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vermischte».

Die Chemie deS KaNeemittelersaheS. Bohnenkaffee kennt man heutzutage nur mehr so gut wie vom Hörensagen. Wir haben uns allgemein an die Ersatzmittel gewöhnt, und es ist sehr wahrscheinlich, das; viele Verbraucher nuS gesundheitlichen und finanziellen Erwägungen auch nach dem Kriege dem Ersatz treu bleiben iverden, zumal auch in der UebergangSwirtschaft mit einer argen Kafieeknappheit zu rechnen wird. Mit um so größerer Aufmerksamkeit begegnet man d^her der Herstellung der Kaffee-Ersotzmittel. Die Kenntnis der chemischen Vorgänge hierbei ist, wie Geh. Rat Paul im Lebensmitkelgewerbe cniSfiihrt, nicht so groß, ivie es bei der Bedeutung der Kaffee-Ersatzmittel vermutet werden müßte. Das gilt für die bereits seit langen bekannten Erzeugnisse aus Zichorien, Rüben, Getreide, Malz. Hülse,,fruchte, Eicheln. Zeigen unv., es gilt aber auch noch mehr sür die erst in letzter Zeit aus den Markt gelangten Ersatzmittel, zu deren Her­stellung eitie ganze Reihe bisher noch nicht benutzter und chemisch nicht erforschter Rohstoffe, z. B. Spargelbeeren, Weißdornsruchte. Kartoffelschalen, verwendet iverden. Meist bedingen die aus den Rohstoffen hervorgehenden karamelhaltigen Röststoffe ben Geschmack itnb die Farbe der Ersatzgetränke. ^ ie Aufgabe der nächsten Zukunst ist eS also, den Gehalt der Rohstoffe au Rohrzucker, Stärke und an deren Stoffen «nd ihr Verhalten beim Röstvorgange unter Berücksichtigung von Temperatur u,id Dauer der Röstunq einer Untersuchung zu unterftehen. Durch genaue chemische Prüfungen wird man zu einer Verbesserung der technischen Bereitung der Kaffee-Ersatzmittel gelangen unb auch den Genuß,vert dersertigen Kaffee-Ersatzgetränke erböhen können. Die Umschau findet daher mit Recht, daß die Bedeutung der chemitchen Forschnng für die Kaffee-Ersatzinitlelindnstrie nicht hoch genng einznschätzen ist. Ein vollivertiges Surrogat für den Bohnenkaffee wird ja wohl auch ani diesem Wege nicht zu finde,, sein, doch ist es sicherlich höchst erfreulich, wenn ein möglichst hochwertiger Ersatz in der UebergangSwirtschaft ans unserem Tische düstet.

Leinöl-Ersatz. Wie die Papier - Zeitung berichtet, ist eS einen, schwedischen Ingenieur gelnnge aus heimatlichen Roh- stoffen, die in vollkommen zureichender Menge vorhanden find, ein Präparat herznslellen, das, wenn,an dem Zeugnis von Fach­leuten Glauben schenken dark, alle Eigenschaiten des Leinöls hat. Dieser Leinöl - Ersah ist hell und von angenehmem Geruch, uiid der Preis des Ersatzes stellt sich in, Verhältms zu den Kosten des echten Leinöls verhält»,ismäßig recht niedrig. Die Erfindung ist

berett« angekaust worden und dt« Fabrikation deS Leinöl - Er­satzes in vollem Gange.

vücherttsch.

Infolge deS Parker- und Platzmangels können vorläufig die Buch' eingänge nur verzeichnet werden. Eilte Besprechung ist nur in den allerseltensten Fällen mögliche.

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Wie erziele ich Kohlenersparnisse im Haus­brand von Friede. Barth. Verlag Karl Koch, Nürnberg. 1918. Preis 50 Pf. '

Deutsche Alte rtüm e r im Rahmen deutscher Sitte. Eine Einführung in die deutsche Altertumswissenschast. Bon Pros. Dr. Otto Lauster. 142 Seiten mit zahlreichen Ab­bildungen (Wissenschaft und Bildung, Bd. 148). Preis gebunden 1,50 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1918.

Ludw ig, Ganghofer. Das große Jagen. Ein Roman ans dem 18. Jahrhundert. (Gw-bäsche Sammlung von Wetten zeit­genössischer S<s/r ist steiler, Band 183.) Berlin, G. Grote.

