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^txxten find in gchesimrisVöller Werde in Amerongen e irrg et r of se u .

wieder abgeveist. Ter Kaiser \ei gegenwärtig irrt Begriffe, eine Selbstbiagraphie mär eine Geschichte seiner Negierungszeit zrr schrei­ben, taorät er ferne öolhcng vor und wälneird des Krieges darlegt. Tiefe Arbeit ist für die Veröffentlichung bestimmt und soll für ben 3 *, daß der ExSchlec vor einen Gerichtshof gestellt wird, als (vrimdlage für seine Verteidigung dienen.

Karlsbad von den Tschechen besetzt.

Karlsbad 12. Tez. Heute abend wurde K a r l s b a d von 800 tschechischen Soldaten und 30 Offizieren besetzt.

Ern stürmischer Tag in der französischen Kammer.

Bern, 12. Dez. Laut Lyoner Blättern haben gestern in der Kammer einige sozialistische Deputierte beabsichtigt, die Re­gierung über die Demobilisierung zu interpellieren. Der neue Unters! aatssecketär für Demobilmachung, Descham ps, gab dar auf bekannt, daß vom 26. Dezember bis 5. Febnmr ein großer Teil der Terriüorialreserve entlassen werden soll. Deschamps er­klärte im Namen der Regierung, daß der Interpellation nicht stÄt-rveben werden soll und stellt dieserhalb die Vertrauensfrage. Man könne nicht schneller demobilisieren, da sonst die Transport­mittel überlastet toürden. Die Sozialisten, namentlich Jean Bon und seine Anhänger, protestierten auf das energischste. Tie Ver­tagung ^vhne Festsetzung eines Zeitpunktes sei uirzulässig. Unter großer Bewegung und lebliaftem Widerspruch wurde dann die Jrtterpellation mit 335 gegen 160 Stimmen vertagt.

Lasso,rt und Alexandre Blanc brachten sodann ihre Inter­pellation über die Intervention in Rußland und über die Berbandspolitik gegenüber Rußland zur Sprache. Pichon Lehnte jede Erörterung der Interpellation ab, da sie ein (Gebiet berührte, tvegen dessen zur" Zeit Berlxrndlnngen mit den Alliierten stattfinden. Er verlangt die Vertagung und stellt darauf die Ver­trauensfrage. In außerordentlich energischem Tone und Unter lebhaften, Beifall der gesamten Sozialisten erklärt dann Blanc: Die Expedition nach Rußland, wo immer noch gekämpft werde, sei die glatte Ablehnung des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Er möchte nicht, daß die französische Republik sich die .G-mmel: Gewalt geht vor Recht! zu eigen mache. Tie Rechte und das Zentrum protestierten. Teschanel ruft Blanc zur Ordnung. Blanc will sich aus einige Deputierte der Rechten stürzen, tviä> aber von einem Bedienten des Saales davon ahgehalten. (Lcb- ^hjafiber Tumult.) Cachin erllärt sodann, seit vier Jahren habe die Regierung das Parlament uitb seine Ausschüsse vollkommen im Linklaven über ihre auswärtige Politik gelassen. Jetzt, da im >Kion.gi? von Versailles die ernstesten Fragen, die jemals an die Welt heran getreten seien, erörtert würden, müsst das Parlament . wissen, loas die Vertreter der französischen Republik dort vor- nefnnen werden. Deshalb verlange er, daß die Regierung nun spreche. Lafsont und Albert Thomas schließen sich den - Forderungen Cachins an und verlangen von der Regierung eine offene Sprache. Mehrere andere Sozialisten und Linksradikalet foröern das gleiche. Tie Kammer steht jedoch sichtlich unter dem Eindruck der Rede Clemencecvis über seinen Besuch in Elsaß- Lathangen, und so wird auch diese Interpellation mit 357 gegen 141 Stimmen abgelehnt.

