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Ar. 289

Der feufemr Anzeiger

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ii'irdieSchristleiti,ng112 Verlag,Gefchäusstelleöl Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Glehen.

ft)8. Jahrgang

Montag. 9. Dezember \9\8

Zwillingsriinddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinörudcrcl R. Lange. 8christleit«ng, EesckMrstellr u. Druckerei: Schulftr. 7.

Annahme von >l.izeigea

f. die Lagesinmm'er dis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerd'.iid! id)fett Sellenoretse: für Ö c 111 ct) c Anzeigen 25 bi.für auswärtig« 30'Bf., für Reklamen ÜJif.l. ncbft 20 ,J i o r leuf rungszuf blag;Platzvoi> schrif! 20 % Aufschlag. Haupt'chrvtteiter: Aug. Goetz. Berautivortlich für Politik: 'Slug. Goey; für den übrigen Teil: l>r. Neinhold Zenz; für den Anzelgenteck: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Die Gefahren im Innern.

Aie Umsturzgeister in Berlin sind leider immer noch vn der Arbeit. S i e können nicht umlernen, glauben viel­mehr, ganze Felsberge von Tatsachen noch mit kühnem Sprunge nehmen zu Wnncn. Kann es noch einen vernünf­tigen Menschen geben,/der es leugnet, daß eine gewal­tige Mehrheit des deutschen Volles den frühesten Wahl- termin für die Nationalversammlung will? Gibt es noch jemanden, der zweifeln mag, das; auch ein vorübergehender Erfolg" eines Putsches der Spartakusleute nur eine Ein­tagsfliege wäre, die entweder von den vielen Tausenden deut­scher Svldatenhände, oder von der harten Faust des Feindes gefangen und zerknickt werden würde? Gleichwohl floß in Berlin Blut, und Liebknecht setzt auch nach den Szenen vom Freitag seine Hetze fort. Am Samstag war noch einmal sein /Tag". Da fuhr er mit einem Kraftwagen vor einer Men­schenmenge in der Siegesallee und Unter den Linden umher und suchte die Menschheit scharf zu machen gegen dieKaiser­sozialisten" undScheidemänner". Demgegenüber behalten dieVolksbeauftragten" viel kühle Ruhe und Nachsicht. Ob sie auf die Dauer freilich damit auslommen werden, bezwei­felt auch eftl Blatt wie das Berliner Tageblatt. Mir den gestrigen Sonntag hatten alle drei Gruppen der Sozial­demokratie Massenversammlungen einberufen. Sie sind, wie es scheint, glücklicher undruhiger" verlaufen, als man hatte annehmen können.

Die Tage der beginnenden Fremdherrschaft in dcutsckftn Gebieten finden leider auch int Westen nicht die jetzt beson­ders erwünschte Einigkeit und Einträchtigkeit der Deutschen. Die rheinisck-en Zentrumskreise halten ihreErfindung" einer rheinisch-westfälischen Republik für einen befreienden Glücksfund, und dieKöln. Volksztg.", die sich noch bis vor kurzem in der Mahnung zur Reichstreue, zur Königstreue allen anderen vorausgetan hatte, bläst jetzt auch mit vollen Backen auf dieser Zauberslöte der republikanischen Kleinstaater. So finden die Eng­länder, die mittlerweile in Köln ihren Einzug gehalten haben, eine klägliche Entzweiung der dortigen öfsentlichen Meinung.Köln. Zeitung" undKöln. Bolks- Mtnng" liegen in bitterer Fehde. Ein Blatt wirft dem anderen JirLonfeguenz vor. DieKöln. Ztg." beschuldigt die Zentrnnrsschwester arger Felonie gegen sich und andere, diese nnedernm erklärt das national! ideale Organ für ein politisch unglaublich rückständiges 23Xatt". Wer der sich freuendeDritte" ist darüber brauchen wir uns nicht näher rvrs zusprechen.

Die Vorgänge in Berlin.

Eine amtliche Erklärung.