Der V öl ke r krieg. Eirie veich illustrierte Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Herausgegeben vvn Tr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Heft

Nulnmer 3934 dar LeipzigerJllustrie rten Zei­tung". (Verlag I. I. Weber.) Enrzelpreis beträgt 2 Mark.

Di e W e l tbü hn e. der Schaubühne XIV. Jahr, Wochen­schrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, hevausgegeben von Siegfried Jacobsohn Nummer 47.

letzte Nachrichten.

Die VerchanÄümgen mit dem Feind in Mainz.

Mainz, 8. Dez. ZuM Vorsitzenden der deuts chen Kom­mission, die in Mainz mit den Vertretern der alliierten und amerikanischen Truppen die Verhandlungen über die Er­richtung des Brückenkopfes führen soll, ist von ter deutschen Waffenstillstands kom missivn der IMische Provinzialdiiertor Best bestellt worden. Au den Verhandlungen nehmen neben den mili-

lärifihm Sachverständigen auch B er M - ee der «nd preuvöchv: (üscubahnbehörde teil.

Die Fmn^sen in der Pfalz.

Ludwigshafen, 6. £e^. (Privattel.) Zur Besetzmra der Stadt Ludwigshafen wird amtlich mitgeteilt, daß heute früh der zukünftige französische Stadtkommandant. Oberst Frisch dem Bürgermeister einen Besuch abstattete und daß hierbei verschiedene wichtige Fragen, insbesondere auch jene über die Aufrechlerhaltnng deS Verkehrs zwischen Ludwigs- Hafen und Mannheim, besprochen worden seien. D« Notwendig­keit einer Ausoechterhaltung des Verkehrs wurde hierbei von dem Bürgermeisteramt ganz besonders betont, lieber die Sper­rung der Rheinbrücke ist nichts Bestimmtes bekannt.

Ein Aufruf des Ptttrzen Mur von Baden.

Wem die unserem Volke angetane Schmach ebenso heiß in der Seele brennt wie mir, der erhebe in Wort und Schrift sein« Stimme gegen die unerhörte Vergewaltigung, die feindliche Rach­sucht und Siegestrunken'heit über die Heimat verhängt haben durch Auferlegung erniedrigender Wastenstillstandsbcki'ngungen, die unser nalionales Leben in seinen Grundfesten bedrohen.

Er mahne den Präsidenten der Vereinigten Staaten an sein gcgebcnes Wort, einen Rechtsfrieden zu wollen und einen VöKer- bund zu erstreben, in dem sich Deutschland wie jedes andere Land und Volk seiner Eigenart entsprechend unter Wahrung» seiner Lebensbckingvrngen ungehindert entfalten kann.

Er weste daher den Präsidenten wähnend hin auf die historischen und tatsächlichen Grundlagen, auf denen Deutschlands Dasein ruht und deren Verletzung dieses Dasein und die .Gerechtigkeit gleicher­maßen zerstören würde.

Er zeige dem deutschen Volke welches durch die Wucht der plötzlich heveingchrvchenen Ereignisse wie gelähmt sein Schicksal erwartet, daß es jetzt unbckingt notig ist, seinen nationalen Stolz und seine Ehre zu wahren und wückig seiner Größe und Be­deutung als freies Volk sein Recht auf Selbstbestimmung und Lebensmöglichkeit zu fordern.

Unsere Waffen sind uns aus der Hand geschlagen, aber der deutsche Geist und der deutsche Charakter leben noch. Mit ihnen müssen wir Deutschlands Ansehen und Selbständigkeit bis zum Lleußersten verteidige, uns selbst die Treue wahrend, wie unsere tapfere Armee bis zum letzten Augenblick treu die Heimat vor feindlichem Einfall behütet hat.

z. Zt. Baden-Baden, im November 1918.

Max Prinz von Badem

tonn^rfamc Abenteuer des ßcrrn MW Im,

3üoman von A. H. Adams.

(26

(Nachdruck verboten.)

(Forffetzung.)

Ein Zusammenstoß, ein krmirpfhafres Zupacken, ein Fall Galahands Ansturm hatte seine Schuldigkeit getan. Sein Widersacher war für einen Augenblick betäubt. Mit Vtühe wieder auf die Füße kommend, taumelte Gatahad die Stufen Kür Mauer hinab, klammerte sich an ihren Sockel und be­gann ungeschickt um die Ecke hinurnM-klettern. Er glitt aus nt seiner Hast, fiel in das knietiefe Wasser und kam triefend, ober wohlbehalten auf der anderen Seite l-eraus. Er hatte sie gerettet. Er hatte auch Horace gerettet, obgleich ihm dies keine so überwälttgenoe Freude Umr.