Paris, 12. Dez. (WTB.) Nach einer HavasMeldung be­richtete Präsident Deschanel in der Kammer über die Reise der Vertreter Frankreichs nach Elsaß-Lothringen und er- Üärte u. a.: Wir gehören dem elsaß-lothringischen Volke, wie est auch für immer zu uns gehört, und sind entschlossen, alles zu tun, was dazu nötig ist. Ministerpräsident Clemenceau, der nach ihm das Wort ergriff-, schloß sich den Erklärungen Deschanels an und schilderte ebenfalls den von der elsaß-lothringischen Bevölkes rung den französischen Vertretern bereiteten Empfang.

Bern, 12. Tez. Je näher der Kongreß für den Präliminar­frieden heran rückt, um^ so nachdrücklicher ,oird in einer wachenden Zahl französischer Matter der Rhein als natürliche Grenze be­zeichnet.

Bern, 12. Ter. (Havas.) Der Minister des Innern Pa ms hat gestern die Deputierten Renaudel und Dalbiez emp­fangen, um mit ihnen über die Organisierung der Straßen- kundgebung der CoNstderation Generale du Travall zu Eh reu Wilsons Rüchpcache zu nehmen.

am Abend emberusenen Volkst^ersamnrlungen angenommen ,ourde, Venvahrung ein gegen das Vorgehen der Polen, insbesondere beim Ausbruch der Revolution, gegen die lange Reihe von Uroergränm, die rn dem bekannten Beschluß des TeilgebietsLandtages ihren Höhe­punkt fanden, gegen das den Wortlaut und Sinn dos 8 13 der Wllsonschen Friedensbotschaft vom 8. Januar 1918 vergewaltigende Vorgehen der Polen. Tor Zusammenschluß aller Deutschen ohne Unterschied des Standes und Geschlechts, der Parteien und der Ar­beiter- und Soldatenräte wird als Forderung der Stunde bezeichnet. An den Rat der Volks beauftragten .dieprcußischeRe- Zreru n g, die Wa ffensti ll stan d s kom mi ssi o n und an Wr Non nmrden Protesteabgesgndt gegen den Versuch, den Eirtscheiduugen der Friedenskonferenz vorzugreisen und eineu Staat rm Staate zu schaffen.

Tagung des westfälischen Zentrums.

Hamm i. W., 12. Dez. Die Provinzralvertretung der west­falischen Zentrums Partei hat eine Entschließung über die von Köln angeregte Frage, betreffend Errichtung einer rhei­nisch-westfälischen Republik, angerwmmen, in der betont wird, daß d ie^ je tzigen Organe in Berlin bisher nicht imstande ivaren. die Ordnung und Sicherheit im Reick-e wicdcrherzustellen, und daß dre von den Leitern des preußischen Kultusministeriums bei Be gurn il/rer Tätigkeit angekündigten, der gesetzlichen Grundlage ent behrenden Anordnungen aus dem Gebiete des Kirchen- und Schul Wesens die heiligsten Gefühle der Archänger der chrisllichen Kirche verletzen. Die Frage an sich sei noch nicht spruchreif, es könnten indes Verhältnisse eintreten, welche die Errichtung einer rheinisch-l westfälischen Republik wünschenswett machen; daun müßten aber möglichst alle Parteierr herangezogen werden. Die Provinzialver- tretung verlangt unverzüglich die Wahl zur Reichs-Nationall^r- sammlung und zur preußischen Landesvertretung, sowie deren schleunigste Einberufung. Bis zum Zusammentreten der National Versammlung seiner bestehende Reichstag als gesetzliche Ver­tretung des deutschen Volkes ohne Verzug einzubernsen. Sollte die Negierung nicht in kürzester Frist die Herbeiführung geordneter und gesetzlicher Zustände im Reiche und in Preußen bewirken, so werde die Volksbewegung in den westlichen Landesteilen für eine! Abtrennung von Preußen in stark zunehmendem Maße wachsen und zur Gründung einer westfälischen Republik als deutscher Bun­desstaat führen.

Streik im Ruhrgebret.

B e r l i n, 12. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung desBerl. Tageblattes" dehnt sich der S t r e i k i m R u h r r e v i e r auf die Gesellschaften Concordia in Oberhausen und Mathias Stinnes-« Es,en aus.