Berlin, 6. Dez. (WTB.) Das Wolffburecru verbreitet lveute über die Zusammenstöße m der Chcrusseesttaße und Jnvalidensttaße folgende Nachricht:Ter ganze Vorgang ist auf einen Befehl des Generalkommandos der Gardetruppen zurückzu­führen. Das G>l..cvaikomntonbo gab an die Füjilierkaserne den Be­fehl:Manu sch?"en alarmbereit auf die Sttaße gehen und die De­monstranten von den Germania- und Sophiensälen zerstreuen." Demgegenüber mirfc> fest gestellt, daß von seiten des Generalkom­mandos des Gardekorps weder ein Befehl noch eine Weisung an die Berliner Truppen gegeben wurde, die deren Verhalten bei den gestrigen Vorgängen irgendwie beeinflußt hätte. Im übrigen ist das Generalkommando des Gavdekorps für solckM Anordnungen auch rächt zuständig. Auch das KriegsministeruuH.steht diesen Vorgängen vollkommen fern.

Kriegsminister Sche ü ch. Unterstaatssckretär G ö h r e.

Der Ngt der Volksbeanftragten richtet folgende Kundgebung an die Bevölkerung Berlins:

Der Rat der Volksbeaufttagten konnte bisher feststellen, daß der Auftrag zur Festnahme des Vollzngsvates durch den Vizefeld-' wcbel Fischer von einem gewissen Marten und zwei Beamten des Auswärtigen Amtes, dem Grafen Matnschka, und von Rheinbabcn, erteilt wurde. Matten wurde ebenso tvie Fischer verhaftet. Die beiden anderen sind flüchtig. Ihre Verhaftung ist augeordnet. Die Truppen, die in der Chausseestraße gegen den! Demonstrationszug das Maschinengewehrseuer richteten, wareni von dem Mitglied des Soldatenrates beim Generalkommando, namens Krebs, anfgllboten. Auch gegen (Krebs wurde ein­geschritten.

Der Rat der Volksbeaufttagten, der sofott alles tat, um die Mitglieder des Vollzugs rates zu befteien und die Antastung ihrer, Freist, sowie das entsetzlich: Blutvergießen in der Ehausseestvaßci zu sühnen, ist entschlossen, gegen jede Androhung und Verübung von Gewalttätigkeiten vorzugehen, von wielcher Seite sie auch immer kommen mögen.

Die Volksbeanftragten: gez. Ebett, Haaft, Tittmann» Scheibe­mann, Landsberg.

Die Getöteten und Verletzten.

Eine geimue Feststellung der Opfer, die die Schießerei in der Ehausseestraße gefordett l>at, ist noch immer nicht möglich gewesen Bisher sind 15 Tote festgestellt worden. Diese Liste wird aber vor­aussichtlich eine traurige Ergänzung finden. Noch schwerer ist es. die Liste der Verwundeten auszustellen. Bisher hat man festgestellt, daß sich in den verschiedenen öffentlichen Heilanstalten über 40 Schwerverwundete befinden. Dazu kommt eine große Anzahl Leichtverwundeter.

Die Ermittelungen über die Urheber des Putschversuches in Berlin hatten Erfolg, wie aus .nachstehenden beiden Veröffent­lichungen hervorgeht.

Eine neue Demonstration der Gruppe Liebknecht».

Berlin, 7. Dez. Heute nachmittag kam ein großer Zug Demonstranten mit einem Auto mit Maschinengewehren und Liebknecht an der Spitze die Linden entlang. Vor jedem öffentlichen Gebäude hielt der Zug und Liebknecht hielt Reden gegen die Schcidemänner. Vor der Bibliothek sah es einen Augenblick aus, als wollte die Menge das Gebäude stürmen. Die Sicherheitswachcn machten darauf sofott ihre Maschinengewehre schußbereit. Dies machte oen ettvünschten Eindruck und mit den RufenNicht schießen" stob die Menge auseinander. Kurz darauf ordnete sich der Zug wieder und zog weiter. Krittsch gestaltete sich die Lage vor derKommandantur. Dort staute sich die nach Tausenden zählende Menge. Liebknecht brach in Verwünschungen gegen den Kommandanten Wels aus. Ein anderer piedner forderte!

