Ausgabe 
15.2.1915
 
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solch ein Unterseebootzum /schütze gegen Seeräuber, Stürme, Eismassen und beim Seekrieg" ^bren nmrde Er malt lch sebr anschaulich aus. wie der Bender solch unsichtbarer Schiffe jeder andern Seemacht überlegen fern müsse. und da er ein pyan- tasievoller Mann war. geht .er noch werter und sagt vorau», man ivcrde noch einmal so wett kommen, das; Menschen beständig unter Wasser (eben könnten und nicht nur für eine kurze Mette untertauchen, sondern Jahre und ihr ganzes Leben aus dem Meeresgründe verbringen könnten. .

Der kühne Oiedanke des englrschen Biselwfs ruhte ,edoch ctu Jahrhundert, und erst um 1750 machten die Versuche, ein Untersee boot zu bauen, mehr von sich reden. Ein unerschrockener: Märtyrer seiner Idee war John Day, ein anner, wissenschaftlich nicht gebildeter Mann, der 1774 mit seiner Schaluppe von 50 Tonnen, in der sich eine luftdichte Kammer befand, bei Plymouth ins Meer tauchte. Er glaubte sich seines Erfolges so sicher, dast er alle Vorsichtsmastregeln ablchnte und nur eine Hängematte, eine Uhr. eine Wachskerze, eine Flasche mit Wasser und cm paar Bis- fiiit* mitnahm, weil er einen ganzen Tag unten bleiben wollte. Doch er kam niemals inieder, und die Menschenmenge, die ängst­lich auf sein Wiedercrscheinen harrte, muhte schlicstlich ihr Warten aufgeben. Mehr Glück hatte der Amerikaner Bushnell aus Con­necticut, der sich mit seinem Boot einige Zeit unter Wasser hielt. Die Anlerikaiier gingen dann auch sofort daran, diese Erfindung in ihren, Seekrieg mit den Engländern auszunupen, und schon vor dem Angriff auf denRamillieS" 1812 wurden drei Versuche der Art von den Amerikanern unternommen. Die Unterseeboote kamen jedesmal mit dem Boden der Kriegsschiffe in Berührung, doch gelang cs ihnen nie, die Explosivstoffe wirksam anzubrmgen. 1797 entwarf der berühmte Schöpfer der Dampsschiffahrt. der Amerikaner Robert Fulton, ein Unterseeboot, dessen Bau Na­poleon unterstützte, weil er darin ein wertvolles Mittel zum Kampf gegen die Engländer ahnte. DiesTauchboot" tt'ultons, das den NamenNautilus" führte, unternahni 1801 aus der Seine Probefahrten: cs hielt sich in einer Tiefe von 22 Fust eine Stunde unter Wasser und bewies seine Fähigkeiten zum Angriff, indem cs im August 1801 bei Brest einen alten Schoner durch cm Torpedo in die Luft sprengte Greifbare Kriegsersolge wurden freilich auch mit Fultons Schiff nicht erreicht, und zur wirft amen Kriegswaffe ist das Unterseeboot erst ein Jahrhundert später ge­worben. Die incrkwürdige Idee einer Verbindung von Untersee boot mit Luftschiff hat übrigens der berühmte Erfinder Charles Babbaac 1840 ausgesprochen, der hiereine ideale Mischung wm Fisch und Vogel" liefern wollte.

48b Tonnen und ruht auf nicht weniger als 14 Achsen. Jl^e Bau- ent weicht, wie wir den, .Prometheus- entnehmen, iitfoferu von der der üblichen Lokomotiven ab, als sie drei getrennte Dampf- Maschinen aulweist, von denen zivei unter dein Lokomotiokestel an­gebracht sind, während die dritte unter dein Tender liegt. Da­durch wird daS recht beträchtliche Gewicht des Tenders, der auster 4k> Kbm. Wasser noch 10 Tonnen Kohlen lastt, auch für die Zug- Wirkung de§ Ganzen nutzbar gemacht. Die initiiere Maschine ist die Hochdruckmaschine, während die beiden anderen als Niederdruck- liiaschlneii aittgebildel sind. Tie Zylinder besitzen alle deii gleichen Durchinesser von 900 Millimeter uiid de», gle>chc>i Htlb von 700 Vkilli- Nieter und sind auch in den übrigen Groben- und Kuppelungs­verhältnissen durchaiiS gleichmästig onsgebildet. Der in dem mäch­tigen Kessel von 700 Quadratmeter Heizfläche erzeugte Dampf wird »roch besonders überhitzt und mit einer Spannung von elf Atmosphären dem inkttleren Zylinderpaar der Hochdruckmaschtne ziigelührt. Ter aus den, rechten Hochdruckzylinder austretende Dampf wird dann dein vorderen Niederdruckzylitiderpaar zugcieitet, während der aus de»i, änderet, Hochdruckzylinder der hinteren Niederdruck«, aschine -»«geht. Diese Tailip'ziiiühruugsrohre besitzen natürlich Gelenke, denn eine starre Verbindung so weit auseinander- liegender Teile würde beim Turchlabren von Kurven zit Brüchen führen. Der Abdampf der vorderen Maschine >vird, ,vie astgemein üblich, in den Schornstein geleitet und dient zur VerslärkiNig des Zuges während der Abdampf der Tendermaschine durch die Rohre des 'Wasserbehälters läuft und daS Spetfewasser vorivarmt. Die geivaltige Dtnschiiie besitzt eine Zugkraft voi, 80 Tonneil.