Aus dem Reiche.

Achrenbach in Berlin.

Be-rlin, 12. Dctz. (WB.) Der Reichstagspräsident Feh- r e n b a ch ist in Berlin emgetnoffen. Wie er einem Vertreter des Berliner Lokalanzeigers gegenüber äußerte, beabsichtigt er nicht, zu ttgendwelchen Verhandlungen mit der Regierung die Initiative zu ergreifen. Er glaubt erst abwarten zu sollen, wie die Regierung sich weiterhin verhalten wird, zumal er der Meinung ist, daß in der Frage der Einberufung des Reichstages ohnehin schon in den nächsten Tagen die Entscheidung fallen wird.

Der Rat der Bolksboauftnagben hatFehrenbach folgendes geantwortet:

Auf Ihr gefälliges Schreiben .vom heutigen Tage erlauben wrr uns, folgendes zu antworten: Die Behauptung, daß die Entente der jetzigen Reichsleitung die Berhandlungsfähigkeit ab- sprrcht, daß sie i«dvch Bupdesrat und Reichstag als berechtigt anerkennt zur ^cksaffung einer legitimen Reichsregierung rvie zur Besmlußsassung über die Wahlgesetze für die Nationalversamm­lung? entbehrt der Begründung. Sie ist nur geeignet, die Entente rn Widerspruch zu der tatsächlichen Macht der gegen-t wirttgen Regierung rn den.irrigen Glauben zu versetzen als ob erne verhandlungsfähige Regierung nicht vorhanden wäre Der Rat der Volksbeauftragten hat wiederholt dargelegt, daß durch die ^wlrtrsche Umwälzung Mrndesrat und Reichstag als aesetzgebeirde Organe zu existieren aufgehört haben. Sollten Sie ttotzdem den nrcht mehr bestehenden Reichstag einberufen, so werden Sie die Verantwortung für alle Folgen zu tragen haben.

^ Der Wichltermin in Preußen. v"lin. 13. (WM Amtlich.) Dre preußische Reqie- rmrg I>at bestrmmt, daß bic Wahlen zur verfassunggebenden Ver­sammlung m Preußen acht Tage nach den Wahlen der ver­fassunggebenden Nationalversammlung stuttfin-, den sollen.

Vrrtrrtertag r^r deutschen Volksräte der Pwvinz Posen. Posen ,12. Tez. Ter heute hier znsanimengekvmmcne V e r - rreiertag der deutschen Volksräte der Provinz Po'en legte rn einer Entschließung, die auch in den vier

Aus Stadt ttttfc Land.

Gießen, den 14. Dezember 1918. Lebensmittel.

Ausgabe der Vollmilch karten an Kinder unter b Jahren, werdende und stillende Mütter, sowie an alle Kranken, denen scher den 1. Januar 1919 hinaus Vollmilch be» wllligt worden ist, findet in. den zuständigen Bezirken vormittags von M/z10 iUhr in der Zett vom 16. bis einschl. 18. d. M. lstatt S. Anzeige.

** Ausgabe von Kaffee-Ersatz. Von Montag den 16. bis Samstag den 21. d. M. gelangt in den Kleirchandels- geschaften, bet denen die Vorbestellmrg erfolgt ist, gegen Vorlage dQuLebensmtttelkarte und Ablieferung des Bezugsabschnittes Nr. 10 Kaffee-Ersatz zur Ausgabe. W entfallen auf den Bezugsabschnitt Nr. 10 2o0 Gramm Kaffee-Ersatz. S Anzeige

** P ferdefleisch^Verkauf. Am ?Nvutag den 16 und Dreirstag tat 17. ds. Mts. wird im Schlacksthof Pferdefleisch ohne Vorbestellung zum Preise vou 50 Pf. für das Pfund äb- gcgeben.

