Handels in Paris und London. Man will den Kunden einreden, daß sie nichts vermissen »verden. Ader wähl nur in DeutsIrland wird dem so sein. Zwar erscheint in d»efe»n Jahre nicht vrcl Neues aut dem Weihnachtsmarkt: aber bei der ungeheuren Leistung unserer Spielwarenindustrie finbct nran sich doch kann» zurecht. D»esmal arbeitet die deutsche Spielwarenindustue tat- sächlich nur für Den he.niischen Absatz. Das deutsche Kind bleibt in seinem Berbratich weit hinter beu Kinder»! anderer Reiche zr:- rück. Daiür Hai es den unzweifelhasten Vorteil, eine »nrbegrenzie Wahl treffen zu könne»». Heute, ivo die Mode auf ihreni »ratür liehe»» Fortschritt laugst das Gebiet der Spielsachen erobert hat, sind die deutschen Fabrikanten mit ihrer Beherrschung des Welt- markreS tatsächlich auf der Höhe: die neue,» Muster und d e voll- fommetie Aitsiühr»»ng des Spielze»»gs bleibe»» ein Rutunesblalt für unfere deutsche.» Unternehmer. Die praktische Lebenserfahrung ist zürn Anreger »niseres moderne,» mechanisch-lech,»ischen Spre - zei.gs geworden. Die Nlirnberg-Fürwer Blech- und Zinnsoiel- »varcufabrikalion, die sich d.s vor turzen» auf der Linie der regel­rechten Uhrwertsachen sowie der klassischen Zinnsoldaten bewegte, hat heilte viel .veilere Gebiete sich nutzbar ge.nacht. Dasselbe gilt von den Sonneberger Puppen, die wohl 50 Jahre lang kau.n eine Aenderung erführe»», bis die Mode eines Etzarakterbabys für die schematisch vererbte Kunst unserer thüringischen und erzgebirgischen Hei'.narbeiter z».r Urndrehnug ihrer Ge»vo nheiten ward. Die ältesten Arbe.tsgc»vohl»heite»» haben sich seit jeher mit der Heim­arbeit erhalten, »>nd dar»..»» ist der Geschmack des de».tschen Kindes »venig geändert »vorden, »veil es iiicht »vle in» Ausla»»d durch die grohgewerbliche und gervinnhungrige Fabriktechnik beeuiflusrt »vi.rde.

*Trauet »v e i ß e Kleider!" Die argen Nöte, in die die Londoner durch die wegen der Zeppelin-Angriffe verordnen eingeschränkte Straßenbeleuchtung versetzt werden, die schon »nehr einer Strahenversinslerimg gleichtonnnl, nehmen kein Ende. Trotz aller »nehr oder weniger phamasiereiche»» Vorschläge uub Schutz- ,nabregeln n»ebren die abendlichen Strabenrmfälle sich in bedroh lieber We.se. Nun hat neuerdings ein infolge eines derartigen ttn- salles gegen einen Motoromnibns Fahrer angeürengler Prozeß den Anstob zum Versuch eines neuen Hilfs.niitelS gegeben. Der Fahrer, der eine Frau übeckahren hatte, erklärte, dab es ihm »vohl »nöglich gewesen ,väre. rechtzeitig ai.sz.nveichen, wenn die Frau imrd> weiße Kleider kenntlich gewesen wäre. Und er riet, dab jeder Fußgänger des Abends z»m»indest ein »veißes TasehetNirch oder ein unbedructtes Blatt Papier in der Hand sch.venken sollte. Der Ge»ichlshof er­kannte diese Verteidigung an »l»»d sprach de.» Fahrer srei. In» An- schlub an diesen Prozeß fordert mm die ^D a i l y M a i l" ihre Leser auf, sich in der allnächilich in Grobbritann.ens Hauptstadt herrsche.iden ägyptischen Finsternis durch inoglichst »veibe Kle»d»»ng kenritlich zu machen. Arif den elektrisch beleiichtcleu Schutz,nann »ollen nun also un ivlnterlichen Straßenbild Loirdons die Da.nen Sonnnerkleidern und die Herr-e»» in Tennisanzügen folgen.

Büchertisch.

