, welchen Zweck diese merkwürdigen Kriegsgeräte haben sollten, dann erfuhr man von Franzosen selbst, daß instruktionsgemäß diese Gießkannen dazu dienen sollten, um auf dein beabsichtigten, aber glücklicherweise von drn Deutschen ver­eitelten Spaziergang nach Berlin in Gärten und Gehöften die Stellen zu entdeckelt, wo die Preußen ihre Schätze vergraben hätten. Tie Altwendultg diese?Kriegsgeräts" haben die Franzosen von den afrikanlschen Truppe,: gelernt, wo das Mittel offenbar schon lange bekannt ,var. Im Jahre 1831 hatten die Türken die Stadt Mokka den Araber,: entrissen und sich darin festgesetzt. Einige Monate später stürmten die Asir-Beduinen die Skadt und plünderten nach Herzenslust. In einen: französischen Bericht des Feldzuges, den verschiedene französische Offiziere initinachten, heißt es:Auf schlaue Weise wußten sie die Schätze ausfindig zu nrachen, welche die Bewohner vergraben hatten. In den Häusern nämlich, wo sie solche vermuteten, gossen sie auf den Lehmboden des unteren Stockes eine Ouantität Wasser. Wo dieses schnell eingesogen wurde, da mußte die Erde kürzlich aufgegraben worden sein, und an inehreren so ermittelten Stetten hatte ihre Rachsuchung den gewünschten Erfolg."

* Das Paradies der Eieresser. Etwa 50 Meilen nördlich von San Francisco liegt eine Stadt namens Petaluma, die man mit Recht die Hühnerstadt nennen kann, da sie nicht weniger als 1 Million dieser Tiere beherbergen soll. In einem der vergangenen Jahre soll diese Gegend, wie dieGazetta del Popolo" zu erzählen weiß, 120 Millionen Eier geliefert haben. Nicht weniger als 75 Prozent der inännlichen Bevölkerung des Ortes beschäftigen sich mit der Hühnerzucht. Auch die Familien in Petaluma, die sich nur e:n paar Hühner für den eigenen Haus­gebrauch halten, tun dies mit einen: Nutzen von wenigstens 70Proz. Andere Züchter haben auch ganz klein anqesangeu, mit ein paar Hühner:: aus 2 Hektar Land, dochahn: ihr Unternehmen solch einen Aufschwlmg. daß sie ihren Bestand schon nach nicht zu langer Zeit auf 1500 Stück erhöhen konnten und die Tiere in regelrechten, horizontal geteilten Hühnerhäufern unterbringen mußten. Der obere Teil ist für den dauernden Aufenthalt bestimmt, während der untere dunkle Winkel hat, in denen die Hühner ihre Eier ob­legen. Der Züchter hatte nur etwa 6000 Frs. Anfangskosten für das Unternehincn. Bereits nach einen: Jahr hatte er von jedem Huhn eine,: Nutzen von etwa 6% Frs., in: ganzen also von 11 750 Frs. Ein paar große Landgüter des hühnergesegneten Kreises halten sogar bis 15 000 Hühner.

vüchertifch.

Vom Fürsten Bülow in Luzern, wie er zur Be­grüßung'der invaliden deutschen Kriegsgefangenen eintrifft, bringt d,e soeben erschienene Nr. 15 derSchweizer Illustriert e n Zeitung" ein wohlgelungenes Bild, und sie widinet ihm, wie auch unseren Landsleuten, die aus den französischen Gefangenen­lagern nach den schweizerischen Kurorten beurlaubt wurden, warme Worte des Wiilkoinms. Naturgemäß steht aber das Ringen um Verdun :m Vordergrund, und, da dieSchweizer Illustrierte Zeitung" ja ein neutrales Blatt ist, so bietet sie auch von der Kon- ferenz u: Paris verschiedene Bilder und sehr interessante Aufnahmen aus den Kampsgebreten an der äqyptisch-tripolitanischen Grenze. Alles m allen: ist dieSchweizer Illustrierte Zeitung" ein sehr in­teressantes, vorzüglich redigiertes und schön ausgestattetes Blatt (Kupferl-s! druck), das bei uns viele Freunde finden dürste, zumal der Bezug durch deutsche Postämter gestattet ist. Aber auch alle Buchhandlungei: können dieSchweizer Illustrierte Zeitung" liefern. Einzelnummer 20 Pfg. Abonnementspreis Mk. 4, halbjährlich

Mit Nr. 4 9/53, dem März-Heft, schließt der 1. Jahr» gang desWieland" ab. Das farbige Titelbild, ein reizende­junges Mädchen im Frühlingsgewand darstellend, ist von Ludwig K a i n e r gezeichnet. Das reichhaltige Heft enthält ferner inter­essante Originalzeichnungen. Der literarische Teil bringt ein Ge­dichtMahnung" von Lissauer mit einer Umrahmung von Mathey, außerdem Skizzen von Georg H i r s ch f e l d, Ernst S z s p (übersetzt von Stefan I. Klein), einen kunstgeschichtlichen Artikel von Dr. Wilhelm Bode, eine Novelle von P. P. G n j e d i t s ch usw. Preis des Heftes Mk. 1.. (Wieland-Verlag G. m. b. H. Berlin, W. 8, Lennästr. 4.)

