Vermischter.

'NotstandSarbetten i nFran - öfif ch-L o t h r i n g en. Wie unsere Regierung in Ostpreußen, so hat es sich auch die fran­zösische Regierung angelegen sein lassen, die Wunden, die der Krieg dein sch>r>er heimgesuchten Französisch-Lothrtngen geschlagen hat, nach Möglichkeit zu heilen. Sie hat vor altem die ackerbauende Bevölkerung unterstützt und an die uotleibeubea Weinbauern 9361 Kilo Knpsersulsat, 3290 Kilograrnm Natriumcarbonat und 964 Kg. Schwele! verteilen lassen. Ten Bauern sind 35 Pflüg«, 26 Eggen, 2 Walzeil und 22Ü Pierde überlassen worden. An Saaten wurden 67 500 Kg. Frühgetreide, 200 600 Kg. Hafer, 62 400 Kg. Gerste, 8 784 Kg. Klee, 4 659 Kg. Luzerne, 855 650 Kg. Kartoffeln, 11177 Kg. Zuckerrüben, 256 376 Kg. freu und 209 775 Kg. Futter- Haler verteilt. Da eS au Arbeitskräften fehlte, hat die Militär- Verwaltung zur Einbringung der Ernte Soldaten und Pierde ge­stellt, und auf diefe Weise ist es gelungen, die Felderiräguiffe einzubringen- Heu geerntet umröe bis in die Porpostenlinie hinein, da sich dazu Freiwillige fanden. Dauernd mangelt es nur an Pferden, ein Uebelftand. der durch Eiuiührung . von Ochsen ab- gestellt werden soll. Für die Flüchtlinge aus den besetzten Teilen des Meurthe- und Moseldepartements wird vorzugsweise tu Nancy gesorgt - von den 25 044 Personen, die ihr Heim verlassen mußten, erhalten 14 007 eine Unterstützung und 2987 sind m zwei Nancyer Kasernen untergebracht worden, wo sie oud) verpflegt werden. Für die Kinder der Flüchtigen sind in der Molitorkaserne elf Klassen, in der Tronot-Kaserne sieben Klaffen eingerichtet worden; die Kinder zwischen 13 und 17 Jahren erhalten Ergänzungsunterricht, 47 sind als Lehrlinge in die städtischen Werkstätten eingereiht worden, einige besuchen die Landww:schastsschnle in Tomblaine. Die Mädchen werden in einer franshaltungsschnle ausgebildet, während die Frauen Heimarbeit gefunden haben oder in den in beiden Kasernen errichteten Werkstätten tätig sind.

* A e p f e l e r u l e u »: d A e v s e l w e i >: in Frankreich. Das französische Nationalgeträiik ist der Wein: unter allen Völkern der Erde ist der Fraiizose als der stärkste Weintrinker bekannt. Neben dem Wein spielt aber auch der Apfelwein oder Zider als Bolksgetränk eine ivichtige Nolle. Ter Anban des ApfelbatiitteS erreicht in Frankreich feinen größten Umfang in den Küsten­landschaften deS NordwestenS. wo die Rebe nicht mehr gedeiht, in der Bretagne, der Maine, der Normandie und Picardie. Allein im Departement der unteren Seine beläuft sich die Ernte an Aepseln und Birnen im Mittel auf 4 Millionen Hektoliter im Jahr. Je nach dem Ausfall der Obsternte tveist die französische Apfelwein erzeugung in den einzelnen Jahren ganz bedeutende Schwankungen aus. Im Jahre 1907 wurden nur 3 360 000 Hektoliter, tm Jahre 1904 aber fast 41 'Millionen Hektoliter, also mehr als der zwölffacbe Betrag im Durchschnitt der fünf Jahre 190312 etiva 16,4 Millionen Hektoliter Zider erzeugt. Der Jahreswert der französischen Zidersabrikaiion beträgt 100 bis 20) Millionen Franken. Auf den Kops der Bevölkerung berechnet, ergibt sich ein Jahres- ^verbcaud) von reichlich 40 Liter Apfelwein. Die Stellung, die in j$Xanfreicf) der Apfelwein neben den anderen alkoholischen Ge- tranken einnimmt, läßt der folgende Vergleich erkennen: Der

_Jahresverbrauch des Franzosen an Wein beläuft sich auf etwa

140 Liter, an Bier auf 31 Liter, an Branntwein aus 6 Liter. Wesentlich anders geartet isi der Bedarf des deutschen Volkes an berauschenden Getränken. Weitaus an erster Stelle steht bei uns das Bier mit zienilich genau 100 Liter für den Kopf und das Jahr! dagegen stellt sich unser Jahresverbrauch an Wein noch tlicht auf 5 Liter, an Branntwein auf rund 3 Liter.