die Meng: auf. sich zu betoaffnen und Wels und die Scheidemänner zu verhaften. Das Auto der Demonstranten fuhr darrn nach der Schloßbrücke und blickb dort mit den auf die Kommandantur gerichteten Maschinengewehren stehen. Zu einem Angriff kam es jedoch nicht. Znm Schutze derKommandantur waren außer den Mannsck)asten der Sicher Hefts garde auch eine Abteilung Jäger aufgebracht, die auf jedes Zimmer der Konunandantur verteilt waren. Neben dem Kronprinzen Haus waren für etwaige Fälle Panzerautos bereitgestellt.

Für schnellste Einberufung der Nationalversammlung.

Berlin 7. Dez. Eine Generalversammlung der sozial­demokratischen Parteiorganisationen für Groß­berlin beschloß einstimmig solgeiide Entschließung: Tie General- versamnilung fordert die sck-lennigste Einberufung der Konstituante und verlangt von der Vollversammlung der Arbeiter- und.Sol- dabenräte ganz Deutschlands, daß sie für die Wahlen den frühesten technisch uröglichen Termin, also Mitte Januar ansetze. - Tie Reichs regierung erhielt weiter eine Reihe von Telegrammen, in denen für die baldige Einberufung der Nationalversammlung Stel­lung genommen wird.

Die SonntagSkundgebttttsen in Berlin.

Berlin, 8. Tetz. (WB.) Die für heute angesagten Kund­gebungen sind nach den bis gegen 2 Uhr nachmittags vor­liegenden Nachrichten ruhig verlaufen. Es regnet.

Ein Putschversuch in München.

München. 7. Dez. (WTB.) Infolge der in der letzten von der hies gen Pchsft gegenüber de: neuen Regftrnng eingenom­menen Haltung zogen vergangene Nacht nach Schluß der Temon- sttationsversammklngeu mehrere Tausend Soldaten durch die Stadt, besetzten alle Zeitungen ienä> richteten eine Zensur auf. Ministerpräsident Eisner begab sich in Begleitung des Polizeipräsidenten und des Stadtvommandanten in die verschie­denen Redaktionen und beseitigte die ivilllürlich eingefühtte Zensur. Auch in die Wohnung des Ministers Auer lvaren Demonstranten eingedrungen und hatten den Minister unter Drohungen gezwungen, seine Demission zu nehmen. Mi­nisterpräsident Eisi«r stattete dem Minister Auer ebenfalls einen Besuch ab. Selbstverständlich ist die <m Herrn Auer vor genom­mene Erpressung nichtig. Im Laufe trer Nacht wurde durch republikanische Schutzwachen und Mannschaften des Infanterie- Leivregiments die Ordnung wieder he rg e ftel l t.

München. 7. Dez. (WTB.) Zu der Nachricht, daß Minister Auer von einer Gruppe revolutionärer Internationalisten zur Unterzeichnung der Abdmckuirg ge^vungen wurde, meldet die Korre­spondenz Hvffmcrnn amtlich: Der Ministerrat des Volksstrates Bm>ern spricht seine tiefste Empörung über den an Auer nächtlich verübten Uebersall aus. Tie von ihm erpreßte Erklärung ist selbstverständlich null und nichtig. Ter Minister bleibt Mit­glied der Regierung des VcLvsüe-rtts Bayern.

Mrnisterpräsldart flirrt EiAner.

Die Besetzung des linken Rheinufers.

Da» Benehmen der Amerikaner.

