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Erstes vlatt

*68. Jahrgang

Samstag, 28. Dezember W

Ter ttitfttxcr Anzeiger erscheint täglich, außer k-oimtogS. - ^'eiionen: ♦Ic^cn^^aiuilkK&lotter; ftie sfclc»

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Univ.-Ynch- u. Sttinömämi R. kasge. 8christlelt«i>g. Seschästtft-Ile u.vru<1er«i- Schiilstr. r. umtinti in G,-«-n.

-Anzeiger für

Aerzllicher Notruf

zum Ende des Jahres 1918.

Von Pkvoi'. Dr. Sommer, Geh. Medizin alrat in Gießen.

SBer als Arzt und Psychologe das Geschehen in der Gegenwart verfolgt, dem drängt sich immer mehr scher'die gegenwärtige Not kst aus die Befürchtung ans, das; das deusick)>e' Volk infolge dar furchtbaren wirtsä>aftlichcn Bedingung«: des Wafsenstillidandes emer schlvenm Erschütterung seines Nervenshstems ausgesetzt ist. Als Nervenarzt habe ich während des Krieges vielfach Scöcimgen qkesehen, die durch Erschöpfung zustande kommen, wozu sich daun bestiintnte Vor stel l nng s ko m p l ex e gesel ten, die mit dein Krieg Zusammenhängen. In der klinischen Sprache kann weit dies als Mischtypus von neurast henis ch e n nach p s Y - >ch o g e n cn Störunge, bezeichnen. Tic allg«neiue Erschöp'nng und Aushungerung, von denen man besonders als Arzt ein«: klaren Begriff bekommt, bilden die Grundlage für pftzchische Ersck«nnngen kranklxi wr Art, und es ist zu fürchten, dag diese Krankheitsformen, die wir bislfer schem in betracht!ichenr Grade beoliachtet iabm. epi­demisch werden, wenn nicht unser Politisches und wirtschast'iclies Leben endlich in geordnete Bahnen kommt. Die Waffenstillstands- dediuguugen vcrursackfeu eine Mißerordentlich ti-efgreifende Störung unseres ganzen Wirtschaftslebens. Tie drol.iende vxitere Einschaän- knng oder Aushebung des Personenverkehrs kommt zu der Störung des Warentranspories, besimders der Sohlen. Jnolge der fort­schreitenden Demobilisierung iverden andauemd Arbeitskräfte frei, die bei der S"ocknng des Verkehrs nicht verwendet weroeu können tzmd in erlfeblichen: Grade die Zahl der Arbeitslosen vermewen.. Wenn die Entente diese trnrsi Haft sichen Bedingungen des Was en- stillstandes aufrecht hält und, wie es geschieht, den Verkehr zwis- eu Herr links- und reckst srheinischen deutschen^ Gebieten weiter v.r- hindert. wenn sie weiter duldet, daß im Osten und Südo ten das deutsche Volk von Polen und Tscheckrea als recht-und nurchtlos be­sudelt loird, so daß eine weitere Störung der wirtschaftlichen Ac- beit erfolgt, so ladet sie auch vom ärztlick-en Standpunkt eine furcht­bare Verantwortung ans sich. Bei dieser Sachlage fühle ich mich als Arzt verp lichtet, ausznsprechen, das; durch dieses Verfahren ,as ans- igehnngerte deutsche Volk immer mehr in eine n e r v ö s e Ai a i ;en- krankheit lnn ein getrieben ivird, die sich nach meiner Uebe.zeu- yauig in zwei Jormen, nämlich 1. als n e r v ö s e De P r e s s i o n ^ 2. als politischer Wahnsinn von a na r chi st i s che in! Charakter entladen muß. Wenn es der Entente wirklich ernst mit der Bekämpfung des Bolsck>e.vismus ist, so darf sie nicht weiter durchw: rts cha .{ t l i ch e L a h m l e g u n g de s de u t- schcn Volkes eine Massenkrankheit heraufbe­schwören »die, wenn sie erst wit in Rußland auch 4 n Deutschland, der Mitte von Europa, ans ge­brochen ist >wie dce geistigen Epidemien des Mittelalters sicher auch g a n z Eu r o pa ergreifen wird.

