W iniRfnt NeiittStt hi ßkm 8«lW Faes.
Noman von A. H. AdamS.
(33
^ (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Ein jüngerer Beamter ersckxreckte galahad durch die Meldung, daß ein Mann ihn zu sprwheu wünsche.
„Was für ein Mann'?" fragte Gala!)»ad, nach Wem ringend, und all seine Zuversicht schwand dahin.
„Er hat seinen Namen nicht gesagt. Es ist ein großer Mann und sieht aus wie ein Arbeiter oder ein Polizist in Zivilkleidern. Er sagte, daß er Sie sprechet: müsse."
„Ein Polizist!" Galahad umklammerte die Tischkante. „O, wahrscheinlich wegen der Wahlliste," brachte er hervor. „Ja, deswegen lrst es natürlich. Sagen Sie ihm-, er soll hereinkommen."
Ein großer, wohlgebauter Mann mit wohlgeöltem glatten schwcrrz-eu. Haar und gleickMmaßen glattem schwarzen Schnurrbart stano unbeholfen in der Tür.
,fynx Jones — Herr Galahao Jones?" fragte er unsicher.
„Das ist mein Name. Sie wünschen mich zu sprechen?"
Der Fremde sah sich Galahad an, ohne seiner Sache gewiß -u sein.
„Fürchte, Sie sind's nicht, den ich zu sprechen wünsche, sondertt Ihr Sohn," murmelte er.
„Der Name meines Sohnes ist nicht Galabckd. Uh bin der einzige Galahad auf der Bank — oder auf der Welt, sagte Galahad kläglich. Mit einem solchen Namen gab es kern
Entkomnren. _ .. . r c .
Der Mann schaute Galahad nnt einem bedeutung^ vollen Lächeln an. „Na, wenn Sie es sind, so sollten Sie sich schämen. Ein Mann in Ihrem Alter Geschichten ansangen mit einem so jungen Ding! Ein verheirateter Mann noch dazu, will ich weiten!" f _
„Nun — was — was ist denn eigentlich los?"
„Das hier ist los." . ^
Galahads Besucher zog einen Briefumschlag hervor. Galahad nahm ihn mit kraftlosen Fingern in Empfang. Er war nicht blau, Gott sei Dank, er war nicht blau! Es war ein viereckiger Umschlag aus dickem Papier, dessen Reinheit durch fettige Fingerspuren ein wenig getrübt war.
„Es ist von ihr," sagte der Mann.
„Bon wem?" . . „ . _ _
„Bon dem ,Täubchen', das mit der Hand aus dem Fen-
Mit jähem Schreck erkannte Galahad die Handschrift. Aber diesmal war der Brief anstatt mit dem verhängnisvollen „An Sie" ganz einfach an Herrn Galahad Jones überschrieben. Er öffnete ihn eilig und las:
„Mein Ritter!
Ich muß Ihren Dienst noch einmal svrdern, denn Hcwace ist krank. Ich habe seit jener schrecklichen Nacht tretet
etwas von ihm gehört, noch habe ich ihn gesehen, obgleich ich alle Tage auf dem Balkon zugebracht habe und reden Abend in der Laube gewesen bin. Es muß ihm irgend etwas Schreckliches gesä-ehen sein. Ich muß ihn sprechen oder erfahren, wie es ihnl geht. Ich orn in der Zeit, da er nicht gekommen ist, fast vor Angst gestorben Sie müssen zu chm gehn:, micki wissen lassen, was geschehen ist, und mrr eine Nachricht von iljm bringen. Er hat sonst niemand, den er senden kann. Gehen Sie sofort. Ich gebe diesen Brief einem Freunde, dem ich, wie ich glaube, vertrauen kann. Ich erwarte Sie heute abend um neun Uhr m der Laube.
Ihre Dame in Not
Sibyl.
P.'S. — Ich wußte nicht, daß Sie ein ebenso gw^r Meister im Boxeii als ein edler Ritter smd. Sie haben Vater das Auge so hübsch blau geschlagen."
Galahad schaute bestürzt empor. So war es denn doch nicht zu Ende. Es war also nicht so leicht, davonzukommen. Noch einmal sollte er in all die Unruhe hineingezerrl werden. Nun ja, warum hatte er auch geniest!
„Wer sind Sie?" fragte er endlich.