Berlin, 6. Dez. (WTB.) Wie ein aus Trier zurück- gekehtter Vertreter des Auslvärtigcn Amtes mittcilt, vollzieht sich der Einmarsch der amerikanischen Truppen ohne jede störende Begleiterscheinung für die deutsche Bevölkerung. Dias Utteil aller deutschen 'Kreise, wie der Ladenbesitzer, der Gastwitte und des Mannes auf der Sttaße geht dahin, daß das Benehmen der Amerikaner tadellos ist. Alles geht seinen ge­wohnten Gang. Tie amettkanischen Kdlvnncn nehmen die größte Rücksicht mlf den zivilen Straßenverkehr. Tas vorgeschobene amerikanische Hauptguattier ttchtet sich seit Svimtag in neuen Regierungsgebäude ein. Es sind keinerlei Erlaffe ergangen, die irgendwelche Beunruhigung in die Bevölkerimg hineintragen könnten. Eft: hoher Offtzier vorn amerikanischen Hauptguattiep versicherte ausdrücklich, daß es der Wwrsch der amerikmrisckien Führung sei, die Bev-ölkerung in ^10: Weise zu stören. Am 9. Dezember werden die amerikanischen Linien bis Koblenz vor­geschoben sein.

Engläuber in Köln.

Köln, 6. Dez. (WTB.) Seit heute morgen 11 Uhr ziehen englische Lanzenreiter, begleitet, von. Panzerauto­mobilen, in die Stadt ein.

Köln, 7. Dez. Zur Besetzung des Kölner Brückenkopfs tveffen teils heute, tefts in den nächsten Tagen vier englische Divisionen, bestehend aus englischen, schottischen und kana­dischen Truppen, hier ein. Ferner sollen noch drei Artilleriv- bttgaden zur Besatzungstruppe gehören. Q

Tas amerikanis che Hauptquartier Nnrd nach Trier' verlegt. Oleneral Pershing wird die frühere Oaeiß-Villa in der Paulinensttaße beziehen. Es l>crrscht völlige Pressefreiheit.

i. Köln, 9. Dez. Gestern nachmittag hatte hier eine enlische Kommission unter Füluamg eines Majors eine Be­sprechung mit Oberbittgermeister Adenauer mrf dem Rathause. Wie wir erfahren, lvurde in der .Hauptsack)c die Frage der Unter bringnng des demnächsttgen Gouverneurs der Stadt Köln, des englisckien Generals Ferguson, erörtert. General Ferguson trifft am Dienstag in Köln ein, um sein Amt anzutreten. Ein Beauft tragter des Generals wird wahrscheinlich heute in Köln eintreffen^ mrd dem Oberbürgernieister die für die Stadt beabsichtigten Ver­ordnungen mitteilen. Wie die Verordmrngen anssehen werden, ist bisher unbekarmt. Bisher sind besondere Verordnungen etwa im Sinne des bekannten Dürener Väaueranschlags nickst erlassen worden, außer einer Bekanntmachung, die noch spät am Abend erging, daß der gesamte Berkel/r mit Automobilen und Kraftfahr­zeugen innerhalb der Stadt und iiber die Rheinbrücken von Mon­tag 10 Uhr ab untersagt wird. Ausnalpnen werden nur den Jn- l)abern eines besonderen Ausweises gestattet.

Ter Verkehr nach dem linken Rheinufer.

Berlin, 8. Dez. (WTB,) Marschall Foch hat gestern -der derttsck>en Waffenstillstands'konimiffion folgende Entscheidung übergeben:

Der Lebensmittelverkehr von der von den alliiei- den Armeen besetzten Zone nach der neutralen Zone, ferner die Eiserrbalm- nnd SttaßeTibahnverbindungen zwischen diesen Zonen sind nicht zulässig in Anbetracht der 4totwendigkeit der Ausrecht- erl>alttmg der Blockade Deutschlands, die in dem Waffen- stftlstandsabkonimen Deutschlands vorgesehen ist. Den Armeen sind Instruktionen gegeben worden, bezüglich der über die Post, Tclegvaplxm- und Telcphonverbindungen ini Rheinland auszu­übenden Kontrolle."

Tieft Entscheidung steht mit dem Wottlaut des Waffeustill-- standsabkommen (Art. 6 uird Att. 26) in Widerspruch. Die t>euffck)e Regierung wird auf diplomatischem We;w und durch die

Wüsfenstillstandskommissimt Protest hiergegen «ftegen.

Die Verlängerung de» WaffenftillstandSvertrage».