Ich weiche mich mit diesen Aeußerungen in erster Stme, falls sie erreichbar sind, an meine früheren und vielleicht noch 3-reirnhe intb Brannten, besonders Aerzte mrd Psychologen im ÄuslaD), u. a. auch in Frankreich, Italien nnd Eng­land, sodann aber an alle Amerikaner, welche sich an den europäischen Ursprung ihrer . Kultur erinnern, und an alle diejenigen, die sich trotz der furchtbaren Zerrissenheit in diesem Weltkriege ein europäisches Gewissen bewahrt haben, nnd rufe sie aus, noch Kräften dafür einzutreten, daß dem gequälten Körpm und Geiste des deutschen Volkes endlich Ruhe und Frieden jum Wiederaufbau eines inittelenropäischen deutschen Wirtscl>afts- mrd Kulturlebens gegeben wird. Bleiben die nnrtschaftlichen Ver­hältnisse in Deutschland noch 12 Monate so, wie sie jetzt sind, so wird sich die von mir prognostizierte Krank­heit in furchtbaren Symptoinen entladen. Schon icut sind vereinzelte Selbstmorde von ehrenwerten Männern, welche Mc deutsche Not nicht mehr ertragen koirnten, geschehen, und wir Psyc.üater wissen aus der Geschichte der Krankl)eiten, daß auch der Lebensüberdruß epidemisch werden kamr. Es sind dies iure die ersten Symptome der konlmenden Krankheit, die jetzt noch vernii sen werten karm, wenn Tentschlond bald zum friedlichen! Wiet-eraufban seines vernichteteir Wirtschaftslebens gelangen kann. Bleibt dieses wie jetzt gestört, so hat die kommende National­versammlung vom ärztlichen und psychologischen Standpunkt eine schlechte Voraussage, da der Zustand von nervöser Ersä>öpiftlng und Ueberreizung, der jetzt schon den besonders in Berlin hewor- tretenden radikalen nnd gewaltsamen Erplosionen zugrunde liegt, weiter steigern und zu einer allgenlemen Zerstörung MrenMrd. An Stelle des neuen Reiches würde der Kam Pf Zoller gegen alle entstehen, wenn nicht endlich unser Wirtschaftsleben in Gang kommt, und dadurch die Grundlage für cinen fruchtbrin- g e n d c n. Verl auf der Nationalversammlung ge­geben wird. Ich rufe daher als Arzt und Psychologe eurerseits alle human denkenden Angehörigen der uns feindlichen Staaten auf, der ihren Regierungen für eine Milderung der Waffenstill- starrbsbedingungen eiirzutreten, andererseits richte ich an alle deut­schen Volksgenossen vom gleichen Standpunkt die Mahnung, mit allen Kräften zu dem Neubau des wirtschaftlichen und staatlichen Lebens beizutragen, damit das Schlimmste: eine geistige Mossencrkrankung, vermieden wird, 8.

Angesichts der Größe dieser Aufgabe nnd angesichts unserer jetzigen traurigen, geradezu verzweifelten Lage ist es .anderairt- wörtlich, daß immer noch Männer und Frauen mrtatig befteitc steheir. Heute ist es Ausgabe jedes deutschen Mannes mu> jeder deutscl-m Frau, sich einer der staatserhaltenden Parteien anzn- scAießan und sie in ihren Aufgaben zu mrterltützen Ihre Ziele sind .wie ihre Ausrufe zeigen, in den Hauptpunkten dre gleichen^. Daß sie sich bis letzt nicht zu einer große;: blwgerluhcn Parte: lgeeiN'lft haben, ist kein Schade, weil he: der Verhältniswahl ldoch jede Stinune zur Geltung kommen kam:. Es ist auch zu «Kossen und zu wünschm. daß der Wahlkampf unter de.: bürgerlichen Parteien ein sachlichem sein ivird und daß die bürgerlichen b&t* t eien schließlich doch ruxl) durch eine Listenverbuckung vereint schiagen und so die Mehrlseit gegenüber den Umikurz«wippen, me unser Viwrland einfach ruiniere:: würden, erringen werden., fväre geradezu ^Verrat an: Vaterland, weni: es, ^ivre be: der jüngsten Landtagswahlen, iwieder geschähe, datz ettoa 1/4 der Wähler der Walchurne seri: bliebe. _. ^