„Ich bin der Fleischer," erklätte der Mann grrnsend. „Nicht ihr Fleischer: wir liefern an die Beachs. Die hängen an ihrer alten^ Firma, obgleich wir sonst jedermann m der
Ltraße^habeNje ^ ^ cm Brief gekommen?" unter>
brach ihn Galahad. _ (Fortsetzung folgt.)
Geffentliche Zrauenversammlung
am Donnerstag den 19. Dez. 1918 abends 8 Uhr, im Stadttheater
jfjCTt Dr. jQOtneffer wird sprechen über:
„Die Revolutton und die deutsche Frau."
Me wahlberechtigten Frauen und Mädchen werden hierzu eingeladen. vnsv
vie vereinigten Gießener Grauen-Vereine.
Geffrntliche
wahlerversammlung
Mittwoch den 18. Dezember 8^ Uhr im Stadttheater
Redner:
Yen Pros. vr. Gmelin. grau Landgerichtsrat Schudt. Herr Pros. Dr.Roloff, Herr Regierungsassessor vlngeldeq
Deutsche DolKspartei für Hessen. ^
Ausrus
der
deuisch-nationakn Volkpartei
Grttgruppe Gietzen.
Bezugnehmend auf unsere demnächstige Versammlung, veröffentlichen wir im folgenden Auszüge aus Richtlinien für unser zu schaffendes Parteiprogramm:
Eintreten sür ein starkes deutsches VolkSrum. für Hütung deutscher Sitte, für Pflege der Religion in Schule und HauS — Ersetzung der gegenwärtigen Diktatur durch eine aus dem gleichen Wahlrecht beruhende parlamentarische Regierungsforin — Verfassungsmäßige Festlegung der Freiheit der Person und des Gewissens, der freien Meinungsäußerung in Wort und Schrift und der Freiheit der Wissenschaft. Schutz des Privateigentums — Feilbalten an der Privatwirtschaft unter vorsichtigster Vergesellschaftung geeigneter Betriebe — Durchgreifende Abhilfe der Wohnungsnot. Schaffung von Heimstätten, umfassende ländliche Stedelungsvoluik durch Zerteilung von Grog- grundbesitz gegen En fchädigung — Wiederaufrichtung und Fürsorge für den Mittelstand — AllSb.au der Sozwipolltik. Sicherstellung des Koaliuonsrechtes und Erleichterung deS sozialen Aufstieges — Sicherung der rechtlichen und wirt- schädlichen Stellung der Beamten. Angestellten und Pensionäre — Fürsorge für die zrrtegsbeschädiglen und die Hinterbliebenen der Gefallenen — Vereinfachung und Sozialisierung der Verwaltung — Gerechter sozialer Aufbau des Steuersystems. — Schärfste Erfassung der Kriegs- gewinne — Förderung der Mitarbeit der Frau tm * öffentlichen Leben
VikhlMdstl-Vkrsaillinliiiis.
Donnerstag dev 19. Dezember, nachmittag; 2 Uhr. in der Wirtschaft „8um Postteller" (Wagengasse).
Tagesordnung: Stellungnahme zu der neuesten Ein- und Der- kaufsverordnung für Zuchtvieh. m«?
Zu dies« Versammlung laden wir alle Viehhändler, insbesondere auch die aus dem Felde heimgekehrten Händler, sowie die Landwirte aus Gießen und Umgegend Höst ein und bitten bei der dis fernere Existenz betreffenden Wich, tigkeit der Tagesordnung um zahlreiches Erscheinen._ Der Einberuser.
Bekanntmachung
Die Wahlen zur verfafsunagebeuden Volkskammer
der Republik Hessen betr.
Die Wählerliste für die zu der Wahl zur verfaffung- gebenden Volkskammer der Republik Hessen in der Stadt Gietzen mit der Gemurkung Schiffenberg und .Herrenwaid stimmberechtigten Personen liegt von ^ _
Samstag den 21, Dezember bis Samstag de« 28. De- zember 191& _ ^ ,
beide Tage einschlietzlich, auch an Sonn' und Feiertagen, und zwar an Werktagen von vormittags 8—12 Uhr uno nachmittags von 2-6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur vormittags von 8—12 Uhr auf dem Stadthaus Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb des angegebenen Zeitraums von 8 Tagen können daselbst Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollstand gkeit der Wählerliste schriftlich oder mündlich zu Protokoll erhoben
Berechtigt zur Erhebung von Einwendungen find alle Personen, männlichen und weiblichen Geschlechts, die zur Heit der Wahl das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben, und zwar bezüglich aller Eintragungen in die Wählerliste.