Berlin, 7. Dez. Tie Entente ist, nne nur zuverlässig Höven zur Verlängerung des WaffenstillstaridsvettrageS bcieft. Das französische Oberkomniando hat die deittsche Oberste .Heeres­leitung um Nennung vtzn Bevollmäckstigten zur Verlängerung des Waffenstillstaw^sverttag^ ett'ncht. Tie Zusaamirettttmst körnte am 12. oder 13. Dezember, vormittags, in Trier nach Achickst des französischen Ob?rKommandos stattftnden.

Berlin, 7. Tez. Das französische Obertonrmando ersuchte die deutsche Oberste Heeresleitung um die Bezeickprung von Bwvll- mächtigten zur Verlängerung des Wasfenstillstandes. Die Zu­sammenkunft könnte am 12. oder 13. Dezember vormfttags in Trier ftattftnden.

Der Vorsitzende der Waffenstillstands kommission 2 Staatssekretär Erzberger.

Die Herrschaft zur See.

Rotterdam, 7. Tez. (WB.) Nach deniNieUtoe Rotten dänischen Courant" meldtt derTally Telegraph" aus Neuyork, daß etwa gleichzeittg mit Ehurchttls Erklärung, daß Großbritannien sich keine Beschränttrngen der Rüstungen zur See gefallen lassen; Iverde, drahtlose Tcl-egramme vom DampferGeorge Löashblgwn", aus dem Wilson ffich. beftndet, eingttroffen sind, worin erklatt wird, daß der Präsident Vorschlägen wird, jeder bewaffneten Herr­schaft einer einzelnen Nation ein Ende zu machen.

Lloyd George fordert 160 Milliarde» Mark Kriegsentschädigung

Haag, 7. Tez. DieTally Mall" teilt mft: Lloyd Georgs erklärte, daß die von Deutschland an England und die Dominions zu ial)imbz Kriegsentschädigung acht Milliarden Pfund Sterling bettagen werden.

London, 7. Tez. (WB.) Renter-Meldung. In einer Wahl­versammlung m Leeds sagte Lloyd George: dftichdem wir den größten Kampf uni den Fottfchritt der Menschheit geioonnen haben, müssen wir mit allen Kräften trachten, England an\ eine Höhe emporzubringen, wie sie noch nie da war.

Balfour über die ^riedenskorrserenz.

London, 7. Tez. (WB.) Reuter-Meldung. In einem Ge­spräch mft dem Vertrtter des Associated Preß sagte B a l f 0 u v 4 er glaube, daß dis.Zusammenkunft in Paris in diesem Monat nur ein unsormeller Vorläufer der Konferenz der Assoziier - ten sein werde, die zu Beginn des nächsten Jahres statt finden werde^ Eine zweite Kvnferentz werde alle wichtigen Bedingmrgcvt des MKommens svrmulieren und die wichtigste und längste sein. Nach ihrer Beendigung würden die feindlichen Bettreter zu zogen und die-mnren ratifiziert werden. Nach der Ansicht Balfours ist die wichtigste Frage, mit der sich die Frieden skonfti rarz befassen wird, die des Völkerbundes. Er -'Balfour) glaube, daß der Völkerbund eine abpolnte Notwendigkeit sei. wenn der Krieg alle die gatten Folgen haben soll, die man von ihm erwatttt. Er müsse etwas mehr sein als ein Mittels um Kriege zu verhindern. Es wäre töricht, sich vvrzuftellen. datz. es möglich sei. eine Welt mit Staaten erwurichten, die g^eick^ Macht und gleiche Rechte besäßen. Zu Wilsons Ausspruch, daß die Welt für die Demokratie sicher gemacht werdeu müsse, be- nrcrkte Balfvur, er glaube nicht, daß die Welt für die Temo-, Tratte dadurch sicher gemacht werde, daß man die Zahl der demo­kratischen Staaten vermehrt. Er denke dabei nicht speziell .cm Teutsckstand, sondern an die neuen Staaten, die jn Osteuropa im Entstehen begriffen wären. Tie Rivalftäten, hie zwischen den benachbarten Demokratien eittstel-en könnten, würden ebenso zu Kriegen führen, wne wxmn die Regierungsformen andere wären. Einige Kritiker dächten, die Veränderung in Europa würde Europa balkanisieren. Er erwatte aber ettvas anderes. Es wäre unduld^ bar .ivenn Europa in einen Schauplatz für zukünftige Kriege ver- wandelt würde.E Ter Völkerbund würde dazu nötig sesn, rächt nur den.verbrecherische Ehrgeiz großer Autokratien zu beaufsickstigen, svndcru auch dazu, leichtsinnige Länder von übereilten Kriegen abzuhalten. Man kömrc unmöglich von Demokratien sorerhen aiißer bei Ländern, die eine relativ vorgeschrittene Sttffe. von Zivilisation erreicht haben. Ter Völkerbund werde der KuiÄov- der weniger entwickelten Länder sein.

