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Nr. 286

168. Jahrgang

Donnerstag, 5. Dezember 1913

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Zum Durchmarsch der \. Armee

durch Gießen!

In die beklemmenden Eindrücke der letzten Tage und Wochen drängt sich noch ein großes Bild, eine Erhebung der Herzen zu stolzem Volksbewußlsein: wir werden von heute an eine unserer siegreicher und bis zum Ende unbesiegten Armeen durch unsere Stadt marschieren sehen. Es ist, als sollte uns.in schwerer vaterländischer Mt und in der Ge­fahr der Reichszersplitternng noch, einmal der alte, kraftvolle, staatserhaltenhe Zusammenhalt vor Augen geführt werden, der einer feindlichen Welt die Strrn bieten konnte und nicht die Waffen senken mußte, weil er gelockert oder angekränkelt gewesen wäre, sondern weil ihm von den Regierenden eine unmögliche Aufgabe ohne die zugehörige staatsmännrfche Stütze zugewiesen worden war. Aber es liegt in der gewaltig gen Heerfahrt, deren Zeugen wir in den nächsten Tagen fein werden, keine gewollte Kundgebung, vielmehr ist ffe eme Schicksalsfügung, die um so ergreifender auf uns wirkt. Als unsere Truppen hinauszogen, da entfalteten die Bahn­höfe und Eisenbahnen die bunten Bilder kriegerischen Lebens; den vollen Abglanz des Feldlagerlebens l>aben wir seither nicht zu sehen bekommen. Wir haben die Aus- ziehenden mit heißen Wünschen und ängstlichem Bangen geleitet, wir entließen sie in eine andere Welt von Mt und Tod, die sich weit draußen erst gestaltete. Hätten ,ie den vollen Sieg erfochten, so würden wir wohl wieder er- ivartungsvolt an den Bahnhöfen stehen, und die Eiuzugs- märsche würden sich nrit lautem Jubel vollzieheii. Heilte aber, bei der anderen Art der Heimkehr unserer Heere, ist nnseve Freirbe nur noch inniger. Was der Feind bei den harten Waffenstillstandsbedingnngen schlecht für uns zu. manchen gedachte, das haben unsere treuen Krieger zum tön ton gewendet. In einem lebendigen Strome zrehen sie, in swlzer Ordnung, durch die deutschen Dörfer und Städte, die Dankbarkeit der Heimat darf sie vielfältig umweben, intb es kann noch einmal ein Austausch der Gefühle statt- firtden, der des deutschen Heldentums dieses Krieges würdig ist? Manches Mißgetön haben wir in den letzten Priifungs- inoche?i hinnehimn rnüssen, und die deutschen Diplomaten 1C nb Regierungskünste haben das deutsche Ansehen in der Welt gebeugt und geschädigt. Um so herzhafter und freu^ viger bsgrützen wir den geordneten, makellosen Rückmarsch unseres Feldheeres, dessen Mühen und Strapazen alt und ;ung lindern möchten! Die Ankommenden wischen das böse, angstvolle WortBürgerkrieg" wieder von der Tafel weg. Ein anderes breitet seinen wohltuenden Zauber sieg­reich aus:Kameradschaft", draußen als ein teueres Gut gebildet und gehegt, soll die Grundlage des neuen Deutschlands sein! DerOrdnung heilig Band" mutz über Streitsucht, Eigenbrvdelei und Zerrissenheit triumphieren.

So möge unsere buntgeschnrückte Stadt dem unüber- sebbcrren langen Zuge der 1. Armee ihr herzliches Will­kommen znrufen, und die Herzen unserer Einwohner mögen wetteifern, die besten Liebeszeichen für die deutschen Feldsoldaten aufzübringen!. Wir sffid so arm nicht, daß wir tticht viele (halben, die wandernde Truppen erquicken, rreudig spenden könnten! Kann es vor schweren Entschei- dmigen kein lautes Freudenfest sein, das wir den heimlvärts Ziehenden darbieten, so wollen wir doch aus dem Wieder- sehw den aufrichtenden Geist wiederfinden, der in entern altem Friedenslied aus dem Siebenjährigen Kriege klrngt:

Bote von dem Himmel,

Dringe durchs Getümmel Dieser eitlen Welt.