Wer die Eintragung eines Wählers verlangt, mutz für diesen die in Artikel 3 der Wahlverordnung*) für die Slimmberechligung angesührten Ersordernisie Nachweisen. Werden diese Nachweise bis zum Ablause der Einspruchsfrist nicht oder nicht vollständig vorgelegt, so bleibt dir Anmeldung unberücksichtigt.
Personen des Soldaten,tandes sowie auS dem Militärdienst entlassene Personen, die in der Zeit von der Mobil- machung bis zur Demobilmachung zum Heeresdienst ein- gezogen waren, sind an die Einspruchsfrist nicht gebunden Sie und auf ihren Antrag auch nach Ablauf dieser Frist bis zum Tag vor der Wahl nachträglich in die Wählerliste aufzunehmen, sofern sie die in Art. 3 für die Stimmberech- tigung angeführten Ersordernisie Nachweisen.
Gietzen. den 17. Dezember 1918.
Ter Oberbürgermeister: Keller,
Schriftliche Beitrittserklärungen an Herrn Obervost- fekretär Koblbafe, Bücktngstratze 2. Einmalige Beitrage an unser Guthaben bet der Bank für Handel und Jnduitrte.
Niederlassung Gietzen. I9620D
Deutsche demokratische Partei.
Von heute ab befindet sich unser —»d
Partei-Büro
Zchanzenfiratze 6 Telephon 2(60
Malschule Carl Fries.
Anmeldungen nimmt entgegen Herr XUebel, Konst-Verein
oder schriftlich an meine Adresse
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1 Carl Schunck.
DerEinwohnerschaft Krofdorfs sagen wir für Ihre werte Gastfreundlichkeit nochmals unseren
herzlichen Dank. osi??
2. Batterie Fuß-Art.-Bataillon 144.
•) Art. 3 der Wahlverordnung lautet: Stimmberechtigt bet den Wahlen sind alle deutschen Männer und Frauen einschließlich der Vertonen deS Soldatenstandes, welche zur Zeit der Wahl das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben und in Hesien wohnen. 88188
Zucker-Ausgabe.
irr-
Für Bäcker!
Habe das Vackosenbaugeschäft Martiny übernommen und empfehle mich den Herren Bäckern für Neubau von Backöfen aller Art sowie Reparaturen 08476
Valentin Schlich, vackosenbaugeschäft
Schillerstraffe II Gieftrn Schillerstraffe I I
Freiwillige Versteigerung!
Freitag, den 20. Dezember 1918, vorm. 10 Ubr
beginnend, werden in der Ho,reite deö K. Schultheiß Erben zu Weitersbaiu nachstehende Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: ^ . ... ». r , „
3 Fahrkühe. 1 Rind IträchtilF ein Stamm Hühner mit Hahn. 2 Wagen. Pflug. Egge, Grupver. Kartoffe'.pflüg, Mähmaschine. Häckselmaschine, Rnbenmühle. Psuh atz, 2 Psnblvnmven. 2 Kessel. Kuhgeschlrre. Keuen, Näh- Maschine. Sosa, Herd. Ofen und noch sonstlge landwirt- fchastliche und häusliche Gerät'chasten.
Wetterslraln. den 15. Dezember 1018.. _ 000,
Der Vormund: Jobs. RtcklaS V.
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alle Formen alle Weiten
Ohne Bezaischeln
Ab best* tlgl. erstklass. Ktlnstlerkonaert,
Ans unserer Nick-Cartei^DetektiTserie:
Wenn der Wolf kommt
Ans den Aufzeichnungen de« Detektivs Story in 4 spannenden Akten.
Personen:
Story, Detektiv, Bruno Eichgrün, v.kl.Th. Berlin Lolot'e, Komtesse v. Helfenstein, Lla Ley Karl Heinz. Graf v. Rotenburg. Erwin Fichtner Lazarillo Mensoza, Hausmeister de»Grafen, Friedrich Kühne v. Deutsch.Theater Berlin.
Er soll Dein Herr sein!
Der bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen brftrthe Zucker für Dezember 1918 kann von Mittwoch de« 18. dS. Mts. ab gegen Vorlage des BestellauSwetseS zur Zuckerkarte und Ablieferung der Zaekermarke 12 tn Empfang genommen werden. Einzelne adgetrennre Zucker» marken ohne den BestellauSweiS stnd ungültig und berechtigen nicht zum Empfang von Zucker.