Erst zwei Straßen weiter stand er im Schatten eines Torweges still. Dort brachte er seinen zerbeulten schwarzen Hut, ber lvährend der ganzen Zeit wunderbarerweise auf

durcktnäßt waren. Aus seinen Stiefeln sickerte Wasser her­aus, er war braun und blau geschlagen durch seinen Sturz, aber er war davongekomnien. Da bemerkte er, daß seine Ilhrkette lose vvn der Westentasche herabhing. Die Uhr befand sich richtig an Ort und Stelle, aber als er mit MLerndru. Fingern an der Kette entlangfuhr, wurde er sich

seines Verlustes bewußt. Bei der Rauferei hatte er seine Vierteljahrs nrarke sür das Fährboot nach Mos man verloren.

Jener Mann, der Bankdirektor hatte sie im Fallen ge­packt oder war sie verloren gegangen bei seiner Flucht durch den Garten, als er durch Büsche und Blattwerk brach? Die Frage war von größter Wichtigkeit, denn seine Marke war numeriert, und wenn der Brnkdirektor sie ihm bei ihrem Zusanrmenprall entrissen hatte, konnte Galahao Jones aus oen Büchern der Fährboots-gesetlschast identtfi- ziert werden.

Aber dann? Wie würde es ihm dann auf der Bank gehen?

6. Kapitel.

Galahad geht zu Bett.

Während seiner Fahrt über den Hasen Galahad war kühn bei dem Mann am Weghaspel vorüberstolzierl und wurde glücklicherweise nicht aufgefordert, seine Marke zu zeigen zerbrach er sich den Kops über die eine außerordent­liche Tatsache dieses außerordentlichen Abends. Wie kam es nur, daß gerade sein Bankdirektor ihn in Sibyls Garten ver­folgte? Was hatte ihn in jenes Haus geführt? Konnte er auch in Sibyl verliebt sein? Galahad schien es, daß jeder­mann auf der Welt in sie verliebt sein müsse, aber diese Er­klärung konnte den Tatsachen augenscheinlich nicht Genüge tun; denn ganz gewiß nxrr es Herrn Beachs Garten. Bei seiner Flucht war Galahad in Erstaunen versetzt worden durch die .Tatsache, daß sein Verfolger mtt allen Weg-

kürzungen sehr vertraut zu fern schien. Er hatte ihn ange­pirscht mtt der Geschicklichkeit eines, der jeden Zoll seines Bodens kennt. ,Offenbar war es auch sein Grund und Boden.

Dann hatte sich Galahad geirrt, als er die Adresse im Adreßbuch nachschilug. Aber nein; die Erklärung war schließ- lich lächerlich einfach. Das Mädchen hatte ihm gesagt, daß sie erst in den letzten Wochen in jenes Haus gezogen seien, und es war nicht anzunehmen, daß in dem Adreßbuch der­gleichen Allerneuestes zu finden sei. So war es denn Sibyl Beach, nicht Sibyl Weston, und er war von ihrem erzürnten Vater in dessen Garten, ohne irgendeine gültige Entschul­digung zu haben, ertappt worden. Auch hatte er den Eigen­tümer des Grundstücks in mörderischer Absicht angegriffen und fernen eigenen Bankdirektor zu Boden geschlagen.

Sein Bankdirektor war ein strenger und geLvichtiger Be­amter, mit dem Galahad, gemäß ferner untergeordneten Stellung bei der Bank, sehr wenig zu tun hatte. Und selbst dies Weniae war für Galahad Jones quälend gewesen, denn Herr Beach rief ihn nur dann in seine gefürchtete Gegen»' wart, wenn er irgendeinen Fehler in Galahads Ärckett entdeckt hatte.

Und nun hatte er fernen Vorgesetzten o, unermeßlich Vorgesetzton Beamten vorsätzlich angegriffen und war in sein Besitztum eingedrungen. Vielleicht hatte er ihn gar getötet und morgen würde es in den Zeitungen stehen, und er würde im Kerker sitzen....

(Fortsetzung folgt.)

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Heute letzter Tag:

Lotte Neumann und Franz Hofer.