Mit dem Wähl«: allein ist es aber nicht getan Die So­zialdemokratie ist organisiert und auf den Kamps vorberenet, die bürgerliel>:i: Parteien sind das mcht, sie haben sich den durch die Revolution übcrr-aschcnd geschaffenen Verhältnissen erst, aiipaisew sich neu gruppieren und organisieren müssen. Ihre Arbeit durch daS Früherlegen des Wahltcrnnns verdoppelt loorden. Man sollte es nicht für möglich Hallen, daß es bei dieser Sachlage noch ^.eute gibt, die sich der Mitarbeit in einer Partei enthalten, weil ^hnen der Vorsitzende oder eine sonst maßgebende Persönlichkeit m der Partei nicht genehm ist. oder weil sie aus Geschästsrücksiäften mcht int öffentlicher: Sehen hnvortreten mögen, oder gar, weil ihnen die Mitarbeit einige Unln'quernlichieiten bringt . Auch das mnn mci t -gelten, daß der eine oder andere Punkt des Parteiprogramms eine gelegentliche Bemerkung eines Parteivedners mcht gefallt, oder daß nicht Erfüllung aller Sonderforderungen :n Aussicht gestellt Nnrdi Heute sollte jedem deutschen Mann nnd wdex deutschen Fron das Wohl der Allgemeinhnt, die Existenz des Vaterlandes voranstcben vor eignen Interessen und Wünschen.

Die zu leistende dlrbeit kann aber nicht von xinigen wenigen Männern nnd Frauen getan werden, alle Müssen Mitwirken uiid die bürgerlicben Parteien unterrlützen. insoekondere gilt das auch für die Jugend vornehmlich die Studentenschaft. Nötig smd zu dem Wahlkampf veichlick)e Geldmittel und namentlich auch Mäamer nnd Frauen, die im Wahlkampf, in den Wahlversamm­lungen nnb von Haus zu Haris tätig sind uiid aufklären!

' Also, ihr deutschen Männer und Frauen aus Stadt uiu> Land, schließt euch unverzüglich einer bürgerlichen Partei an, es gilt die Existenz unseres.Dateclaiides! Auf zur Arbeit!

Lin Ausrüf an da; Vürgertum.

Das Bürgertum hat anscheinend noch nicht erkannt, ,vos bei den.' kommend«: Wahl«: aus dem Spiele steht. Tie Revolution hat statt eines Friede::^ der Verstäirdigung unsere völlige Unterwerfung ge r > ch und den F edm noch in wei.e Ferne gerückt. Trotz alles fvürdetosen Benelns und Bittens der jetzig«: Machthaber sind die Wass'mstillstandsbedingungen unserer rachesüchtige!: Gegner immer drückender nnd erniedrigender geworden, so z:var, daß^ sie den völligen Zusammenbruch unseres Wirtschaftslebens herbcizuführen drohen Tazu daö CH.:os im Innern, Klasiendiktatur und eine nackiAwade mrerträgliche Willkür einer Acanverheitsgrittwe und ldivlunrde Hamgersnot! Man hat der alten Regierung- so oft zum Vorwurf gnnacht, daß es ihr an führenden Männern gefehlt habe. Heute steht es in dieser Hinsicht noch viel schlechter. Ter neuen Viegiernng. in sich gespalten, fehlt jede Initiative und Energie zur 5>erbeiführung von Ruhe und Ordnung und Friede. Der Bürgerkrieg hat unter Entheiligung des Weihnachtsfestcs in Berlin 'seinen Anfang geirommen, Staatsvermögen lvird aller- wärts in Millionen verschleudert, die Arbeit vielerorts eingestellt, die Iteichscinheit ist auf's schtverste gefäl/rdet.

Not tut heute eisetne Manneszucht, Ruhtz und Ordnung, williges und freudiges Mitarbeiten auf allen Gebieten, wo es :m Interesse unseres Volkes zu arbeiten gibt. Solches selbltloses Mitarbeiten tut jetzt vor allem irot bei der Borbereiturng zu den Wahlen zur Nationalversammlung rrnd zu d«: Landesversamm- Knigen, damit in diese Körperschaft«: Männer eii:ziel>en, die ge­willt und befähigt sind, uns geordrretL Verhältnisse und eine starke Regierung zu schiffen.

Vom WaffenftikeftandsauSschntz.

Berlin. 27. Dez. (MTB In der Sitzung der inter­nationalen Waffensftllstcnidskoiuinisnon vom 25. Tezember wurden eine Iieihe Noten über folgende Gegenstäiche ge>vcchselt: Be­fehle des Marschalls Fach, das deutsche Eisenbahn­personal würdig zu behaicheln, werden von den untergeord­neten Organen immer noch nicht ^befolgt. Wiederliolt ereigiwten sich Ausschreitung«: entwürdigmdster Art gegen deutsches Ensen- bahnpersonal, so daß trotz der von deutscher Seite bewilligten hohen Zulagen das deutsche Personal sich weigert, nach Frank­reich und Belgien zu gehen. Für den Fall, daß infolge Mangels an Lotomotivpersou al die Amir fernng der Lokomotiven und der Abtransport der Eisenbohnwag«: .sich nicht reckftzeitig ermöglichen läßt, lehnt die deutsche Regierung jede Verantwortung ab.