A il ch eine K r i e g s l ü g e. Die Kunde von der glück­lichen Rückkehr Prof. Erland Nordenskjölds aus der un­erforschten frylaea Südamerikas ist schon länger bestätigt worden. Aber über dem Schicksal seiner umfangreichen Sammlungen, die vor allen: das Gebiet der primitiveil Jiidianerknltilr umfaßten, blieb eln geheimnisvolles Dunkel. Sie waren zu gutem Teil gleich nach Ausbruch des Krieges ve:ffch wunden. Nordeiiskjöld halte sie den Amazonenstrom hinabgesandt und es hieß später, sie wären mit dem von der .Karlsruhe* versenkten Dampfer r £a France* rmtergegangen. Indessen zeigt sid) jetzt, wie die .Deutiche Rund­schau für Geographie- mittelle,: kann, daß 4>ie wissenschaftlich so wertvollen völkerkundlichen Schätze überhaupt nicht an Bord irgend eines Schiffes gelangt sind, sondern unbeachtet in einem Güter­schuppen in Porto Be!ho am Rio Madie, einem Nebenfluß des Amazonenstroms, ihrem langsamen Verderben entaegenschlnmmerten bis >,e noch rechtzeitig' durch Zufall entdeckt wurden. Cie sind nunmehr in Gotenburg eingetroffen, ,vo sie dem Museum ein- verleibt werde»!. Ein großer Teil der Sammlungen liegt übrigens noch in Bolivia, wo sie Bros, Nordenjkjold selbst einem deutschen Handelshause zur Aufbewahrung übergeben hat. Die Erzählung von der Versenkung der kostbaren Sammlunqen bnrcf) den deutschen S.renaev war eben wieder eine Kriegslüge unserer Feinde, die bei den Neutralen Eindruck ,nachen sollte.

' / russische Fleischexpedition in die M o n -

0 o l e i. Tie schwten e Frage der Fletichveisorgnng in Rußland to., neuerdings, wie die .Rjetsch* mitteilt, durch eine Expedition m ie Mongolei einer Lösung entgegengefnhrt werden. An der ^-plye der Expedition, die im Austrage der Regierung unternommen

^srd, steht Hauptmann P. K. Kosloiv, der als guter Kenner mon­golischer Verhältnisse gilt. Die Expedition »»ahm einen längeren Aufenthalt zuerst in Irkutsk, wo mit Sachverständigen und einer mongolischen Abordnung Beratungen abgehalten »vurden. Aus denselben ergab sich die Tatsache, daß 75 000 000 Stück Kleinvieh Mid 15 000 000 Stück Hornviehznm Ankauf in der Mongole: vorhanden seien. Durch Maffenauflräge an die mongolischen Viehhändler soll n"" &er drohenden Fleischkrisis in Rußland vorgebeugt werden. Wie groß d^e BefürchtiUigen in dieser Rid)tii»ig sein niüssen, be­izeiten die energisdien Maßnahmen, die die russische Regierung zur Verwirklichung dieses Planes vorgesehen hat. Als DlspositionS- pnnkt für die Durchführung der Massenaiisträge ist die Stadt Urga gewählt. Von dort ans werde»: die Te»l»iehnier der Expedition die Richtlinie»: bcfomnten, nach weldie,: Gegenden der Mongolei sie sich zu begeben haben. Mit Kommissionären und Biehindnstriellen lolleil bestimnite Verträge abgeschlossen werden :md die Ankäufe a:if allen Jahrmärkte»: der Mongolei erfolge»:. Die Verkäufer sind verpflichtet, direkt an die Expedition das Vieh abz»»geben, damit jeder Zwischenhandel und jede künstliche Preissteigerung, rvie sie sonst in der Mongolei häufig eintritk, a»»sgesd)altet »verde. Mitte Dezember soll diese Fleischkamvagne ihre»: Abschluß finden. Gleich­zeitig ist das russische .Mtnisteriun: für Haiidcl und Industrie eifrig bestrebt, z»i verhindern, daß die enormen Erträge für das Vieh in die Hände der Chinesen stieße»:, die jetzt die Mongolei: mit allen Bedarfsartikeln zu versorge,: bemüht sind. Zu diesen: Zwecke »verden die russischen Fabrikanten ermuntert, ihre Erzeugnisse, namentlid) Stoffe, soivett sie vorrätig oder rasch herstellbar sind, nach de»: mongolische»: Märkten zu exportieren.