Und mach eine Stille,

.Daß ein Herz, ein Wille Uns Msarmnenhält."

wußten, daß der Waffenstillstand unterzeichnet war, legten nur du Rüstung zur Seite. Rohstoffe, auf die die Recherung ans Angst die Hand gelegt hatte, daß für die Industrien, die die Armeen ver­sorgten, nicht genug vorhanlden sein würde, sind freigewmmeit und wieder dem allgemeinen Wtcrrkt zngeführt worden. Große Industrie­anlagen, deren ganze Erzeugnisse und Maschinerien von der Re- gierung zur Beirntzung übernommen waren, sind wieder sur Zwecke freigekommen, deumt sie vor dem Kriege dienten. Es war nicht möglich, die Kontrolle über die Lebensmittel und Dt? Schiff­fahrt ebenso rasch zu beseitigen, weil die Welt immer cru& Unseren Getreid-speick-ern ernährt werden muß, ^anffe

noch immer dazu benutzt werden, unsere Leute üoer W ver- ^ sorgen und die Soldaten so rasch zurück',ufthron, all es die ver­worren eir .Verhältnisse auf der anderen Seite des Wafters gesmtten ^lber auch die Zwangsmaßregeln werden soviel wie möglich mW ffn Verlause von Wochen in immer weitergehendem Matze gemitderr werden

Wilson kam sodann mtt die züm Zwecke der Kriegsvrgcmisati^ neu errichteten neuen Aemter zu sprechen und erklärte: ^tttdem der Waffen still stand gesichett ioar (der tatsächlich auf die vollstän­dige Untenoersung des Feindes huunlslauftü war es die övli der Realernng, die Erfahrungen dieser Körpeiffchaften den ö^chaffs- l-eutcn dieses Landes zur Bermgnng zu stellen Es ^erstaunlich, wie rasch der Prozeß der Rückkehr zu den frto)lickien Berbalffns>m sich in drei Wock-en, seit der Beendigung der Fenchel igtnten, ent­wickelt hat. . mx r ~ , ttM

Wilson sprach dann über die zu treffenden Maßregeln, um wahrend der Uebergangszeit einer zu «roßen Arbeitslosigkeit vor- zubengen. Bezüglich Belgiens und U** 1 !f 5,Vht -

sagte der Präsident: Kerne stoch so «roße Entschädi­gungssumme würde allem genügen, um diese Lander mff Jahre hinaus vor- hojfmmgslosen Nachteilen zu bewahwr. E s muß mehr geschehen. Wemi Bel§ren und Nordfraukreich morgen Geld und Rohstoffe im Ueberflutz hatten, wurden sie doch nicht ihren Platz in der WeltlndustriL lckwn inorgen emnehmen können. Sie dürfen nicht den Zusällig^iten eurer icharren -'w kurrenz preisgegeben werden. Ich l-ossc deshalb, dar; der Kongreß nickt abgeneigt sein wird, meint ed uotwendtg fern \o\itc itgotb-i einer Stelle, nne z.B. dem Zvnegshandels.anU, da- Reckst - ö u gewähren, zugunsten dieser Bevölkerungen eme. B o r z u g s b n * Handlung eintreten zu lassen. Für dre StahlstMmg.^d leichterung des Wiederaufbaues unseres Geswastvlebens fft nictsts von größerer Wichtigkeit als die sosorffge Entscheckmig aber die ! 1918. 1919 tmd 1920 zu erhebenden Steuern. Es würde für das Land verhängnisvoll sein, bezüglich der Frage der wje her Steuern länger als notwendig im Unsicheren zu bleiben. Wenn der Krieg fortgesetzt worden wäre, so wäre es iivtwendigj gewesen für 1919 mindestens 8 Milliarden Dollar Steuern zu > erheben. Jetzt, da der Krieg vorder ist. kann der Betrag auf 6 Milliarden herabgesetzt werden. Eme sofortige rapide Ab- chme in den Ausgaben.der Regierung ist nicht zn^^MLMstDie «Ersorgung unserer Truppen auf ber mideren Sette des Meeres ist noch immer notwendig. Ein beträchtltcher Teil dteser Drllppen muß für die Dauer der Besetzung in Europa bletben. ffur die die nach Hause zurückgebrvckst mW demobiltsiert iverden, werden! in den folgenden Monaten große Ausgal'en geniacht werden muffen.