^ ^*0effenLlicheWählerversammlung. Die von der Deutschen demokratrschen Partei am Freitag abend ein- berufene Versammlung nahm einen glänzenden und stimmungs- vollen Verlauf. Die Räume des Stadtthearers waren bereits langes vor Begrrm der Versammlung überfüllt, und viele, die kommen und hören wollte, mußten um kehren oder sich mit einem Stehpstch, ins hrnaus m die Gänge begnügen. Herr Geh. Justizrat Metz erofftiete die Versammlung, sprach von der Stunde der Not, ist der sich das Vaterland befinde, und von der Pflicht aller, ihre Kraft letzt in politischer Arbeit in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Er wies vor allem mich daraus eriergisch hin, daß es nicht den Daffachen enffpreche, tanm m einer Notiz der ,Frvnff. Ztg." be- haupttt sei, die Ortsgruppe Gießen fjafce sich gegen eine Mitarbeit National liberalen im Rahmen der neuen Partei ausgesprochen Dann ergriff der Hauptredner des Abends, Herr Jpstizrat G rün e- wald, das Wort. Nach einem Rückblick auf die Ereignisse der letzten Wochen, m welchem er diese in ihren Gründen und in ihrer Tragweue der Versammlung begreifbar zu machen suchte, nef er das Bürgertum, das sich bisher allzu eilig ins Mauseloch verkrocheir habe, zu energischer AnstreiigunC und polittscher Arbeit.Wenn )vir uns nicht mit Polin? befckstjsti- gen .so wird sich die Politik mit uns beschäftigen?" Er entwickelte daraus m großzügiger Weise das Wesen der demokratischen Partei, ermnerte an die große demokratische Vergangenheit der forlschritt- l^yen Volkspartei, die heute ihre Umwandlung in die iteue Partei iit der Oessentüchksit vollziehe. Er grenzte die neue Bsoegung in ihrer Ergentümlichkeit rrach rechts wie nach links gegen Reaktion und "Lozralismus ab und lvarb um Beitritt aus den weitesten Kreisen des Bürgertums. Herr Professor Michel ^der zweite Redner des Abends, erörterte in packender Weise das Programm der neuen Parter rm einzelnem Er richtete unter aittecem einen warmen 2lppell an die Sttldentenschast, erinnerte sie an ihre große Ver­gangenst, die Zeit der Burschenschaft vor 100 Jahren, und malmte sie, ftch dortlnn zu stellen, wolstn sie gehöre, an die Sette der Dent- schen demokrattschen Partei. Das Sckstußwort sprach Herr Gcheim- rat E ck mtt 'zündender Kraft. Er führte die Versannnlung zurück m die Tage des Frankfurter Parlaments, in denen das dentiche Burgertum ftch sckwn einmal an der stolzen Aufgabe zu erproben versucht habe, die Fundamente des Reiches zu legen Jetzt feien etimfcen von gleicher, ja, noch größerer Wichtigkett. M ihnen hange unser aller Schicksal. Wir wollen die Arbert tun und mit kühnem Mut in das neue unbellmnte Land dringen, aber so, daß wir dabei wahren das Erbe der Väter: alles, was an der deutschen Vergangenhett gut und wertvoll sei, und alles, was aus der deuffchen Geschichte unsere Herzen er-

M mcklsM Abklltkser kl §m Kglghgtz $ml

Roman von A. H. Adams.

(Nachdruck verboten.) (31

(Fortsetzung.)

^Wthie, wenn dich irgend ettvas quält vielleicht könnte ich dir helfen, wem: du es mir sagtest."

Das Mädchen schaute ihren Vater in Hellem Erstaunen an. Sie l-atte ihm niemals ein derartiges Mitgefühl zu- getvaut; sie hatte sich ihn immer vorgestellt als ganz und E mit seiner Arbett mrf der Bank beschäftigt, oder mtt dem Fischfang in Balmoral. Dieser pedantische, geschäfts­mäßige Vater war die letzte Pierson, die sie sich als Ver­trauten hätte vorstetlen können Aber es war heute abend ein neuer .Klang in seiner Stimme. Vietteicht weil er krank war und selber die Notwendigkeit des Mitgefühls verspürte Xbtv rhm vertrauen? Nein! Ihr ganzes Herz sträubte sich bet dem Gedanken,

Nern! es ist nichts nichts, woboi du mir lhelstzn

mrntejt/

Dann ist also doch etivas vorgefalten?"

