Nr. 294
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Erster Blatt
158. Jahrgang
§amrtag, 11. Dezember M8
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Bckantttmachung
In testet Zeit ist es vielfach zur Gepflogenheit gekommen, > daß ffirsg'.ii'bsckxl'lien sich wenig oder gar nicht um die in Gießen übliä-e Polizeistunde kümmerten. Es ist bei dem Mangel an Kohlen absolut notwendig, mit den^ noch zur Verfügung stehenden Beständen hauszul>alten, und ist es daher ungelwrig, das ssstmieinwohl durch gelvisse Inhaber von gastioirtschaftlichm Betrieben schädigen zu lassen. Wir weisen darauf Ijin, daß die Polizeiorgane zur strengsten Kontrolle angehalten sind, sollte letzteres Mittel nicht genügen. so sehen toir uns veranlaßt, die Polizeistunde gleich, anderen Städten unverzüglich herabzusetzen. _
Das zur letzten Warnung. 97528
Auflösung von A.- u. S.-Räten.
Um eventueNen Mißverständnissen von vornherein entgegen- zutreten, geben Nur der Oeffentlichkeit bekannt, daß der Eichener A- u. S.-Rat nicht im geringsten daran denkt, im Interesse be- stinrmter Kreise sich aufzulösen. Im Gegenteil halten wir nach wie vor an der Interessenvertretung des Volksganzen fest.
9lrbeiter- und Soldatenrat.
I. A.:Schindlmcier. Kiel.
Die Rückkehr des Regiments 115.
Gießen, 14. Dezember.
Das war ein festlicher.Tag für Gießen, als gestern kurz Vach 11 Uhr Glockengeläut ertönte und die Helden unseres aktiven Regiments 116 ihren Einzug in die alte Garnisonstadt hielten! Wir lasen die ausführlichen Berichte über die Einzugsfeierlichkeiten in der Reichshauptstadt, über die Begrüßungsreden der „Volksbcauftragten" und „Vollzugsräte" nur noch mit halbem Interesse, denn die.Wiederkehr unseres heimischen Truppenteils bedeutet für uns Oberhcssen, obwohl wir in etwas ruhigerem politischen Fahrwasser segeln als die Großstädter an der Spree,' die gleiche Erhebung der Herz«! und Geister. Sie kehren uns wieder, die wir in den ersten Augusttagen des Jahres 1914 nach jener denkwürdigen Abschicdsfticr in der Urriversitätsaula hinausziehen sahen — und es sind doch nicht dieselben von damals, die wir jetzt begrüßen, indem wir die Vielen betrauern, die in fremde Erde gebettet sind. Das gibt dieser Einzugsfeier, die Tausenden das froheste Ereignis seit langer, langer Zeit ist, einen gedämpften Klang. Am Abend erfuhr man sodann, daß der Waffenstillstand mit dem Feinde bis zum 17. Januar verlängert worden ist, nicht ohne daß die triumphierenden Wcstmächte noch weitere Stücke deutschen Landes zur „Sicherung" der Friedensverhandlungen, wie sie sie führen wollen, an sich reißen. Das ist ein weiterer herber Beigeschmack des festlichen Tages. Wir wollen den trüben Aus- und Rückblicken nicht so viel nach-hüngen; die Gestalt der tröstenden Pallas Athene, der Berklärerin der Heimkehr, schwebe uns voran und rufe uns, wie den Jthakern, mildernde und lindernde Worte zu.
Es war eine kernhafte, wohlgeordnete und trotz großer Verluste noch recht ansekmliche Truppe, etwa 1100 Mann, die unter 85 Offizieren ihren Einzug durch das Walltor hielt. Vor den Toren der Stadt wurde das Regiment durch den Chef des Generalstabes der 1. Armee, Herrn Oberstlentl- nant H«sse und zwei weitere Herren des Stabes, begrüßt. Bis vor die Stadt war auch ein Teil der Bürgerschaft geeilt, die das Regiment geleitete. Wenige der alten Gesichter — über 430 Offiziere sind während des Krieges durch das Regiment gegangen, ein stetes Kommen und Gehen. Frohe, gesunde Männer, ungebrochene und unbesiegte Kämpfer, mit geschultertem Gewehr und mit Blumen, Bändern und Fähnchen in den Nationalfarben geschmückt. Alles ist hingerissen von der Freude des Wiedersehens, und so pflanzt sich das Gewoge unter den schmetternden Weisen der Regimentsmusik fort durch die innere Stadt, den Seltersweg und die Süd-Anlage. Am Selterstvr brachten Schüler des hiesigen Pädagogiums unter ihrem Direktor dem Regiment eine Kundgebung, worauf vor dem Stadthanse der große festliche Empfang durch den Stadtvvrstand und die Behörden folgte. Es war ein schönes, ergreifendes Bild- wie sich das Volk der .Heimat und das Volk in Waffen wieder einträchtig zusammenfanden. Wie ein Gelöbnis ging es durch die Heimkehrenden und die ergriffene Menge. Von der Tribüne des Stadthauses ersck-ollen nach einem Trompetensignal kurze Ansprachen, der Regimentsführer, zu Pferde, antwortete.
Oberbürgermeister Keller sprach folgende Begrüßungsworte:
Unfern U6eni. den herzlichen Willkommengruß der heimatlichen Garnisonstadt zu entbieten, hat die Stadt- verlretung hier vor dem Stadthanse sich versammelt. Lang? ift's I)er — mehr als vier Jahre —, daß wir dem ausrückenden Regiment die letzten Abschieds grüße zuwinken durften. Ausmarsch und Heimkehr, welche Fülle gewaltigen Geschehens mitten inne! Doch, wie verschieden Lage und Kriegsglück im Wechsel der ^ahre sich gestalten mochten, eins blieb sich gleich: die Liebe uni* Treue, mit der Gießens Bürgerschaft das Regiment allezeit begleitete, bei herrlichen Siegen und in; bangen Stunden, im Feuer der Schlachten, wie im Verhau der Stellungen. Das alles war unser Fühlen und Erleben, unser Stolz und unsere Freude. Das war auch unser Leid: denn vielen braven 116 crn und mit ihnen manchen Bürgern unserer Stadt ward beschieden, ins ehrlich Soldatengvab hinabzusinken.
Heute aber tragen wir die Köpfe l>ocki, lassen Fahnen wehen, im frischen Grün die Häuser prangen und rufen freudig bewegten Herzens dem heimkehreirden Regiment entgegen: Willkommen
iir Gießen! , ^ „ . ,
föcict) an Ehren kommt das Regiment aus dem Kriege zurück. Seine Leistungen an Mut, Entbehrung und Tapferkeit, sein opferreiches A u s h a r r e n gegen erdrückende Uebermacht werden als unvergleichliclw Ruhmestaten und leistende Beispiele der Geschichte dieses Weltkrieges erhalt ent bleiben.
„Die Waffen rnhn, des Krieges Stürme schweigen." So oft jedoch die Erinnerung an dieses ungeheure Völkerringen lebendig weiden wird, werden Gießens Bürger bis in feruftie Zeiten voll Stolz und Dankbarkeit reden von „ihrem" Regiment, das treue Wacht im Westen gehalten und die Heimat sicher behütet hat. Wir grüßen swlz und dankbar -die Helden vom Reai- Wcnt 116. Willkommen, willkommen!
Herr Schindlm-eier
rief namens des Soldatenrates den Kameraden ein Willkommen 'zu, indem -er des neuen Baues unseres Reiches gedachte, zur Mitarbeit aufforderte und mit einem 5)och auf das freie deutsche Vaterland schloß.
Der Rektor der Universität,
Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Strahl hielt etwa folgerte Ansprache:
Mit kurzem, aber lierzlichem Wort will die Landes-Universität, wollen Lel-rkörper und Studen'en dem hcimkehrenden Regiment 116 einen Willkommen-(Ämß entbieten. Wir glauben ein Recht dazu zu haben. Tenn solange das Regiment in Gießen seinen Standort hat, sind wir mit ihm aufs engste verbunden: nicht wenige unserer Dozenten haben ihm angehört, viel tausend unserer Schüler smd auch durch seine Schule gegangen. Gemeinsame Arbeit eint, und gemeinsam haben wir in all den letzten Jahrzehnten gearbeitet, gearbeitet an der Ertüchtigung unserer.akademischen Jugend. Wenn wir sie in das wissenschaftliclxe Leben einführcen, haben Sie den Wrper gestählt, daß er in Ehren in seinem Teil beitragen konnte zur Erfüllung der g^valtigen Aufgaben der letzten Jahre. Wenn ich versuche, den alten Wahlspruch unserer Ludoviciana zu verdeutschen, so mag er lauten:
In Waffen wie in Wissenschaft,
In beiden rul-et uns're Kraft.
Daß Sie hierzu an Ihrem Teil gelwlfen, danken nnr Ihnen lrnt an dein Tage, da Sie wieder in die .Heimat zurückkehren und wir bitten Sie, daß es zwischen ams beim alten bleiben möge, heute imd morgen und immerdar.
Besvrrders packend klangen dann die Worte des
Herrn Böller,
der für den Verein ehemaliger 116er sprach. Ein 70-Millionenv-vlk könne und' werde nicht untergehen; die draußen bewährte Kraft der Kämpfer werde auch für den geordneten Ausbau im Innern das Letzte auflvenden.
Der Regimentsfühnr, Major Zickendrnht^ dankte für den eindrucksvollen Empfang an dem Tag, der von allen Regilnentsangehörigen in 4>/ 2 Fahren so oft herbeigesehnt worden sei. Er gedachte mit stimmungsvollen! Wort der Gefallenen und Venmrudeben, die nun heute nicht mit eiicziehen könnten. Die Zurtickkehrenden würden auch in der kommenden Zeit treulich ihre Schuldigkeit tun. Auf die Stadt Gießen und das deutsche Vaterland brachte er sein Hoch> aus.
Die vielköpfige Menge sang daraus begeistert unser altes „Deutschland, Deutschland über alles". Der dem Einzug von der Tribüne zuschauende Kommandeur der Hess. Division, Generalleutnant Exz. v. Dreßler und Scharfen stein dankte sodann, der Stadtverwaltung ebenfalls für den wunderschönen Enrpsang. Durch die Lehrerschaft rourden Zigarren verteilt, die zum Teil von. der Mrma Emmeltus.gestiftet waren. Die Firma Gail hatte der Stadtverwaltung für jeden Soldaten zwei Päckchen Tabak zur Verfügung gestellt. Die Bevölkerung spendete reichlich Liebesgaben. Die Metzgerinnung mrd die Bäckerinnung ließen in der Kaserne Würstcheu und Brötchen verteilen. Dorthin zog das Regiment unter klingendem Spiet weiter. Major Zrckendraht verabschiedete sich vor der Kaserne vom Regiment nrit einer allen einzelnen dankenden Ansprache, die vom ältchten Bataillons kormnandeur, .Hauptnr a nn Frei- h»err Gans Edler 5^err zuPutlitz, mit einem Hoch auf den Regiments führer erwidert wurde.
*
Das Regiment hat einen ermüdend«! Marsch hinter sich. Es hat vom 11. November an bei mehr als 20 Marschtagen wohl über 500 Kilometer zu Fuß zurückgelegt! Vorher stand es in Rnckzugskäinpfen vor der An twer Pen-Maas-Stellung. Bei Valenciennes und östlich davon bestand cs die letzten Kämpfe mit dem Feind. Dann durchguerte es Belgien, zog südlich an Löwen vorbei, durch Lüttich hindurck> das von den Belgiern schon festlich geschmückt war, aber nicht zu Ehren unserer deutschen Krieger! In Lötven hatte sich gar schon ein „Cafe Wilson" aufgetan. Das Regiment, das in Belgien teilweise letzte 9öachhut war, besann sich aus die reckste hlegenkund- gebnng und hielt die deutschen Fahnen hoch. Bei Herbesthal wurde am 24. November 11 llhr abends unter den Klängen der Regiurentskapelke die Grenze überschritten. Die Bevölkerung der deutschen Städte und Dörfer bereitete den heimwärts' Marsckfferenden die beste Aufnahme, ging es über Düren nach Köln, von dort an: 28. November unter den Klängen der „Wacht am Rhein" über die Hohenzollern- brticke. Die Ueberfüklung der Mcrrschstraßen bedingte es, daß der Marsch nach Nordosten ging; in Remscheid, wo das Regiment vier Tage rastete, wurde ihm eine ungewöhnlich gastliche Auftrahnie zuteil. Die Einwohner wetteiferten geradezu iiw Angebot von Nahrung und Qu-artier. Der weitere Rück:narsch ging über Radevornrw'ald, Erndtebrück, Laasphe, Weidenhausen, Staufenberg. Trotz der Beschlverlichkeiten blieb kein Mann zurück. Auch die Pferde hielten sich gut. Der Troß beim Einmarsch in Gießen zählte über 100 Wagen und über 330 Pferde. Nichts wurde unterlvogs veräußert; überzählig geloordene Pferde sollten der hessischeir Landwirtschaft mitgebrachit »verden.
Aus der K r i e g s g e s ch i ch t e des 116er Regiments hat uns der Regimentsadjutant, Herr Leutnant Zschorlich, der dein Regiment seit 10. Mai 1915 angehört, übersichtliche Angaben gemacht, worüber w^ir, wie auch über die Erlebnisse der übrigen Gießener Truppensornijationen, in den nächsten Rumrnern unseres Blattes berichten werden. Es geht daraus hervor, daß das aktive Regiment 116 auf dem loeftlickien Kampfplatz unablässig in der heißesten Front gestanden hat. Es gibt kaum eine große Offensive oder Abwehrschlacht, an der die 116er nicht lebhaften Anteil gehabt hätten.
Der waffcnstillstanLsverttag bis N- Januar verlängert.
Trier, 13. Dez. (WTL^O Der Waffenstillstands- Vertrag wurde beute bis zum 17. Jarn ^' 1019 verlängert. Diese L>erlängerung wird vorbehaUluh bei: bex oUikatot
Regierung bis zum Abschluß des Prälimimrrsnedens ^ausgekehlt werden. Das Oberkommando der Alliierten behält suy vor, d rv neutrale Zone auf dem rechten Rheinuser itoro- lich des Kölner Brückenkopfes bis zur. lwumümcoeltz Grenze zu besetzen. — Zu Beginn der Sitzung teilte Marschau Foch im Namen des amerikanischen LebensmittelkonLrolleuroi Hoover mit, daß die in Deutschland liegenden 2,5 Millioneir gönnen Schiffsraum unter Kontrolle der Alliierten zur Versorgung Deutschland s z u r Vers u g u ng gestellt werden müssen, wobei die Schcsse selbstverständlich deutsches Eigeirtum verbleiben mrd mit deutscher Besatzung! versehen werden können. Diese Versorgung mit Lebensmitteln wird von zwei Kommissionen geregelt werden. Eine, welche die Lebensmittel auffaust, I>at ihren Sitz in Paris, wahreiid die mit der Verteilung und dem Transport beauftragte ihren Sitz ur London hat.
Die Untersuchung rechtswidriger Behandlung der Kriegsgefangenen.
Berlin, 12. Dez. Die Kommission zur Untersuchung der Anklagen Wege n Völkerrechts widriger Behandlung der Kriegsgescmgenen m Deutschland hielt unter deni Vorsitz des Professors Tr. Schücklng gestern eine Vollsitzung ab, nachdem sie am Vormittag das Gefangenenlager in Töbritz besichtigt hatte. In der Sitzung wurde übec die bisherige Arbeit der ch et. die in der Hauptäche in der begönneren Durchstcht des uriHemein umfangreichen Aktenmaterials des Auswärtigen Amts besteht. Es handelt sich darum, über 1100 Akten- bände durck^usetzen, in denen die Torgelegenheiten der 'eurdkichen Kriegsgefangenen enthalten sind. Es wurde feftgestellt, ^ welche Arten von Beschocrden zunächst zum Gegenstand der Untersuckping gemacht toeriieri sollen. Zu den -aus den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung bei der Kommission gemachten Anregungen, - ihre Arbeit auch auf die völkerrechtsfoidrige Behandlmrg deutscher Kricgsgef-angener im Auslande zu erstrecken, fvurde festgestellt, daß das Ddaterial hierüber schon an anderer Stelle gesammelt wird nnd zu gegebener Zeit der Oeffentlichkeit unterbreitet werden sÄl.
Die englische Blockade der Oftseeküste.
Berlin 12. Dez. (WTB.) Der durch den Waffenstillstand den Engländern erlaubte Eintritt in die Ostsee, den sie während des ganzen Krieges zu erzwingen nicht gewagt haben, hat den ungestörten Berkel-r zwischen den deutsc^n und den nordischen Häfen mit einem Schlage lahmgelegt. Die Engländer verhängin über die deutsche Ostseeküste eine Hunger- sperre und entziehen Deutschland auch die Stellen der Versor^ gung, die es währeird des Krieges noch hatte. Das geschieh! nach Abschluß des Wasfenstillstandes, in d.ffien Artikel 25 die ausdrückliche Zusage gemacht war, Deutschland während der Dauer des Waffenstillstandes in dein als notwendig erkannten Maße mit Lebensmitteln zu versorgen. Auch die nordischen Länder bleiben vom dieser neuen englischen Vergewalttgung nicht unberührt. So liegen z. B. in Deutschland mehrere Dampfer mit Salz, Petroleum usw für den nordischen Heringsfang. Die Ge'ahr der Kaperung verhindert diese Dampfer, die Fahrt nach Norioegeu anzutreten. Eb.mso liegen in nordischen Häsen Dampfer mit Fischprodukten für Deutschland, die verderben, weil die Engländer ihre Hungersperre auch ans die Ostsee ausgedehnt haben.
Die dänischen Fordernngen.
Kopenhagen, 12. Dez. (WTB.) Das Regierungsblatt „Polittken" schreibt in einem Artikel „Nordschleswig" über die übertriebenen Forderungen an Land, die von gewissen Kreisen Dänemarks bei der bevorstehenden Lösimg der nordschleswigschen Frage erhoben werden, unter anderem: Zu einem Zeitpuntt, wo das Interesse für Nordschleswig in Dänemark zur Aufstellung von üücwtriebenen Wünschen führte, setzte der nord- schleswigsch Wählerverein mit Bestimmtheit die nationalen Rechte des dänischen Volkes fest und schuf dadurch die Bedingungen für die einzig richtige Lösung der nordschleswigschen Frage. Alle Tendenzen, die darauf hinauslausen, daß Dänemark nur versuchen soll, sich möglichst viel Landgebicst zu sichern, werden am politiscknn Verständnis und wachn Wirklichkeitssinn der nord- schleswigschn Bevölkerung abtprallen.
Der Zionismus.
Haag, 12. Dez. (WTB.) Das jüdisch Korrespondenzbureau meldet aus London, daß die I u d e n ans der F r i e d e n s k o n g f e t e ii 5 die Anerkennung des historischen nationalen Rechtes des jüdischen Volkes auf Palästina und die Möglichkeit zur AnstedlunA in Palästina derjenigen Juden, die es wünschn, und das englisch Protektorat über Palästina für die Uebergangszeit von 25 Jahren durchsetzen wollen, bis eine 9Nillion Juden oder mehr im Lande anwesend und imstande sind, selbst die Regierung zu übernelnnen. Der Korrespondent des jüdischen. Kvrrespondenzbureaus erfährt! von gutuitterrichteter Seite, daß die Alliierten auf der Friedenskonferenz die Zionisten in dieser Mchtung unterstützen loerden.
Line Rede des amerikanischen Marinemimsters
i. Köln. 14. Dez. Meldung, der „Köln. Ztg" ans deni Haag? Das Hollandsch Nieuive-Bur^ian meldet aus Washington: Bei Erörterung der Flotten Vorlage imKvngreß hielt M a r i n e ni i n i- ste r Daniels eine Rede, in der er auch viele wichtige Puntte ivc Zusammenchng? mit dem Frieden berührte. Er erklärte, A m e r i k a werde keine Entschädigung verlangen sondern es loerde darauf beste chm, daß der Friedensvertrag eine Bestimmung cmtlmlte, die den kleinen Staaten genau dieselben Rechte gewährt, wie den großen. Jede Bestimmimg in dem Mkvinmen, die zu neuen Kri-ogen Anlaß gel>en könnte, ntüfic im bedingt so rts allen. Solange die anderen Mää>te nicht abrnst'v.m< müsse auch Amerika sein Heer und seine Flotte belxrltm. Tic Ver. einigten Staaten würden von der Friedenskonseren; Gerechtigkeit verlangen, nnd nicht gestatten, daß Rache geübt werde. Es müsse aber eine Macht da sein, die die Erfüllung der Friddensbedingnngen sichern können, nnd die weiterhin die Erfüllung der Urteile deS Weltgerichtshofes durck^zufetz.-n vermöge. Tic-} könne nur durch die Flotte geschehen. Daniels freanimortete Ntnn die Frage der Kanfsalwteiflotte und sagte, ducke müsse möglichst kräfttg sein. Amerika l>abe jetzt die Aufgalv, Hilfe zu dem Wieder, ausbau zu leisten inrd in erster Lüne zur Weltenreuerung chckzu- tragen.
Präsident Wilson als Vermittler.
Paris. 12. Dez. (WTB.) Havas. Die l^nuiniscl^ Ee'andt- schaft gibt bekaimt, daß Peru die Vermittlung ivs Präsidenten Wilsonim Streit mit Chile ang^rommen chtt.
Eine Sclbstbiographie des Kaisers'?
D o n d e r S ch weizerGrenze, 12. Dez . .Daily Ex vreß^ veröffentlickst eine Depesche aus AmsteoOam, laut welch x der Kaiser mit deutschen Fachmännern auf dein O^ebiete des internationaler^ Rechtes über seine persönliche Zuge VcrchandbMLN führt. Döchs