Wilson sagte in seiner Rede weiter: Ich nehme bestimmt an. daß der Kongreß das Flottenprogramm, das sestgewtzt wurde, ehe wir in den Krieg eintraren, Mtsfütfcen wird Sekretär für die Marine hat den Kommissionen der beiden Hau?er den Teil des Programms zur Genehmigung vorgelegt, der nch nut den Bauplänen der nächsten drei Jahre beschäftigt, üneie Plane wurden nickt unter dem Ausnahmezifftand des Krieges vorbereitet, sondern ffl der Absickst, zu einer endgÄligen Metl^de ffrr die Ent­wicklung der Flotte zu gelangen. Ich empfehle allen ermlllch die ilnnnterbrochene Weiterführung dieser Politik. Es wuwe für uns unklug sein zu versuchen, unser Programm einer noch unbe,ktmnten zukünftigen Weltpvlitik anzupassen. Der Präsident kam ,odann auf die Eisenbahn frage zu sf-rechen und sagte rn dtefem Zu) ammen- hang * Ich glaube, wir dürfen auf einem formellen Abfchluh des Krieges durch Vertrag bei Beginn des Frühlings hoffen.

Zum Schluß sagte der Präsident: Ich benutze die?e Gelegen­heit um deni Kongresse m eine Absicht mitMtecken, in Paris mit den Vertretern der Regierungen, mtt denen wir im Kriege gegen die Mittelmächte assoziiert waren, zusammenznkommen zu dem Zwecke, um mit ihnen die Hauptpunkte des Friedens ve rtra gcs zu besprechen. Ich bin mir der großen Nachteile, die >ich.daraus er- ' geben, daß ich das Land gerade zu dieser Zeit verlas,e, oewutzt, aber der Entschiluß, daß es meine unumslößliche Pflicht sei, hin- zU>gel?en, wurde mir dirrch Grwämmgen aufgezwungen, die, wie ich ftoffc, für Sie ebenso entscheidend sein werden, wie sie nur ersckfienen. Die alliierten Regievunsen haben die Grundlagen

aar Mmate mit der größten Freiheit und möglichst germ^c Verzögerung von der einen Seite der See nach der crnderen geFm Darf'ich nicht hoffen.. meirw Herrenwm Kongreß, ^^den heilleit Aufgaben, die ich an, der andern Sette d^ Meeres zu cr füllen l-aben Wirde, auf Ihre ^Z^^a.undgemm.ffame cknter stütznng zu rechnen? Ich verkenne di? Grogeund ^chw^rigkettder Pflicht, die ich auf mich nehme.^nckst. und bin nnr ihrer Verantwortlichkeit voll bewußt. Ich vtn etn Diener des Volkes und ksann keine privaten Gedanken und Absichten haben, wenn ich einen solchen Auftrag aus'mhre. Ich gel-e hin. ^ B^e wsm mir ist, zu f>en gemeinsamen Abmachungen, zu deren Zustandekormnen mtsd-ec Konferenz mit den aackerev. dort beftndlichen Leitern der assoziierten Regierungen ich jetzt helfen muß, beizutragM. .

Der Präsident versprach, daß er durch Kabel oder Mts draht­losem Wege immer erreichbar sein werde. Seine Abwesenheit toerve so kurz wie möglich sein. Er sprach am Ende der Rede dte Hclmung ans, daß es ihm vergönnt sein möge, mtt dem glückliche gewußt- sein zurück" ukehreir, die strotzen Ideale, für die Amerika kämpfte, in die Tat nmzusetzeu.

Die Botschaft Wilsons.