Die Geschichte des V ö l k e r k r i e g e s. (Heraus- gegeben und verlegt von Hern». Schaffstein, Kol.» a. Rh.) Es ist natürlich nicht daran zu densen, daß schon heule eine eimvandsreie und alle Phasen des Geschehens erhellende Geschichte des Welt­krieges geschrieben »verden koiinte, aber den ungeheuren Stoff ge­sichtet. nm aller Frische lebe»»diger Eindrücke, namentlich einen» reichen, fesselnden Bildmaterial, gesammelt in einen» großen Buche vor sich liegen z»l haben, ist dem Zeilgenossen dennoch ein Be­dürfnis. Der vorliegende, stattliche »,nd gut a.isgestatlete 1. Bm.d des Schaffstein'scheu Werkes schildert die Geschehnisse bis znn» 19. Oktober 1914. Er »st in 44 volkstümliche Kapitel gegliedert und streut in die Erzählung der rnitttärischen und politischen Her­gänge manche willkonnnene Belehrungen allge.neiner Art, so a B. eine Beschreibung des heutigen russischen Reiches. Auch die wesent- lichen diplomatischen Aktenstücke solvie die denkwürdkgeri Parla- »nentstagiingen sind nicht vergeffen. Reben den anschanticheil Dar­stellungen der kriegerischen Vorgänge draußen sind besonders a»lch die Kapitel über die Mobilmachung »mseres Verkehrs-, Gewerbs- und Finanzivesens von groben» Interesse, und ii» den nächsten Bänden »v»rd zweifellos a»tch unfeveu Ernähr»lngssragen besonderes Ailgeninerk nno Studiiun gewidlnct fem. Der vorliegeiide Band ist mit einer guten Karte des westlichen Kriegsschauplatzes versehen, worin die Kriegsereigliisie eingezeichl»et sind.

B ü h,» e »l n d W e t t. Die von Wilhelm Kiefer heraus - gegebe.reB ü h »» e u r» b W e l t", Mol»atsfchrift für das deutsche Kniist- »Nid Geistesleben, brsilgt in ihren» Noveuiberhest folgende zeitgeiiiäbe Abliandlnngei» : Heinrich Vicrordt (Heinrich Lilieistem) Gerinnnisch^dichterifche MoiiNliientalkilnst (Paul Schulze- Berghosi Eniil Gott (Hermann Burte) Goethe »ind das Herrsche (Eberhard>»ig)Friedrich Hebbet »u»d se ne Draiuen" (Albert Malte Wagner) Was ist »ins Richard Wagner in dieser Zeit? (Univ.-Prof. Dr. H. Dinger) Vlax Schillings »Mona Lisa" (Otto Schabbel) - Dank (Friedrich Lien- hard) Preis des Heltes 60 Pig., Halbjahresbepig 3 50 Mk. Probehefte versendet kostenfrei der Verlag vollBühne rn»d Welt" G. nr. b. H-, Hambiirg 36.

Ludwig R i ch t e r - A b r e i ß k a l e n d e r 1916. Preis Mk. 1,5 ». - Verlag von Georg Wigand, Leipzig. - Zunr zweU^,-

Male eischeint dieser bilderreiche Kalender, der Liidivig Richters fäntidx? Kunst »n weite Volkskreise tragen will. ES n>ar ein glück­licher Gedanke, diesen idealen und durch und durch deutschen Meister aitf diese Weise der breiten Allgemeinheit wiederum nahe z». bringe»», und dab dieser Gedanke gefruchtet hat, bewies der im- geivöhnliche Erfolg der cvfien Vtusgabe. Die zweite ist noch ein- heiilicher als jene, und die Wahl der Bilder scheint »ms e.ne be­sonders glückliche zu sein, uub ebenso die beigegebenen, auS beiu Besten deutschen Schrifttums gewühlten dichterlscheil Beigaben. Der ganze Za.rber deS deutschen Fan.ilienlebens, des deutschen Waldes, des deutschen Frühlings spricht aus diesen Blättern, die iüema»»v> ol)ne stilles Behagen uub oft genug mit Entzücken betrachten wird.

Gießener Hansfrauen-Bereitt.

Wir werden in den nächsten Wochen jedem Küchenzettel einige Anweisilngen zu einfachem, gutem Gebäck beifügen.

Sonntag: Suppe non Knoche»». Wirsing mit Kartoffel»», Kalbsbraten und Krautsalat.

Montag: Suppe von übrig gebliebener Bratentunke, Reis mit Aepseln *). . '

Dienstag: Grauveusuppe *), Spümrpnd' iug mit Kartostz'l»».

Äk itt »oo ch: Gefülltes Weitzkrant *).