Von deutsck>er Seite wird wiederholt gebeten, die Rhein- über gärige freizugeben, und .die Sverkungen :n den Brücken­köpfe!: und auf verschiedenen Bahiilini«: und Bahnhöfen zu be­seitig«:, um die Abbeförderung des nicht angenommenen Eisen- bahnmarerials und die Zuführung der ar:s Temtschiland anroll«:den Lokomotiven und Wagen zu ermöglichen.

Trotz des Ersuchens der deutsch«: Delegierten, die für den Unterhalt der alitierten BesatziUigstrrtppen nötigen Gftdmittel rechtzcrt'g arz if»rd«.n, !m:r ti' am 26. De e über m Mainz zur Zahluiig fälligen sechs Millionen Mark erst an: 24. Dezember bei der Waffenstillstandskommission m:gefordert. Infolge der Weih- nachlsseiertage konnte keinerlei Gewähr überrwmm.m werden, daß die Zahlimg in Maftrz rech.>fttig erfolgt. Zahlungen sollten in Zn kunft mriidesteus vierzehn Tage vorher angemeldet und nur an Werktagen durchgcsührt werden.

Die bayerische Regierung ersuchte für die Wahlen zur baye­rischen Nationalversammlung die gleichen Erlcichtv rungen zu gewähren, wie sie für die Wahlen zur deutschen National Versammlung beantr^^t und i ir'n'schen . genehmigt sind. Ferner wti'i d e lay ri ch Regierun, ctUs di' ernste Lag- der gesg 'ileü bayerische!: ^sitouuric m .. I.rf^^g- K 0 h l c n m a >: g e l s nulßten alle Industriebetriebe des rechtsrh'inischen Bayerms ^vorerst aus zehn Tage stillgelegt werden. Anstatt daß ' in schroffem Wider­spruch zu den Bestimmuugen des Waffeisitillstandsvertrages pfälzische Kohle nach Nordfrankreich verbracht wird, sollte dringend sofort von seiten der alliierten Oberkommmrdos die Freigabe der pf.alzisck)en Kohle und außerdem ein Zuschuß von Saar kohle für die Pfalz imd' das rechtsrheinische Bayern Migeordnet tverden.

Tie Turchfnhrung der Wahlen im rechtSrhernifchen Gebiet.

Berlin, 27. Dez. (WTB.) Auf die von der deMschen Maffenstillstwidskommiijion dem Oberkommando der Alliierten vor- getragenen Wünsche, daß zur Vorbereitung und D urch- führung der Wahlen .zu der deutschen National­versammlung die Absperrungsmaßnahmen in: besetzten Ge­biet zu mildern seien, gestand Foch den deutschen Behörden fol gende Erleichterimgen zu: 1. Tie ordiimrgsUiäßigen Vertvaltimgs- behörd«: sind befugt, ohne Einschränkwig Berichte zu versenden, die sich auf Vorbereitung«: für die Wahl oder auf die Wahl selbst beziehen. 2. Presse- und Versammlungsfreiheit wird von den alliierten Armeen gewährt, in dem Maße, daß sie mit der Aust rechiterhaltung der Ordmrng mrd mit einem einwwidfreien Ver­halten der.Bevölkerung gegenüber den alliiert«: Arme«: in: Ein Mng steht. 3. Einreise in die besetzten.Gebiete oi>er Ausreise >nach dem Innern Teutschland-s wird Person«: gewährt, welckx' im Besitz eines Passiergechches der ordiiluigsmäßigen Verw.il- jtungsbehörden sind. Diese Llnordnamgen sind«: keine An­wendung auf das Gebiet von Elsaß-Lothringen.

Der Zwischenfall in Mannheim.