Als Balsvur gefragt wurde, ob Rußland aus 'der Kon­ferenz vertteten sein toerde, sagte er:Es ist schwer zu definieren, was Itußland ist. Wir haben keine Beziehungen zur Bolsche- wiki-Reg-crirng. die die hauptsächlichste cke laeto-Regierung im mfttcleuvopäischen Rußland ist. Es gibt aber daneben viele andere cke laeto-Regiernngen. Ich glaul>e. daß der Sttttus Russsands auf der Kvnftrenz geordnet toerden wiro. Ich kann mir nicktt vorstellen, daß die Konferenz irgendeine russische Regi-ernng in ihrer s.'tzigen Form ftir berechtigt halten trärd, Delegierte .zu eittftndeu"

Aus dem ReiÄe.

Schlechter Stand der Ernäftrungsfragr.

Berlin. 6 .Dez. (WTB.) DerVorwätts" schreibt: Di« Voss. Ztg." brachte ani Donnerstag abend auAzugswetse eine Note, die das Ernähryngs-rmt an das Austoärtige Amt aerichttt hat. imd in der ftshgestellt wird, daß ettoa im Februar Teutschland seine Vorräte an Lebens m i 1 1ct rt aufgezehrt haben wird. Wie tmr dazu aus bester Quelle ersahvm, gibt diese 9äode tatsächlich den wirklick>en Stand Unserer Ernährungsvcrhülttäffc wweder. Tie alte Regierung bat über unsere Vorräte Berichte gegeben, die den Tatsack)en nicht entsprochen lsaben. Es haben sich Fehlbettäge bis zu einer Million Tonnen ergeben. Durch die politischen Umwälzimgen ist die Lage noch übler geworden.

Berlin. 7. Tez. (WBss Tie Aussichten unserer Brotversorgung lsaben sich in den letzten Tagen prdnrch gebessert, daß infolge des fnfftfreien Wetters die <0nd» frnchternte teilweise rascher beendet wwittx^, als ettvattet l:xrr. Dadurch sind viele ?lrbeitskräfte ftei gpvorden. so daß die Be­mühungen der Reichsgetteidestelle und der Wmmlmalverbända Erfolg.hatten, daß mehr Getreide, als erivattet. zur Aülieseriuig gelangte. Wenn der Güterverkehr im vollen Umsaug Miftrck>ter< halteu wird .werden sich die Eingänge an Bwtgetteide derarR steigern lassen, daß die Brotvcrsorgung über den 7. Februar hin­aus gesickiert ist.

Frrihkitsbund der deutschen Rheinlandr.

Köln, 7. Dez. TieMlmsck-e Zeitung" schreibt: In der gestrigen Versammlung, die der Arbeiterrat einbeiusen batte uüd in der einstimmig gegen die Bestrebungen, eine r he i n if ch -w e st f ä l i s che Republik zu pwllamie.-en, schärfster Einspruch erhoben lvurde, gab im Auftrag der $ e u t *, scheu Demokratischen Partei Ottsgiwippc >böln d<u Vor-« sitzende des vorbereitenden Ausschusses folgende G tl änma ab ff Die Teutsckfe Denwkrattsche Partei erklärt ausdrti -., daß sie mft .dem Vovgechen der Zelrtrumspcctttt in keiner Weift «xntw»