ES entfallen auf die Zuckermarke 12 (Dezember 1918) 2 Pfund Zucker.
Mit dem 31. Dezember 1918 verliert die Zuckermarke 12 ihre Gültigkeit. Wer bis zu diesem Zeitpunkt den Zucker nicht abgeholt bat. hat keinen Anspruch mehr darauf.
Die KleinhandelSgeschäste haben die vereinnahmten Zuckermarken Nr. 12 tDezember 1918) zu sammeln und zu je 100 gebündelt bis läugsteus 2. Januar 1919 an das Städt. LebenSmittelamt. Zimmer Nr. 11. unier Beifügung einer fchrifllichen Dlitreilung über die Anzabl der abge- lieferten Marken etnzufenden: die nickt abgeholcen oder mehr überwiesenen Zuckeruiengen stnd nach vorgeschrte- benem Muster dem Dtädt. Lebensmittelamt zu melden.
Nichteinhaltung dieser Frist sowie unrichtige Angaben über den Zuckerbestand und Unregelmäßigkeiten bet der Abgabe des Zuckers haben den Ausschluß von der Zucker- Verteilung zur Folge.
Der KleinverkausshSchstpreiS für das Pfund Zucker beträgt:
1. Kristallzucker und gemahlener Zucker
a> nicht raffiniert iKonsurnzucker) . 80 Pfennig
b) raffiniert.82 „
2. Hutzucker. Plattenzucker
a) im ganzen Hut oder Platten ... 80 »
b) lote ausgewogen.82 „
3. Würfelzucker.54 „
4. Kandiszucker a) braun
b) schwarz.
Gießen, den 16. Dezember 1918.
82
66
Der Oberbürgermeister (LebenSmittelamI).
8834B
Pikanter Lnalspielschlager in 3 Akten mit Hans Bech.ersachs.
9822a
Puvvenperiickcn, Puppen- köpfe,Puppenbälge.Zöpse, Haarschmnck, Parfüm usw.
Karnbach,
Kaplans^a«8e 27.
nöpfe
K 1
| ^ werden a. znge geben en Stoffen
angefertigt im
?odchaus \iIomort,
Photo-Apparate
sowie sämtliches Zubehör als praktische Geschenke empfiehlt
Central - Drogerie, Schnlstr,
Emil Karn.
J
Vom Felde zurückgekehrt, unserer werten Kundschaft zur Kenntnis, dass wir unsere
Masch.-Schreinerei u.Glaserei sowie Sarglager
wieder eröffnet haben.
Emil Beil Wwe. CÄÄ)
Hammstrasso Nr. 8.
J
Wurftverkanf.
Der Verkauf von Wurst aus unrerwerrtgen Rindern findet tn folgender Weise während der üblichen Geschäfts» stunden
Mittwoch de« 18. dS. MtS. statt: S823B
für die Nrn. 26, 27. 2^ 29 n. 30 Ftl. Schreiner. Ludw.-Pl. 14, „ „ 3t, 32. 33 u. 34 Konf.-Ver., Fil. Bleichstraße.
„ „ „ 38, 36, 37, 38 u. 39 Lkonf.-Ver., Sckanzenstr. 16,
„ „ r 40, 41 u 42 Städt.Butterwage. Brandvl.3,
„ „ n 43, 44, 45 u. 46 Kons-B . Filiale Neuen Bäue 1h
„ „ n 47, 48, 49 u. 50 Kons.-Ler.,FilialeAilerwegL
Beliefert werden die Abschnitte C der vorgenannten Nummern.
Abgestempelte Abschntite G der Wurstmarken können Mittwoch den 18. d. MtS. tn der Städtischen Butlerwage. Brandplatz 3, eingelöst werden.
Gietzen, den 16. Dezember 1918.
Der Oberbürgermeister lLebensmittelamt).
Z>zhn-Kte\i£r J. Becker
Lollar
Sprechstunden t
Werktags von 9 —\ tt*2—5 Uhr, Sonntags von 9—J UW.
Leichtes Pferd,
1 Breakchen (Einspänner), komplette« Zag- a. Reitgesehirr umständehalber zn ^erkaufen. fiUelnitraße 40.