Amsterdam. 3. Dez. «TB., Ter'miSfüstAche Hext der Botschaft Wilsons in der gemeiiffamen Sitzung des Kvngreff-es liegt ?etzt hier in einer Reutermelvung vor. Danach sagte der Präsident:

Wir wenden uirs wieder den Aufgaben des Friedens zu, eines Friedens, der gegen die ck>ewalt mwerantwortlicher Monarchen und elirgciziger milftärischer Kvterien gesichert und für du,Ren- vrdmrng. fiir die neuen Grundlagen der Gerechtigkeit und Bttligkeit gest-ignet ist. Wir sind im Begriff, diesen Frieden nicht nur für uns. sondern auch für die andern Völker der Well zu ordnen. und zu organisieren, falls sie uns gestatten, ihnen zu helfen. W ist \ nter- na-tronale Gerechtigkeit, die wir sucheir, nicht nur häus­liche Sicherhell. Unser Gedanke hat ffch in letzter Zeit mit Europa, Asien und dem nahen und fernen Osten beschäftigt, nur sehr wenig mrt den Taten des Friedens und der Neuordnung, die bci uns selbst auf die Durchführung wartet. Ist es, während wir unsere Be- zHehungeu zu Recht und der Welt einrichten, nicht von^ größten Wichtigkeit, daß wir mit allen Ursachen zu Mißverständnissen mtt Unseren nächsten Nachbarn aufräumen und den Beweis der Freund­schaft die wir wirklich fühlen, erbringen? Ich ^hoffe, daß die Mit­glieder des Senates mir gestatten, noch einmal von dem unnotffi- gierten Vertrag: mit der Republik Columbien zu sprechen. Ich fordere sie ernstlich auf, tu dieser wichtigen Angelegenheit bald günstige Maßregeln zu treffen. Sie werden mll mir gefühlt haben, daß dre Lage für solche nicht nnr gerechte, sondern auch edelmütige lind dem (öeist der neuen Zell, die wir so stlücklich begormxm haben, entsprechende Mion geeignet ist. Was unsere inneren Angelegenheiten betrifft, so ist das Pro­blem unserer Rückkehr zum Frieden das Prol'lem der wirtschaftlichen und industriellen Wiederherstellung. Dieses Problem ist vielleicht weniger ernst für uns, als Kr die Völker, die länger unter der Unordnung mvd den Verlusten des Lrugos m leiden hatten, alS wir. In dem. Auge Mich wo wir

für den Fr ieden angMommen,oie ich rm Kongreß am 8. ^ a nuar ds' IS diktierte, ebenso wie die Mittelmächte sw anqe- nommen haben. Ms sehr begreift ick,en Gründen wünschen die Alliierten fetzt meinen persönlichen Rat bei ihrer Aus­legung und Anwendung zu l-aben. Es ist auch sehr ionn- sckenswert. daß ich diesen Rat f?ebe, damll der auftrchtige Wunsch unserer Regierung, oljme selbstische Msichten irgendwelcher Art zu einem Wkommen, das zwn gemeinsamen Wöhle aller betell'^ten i Völker beitragm wird, zu gelangen, offenkundig gemacht werde.

> Tie Friedensabmackvrngen, auf die wir uns jetzt einigen werden, sind für uns und für den Rest der Welt von gröfter Bedeutung, und ich kenn? kein GesckKft oder Interesse, das ilMn vorgezogen!