O, nur nur, daß ich ein Schaf gewesen bin, Vater."

Galahads Geist warrdertie schnell zu Sibyl zurück In ihren Augen hatte er dieselbe Angst gesehen, und seltsam genug, bmjewen trrumphierenden Stvl^ der damtt ün

Widerspruch sbrnd. War es auch eine Liebesangelegenheit? Serne Käthre verliebt! Sie war noch so ein Kind/so zart, und lieblich. Und doch, mußte sie älter' sein als ^whl. Jetzt war er feiner Sache sicher.

Du 'bist verliebt?" wagte er sanft zu fragen.

, Ein jähes Erröten, dem plötzlick-en Lufspr'inaen irgend- enrer herrlichen Blüte vergleichbar, überzog ihr blasses Ge- srcht. Sie wandte sich ab und hielt sich die heißen Wangen. - . "?*' nichts Unrechtes, Kind," fuhr er rasch

stwt, bekümmert darüber, daß er ihr lvehgetan hatte,där- tnrttchl grbt es da immer einmal Zartt und Enttäuschunaen aber am Ende wird doch alles gut. Sieh, deine Mittler und tch litten auch Meinungsverschiedenheiten in Unfern Ltevestagien." '

Das Mädchen schaute ihn mtt erschrockenen Augen an. chr rtie in oen Sinn ^kormnen, daß Vater und Mutter ernst so gefühlt haben könnten, wie sie es jetzt tat. Es war rhr wie eine ganz besrmoere Offestbarung vvrgeckon/ men. Sie brödete snh ein, daß niemals vorher in der Wett gottlickies Wrrnder wie das ihre geschehen sei. Me- nrals! Ganz sick)er war sie, daß ihr Batrb ihre Mutter rne so gelrebt hatte, wie jie ihr: liebte. Jhve Angelegenheit mußte erne ganz andere geiwsen sein; es war ganz unmög- l^^ßrhre Mutter jemals den Vater geliebt hadL kvrrnw vtaturluii-erwetse mochte sie ihn recht gern gehabt haben- aber Lrebe das war doch ettre ganz andere Sache. m i %$atcr unterbrach ihr langes erstMMtes Sch weigen.

hebend zu uns herüberklinZe. Reicher Beifall lohnte dir eürzeln-est Redner,

** Beim Einzug« bet 116er I>at der Bürger rat für Stadt und Kreis Gießen, dessen Vorsiverrder auf der Tribüne vor dem Stadll-aus auf Emladung des Herrn Ober» bürgermeffttrs dem Empfange bedoobnte, nnoverunl je 10 Zigarren in Tüten an jeden Akann verteilen lassen. Bislier hat der Bürger» rat an die zurüMchrendeu Truppen bereits über 20000 Zigarren ausgegeben.

Gerichts-Personalien. . Zurückversetzt wurden bk Mt.-Afs. E tellcr von Ober-Jngelheinr und Keitzer von Pstd- derschüm zum Amtsgericht Gießen.

*" Aus belgischer Gefangenschaft schrieb Grenadier Ernst Greb von vier, welcher s?it 14. Oktober als oerriüßt gatt.

** O ber he ssi s cher Kun stv e re in. In der Ge m ä ldc- Ausstellung wurde in dieser Woche wieder eine durchgreifende Aeuderungen vor genommen, indem an Stelle der verkauften anders neue Bilder zur Ausstellung gckailgten. Ter Besuch der Aus­stellung. die über 100 Gemälde ausiveist, kann aufs angelcgenllichfte emvsvhlen werden. Tie Ausstellung ist am Mttttvoch und Frettag von 111 und am SiTTmtag vou 113 Uhr geöffnet.

** Diebstahl. Am 11. d. M. wurden in der Neustadt zwei Fahrräder gestohlen, und zwar ein Weilrad Nr. 28 mit dckrj Fabrihrummer 40 416 und ein feldgrau gesttichenes Milttär-Fahr- rad mit neuer Gummibereifung. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei erttgeg-en.