Der e >: g l i s ch e P i a »: o h a n d e l und d e r K r i e g. Alle musikalische»: Kreise in England werden natürlich von dem Kriege mehr oder weniger schiver betroffen; eine Ausnahme bilden jedoch die Ptanohändlcr in denjenigen Städten, wo sid) MunitionS- ober andere Kriegswerkstätten besi»:den. Soiveit diese Geschäfte früher Pianos absetzten, geschah dies in: allgemeinen nach den: be­kannten Abzahlungssysteme. Jetzt trete»: die Kunde»:, die Pianos zu erwerbe» wünschen, l e: ihnen mit »vohlge'pickten Börse»: an und zahlen die Preise gleich bar. Gewünscht »verden natürlich vor allen: fteinc Instrumente und das ist in: Sin»:e der J»:tereffen dieser Kaufleute eben das Leiden. Denn der Vorrat daran ist nicht groß und die Herstellung von Pianos kleinen Maßes ist gegen- »vältia infolge d.s Krieges in England sehr beschränkt. Die Folge ist, daß die Piai:ohä»:dlec eifrig im La»:de herumreisen und sich überall cinsinde»:, wo etiva kleinere Instrumente versteigert werden. Besonders frühere Pensionsinhaber sehen sid) dazu häufig genötigt, »veil die Fremden jetzt natürlich ganz ausbliebe»:. Man sieht, eS gilt auch hier d»e alte Volksweisheit: was den: einen sin Uhl, ist den: andern sin Nachtigall.

Büchertisch.

Deutsche Heerführer in großer Zeit, von Walther Stein (Her.nani: MontanuS. Verlagsbuchhandlung, Siegen und Leipzig. Jeder Band 2 Mk.). Erster Dreißig-ausend- Truck. Verleger und Herausgeber haben mit diesem Bande einen g»»ten Griff geta,:. In einer knappe»: Einleitung gibt der Verfasser en: warm empfundenes Lebensbild, vielfach nach wertvollen M»t- teilunqei: der beteiligten Kreise unserer Feldherren, »nährend et,va 200 Bilder, die zun: überiviegenden Teil ans Familienbesitz zur Verfügung gestellt »vurden, die einzelnen Lebensstnfen vor Augen führen Diese Bilder, technisd) aufs vollkommenste »viedergegeben, zeigen unseren großen frindenburg, Mackensen, Heeringen undKluck, Bülow und Einen:, Marwitz und Francois, Eminich, Beseler und wie sie alle heißen, als Knaben, Gymnasiasten und Kadetten, in der anssteigenden Linie des jungen Offiziers als Leutnant, Haupt- ma»:n, Major, als Divisionär, kommandierender General. Armee­inspektor oder Minister ans den: Manöver,elde, bei Begegnung mit Seiner Majestät und in der großen Aufgabe der Gegenivart. Tie Kunstbeilage zeigt den General v. Beseler, dessen Verdienst die Neu­gestaltung unserer .Genietruppen i i und der mit der Einnahme von 'Antwerpen Ingenieur, Mathematiker und General i>: idealer Weise vereinigte. --

Causchrätse!.

Bach Eickel Bäte Feder Ost Bad

Jahn Hase Wand.

Die Anfangsbuchstaben vorstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart z»l vertausche»:, das; man ebenso viele neue Wörter erhält, deren AiHangsbnchstaben den Titel eines Schillerschen TramaS ergeben. (Auflösung in nächster Nuinmer.),

Auslösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer:

8 8 8

8 o 8 c 8 c

c

h

1 i i f 6 b b

n g

e u

e n

g n n

Schriltleitung

^a. Goetz. - Rotationsdruck und-Verlag der Brühl'schen Utüversitäls-Buch. und Steindruckerei.

R. Lenge, Gießen