1 "-erden dürfte. Tie t^'-serern Männer unserer Lotvettrrafte zu Lande und zur See haben gewissenhaft für Ideale gekämpft, von denen sie wußten, daß sie die Ideale ihres Landes seien, ^ch ver­suchte, diesen Idealen Ausdruck zu geben. Sw wurden von den Staatsmännern als ihre eigenen Gedanken und den Absicksten cnt- sprechmd angenommen: auch die assoziierten Reginmngen nahmen sw an. Ihnen bin ich schuldig, darauf zu achten, daß fte, soweit an mir liegt, nicht falsch oder irrtümlich ausgelegt .verden Und daß kerne Mühe gescheut wird, unt fte zu verimrkllck>en. Es ist mvisne Pflicht, den vollen Mt-eil an der Verwirklichung dessen, wdiür sie ihr Leben und W'.tt opferten, auf mich zu nehmen. Ich könnte mir keinen Ruf zu einem Dienste denllm der wichtiger wäre als dieser. Ich werde mit Ihnen in enger ,chhlunq blecken; Sie werden alles, was ich tue, erfahren. Mf mein Ersuck^ern hobm ; die französische und die englische Regierung die Zensur far nachrichten, die bis vor 14 Tagen beibelialten war, vMstandr^ ans. Es gibt auch mlf dieser Seite jetzt keinerlei Zensur, außer ioenn es sich um den Versuch geschält!rcksor Verbindungen mtt den feindlichen Ländern handelt. Es war notwendig, stets eine ver­fügbare Kraft zwischen Paris nick dem Staatsdepartement und eine andere znüsckfen Frankreich und dem Kriegsdepartement offen zu halten. Damit das mll möglichst geringer Beeiulrächtigung, c^r übrigen Benutzer der Kabel geschelien könne, übernahm ich einst­weilen die Kontrolle über beide Kabel, um ihre Beimtzmrg m ein einheitliches System zuHringeii. Ich tat das <tuf den Rat der erfahrensten Kabellxnmten. Ich hoffe.,, daß die, Ergebmffe TO Mvmttmgeu recht^rtigrn Mid daß die Rachoichte» oft vüchstor

Eine Mte des AuÄvärtigen Amtes über den Gefansmew-

austausch.

Berlin, 3. Dez. (WB.) An die hiesig- sthweizerffche Ge- sandtsckaft ist nach>l^nde Verbalnote gerichtet worden:

Turck! dic von den verbündeten Mächten dem deutschen Volke auferlegten Wafseichiltstandsbedingungen ist bestimmt daß die in drnitscker (Gewalt be'rndlicheu Kriegsgefangenen und Zttnllnter- nierten olue Gegenleitzuug heimbefördert werden sollen. Tie bis- Xtzt gültigen Vereinbarimgen über den Austausch.von Kriegsge­fangenen lind dabei als h'.nfällig erklärt nwrden. Da für die Zivilinternierten eine 'Mffpäechende Bestimimmg nicht vor­gesehen ist. glaubt die deutsche Regierung erwarten zu dürfen, daß die deutschen Zivilinternierten in den feindlichen Ländern, sofern für sie nack! den lnsherigen Vereinbarungen Anspruch auf Heim- besörr-ernng besteht, anck. wellerlftn aus der Gefangenschaft cntllissen werd^: Das auswärtige Amt bittet die fch>weizerische Gesandtschaft, durck? die sckm>eizerisck)Ln 0-esandtschaften rn London und Paris bei der britischen rmb französischen Regierung, mtt denen derarttge Vertrag' abgeschlossen sind, diesen. Standpunkt mrt Nachdruck ge!- tcnck zu machen und auf entsprechende Äöaßnahmen dringen zu lassen dlber auck zugunsten der übrigen Zivllgesaugenw rmd Kriegsgefangenen, die ebenso wie ihre Angehörigen angesickfts der Lage dar Berzweifturng zutreiben, glaubt die deutsche R^fwrung im Interesse der MenschlickKit Schritte bei den am Waffenstckl- sland beteiligten Regierungen unternelMen zu sollen. Es darf gebeten werden, bei diesen Regierungen auf die Annahme der trafo- stehenden Vorschläge Mt tunlichster Beschleunftung wirken zu

1. Sofortige Aufnahme der in Mssicht gestellten Verhand­lungen über die Entlassung der deutschen. GesMigensn

2. Ermächtigung ffrr die Vertreter der Schutzmachte mw der anerkannten Hilfsvereine Me dnttschM .^^sgesaMenm un Operationsgebiet zu besuchen und zu unftrsLntzen^Milllarffcke^ denken dürften nach dem Aushören der Feindseltgkellen mcht meM

bestehn. ^ ^ freien Mkaufs von Lebensmitteln für. die

Gefanaerren Da infolge der Waffenlttltstandsbedingungcn mit ernrr Hungersnot imd schweren Verfthrsstörnngen m Deillftsnand ge­rechnet werden muß, ist die ichon bisher beschrankte Mögliche die dcutscheii Kriegsgefangenen und Zwilinternierten von Deuffch-^ land aus mit Leliensmittcln zu verborgen, ganz ausgetchloffen

4. Reichliche Versorgung der Gefmrgeiien mit Wasche und warmer .Beidung durch die alliierten Staaten vor Eintritt dev Kälte, da wegen Mangel an Vorräten und wegen Transport- stockunaen eine UebersendiNig aus Dcattschland nicht erfolgen kann.

