Soen hedin.
Au feinem 50. Geburtstage, 19. Februar.
Wenn Sven Hedin anr 19. Februar seinen 50. Geburtstag begeht, dann darf und will unter denen, die ihn zu diesem Tage beglückwünschen, das deutsche Volk nicht fehlen. Es grüßt in ihm nicht allein einen der kühnsten und erfolgreichsten geographischen. Entdecker unserer Zeit, sondern auch den aulrechten Mann, der sich in der Stunde der Mt nicht um Vorteiles 'willen, sondern aus freier politischer und sittlicher Ueberzcugung als Freund der deutschen Sache bekannt und öffentlich als solcher bewahrt hat. Zu Stockhol in geboren und erzogen, übernahm Sven Hedm nach Vollendung des Schulbesuches eine Stelle als Erzieher schwedischer Kinder in der kaukasisck-en Stadt Baku, und schon dort begann er seine Wanderungen, die ihn, obgleich ihm nur die bescheidensten Mittel zur Verfügung standen, bis tief nach Iran und Mesopotamien hineinführten. Ziel und Ideal standen dieser energischen und unternehmungslustigen Persönlichkeit schon von Jugend auf fest: ihn lockten die unerforschten Gegenden des Tarimbeckens und Tibets, deren Bereisung er sich zur Aufgabe setzte. Nachdem er jn Stockholm und Upsala seine Universitätsstudien gemacht hatte, erhielt er seine letzte Schulung als Geograph und Forschungsreisender in jenen berühmten Uebnngen, die Richthofen an der Berliner Universität abhielt. Eine vortreffliclse Einführung in seine künftigen Aufgaben bot ihm die Reise iiach Persien, an der er 1890 als Sekretär der schwedischen Gesandtschaft König Os- karS II. teilnchmen konnte. Bei dieser Gelegenheit führte er eine Besteigung des gewaltigen Elburs-KegelS Dcnunveno ans, besten geographische Schilderung er später zum Gegenstand seiner Doktor- dissertatwn machte. Es war am 16. Oktober 1893, als er zu seiner ersten großen Forschungsreise ins iinbekannte Asieii von Stockholm ausvrach. Dieser ersten Unternehmung find dann in den Jahren 1999 und 1905 zwei weitere Expeditionen gefolgt. Mit jeder neuen Reise steigerte sich Hedins Ruf. Die Akademien und geographischen Gesellschaften der ganzen gesitteten Welt zeichneten ihn durch Ehrungen aus, und König Oskar von Schweden verlieh ihm im Jahre 1902 den 2ldel. Als er im Februar 1909 von seiner dritten grostcn Fahrt nach Stockholm znrückkehrte, wurde er von seinen Mitbürgern wie ein Sieger empfangen. Alle Schiffe prangten im Ftaggenschinuck, intb eine unübersehbare Menschenmenge hieß Hedin aus schwedischem .Heimatsboden will- ko minen.
Die Expeditionen Hedins gehören zu den kühnsten Unternehmungen dieser Art, die die Geschichte der Entdeckungsreisen kennt. Jn seinen bekannten Reiscwerren, deren deutsche Ausgaben regelmäßig bei F. Wj. Brockhcnrs in Leipzig erschienen sind, hat er sich als ein meisterlicher Schilderer seiner eigenen Erlebnisse erwiesen. Unter den zahlreichen dramatischen Episoden seiner Reisen ist die berühmteste wohl die Katastrophe, die seine Expedition im Mai .1895 in der Nähe des Chotan-darja erreichte, als sie von einem Wüsten sturme überrascht und durch Wassermangel in die äußerste Not gebracht wurde. Damals gingen bis auf drei Teilnehmer alle Mitglieder der Gesellschaft und alle ihre Kamele zugrunde: Hedin selbst vermochte nur mit dem letzten Aufgebot seiner Levensenergie soweit zu wandern, bis er sich endlich an einem Tümpel mit herrlichem kaltem Wasser fand und damit gerettet roar. Wenn Hedin der fast unermeßlichen Schwierigkeiten, miit denen er auf seinen Reisen zu kämpfen gehabt hat, immer Herr zu lver- den vermocht hat, so hat das seinen Gruud darin, daß er als ein svahrcr Meister des Reifens sich erwiesen hat. Zugleich entschlossen und geduldig, wissenschaftlich denkend und praktisch handelnd, verstand er sich den Umständen vorzüglich anznpasscn. Dazu ist er sprachkundig und hat die Gabe, mit den Eingeborenen nmzugehen. Für sie hat er ebenso wie für die Tiere, deren er sich bedient, ein warmes und aufrichtiges Mitgefühl. Von den wissenschaftlichen Ergebnissen seiner Reuen hat in einer 1911 bei I. P. Bachem in Köln erschienenen Irefslichen Schrift über Sven Hedins Anteil an der Erforschung Zentralasiens Max Rieger eine gute Uebersicht gegeben. Hier sei nur daran erinnert, daß das berühmte Lop nöa> Problem durch ihn die interessante Lösung gefunden hat. das; er den Lop-nor als wandernden See erwies. Im Jahre 1907 hatte er die Genugtuung, die Hairptgnelle des gewaltigen, sagenhaften Brahmaputra zu entdecken: weniae Monate später stand er auch als der erste Weiße an der Quelle des Indus. Uralte Probleme sind so durch den kühnen schwedischen Reisenden der Lösung zngeführt worden. ^