Bühne und W e l t". Dje von Wilh. Kiefer heraus­gegebeneBühne und Welt", Monatsschrift für das deutsche Kunst- iiho Geistesleben, bringt in ihrem Märzheft folgende zeitgemäße Abhandlungen: Deutsch und germanisch (Otto Hauser). Staat, Volk und Raffe (Pros. Adolf Bartels). Germanentum und Ehrsttentum in Hebbels Nibelungen (Prof. Dr. L. Huber). Vision (Hans Freiherr v. Hammerstein). Würde des Lebens (Kriegs- freiwilliger K.). Germanisch-dichterische Monumentalkunst (Paul ^Gulze-Berghof). Kleists Hermannschlacht und die deutsche Zu­kunft (Dr. Rudolf Werner). Das gesprochene Wort ein Stiefkind deutscher Kultur (Rudolf Lorenz). Künstlertum und Menschen­tum bet Hermann Daur (Dr. Friedrich Müller) und andere wert­volle Beiträge.

r b LeipzigerIllustrierten Zeitung'

stnd bisher 87 Kriegsnnmmern erschienen, die eine gute Chronik des großen Völkerrmgens bilden. Die soeben erschienene Nununer 3,96 enthält wieder eine Fülle interessanter Bilder und Texte. Richard Aßmann, der als Sonderzeichner derIllustrierten Zettung' die große Balkan-Offensive von Anfang an mitgemacht hat, setzt mit drei weiteren Illustrationen seine Bilder-SerieVon Belgrad bis Cetinje" fort. In den Torpedoraum eines Groß- kampischlffes führt die an Bord des Schiffes entstandene farbige DoppelsetteLaden eines Torpedos" nach einem Gemälde von Felix Schwormstädt. Weitere Bilder von der deutschen Marine von Karl Bössenroth und R. Schmidt-Hamburg veranschaulichen den anstrengenden Wachtdtenst der Torpedoboote in der Nordsee. Ueber die schweren Kämpfe der deutschen Gebirgstruppen im serbi­schen Hochgebirge berichtet eine interessante Zeichnung des Kriegs­teilnehmers Albert Reich. An die Westfront führen Zeichnungen von Martin Frost, Max Pörschmann und Fritz Grotemeyer. Dem zuletzt genannte,: Künstler ist ein vierseitiger Beitrag aus starkem Karton gewidinet, der die Eigenart seiner vielseitigen Kunst am besten wiedergibt. Die hier reproduzierten Bilder sind während des vielnwnaligen Aufenthalts Grotemeyers an der Front in West­flandern eutiranden. Gegenwärtig bereist der beließe Künstler im Auftrag der Illustrierte,: Zeitung die türkischen Kriegsschauplätze. Bilder aus dem Osten sind in dieser Numiner ebenfalls reichlrch vertreten. Neben «den Zeichnungen kommt auch die Kamera zu ihrem Rechtt Von den textlichen Beiträgen sei besonders auf den ArtikelT:e Neuschöpfung der deutschen Volkspersönlichkeit" von Professor Dr. Otto Gramzow, eine novellistische Skizze aus den Vogesen,Das Blockhaus" betitelt, von August Hinrichs und die fesselnde PlaudereiIn den Wäldern vor Verdun" von Hans Schoenseld hingewiesen. Den Eintritt Portugals in den Weltkrieg behandelt Dr. H. Diercks, ein genauer Kenner der Verhältnisse in Portugal, dessen beachtenswerte Ausführungen von einer Reihe von Bildern ans dem jetzt feindlichen Land begleitet sind. Eine interessante volkskundige Studie stellt der ArtikelDie Selbst­ständigkeitsbestrebungen des bulgarischen Volks im Spiegel seiner Literatur" von Dr. W. Busch dar.

Ein Kriegs Urlaub, Roman von Friedrich Werner van O e st s re ,:. Verlag Ullstein & C., Berlin-Wien 3 Mk. Das neue Werk Oesterens hat dramatische Wucht, ein fortrewendes Tempo und einen Stoff, in dem sich persönlichstes Er­leben mit einer aus der Zeit, geborenen Tragik verbindet. Eine alte Stadt Südtlrols, auf deren Gaffen und Gäßchen die Maisonne niedergluht, ist der Schauplatz. Ein jungverheirateter österreichischer Hauptinann kehrt aus kurzen Urlaub von der galizischen Front zu­rück, von seinem Weibe, einer schönen, dunkeläugigen Italienerin aus Vicenza, erwarte:. Als einen Helden hat sie in ihren durch sentimentale Liebesromane erhitzten Träumen ihn gesehen - doch schon beginnt ihre leidenschaftliche Spannung in den Haß um­zuschlagen, der drüben, jenseits der Grenze, alle, die ihres Blutes sind, wie ein Fieber gepackt hat. Einem gewaltsamen Ausgang drangt dieser Ehekonflikt zu; mit unerbittlicher Kraft ist er von Oestören durchgeführt.

Geographisches verschiebrätsel.

Halle - Norwegen Berlin Ungarn Posen Bulgarien Frankreich Wien Budapest.

Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Auchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Narnen einer Insel ergibt.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auslösung des Scherzrätsels in voriger Nunimerr Sabine, Saline. ^ >

Sch,. Weitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lanae. Gießen.