Die Küche im Kriege.

(Nachdrlick dringend erwünscht.)

Hafermehls u p p e. 90 Gramm Hafermehl, 20Gramm Fetft Suppengemüse, Salz, 1 Vs Liter Wasser. Das Gemüse wird in dem Wasser ausgekocht, dann wird die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen und das in etwas kaltem Wasser angerührte Hafermehl unter Rühren dazugegeben. Die Suppe nnrß eine halbe Stunde kochen.

Petersilie-Kartoffeln: Man läßt sein gehackte Zwiebel in B,rtter gelblich schwitzen, tut fein gehackte Peter­silie dazu, rührt etwas Mehl mit warmem Wasser daran, so daß man eine dünnsänlige Tunke erhält, in welcher man nun die in Scheiben geschnitteiicn Kartoffeln tüchtig um­schüttelt. _

verniNebt(A.

Eine Klassikerin bc-5Sdimofcvä". Tee Tod der enali'chen Roinonschriltstellerin Mary Elisabeth Braddon wird auch bei uns manchem älteren Bücherleser die Erinnerung an rmterhaltkame Stunden zurückrillen, de>,n dieseenglische Marlitt" hat vor einem Dierteljnhrhundert anctj bei uns erneu groben eser- kreis gehabt, und selbst Moltke gestand, dast mau sich mit einem Buche von ihr recht gut die Zelt vertreiben könne. Ter Literar­historiker, der sich in einer späteren Zeit einen Degrifs von der Unterbaltungßliteratnr der Zeit der Königin Viktoria, von dein berühmtenenglischen Dreibäuder', der den Lesehlmger der ganzen Well stillte, wird machen wollen, mutz zll den Romanen der Braddon greise,^ etwa zu .Ladn Audley's secret", mit dem sie ihren Ruhm begründete. Auch im deutschen Schrifttum hat ihre Technik, die um irgerid ein spannendes Geheimnis breite Familien- szeiien gruppierte, deutliche Spuren hiiiterlassen, und eine ganze Schar von deutschenBlaustrümpfen", von der Heimburg bis mr Eschstruth. ist ans ihren Spuren geivandelt. 75 Jahre ist die schreib­lustige Dame alt geworden und 75 grobe Romane hat sie verfaßt, alle mehrbändig, ei»ie statiliche Leistuna, in der eine Menge Er­findungskraft mid viel Fleiß steckt. Dast sie schnell hintereinander schrieb und nicht viel Zeit zum Feilen hatte, sieht man nuS der nachlässigen Art, mit der die Sprache behandelt ist. nur im Dialog ivird ihr Bnchdeutsch recht lebendig. Cie war die Tochter eines Loildoncr Rechtsanwalts und heiratete ihren erstell Verleger. Mit englischen Veihältuissen imibte sie aut Bescheid; freilich war cs daS England um die Milte des vorigen Jahrhunderts, das sie bis in die neueste Zeit darstellte, ein gemütlicheres, idyllischeres und humorvolleres Land als daS heutigeEmpire". AIS sie iljrcn eiften Versuch, den RomanDer Schwanz der Schlange-, mit zwanzig Jahren zu einen, Drucker in Porkshire brachte, bot ihr der als Honorar 800 Mark imb gab dann schliestlich 410 Alk. Bald aber fand sie den richtigen Ton, und als sie den Verleger John Maxwell heiratete, fetzte das Ehepaar Millionen von Exemplaren ihrer Bücher um und verdiente Millionen. Ihre ersten Bücher, die Auxpra Floyd" undHenry Dnnbar", sind a»lch ihre besten ge- blieben und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

* Die gröstie Güterz,ialoko,notive der Welt. Die gröstte zur Zeit in Betrieb befindliche Gülerziiglokoilioltve dürste die vo>, de>, Baldivti>-Loko»uotivlverken für die amerikanische Erie-Olsenbahi, gelieferte Lokonioltve sein, die für die Beförderuilg langer Güterzuge aus lesonderS steil ansteigenden Strecken ver­wendet wird. Sie besitzt mit dem Tender ein Gesamtgewicht von

vüchertisch.

Eulen bürg, Pros. Dr. F., DaS Geld im Kriege ,l n d Deutschlands f i n a n z t c l l e Rüstung. PrelS 75 Pfg. Leipzig, Verlag von K. F. Koehler. Tiefe Abhandlung des bekannten Gelehrten ist eil, erweiterter Vortrag, der in all- gemeinverständlicher Fassung die Berechnungen über die Kosten des Krieges auf wissenschastlicher Basis aufffelU. Auf ein reich- halliacS statistisches Material filstend. ist dies- exakte Berechnung der Kosten deS Krieges tuv aste Beteiligten, die genaue Beurteilung der finanziellen Rüstung der Kriegführenden, eine Untersuchung deS Wirtschaftslebens auf feinen Zustand und leine Entwicklung, eine sorgfmn begründete Prognose der kriegswirtschaftlichen Zukunft.

Schach-Aufgabe.

Scknvarz.

Meist setzt mit den, dritten Zuge Matt. Auslösung in nächster Nummer.

.Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Serben, sterben, Erben.

Schristleitimg: Ang. Goetz. - RotationSdriick und Verlag der Vrühl'schen UniversitälS-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießen.