' ««McheeLeN.
©et XL’: Die Wahlen Kirr verfassuugsgebenden Deutschen Na- timtalversammlmrg.
An den Oberliürgrrmristcr zu Kietzen und die Bürger-- meistereren der Landgemeinden des Kreises.
Nachdem dre SüaJjHeu Kur versiasfuvgSAckenbar Deutschen Na- ttkmalv.-rsümniluiu- durch 8 24 des Rerck-Si Wahlgesetzes vonr 30. No- vemix'r 1918 (Revch^gesetz-BIatt S. 134h^-cmf den 16. Februar 1919 PestseseA worden sind, beanftvaD» wir Sie, das zur Bor- beveinneg d-s Wahlgesä-ästes zunächst Ersiorderliche — Aufstellung der Wählerlisten — ohne jeden Verzug zu veranlassen.
Wir venveisen in dieser Hinsicht auf §§ 2 3. 4, 7 und 9 Abs. 1 des Reiä-Ävah!gesetzt icnd §8 1, 2 und 9 der Wahlordnung vom 30. November 1918 (Reichsgesetz-Blatt S. 1353).
Das Formular zur Wälilerlrsde (doppelt^, sowie dasjenige zum Pwtokoll wiiL> Ihnen in der Kürze zugeschickt werden. Einlagebogen g^ hen &fttm von der Herbert'scheu Buchdruckern. Tarmstudt. Wendelftadtstrotze 6. zu.
Wir sehen uns veranlagt, Ihre Aufmerksamkeit noch auf folgendpc Punkte besonders lchrzulenken:
1. Für die ordnungsinälzige Durchführung der Wahlen und damit für das Ansel-en der verftrssungä^'benden Deutsclieir 8!a- tionalverscmrmlun^ ist von entscheidender Bedeutung, das; die Wählerliste eine nwglrchst emüvmchsreie GrmMng-e bildet. Tie Vorscheinen über die Äufflellung der Wählerlisten entspvecknen im all- yemeinen dem RriäMagswaht recht und der Wahlordnung für die Hessische VvWkammer. Die Anfertigung der Wählerlisten wird gIgeMvärtig im Hinblick auf die Heimkehr der neuerdings tvahl- bevechigten Truppen solche die im Gange befindlicl^ Bevölkeruugs- versckjiieb-ung infolge der Umstzeklunig der Kriegsbcknstrie besonderen Echwierigs'.nten begegnen. Es cmpfieht sich daher, als Uirterlage für die Wählerlisten alle irgendwie geeigirelen Erkenntnis- qiueklen, z. B. die Listen der BrotkvmmissiMr und der gl. zu Rate zu ziehen. Tie Vvrbevcätungen sind, salls nötig, unter Heranziehung von Hilfskräften derart zu fördern, dast die
Listen spätestens Mit Jahresende fertiggc stellt sind. Mit Iusdimnrung der Kve^iclZulllvnnmssion. Gie^n empfehlen wir Ihnen, auch die L-chrerscl^aft um ihre Miumrlung anzugchen.
Ter Tag. an dein che Wählerlisten auSzulogen sind, nnrd von dem Staatssekretär des Iimern geinäst 8 3 der Wahlordnung festgesetzt werden, sobald die am 16. Dezember ds. Js. zusammen- tvetende NeichSversaimnlung Deutschlands zur Festsetzung des Wahltages ihre Zustnnmung erklärt haberr wird. Es ist in der Wahl- ortnrung folgendes abweichend vom bisherigst Recht bestimmt worden:
1. da st die StimmbeziilL burchschrittlich nur 2500, höchstens 3500 Einwohner unckassen sollen (ß 9 Abs. 1 der Wahlordnung),
2. dast die Wahlzeit um 2 Stunden verlängert werden soll, so dast sie bereits um 9 Uhr beginnt und erst um 8 Uhr abnws enchgt (§ 31 und 8 o9 Ms. 1 der Wahlvrdirung),
3. dast zu Wahlvorstehern, Beisitzern ustv. auch Staatsbeamte ernamtt werden sönrren.
Tcnlgemcist bestimmen wir zanmchst:
a) Tie Eintellnng der Stadt Gießen (mit Schrffenberg und Herrwvald) in Stimmbezirke wird besonders vekanntgemacht.
b) In deit 64emeindeir Heuchelheim Lich (mit Albacher Hof, Colnhansen, Mühlsacl>serr, Meilbach) mvd Wieseck werden je 2 Stimmb-Hirke mit den Ansaitgsbnchstaben A—K und L—Z gebildet.
c) Es ocfyöten Aritsburg MM Stimmbezirk Eberstadt, Hof- Güll zum Stimmbezirk Muschenhcini, Appenborn zum Stimmb.'zirk Odenhausen, Ring-lshausen zum Stimmbezirk Rabertshausen, Hof-Grast zum Stiinmbezirk Rodl-eim, Kirch- berg zrim Stimmbezirk Ruttershausen, Botin buch, Veitsberg und Wirrbmg zum Stimmbezirk Saasen, Friedelhausen zmn Stimmbezirk Staufenberg.
d) Wavenborn-Sternberg bilden einen Stimmbezirk.
Giesten. den 6. Dezember 1918.
Kreisanrt Gießen.
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Dr. Usinger.
IfWB
Bekanntmachung
betreffend den Erlaß eines Verbote des Brennens von fcartoneta, Vom 3. Dezember 1918.
Ans Grund der §8 12 ff. der Bimdesratsbekanntmachiin <t die Errichttmg von Prets-Prüsungsstellen und di.. Versargungs- regelung vom 25. September bzw. 4. November 1915 ttnrt> Imrnut im Einvernehmen mit dem 9teichseroährungsamt bestimmt:
8 1. Das Verarbeiten von Kartoffeln iu Brennereien ist oet* boten. — ,
Tie hierdurch frei werdenden Kartoffeln tonnen von den Komnmnalverbänderl zu Speisezwecken in Anspruch genommen werden.
8 2. Ausnahmen von dem m 8 1 erla,jenen Verbot kann dre Unterzeichnete Behörde gestatten.
8 3. Zuwiderhandlungen gegen das in 8 1 enthalten Verbot werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.
Darm stadt, den 3. Dezember 1918.
Hessisches Lcmdesernährungsamt.
Neu mann.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Vorstehende Bekanntmachung ist sossrt ortsüblich zu veröffentlichen. Die Brennereien sind besnndevs zu bedeuten. Giesten, den 9. Dezember 1918.
Kreisamt Gießen.
Dr. Usinger.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 12. Dezember, vormittags 10 Uhr, werden im Sckmlhaus zu Schotten 100 Militärpserde versteigert. Gießen, den 9. Dezember 1916.
Kreisanrt Gießen.
J.V.: Welcker.
ronn^erfflnic Mcntkser des §ftrn Salami) JuilcS.
Roman von A. H. Adams.
(Nachdruck verboten.) (27
(Fortsetzung.)
Schaudernd wies Gabrhad diese Befürchtungen von sich. Er konnte einen so starken Mann wie Herrn Beach nicht getötet haben. Aber die andere und schrecklichere Möglichkeit blieb noch: sein Bankdirektor ivcrr nicht perletzt ivor- den, ober er trug nun in seiner Dasch? jene fatale Fülyrbo-ot- rnorke, deren dummer in den Büchern der Mhrbootge- feLtfdjcrft 0>a.l<chads Namen aufwres. Am Mvrgeli würde er sein Schicksal erfahren — und was würde dann aus Em und den Kindern werden? Werrn Galahad an seine Frau und au seine Familie dackM, tat es ihm leid, daß er Herrn Beach nicht getötet hatte.
. Aber die schwache Möglichkeit verblieb rroch, daß Herr Boach die Fährmarke nicht hatte. Sie konnte möalicl)erweise bei der FluckZt durch das Buschwerk von der Kette abge- rissen sein und würde vielleicht niemals gesundst rverden. Darm war er sicher. Es sollte ihm eine Lehre sein, sich nie ^wieder in andrer Leute Augebegenheiben m mischen und ’HriemoIä Em zu verlassen. Er wollte Swyl nie Wiedersehen. Em war gut genug für ihn.
In dieser pessimistischen Seelenstirnrnung erreichte er sein Hans. Aber als Gatahad in den „Borsaal" schlüpfte, war er -nicht ganz so sicher, daß Em gut genug für ihn sei.
denn ies swar eme mitzerorde ntlich zornige Em, die ihrem ber- lovenen Eheniann Auge in Auge gegenüberstand.
„Das, sind ja schöne Geschich>ten für einen ehrbaren verheirateten Mann Y' fuhr sie ihn an, als ihr argwöhnischer 5)<rus fronen blick sein völlig in Unordnurrg b^^tenes Aeuße- res umfaßte. All die wilden Zweifel, die rhr ^>irn in Aufruhr gebracht hatten, nahrnen eine bestimmte Form au, als sie ihren Manu vor sich sah. Nichbt umsonst hatte er sie an diesern Aüorgen geküßt! Aber sie lvar entschlossen, sich nicht länger betrügen zu lassen, sie, die so lMrge eine gute und treue Frau gewesen war. Nein, sie war entschlossen, es „herauszirkriegew".
„Wo l^ast du gesteckt, du — du venvorsener Mensch?"' fragte sie streng.
Der Verworfene verlor ganz und gar den Mut. Das war nicht seine Em, dies strenge, beleidigte, dicke Weib war sicherlich nicht jene Em, mit der er sich wieder ganz und gar aussöhnen wollte, nicht jene Em, die er erst am selben Morgen so verwegen geküßt I-atte. Gr zog sich unmerklich hinter einen Stuhl zurück, mit dem erfolggekrönten Bemühen, vor jenem durchdringenden Blick seine feuchten Hosen und Stiefel zu verbergen.
^I>ch bin auf der Bant gewesen," log er.
„Und auf der Bm;k bist bu so verprügelt worden?" höhnisch lachend zurück. „In irgendeiiver gemeinen
pe bist du gewesen und bist betrunken. O, daß mein Ehegatte betruirken nach Hause kommen muß!" janrmerte sie.
„Em, ich bin vollständig nüchtern," erwiderte er, ent
rüstet darüber, daß seine Frau ihn der Trunkenheit bezichtigen konnte. Diese Besckmldigung wenigstens konnte er zurückwcisen. ,^ch bin heute nutzt einmal in der Nähe einer Bar gewesen."
Sie kam urwermerkt näher und hielt ihr Gesichi dicht qn das seine. Während eines Augenblicks des Staunens dachite Galcchad, daß ein Wunder geschehen, daß sie ihn küssen werde.
Aber sie wollte rmr riechen. Sie roch ihn cm und war wider Willen zufriedengestellt Er hatte nicht getrunken
„Dann bist du mir untreu gewesen," fuhr es aus ihr lievaus „Mir untreu, die ich dir ein treues und liebendes Weib gewesen bin während all dieser Jahre!"'
„Nein, nein, Em," widersprach er etwas weniger kühn und, weil nun seine schwache .Kraft zur Lüge erschöpft war, sagte er ganz jämmerlich: „Es ist lvahr, Em, daß ich nichl auf der Bank gewesen bin Ich bin in allerhand Verwicklungen geraten und es werden noch allerhand Dinge nach kommen Ich bin sehr töricht gewesen. Durch ein Mißver ständnis habe ich einen Mann zu Boden geschlagen."
Seltsamerweise glättetw sich die Mieiren seiner Frau. „Dir hast ihn zu Boden geschlagen?" sagte sie voll atemlosen Erstaunen;s. Es war fast ein Frohlocken in ihrer Stimme, als sie ihre Frage wiederholte.
„Ö ja! Ich habe ihn geworfen," praUte Galahad, da der Triumph des Kampfes ihm bei der erregten Benninde- rung seiner Frau wiederkehrte. „Er ist scheckcher davon- gekommen als ich" (Fortsetzung folgt.
volkbund für Freiheit und Vaterland
- ----- Vttrgruppe Gießen. ======
Einladung sw Mitglieder-Versammlung
Mittwoch. 11 . vezember. abends 8 1 /* Uhr. im Gafthos ..hindenburg". Vortrag des Herrn Prof. Dr. Gmelin über die
Vevhöltnrswahlen.
Die Einführung von Gästen ist willkommen.
9555D Der Vorstand.
Bekanntmachung.
ES wird daraus aufmerksam gemacht, dost die Unler- erhebstellen inlAstenbatn, Londorf, Lumda, Qdenbanfen, L^ueckdoru und Saafcu bet der BezirkS Svarkasse in Gründers Ueberweiiuttgskouten unterhalten. Den Ein« wobneru der genannten Qrte und der in Betracht kommenden dtachbarorte wird zur Verminderung de« Bar- Geldumlaufs dringend empfohlen, künftig ihre Steuern und sonstigen Schuldtgkelten an die Untererhebstellen durch Ueoerweisung zu entrichten.
Grünberg, den 10. Dezember 1918.
Verirkskaffe Grünberg. 9446D
Höchstpreise für Brenn- und Heizstoffe.
Unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 2. Sevt. dS.Jö. bestimme ich hiermit, dast der Preis für den Zentner. Braunkohlenbriketts 2,18 Ält. nicht übersteigen darf.
Gienen, den 9. Dezember 1918. 95478
. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien, Beigeordneter.
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