** Das Gießener Pädagogium weihte, wie es uns schreibt, am 7 Tez. ihre beiden neuen schn'<n^.--rvt-goldei7en Fahnen: ein? seidei g.ff.ickte An a ts ahne u> d e ne wollene Fahne de ' Iim.eud- ko mpagln ie. Einer gemernsamen, dem Gedächtnis der Kriegs loten gewchmeten Lludacht. folgte im Park der Anstatt der Weiheakt, den ein flotter Parademarsch beschloß. Nachmittags fand ein Ausmarsch nach dem Sckiffeuberg statt, bei dem die Schule zuvor mit roehmden Fahnen das emrMenbe Lanvlvehr-Jnf.-Ngt. 116 begrüßte. .Im Fest.saal machte abends ein gemeinsames Essen der Lehrer und Schüler mit folgendem Kvwert des Schülerorchesters den Beschluß des Tages. In liebens:oütt>iger Werse Ijatte der 5bommandeur der Viocklerrburg>isck)en Grenadiere zum Ausmarsch Reitpferde zur Verfügung gestellt und die Regimerüsnrusik zum Spielen beurlaubt.

** Lernt ein Handwerk! Jetzt macht es sich sckan bemerkbar, daß es schwor hält, die ungelernten Arbeiter, insbeson­dere die Jugendlichen, zu beschäftigen, während gelernte Hand­werker noch überall gesucht iverden. Die Hermtbildung des Nach­wuchses im Handwerk hat in der Kriegszeit vollkommen geruht, mir die jungen Leute, die wälzend des Krieges in der Kriegs- üidusttie oder sonst beschäftigt waren, dürste es sich deshalb jetzt noch empfehlen, ein 5)Mldioerk zu erlernen oder zu der bereits an­gefangenen Lehre im .Harrdwerk zurückzickehren. Hierdurch ist ihnen später ein besseres Einkommen und eine ständigere Beschäftigung gef chert. Den bereits im Alter vorgeschritttmen L Uten mw lotchen, die in einem verwandten Beruf bereits beschäftigt waren, kann auf Antrag die Lehrzeit verkürzt toerden.

Landkreis Gießen.

-M. Lich, 14. Dez. Im hiesigen Bahnhof entgleiste nt gestern rrachmittag, wahrscheinlich infolge falscher Weicheustellung, zwei Wagen einesMtterznges der Streck: GelnhausenGießen. Ein Wagen, in dem sich mehrere Ochsen befanden, wurde zertrümmert und zwei Tiere derart verletzt; daß sie abgeschlachtet werden mußten. Zur Aufräumung der Trümmer wurde ein Gerätewagen von Gießen hierher beordert. Der schon mit einer Stunde Verspätung! in Gießen abgegangene erste Abendzug erlitt hierdurch noch weiter« Verspätung, so daß er statt um 7 Uhr erst um Vr10 Uhr tit Hungen eintraf.

Kreis Lauterbach.

rr -12. Tez. Musketier Heinrich Karl, Sohn der Wrlwe Karl, ist nach 3Vsj ädriger russischer Gefangenschaft ivohl- behatten in die Heimat zurückgekehrt. Unser Städtchen ist mit Militär völlig belegt, sowohl in Bürger- wie auch in Massenguar- ti-ererr. In Schloß Hallenburg hat der Stab der 24. fttes. -Division Quartier genommen; auch die umliegenden Dörfer sind mit Kvlorr- itert stark belegt. Uebevatt finden die Soldaten hierzulande l-erz- lrche Aufturhme.