Ab morgen Dienstag

wieder ein Kolossal-Doppel-Programm:

Bernd Äldor in Die tolle Heirat von La!ö.

ein Spiel aus der galanten Zeit in 4 Akten

Ausserdem: Viggo Laracn in seinem neuesten Rimschauspiel in 4 Akten:

Der Stäann mit den 7 Masken

Bekanntmachung.

Die städtischen Beamten sind von beute bis auffweiteres not Aufstellung der Wählerlisten für die Deutsche National­versammlung und die Hessische Volkskammer beschäftigt. Die Dtenstrännie der Stadtverwaltung sind ans diesem Grunde für die Jolge nur von 11 Ubr vornrittags bis nachmittags für das Publikum geöffnet. Die Buriterfctiaft tvird gebeten, auch während dieser Zeit nur in den dringendsten Maelegenheiien auf dem Sladlhause vorznsprechen. Die Michen Dienststunden der Stadtkaffe bleiben benehen.

Gießen, den 9. Dezember 1918. 9616B

_Ter Oberbürgermeister: Keller.

Wasserabgabe.

Die Wafferabgabe tit in den letzten Tagen ganz wesent- lich getttegen: geht der ^Wasserverbrauch nicht zurück, dann wird die regelrechte Wasseruersvrgu,ig in Frage gestellt.

Wir richten dcSbalb an alle ÄZastcrverbraucher wiederbolt das dringende Ersuchen, allen nicht un- bedmgt notwendigen Bedarf cinzuschränkcn, andern- salls Sperrstunden etnaesiilirt werden miificn.

Gießern den /. Dezember 1918 9514B

Stadt. Gas- und Wafferwerk Gießen.

D t e d t n g.

Pfkrde-Versteigerung.

Am Mittwoch, den 11. Dezember, vorm. 9 Ubr, werden in Nidda an der Gänsewiese 9518D

Pferde jeden Schlages

öffentlich zur Versteigerung gebracht.

Desgl. finden am Donnerstag, den 12. Dezember. Freitag, den 13.Dezcmberund SamStag.den 14Dezem- der jeweils '/,1v Ubr vorm, in Hunden

Pferde Persteigerunge»

statt. Händler auSgeschloffen.

Pferde-Berfteigernngskommisfion der 2. Ersatz- Abteilung des Feld-rlrt.-RegtS. 25 in Ridda.

vie Siehener Studenten an ihre Mitbürger!-:

Obwohl schon von der Universität aus mehrere Aufrufe zur Beseitigung der Wohnungsnot an lkuch ergangen find, wenden wir Gießener Studenten uns heute nochmals an alle die, welche bisher Zimmer noch nicht vermietet haben, mit der dringenden Bitte:

Schafft Wohnungen!

In den nächsten Tagen werden Studenten mit Listen von Haus zu Haus gehen und um Einzeichnung bitten.

Da die meisten Swdenten an Ferienkursen tellnehmen. werden die Wohnungen auch in den Ferien benötigt.

Im Namen des Gefamtausfchuffes der ^ Gießener Studentenschaft:

gez. W. Bogerts.

9V1SD

Giessener Hausfrauen-Verein.

Oeffentliche Hauptversammlung

DienStag den 10. Dezember ISIS, abends 8 Uhr, tm Stadttbeater.

Tagesordnung: 1.Jahresbericht, 2.NechnungSablaaeu. Entlastung, 3. Wahl des Borstandes, 4. Verschiedenes. f Sodann 8'/, Ubr: Reierat über

Die Hausfrau und das Wahlrecht.

ES werden sprechen: Fräulein ». Dlngeldeln und Herr Geh. Ltirchenrat Proseffor Dr, Eek«

Gäste find willkommen.

Der Hauptversamtnlung geht voraus eine kleine AuSftellur»g al von eingekochtem Obst und Gemüse in Gläsern mit Ge­bauerscher Abschlußmaffe, Abrolon-Berschluß, weißem Weckring,

b) von Schuhen und Gamaschen, gefertigt von Lehrkräften deS Vereins,

c) von Schuhen, repariert mittelstAgo-Verfahrens''.

Die noch nicht eingelöften Dfttgliedskarten können Montag den 9, und DienStag den H». iS. 18, norm von 1112 Ubr in der Ge,chästS,telle. Piocksrr. 5. in Emp. fang genommen werden. Ebenso werden Neuanuieldungen entgegengenommen. 9485c. Die Vorsitzende.

Heute aus dem Heeresdienst entlasten, empfehle ich mich zum

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