Was aber Sven Hedkn seinem Reisen noch besonders verdankt, dar? sind tiefe Einblicke in die weltpolitischen Probleme, die in »entralasien, wo die Interessensphären großer Mächte sich so nah begegnen, besonders rein hervortrcten. Und Hedin war nicht der Mann, sich solchen Problemen gegenüber gleichgültig zu verhalten. Die politische Zukunst der Welt, Europas, des Germanentums und seines über alles geliebten schwedischen Vaterlandes, hat ihn je länger, desto intensiver beschäftigt. Schon sein Reisewerk „Int .Herzen von Asien" beschloß er mit einem warmen üatccläiibijcljcn Appell an seine Lands ge nossen. Als dann die Verteidignngssrage das sclpvedische Volk im Innersten aufrührte, erhob er jenen „War- nungsrus" cm sein Volk, worin er ans die drohende russische Gefahr hinwles. Daß er damals von russischer Seite als der „Diener
dessen, der zahlt", als ein von Deutschland Erkaufter denunziert tvurde, hat ihn in .Haltung und Ueberzengung nicht irre nrachen können: und als nun der große Weltkrieg ausbrnch, da war es ihm keinen Augenblick zweifelhaft, in welchem Lager Recht und Zukunft zu suchen seien. Sein prächtiges, jetzt so lviel besprochenes! Blich „Ein Volk in Waffen", das gerade vei Brockhaus erschienen ist, zeigt, daß Heddffr mit vollem Herzen an unserem Kampf, an unserem Siege teilnimmt. Dieser Mann, der stolz darauf ist, der Sohn eines Heldeirvolkes zu sein, hat Sinn und Verständnis für einen .Heldenkampf: dieser Mann, der russische utib englische Weltpolitik an der Quelle kennen gelernt hat, weist, wofür Deutsckstand sicht. Wir aber werden ihm seine Mannhaftigkeit und Treue nie und nimmer vergessen. „So wohl tut nicht der Sonne Blick im Lenz, wie Freundes .Angesicht in solcher Stunde."
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend erwünscht.) '
Spinat-Suppe. Haserflocken werden in Wasser gekocht, lvenn sie halbweich sind, tut man einige Tomaten hinein, bis beides ganz weich ist, dann kommt sein gewiegter Spinat dazu und rocht noch 10 Minuten mit. Dann rührt man die Sirppe durch, gibt ein gutes Stück Butter, roh« geriebene Zwiebel und süßen Rahn: dazu. Statt der Tomaten kanit man auch gleichzeitig mit dem Spinat Tomatenpüree daran tun. Das ist eine sehr sättigende, aber keine so billig« Suppe.
Fast alle die vorstehenden Srtppen haben den Vorzug, daß sie ungemein nahrhaft und sättigend sind und im Notfall ein weiteres Zcogericht überflüssig machen.
M i l ch k a r t o s s e l n mit Schinken. 3 Pfd. Kar- tofseln. Wasser und Salz zum Kochen, 3 Eßlöffel Fett, 2 Eßlöffel Mehl, 80 Gramm Schinkenlvürfel oder Speck, 1 kleine Zwiebel, ty 4 Eiter Milch, Liter Fleischsuppe, Salz. Die ge- waschenen Kartoffeln werden in der Schale gekocht, geschält, in Scheiben geschnitten. Man läßt im Fett die Schmken- ivürfel glasig werden, dünstet dann die Zwiebel und dann das Mehl, bis es hellgelb ist. Die Einbrenne wird ausgesüllt. die Sauce gesalzen (Vorsicht, weil Speck auch gesalzen ist) und dann eine halbe Stunde eingekocht. Sie wird geseiht unL mit den Kartosfelscheiben gemischt. Man kann das Gemüse in einer Form überbacken, dann läßt man die Speckstückchen drinnen, bestreut das eumefüllte Gemüse mit Semmelbröseln und pflückt kleine Butterstückchen ans, Backzeit eine halbe Stunde: nötig ist dies jedoch nicht.
Die Kartoffeln sind in diesem Jahre als Lebensmittel wichtiger als je zuvor. Es ist häufig darauf hingewiesen, daß man die Kartoffel besser in der Schale kochen sollte, damit nicht hu viel Msall entsteht, noch Nährwert verloren geht. Pellkartoffeln kann man natürlich ebensogut wie Salzkartosfeln zu jedem Gemüse und zu jedem Flersch essen. Aber auch an und sür sich lassen sich mit Pellkartoffeln die verschiedensten Abwechselungen Herstellen. ,
Silbenratfel.
a, an, bon, cli, cot, d, der, ge, 1er, nar, ue, neun, o, o, o, on, ra, ri, ton, ter, yir, w.
AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter ebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die AnfangS- uchftaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines bekannten Malers ergeben. ES bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Einen Raubvogel.
2. Wohlschmeckenden Fisch.
3. Erzeugnisse des Kunstgewerbes.
4. Deutschen Strom.
b. Stadt in Frankreich.
6. Berühmten Anatomen.
7. Ein Sternbild.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Aufgabe in vorigeir NttvMkkt Weiß. Schwarz.
1) Ddft-dl. L h 1— g 2.
2) K e 1 - d 2. Beliebig
8) D gibt Matt.
Schristleitung: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttä'lS-Bnch' und Steindruckeres, N. Lange, Gießen.