Starkenburg und Rheinhessen.

n. Offenbach a. M., 12. Dez. Die hiesige Stadtvervrd-< Elenversammlung befaßte sich in ihrer hercttgen Sitzung mtt der Erwerbs losen für sorge. Nach dem Entwürfe sollen alle! über 15 Jahre alten Personen, die infolge des Krieges ertverbslos rmd bedürftig sind, unterstützungsberechtigt settr, vorausgesetzt, daß ihre Arbeitslosigkeit unfreiwillig und unverschuldet ist. Die Sätztt betragen für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren 2 Mk., bis 21 Jahre 4 Mk., ledige Aeltere erhalten 4,50 Mk., Verheiratete 5Mk. Für Kinder werden je 75Pfg. Zulage gewährst. Bei Arbeitslosigkeit scher 4 Wochen erhalten Ledige einen Mietszuschuß von 5 Mk., Ver­heiratete 15 Mk. Weibliche Personen erhalten nur dann Unter­stützung, werrn sie tatsächlich auf Erwerbstättgkeit angewiesen sind. Von den K o ft e n soll die Stadt ein Sechstel, der Staat ein Drittel und das Reich die Hälfte übernehmen.

Hessin-Nassau.

Frankfurt a. M., 13. Dezember. (WTB.) Wie Scheide­mann und Ebert dem hiesigen Arbeiterrat mitteilten, ist nach dem augenblicklichen Stand der Waffenstitlstandsverhandlungcn. mtt einer Besetzung Frankfurts nicht zu rechnen. Besetzt wrrd nur der neutr ale Streifen von Köln bis Holland.

Airchlkche Naehvrchtsn.

Gottesdienst am Sonntag den 45. Dezember (3. Advent)

Evangelische Gemeinde.

IN der Sladtkirche. 9i/ 2 : Pfr. Mahr; 11: Kinderk. f. Miatth.- u. Mark.-Gem. Psr. Mghr; 5: Professor Ehringhaus Beichte n. U. Mendm. f. d. Mark.-Gem. In der I o h a n n e s - ki rche. 9^: Pwf. v. Sckstan; 11: Kinderk f. d. Luk-lrseni Pfr Bechtolsheimer: 5: Psr. Ausfeld. Beichte u. hl. Ab-ndm. f. d. Jvh, Gem. Kirchberg. Vorm. 10. Lollar. Nachm iy 2 .

ttathslische Gemeinde.

6Vs: Beichtgel.: 7: Hl. Meise, gem. Komm. b. Jüngl ; 8: Aust, b. hl. Komm.; 9: Hochamt m. Pred.; 11: .Hl. Messe m. Pved., Mili- tär-Gottesd.; &h: Christenl., daraus sakram. Bruderschaftsand Dienstag u. Fwitag, abds. 6: And. z. Erflehung bald. Friedens. Samstag, 21., nachm. 5 u. abds. 8: Beichtgel. Diaspora-Gottesd am 15. Tez.: Lanbach 10, Lich 9Vr.

Wenn dn es mir nur fugen könntest, Käjüie, vietteicht könnte ich dir helfen."

Ach nein; ich könnte es dir nie sagen!"

Und leise, w-ie sie alle Dinge M tun pflegte, verließ sie das Zimmer, um sich in ihrem Bett «ruszuweinen.^ Endlich kam der Morgen, an dem Em ihm unter man­cherlei Beforgnissen erlaubte, sich nach der Bank zu begeben. Und sobald Galahad die Wr hinter sich geschlossen hatte und wankenden Schrittes fortging nach dern Bootsplatz, sank chm sein Mut, was sich nicht leugnen läßt. Die Zikaden in den Gummibäumen zirpten zum Verrücktwerden. Ihr C)e- sang peinigte sein Ohr wie txrs Quietschen einer mißhandel­ten Violine, und in seinem .Her^n wcrr eine noch schlimmere Qual. Es kam ihm vor, als ob der Bankdirektor ihn er­warte, als ob die Krancheit seirre Sttafe nur aufgeschoben habe, als ob der gefürchtete Brief, der seine Estcklärungj forderte, im Briefgeslett des Bu.recrus auf ihn warte, als ob der Polizist heimlich die Mr bewache.

^Mit solcher Furcht im Herzet: betrat Galahad das Bank- qebäude. Kerne gewalttge Hand sttectte sich hinter der Mr aus, um ihn z-u saffen, kerne larternde (Gestalt schob ein blaues Papier jüt seine Finger; es üvarchijrhk eiinnal ein Brief für tfju int Gestell. So hatte ihn bis jetzt das Unheil^ noch nicht erreicht.

(Fortsetzung folgst.^