Donnerstag: Tomatensuppe, Butterkohl mit Kartoffel»» und Frankfurter Würstchen.

Freitag: Suppe Don Blumenkohl brühe, Fisch Pudding

Samstag: Gebackene Kartoffelspeise mit Apfelkompott.

Kochanweisungen (für 8-10 Personen).

Reis; mit Aepfeln: 1 Psimd Reis wird mit Wasser

(nicht Milch» meid) gekocht, ein Suppenteller voll geschälter Aepsel. Salz und Zucker nach Geschmack hinzu. In einer Form 1 Stuiche backen. Verfeinern kann man die Speise durch Zugabe von Korin­then und Vanillin.

S pi n a t p ud d iu g: 3 Pfund Spinat, Satzwasser. Gramm Butter, 1 Zwiebel. 4 Brötchen, 2 Eier, Mondamin. Ter in Salz Wasser weichgekochte Spinal tvird fein gehackt und mit der Nein­geschnittenen Zwiebel und der Butter durchgedämpst. JSatiu gibt man die eingeweichten Brötchen, Geiostrz, Eier, de.» Spiliat und etwas Mondamin hinzu. Ja» einer gut vorbereiteten Form 1 bis 2 Stunden kochen.

Gefülltes W e i st kr a u t Von einein großen, Kopf Weiß­kraut nimmt man die großen Blätter und belegt damit einen g».t mit Fett ausgestrichenen Topf. Einige Blätter behält mau als Decke zurück und den Rost hackt man sein, gibt ' i Pfund gehacktes Rindfleisch, 34 eingeweickte Brötchen. Satz, »venig Pfeffer. Muskat und etwas Ingwer hinzu, füllt die Masse in den mit Blättern ausgelegten Topf, bedeckt sie mit den zurückgelassenerc Blättern und ein »venig Butter nebst Salz uub Pfeffer, giesst noch ettvas Wasser an und stellt den Topf in den Bratosin. 1 bis Isis Stunde zugedeckt kochen.

Fisch Pudding: 2 Pfund Fisch, 2 Pfund gekochte, in Scheiben geschnittene Kartoffeln, 1 Pfund Blumenkohl. 40 Gram»i» Butter, 40 Gramm Mehl, Y< Liter Milch, »A Lider Bouillon (von Würfel gemacht^ Salz und Pfeffer. 1 Eßlöffel voll geriebenen Käse, Nachdem Fisch und Blumenkohl abgelocht sind, legt man den entgräteten Fisch aind die übrigen BestandteÜe lagenweise in eine Form, gibt eine Mehlsckiwitze darüber, bestreut die Speise mit Kpfe »mb läßt sie 2030 Minuten backen.

Apfel st riezrl- 125 Gramm Bickter, 2OO Gramn» Mehl, 50 Gramm Zucker und 1 Ei werden auf einem Brett gut geknetet. Ter Teig »vird in länglicher Form mesjerdick ausgerollt und mit klein geschnittenen Aepfeln, ffdosinen, Zucker. Zurrt bestreut. Mau schlagt die Längsseiten der Striezet übereinander rurd biegt sie an den Enden ebenso fest tzu. Bestreicht die Strüezel mit Ei und backt sie bei mäßiger Hitze V» v i Stunden.

Honigplätzchen, i Pfund Kunsthonig kocht man mit i, i Schoppen Milch. Wenn die Masse erkaltet ist, fügt man hinzu : 2 Teelöffel voll Zimt, ebensoviel Nelken, siir 5 Pfg. dlmmonium, für ly- Pfg. Potasche, für 10 Pfg. gemahlenen Anissamen. 2 Eier, i/v Pffind Zucker, y 4 Pfund gemahlene Ma»rdel»r und »mgefähr 2 V- Pfund Mehl. Ten Teig ausrollen, aus steck) en, mit Ei be^ streichen »ind gleich backe»».

*) Siehe Kocharuveisung. _

Rätsel.

Mit k bin ich der Erde Schoß entnommen.

Mit g werd' ich im Schlachwiehlws gewo»»r»en. (Auflösung iu nächster dtummerst

Auflösung des Magische,» Quadrats in voriger Nun»»ner:

K

D | D | A

D | A ) V | S

D

U

B | 8

A | S

8 E

Schristleitung: A»,a. Goetz. - Rotatio»»Sdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls-Buch- und Steiridriickerei. R. Longe, Gießen