Berlin, 27. Dez. (WB.) Die Waffenstillstands ko mnnssion gibt bekmmt:

Anm23. Tcs«!:ber erschi«: überrasch«cd in Mannheim, also in der n«itral«: Zone, ein fourzäsischer Mafo-r als Wgesm:dter des Generals Gerard mtd teilte mit: Am 24. Tezember lverden 5(00 Franz-os«: in Mannhein: emrücbm, um die Ordnung auf­rechtzuerhalten. Das deutsck>e Batalllon, das in dNanlllicim liegt, habe bis 2 Uhr nack-nrittags die Stadt zu verlassen. Ein

deutscher Pwtest hals nichts. Auf dem Wege über die fli I mrdskommission nn:ri>e daher versucky, Msirarung In führen Hierbei stellte es sich 'l-eraus, daß die Frmpw'ien geglaubt Mn infolge von Beschlüssen des Mam:heimer 'Svlixttenrat^ sei«: Unruhen entstanden. Die Franzv,en wollt«: d:es mcht dulden und glaubt«: daher, schleunimt die Poliz« "r Mannheim übernehmen zu sollen. GlücklickMivepe.konnte von der Ma ww stick st and s ko m m is s io i: den Franz-vsen mUgttetlt werden, .deiy M Mannheim alles in Ordimiig se: und daß das BoN-aiwensem der deutschen Pokizntruppe mich fernerhin die Ordnung verbürge. Immerhin lag dem, tvas die Franzosen gehört hatten, doch ern wirklicher Vorfall zugrunde. Ter Mannheimer Lvoldaten- r at hatte irämlich bm Beschluß gefaßt, das d«ktsche Bataillou in Mannheim zu entwaffnen. Tie Durchführung, des Beschausies wurde jedoch durch das Tazwischentreten der badpchen Regierung

Mannheim, 27. Dez-. (WB.) Das für Mannl-eim vor- gcsehure Spm melleg er für feindliche Kriegsgefangene w:rd hier nicht errick^t und damit Vommt mich das für Me ongekündigte französische Bataillon in Stärke von ^liva 10 X) Mam: nicht lnerher. Auch ist von der Unterbringuipi von rund 101,0 kranken und verwundeten Soldaten der Ententemächte abgewl-en worden

Ter Plan für die Friedentkonferenz.

London. 27. Dez. (WTB. Reuter.) TieM'orningpost schreibt: In Dem Plan für die Frieden sk 0 n ferenzi. die wahrscheinlich am 6. Januar beginnen wird, ist eme Aenderung eingetreten. Tie Besprechungen werden nur zivilä>en den vier bsioßmäcksten England,-Frmikoeich, Italien und den Bereinigten Staalen abgehaltc^. L-icraus werdcip die übrigen Bundesg«:osien zu- einO^ Besprechung eingeladen,* die,sie' im besonderm b trftf«t. An der Regelung der Frage .des nahen Ofdens werd«: Grön­land, Serbien Sud Rumänien teilnehmend bei den österreickiafch- ämsarisch-en Angel eg«: lwsten pnrH ^Grieck-enlmid".. ausfallen Zu Est wird der allgeckmnne'ZustanLs 1§irröp<wdnrch dre wier Groß­mächte besprock-en.' Es sind viele Vermutungen betreffend dre Stellung Mw Ne-ntvalen angestellt wovden, - vor-., allem s«t dem - Besuchbvvn .Pamanones'an *Pftris. ' Wie in,mgnck>qp Kneifen verlautet, werden die Alliiertclp bei den vorläusigen Vesvreck'ungen Geleg?nbeit haben, mit den Anffas>:mgcn der Neutralen ft: Fühlung zu treien, vor all«n.-mit den Auffassungen der Neutralen, die den Alliierten günchg gesimrt waren.

Tie RegierungSkrifi»«

(WBtt ^-Mber den Stand der Regierun^- krise meldet dieB.-Z. a. M.^5 Ter Zentralval der A.- S.-

Räte, der jüngst auf der Reichs'Volifer«^ gervählt wurde, und aus 27 Mehrheitssozialisten besteht, trat heute vormittag rm Abge^ vrdneteuhause zu einer gemeinsamen Sitzung mit oem Rat der Bolksbeauftragten zusammen. Der Fortbestand RatL der Volks beauftragt«! ft: seiner gegenwärtigen Zumnimensetzung erscheine ausgeschLossen. Entweder werde der neue Rat der Volkse beauftragt«: nur aus Mehrheitssozialister: gewählt oder N!:r aus Unabhängigen, wobei die bisherigen Vertreter düster Grrwpen im Amte bleiben würden, oder Ebert, Sckvide- mann und Landsberg würder: durch drei andere MelTrheitssozialcstrn ersetzt. Tie Krise ^ziel-e sich aus die drei HauptsraiTen: 1. die Durchführung des Besckstüises des Mteckongreffes über Kvm- mandogb.valt und die Stellung der Offiziere, 2. m:s die Soziali- sierui:g der Betriebe, zunächst des Bergbaues, und 3. auf die Frage der völligen Temobilisation. DieB. Z. a. M." will wissen, daß der Zentralcat in diesen drei Punkten die Auffassung der Unabhängig«: teile. ,

Berlin, 27. TeZ. (WB.) Wie am Abend derVorwärts" aus ^er Reichskanzlei erfährt, sind die Gerüchte üb«: den Rücktritt des 9!ates der Volksbeauftragten oder einzelner sein«: Mitglieder unbegründet.