5. 'Tatkräftige Förderung einer gesteigerten Licoesgaoenver^ sorgung vom netttralen und bisher seiicklichen Molcuck auv, dick sofort 'in die Wege geleitet wird. Gegenseitigkeit tu nn vollsten Maße gewährleistet. Jnsbesonder>- hat das bffitffckie rote KNenz in Kopenhagen auf seine Anfrage bereits die Grlanornv zur Ein­reise erlitten. Für tunlichst baldige Benachrichtigung von dem Eroebni-r der dortigen Vermittlung wuroe das Auswärtige Amt der Gesandff'chast zu Dank verpflichtet sein.

Die WaffenftiUftattdSbedittguttaen zur See-

Berlin 3. Dez. (WB.) Ueber die nachgefnchte Milderung der Waffen' still st andsbedingungen zur See ist eine Antwort von Admiral Beattv angökommen. (lnne Rlffoerung der Bestimm imgen ül>er die Handelsschiffahrt und ^scherec m oef Ostsee tritt vorläufig, nicht ein _

Berlin 3. Dez. (WB.) Dre englische KommiNion für die dcutsck^n Häfeir trifft am 3. Tezencker in Wilhelms­haven ein. Tie Verhandlungen werden von deuffcher <^eite durch Kontreadmiral Goette g-eführtz Das Kvmnuucko der Hochfteflotte hat in Vertretung des erkrankten Flottenchefs Admiral Meurer übernommen.

Die Armee Mackensen.

Berlin 3. Dz. Das auswärtige Amt tollt mit: Nach dem bisheri«n Ergebiris der Verhandlungen in Svao über den Rück­marsch'der Armee Mackensen durch Ungarn, besteht die ^cfrundett Hoffnung, daß die Armee nicht interniert imrd und ihren Heinnmrrsch fortsetzen kann.

Die Franzosen in Elsatz-Lochnngen.

Bern 3 Dez. (WTB.) Mir mant, der Oberkommissar für Elsaß-Lothringen, hat angeordnet, daß überall imedcr du» früheren ftanzösischen Bezeichnungen emgestlhrt werden muffen Die deutschen Straßenschilder und die deuffchen Firmemnschriste^ sind zu ewlenien. Ferner hat der Meneralinspektenr für oerl ösfentlickien Unterricht in Elsaß-Lotbrmc?m. Houlet, dem Straß­burger Korrespondenten desPetll Pariffeii" erklärt,daß das gesamte Unterrichtsw'sen mll den franzosff chen U.nckernichs--Or- qauisationen in Einklang gebracht werden muß. Das gelamte --i''sche Lehrpersonal wird abgesetzt. De dcut- fchenK-llegftn arm der Universität werei heut? cha c cru- iWucllt In den Gymnasien und Schulen wird du ^Um­bildung so schnell wie möglich vorgenommen, wobei franzolffchy Lehrer, womöglich Elsaß-Lothringer, hevangezogen werden 'ollen.

Auslieferung des Kaisers?

London 3. De^. Reuter. (WB.) Wie Reuter erfährt, lXlt sich bei den Beratungen der Londoner Konferenz gezeigt daß man einstimmig der Ansicht ist, daß rvn Holland die Auflieferung des Exkaisers und des Exkron Prin­zen fvegen Verletzung dos Böllerrechfts während des KrvgeZ verlangt werden könne.

RevolutionSgcfahr in Holland.

i. Köln, 5. Dez. DieKöln. Zig." mecket aus AmsterdE iDrr vftderländijche Mauineminister hat den Befthlshadcr oet