Berlin, 27. Dez. (WTB.) Ter ,.Vossischen Zeitung zu­folge findet die angekündigte gemeinschaftliche Sitzu!lg> des Zentralrates der Arbeiter- und Soldatenräte und der Volks- l>eauftragten erst morgen vormittag statt. Die Volksbeouf- tvagten werden voraussichtlich ihr Bleiben im Amte von der Er- füllimg der Fordeinng abhängig mack>en, daß ihnen vom Zenttal- rat genügend Machtmittel in die Hand gegeben werden, um ihre Autorität wirffam zur Geltung bringen zu können.

Die Verabschiedrnrg des Generals LeqniS.

Berlin, 27. Dez. (Priv.-Tel.) Gegenüber der Meldung von der Absttznng des Generals L e q u i s verlautet aus zuv«> lässiger Quelle, daß General Lequis zu den Offizieren von der Armee versetzt ivordcn ist, nachdem sc im Aukg.ibe, die Truppen in Berlin eii^iel-en zu lassen, erledigt ist. Damit ist das ganze G«:erallommando Lequis aufgelöst: ein Pachsolger ist nicht ernannt, vielmehr l>at der älteste hier anwesende 0>eneral Freiherr von Lütttvitz ohne weiteres den Befehl über da.- Garde­korps übenwmmen

Die Zurückhaltung der in der Schweiz internierten deutschen tririeksgesattgettcn.

Berlin ,25. .. TieDeutsche Mkg«nenie Zeitung" mel«

det: Durch die Presse ging vor einiger Zeit die Nachricht, die fran­zösisch^ Regierung Ijabe im Gegmsatz zu der britischen ibre Zn- sti.un<nng dazil verweigert, daß, ebenso wie die in der Lckm>eiz internierten Kriegsgefangene!:, die «ttspreckiend den Waff«ift:tt- standsbedingungen frei gelassen war«:, auch die deutschen in der Schweiz n 0 ch internierten Kriegsgefange­nen heimbeförderr würden: die französische Regierung lgrbe sich ihn Ilstirgenteil erboten, die Internierten wieoer nach Franko.i ck in die Kriegsgesangenschaft zu übernehrnen. Es erschien zunächst kaum glnnolick>, daß von französischer Seite ein den Grundsätzen der M«:schlichkeit derart widerspreck!«:der Scanchmnkt «ngenomm«: mvd der Sckyveiz eine Mitrvirkimg dabei zugenrutet worden sein sollte. Leider ist aber die dLackwiclft jetzt durch den Wortlaut d« Note bestätigt motb«:, tvelche die sck)weiz-eristt^ Regierung von d.n Ai^elegenHeit erhallen und der deutsch«: Regierung zur Veriü- Igniig gestellt hat. Diese Note lautet in deutscher Ueber'etzung wie folgt:

Tie französische Regierung hat von der Note vom l8. Nv- ventber Ke>mtnis genommen, wousit die schweizwische Regierung unter gleichzeitiger Besürivorttmg einen Antrag der den sichen Ri- gienmg ük>erm ittelt, der dahin lautet, die H«mlresördcr!:ng der.zu st Zeit in der Schweiz internim't«: deutsche Gcfane«wn zu erv'iHn, und ztvar in «yr gleichen Weise, uhe die französischen ll>efnng« n freigelass«: norden.

Tie Negierung der französisch«: Republik ka:m dem in oben- erwähnter s!lo:e «ug.-NiMnn«:en Standpunkt, der iu vollem Wi.ec. spruch zu den Bestimmungen des Waffen tt lstandes fleht keines- svegs zu stimmen. In Artikel 10 des W: f«:'illstaichs"«- a-e - ist in der Tat die HeiMbesörderung ohne 0'rgeusft.i e ' für a le SM gs- gefangenen der Alliierten nird der Verftnigteu stauten vorgesehen und dem § 3 noch hinzugefügt: Jmmerhu: syll die HeimbesördermuZ